Donnerstag, 21. Februar 2013

(Rezension) Das Erbstück




Anne B. Radge
Das Erbstück
€ 9,99
Taschenbuch
 448 Seiten
Verlag: btb Verlag (14. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442745012









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Buchinfo:
Als die alte Amalie Thygesen stirbt, jubeln viele in der Familie. Nur eine trauert ehrlich und ist entsetzt über die hasserfüllten Reaktionen, die selbst die Trauerfeier überschatten: Therese, die Enkelin. Sie hat ihre exzentrische Großmutter, die selbst im fortgeschrittenen Alter noch mit jedem Mann flirtete und zauberhafte Märchen kannte, geliebt. Aber kennt sie wirklich die ganze Geschichte? Während sie das Haus ihrer Großmutter ausräumt, erfährt sie immer mehr über Amalies bewegte Vergangenheit, und für Therese beginnt eine ungewöhnliche Spurensuche.
Autoreninfo:
Anne B. Ragde wurde 1957 im westnorwegischen Hardanger geboren. Sie ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Autorinnen Norwegens und wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt mit dem Norwegian Language Prize und dem Norwegischen Buchhandelspreis. Mit ihrer Trilogie »Das Lügenhaus«, »Einsiedlerkrebse« und »Hitzewelle« schrieb sie sich in die Herzen der Leserinnen und Leser; ihre Romane erreichten in Norwegen eine Millionenauflage. Anne B. Ragde lebt heute in Trondheim.
 
Mein Eindruck:
Amalie Thygesen ist tot, die geliebte Großmutter von Theresa, die ungeliebte Mutter ...
Die alleinerziehende Therese erfährt die Nachricht am Telefon von ihrer Mutter. Geschockt hört sie die Erleichterung in der Stimme. Theresas Mutter war Luft, wenn sie bei der in Dänemark lebenden Amalie war.
Schockierend mag auch der Eindruck sein, wenn man in die Story „Das Erbstück“ eintaucht, in das Leben rund um Amalie und der Familie.
Die Begrüßung auf dem Kopenhagener Flughafen, befremdlich, wenn man bedenkt, es geht hier um einen Todesfall. Mittendrin in diesem Willkommenschaos Theresa und ihr Sohn Stian.
Für den Aufenthalt in Dänemark leben sie im Haus von Amalie. Schnellstens soll es ausgeräumt und verkauft werden. Sie haben es eilig damit, die Kinder von Amalie.
Und die hat vorgesorgt, wer was erhält. Mit Gummibändern und weißen Zetteln versehen, auf dem sie die jeweiligen Namen des Empfängers notiert hat, überall im ganzen Haus.
Für Theresa eine Reise in eine liebevolle Vergangenheit, geprägt durch die sehr eigenwillig auftretende Großmutter, aber auch durch die eigene Mutter, eine Fremde für sie, immer noch.
Während der Tage des Aufräumen, Sortieren unterbricht die Autorin den Hang zu Sentimentalität durch die dem Alkohol nicht abgeneigten Protagonisten.
Alkohol – eine Sucht, die in der Familie eine Rolle spielt.
Die Erinnerungen an den Großvater fließen fast unbemerkt in die Handlung mit ein. Er, der immer wieder täglich zur Königlich Dänischen Porzellanfabrik in Frederiksberg fuhr, verachtet von seiner Frau Amalie, die sich stundenlang dem Alkohol hingibt. Und sie verstand es gut, Theresa gegen die eigene Mutter zu beeinflussen.
(S. 36 Zitat: „Wir halten zusammen“, flüsterte ich. „Wir kümmern uns nicht um deine Tochter.“)
Als es um die Aufteilung der im ganzen Haus verteilten Bilder geht, bleibt für Theresa zum Schluss nur eins übrig. Ein gerahmtes Foto, auf dessen Rückseite ihr Name steht. Es war so ganz anders als die anderen Gemälde, ein Nacktfoto von einer Gruppe von vier Frauen.
Warum gerade Theresas Name auf dem Etikett stand?
Und was hatte die Verstorbene mit dem Bild zu tun?
„Das Erbstück“ von Anne B. Radge, geschrieben in unterschiedlichen Perspektiven der Ich-Form, ist in fünf Teile aufgegliedert. Während es mit dem Ableben von Amalie beginnt, endet es auch mit ihrer Beerdigung.
Dazwischen wird der Leser in eine wunderbar geschriebene Geschichte entführt, die einer Familie, rückblickend auf Vergangenes, Generationen schreiben mit.
„Das Erbstück“ zeigt auf, zu welchen Persönlichkeiten Menschen heranwachsen, ihr Umfeld sie prägt.
Eine Generationengeschichte, die mich bewegte, teils traurig machte. Doch sie zeigt auch auf, dass Eigenschaften wie Mut und Liebe in den Menschen weiterleben, getragen durch Erinnerungen.
„Theresas Suche nach der wahren Großmutter Amalie“, zu lang für einen Buchtitel.
„Das Erbstück“, eine interessante Familiengeschichte, erhält meine Leseempfehlung.
(S. 49 Zitat: „Schau mich an“, sagte Oma. „Sag, was du siehst.“
„Oma, ich sehe Oma“, erwiderte ich, nach einer Pause, in der ich nicht überlegt hatte, was ich sah, sondern, was ich sagen sollte.
Ich sehe Oma.
„Genau, sagte sie. „Aber gerade darin irrst du dich, meine süße, kleine Therese.“)
 
Fünf Lesegenuss-Bücher



 
Vielen Dank an den btb-Verlag für das Leseexemplar.

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