Samstag, 30. März 2013

Mein Blogtour-Tag zu "Corvidæ" von Simone Keil




Heute ist mein Blogtour-Tag  zu "Corvidæ" und (in einem etwas längerem Post) könnt ihr meinen Eindruck über das Buch und einem speziellen Thema lesen.

Corvidæ ist ein wirklich ganz besonderes Buch. 
Meine Rezension dazu könnt Ihr "Hier" nachlesen.


„Corvidæ“ – eine etwas andere Lektüre im Bereich der Fantasie.
„Corvidæ“ – die Geschichte erhält von mir absolute Leseempfehlung, denn ich habe nicht nur glückliche Lesemomente gehabt, auch nachdenkliche.


Die Autorin schreibt dazu:
Corvidæ ist ein Fantasy-Roman, ein Roadmovie, ein Trip in die Psyche. Der Roman spielt mit bekannten Fantasy-Elementen, nimmt sie auseinander und fügt sie zu einem surrealen Gebilde zusammen, das einem manchmal das Gehirn durcheinanderwirbelt, aber schließlich nichts weiter ist, als eine mögliche Realität. Oder um es mit Rokans Worten zu sagen: 'Realität ist das, was man glaubt zu sehen, nicht mehr und nicht weniger.'


Ein mysteriöses Dorf im Moor. 
Die Bewohner scheinen einer anderen Epoche entsprungen zu sein. Sie sind ungewöhnlich, sonderbar. Andersartig.
Risse in der Realität haben die Welten wandelbar gemacht. 
Nichts ist mehr sicher, alles kann sich ändern.
Selbst die Vergangenheit.
Eine junge Frau begibt sich auf eine gefährliche Reise, die sie in ihre Vergangenheit führt, in Welten, die keinen Bestand mehr haben, und tief in sich selbst. 


Weitere Informationen könnt Ihr auf der Autorenseite nachlesen
 - Hier "
Zum einen gibt es dort eine Leseprobe sowie einen Trailer:-)



Auf den vorherigen Blogs zur Tour gab es interessante Posts, Interview u. a. Ich entführe euch heute in das Thema "Über Risse in der Realität". 
( - Wer erst den Post von Simone Keil lesen will, bitte weiter nach unten scrollen)

Meine Gedanken dazu:
Nachdem ich mich mit Simone’s Gedanken zu der Interpretation „Über Risse in der Realität“ beschäftigt hatte, ihren Überlegungen, die letztendlich in „Corvidæ“ zu finden sind, war ich erst einmal innerlich leer. Sollte ich jetzt einfach nur den Post von Simone nehmen, euch posten? Oft ist es so, dass eine scheinbar knifflige Sache von mir erst auf den letzten Drücker "erledigt" wird. Aber gut, dass es diese vielen kleinen gelben Zettel gibt, die sich im Laufe der letzten Tage angesammelt hatten.
„Risse in der Realität“ kann vieles heißen.
Gedanklich schweifte ich ab in die Mythologie der Griechen und Römer. Die Autorin schreibt „Wir haben selbst die Möglichkeit, unsere Realität zu gestalten und zu verändern.“
Doch ist dies wirklich so?
Nehmen wir als Beispiel Klotho, die Schicksalsgöttin – Spinnerin der Lebensfäden, diese lt. der griechischen Mythologie dem Menschen schon bei seiner Geburt den Schicksalsfaden spinnt.
Menschliche Risse, hier, jetzt, heute, gestern, irgendwann, so wie zwischen Lizzie und Cat, den beiden Schwestern in „Corvidæ“. Was wäre gewesen, wenn Lizzie über den Verlust der Großmutter hätte reden können? Was wäre gewesen, wenn die beiden Schwestern durch den Umstand, der Veränderung von Lizzie nicht in ein Internat gekommen wäre, beide nicht getrennt worden wären. Was wäre wenn ...
Hier bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich sage, dass jeder seinen Weg zwar selbst gestaltet, sich neu findet, doch nicht immer läuft alles glatt.
Also auch Risse?
Ein Haus, welches 20 Jahre auf die Rückkehr der Schwestern gewartet hat, wird es genauso mit den Augen von früher angesehen? Oder liegt ein unsichtbarer Schleier über allem? Nur nicht die Realität sehen, spüren, oder hat dieser Dunst auch schon Risse?
Realität – eine Zeitenberechnung?
Inwiefern versucht der Mensch eine Verbindung herzustellen zwischen seinen Gedanken und dem was er empfindet, eine glatte Linie, die doch schon ihre Risse aufweist. Hierdurch entstehen jeweils einzelne Ebenen, wobei das Ergebnis sich anders anfühlt  als am Beginn.

