Samstag, 26. Januar 2013

Rezension (252) Die Hexe von Nassau - Nicole Steyer










Nicole Steyer
Die Hexe von Nassau
Taschenbuch: 640 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426511329
€ 9,99







Gelesen IV. Quartal 2012
Cover und weitere Informationen von Verlagsseite


Das Herzogtum Nassau im Jahr 1676: Hier lebt die junge Katharina mit ihrer Mutter in der Nähe der Stadt Idstein. Als Graf Johannes seine grausamen Hexen­verfolgungen beginnt, geraten die beiden Frauen in Gefahr. Katharinas Mutter wird hinge- richtet. Und auch das Mädchen bleibt von Verdächtigungen nicht verschont, denn sie ist in das Visier des skrupellosen Henkers Leonhard Busch geraten. Dieser schreckt vor nichts zurück, um Katharina in seine Gewalt zu bringen.

Nicole Steyer wurde 1978 in Bad Aibling geboren und wuchs in Rosenheim auf. Doch dann ging sie der Liebe wegen nach Idstein im Taunus. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder begann sie zu schreiben, beschäftigte sich mit der Idsteiner Stadtgeschichte und begann zu recherchieren. Das Ergebnis dieser Recherchen ist ihr erster historischer Roman, der sich mit den Hexenverfolgungen in Idstein und Umgebung befasst

Statement:

Man feierte das Martinsfest, als Katherine mit ihrem Mann über den Marktplatz schlendert. Von überall waren Leute gekommen, um zu feiern. Es roch nach warmen Apfelwein, frischem Brot, doch die Kälte drang durch die Sachen. Ein großer Haufen Holz wurde entzündet, und spendete Wärme.
Explosionsartig wurde Katherina  von Erinnerungen der Vergangenheit überschüttet.
Das Feuer -
Die Hitze -
und am allerschlimmsten der Geruch von brennendem Fleisch - Menschenfleisch - "Verbrennt die Hexen".

Die junge Katherine lebt mit ihrer Mutter in der Nähe von Idstein. Schon sehr früh hatten sie den Mann bzw. den Vater verloren.
Der derzeitig regierende Graf Johann tat alles dafür, um im jetzigen Leben und auch danach Gott zu gefallen. Sein Glaube war unerschütterlich. Diese "Schwäche" machte sich der Henker nütze, denn er tat alles, um seinem Gönner zu gefallen.
Ein unbedacht gesprochenes Wort, eine verkehrte Haarfarbe, eine Heilerin, die ihr Handwerk versteht, sehr zum Missfallen des Scharfrichters und auch Wundheilers.
Zum besseren Verständnis:
Zur damaligen Zeit war die Person des Henkers nicht nur der Scharfrichter, sondern auch der Folterer und Wund(er)heiler in einer Person (S. 633).
Durch diese Machtstellung kam dieser zu einem gewissen Wohlstand.
Katharina und Marie verlieren ihre Mütter, diese werden als Hexen verbrannt. Auslöser war ein arglos gesungenes Lied der Hebamme, Mutter von Marie.

Je intensiver man in die Geschichte "Die Hexe von Nassau" eintaucht, die Grausamkeiten der damaligen Zeiten liest, förmlich spürt, sowohl die Folterungen als auch die Geschehnisse rundum, umso mehr hat man das Bedürfnis, laut zu schreien, um dem Irrsinn ein Ende zu gebieten.

In ihrem Nachwort zeigt die Autorin auf, wie intensiv ihre Recherchen um die damalige Zeit, der Hexenverfolgung, waren. Ja, es hat ihn wirklich gegeben, diesen Scharfrichter.
Sehr authentisch, fast bildhaft vorstellbar, beschreibt Nicole Steyer in ihrem historischen Debütroman eine düstere Zeit des Mittelalters, die man sich so heute nicht vorstellen mag oder möchte. Doch es ist ja noch nicht allzu lange her mit dieser dumpf-düsteren Zeit in Deutschland.

Recherchen und das Schreiben einer Geschichte über ein derart komplexes Thema ziehen sich oft über Monate, manchmal auch Jahre hin.
In Kontakt trat ich vor gut drei Jahren mit der Autorin. Bereits damals erfuhr ich, dass sie an einem historischen Roman arbeitet, einem Thema, welches sich in ihrer Heimat im Mittelalter bewegt.

Und nun habe ich das Endprodukt gelesen!.
Den Namen der Autorin sollte man sich merken. Da kommt bestimmt noch einiges Gutes hinterher.

Der Schreibstil von der Autorin hat mir sehr gut gefallen, vor allem, wie sie anhand ihrer Recherchen bezüglich der Hexenverbrennungen u. a. eine lesenswerte Geschichte entwickelt und geschrieben hat.
Ihre Charaktere sind überschaubar. Sie spart nicht mit detaillierten Schilderungen qualvoller Szenen der Folter.

Fazit:
Man muss an seine Träume glauben, dann werden sie auch wahr."
Mit ihrem historischen Debütroman hat sich die Autorin Nicole Steyer sicherlich einen ihrer Träume verwirklicht.

Zitat (S. 625) "Wir sind Freunde für immer", flüsterte sie leise ins Ohr, "wie Seelenverwandte, die den anderen finden, gleichgültig, wo er ist. Ich werde dich nie vergessen, Katinka."


Kommentare :

  1. Hey, was für ein süßer Post. Ich komme ursprünglich aus einer Stedt namens Passau, desshalb musste ich diesen Post ja lesen. Liebe Grüße :)
    Annik von bookmoiselles.blogspot.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Annik - lieben Dank für deinen Besuch und Kommentar. Das Buch ist wirklich gut
      Liebe Grüße Hanne

      Löschen

***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...