Mittwoch, 18. September 2013

(Rezension) So wie Kupfer und Gold ~ Jane Nickerson

Dieser Titel erscheint am 23. September 2013 und die Rezension darf mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages veröffentlicht werden.



Jane Nickerson
So wie Kupfer und Gold
€ 16,99
Gebundene Ausgabe
448 Seiten
Verlag: cbt (23. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570162682
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
€ 16,99
Originaltitel: Strands of Bronze & Gold

auch als eBook erhältlich




© Cover und Infos Verlag cbt

Buchinfo:

Boston, 1855. Sophia ist 17, als sie nach dem Tod ihres Vaters als Waise dasteht. Da erhält sie einen Brief von ihrem Paten Bernard de Cressac, der sie auf seine Plantage in Mississippi einlädt. In Wyndriven Abbey angekommen, zieht der attraktive Gentleman und sein luxuriöser Lebensstil die junge Frau in seinen Bann. Doch je näher sich die beiden kommen, desto mehr spürt Sophia, dass Bernard eine dunkle Seite hat. Als ihr schließlich immer wieder junge, schöne Frauen mit rotem Haar erscheinen – die ihr selbst sehr ähnlich sehen-, wird Sophia misstrauisch. Sie erfährt, dass Cressac bereits mehrfach verheiratet war und alle Ehefrauen unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen ... Ist Sophia die Nächste? Oder kann sie das Netz, das Cressac um sie gesponnen hat, rechtzeitig zerreißen?


Statement:
„So wie Kupfer und Gold“, die  Geschichte handelt von Sophia, einem jungen Mädchen, dass zu ihrem Patenonkel und Vormund, Monsieur Bernard de Cressac auf sein Anwesen eingeladen wird. Nur etliche Monate vor der Reise war Sophies Vater verstorben, und nun schien sich für sie und wahrscheinlich auch für ihre Geschwister zum Guten zu wenden. Ihre Familie lebte zu der Zeit in ärmlichen Verhältnissen und Wyndriven Abbey musste Sophie wie ein Märchen vorkommen. So erstaunt es auch nicht, dass die Überschrift von Kapitel 1 „Das Märchen beginnt“ lautet.

S. 9 Anfang „Ich hatte einen unvorstellbar reichen Patenonkel. Deshalb stand mir die Welt offen.“
Es war einmal, so fangen die Märchen an. Das Märchen der Gebrüder Grimm vom Ritter Blaubart war für die Autorin Vorlage zu ihrem Buch. „So wie Kupfer und Gold“ ist eine Adaption ***(siehe unten).
Sophie muss es schon sehr komisch vorkommen, als sie erfährt, dass der Vormund das Gebäude, eine alte Abtei aus England, dort abbauen und in Mississippi wieder aufbauen ließ, eben Wyndriven Abbey. Es ist das viktorianische Zeitalter, in dem die Handlung sich abspielt. Mississippi, eines der Südstaaten Amerikas, die Zeit der Sklaverei. Letztendlich endeten die im Sezessionskrieg. Im Laufe der Handlung wird das Sklaventhema immer wieder eine Reibepunkt zwischen Sophia und ihrem Onkel, denn für sie war dieses menschenunwürdige Leben nicht akzeptabel. Sophia war im Norden Amerikas aufgewachsen.
Anfangs geblendet von dem Reichtum, dem Anwesen, der Landschaft, der Großzügigkeit des Vormunds, ist Sophia irritiert, dass Bernard Witwer ist, und auch schon einige Male verheiratet war. Ebenso fällt auf, dass seine Frauen alle rothaarig waren, wie sie auch.
So interessant sich der Klappentext las, umso mehr habe ich nach etlichen Kapiteln gehofft, dass die Handlung mal auf einen Punkt kam, wo ich als Leser das „Aha“-Erlebnis habe und neugierig werde auf das Folgende. Aber das war nicht so, leider.
Auch wenn Sophia anfangs als Charaktere scheinbar sich naiv darstellt, sich von ihrem Onkel umgarnen lässt, obwohl was sollte sie anderes machen, viele kleine Details verraten, wie sie sich immer mehr aus den Fängen des Vormunds löst. Und so bleibt es nicht aus, dass das Leserherz für Sophia schlägt.
Die Charaktere Bernard de Cressac erscheint einem wie das „Phantom“. Wenn er erst einmal seine Maske abgenommen hatte, zeigte sich der wahre Bernard.
S. 249 „In der nächsten Stunde hatte ich das Vergnügen, mich in M. Bernards faszinierender Persönlichkeit zu sonnen. Im Gegenzug lächelte ich gekünstelt und errötete, blickte unter halb gesenkten Lidern voll schüchterner Bewunderung zu ihm auf und probierte von jeder neuen Köstlichkeit, die George aufdeckte. Ich wagte nicht, mich diesem Spiel zu verweigern."

