Sonntag, 25. August 2013

[Rezension] Schneekugeln am Strand ~ Kate Racculia



Kate Racculia
Schneekugeln am Strand
Taschenbuch
512 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (15. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442380688
Originaltitel: This must be the Place

  9,99

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  © Cover und Infos blanvalet Verlag


Mona Jones führt mit ihrer Tochter Oneida ein beschauliches Leben in einer Kleinstadt, bis sich eines Tages ein merkwürdiger Fremder in ihre Pension einmietet. Er scheint in tiefer Trauer gefangen und schließt sich tagelang in seinem Zimmer ein. Behutsam verschafft sich Mona Zugang zu Arthur und spürt plötzlich, dass er ihr Herz auf eine Art und Weise rührt, die sie verloren zu haben glaubte. Aber dann droht eine alte, nie abgeschickte Postkarte, adressiert an Mona Jones in Ruby Falls, ein sorgsam gehütetes Geheimnis ans Tageslicht zu bringen, das Mona unbedingt vergessen wollte …


Alles beginnt an einem Tag auf der Strandpromenade, sechzehn Jahre zuvor, mit Amy Henderson, einer Postkarte, die sie an Desdemona (Mona) in Ruby Falls, NY beginnend mit den Worten: „Es tut mir leid, Mona ...“
Arthur Rock, Fotograf in L.A., lernt Amy in einem Burgerladen kennen, wo sie auf einmal hinter ihm sich bemerkbar macht. Amy Henderson tritt in Arthus Leben und er beginnt zu leben. Schließlich wird sie seine Frau; doch alles ist vergänglich, wie auch das Glück ...
Eine Schneekugel schüttelst du, bis die Flocken durch die Kugel wirbeln, du erfreust dich daran, und dann fallen sie wieder zu Boden. Immer wieder und wieder, bis etwas an diesem Glück, der Freude einen Riß bekommt.
So geschehen auch mit Arthur an diesem Freitag morgen, wo er so beschäftigt war, die ankommenden Anrufe auf dem Handy nicht annehmen zu können. Immer wieder der gleiche Anrufer, eine Nachricht, der das Glück von Arthur zerstörte, wie der Riß in der Schneekugel. Amy hatte einen Unfall, getötet durch einen Stromschlag.
Dramatisch, man spürt das Leid und die Qualen von Arthur, der seinen Lebensmittelpunkt nunmehr verloren hatte. In ihren Sachen findet er eine alte Postkarte. Nichts hält ihn nunmehr in dieser Stadt, und so reist er ab, verläßt Freude, schaut nicht zurück.
Die Autorin hat mich mit ihrer Sprache, den Worten, der Beschreibung ihrer Charaktere schon fasziniert. Es gelingt ihr, die einzelnen Personen durch die lebendige Darstellung bildlich zu machen, denn jede von ihnen hat ihre eigene Geschichte. Die Idee für diese Story, sowohl die Freundschaft von Amy und Mona, wieder einmal ein sorgsam gehütetes Geheimnis, eine alte Postkarte die nie abgeschickt wurde, Kate Racculia hat eine wunderbar, fließend zu lesende Geschichte geschrieben.

Arthurs Weg führt nach Ruby Falls, der Ort von der Postkarte. Dort findet er Unterkunft in einer Pension namens Darby-Jones. So manches meint man vorherzusehen, egal. Arthur wollte herausfinden, wer war seine Amy und warum hatte sie Ruby Falls verlassen. Und warum hatte Amy nie die Postkarte aus dem pinkfarbenen Schuhkarton, Empfänger Mona Jones, nie abgeschickt.
Amy ist irgendwie immer präsent, über allem schwebt sie unsichtbar, sei es zur Geschichte von Mona und Arthur, als auch Oneida, der 15-jährigen Tochter von Mona, und Wendell. Teenager in diesem Alter ticken ja etwas anders, das ist auch bei Oneida der Fall.
Je länger man in der Geschichte verweilt, umso neugieriger macht die Autorin den Leser. Geschickt hat sie ihre Fäden ausgelegt, und die Handlung reiht sich Stück für Stück aneinander

Auf ihre Art und Weise hat die Autorin in „Schneekugeln am Strand“ Themen über die Liebe, den Verlust, tiefer Trauer und schließlich den Neuanfang verarbeitet und eine gute Geschichte geschrieben. Trauer, die letztendlich durch Akzeptanz des Verlustes aufgearbeitet wird, ein wesentlicher Teil, und dann halt schon am Anfang der frühe Tod einer Charaktere, die alle auf ihrer Reise, der Suche begleitet.

Zitat S. 501 „Seine Frau war so unergründlich und mit Fehlern behaftet wie die Götter des Olymps, aber jetzt war sie etwas anderes als ein Mensch, etwas anderes als ein Gott. Sie war ein Titan, eine unsterbliche elementare Kraft, die nicht mehr getötet werden konnte.“


In ihrer Danksagung schreibt die Autorin von der bedingungslosen Liebe und dem Verständnis der Eltern und ihrer Familie, deren Bodenständigkeit. Diese erinnern sie täglich daran, woher sie kommt und warum es wichtig ist.
Eine wichtige Aussage, an die man als Leser nicht vorbeikommt.

„T.S: Eliot hat einmal gesagt: Was wir den Anfang nennen ist oft das Ende. Und um etwas zu beenden, bedeutet etwas anzufangen. Vom Ende aus fangen wir von Neuem an.“

Dieses Zitat hätte ich sehr gern am Buchanfang gehabt!

 VIER Lesegenuss-Bücher

 
Kate Racculia ist in Syracuse, New York, aufgewachsen. Sie studierte Illustration und Design an der Universität von Buffalo, beschäftigte sich mit Jane Austen und Kanada. Nach einem Jahr als Buchhändlerin in Philadelphia zog sie nach Boston und absolvierte die Magisterprüfung am Emerson College. Schneekugeln am Strand ist ihr erster Roman.
(Allerdings unter einem anderen Titel schon 2011 erschienen).

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