Freitag, 3. August 2012

Rezension (184) Die Mechanik des Herzens


Mathias Malzieu
Deutsche Erstausgabe
Paperback, Klappenbroschur
192 Seiten
Verlag: carl's books
Originaltitel: La Mécanique du Coeur
Originalverlag: Flammarion, Paris 2007
Aus dem Französischen von Sonja Finck
ISBN: 978-3-570-58508-5
€ 12,99







Verlagsinfo:
Ein Märchen für Erwachsene – über die Liebe
Am 16. April 1874 hat eine unnatürliche Kälte Edinburgh fest im Griff. Es ist der Tag, an dem ich auf die Welt komme. Das Erste, was ich sehe, ist Doktor Madeleine – eine Hebamme mit einer besonderen Leidenschaft: Sie repariert Leute. Sie tastet meine winzige Brust ab und wirkt beunruhigt: »Sein Herz ist hart, ich fürchte, es ist gefroren.« Sie stöbert auf einem Regal herum und nimmt verschiedene Uhren zur Hand. Mit einem Ohr lauscht sie meinem defekten Herzen, mit dem anderen dem Ticken der Uhren. »Diese hier!«, ruft sie plötzlich freudig und streicht zärtlich über eine alte Kuckucksuhr. Madeleine setzt mir die Uhr vorsichtig ein und zieht sie auf. »Tick, tack«, macht die Uhr. »Bubumm«, antwortet mein Herz. Ticktack. Bubumm. Ticktack. Bubumm. Jeden Morgen muss jetzt meine Uhr aufgezogen werden, sonst hat endgültig mein letztes Stündlein geschlagen. Und noch etwas muss ich bedenken: ich darf mich niemals verlieben, sonst könnte mein Uhrwerk verrückt spielen.

Ein phantastisches Kunstmärchen mit überbordenden Bilderwelten.
Buchanfang:
Erstens: Rühr deine Zeiger nicht an!
Zweitens: Zügle deinen Zorn!
Drittens: Verschenke niemals dein Herz – an niemanden!
Denn sonst wird der Stundenzeiger deiner Uhr sich dir durch die Haut bohren, deine Knochen werden bersten, und die Mechanik deines Herzens wird für immer stillstehen.
Statement:
Vor etlichen Monaten wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Das Cover fiel sofort ins Auge, die Kurzbeschreibung interessierte und insofern war der Buchkauf vorprogrammiert.
Die Erwartungshaltung war sehr hoch, doch lest selbst.
Ein phantastisches Märchen erwartet den Leser, ein Märchen über die Macht der Liebe – so der Verlag.
Es geht aber nicht nur um die Liebe zweier Menschen, sondern auch um die Mutterliebe. Um das Zulassen von Nähe, aber auch um das Loslassen.
"Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel."

