Samstag, 23. April 2011

Ein kleines - feines Lieblingsbuch - habt ihr das auch?



Hallo liebe Blogleser:-)

Habt ihr das auch, dieses eine spezielle Buch, euer Lieblingsbuch? Noch aus der Kinderzeit oder später?
Ich hatte spontan die Idee für diesen Post. 

Als kleines Dankeschön werde ich unter den eingegangenen Kommentaren ein paar wunderschöne handgefertigte Karten (meine Tochter bastelt diese) verschicken. 
Mal schauen, wie viele mitmachen.
Ende für diesen Post 30. April 2011.

Mein Lieblingsbuch war und ist bislang immer 
"Träumereien am Kamin" von Richard von Volkmann-Leander gewesen. Allerdings habe ich vor einiger Zeit das kleine Buch "Der Alchimist" erhalten. Ich kann euch, wenn ihr das Buch von Tanya Stewner "Das Lied der Träumerin" gelesen habt, nur empfehlen. 
Das Bild oben aus dem Post dürft ihr euch gern mitnehmen. Ich habe es heute mal schnell hierfür gebastelt, aber bitte gebt es nicht als euer eigenes aus.
* Hanne*
Ein paar Infos zu den "Träumereien am Kamin":
(Es ist das Nachwort im Buch)

