Freitag, 3. Oktober 2014

(Rezension) "Der Klang der blauen Muschel" ~ Beatrix Mannel



Beatrix Mannel
Der Klang der blauen Muschel
Taschenbuch
544 Seiten
Verlag: Diana Verlag (11. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453357853
€ 9,99
auch als E-Book erhältlich

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© Quelle / Info Diana Verlag

Samoa 1905: Die junge Henriette wandert in die deutsche Südsee-Kolonie aus. Aber sie ist einsam und nicht glücklich in diesem Paradies. Erst zusammen mit einem samoanischen Prinzen, der ihr eine magische Muschel anvertraut, entdeckt sie die Schönheit und die Geheimnisse der sagenumwobenen Insel. Doch genau diese Begegnung bringt Unheil über ganz Samoa, und Henriette muss nach San Francisco fliehen. Noch einmal glaubt sie von vorn anfangen zu können, doch der Klang der blauen Muschel holt sie immer wieder ein ...

Meine Meinung:

Im Jahr 1905 wandert die Familie Mayberg von München nach Deutsch-Samoa aus, eine der Südseekolonien. Dort hatte man eine Plantage gekauft. Sehr zum Entsetzen von Henriette muss die geliebte Schwester Sophie in München bleiben, da sie nur wenige Wochen vor der Abreise schwer erkrankt war. In San Francisco macht die Familie Zwischenstopp bei Henriettes Patentante. Tante Berta unterhielt dort ein Hotel. Auf Samoa angekommen, lernt Henriette schon gleich Tamatoa kennen, ein Samoaner. Auf der Plantage in Samoa herrscht zwar ein anderes Leben, aber die bürgerlichen Konventionen haften wie Mottenkugeln in der Gesellschaft. Henriettes Vater hat vor, sie mit Herrn Hofmann zu verheiraten. Dessen Person und Beruf sind nicht klar.Durch diese Heirat  soll eine alte Schuld von Herrn Mayberg aus der Goldgräberzeit beglichen werden, dem Zeitraum in Klondike, wo er in den Goldbesitz kam.
Schon in München hatte Henriette mysteriöse Anfälle, bei denen sie wie in Trance schreiben musste. Auch in einer Sprache, die sie gar nicht kannte. Kam daher ihr Wunsch Reiseschriftstellerin zu werden?

Die immer wiederkehrenden Begegnungen mit den Samoanern und die Lebensart interessierten Hennriette. So macht Tamatoa ihr eines Tages ein ganz besonderes Geschenk, eine blaue Muschel. Nur wenigen war es vorbehalten, das Rauschen in ihr zu hören.
Bereits in San Fransisco hatte Henriette Chinesen kennengelernt. Auf der Plantage beschäftigte man als Hausmädchen Nian. Zurückhaltend, von der Mutter wie ein Mensch der letzten Klasse behandelt, zeigt sich im Laufe der Handlung, welche Würde und Klugheit in ihr steckt.
Als das Kartenhaus von Herrn Hofmann nach und nach einfällt, immer mehr Lügen aufgedeckt werden, dreht dieser den Spieß um und begeht einen Vertrauensbruch gegenüber den Samoanern.
Henriette sieht keinen anderen Ausweg mehr und flüchtet zu Tante Berta nach San Fransisco. Im Gepäck die blaue Muschel.

„Der Klang der blauen Muschel“ ist eine historische Zeitreise. Wie schon oben erwähnt, gehörte Samoa früher zu den deutschen Kolonien. Detailliert und gut recherchiert liest man in der Handlung von den alten Traditionen, ebenso baut sich während des Lesens ein ganz wunderbares, unbeschreiblich tolles Gefühl auf, so dass man sich mitten an den Ort des jeweiligen Geschehens glaubt.
Aber auch die Zeit in San Fransisco, als das Erdbeben 1906 die Stadt heimsuchte, war beeindruckend geschildert.

„Der Klang der blauen Muschel“ ist ein Wow-Erlebnis, ein Buch, dem man sich nicht entziehen kann, wenn man es erst einmal angefangen hat zu lesen.
Wie so oft geht es um Liebe und Verrat, um Familien mit ihren Geheimnissen. Die damaligen Kolonien, egal ob in der Südsee oder in Ostdeutsch-Afrika, bieten wunderbare Schauplätze für traumhaft geschriebene Romane.
Auf jeden Fall sollte man das Nachwort bzw. hier heißt es „Statt eines Nachworts …“ lesen und das anhängige Glossar.
 
Fa'afetai



Von der Autorin hatte ich bereits das Buch "Die Insel des Mondes" gelesen und war total begeistert.
 » hier der Link zu meiner Rezi «


Vita:
Beatrix Mannel studierte Theater- und Literaturwissenschaften und arbeitete dann als Redakteurin beim Fernsehen. Heute ist Beatrix Mannel freie Autorin und schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene. "Der Klang der blauen Muschel" ist ihr vierter Roman im Diana Verlag, zuletzt erschien "Die Insel des Mondes". Beatrix Mannel lebt mit ihrer Familie in München.


Kommentare :

  1. Liebe Hanne,
    ein wirklich tolles Buch - da stimme ich dir zu :)
    War auch für mich ein klasse Leseerlebnis!
    Liebe Grüße,
    Jasmin

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    1. Hallo Jasmin, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mir jetzt erst mal deinen Leseeindruck durchgelesen und ... alles weitere kannst du bei dir nachlesen.
      <3 Hab ein schönes Wochenende
      LG HANNE

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  2. Hallo Jasmin, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mir jetzt erst mal deinen Leseeindruck durchgelesen und ... alles weitere kannst du bei dir nachlesen.
    <3 Hab ein schönes Wochenende
    LG HANNE

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  3. Liebe Hanne,

    Wahnsinn, wieviele Leute damals, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, in der Fremde gesucht haben. Ich mag diese Bücher immer sehr gerne - und das Cover ist einfach wunderschön - sowohl von den Farben, als auch vom Motiv her. Der Steg, der zum Wasser führt, scheint ein beliebtes Motiv zu sein, kenne ich von anderen Romanen.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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    1. Hallo Heidi,
      mich interessieren derartige Geschichten eh. Ich habe ja im Nachlass unseres Schwiegervaters auch eine PK aus New York von 1917 oder so gefunden, leider sind die Recherchen sehr schwierig, wie genau er im Verwandschaftsverhältnis stand. Aber ich bleib am Ball.
      Hinten auf dem Buch ist das Cover von "Der Duft der Wüstenrose" abgebildet und die Bücher nebeneinander haben sehr viel gemeinsam Finde ich toll
      LG Hanne

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  4. Danke für die Empfehlung, Hanne!
    glG, Manja

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    1. Sehr gern liebe Manja. Habe bei dir auf dem Blog eben auch ein Buch entdeckt und es sofort auf meine WuLI gepackt
      :-) LG Hanne

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    2. Danke, für deine Zeilen, Hanne. :-)
      Ich habe dir bei mir geantwortet.
      Sei lieb gegrüßt, Manja

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    3. Ich saus jetzt mal durch meine Mails, habe noch bis morgen unser Enkelkind hier. Komme daher wenig an den PC ...
      LG Hanne

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