Samstag, 25. Januar 2014

(Rezension) Unentschieden - Alexandra Maxeiner




Alexandra Maxeiner
Unentschieden
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423214858
€ 8,95

auch als EBOOK erhältlich

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© Cover / Info / Vita - dtv-Verlag

Buchrücken:
"Würde ich ihm heute zum ersten Mal begegnen, wäre ich vielleicht beeindruckt. Aber wer bei ,Cap und Capper' Rotz und Wasser geheult hat, kann nicht dreißig Jahre später erwarten, dass ich ihm den coolen Geschäftsmann abnehme."
Ben und Iris treffen sich nach Jahren zufällig wieder. Sie kennen sich seit ihrer Schulzeit in den 80er Jahren, als Mixkassetten, zu große Schulterpolster und die Friedensbewegung den Alltag prägte. Damals ging immer etwas zu Bruch. Meist Herzensdinge. Wird das heute anders sein?

Statement:
Wäre Iris doch bloß nicht an diesem Morgen ans Telefon gegangen, dann wäre es ein ganz normaler Tag wie jeder andere auch geworden. Die Folgen des Gesprächs waren ein nicht geplanter Auftritt in einer Radiosendung, keine Kratzer an einem fremden Auto durch ihr Einparkmanöver, nun die Liste ist erweiterbar. Ein Ende in Sicht, nein, denn Iris trifft auf ihren Gesprächspartner beim Radiosender, Ben Schäfer.

Zitat S. 17
Unsere Blicke begegnen sich. Fassungslos schauen wir uns an.
„Darf ich vorstellen? Frau Schubert von der Bürgerinitiative S.O.S. Heidenruh und Herr Schäfer, Pressesprecher der Ferdinand-Mayer-AG.“
„Hallo, Issy“, sagt Ben, der seine Fassung langsam wiedergewinnt.
„Hi, Bennie“, sage ich tonlos.


Iris Schubert, »fast« alleinerziehende Mutter von der dreijährigen Lara, engagiert sich neben ihrem Beruf als Dozentin, Hausfrau, Mutter noch in der Bürgerinitiative. Normalerweise sollte heute Ute, die Frau für die Öffentlichkeitsarbeit, den Part übernehmen, doch sie war plötzlich erkrankt und Iris musste einspringen. Im Thema involviert, aber ...
Ben Schäfer, der Junge, den Iris von Kindheit an kennt, mit ihm spielen musste, dieser Bengel war nun Pressesprecher bei der Ferdinand-Meyer-AG, dessen Chef ihm den Part überließ.
Es ist über 20 Jahre her, dass sich beide das letzte Mal gesehen haben und nun das Streitgespräch im Radio. Ob das gut gehen konnte?
Doch der Zufall spielt mit und ihr Gespräch soll aufgezeichnet werden. Durch einen aktuellen Störfall in einem Chemiebetrieb hatte das Vorrang. Ab jetzt hieß es dann für beide Warten, diskutieren, alte Geschichten aufwärmen, so ist es ein Hin und Her zwischen Iris und Ben.
Die älteren Leser werden sich bestimmt an die Musikkassetten, Rekorder u.a. erinnern. Wie oft gab es Bandsalat, wenn wieder einmal sich alles im Innenleben verheddert hatte. Aber auch die Mode von damals, ins Leben gerufene Initiativen, es ist ein Rückblick in vergangene Zeiten.,
Wie schnelllebig ist die Zeit und  Jahrzehnte vergehen.
Das und noch anderes ging mir während des Lesens durch den Kopf, denn Musikkassetten u. a. sind kein Fremdwort für mich. Erinnern Sie sich z. B. noch an das Wähltelefon?
Streitgespräche führten Iris und Ben schon seit eh und jeh und auch bei ihrem Wiedersehen geht es gleich wieder los. Anscheinend hatte sich nichts geändert, und das Knistern zwischen ihnen kann man leicht spüren.

Zitat S. 184
„Frösche brauchen Freiräume.“, wiederholt Ben zögerlich.
„Ja“, erkläre ich im Rausch meines Wahnsinns, „genau wie Drachen.“
Für den Bruchteil einer Sekunde zuckt es in Bens Gesicht. Immerhin zitiere ich hier nahezu wortgenau seine Aussage, die er machte, nachdem er mein Playmobilhaus zerstört hatte.

Fazit:
„Unentschieden“ ist ein Buch, welches meine Leseempfehlung erhält. Es lohnt sich, nicht nur in Anbetracht der erzählten Geschichten beider Protagonisten, man erhält auch einen Einblick, wie es früher war.  Einfach mal das Cover näher betrachten!
FÜNF LESEGENUSS-BÜCHER

Vita:
Alexandra Maxeiner, Jahrgang 1971, hat Theaterwissenschaft, Filmwissenschaft und Ethnologie studiert. Sie arbeitet in der Frankfurter Ateliergemeinschaft labor und schreibt Bücher, Drehbücher und Theaterstücke für Kinder und Erwachsene. Für das bei Klett Kinderbuch erschienene Sachbilderbuch ›Alles Familie!‹ erhielt sie 2011 den Deutschen Jugendliteraturpreis. 
 

Kommentare :

  1. Ui, ich denke, dass könnte ein Buch für mich sein! Allerdings ist die Seitenanzahl und der Preis (in Ö ja noch höher) ganz schön wenig bzw. happig !
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Jepp, das Verhältnis ist nicht grad gut - aber schauen wir mal.
      Vielleicht krieg ich das Buch einmal für eine Verlosung - ich frag mal an ***
      Liebe Grüße Hanne

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  2. Huhu liebe Hanne, gerade bei dir eingecheckt als Leserin. Diese Buch ist wirklich ein bisschen anders als andere, schön :)
    Ich mag wie du schreibst wirklich angenehm zu lesen!
    Liebe Grüße
    Jeanne
    Jeanne D'Arc Bücherblog

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    1. Liebe Jeanne,
      vielen Dank für deine lieben Worte.
      Ich werde mich morgen mal in Ruhe auf deinem Blog umschauen, bin gerade dabei, noch eine Rezi zu einem historischen Roman zu schreiben und da brauch ich all meine Gedanken.
      Außerdem bist du eine der wenigen, die etwas zu meiner Art zu schreiben, kommentiert - lieben Dank
      LG HANNE

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  3. Oh, die gute alte Cassette auf einem Cover, finde ich schon süss.

    LG..Karin..

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    1. Die Geschichte liest sich auch gut und schnell :-)
      LG HANNE

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  4. Mit trockenem Humor entführt die Autorin den Leser in vergangene Zeiten. Herrlich!

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    1. :-) Oh, da kommentierst du ja auf einen Post, der schon wirklich Monate zurück liegt. Vielen Dank dafür
      LG HANNE

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***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

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