Montag, 20. Februar 2012

Rezension (141) Die Bestimmung

Veronika Roth
Die Bestimmung
cbt Verlag
480 Seiten
ISBN: 978-3570161319
Original: Divergent
Übersetzer: Petra Koob-Pawis
Erscheinungsdatum: 19. März 2012
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
€ 17,99

Beatrice“, wispert Tori, „du darfst unter keinen Umständen mit jemanden darüber sprechen. Niemals. Egal, was passiert. Eine Unbestimmte zu sein, ist äußerst gefährlich. Verstehst du?“

Altruan – die Selbstlosen.
Candor – die Freimütigen.
Ken – die Wissenden.
Amite – die Friedfertigen.
Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …
Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Test, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…
Statement:
„Die Bestimmung“ von der jungen Autorin Veronica Roth, ist der Auftakt einer hochgelobten Dystopie-Trilogie  (Dystopie = eine Anti-Utopie – in der Literatur eine fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang...)
Unsere Welt, wie wir sie kennen, in der wir leben, existiert nicht mehr. Die Welt, die Stadt von „Die Bestimmung“ ist Chicago, liegt in ferner Zukunft. Diese ist aufgeteilt in fünf Fraktionen – wie oben angeführt.
Hoffnung hatte die Menschheit dazu veranlasst, diese Fraktionen zu gründen, die Menschen aufzuteilen, um endlich in Frieden miteinander leben zu können. Sowie die Heranwachsenden das 16. Lebensjahr erreichen, müssen sie sich einem Eignungstest unterziehen, der aufzeigt, welcher Fraktion sie nunmehr zugeordnet werden.
Doch was passiert, wenn jemand nicht die Entscheidung dieses Testes trägt, in der ihr zugewiesenen Fraktion zu leben? Dies und vieles mehr ist der Stoff zu einer großen Handlung „Die Bestimmung“.
Beatrice wächst bei den „Altruan – Die Selbstlosen“ auf. Diese stellen die wichtigste Fraktion der Welt, die Regierung.
Spoiler S. 8
„Es wird eine Entscheidung fürs Leben sein. Ich werde wählen, ob ich bei meiner Familie bleibe oder ob ich sie für immer verlasse.“
Mit ihren 16 Jahren entscheidet sich die Protagonistin gegen ihr Zuhause und wählt die „Ferox – Die Furchtlosen“. Die Zeremonie, der Test hat bei ihr keine eindeutigen Merkmale für eine Fraktion hervorgebracht. Somit ist sie eine „Unbestimmte, welche allerdings eine Gefahr für die Gesamtheit darstellen.
In locker gehaltenen Sprachstil beginnt „Die Bestimmung“ und macht schon von den ersten Seiten an neugierig auf die knapp 480 Seiten des Buches.  In der Ich-Perspektive von Beatrice geschrieben hat die Autorin eine gute Charaktere geschaffen, deren Weg, ihre Entwicklung allein schon in dem monatelangen Prozedere der Prüfungszeit, von der grauen Maus zur selbstlosen jungen Frau aufzeigt. Mehr sei nicht verraten.
Sehr authentisch und vor allem gut nachvollziehbar sämtliche weiteren Protagonisten, egal ob gut oder böse.
Allein die Tatsache, dass Beatrice ihren langen Vornamen auf Tris ändert, zeigt schon die Veränderung. Und die Tatsache, dass Beatrice sich gegen ihre Fraktion, ihre Heimat Altruan entscheidet und zu den Ferox geht, zeigt ebenfalls die Eigenwilligkeit ihres Charakters, der ihr ein manches Mal Schwierigkeiten bereiten wird. Doch jeder Handlungsstrang ist gut nachzuvollziehen.
Die Geschichte von Beatrice/Tris kann für einige ein Spiegel ihresgleichen sein. Die Handlung von „Die Bestimmung“ spielt in ferner Zukunft, doch finden sich derart viele Themen aus unserer Zeit wieder.
Spoiler – Anfang:
„In unserem Haus gibt es nur einen einzigen Spiegel …
Meine Fraktion gestattet es mir, jeweils am zweiten Tag eines dritten Monats davorzustehen …“
Je intensiver der Leser in die Handlung eintaucht, umso schwieriger wird es, einfach mittendrin aufzuhören. Der Schreibstil verrät die Handschrift einer jungen, aber doch sehr erwachsen wirkenden Autorin. Man darf nicht vergessen, Veronica Roth war gerade 20, als sie während des Studiums mit dem Schreiben dieses Romans anfing.
Ein gutes Grundkonzept, drum herum ein spannendes, unterhaltsames Netz aus Wörtern, Sätzen, ergibt zum Schluss ein Highlight der Jugendliteratur.
Fazit:
Definitiv ein empfehlenswerter Debütroman, ein Muss für alle Dystopie-Fans. Dystopische Geschichten, Highlights wie die „Tribute von Panem“ etc. zeichnen ein negatives Zukunftsbild auf – und nur wir haben es Hier und Heute in der Hand, das diese Fiktion nicht Wirklichkeit wird.
Bei der Umschlaggestaltung wurde auf das Original für die deutsche Version zurückgegriffen. Beifall, denn besser hätte es nicht sein können.
"Die Bestimmung" erhält von mir alle sechs Bucheulen.

Kommentare :

  1. Wow, eine tolle Rezi, die mich auch sprachlich richtig begeistert!
    Liebe Grüße
    Anka

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  2. @ Hi Anka, habe gerade in Ruhe deine Rezi zu dem Buch gelesen - und meine Stöbergrüße dagelassen. Wow - danke, dass du meine Rezi sprachlich gut findest - aber ich finde deine besser :-)
    Liebe Grüße
    Hanne

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***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

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