Dienstag, 28. Januar 2014

(Rezension) Das Glück eines einzigen Tages ~ Jacqueline Sheehan



Jacqueline Sheehan
Das Glück eines einzigen Tages
Taschenbuch
384 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442380046
Originaltitel: Lost and Found
€ 8,99

auch als EBOOK erhältlich

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< Leseprobe >



© Cover / Buchinfo / Vita - Verlag blanvalet
(Dieses Buch habe ich zur Aktion "Horst - der Tannenbaum" vom Verlag erhalten).

Wenn ein Verlust der Auftakt zu einem neuen Leben wird …
Als ihr Mann stirbt, verändert sich die Welt der 40-jährigen Rocky auf einen Schlag für immer. Sie gibt ihre Karriere als Psychologin auf und verlässt ihre Heimat, um auf eine kleine Insel zu ziehen – eine Million Meilen entfernt von allem, was ihr jemals etwas bedeutet hat. In Peaks Island angekommen, begegnet sie einem schwarzen Labrador. Mit einem hölzernen Pfeil, der ihm in der Schulter steckt, stolpert Lloyd in Rockys Leben. Es ist der Beginn einer unvergleichlichen Freundschaft zwischen einer Frau, die an einem gebrochenen Herzen leidet, und einem verwundeten, liebenswerten Tier …


Statement:
Es war Herbst geworden. Vier Monate nach dem Tod ihres geliebten Mannes faßt Rocky den Entschluss, die Stadt zu verlassen. Zu tief ist die Trauer, die Erinnerungen. Sie wird sich ein Jahr Auszeit nehmen von ihrem Job als Dozentin an der Universität, wo Rocky als Psychologin arbeitet. Doch wie es scheint, braucht sie selbst Hilfe.
Also packt sie ihre Sachen, das Haus soll untervermietet werden, aber darum kümmerte sich dann Caleb, ihr Bruder. Rocky wollte Richtung Osten, zurück in die Vergangenheit, Erinnerungen an einen glücklichen Tag auf Peaks Island.  Für etliche Wochen wohnt sie erst einmal in einem Motel in Portland. Dann liest sie ein Stellenangebot, das ein „Tierkontrollwärter/-in“ auf Peaks Island gesucht wird. Isaiah Wilson, zu ihm fast sie sofort Vertrauen. Mag wohl daran liegen, dass er früher einmal Geistlicher war und so bekommt sie den Job und er hat auch sein Ferienhaus frei, wo sie wohnen kann.
Dort auf dieser Insel, trifft sie auf die ältere Tess, eine Frau mit einer besonderen Begabung. Tess ist Synästhetikerin, d. h. sie nimmt die Menschen durch Farben wahr. Ich hatte zuvor noch nichts davon gehört, aber durch die ausführlichen Schilderungen war ich sehr beeindruckt. Der Mensch wird hier von einer ganz anderen Seite gezeigt.
In der Nachbarschaft von Rocky lebt das junge Mädchen Melissa. Obwohl sie nur eine Nebencharaktere in der Handlung spielt, wird sie mit zu einer wichtigen Person für Rocky. Melissa ist extrem sportsüchtig, wodurch sie ihre Magersucht vor anderen verstecken will.
Und dann taucht Lloyd auf, ein schwarzer Labrador. Schwer verletzt durch einen Bogenpfeil, nimmt Rocky ihn zu sich. Schließlich war ihr verstorbener Mann Tierarzt gewesen und sie kennt den Umgang mit Tieren.
Zitat S. 183
Er hörte zu fressen auf; ein paar Trockenfutterbrocken waren noch übrig. Anschließend schaute er Melissa an, und sie sah ihr Spiegelbild im Licht seiner Augen. ... Sie senkte den Kopf über den Napf, umschloss einen Brocken mit den Lippen und schmeckte süßes Getreide und Fleisch. Mit den Zähnen kratzte sie darüber und erinnerte sich an hundert Geschmäcker, die für sie seit Monaten nicht mehr existierten. Danach weichte sie jeden Brocken einzeln im Mund auf und schluckte.

„Lost and Found“, so der Originaltitel, also „verloren und gefunden“, am Ende des Buches muss ich sagen, mir hätte ein anderer Titel besser gefallen als der deutsche.
Das Glück an einem Tag verloren. Gefunden = mit und durch den Labrador, der ihr durch seinen erlittenen Verlust, den Tod seines Frauchens, all das gibt, was Rocky wieder zum Leben und den Schritt in eine neue Zukunft braucht.

Kapitel 24 ist ein ganz besonderes, indem Lloyd = Cooper den Leser an seinen Gedanken und Empfinden teilhaben läßt.
Zitat S. 261
Ein gutes Leben, ein sehr gutes Leben, besteht daraus, einen Menschen zu finden, der einen kennt, der die Freude daran, einem die Brust zu reiben, mit einem teilt, die Freude am Fressen, daran, feucht und glücklich durch den schweren Morgentau zu laufen, bei einem zu sitzen, während man hingebungsvoll an einem frischen Stock kaut.  ... Einen solchen Menschen zu finden macht ein gutes Leben aus. Und er hatte sogar zwei gefunden.

Wenngleich in dem Buch einige Themen einen großen Stellenwert einnehmen, wie z. B. die Trauer, der Verlust, sowie die Psychologie, wie viel Liebe uns ein Tier geben kann, spielt eine große Rolle. Wer nun denkt, es läuft alles glatt und ohne großartige Erlebnisse weiter ab, wird getäuscht. Da ist die Frage zu klären, woher kommt Lloyd = Cooper, wo sind seine Besitzer bzw. was ist geschehen. Dies zusammen ergibt eine spannende Handlung zum Schluss, von der nicht mehr verraten werden soll, um nicht die Freude am Buch zu nehmen. Insgesamt ist der Roman sehr flüssig geschrieben, hat wunderschöne sprachliche Bilder und jedes Motiv bzw. Handlung der einzelnen Charaktere sind nachvollziehbar und glaubwürdig.

Fazit:
„Das Glück an einem Tag“ hat mich sehr berührt und gehört zu jenen Büchern, die man so schnell nicht vergisst. Von mir gibt es daher uneingeschränkte Leseempfehlung.


Persönliches Nachwort:
Wir erleben derzeit das Glück mit unserem Golden Retriever Toby, der von seiner ersten Familie im Tierheim abgegeben wurde und nach drei Wochen Aufenthalt bei uns ein neues Zuhause gefunden hat. So schmerzvoll der Abschied nach 13 Jahren mit unserer vorherigen Golden Retriever Hündin Lina war, umso mehr genießen wir jetzt wieder das neue Glück.

Vita
Jacqueline Sheehan wuchs in Neuengland auf und lebt heute in Massachusetts. Sie arbeitet als Autorin und Psychologin. Außerdem leitet sie verschiedene Schreibseminare. Sie hat bereits zwei Romane und zahlreiche Essays und Artikel veröffentlicht.

Kommentare :

  1. Es freut mich, dass dir das Buch doch besser gefallen hat, also mir. Also mich hatte es leider gar nicht wirklich berührt... Trotz der vielen tragischen Themen ist das bei mir alles nicht angekommen.

    lg, Steffi

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    1. Hallo Steffi, das mag schon sein. Bei mir war es halt so, dass ich es nicht so neutral gelesen habe wie man ansich sollte. Siehe mein Nachwort.
      Aber Geschmäcker sind halt verschieden und jeder sollte so schreiben, wie er es empfunden hat. Lieben Dank für deinen Kommentar :-) LG HANNE

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