Mittwoch, 29. August 2012

Rezension (200) ♥♥♥ Der Stoff, aus dem die Liebe ist ♥♥♥


Die 200. Rezension widme ich dem Buch
 ♥♥♥ Der Stoff, aus dem die Liebe ist ♥♥♥

Es gibt Gründe, aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Nehmt es einfach so hin.



Isabel Wolff
Der Stoff, aus dem die Liebe ist
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: rororo (1. Dezember 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3499252860
€ 9,95


Jedes Kleid hat ein Geheimnis. Jede Frau auch.
Endlich ist Phoebes großer Traum wahr geworden: Sie hat einen Laden für Vintage-Mode eröffnet. Jede der rauschenden Abendroben erzählt eine Geschichte. Und nichts macht Phoebe glücklicher, als das richtige Kleid für die richtige Frau zu finden. Doch noch immer überschattet ein schreckliches Ereignis ihr Leben. Damals hat sie nicht nur ihre große Liebe verloren, sondern auch die beste Freundin – für immer. Erst als Phoebe die Französin Thérèse kennenlernt, findet sie die Kraft, sich der Vergangenheit zu stellen. Denn die alte Dame weiß, was Schuld bedeutet …
Autoreninfo:
Isabel Wolff, in Warwickshire geboren, studierte in Cambridge Literatur. Sie arbeitete lange Jahre als Journalistin für die BBC. Ihre Romane wurden in 23 Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in London.


„Der Stoff, aus dem die Liebe ist“ erzählt die Geschichte einer Frau, die ihren gut bezahlten Job im Auktionshaus Christie aufgibt, sich mit einem Vintage-Mode-Laden selbstständig macht und binnen weniger Monate das Geschäft sich gut entwickelt hat.
Doch hinter der Geschichte des Buches steckt weitaus mehr als die der Geschichten, die die Kleider erzählen. Hier geht es um Phoebe, die nach dem tragischen Tod ihrer Freundion wieder zu sich selbst finden muss. Sie trennt sich von ihrem Verlobten Guy, den sie über Emma kennengelernt hat und ihn nunmehr verantwortlich macht, dass Phoebe für Emma im entscheidendsten Moment nicht da war.
Verlust, Schmerz, Schuldgefühle, ein Trauma, aus dem Phoebe sich nunmehr befreien muss.
Die Geschichte nimmt eine interessante Wendung, als sie Thérèse trifft, eine alte Dame, die sich am Ende ihres Lebens von den vielen Kleidern ihres Lebens trennen will. Doch es gibt ein Teil, welches für Thérèse von emotionaler Bedeutung ist und davon sich nicht trennen wird – einen selbstgenähten blauen Kindermantel.
Die beiden Frauen kommen sich näher, spüren, dass jede von ihnen etwas belastendes mit sich trägt.
„Der Stoff, aus dem die Liebe ist“, geschrieben in der Ich-Erzählform von Phoebe, kein Liebesroman, wie man es anhand des Covers vermuten könnte.
Thérèse und Phoebe, zwei Frauen, von Schuldgefühlen geplagt. Die eine trägt diese schon seit dem Zweiten Weltkrieg mit sich, als sie ihrer Meinung nach ihre beste Freundin, eine Jüdin, wegen einer Verabredung mit einem Jungen in Stich gelassen hatte. Phoebe ergeht es ähnlich und mit dem Bruch ihres Verlobten hofft sie, sei es nun getan. Hinzu kommt die Scheidung ihrer Eltern. Ihr 62-jähriger Vater hat eine neue Beziehung und ist nunmehr Vater eines kleinen Jungen, Phoebes Halbbruder. Sie liebt ihn, doch mit der neuen Frau hat sie ein Problem. In Phoebes Augen ist diese eine Karrierefrau und der Vater nur der „alte“ Babysitter. Diese wenigen Episoden sind gut in die Handlung eingebaut, ebenso die teils sehr hysterisch wirkende Mutter von Phoebe.
Spoiler S. 47
Ich wache immer in den frühen Morgenstunden auf. Ich brauche gar nicht auf die Uhr  zu sehen, denn ich weiß, wie spät es ist – zehn vor vier. Seit sechs Monaten wache ich jede Nacht um zehn vor vier auf. Mein Hausarzt sagt, es sei stressbedingte Schlaflosigkeit, aber ich weiß, dass es nicht am Stress liegt. Es sind Schuldgefühle.

Die persönliche Geschichte um den blauen Kindermantel, vor allem die Gespräche der beiden Frauen machen Phoebe klar, dass es alles so sein sollte.
Die Wege sind uns vorherbestimmt, wir lenken nur ihre Richtung.
Egal, wie Thérèse sich damals entschieden hätte, wer kann die Frage beantworten, ob sie ihre Freundin Monique vor der Deportation retten können.
Spoiler S. 424
„Ich hebe ihn seit fünfundsechzig Jahren auf, und ich werde ihn aufheben, bis ich sterbe.“

Egal auch, dass Phoebe an dem besagten Abend Guy den Vorzug gab und nicht zu Emma trotz ihres „Hilferufes“ fuhr, so wie sie es ansich vorhatte.
Es war Emmas Entscheidung gewesen, an diesem bewussten Abend so zu handeln.

Zwei neue Männer bestimmen den weiteren Weg von Phoebe, sie balanciert hin und her. Der ältere Miles mit seiner 16-jährigen Tochter, die ihren reichen Vater nur so um den Finger wickelt und dieser ihr alle Wünsche erfüllt, egal wie teuer sie sind.
Und Dan, der Reporter, immer wieder taucht er auf und am Ende des Buches sorgt er beim Leser für eine Überraschung.

„Der Stoff, aus dem die Liebe ist“ bietet aber mehr als nur die Geschichte um Phoebe und Thérèse, bzw. Emma. Rundum hat die Autorin mit ihrer Idee, der Vintage-Mode, der Modedesigner oder auch der Geschichte um Madame Grés etwas wirklich Besonderes geschrieben.
Hier war wirklich gründliche Recherche Voraussetzung, um all das Wissen rund um die Vintage-Mode so ausdrucksstark zu beschreiben.

Cover und Buchtitel passen überhaupt nicht zusammen, schade!
Hier hätte man mit etwas mehr Einfühlungsvermögen ein Cover schaffen können, dass zum Inhalt gepasst hätte.

Vintage ist In!

Fazit:
„Der Stoff, aus dem die Liebe ist“ hat mich berührt, es lässt sich flüssig lesen, auch wenn es einen ernsten Hintergrund hat. Leseempfehlung, denn es gibt sie auch, die heiteren, beschwingten Momente, die gerade beim Lesen auch so wichtig sind.

 Ich vergebe VIER schwebende Bücher und eine kleine lachende Sonne


Kein Label "Verlagsbuch" - ich habe mir das Buch selbst gekauft.

Kommentare :

  1. Das ist auch genau meine Meinung: Das Cover passt nicht zum Inhalt des Buches und der Titel verheißt dem Leser auch etwas anderes. Doch das heißt nicht, dass mir der Roman nicht gefallen hat. Im Gegenteil: er hat auch mich berührt!

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  2. Das ist auch genau meine Meinung: Das Cover passt nicht zum Inhalt des Buches und der Titel verheißt dem Leser auch etwas anderes. Doch das heißt nicht, dass mir der Roman nicht gefallen hat. Im Gegenteil: er hat auch mich berührt!

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