Freitag, 6. April 2012

Rezension (153) Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel

Holly-Jane Rahlens
Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel
Broschiert
432 Seiten
Verlag: Wunderlich (9. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3805250160
EUR 14,95
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

Der Verlag schreibt:
Man schreibt das Jahr 2264.
Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist ausgestorben. Die Geburtenrate ist gefährlich gesunken. Der junge Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die inzwischen tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu übersetzen. Öde, findet er. Und albern. Doch dann ist er zunehmend fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird.
Schließlich soll Finn in einem Virtual-Reality-Spiel in der Zeit zurückreisen, um das Mädchen zu treffen. Ohne es zu wissen, wird er damit zum Versuchskaninchen der Spieleentwickler. Warum schicken sie ausgerechnet ihn, den Fachmann für tote Sprachen, in die Zeit kurz vor Ausbruch der Großen Epidemie? Und was ist das für ein sonderbares Gefühl, das ihn überkommt, wenn er der jungen Frau begegnet?
Bald muss Finn sich entscheiden – für die Liebe oder für die Zukunft ...
Autoreninfo:
Holly-Jane Rahlens kam nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Theater Arts aus ihrer Heimatstadt New York nach Berlin.
Mit Funkerzählungen, Hörspielen und Solo-Bühnenshows machte sie sich dort in den achtziger und neunziger Jahren einen Namen. Außerdem arbeitete sie als Journalistin, Radiomoderatorin und Regisseurin.
Ihr Jugendbuch «Prinz William, Maximilian Minsky und ich» (2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet) kam 2007 in einer Drehbuchadaption der Autorin ins Kino.
Holly-Jane Rahlens lebt heute mit Mann und Sohn in Berlin-Charlottenburg.

Statement:
Der 26-jöhrige Finn Nordstrom ist Historiker und Sprachwissenschaftler. Er lebt im Jahre 2264, die ganze Welt hat sich verändert, vor allem durch den Dark Winter. Das Zeitalter des Dark Winter wird den Leser die Handlung durch begleiten, denn Finn erhält den Auftrag, ein Dokument, das Tagebuch eines Teenagers aus dem Jahre 2003 zu übersetzen. Er, Finn, ist spezialisiert auf tote Sprachen. Sämtliche uns geläufige Sprachen gibt es in seinem Zeitalter nicht mehr. Deutsch gehört zu eben einer dieser toten Sprache.
Innerlich noch angeschlagen durch den Verlust seiner Eltern und seiner beiden Geschwister, nimmt er den Auftrag trotzdem an, denn er ist ja nicht umsonst Spezialist für die Entschlüsselung handschriftlicher Texte in Deutsch und Englisch. Er ist ebenso auch ein hoch qualifizierter Jung-Historiker für die Zeit vor dem Dark Winter, das Jahr 2018.
Die Tagebuchschreiberin ist gerade einmal 13 Jahre, als Finn nunmehr ihr erstes Buch übersetzt. Doch je intensiver er sich damit befasst, umso mehr hat er das Gefühl, die Vertrautheit einer Verbindung zu ihr.
„Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel“ spielt im heutigen Nordamerika und Europa, vor allem in Berlin bzw. Greifswald, welches auch noch in 250 Jahren so heißt.
Etwas irritiert durch die Dialoge stellt sich heraus, dass in der Zukunftszeit in der 3. Person Singular gesprochen wird. Negativ? Nein, im Gegenteil, absolut passend zur Handlung, und wahrscheinlich auch für die ferne Zukunft. Man gewöhnt sich schnell daran und irgendwie passt diese Form exakt zum ganzen Inhalt.
Machen Sie doch einmal den Selbstversuch und sprechen in der 3. Person. Es hört sich im ersten Moment lustig an, aber wer weiß schon genau, was die Zukunft uns bringt.
„Everlasting“ fällt für mich nicht direkt in die bisher von mir gelesenen Dystopiebücher, es ist irgendwie anders – schwierig wirklich gute Worte dafür zu finden.
Die Geschichte besitzt ihre eigene Mischung einer Zukunftsvision.
Alles, was für uns heutzutage als normal erscheint, wird sich später als schwierig herausstellen (hier im Buch meine ich).
Im rasenden Tempo, voller Informationen des Zeitalters, teils sehr sehr detailliert beschrieben, hat man manchmal das Gefühl, tempo(-lese)mäßig nicht mithalten zu können. Doch spätestens ab dem Zeitpunkt, als Finn angeboten wird, Testperson eines neuen Virtual Reality Spiels zu werden, entspannt sich die Lage.
Tief durchatmen …
Erwähnt muss auf jeden Fall, dass im Jahr 2264, in der Everlasting spielt, Gefühle nicht bekannt, unerwünscht sind.
Liebe, was ist Liebe?
Menschen werden geklont, es gibt überall Roboter, doch da sind auch noch die Forester. Diese haben sich das Alte bewahrt, leben nicht mit der High Technik, hier finden sich letztendlich viele Antworten auf Fragen (mehr sei nicht verraten).
Zurück zu dem Virtual Reality-Spiel. Zusammen mit Rouge, seiner Mitbewohnerin, nicht seine Gefährtin, begibt sich Finn ins erste Spiel. Eine Reise nach Berlin, in das Zeitalter Elianes, dem Tagebuchmädchen.
Originell der „Landeplatz“ der beiden Zeitreisenden; denn das ist es schließlich, das Spiel – eine Zeitreise. Ein manches Mal musste ich wirklich herzhaft lachen. Möchten Sie mit dem Gesicht in einer Kloschüssel landen?! – Nicht wirklich, oder?
Finn werden weitere Tagebücher zum Entschlüsseln angeboten, zur Verfügung gestellt, jeweils mit der verlockenden Aussicht auf ein weiteres Spiel – eine weitere Zeitreise.
Die Verbindung zwischen Finn und Eliana ist spürbar, das da mehr auf den Leser zukommen wird, was es mit den beiden letztendlich auf sich hat. Der eine oder andere hat eine Vermutung, Vorahnung, was am Ende dabei herauskommt, werde ich allerdings nicht schreiben. Es hat mich nicht überrascht, ich hatte es mir irgendwie auch so gewünscht.
Welche Rolle dabei Rouge spielt und auch Finns Freund, der Forester Raoul, nicht zu vergessen Renko, die Antwort bleibe ich schuldig.
Spoiler:
S. 389 „Ein Leben ohne sie ist wie ein falsches Leben im richtigen.“
(Renko, Renko, da hast du dich ja ganz schön verraten!)

