Sonntag, 6. Januar 2013

Rezension (244) Die Fremde am Meer


© Cover von Verlagsseite


Linda Olsson
Die Fremde am Meer
Originaltitel: The kindness of your nature
Aus dem Englischen von Almuth Carstens
Deutsche Erstausgabe
Taschenbuch – Broschur
256 Seiten
ISBN: 978-3-442-74473-2
€ 9,99

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Gelesen September/Oktober 2012
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 Bereits Ende September hatte ich euch in einem Post von diesem besonderen Buch berichtet.  
("Das Buch "Die Fremde am Meer" hat mich schon von den ersten Seiten an derartig gepackt, so dass ich es lesen muss. Warum? - Zum einen ist es die Geschichte, der wirklich von großer emotionaler Tiefe und sehr anrührend ist. Zum anderen die Wortwahl, der Schreibstil der Autorin.")

Autoreninfo:
Linda Olsson, geboren in Schweden, studierte Jura und arbeitete im Finanzgeschäft. Sie lebte in Kenia, Singapur, Japan und England und hat sich schließlich mit ihrem Mann in Neuseeland niedergelassen. 2003 gewann sie den Kurzgeschichten-Wettbewerb der Sunday Star Times. Ihrem Debütroman "Die Dorfhexe" gelang sofort der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Auch ihr zweiter Roman "Die Nacht trägt deinen Namen" ist ein internationaler Erfolg.

Statement:
„Die Zeit heilt alle Wunden, doch die Narben bleiben für immer“, so könnte eine Kurzaussage zu dem Buch „Die Fremde am Meer“ von Linda Olsson sein. Die Geschichte der Marion Flint, ein Buch, welches man nicht aus der Hand legen mag.
Zurückgezogen an der Küste Neuseelands lebt die Protagonistin Marion ein bescheidenes, ruhiges Leben. Hier hat sie sich ein Heim geschaffen, genießt die Natur, die Nähe zum Wasser, zum Strand. Dort begegnet sie zum ersten Mal Ika, einem kleinen Jungen.
Ganz langsam, behutsam baut sich zwischen diesen beiden grundverschiedenen Menschen, der erwachsenen Frau und dem eigensinnig erscheinenen Jungen, eine Verbindung auf.
Welches Geheimnis, was für ein Leben verbirgt sich hinter Ika?
„Die Fremde am Meer“ erzählt die Geschichte einer etwas älteren Frau, die ihr altes Leben hinter sich ließ, um am anderen Ende der Welt mit einem neuen Namen ein neues Leben zu beginnen.
Doch nach fünfzehn Jahren erschien Marion vieles anders, etwas hatte sich verändert.
Waren es die Gespräche  mit Mika (Ika)?
S. 20 / 2. Absatz

Unser Leben hat seine eigene Chronolgie. Ein Ereignis führt zum anderen. Eine Tat hat ein Ergebnis, das zur Grundlage für unser nächstes Handeln wird. So gesehen, schaffen wir uns immer eine Art Kausalität. Ich bin mir nicht sicher, ob sie eine Illusion ist, aber ich weiß, dass sie hilfreich sein kann.

Jetzt wünschte ich sie mir.“
In unserem Leben geschehen oft Dinge, die wir nicht erklären können. Einschneidende Veränderungen, sie zeigen eine andere Sichtweise, verändern die Verantwortung. Wenn man den Anfang seiner Wunden, Verletzungen findet, ist es kein leichter Weg, diese zu ertragen, mit ihnen zu leben, sie zu heilen.
„Die Fremde am Meer“ ist geschrieben in der Ich-Erzählperspektive von Marion Flint. Immer wieder fließen in den Kapiteln die Erinnerungen an ihr altes Leben ein.
Marion / Marianne erzählt von ihrer Kindheit, aufgewachsen bei dem Großvater, reißt die Mutter sie aus ihrem gewohnten Umfeld, nimmt sie mit nach Stockholm. Dort ist nunmehr ihr neues Zuhause, aber auch ein  fremder Mann an der Seite der Mutter, ein neues Leben, ohne Liebe.
Marianne / Marion ist es, die später auf ihren kleinen Bruder aufpasst, ihn behütet, beschützt. Doch die aufziehende Tragödie kann sie nicht verhindern.
Sie ist doch noch ein Kind!
Marianne / Marion verliert viel, alles – ihre unbeschwerte Kindheit – vorbei, tot.
Doch wer hilft ihr bei der Verarbeitung des Verlustes, der Tragödie?
„Die Fremde am Meer“, die kurze Inhaltsangabe zeigt nicht auf, was für ein Juwel sich hier verbirgt. Es ist ein vielschichtiges Buch, getragen durch die Rückblenden in Marions/Mariannes Vergangenheit, aber vor allem durch den Sprachschatz, die Wortwahl der Autorin. Sprachlosigkeit beim Lesen? Sicher, die gibt es.
„Die Fremde am Meer“, der Schreibstil ist derart berührend, besitzt eine hohe Qualität, bei der man hier an dieser Stelle dem Übersetzer ein ganz großes Lob geben muss. Nur wer sich derart in eine Geschichte fallen lassen kann, ist fähig, dieses so professionell wiederzugeben.
„Die Fremde am Meer“, ein Buch, das einen nicht los läßt, eine Art Erinnerungsroman, aber gleichzeitig auch ein Mut machendes Buch, trotz der fühlbaren Schmerzen. Doch wer die Hoffnung verliert, verliert sich selbst.
Absolute Kauf- und Leseempfehlung. Es landet auf meiner TopListe 2012. 


©

Sechs Lesegenuss-Bücher

Kommentare :

  1. Es klingt wirklich nach einem sehr schönen unbedingt lesenswerten Buch. Deine Rezi macht deutlich, dass es Dich tief berührt hat. Und mir macht sie Lust auf mehr .. ich werde mal die Augen danach aufhalten. DAnke!

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    1. Meine Liebe :-) deinem Kommentar kann ich nur zustimmen. Es hat mich wirklich berührt. Das Buch überrascht und zeigt so viel - ich kann das gar nicht in Worte fassen. Diese Autorin schreibt wow... Ich hoffe, du liest es auch und bist nicht enttäuscht
      LG HANNE

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  2. Ohhhh, du hast es wirklich geschafft, dass man das Buch sofort lesen möchte. Sehr schöne Rezi!

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    1. Liebe Diana, danke für deinen Kommentar. Das Buch ist irgendwie anders und doch wiederum so toll. Aber das ist nur meine Meinung - und Geschmäcker sind verschieden. Aber dennoch, ich kann es wirklich empfehlen.
      Habe gerade auf deinem Blog gelesen, dass du nach China gehst. Daumen hoch
      Lg Hanne

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