 – Wortspielerei – Gedanken –

Die unterschiedliche Wahrnehmung von Realität und die Möglichkeit, dass mehrere Realitätsebenen existieren können (lt. Autorin), oft ist es nur eine Botschaft, ein immer wiederkehrender Traum, der uns eine neue Dimension zeigt.  Diese neue Sicht verändert viel, man wird mit einer neuen, anderen Realität konfrontiert.

Als Cat und Lizzie am frühen Morgen zu ihrer Wanderung (so wie früher) aufbrechen, scheint die Welt noch in Ordnung. Beide haben für den Moment ihren Frieden gefunden. Hat sich dadurch etwas geändert?
Wurde ihre Realitätsebene durch einen Riss zu der anderen, für sie vollkommen neu und ungewohnt, aber doch nicht so fremd vorkommenden Ebene geöffnet?
Zitat: Ich konnte kaum noch die Hand vor Augen sehen, so dicht war die Nebelwand (Cat).
Ein Schleier vor den Augen, oder doch eine Nebelwand?

        Gedanken – Wortspielerei –

Die rationale Wirklichkeit ist in uns lebendig und ein ständiger Begleiter, egal wie bewußt wir sie wahrnehmen.
Real ist immer das, was wir sehen, fühlen, riechen können – für den Moment.
Wirklich? Oder Täuschung?

Auf welcher der vermeintlichen Ebenen befinde ich mich gerade, während diese Worte geschrieben werden? Ich schließe die Augen, unterbreche meinen Gedankenstrom und denke an nichts. Doch tue ich das wirklich?
Als ich meine Augen öffne und auf das Papier schaue, sehe ich schon wieder alles mit anderen Augen, befinde mich auf einer anderen Ebene.
Also erneut ein Riss, von mir selbst verursacht ...

Beschäftigt man sich intensiv mit dem Thema „Über Risse in der Realität“, so kann es ins Unendliche ausufern.
Der Weg, den die Autorin in „Corvidæ“ gegangen ist, war für mich neu, faszinierend zu lesen. Das Buch neu lesen, mit anderen Augen, u. a. bezgl. der Gedanken zum Thema „Risse in der Realität“, wird eine weitere neue Erfahrung für mich sein.
Gedanken gehen oft verschlungene Wege, wie in einem Labyrinth. Man tut gut daran, sich nicht zu verirren bzw. zu verlieren.
Ich sitze hier, lebendig, real :-) und trotzdem habe ich mich auf eine nicht erklärbare Weise im Thema gedanklich verirrt oder war ich verwirrt?
Wirklich?
Gedanken – und über mir schwebt das eine Wort „Mythologie“, wenn ich an das Thema „Über Risse in der Realität“ denke und schreibe.
Das macht mich jetzt nachdenklich.

                                                                     – – – 
Die Autorin schreibt folgendes:
Über Risse in der Realität

Realität, die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Realität und die Möglichkeit, dass mehrere Realitätsebenen existieren könnten, sind Themen, die mich schon lange faszinieren.

