Montag, 5. August 2013

(Rezension) Das Geheimnis der Eulerschen Formel ~ Yoko Ogawa




Yoko Ogawa
Das Geheimnis der Eulerschen Formel
Broschur
250 Seiten
Aufbau Taschenbuch
ISBN 978-3-7466-2944-5
8,99 €

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© Cover / Info / Vita vom Aufbau-Verlag


 
Eine Frau wird die Haushälterin eines Mathematikprofessors, der jeden Tag aufs Neue vergisst, wer er ist. Eine bezaubernde Geschichte über Freundschaft und Verlust – und über die Poesie der Zahlen.

Seit einem geheimnisvollen Unfall währt das Kurzzeitgedächtnis eines Professors nicht länger als achtzig Minuten. Eine neue Haushälterin gewinnt sein Vertrauen, auch ihren zehnjährigen Sohn schließt er ins Herz. Über die faszinierende Welt der Mathematik kommen sie einander näher, und mit jeder neuen Gleichung, mit jedem neuen Zahlenrätsel entstehen zwischen ihnen Bande, die stärker sind als der Verlust der Erinnerung – bis die Schwägerin des Professors dem ein Ende setzt …

 
Im Jahre 1992 beginnt der neue Job der alleinerziehenden Haushälterin, Mutter eines elfjährigen Jungen, bei dem alten Professor. Ein schwieriger Kunde, dass konnte man aus seiner Akte der Haushaltsservice-Agentur ersehen.
Doch sie nahm diese Herausforderung an, auch wenn die Schwägerin des Professors ihr genaue Verhaltensregeln im Umgang mit dem Professor vorgab. Durch einen schweren Unfall hatte dieser Kopfverletzungen erlitten und sein Kurzzeitgedächtnis funktionierte nicht mehr. Genauer gesagt 80 Minuten und danach konnte er sich an nichts erinnern, was gerade zuvor gewesen war. Geschrieben in der Ich-Erzählperspektive der Haushälterin macht der Leser die Bekanntschaft mit einem hochintelligenten Professor, seinen Eigenheiten, einer Schwägerin, die mehr als nur merkwürdig, sehr undurchsichtig dargestellt wird.

Und dann ist da der Sohn der Haushälterin, den der Professor liebevoll „Root“ nennt. Dessen flacher Schädel ihn an das  →          Wurzelzeichen erinnere, genauer gesagt an das Dach davon. 

Schon von der ersten Seite an entführt die Autorin den Leser in die Welt der Mathematik und deren Formeln. Die gesamte Handlung ist davon sehr geprägt. Auch wenn Mathe nicht so mein Ding in der Schule war, habe ich versucht, dies während des Lesens aus meinem Kopf auszublenden. Das war für mich ein wesentlicher Grund, das Buch erst einmal wegzulegen und dann noch einmal von vorn anzufangen.
Die Beschreibung der Charaktere, hauptsächlich des Professors, sind sehr detailliert, allerdings unterbrechen seine sich immer wiederkehrenden gleichen Fragen und Antworten die nötige innere Ruhe, die dieses Buch bedarf. Nun mag das ja alles wichtig sein, ob es die kleinen gelben Zettel sind, die an seinem Anzug geheftet waren, aber irgendwann hat es mich gestört.
Was aber war es, dass die Haushälterin fast ein Jahrzehnt bei diesem alten schrulligen Professor ausgehalten hat? Nicht nur sie, sondern auch ihr Sohn erleben den Professor als eine Art Weisen, der ihnen die weite Welt der Mathematik offenbart. Ganz klar war, dass der Professor an dem Jungen schon von Anfang an einen Narren gefressen hatte. Und es war ihm so wichtig, dass er diesen beiden Menschen die Tür zu seiner Welt, der Mathematik, öffnen und zeigen konnte. Dieses alles im Hintergrund war schon sehr interessant.
Die Themen Demenz und Mathematik miteinander harmonisiert, aber auch mit einem unsichtbar erhobenen Finger, zu verbinden, eine Handlung, vorprogrammiert, dass es nicht rund laufen kann,  als die Haushälterin gegen Regeln der Agentur verstößt,  trotz allem irgend etwas fehlte mir etwas. Das heißt jetzt nicht das Buch schlecht schreiben, hier war es halt der Fall, dass die Verbindung nicht zu hundert Prozent aufgebaut werden konnte. Schade.

 
Dieses Buch wurde mir besonders empfohlen, also ein Must-Read. Ich hatte mir die Buchinfo durchgelesen und gab mein Okay. Bewusst verzichte ich auf jegliche Widergabe von jeglichen  Aussagen des Professors. Ich erwähnte bereits, dass es für mich teils sehr störend beim Lesen war.
Die Idee für das Buch auf jeden Fall gut und die Umsetzung durch die Autorin kann ich jetzt nicht ankreiden. Das steht mir nicht zu. Doch sicher gibt es Leser, die an diesem Buch ihre Freude haben und voll aufblühen in der Welt der Mathematik, der eingebundenen Thematik, wie sie Yoko Ogawa in „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ hernieder geschrieben hat. 
 
Da es keine halben Bücher gibt, runde ich auf 4 Lesegenuss-Bücher auf.
 

YOKO OGAWA, geb. 1962, gilt als eine der wichtigsten japanischen Autorinnen der Gegenwart. Für ihr umfangreiches Werk wurde sie mit zahlreichen namhaften Literaturpreisen ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrer Familie in der Präfektur Hyogo. 
 

Kommentare :

  1. Ich glaube, mir würde es ähnlich gehen. Ich und Mathe? Äh, nein. Die Story selbst klingt interessant, aber dein Durchhaltevermögen hätte ich wohl eher nicht...

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    1. Die Story ist so auch interessant, aber wahrscheinlich fiel es nicht in mein derzeitiges Leseverhalten. Und bevor ich es schlecht schreibe, habe ich es vorsichtig formuliert :-)
      LG Hanne

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