Sonntag, 7. Dezember 2014

(Rezension) Wadenbeißer - Sonja Liebsch


Sonja Liebsch
Wadenbeißer
Broschiert
277 Seiten
Verlag: Gmeiner, A; Auflage: 1 (2. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839215708
€ 9,99

auch als EBOOK erhältlich

© Quelle VERLAG
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Maxi staunt nicht schlecht, als eines Tages ihre exzentrische Schwester Sybille samt Hund vor der Tür steht. Die Kölner Kosmopolitin sucht nach ihrer Trennung ausgerechnet in der schwäbischen Provinz Unterschlupf. Und das genau zum falschen Zeitpunkt, denn Maxi startet nach der Familienpause gerade beruflich durch. Als sie sich jedoch in einer TV-Talkshow kritisch zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie äußert, bringt sie sich und ihre Familie in ernste Schwierigkeiten.

Meine Meinung:

Manchmal kommt es anderes als geplant. Maxi hatte mit ihrer kleinen Familie einen Ausflug geplant, Alex, ihrem Mann und den beiden Söhnen Till und Jan. Doch unverhofft und völlig überraschend steht ihre große Schwester Sibylle vor der Tür. Der Kontakt zwischen den beiden Schwestern lief schon seit Jahrenauf Sparflamme. Nach gut 20 Jahren hatte sich ihr Lebensabschnittsgefährte Stefan von ihr getrennt und sie musste aus dem Loft im Kölner Stadtteil Ehrenfeld ausziehen. Wohin? Also erst mal zur kleinen Schwester. Eine Lösung wird sich finden. Soviel dazu.
Nun saß sie da, Sibylle, die immer anders war als Maxi. Nur gut, dass ihre Beziehung kinderlos war. Aber das war von Stefan und Sibylle bewusst so geplant gewesen. Doch was konnte ihre Schwester überhaupt? Denn Maxi hatte nun nach der Familienpause wieder angefangen zu arbeiten. Sibylle hingegen war die verwöhnte Frau an der Seite von Stefan, der gutes Geld verdiente. Total versnobt, brachte Maxi fast zum Explodieren. Sibylle war zu nichts zu gebrauchen, eine zusätzliche Belastung in ihrem Haushalt. Das ihr geliebter Stefan mit einer anderen jüngeren Frau eine Familie gründen wollte, hatte Sibylle völlig aus der Bahn geworfen. Selbstmitleid, so hieß ihr neuer Begleiter. Und ihre Anwesenheit im Haus wird immer mehr zu einer Geduldsprobe, nicht nur für Maxi, auch ihrer Ehe. Denn Alex zieht sich sehr zurück. Die beiden Jungs haben eine Aversion gegen ihre Tante.
Dann knallt die Bombe, als Maxi in einer TV-Talkshow sich zum Thema Beruf und Familie sehr kritisch äußert und wie bringe ich alles unter einen Hut?
Handlungsort ist am Bodensee. Nach jedem Kapitel folgt eine Kolumne, die Bezug nimmt auf die Frau und ihre Stellung in der Gesellschaft, ihrer Wertschätzung, Berufsleben, Familie. Ganz zum Ende gibt es eine Extrakolumne mit dem niedlich gezeichneten kleinen Hund, ein „Wadenbeißer“.
Tja, und die gibt es auch im menschlichen Leben, diese „Wadenbeißer“.

Und der Weisheit letzter Satz lässt erkennen, dass Menschen eine zweite Chance verdient haben.
Positive Energien, ein guter Zusatz, bringt oft ein überraschendes Ergebnis.
Ich habe mich gut unterhalten mit dem Buch von der Autorin Sonja Liebsch, auch wenn ich den Vorgänger nicht kenne. Eine nette Lektüre für Zwischendurch, auch wenn vielleicht ein bisschen früh schon die Richtung erkennbar ist.
Was in „Wadenbeißer“ klar herauskommt und im realen Leben immer noch in den Köpfen mancher festsitzt, dieses Vorurteil, dass Denken: „FRAU gehört ins Haus“.

MANN = mein Haus, mein Auto, mein ...
FRAU = mein Mann, meine Kinder, meine Küche ... oder lieber so
               meine Küche, meine Kinder, mein Mann ...
egal, macht euer Ding!


Gute Unterhaltung mit dem „Wadenbeißer“!




Sonja Liebsch wurde 1972 in Mönchengladbach geboren. Als Kind hatte sie die unterschiedlichsten Berufswünsche: Bibliothekarin, Tierärztin, Kinderpsychologin, Hotelmanagerin. Sie studierte Tourismusbetriebswirtschaft und wurde schließlich in der Nähe des Bodensees sesshaft. Sie ist in der Sprach- und Leseförderung tätig und hat bereits mehrere Spiele veröffentlicht. "Wadenbeißer" ist nach "Muttertier @n Rabenmutter" ihr zweiter Roman. Ihre Berufswünsche hat sie alle realisiert. Als Mutter von zwei Kindern ist täglich psychologisches Know How gefordert, sie arbeitet für die örtliche Pfarrbücherei und ihrem Kater hat sie schon so manches Mal das Pfötchen gehalten. Nur das mit dem Hotel hatte sie sich irgendwie anders vorgestellt! 

 

Kommentare :

  1. Oh, ich hab es auch gelesen :) Fand es auch ganz nett und unterhaltsam. Der Vorgänger steht bei mir im Regal - muss den nun auch mal lesen :D
    Schöne Rezension :)
    Liebe Grüße,
    Ronja

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    1. Hallo Ronja, entschuldige meine späte Antwort. Ich kannte den Vorgänger nicht, hab dies aber unbesorgt lesen können
      LG und hab noch eine schöne Adventszeit
      Hanne

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  2. Gefiel mir auch - was der einen ihre Kinder, sind der anderen ihr Hund (ein total verhätschelter Kinderersatz). Und in der Tat gibt es im wahren Leben leider auch überall Wadenbeißer - kleine Kläffer, feige und mit der Eigenschaft, stets von hinten anzugreifen.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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    1. Da kann ich auch ein Lied von mitreden, von diesen kleinen fiesen, hinterhältigen menschlichen Wadenbeißern - ich fand das Buch gut und realitätsnah.
      Liebe Grüße
      :-) HAnne
      und hoffentlich nicht zu stressige Tage vor Weihnachten

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***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

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