Donnerstag, 16. August 2012

Rezension (188) Ein besonderer Junge



Philippe Grimbert
Taschenbuch: 180 Seiten  
Verlag: dtv
 (1. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423249218
EUR 14,90



Verlagsinfo:
Paris, Anfang der siebziger Jahre. Louis, ein Außenseiter und Träumer, entdeckt an der Universität eine Anzeige: Gesucht wird ein Student für die Betreuung eines besonderen Jungen. In der Normandie, in einer Ferienvilla am Meer, trifft Louis zum ersten Mal auf Iannis und dessen Mutter Helena. Iannis ist außergewöhnlich schön, höchst empfindsam, jedoch völlig verschlossen und spricht nicht. Helena schreibt erotische Geschichten, trinkt gerne Whisky und beginnt Louis bald zu umwerben. Louis, unsicher, verwirrt und doch neugierig, ahnt, dass sich sein Leben nun ändern muss.

Buchanfang:
Suche motivierten jungen Mann für die Betreuung eines besonderen Jugendlichen während eines Aufenthalts mit seiner Mutter in Horville (Calvados).
Statement:
Die Handlung des Buches „Ein besonderer Junge“ spielt Anfang der 70er Jahre in Frankreich. Louis, Student in Paris, stößt beim Studieren der Stellenanzeigen auf die Anzeige und ist neugierig. Denn auch Louis ist irgendwie ein „besonderer“ junger Mann, schüchtern, zurückhaltend. Er hat so gut wie keine Freunde und während andere Jungen in seinem Alter schon Liebesbeziehungen zu Mädchen haben, ist das bei ihm nicht so. Da ist dann noch der Ort Horville, vergessene Kindheitserinnerungen werden in Louis wach. Nach einem Gespräch mit dem Vater des „besonderen“ Jungen steht es fest, er erhält den Job, die Betreuung des besonderen, behinderten Iannis und wird mit ihm und seiner Mutter den Sommer in Horville verbringen. Iannis steht auf der Warteliste eines Heims, die Mutter braucht Unterstützung für Iannis, damit sich an ihrem Roman weiter schreiben kann.
Das Eintauchen in die Geschichte mit einem ernsten Thema, die Sprache des Autors nimmt den Leser gefangen. In „Ein besonderer Junge“ geht es nicht nur um den autistischen Iannis, weit mehr, denn der Autor hat die Kindheitserinnerungen von Louis mit einfließen lassen. Dies sehr deutlich in seiner Sprache von dem Erwachsenwerden und dem Anderssein.
Mit Horville verbindet Louis nicht nur seine jährlichen Sommerferien mit den Eltern, nein, da gab es auch noch Antoine.
Während seines Aufenthaltes in Horville, dem Leben mit Iannis und der Mutter, die ebenfalls anders ist als andere, den Erinnerungen an frühere Zeiten, tragen all diese dazu bei, dass Louis sich mit sich selbst auseinandersetzt.
„Ein besonderer Junge“, ein 180 Seiten umfassendes Buch, eine Lektüre, die zum Nachdenken anregt, u. a. auch was den Umgang mit behinderten Menschen betrifft.
Ein Buch, welches sich gut lesen lässt, leider aber doch ziemlich schnell endet. Schade.
„Ein besonderer Junge“ erhält meine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Spoiler S. 49
Ich war eingeschlafen und in einem Albtraum versunken, der so düster und klar war wie das Meer, auf das ich zuging. Plötzlich tauchte ich auf den tiefsten Grund der aufgewühlten See, wo in einer Wolke aus schimmernden Luftblasen ein Schatten erschien. Dieser Schatten verfolgte mich des Nachts: Seit Jahren träumte ich von ihm. In der einen oder anderen Gestalt schlich er sich immer wieder in meine weit zurückreichenden Albträume ein.

Ich vergebe "Fünf schwebende Bücher" - neues Logo.
 

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