Mittwoch, 5. September 2012

Rezension (204) Der ungeladene Gast [Sadie Jones]



Sadie Jones
Der ungeladene Gast
Gebundene Ausgabe
320 Seiten
(3. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421045553
Originaltitel: The uninvited guests
19,99








Eine stürmische Nacht, ein rauschendes Fest und ein Geheimnis, das nie hätte ans Tageslicht gelangen dürfen

„Und Mylords Tafel ist so wohlbestellt,
um selbst am Styx die Geister zu versuchen.“
Lord Byron, Don Juan

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Es war der letzte Tag im April 1912, der Tag vor Emerald Torringtons zwangzigsten Geburtstag.
Ihre Familie, das war ihre Mutter Charlotte, der neunzehnjährige Bruder Clovis, ihr Stiefvater Edward Swift und das dritte Torrington-Kind Imogen (Smudge) leben auf dem hoch verschuldeten Sterne-Anwesen. Edward Swift arbeitet als Anwalt in Manchester, aber trotz aller Bemühungen muss er sich nunmehr von einem windigen Geschäftsmann Geld leihen, um Sterne vor der Versteigerung zu retten.
Der Handlungszeitraum umfasst 24 Stunden und beginnt an diesem Morgen mit dem gemeinsamen Frühstück, allerdings ohne die kleine Schwester.
Danach reist Edward ab.
Während Emerald durch den Garten streift, schweifen ihre Gedanken zurück, bis sie ihre kleine Schwester entdeckt. Smudge, ein unscheinbares Kind, geliebt, verhätschelt, dann wiederum vergessen.Ein Kind, was gewohnt war, sich selbst zu beschäftigen.

Sadie Jones hat es mir ihrer Sprache, ihrem Schreibstil sowie den ausführlichen und detaillierten Beschreibungen jeweiliger Szenen, egal ob es die Beschreibung der Reitbekleidung von Emerald ist oder das veranstaltete Chaos in der Küche, mit „Der ungeladene Gast“ ein lesenswertes Buch geschrieben. Es braucht nicht lange und man fühlt sich selbst mitten in die Geschichte hineinversetzt.

Für den Abend ist ein Dinner geplant und Emeralds Freundin aus den Kindertagen war mit dem Zug unterwegs. Doch zuvor wollen Emerald und ihr Bruder Clovis noch ausreiten.  Erst gegen siebzehn Uhr werden die ersten Gäste erwartet. Robert, der schon zu Lebzeiten des verstorbenen Horace Torrington auf Sterne arbeitet, sowie Clovis fahren mit der Kutsche Emeralds Freundin abholen. Als sie nunmehr zurückkehren, in ungewohntem Eiltempo, müssen die Daheimgebliebenen erfahren, dass auf der Nebenlinie ein Zugunglück passiert ist. Emeralds Freundin ist wohlbehalten angekommen, denn ihr Zug fuhr nicht auf der Nebenlinie. Anstatt der angekündigten Mutter ist nunmehr Patience Bruder mitgekommen.

Ebenso war zu der Gesellschaft John Buchanan geladen. Er ist der Sohn des Pächters und an ihn hatten sie vor einem Jahr die größte Farm verkauft, da das Geld benötigt wurde.

Emeralds geplante Geburtstagsfeier wird durch das Zugunglück auf der Nebenlinie für den Moment zur Nebensache, denn die Familie soll Überlebende – Passagiere der Dritten Klasse – aufnehmen, was den Menschen auf Sterne einiges abverlangt.
Und dann taucht noch dieser unheimliche Mann auf, ein Passagier mit einem First-Class-Ticket, Traversham-Beechers.
Charlotte, Emeralds Mutter, und auch die Haushälterin Florence, es spricht vieles dafür, dass sie ihn kennen.
Mit Ankunft der Reisenden an diesem Vorabend verändern sich die Dinge, eine Katastrophe bahnt sich an. Ein Modergeruch zieht durch das Haus, und allem voran Traversham-Beechers, der alle Anwesenden in seinen Bann lockt.
„Der ungeladene Gast“, geschrieben in der Dritten-Person ist ein Mix aus dem Genre Geister- und Mysterie, verpackt in das snobistische Leben des englischen Landadels.

Jede Charaktere in „Der ungeladene Gast“ ist von Sadie Jones klar beschrieben. Wer anfänglich glaubt, es handele sich nur um egoistische, nach außen hin oberflächlich wirkende Personen, wird am Ende (vielleicht) seine Meinung ändern.
Hervorheben möchte ich allerdings das jüngste der drei Torrington-Kinder, auch wenn die Handlung rund um Emeralds Geburtstag aufgebaut ist.
Smudge, besser Imogen Artemis Torrington, das Kind im Hintergrund, aber sie ist diejenige, die am Ende für eine Überraschung sorgt.

Fazit:
„Der ungeladene Gast“, ein unterhaltsames Buch und für mich das erste von der Autorin Sadie Jones. Die Art und Weise, wie die Autorin ihre Idee umgesetzt hat, doch ich war positiv überrascht. Man möge sich von dem Cover nicht irre führen lassen. Meiner Meinung nach passt es ausgezeichnet, denn selbst die Frau von hinten betrachtet besitzt eine Ausstrahlungskraft, zeigt Würde und Stolz.
Das Buch besitzt seine eigene Atmosphäre, ein Hauch von Mysterie, Geister, die kommen und gehen, das Übernatürliche, ein Spritzer Ironie durfte auch nicht fehlen, aber den finden Sie bitte selbst heraus.
Ich gebe meine volle Leseempfehlung.



Vielen Dank an den Verlag DVA für das Vorab-Leseexemplar.

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