Aoril 1874 in Edinburgh. Es soll der kälteste Tag aller Zeiten sein, so steht es geschrieben. Am 16. April wird Jack, Protagonist der Geschichte „Die Mechanik des Herzens“ geboren, hoch oben in dem alten Haus von Doktor Madeleine, von Beruf Hebamme. Aber sie hat noch ein besonderes Hobby: sie repariert Menschecn. Nach der Geburt von Jack stellt Doktor Madeleine fest, dass dieser kein normales Herz besitzt, normal schon, aber es ist gefroren.
Die junge Mutter möchte nichts mit ihrem neugeborenen Sohn zu tun haben und läßt Jack in der Obhut von Madeleine. Diese findet in ihrer Werkstatt eine passende Uhr als Ersatzherz – eine Kuckucksuhr.
Ticktack. Bubumm. Ticktack. Bubumm. (S. 16)
Ab und an erhält Doktor Madeleine Besuch von Leuten, die keine eigenen Kinder bekommen können. Kinder, die von ihren Müttern bei Madeleine zurückgelassen werden, umsorgt diese fürsorglich und gibt sie dann ab. Nur Jack will niemand, er ist eben anders.
Jack ist Madeleines ein und alles. Nie hatte sie selbst Kinder bekommen. Als er älter wird und zur Schule will, trifft er dort auf das Mädchen Acacia und ist von ihrer Stimme verzaubert. Bis zu diesem Zeitpunkt verlief das Leben von Jack ganz normal.
Die Worte auf der Schiefertafel über seinem Bett kann er auswendig, sie haben sich in sein Gedächtnis eingebrannt (- Buchanfang). Doch von dem Tag an, als er Acacia sieht und hört, gibt es kein Halten mehr.
Jahre später macht sich Jack auf den Weg nach Andalusien, denn dort soll Miss Acacia nunmehr leben. Seit ihrem ersten Aufeinandertreffen kann er sie nicht vergessen. Sie hat sein Herz erobert und er muss/will sie wiedersehen. Unterwegs trifft Jack auf den Uhrmacher und Magier Georges Méliès, der ihn von da an auf den Weg nach Andalusien begleitet.
Soviel zum Inhalt des 188 Seiten umfassenden Buches.
„Die Mechanik des Herzens“ ist eine Geschichte, auf die man sich einlassen kann, aber nicht muss. Es ist ein Fantasiemärchen, welches durch den wahren Wortschatz des Autors eine wahre Bilderflut im Kopf erzeugt, dann wiederum wird der Leser durch die dumpfe Melancholie aufgeschreckt. Die Romanze zwischen Jack und Miss Acacia hat der Autor teils sehr berührend, aber auch – bedingt durch das Auftauchen seines ehemaligen Widersachers aus der Schule Joe – düster und traurig.
Das Ende war mir einfach zu abrupt gewesen, irgendwie enttäuschend.
„Ein literarischer Meilenstein wie Der Zauberer von Oz.“ – Publisher Weekly – so steht es auf dem Buchcover – meiner persönlichen Meinung nach nicht.
Ich bevorzuge da doch lieber „Der kleine Prinz“ oder „Der Alchimist“.
Doch kann man diese Bücher so miteinander vergleichen? Ich weiß es nicht, denn noch zweifele ich – an mir selbst.
 Sicherlich, denn „Die Mechanik des Herzens“ geht schon in die Richtung Steampunk.
Mag ich das Buch nicht wirklich oder ist es das Cover, in welches ich mich total verguckt habe?
Mein erster Gedanke, nachdem ich „Die Mechanik des Herzens“ zuende gelesen hatte, galt einem anderen Buch, welches ich im letzten Jahr gelesen habe.
... TickTack ... TickTack ... und definitiv hat das Buch einen höheren Stellenwert in meinem inneren Leseregal als „Die Mechanik des Herzens“. Tut mir wirklich leid!
Doch -  irgendwie hat das Buch sich doch klammheimlich eine klitzekleine Ecke in meinem Leseherz erobert.
Mit dem Preisleistungsverhältnis bin ich nicht zufrieden, denn wenn ich für ein knapp 190 Seiten umfassendes Buch   € 12,99 ausgebe, erwarte ich mehr.

Ich vergebe 3 Bucheulen.

Kommentare :

  1. Tolle Rezi!

    Schade, dass das Buch dir nicht voll überzeugen konnte. Kann deine Erwartung bei dem Preis aber durchaus nachvollziehen.

    LG
    Lilly

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    1. Danke für deinen Kommentar - ja leider, ich hatte mir mehr davon versprochen. Mir ist letztendlich das Preis-Leistungsverhältnis aufgestoßen
      LG HANNE

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  2. Tolle Rezi!
    Schade, dass ich das Buch nicht überzeugen konnte, hab bisher nur positives davon gehört.

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    1. Ich habe ansich auch nur positives gelesen - und ich hab es ja n icht schlecht geschrieben, sondern einfach mal meinen persönlichen Eindruck geschrieben
      LG HANNE

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***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

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