Dienstag, 1. Oktober 2013

(Rezension) Stella Menzel und der goldene Faden ~ Holly-Jane Rahlens



Holly-Jane Rahlens
Stella Menzel und der goldene Faden

Originalausgabe
160 Seiten
€ (D) 16,99 €
ISBN: 978-3-499-21661-9
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre
Auch als E-Book erhältlich:
ISBN: 978-3-644-50581-0
Erstverkaufstag: 1. Oktober 2013
Rowohlt / Rotfuchs







aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit
Mit Illustrationen von Reinhard Michl
© Cover und Informationen Verlag
Weitere Informationen am Ende des Posts
Mein Leseeindruck:

Ein modernes Märchen mit alten Traditionen. Das neue Buch der Autorin Holly-Jane Rahlens "Stella Menzel und der goldene Faden" basiert auf der Geschichte eines alten jidischen Volkslied. Von dieser Idee fasziniert hat sie ein wahrhaft anmutend zauberhaftes Märchen geschrieben, und so wie der Schneider in dem Lied wurde hier ein (goldener) Faden als Zusammenhaft genommen. Jeder besitzt vielleicht irgendein altes, über Generationen weitergereichtes Erbstück oder auch eine Erinnerung. Nur zu selten aber nehmen wir uns die Zeit, um uns an Vergangenes zu erinnern. Doch wenn es einmal geschieht, überfluten uns die Gedanken, auch das ist Magie, deren Faszination sich zu entziehen, wäre in unserer heutigen so schnellebigen Zeit wirklich schade.
Auf der Autorenseite von Holly-Jane Rahlens kann man nachlesen, wie diese Geschichte, das Buch von Stella und dem goldenen Faden entstanden ist. Von daher findet sich hier nur wenig aus der Handlung, ein bisschen zusammengerafft.

Buchanfang: Es lebte einmal ein Mädchen namens Stella Alisa Menzel, das besaß ein ziemlich großes Stück verzauberten Stoffes. Es war aus glänzendem blauen Seidensatin, übersät mit Sternen und Schneeflocken aus Silberbrokat und mit einem goldenen Faden zusammengenäht."
Dieser Stoff war vor über hundert Jahren, genau gesagt im Jahr 1918, als Wandbehang im fernen Rußland von der Mutter Galja für ihre Tochter Channa angefertigt worden. Das besondere daran war ein goldener Faden, denn Galja selbst von ihrer Mutter einmal geerbt hatte, und nun nähte sie die schweren Stoffstücke damit zusammen. Channa verließ der Liebe wegen ihre Heimat und nahm so ein Stück Erinnerung, ein Stück Familie und Heimat, mit ins Neue Land, nach Amerika.
Großmutter Josephine ist die Bewahrerin der Geschichte des Wandbehangs, der Familie, und welchen Weg sie gegangen sind, die Erlebnisse, bis hin zum Schluß, wo aus dem großen Stück Stoff, dem Erbstück aus Seidensatin nur noch eine Stück Decke übrig geblieben war, Stellas "Schneestern". Während Stellas Mutter dieses alte Stück Stoff entsorgen will, denn immer wieder passiert ein Unglück und es verkleinert sich, ist es Großmutter Josephine, die da sagt: "Lass mal sehen". Stellas Mutter allerdings widerspricht und ihr Hauptargument ist "aus nichts kann man nichts machen".
Doch es kommt der Tag, an dem Stellas Mutter ihr Herz öffnet und sich die Geschichte ihrer Familie, von diesem Stück verzauberten Stoff zu hören. "Es war einmal im Januar ..."

Der Leser taucht ein in eine Vergangenheit, wobei der Schreibstil für die angesprochene Zielgruppe paßt. Gerade durch die bildhafte Sprache kann man sich die einzelnen Charaktere, vor allem Stella, gut vorstellen. Trotz der Covergestaltung mit dem Mädchen Stella im Vordergrund hat man zwar das Bild vor Augen, allerdings ist das schon der Teenie Stella, den der Leser ganz zum Schluss des Buches erlebt.
Was mir äußerst gut gefallen hat, war das Einbinden und Erklären der jüdischen Tradition in der Handlung bzw. einzelner Kapitel.
Der Leser wird durch den feinen, flüssigen Schreibstil, in klarer bildlicher Darstellung vollständig mit eingebunden in den Verlauf der Geschichte und dass nicht nur durch den goldenen Faden, der sich durch die Seiten zieht.