Wenn drei Menschen Zeugen eines Unfalls sind, dann bekommt man drei verschiedene Berichte zum Hergang. Drei ganz persönliche Wahrnehmungen, und alle drei, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sind real. Realität ist keine feststehende Größe, sie entsteht in uns selbst. Wir haben die Möglichkeit, unsere Realität zu gestalten und zu verändern. Und das tun wir mit jeder noch so kleinen Entscheidung oder Handlung.

Wenn mir ein Bleistift auf den Boden fällt, habe ich unterschiedliche Möglichkeiten, was ich mit ihm tun werde. Ich kann ihn aufheben, ich kann ihn liegenlassen, mit dem Fuß wegtreten. Bis ich mich für eine Möglichkeit entschieden habe, existieren alle diese Realitäten. In einer hebe ich ihn auf, in der anderen nicht usw.

Diese Überlegungen sind auch in Corvidae zu finden. Was wäre, wenn die Realität keine Konstante wäre, sondern ein veränderbarer Faktor? Nicht nur im Kleinen, wie bei dem Bleistift-Beispiel, sondern im Großen, die ganze Welt betreffend? Was wäre, wenn alles, was wir für real halten, nur Realitätsprojektionen sind? Wir projizieren unsere Gedanken und Empfindungen auf unsere Umgebung und erschaffen so die Realität, wie wir sie wahrnehmen.

In dem Roman habe ich die Überlegungen durch Risse sichtbar gemacht. Etwas, das die vermeintlich allgemeingültige Realität aufreißt und die anderen Realitätsebenen sichtbar werden lässt.

Diese Risse sind ein Element, das ich als Grundpfeiler der phantastischen Literatur bezeichnen würde. Nicht immer werden die Risse dargestellt, aber immer, wenn etwas in unsere Realität eindringt, sind sie spürbar. Unsere Realität wird durchbrochen und Dinge treten daraus hervor, die nicht unseren Naturgesetzen entsprechen, übernatürlich, magisch, unerklärlich sind.

Und daran sieht man auch schon, wie veränderbar Realität ist. Als die Menschen noch der festen Überzeugung waren, dass die Erde eine Scheibe ist, war jeder Gedanke, der sich außerhalb dieses Realitätssystems bewegte, irreal, unsinnig, ketzerisch. Fantasy. ;) Erst als mehr und mehr Menschen die Tatsache anerkannten, dass die Erde rund ist, wurde die These zur Realität.

Real ist das, was wir dafür halten. Wenn jemand der festen Überzeugung ist, dass ein Gott existiert und wenn er diesen Gott als real anerkennt, dann ist er das auch. Für diese glaubende Person. Wenn jemand seine Hand in glühende Kohlen steckt und keine Verbrennungen erleidet, dann kann er das, weil es in seiner Realität möglich ist.

