Montag, 19. März 2012

Rezension (145) Florentine - oder wie man ein Schwein in den Fahrstuhl kriegt


Jutta Wilke
Florentine - oder wie man ein Schwein in den Fahrstuhl kriegt
Illustriert von Patrick Wirbeleit
Gebundene Ausgabe
160 Seiten
Verlag: Bibliographisches Institut, Mannheim; Auflage: 1 (1. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3794161973
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre

Verlagsinfo:
Florentine ist vor allem eines: ziemlich verfressen. Sie macht nicht mal vor Mamas Blumenbeet halt – und weil das mächtig Ärger geben könnte, muss Clemens sie dringend verstecken, am besten bei seinem Freund Erdal. Der Balkon dort ist groß genug, und zwischen acht Geschwistern, dem immermüden Opa und der fernsehsüchtigen Oma fällt Florentine bestimmt nicht weiter auf. Außerdem gibt es bei Erdal garantiert genügend Reste zum Auffuttern. Aber wie, bitte schön, bekommt man ein Schwein in den Fahrstuhl?
Statement:
Clemens-Hubertus, ein normal heranwachsender Junge, lebt mit seinen Eltern in einem Haus mit Garten. Und da steht es nun eines Abends, das Schwein im Garten und frisst Mamas Dahlien. Doch wie so oft, beide Eltern sind so intensiv mit anderen Dingen beschäftigt, dass sie ihrem Sohn nicht richtig zuhören. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Wohin mit dem Schwein Florentine, welches Clemens von nun an überall hinfolgt, selbst bis zur Schule. Was wäre gewesen, wenn Clemens Freund Niklas noch hier wohnen würde? Aber nein, der ist ja weggezogen und somit kommt Clemens auch nicht auf die Schnelle an die Telefonnummer von der NASA. Niklas war ein Weltraumfreak, der hätte die bestimmt sofort gewusst. Jetzt aber wohnte eine Familie mit zwei Mädchen in dem Haus, wo vorher Clemens Freund Niklas gewohnt hatte, Rose und Jasmin.
Aber da ist dann noch Erdal, der in dem Viertel wohnt, wo Clemens gar nicht hin darf. Denn Clemens Mutter ist sehr darauf bedacht, dass Clemens Klavier spielen lernt. Sie selbst hätte das gern als Kind gekonnt.
Nunmehr stellt sich heraus, das Florentine ein entlaufenes Zirkusschwein ist, welches zum Schlachthof sollte.
Erdal wird Clemens neuer Freund, der ihm auch seine große Familie näher bringt und was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Letztendlich landet Florentine in der Wohnung der türkischen Familie, wo das Schwein auf dem Balkon im siebten Stock versteckt wird. Doch wie kommt es in den Fahrstuhl?
Für kurze Zeit gerät das Leben der Familien aus ihrem normalen Alltag. Clemens-Hubertus schwänzt selbst den Klavierunterricht bei dem alten Lehrer Alfons Birnsack, der am Ende der Geschichte eine wichtige Rolle des Abenteuers der Hauptdarsteller Clemens, Erdal und Florentine spielt.
Was bitte spielen die Computerdiebstähle in der Firma von Clemens Vater eine Rolle bei dem Abenteuer?
Wie sich dann alles noch zum Guten wendet, welche Rolle Erdals großer Bruder in der Geschichte spielt, was zum Schluss mit Florentine, dem dressierten Zirkusschwein passiert, lest selbst.
Fazit:
Welche Kriterien spielen eine wichtige Rolle beim Kauf eines Kinderbuches wie z. B. für „Florentine oder wie man ein Schwein in den Fahrstuhl kriegt“? Sicherlich zum einen der Geschmack bzw. das Interesse des Kindes – sowie der Eltern, zum anderen hängt es auch davon ab, wie weit der Entwicklungsstand des hier empfohlenen Lesealters – ab 9 Jahre – dem des Kindes entspricht.
Sicherlich weckt der Titel schon die Neugier, das großartig illustrierte Cover tut sein übriges. Die Autorin Jutta Wilke, konnte in diesem Buch ihren persönlichen Erfahrungsschatz in der Umgangssprache mit Kindern einbringen. Dies ist natürlich zum Vorteil, um eben auch die gewünschte Zielgruppe auf das Buch zu lenken.
Doch geht es hier wirklich nur um Florentine?
Zum einen ja, aber mehr doch um Clemens-Hubertus. Denn er ist derjenige, der eine enorme Entwicklung in der ganzen Geschichte durchmacht. Kapitelweise immer mehr ein bisschen erwachsener, zu sehen und zu erleben, wie das Leben heute so ist.
Freundschaft, Vorurteile, der kindliche Alltag, der Alltag gestresster Eltern, es gibt so viel mehr, was dieses Buch dem Leser vermittelt.
Mit lebendigen Worten findet der Leser schnell Zugang zu der Geschichte, die genau im richtigen Moment ihren Abschluss findet.
Das ansprechende Cover und die Zeichnungen innerhalb der Texte haben mir gut gefallen. „Das Kind im Manne“, könnte man zu dem Illustrator Patrick Wirbeleit sagen
„Florentine – oder wie man ein Schwein in den Fahrstuhl kriegt, ein empfehlenswertes Kinderbuch, welches sich gut zum Vorlesen u. a. auch im Schulunterricht eignet. Es regt zum Nachdenken an, gerade auch bezgl.  des Verhaltens zu Menschen / Kindern mit Migrationshintergrund.
Bewertungshintergrund:
Ausschlaggebend für die Bewertung meinerseits waren die Aussagen von Kindern, mit denen ich das Buch gelesen habe und  das Ende kritisierten. Das fanden sie nicht so gut. Obwohl spannend geschrieben, war es ihnen eine zu einfache Lösung.

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