„So wie Kupfer und Gold, die Handlung in einem Zeitalter spielen zu lassen, das viel Stoff bietet, so ganz gelungen ist es Jane Nickerson nicht, leider.
Es fehlte mir das gewisse Etwas, um am Ende sagen zu können, das war ein echtes Lesehighlight.

Es war einmal ... eine Autorin, die eine Adaption auf ein Märchen schreiben wollte, welches ihr in der Kindheit nicht geheuer vorkam und sie ziemlich verstörte.
Ob das Buch dem empfohlenen Lesealter entspricht, sei dahingestellt, ich denke jedoch so ab 15 oder 16 Jahre wäre es eher geeignet. Aber es ist ja auch nur eine Empfehlung. Sicher ist, dass das Cover ansprechend gestaltet ist und neugierig macht.

Da es bei mir keine halben Punkte mehr gibt, runde ich auf gute vier Lesegenuss-Bücher auf.
Vita:

Jane Nickerson hat mit ihrer Familie viele Jahre lang in einem großen alten Haus in Aberdeen im Bundesstaat Mississippi gelebt, wo sie als Kinderbibliothekarin arbeitete. Ihre Liebe galt immer den Südstaaten, „den alten Zeiten“, Schauergeschichten, Häusern, Kindern, dem Schreiben und interessanten Bösewichten. Jetzt lebt sie mit ihrem Mann in Ontario, Kanada. "So wie Kupfer und Gold" ist ihr großartiges Debüt.

 *Adaption: (Literaturwissenschaft) Umarbeitung eines literarischen Werkes mit der Absicht, es den Erfordernissen einer anderen literarischen Gattung oder eines anderen Kommunikationsmediums (z. B. Film, Fernsehen) anzupassen

Kommentare :

  1. Ich hab das Märchen selbst irgendwie nicht mehr so recht im Kopf, aber das Buch klingt interessant.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich mußte bei der Buchankündigung auch erst überlegen, wie das Märchen um den Ritter Blaubart ging. Aber dann ...
      Also es läßt sich gut und flüssig lesen, obwohl der Anfang sich etwas wie Kaugummi zieht.
      Aber da gehen die Meinungen auseinander.
      Liebe Grüße und danke für deine netten Zeilen
      Hanne

      Löschen
  2. Hallo Hanne,

    ich hab´s ja nicht so mit historischen Geschichten, dafür mag ich Märchen-Adaptionen umso lieber und nun ist auch dieses Buch auf meiner ultralangen Wunschliste gelandet...

    Allerliebste Grüße von
    Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Sabine, und es wird dir vermutlich besser gefallen als mir (y). Die Meinungen sind ja sehr unterschiedlich, aber ich stehe dazu.
      LG Hanne

      Löschen
  3. Schon allein wegen der vielen Hintergründe (Sklavenhaltung...), die die Autorin in diesem gewaltigen Epos den jungen Lesern vermittelt, gefiel mir das Buch. Aber so ist halt vieles Geschmacksache.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da gebe ich dir recht, was die Hintergründe bezgl. Sklavenhaltung u. a. betrifft. Ob es allerdings den jungen Leser so erreicht, sei dahingestellt.
      Liebe Grüße Hanne

      Löschen

***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...