Montag, 24. März 2014

(Rezension) Sanddornduft ~ Christine Rath





Christiane Rath
Sanddornduft
Broschiert
349 Seiten
Verlag: Gmeiner; Auflage: 1 (5. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839214909
€ 11,99


Meine Meinung:
Vom Bodensee auf die Insel Hiddensee.
Es gibt Momente im Leben, vor denen man nicht weglaufen kann, sich immer wieder daran erinnert.
Kerstin, erfolgreiche Gebietsleiterin der französischen Kosmetikfirma „Celine-Dupont“, derzeit zu Schulungstagen in München, beschließt kurzfristig nach einem merkwürdigen Telefonat mit ihrem Freund Marc, abends noch nach Haus zu fahren. Der Leistungsdruck lastet schwer auf Kerstin. Sie fühlt sich ausgebrannt, doch immer wieder powert sie weiter. Dabei bleibt vieles auf der Strecke, nicht nur ihre Beziehung leidet darunter, auch Freundschaften. Kontakte zu pflegen, unmöglich für Kerstin. Das komische Verhalten ihres Freundes am Telefon lag ihr im Magen. Dann erhält sie noch einen Anruf von ihrer Tante Ingrid, der Schwester ihrer Mutter. Ob sie für eine kurze Zeit auf die Insel Hiddensee kommen und die kleine Pension „Silberdistel“ während ihres Krankenhausaufenthaltes führen könnte. Das was Kerstin dann daheim in ihrer Wohnung, auf ihrer Couch sieht, nimmt ihr für den Moment eine Entscheidung ab und spontan führt sie der Weg nach Hiddensee.
Wie lange war sie dort nicht gewesen? Über 25 Jahre war es wohl her, als ihre Mutter endgültig mit ihrer Familie, den Eltern und ihrer Schwester einen Schlussstrich zog.
Auf Hiddensee lebt sich Kerstin schnell ein, hier kennt jeder jeden. Aber sie war nicht die einzige Person, die dort auf der Insel einen Zufluchtsort gefunden hatte. Als Kerstin Dirk kennenlernt, taut sie langsam auf, kommt zur Ruhe. Während einer Schlechtwetterphase, bei der sich noch nicht einmal ein Hund auf die Straße wagt, stöbert Kerstin auf dem Dachboden. So viele Erinnerungen sind hier gelagert, dass Kerstin immer wieder die Frage stellt, was war damals geschehen? Wieso lebten die Großeltern weiter auf Hiddensee, während Kerstins Mutter „angeblich“ mit einem Ausreiseantrag in den Westen gegangen war? Antworten von der Mutter erhielt sie nicht. Diese hatte einen festen Panzer um das Thema gelegt. Ebenso nicht Tante Ingrid, die ihr mehrfach zu verstehen gab, sie sollte ihre Mutter fragen.
„Sanddornduft“ gewährt Einblicke in das Leben der damaligen DDR. Wie war das, nicht zu wissen, wer ist dein Freund, wem kannst du vertrauen und wer könnte ein Spitzel sein?
Ich kann die Frage nicht beantworten, weiß allerdings aus eigener Erfahrung, mit welch mulmigen Gefühl im Bauch wir jedes Mal mit dem Auto die Grenzkontrollen passiert haben, um unsere Verwandten in Ost-Berlin zu besuchen. Wenn die Spiegel unter das Auto gehalten wurden, man könnte ja evtl. Menschen schmuggeln.
Die Geschichte um Kerstin und ihrer Familie, ein Geheimnis, welches langsam enträtselt wird, eine Insel, die ich zwar nur von einem Tagesausflug her kenne, mir aber durch die bildhaften Beschreibungen wieder vor Augen erschien, hat mich begeistert.
Ich kenne beide vorherigen Bücher von Christine Rath, von daher braucht es keine weiteren Details zu ihrem Schreibstil o.a.
Wer Sehnsucht hat nach einem idyllischen Ort, der Natur und den Elementen nahe sein zu wollen, der sollte sich ein paar Tage auf der Insel Hiddensee gönnen.  Kein Autolärm, ab und an einen Sanddornlikör genießen J, abschalten, den Gedanken freien Lauf lassen, Kraft tanken.
Die Geschichte um Kerstin enthält etliche Lebensweisheiten, wundervolle Lesestunden und zeigt auf, dass Glück und Leid sowie auch Neid oft dicht beieinander liegen.

Fazit:
Die Autorin Christine Rath hat es mit ihrer Sprache, ihrem Schreibstil verstanden, den Leser mit ihrem Buch zu fesseln. Je mehr die Geschichte fortschreitet, Vergangenheit, Gegenwart, umso schneller ist man leider am Ende und möchte mehr. Schade, schon durch!
„Sanddornduft“ kann ich nur empfehlen. Es ist ein Buch, dass man nicht so schnell aus der Hand legt, eben ein besonderes Buch, nicht langweilig, empfehlenswert.
Auch das Cover gefällt und spricht an.


Buchinfo:
Sommer auf Hiddensee  Wind im Haar und Sonne auf der Haut … Die erfolgreiche Karrierefrau Kerstin genießt nach einer großen Enttäuschung die ersten warmen Tage auf der zauberhaften Insel Hiddensee. Hier, in der kleinen Pension »Silberdistel« ihrer Tante Ingrid, entdeckt sie auf der Suche nach ihren Wurzeln plötzlich ein lange gehütetes Familiengeheimnis. Als sie sich in den attraktiven, doch undurchsichtigen Dirk verliebt, muss Kerstin eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihr eigenes Leben für immer verändern wird.
Vita:
Christine Rath, Jahrgang 1964, lebt seit ihrer Kindheit am Bodensee und betreibt mit ihrer Familie ein kleines Hotel in Ludwigshafen. Ihre Wurzeln hat sie allerdings auf der Ostseeinsel Hiddensee, von der ihr Vater stammt. Hier verbrachte sie als Kind viele glückliche Sommerferien im Haus ihrer Großeltern. Und auch heute noch zieht es sie auf das „Söte Länneken“, um in der zauberhaften Natur am Meer Ruhe und Erholung zu finden. 


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