Donnerstag, 9. Juni 2011

Rezension (50) Die Frau des Apothekers



Charlotte Sandmann
Die Frau des Apothekers
Historischer Roman
Seiten: 375
Sprache: Deutsch
Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3-423-21281-6
8,95 €

Klappentext:
Hamburg 1898. Die 18-jährige Louise hält es kaum noch aus: Ihr Ehemann Raoul Paquin, ein angesehener Apotheker in den Fünfzigern, ist in den vergangenen Wochen unausstehlich geworden. Er tyrannisiert das Personal in dem Bürgerhaus am Jungfernstieg und hat auch für seine junge Frau kein freundliches Wort mehr übrig. Da wird Paquin eines Morgens rot im Badezimmer aufgefunden. An seinem Hals klafft eine Wunde, er liegt in einer Blutlache. Warum hat sich der verwirrte Mann die Kehle durchgeschnitten? Und warum hat er sich in kurzer Zeit so sehr verändert? Man stellt fest, dass Paquins Körper über lange Zeit vergiftet wurde, und nun beginnen die Spekulationen. Alle im Umfeld des Apothekers scheinen verdächtig. Auch die junge Witwe. Louise übernimmt die Führung der Apotheke, während die Polizei nach dem Giftmörder sucht.
Statement:
„Die Frau des Apothekers“, ein historischer Roman, ein Kriminalfall, der um 1898 in Hamburg spielt. Mit 16 Jahren wurde die Vollwaise Louise mit dem angesehenen Apotheker Raoul Paquin verheiratet. Sie hatte keine andere Wahl, entweder sie musste das Waisenhaus verlassen oder sie heiratete ihn. Der Apotheker unterstützte wohltätige Einrichtungen, so auch das Heim, in dem Louise lebte. Er wurde ihr mehr ein zweiter Vater als ein Ehemann, denn der Apotheker hatte inzwischen die Fünfzig schon überschritten. Louise schätzte ihn und genoss seit der Heirat einen angenehmen Lebensstandard. Auf ihre Art und Weise waren sie beide glücklich miteinander.
Jedoch als Raoul krank wurde, verändert sich nicht nur sein Aussehen, sondern auch sein Wesen. Bösartig war er geworden, voller Hass und Misstrauen. Er tyrannisierte nicht nur seine Frau, sondern das gesamte Umfeld.
Zur damaligen Zeit war es Frauen verboten, eine Ausbildung zur Apothekerin zu machen. Es war Louisas größter Wunsch, doch die Zeit war gegen Frauen.
Frauen der damaligen Gesellschaft gehörten an den Herd, sollten Kinder gebären.
Erst 1899 wurden Frauen zum Universitätsstudium zugelassen.
In „Die Frau des Apothekers“ fließt sehr viel vom Thema Pharmazie mit ein, wissenschaftlich hoch interessant und sehr umfangreich.
Raoul Paquin stirbt und Louisa wird verhaftet. Man unterstellt ihr Giftmord an ihrem Gatten vorgenommen zu haben, da in seinem Körper eine tödlich verlaufende Bleikonzentration gefunden wurde. Für alle steht nunmehr fest, dass sie ihren Ehemann vergiftet hat, um an seinen Reichtum zu kommen.
Viele Spekulationen, die gehässige Verwandtschaft des Apothekers, zur damaligen Zeit (ich schließe die heutige Zeit nicht aus) waren Intrigen nichts Unbekanntes und gehörten zur Tagesordnung. So wird Louise durch den „Verein für Frauen“ gegen ein Ehrenwort aus der Haft entlassen.  Sie übernimmt die Apotheke, doch ihr verstorbener Mann hatte vor kurzem das Testament zugunsten seiner Verwandtschaft geändert.
Fazit:
Ein ausgesprochen interessanter Roman, ein historischer Krimi, der uns wieder einmal die damalige Stellung der Frau vor Augen führt. Frauenrechtlerinnen hatten einen schweren Stand in der Gesellschaft, doch sie gehörten zu denjenigen, die uns Frauen den Weg geebnet haben. 
Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar.


Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...