Nachwort
Ein Chirurg schreibt Märchen
Das flackernde Kaminfeuer wirft einen rötlichen Schein in die große Halle des Schlosses; um die Mauern herum heult der Schneesturm. Der einsame Mann am Feuer hört ihn nicht. Er stützt den Kopf in die Hände und starrt in die Flammen. Träumt er? Ja, er träumt, träumt an einem französischen Kamin, in einem französischen Schloss nicht weit von Paris. Es ist Adventszeit - Dezember 1870. Vor der eingeschlossenen Festung Paris liegen die preußischen Truppen, den letzten Widerstand Frankreichs zu brechen. In der Festung Paris hungern tausende französische Kinder. Ihre Eltern bezahlen für Ratten Schwarzmarktpreise.....
Der Mann am Kamin ist Deutscher. Aber er ist nicht Soldat, sondern Arzt. Er hat im Laufe dieses Feldzuges vielen Soldaten, deutschen und französischen, das Leben gerettet. Und vielleicht gibt ihm allein diese Arbeit als Chirurg das Recht, sich abends Märchen auszudenken. Märchen für Kinder irgendwo in Deutschland, die glücklicher sind als ihre kleinen Pariser Schwestern und Brüder. Der Arzt - Richard Volkmann-Leander - war am 17. August 1830 in Leipzig als Sohn eines Universitätslehrers geboren und zog als 7jähriger Knirps mit dem Vater an die baltische Universität Dorpat. 1843, als der kleine Richard schon ein Gymnasiast war, wurde der Vater auf den Lehrstuhl für Physiologie - das ist die Lehre von den Lebensvorgängen im menschlichen Körper - an die Universität Halle berufen, später praktizierte er in Grimma. Schon vor dem Abitur stand für Richard fest, dass er Arzt werden wollte wie sein Vater. Er studierte in Halle, Gießen und Berlin und wählte sich als Spezialfach die Chirurgie aus. Mit 37 Jahren wurde er an der Universität seines Vaters Professor für dieses Fach. Ein Jahr zuvor - das war 1866 - hatte er als Feldarzt auf preußischer Seite am Kriege gegen Österreich teilgenommen. Gute Chirurgen warenselten in jener Zeit, in der noch Bader, Felscher und - Friseure den verletzten Soldaten die Wunden verbanden, Kugeln entfernten, operierten und schnitten, obwohl sie vom Bau des menschlichen Körpers nicht oft die geringste Ahnung hatten.
Kein Wunder also, dass der Professor Volkmann-Leander zu Beginn des deutsch-französischen Krieges gleich wieder eingezogen wurde, kein Wunder aber auch, dass er die vielen Wunden, die er nähen, des Stöhnens der Verwundeten müde wurde und am Abend vor dem Kamin in einem fremden französischen Schloss Märchen ersinnte.
Von diesen Märchen, die Volkmann-Leander sich damals ausdachte und die er dann aufschrieb, sind die meisten hier von mir auf den vergangenen Seiten abgeschrieben. Ein merkwürdiger Zauber geht von ihnen aus, und man kann ihn nicht recht deuten, ohne stets daran zu denken, wie diese Märchen entstanden. Denn Volkmann-Leander - er sagt das auch selber in einer Notiz - wird inspiriert durch das französische Schloss. Zwar haben seine Bewohner es verlassen, aber ihr Geist ist noch da: das Lachen der Kinder, die Gespräche der Eltern, ja, vielleicht auch das fröhliche Bellen der Hunde vor dem Tore. Wahrscheinlich sind auch hier Märchen erzählt worden vor noch gar nicht langer Zeit .....
Deshalb liegt wohl ein Ton in diesen Märchen, der uns verrät, wie unwichtig es eigentlich ist, ob wir nun Deutsche oder Franzosen sind. Zuerst einmal sind wir alle Babies, dann Kinder, dann Jungen und Mädchen .-.....
Und wir haben alle Väter und Mütter, beliebte und weniger beliebte Onkels, sehr gutmütige und geradezu schrecklich gutmütige Großmamas, ob wir nun in Paris oder Berlin geboren sind. Nicht als ob Volkmann-Leander das irgendwo in seinen Märchen so sagte - direkt spricht er gar nicht darüber. Aber das, was er erzählt, liegt so weit ab vom Krieg, ist - möchte man sagen - so sehr im "internationalen Kinderland" zu Hause, wenn es auch typisch deutsche Prägung trägt.
Außer diesen Märchen hat der Professor Volkmann-Leander nicht mehr viel veröffentlicht. Nach Deutschland zurückgekehrt, fordert sein Amt und seine ärztliche Praxis wieder den ganzen Mann, dem kaum Zeit zum Geschichtenerzählen blieb. Er wurde ein sehr erfolgreicher Arzt, in der Geschichte der Medizin unvergessen als der Vorkämpfer einer neuen Wundbehandlung, die man heute die "aseptische Wundbehandlung" nennt und durch die man Krankheitserreger von der offenen Wunde fernhalten wollte. Für diese Verdienste wurde Professor Volkmann 1885 geadelt.
Und doch wird diese ärztliche Leistung überstrahlt durch den Ruhm, den er sich mit jenem schmalen Bändchen Märchen, ersonnen vor dem französischen Kamin, erwarb. Noch zu  seinen Lebzeiten stieg die Zahl seiner Leser ständig; als er am 28. November 1889 starb, war er bei jung und alt in Deutschland bekannt.
Und wer die "Träumereien" jetzt, über 100 Jahre nach seinem Tode, liest, der wird  zugeben: noch immer verdient es Richard von Volkmann-Leander, unvergessen zu bleiben.

Kommentare :

  1. Mittlerweile habe ich so viele Bücher, die ich richtig gerne mag, dass ich mich für ein Buch gar nicht entscheiden könnte. Was ich aber sehr schön finde, und auch nicht mehr hergeben würde, sind die Bücher von Brian Froud und Benjamin Lacombe, die Illustrationen sind so wunderwunderschön!!! Das sind richtige Regalschätze.

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  2. Danke für deinen Kommentar - Brian Froud habe ich einige Grafiken von, finde ihn toll. Benjamin Lacombe, ha da hast du mir mit auf die Sprünge geholfen. Die Illustrationen von dem ! Top... Ich habe noch ein paar feine Bücher, die ich niemals hergeben würde. Harold Feinstein, absoluter Wahnsinn.
    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende
    LG HANNE

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