Sonntag, 22. Mai 2011

Rezension (42) Der Name des Windes




PatrickRothfuss
Der Name des Windes

Jochen Schwarzer (Übersetzer)

Broschiert: 896 Seiten
Verlag: Klett-Cotta
Auflage: 1., Aufl. (August 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608938788
ISBN-13: 978-3608938784
Originaltitel: The Name of the Wind
EUR 16,90


“Der Mann hatte leuchtend, ja flammend rotes Haar. Seine Augen blickten dunkel und abwesend, und er bewegte sich mit einer Sicherheit, die sich aus vielfältigem Wissen speiste.
Das Wirtshaus gehörte ihm, wie ihm auch die dritte Stille gehörte. Und das war nur recht und billig so, denn sie war die größte der dreifachen Stille und schloss die anderen ein. Sie war so tief und so weit wie der Spätherbst. Sie wog so schwer wie ein großer, vom Fluss glatt geschliffener Stein. Es war der geduldige, blumensichelnde Laut eines Mannes, der darauf wartete zu sterben.“

„Der Name des Windes, die Geschichte von Kvothe, dem berühmtesten Zauberer seiner Zeit. Kote (Kvothe), der Wirt des Wirtshauses zum WEGSTEIN, erzählt einem Chronisten die Geschichte seines Lebens.
Er, Kvothe, war einst berühmt, bekannt als der beste Magier seiner Zeit.  Es finden sich schon so viele Eindrücke, Rezensionen von dem Debütroman des Autors im Netz, so dass ich nicht mehr intensiv und ausgiebig auf den Inhalt eingehen werde. Jeder, der diesem Genre verfallen ist, wird gewisse Erwartungen an das Buch stellen. Und er wird nicht enttäuscht werden.
Die Hauptcharaktere Kote, so nennt er sich zu Beginn des Buches, dem Wirt des Wirtshauses zum WEGSTEIN, zieht den Fantasiefan von Beginn an in den Bann. Eine interessante Charaktere, die der Autor dem Leser nahe bringt, so dass man sich in die Handlung bildlich hineinversetzen kann. Das ist absolut hohe Kunst. Schwierig, einfach mitten drin aufzuhören, denn die Geschichte trägt den Leser und so rate ich dazu, es an einem langen Wochenende zu lesen, … bis einem vor Müdigkeit die Augen zufallen.
„Der Name des Windes“, in etlichen Vorkommentaren auf die Stufe unter anderem von „Herr der Ringe“ gestellt, dem kann ich nur zustimmen.
Die klare und ausdrucksvolle Sprache des Autors, die Tiefe der Handlung, sie zeigen nicht die allseits gleichen Geschichten. Realistisch zeigt er uns die Tragödien des Lebens, Armut, Krankheit, Not und Tod – das alles sehen wir täglich ebenso in unserer medialen Welt. Und doch vergisst der Autor nicht, dass es nicht nur die Kälte, die Gefühllosigkeit oder das Wegschauen von Leid und Kummer gibt, nein er berührt – wie schon zuvor geschrieben – mit seinem persönlichen besonderen Schreibstil – die Herzen, bringt Wärme hinein. Hoffnung auf die Menschlichkeit, Freunde, die dein (sein) Leben bereichern, die Liebe deines (seines) Lebens, die dich (ihn) glücklich macht.
Kote/Kvothe, was würde ich dafür geben, um an diesem einen Abend im Wirtshaus gewesen zu sein, und er „Tinker Tanner“ gesungen hat (S. 45) und nur wenige Stunden später vom Chronisten angesprochen wird. Dieser gibt ihm zu verstehen, dass er ihn erkannt hat als „Kvothe der Blutlose“. „Rotz und Wasser habe er damals in Imre geheult, als Kvothe gesungen hätte. Es war das Schönste, was er je gehört habe (S. 46).
Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Mit jedem Wort, jeder Bewegung, die der Autor mit einer akribischen Liebe zum Detail zu Papier gebracht hat, kann man sich selbst schon beim Reinigen der Tische oder Gläser sehen. Faszinierend.
So dominant der Hauptprotagonist im Buch ist, so wenig nimmt man sämtliche Nebencharaktere wahr.
Fazit:
Das Cover ist ein Hingucker, geheimnisvoll, wie so vieles in der Welt seine Geheimnisse verbirgt.
Spannung pur – gefühlvoll – doch immer wieder erkennt man den roten Faden, der sich durch die Handlung zieht.
An drei Tagen erzählt Kvothe sein vergangenes Leben. Dieses war der erste Tag. Wie lang muss der Leser warten, um zu sehen, wie es weitergeht? Bis Oktober :-)

Anfang und Ende:
“Der Mann hatte leuchtend, ja flammend rotes Haar. Seine Augen blickten dunkel und abwesend, und er bewegte sich mit einer Sicherheit, die sich aus vielfältigem Wissen speiste.
Das Wirtshaus gehörte ihm, wie ihm auch die dritte Stille gehörte. Und das war nur recht und billig so, denn sie war die größte der dreifachen Stille und schloss die anderen ein. Sie war so tief und so weit wie der Spätherbst. Sie wog so schwer wie ein großer, vom Fluss glatt geschliffener Stein. Es war der geduldige, blumensichelnde Laut eines Mannes, der darauf wartete zu sterben.“

Mein Dank an den Klett-Cotta Verlag für dieses Leseexemplar !!


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