Das heißt, wir können unsere Realität erschaffen, wir können unser Schicksal beeinflussen, und wir können alles erreichen, was wir wollen, wenn wir so fest daran glauben, dass der Wunsch sich in unserer Realität manifestiert. Ein schöner Gedanke, oder nicht?

  ~~~ Ich hoffe, ihr habt bis hierher durchgehalten, denn es ist wirklich ein langer Post geworden.

Morgen endet nunmehr diese Blogtour. Hier noch einmal die Blogs, die daran teilgenommen haben:

23.03. 2013 ~~ Der Bücherwahnsinn

24.03.2013 ~~ Fantastische Bücherwelt

26.03.2013 ~~ Julis Leseecke

28.03.2013 ~~ Fantastische Lesetipps

30.03.2013 ~~ Book Lounge Lesegenuss (also bei mir :-)

31.03.2013 ~~ Bibliothek der vergessenen Bücher
 
 



Kommentare :

  1. Hallo Hanne,

    O.K. ich nehme Deinen letzten Gedanken gerne mal auf.

    Ich denke persönlich, dass wir unser Schicksal meistens leider nicht selber in der Hand haben. Denn keiner lebt allein und für sich und somit sind die Endscheidungen die wir fällen und meistens als Fingerzeig/Bedeutung für andere zu sehen oder?

    Aber man kann träumen und versuchen, für sich persönlich etwas bessere zu schaffen und so kann man versuchen sein möglicherweise schweres Schicksal (was immer es auch heißen mag, für den Einzelnen. Jeder denkt/empfindet da anderster!)

    Etwas besser/erträglicher zu machen. Denn wir sind nicht alleine und immer sind auch andere an unserem Schicksal beteiligt.


    Schöne Osterfeiertag..LG..Karin...

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    1. Hallo Karin, lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Sicherlich hast du recht, dass etliches von außen Einfluss auf unser Leben hat. Daher habe ich auch zwischen meinen "Gedanken des Posts" immer wieder reingeschrieben "Wortspielerei usw... So ganz einfach war es nicht zum Thema Risse in der Realität etwas zu schreiben, bzw. ich habe mir Gedanken gemacht... aber
      Ich wünsche dir schöne Osterfeiertage ebenso
      LG Hanne

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  2. Liebe Hanne,
    auch hier noch mal herzlichen Dank für deinen tollen Beitrag. Es macht wirklich unheimlich viel Spaß zu sehen, wie präsent das Buch doch noch in den Köpfen der LeserInnen ist und es ist toll, wie viele Gedanken sich die meisten dazu gemacht haben. :)
    LG
    Simone

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    1. Liebe Simone,
      Dank zurück an dich - an den Ball bzw. die Vorlage des Themas. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen :-)
      Allein sich damit zu beschäftigen, tat mir unheimlich gut.
      LG Hanne

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  3. Hallo liebe Hanne,

    du hast dir wirklich viele Gedanken und Mühe gemacht - toll!
    Man kann diese Dinge aus so ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachten und könnte sehr lange darüber philosophieren...
    Ich persönlich denke, was die Realitäten betrifft, dass sie im Großen für die meisten Menschen gleich sind aber im Feinen und was die Wahrnehmungen betrifft, sind sie sicher recht unterschiedlich und etwas ganz Persönliches.
    Bei diesem Thema hätte mir der Kopf geraucht... hast du klasse gemacht! :)

    LG
    Andrea

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    1. Liebe Andrea :-)
      Gell, da hat die Simone mir echt eine Nuss gegeben - lach. Aber ich hätte ja auch nix weiter draus machen brauchen, nur eben Bezug aufs Buch etc. Doch es hat mir in den Fingern gejuckt, weil das so spannend war und dann kam alles wie von selbst.
      Danke vielmals für deinen Kommentar
      Wünsch dir noch ein schönes Osterfest
      LG Hanne

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  4. Ein schöner Gedanke und ein wunderbarer Beitrag, lieben Dank euch beiden! Ich habe ihn ganz gelesen und auch die Tiefe sehr genossen. Kein Wunder, dass er nachdenklich macht. ;-)

    Ich glaube schon an Schicksal, aber nicht an ein fest vorher bestimmtes, sondern an eines, bei dem wir an bestimmte Punkte gelangen. Dort können wir uns dann frei entscheiden und unser Leben selbst steuern. In den letzten Jahren wird mir aber immer bewusster, dass manche Entscheidungen, Interessen, Kontakte lang anhaltende Nachwirkungen haben. Dass sich manche Dinge einfach vernetzen, einen nicht loslassen und für einige Überraschungen sorgen. Irgendwie eine andere Art von Schicksal - oder womöglich auch einfach meine ganz eigene Realität, weil mir bestimmte Dinge und Personen sehr wichtig sind?

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  5. Danke dir Marny für deinen tollen Kommentar. Und sicher ist es deine eigene Realität, deine Ebene, wo Dinge, Personen Priorität haben. Das sollte man auf keinen Fall aus den Augen verlieren.
    Ab und an denke ich auch an Vorbestimmungen, irgendwie schon ... aber das wäre wieder ein neues Thema, mit dem man sich noch mal beschäftigen könnte.
    Ich wünsch dir noch zwei erholsame Ostertage - xoxo Hanne

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***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

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