Sonntag, 22. Mai 2011

Rezension (41) Nicodemus - Der ZauberVERschreiber




Nicodemus: Der ZauberVERschreiber
Blake Charlton (Autor), Petra Knese (Übersetzer)
Gebundene Ausgabe: 473 Seiten
Verlag: Klett-Cotta
Auflage: 1., Aufl. (21. Februar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 360893877X
ISBN-13: 978-3608938777
Originaltitel: Spellwright
 € 19,95

Buchrücken:
Nichts in Starhaven ist so machtvoll wie die Magie der Zauberrunen! Nur Nicodemus, dem Lehrling der Zaubersprachen, will rein gar nichts gelingen. Durch seine Legasthenie bringt er die magischen Sprüche ein ums andere Mal durcheinander. Ist Nicodemus aber womöglich der lang ersehnte Retter der Welt von Starhaven? Seine Feinde haben sich schon auf den Weg gemacht. Durch einen rätselhaften Mord geraten er und sein Mentor, der blinde Zauberer Shannon, in große Gefahr.
Statement:
„Nicodemus, der ZauberVERschreiber“, eine wirklich neue Welt der Fantasie, Magie. Die Welt des Wortteppichs, des Zaubers, der Grammatikerin, dem Geschwulstzauber, der Sprachgirlanden, den Zauberschreiber-Kobolden – die Aufzählung könnte noch unendlich weitergehen, und die Welt von dem jungen Nicodemus.
Mit Nicodemus, der ZauberVERschreiber ist in diesem Frühjahr ein Debütroman des Genres auf den Markt gekommen, der schon durch sein Cover ein absoluter Hingucker ist!
Dem jungen Nicodemus in Starhaven misslingen aufgrund seiner Legasthenie die Zaubersprüche. So wirbeln die Buchstaben und Worte durcheinander und bringen die Zaubersprüche durcheinander, das gewünschte Ergebnis bleibt aus. Aber warum ist er so? Er würde so gern ein Zauberschreiber sein, doch sein Handicap machte ihn nicht zu dem Zauberschreiber.
Das Wesen, welches wir am Anfang der Handlung kennen lernen, ausgestattet mit mächtigem Zauber, setzt alles daran, ihn unter all den Lehrlingen zu erkennen. Denn es spricht dafür, dass Nicodemus der Gesuchte ist. Was Nicodemus aber nicht weiß, dass er der Retter von Starhaven sein. Doch eine schwierige Aufgabe für ihn, er der die Sprache, das Schreiben nicht richtig beherrscht. Eine außergewöhnliche Idee, einen Roman zu schreiben, in der die Magie in der Sprache der Wörter liegt. Eine fantasiereiche Welt, in der der Autor eben sein eigenes Thema eingebaut und verarbeitet hat, die Legasthenie.
Was mir völlig unklar war, dass diese ganze Magie nur durch Übertragung auf die reine Muskelkraft ihre Wirkung erreicht. Eine Auflösung fand sich hierfür nicht.
Doch das Buch hat auch eine Menge an Originalität aufzuweisen. Allein die vielen neu geschaffenen Wörter sind eine Erfahrung. Andererseits ist es auch eine gute Mischung des normalen Fantasiestandards. Der Anfang ist sehr zäh und lässt sich nur langsam lesen, doch dann hat der Autor wahrscheinlich den „On“-Schalter gefunden. Man merkt auf einmal ein anderes Schreibtempo und es wird spannend.
Nicodemus ist auf der Suche nach sich selbst, der Wahrheit über sich. Doch da passiert ein rätselhafter Mord und Nicodemus und sein alter Mentor Shannon befinden sich in großer Gefahr. Mächtige Feinde sind hinter ihnen her.
Nicodemus ist der Hautprotagonist und eine wirklich sympathische Figur. (Die Chimara hatte ihn zu einem Unglücksboten gemacht, dem Veränderer der Sprache – S. 401)
Der Autor hat einen natürlichen Schreibstil, der durch seine Klarheit auffällt. Allein die Schreibweise, wie er die Zaubersprüche, die Buchstaben so vollendet und bildlich vorstellbar herüber bringt, zeigt die Arbeit, welches hinter diesem Labyrinth der Wörter steckt.
Nicodemus hat Shannon, dem alten, ehrwürdigen, aber auch kranken Zauberer an seiner Seite, der mit seinem Schützlich natürlich die Frustation und jede Verzweiflung teilt. Nicodemus und Shannon sind die Hauptverdächtigen des Mordes. Der Autor hat sich intensiv bemüht, all seine Kreativität in die Sprache zu legen. Dieses ist ihm hoch anzurechnen, denn das zeigt die Schwerstarbeit Legasthenie zu bewältigen. Dieses ist ein unterhaltsamer, teils fesselnder Auftakt einer Triologie, gewisse Kritik gehört doch dazu.
Blake Charlton ist definitiv ein guter Autor, doch „Nicodemus, der ZauberVERschreiber hat mich nicht ganz überzeugt. Das Blake auf einem guten Weg ist, seine Sprache noch mehr zu festigen, steht außer Frage. Viele Nebensächlichkeiten hätten mehr Raum in der Handlung verdient - zu viel Raum und Platz für Nicodemus. Von allem ein bisschen mehr und weniger wäre die perfekte Mischung gewesen.
Fazit:
Ich war fasziniert von diesem außergewöhnlichen Cover. Worte hierfür zu finden – speakless – um es mal auf Englisch zu sagen. Manchmal gibt es für außergewöhnlich Schönes keine Worte. PUNKT.
Nicodemus besitzt sehr viel Potential für mehr. Und so können wir gespannt sein auf die Fortsetzungen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese auf jeden Fall sprachlich ausgefeilter sind. Hut ab vor dem Autor, der sich mit seiner Legasthenie geoutet und uns einen guten Debütroman beschert hat.
Dank an dieser Stelle dem VerlagKlett-Cotta für die Bereitstellung dieses Leseexemplars. Ich habe schon wirklich viele Fantasiebücher gelesen, doch dieses gehört – allein durch sein Cover – zu den Besonderen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.


Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...