Sicherlich fällt es dem einen oder anderen schwer, eine Lesepause einzulegen.
Allerdings das Buch in eins zu "verschlingen", wäre ein ganz, ganz großer Fehler. Wer das macht, hat nichts aber wirklich gar nichts verstanden, was die Autorin uns mit dieser fiktiven Geschichte mitteilen möchte.
So eine Story, wie sie hier von Holly-Jane Rahlens geschrieben wurde, sollte man nutzen, um selbst während des Lesens einfach mal abzuschweifen in seine eigene Vergangenheit, seine Familie zurückzublicken. Das Buch hat eine Botschaft, die so klar erkennbar ist, denn wer sich selbst, seine Wurzeln, seine Familie verleugnet, der wird innerlich leer sein. Nicht nur das.
Wer genau liest und die Geschichte aufnimmt, sieht mehr!
Jedes Kapitel zeichnet sich durch eine eigene Illustration aus, von dem wunderbaren Illustrator Reinhard Michl. Wer kennt ihn nicht :-)

Fakt ist...

"Stella und der goldene Faden" hat mich restlos überzeugt und erhält alle Lesebuch-Feen, die ich zu vergeben habe. Es ist ein Buch für Jung und Alt.
Insgesamt hat mich die Autorin Holly-Jane Rahlens begeistert mit einem Buch, dessen Charaktere und die Handlung etwas ganz Besonderes sind, dem man sich nicht entziehen sollte.
Und noch eins, was hervorzuheben ist. Das Buch hat ein Lesebändchen, für den Leser der goldene Faden durch die Seiten :-)
Ich schließe mal mit den Worten von Antoine de Saint-Exupéry (Werk: Der Kleine Prinz)
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“




Die Geschichte hinter der Geschichte könnt Ihr auf der Autorenhomepage nachlesen. Ich kann es euch nur empfehlen. » Holly-Jane «

P.S.
Wer meint, diese gut 150 Seiten auch als der absolute Schnelleser innerhalb von 60 Minuten lesen zu können, hat meines Erachtens nach es nicht gut gelesen, nur das aufgenommen, was für eine Rezension wichtig war, mehr aber auch nicht.

Vielen Dank an Holly-Jane Rahlens, Pia Mortensen und dem Verlag.

Kommentare :

  1. Klingt nach einem Wintermärchen, denn im Winter, wenn es früh dunkel wird und draußen der Schnee fällt, ist sicher die perfekte Zeit für ein besinnliches Buch. Könnte mir das Buch auch als "gelesenen Adventskalender" vorstellen - in der Vorweihnachtszeit jeden Tag einige Seiten (gemeinsam) lesen - haben wir bis vor wenigen Jahren so praktiziert.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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    1. Liebe Heidi, dieses Buch kann man sicher zu jeder Jahreszeit lesen. Vielleicht auch als Adventskalender, allerdings sind die Kapitel etwas lang dafür :-)
      LG Hanne

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    2. Klar, kann man natürlich immer lesen, aber in der kalten Jahreszeit kuschelt man doch gerne auch mit den Kindern vermehrt auf der Couch, weil es draußen ungemütlich und kalt ist.

      LG,
      Heidi, die Cappuccino-Mama

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  2. Das Buch hört sich ganz toll an. Es schein wirklich ein Buch zu sein, das man gelesen haben sollte. Danke für die tolle Rezi.
    Lg Nicole

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    1. Es ist zauberhaft, und falls du "Benachrichtigungen erhalten" angeklickt hast, schau mal was da einer nach dir geschrieben hat - anonym!
      LG Hanne

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  3. Das Buch klingt echt süß und ich glaube, dass wäre sogar auch etwas für mich.
    Eine tolle Rezi, liebe Hanne.

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    1. Ich danke dir, dass du wenigstens auch (!) meine Rezi verstanden hast. Denn auch wenn es wohl für Kinder-/Jugendliche geschrieben ist, es sind dann ja doch die Erwachsenen, die es evtl. vorlesen usw.
      Aber ich lass es
      Liebe Grüße Hanne

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***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

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