Samstag, 9. März 2013

[Rezension] Wo Milch und Honig fließen - Grace McCleen


Grace McCleen - Wo Milch und Honig fließen

"Must Read"



Gebundene Ausgabe
384 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (4. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421045461
Originaltitel: The Land of Decoration
€ 19,99


 Kauflink " Verlag "







© (Cover und Infos mit frdl. Genehmigung vom Verlag)

Der Verlag schreibt:
Grace McCleen entführt uns in das Leben der zehnjährigen Judith, die sich in ihrem Zimmer eine kleine Welt schafft, aus Keksschachteln, Pfeifenputzern, Flaschendeckeln und anderem Krimskrams. Dort spielt sie die üblichen Gedankenspiele aller Kinbder, aber Judith ist nicht wie die anderen. Ihre Mutter lebt nicht mehr, und sie und ihr Vater gehören einer streng religiösen Sekte an. In der Schule wird sie gehänselt, weil sie sich von der sündigen Welt fernhalten muss. Vielleicht, denkt Judith, wenn ich es hier drinnen schneien lasse, mit Rasierschaum, Watte und Daunenfedern, fällt am Montag die Schule aus. Als sie am nächsten Tag die Vorhänge öffnet, ist tatsächlich alles weiß. Judith hat ihr erstes Wunder bewirkt. Und damit fangen ihre Probleme erst richtig an.

AutorenInfo:
Grace McCleen wurde in Wales geboren und studierte Englische Literatur an der Universität in Oxford. Heute lebt sie als Sängerin, Songwriterin, Künstlerin und Autorin in London. Wo Milch und Honig fließen ist ihr erster Roman, er wurde mit dem Desmond Elliot Prize ausgezeichnet und erscheint in über zwanzig Ländern. Ihr zweiter Roman ist in Arbeit.

Meine Gedanken zum Buch:
„Wo Milch und Honig fließen“, geschrieben in der Ich-Erzähl-Perspektive der zehnjährigen Judith, entführt den Leser in ihr Leben, in ihre eigens geschaffene Welt, „Das Land der Zierde“. Die Mutter hatte Judith nie kennengelernt. Judith spricht es so aus „sie ist meintwegen gestorben“.
Das Mädchen wächst anders auf als die Kinder ihrer Schule, ihrem Umfeld. Die strenge Religiosität der Glaubensgemeinschaft, dessen Vorsitz als Ältester ihr Vater innehat, täglich wird die Zehnjährige auf ihre Glaubensfestigkeit durch das Lesen in der Bibel geprüft. Bibellesen und Nachsinnen gehören wie das tägliche Brot zu Judiths Leben. Sie wächst so auf, kennt es nicht anders.
Dass Judith es durch ihr Andersleben nicht leicht hat, bekommt sie eines Morgens knallhart auf dem Schulhof zu spüren.
Mobbing auf dem Schulplatz, drei ältere Jungen gegen ein Mädchen. Und dann dieser entscheidende Satz, der die Protagonistin das ganze Wochenende verzweifeln läßt.
Zitat S. 15 „ ... Schlimmer ist aber, dass Neil Lewis am Montag meinen Kopf in die Toilette stecken wird, und wenn ich sterbe, wer macht mich dann neu?“
Was heißt das – Sterben?
Ihr Vater predigt immer wieder davon, dass HARMAGEDON naht. Eine ausführliche Erklärung zu diesem Begriff findet sich


= Hier (Quelle Wikipedia) =

 
Judith, ein zehnjähriges Mädchen, hat sie jemals erlebt, was es heißt, geliebt zu werden? Immer und immer wieder dieses eintönige Dahergerede, die endlose Aufzählung „Gott liebt dich, glaube an Gott, der Glaube bewirkt Wunder“ ...

Zitat S. 11 „Am Anfang war ein leeres Zimmer, ein bisschen Raum, ein bisschen Luft, ein bisschen Zeit.“
Und im Laufe der Zeit entstand Judiths eigene Welt, ihr Land „Das Land der Zierde“.
Es gab Felder aus Resten von Teppichstücken, Stoffen u. a.
Es gab Flüsse aus Krepp, Berge aus Alufolie.
Es gab Licht, die Sonne, den Mond.
Es gab Wohnstätten aus den unterschiedlichsten Materialien.
Es gab Tiere ...
Es gab Menschen ...
Der Leser erinnert sich?!

„Wo Milch und Honig fließen“, ein Buch mit einer solchen Tiefe, eine fesselnde Geschichte, (für mich) erschütterndem Bekenntnis zum Glauben, beherrscht von Disziplin.
Ist Judith die von Gott Auserwählte, ist es ihr gefestigter Glaube an Gott, dass Wunder / Ereignisse in ihrem Umfeld geschehen?

„Wo Milch und Honig fließen?“, der Debütroman von Grace McCleen, bekannt als Sängerin, Songwriterin, Künstlerin und nun auch Autorin.
„Das Land der Zierde“, Judiths Welt, geschaffen aus einer Not heraus, weil niemand ihren inneren Schrei, ihre Not hörte, in ihrer Trauer um die nie gekannte Mutter, ihre eigene Welt, in der sie Judith McPherson ist.
Judith, voller Zweifel und Trauer, weil sie glaubt, ihr Vater liebt sie nicht.
Judith, voller Zweifel und Trauer, weil sie denkt, er gibt ihr die Schuld an dem Tod seiner Frau, ihrer Mutter.

„Wo Milch und Honig fließen“, diesem Buch kann man nicht widerstehen. Man erliegt der Charaktere Judith, die durch den Schreibstil der Autorin, der gekonnt gewählten Worte Leben eingehaucht bekommt. Ein brillanter Pageturner, man kann wirklich nicht einfach so mitten drin aufhören zu lesen.
Allerdings muss ich noch hinzufügen, dass man zu dem Glaubenseifer einen gesunden Abstand halten sollte.

„Wo Milch und Honig fließen“, ein ungewöhnliches Buch, eine ungewöhnliche, aber sehr empfehlenswerte Lesereise.

Fünf Lesegenuss-Bücher


 Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.


Kommentare :

  1. Das klingt sehr interessant!
    LG Beate

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank liebe Beate :-)...
      Hier schneit es - und wenn ich wieder innerlich Luft geholt habe nach dieser geschriebenen Rezi - geht es weiter ***
      Liebe Grüße
      und Blogbesuche muss ich auch noch dringend machen

      Löschen
  2. Liebe Hanne,

    ein Buch, was man lesen möchte, so liest es sich für mich.
    Ich denke, wenn meine Liste mal abgearbeitet ist, wird sicherlich auch für dieses Buch Platz sein. Ich freue mich darauf.
    Hier schneit es noch nicht. Wir haben 10 Grad und Regen.

    Ein wunderschönes Wochenende und liebe Grüße
    Carmen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi meine Liebe,
      oh, das ist wirklich ein Buch, welches du dir mal für später merkens olltest.
      Es liest sich einfach ... toll
      Lass uns nicht vom Schnee reden, vorhergesagt wurde es ja...:-(
      Hab ein schönes WE
      Liebe GRüße
      Hanne

      Löschen
  3. Eigentlich so gar nicht meine Richtung. Dennoch hast Du mich absolut neugierig auf dieses Buch gemacht ... ich glaube, ich möchte es unbedingt lesen, danke!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich war auch erst skeptisch, aber habe keine Minute der Zeit bereut, die ich mit dem Lesen verbracht habe.
      Aber wie schon gesagt, Geschmäcker sind verschieden...
      Einen schönen Sonntag wünsch ich dir
      LG HANNE

      Löschen

***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...