Die Autorin hat jede Charaktere unbeschreiblich gut und lebendig beschrieben, dass man sie förmlich spüren konnte
Diese Rezension könnte noch unendlich weiter ausgeführt werden, doch das würde den Rahmen sprengen.
Spoiler:
S. 402 „Als könnte ich dich für immer und ewig umarmen.“
Everlasting – besitzt:
1.      eine gefühlvolle, sehr berührende Liebesgeschichte, die man so nicht vermutet hätte
2.      eine wundervolle Story, man mag das Buch einfach nicht aus der Hand legen
3.      Eine spannende, aber auch unterhaltsame Handlung
4.      „Everlasting“ sorgt für so manchen Überraschungsmoment
5.      Was für ein Plot! Jedes Verlegerherz sollte vor Freude zig Luftsprünge machen, dieses Buch in seinem Programm aufnehmen zu dürfen
6.      Sehr individuelle Charaktere
7.      Ein Cover, hinter dem man so eine wahnsinnig tolle Story nicht vermutet

Diese Leserin könnte noch zig weitere Punkte aufführen …
Schnappt euch das Buch und lest selbst.
Ich (die Leserin) wünscht sich keine Fortsetzung, so dass die letzten kleinen Geheimnisse von Everlasting nicht entschlüsselt werden und die Faszination einmalig bleibt.
Ich bin wirklich sehr gespannt, was wir in Zukunft von der Autorin noch erwarten können.

Von mir gibt es die Höchstwertung – sechs Bucheulen.
(Vielen Dank an den Verlag für dieses Wahnsinns-Leseexemplar)

Kommentare :

  1. Jetzt hast du mich richtig neugierig gemacht und das obwohl ich unten nur die Stichpunkte gelesen habe :-) Ich werde das Buch aufjedenfall als nächstes anfangen.

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  2. :-) Ich wünsche dir viel Lesevergnügen, hatte dir das auf deinem Blog auch schon geschrieben.
    Liebe Ostergrüße Hanne

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  3. Hallo meine Liebe!

    Schon wieder ist ein Buch auf meiner Wunschliste gelandet (nach dieser Rezension musste das einfach sein).

    Schöne Ostertage wünsche ich dir!

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    1. tut mir wirklich leid :-(((( aber danke für das Kompliment
      Ich wünsch dir auch schöne Ostertage
      LG HANNE

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    2. Ich kann förmlich das Grinsen auf deinem Gesicht vor mir sehen - das klingt aber soooo toll.

      Nochmals liebe Osterwünsche!

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  4. Das Buch hört sich ja wirklich toll an. Muss ich vielleicht auch mal lesen. Ich schreibs mal auf meine Wunschliste.

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  5. Das klingt interessant und landet auf meiner Wunschliste .. *seufz* ich hätte nie wieder anfangen dürfen, zu lesen ...

    lg anja

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    1. Hallo Anja, vielen Dank dass du den Weg zu mir gefunden hast :-) Das Buch wird bei mir zu den Top 10 gehören
      Liebe Ostergrüße Hannelore

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***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

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