Montag, 13. April 2015

(Rezension) Die letzten Tage von Rabbit Hayes - Anna McPartlin

Anna McPartlin
Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: rororo (20. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3499269226
€ 12,00

© Cover / Info - Kauflink
VERLAG







Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.
Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ...
Die Geschichte von Rabbit Hayes: ungeheuer traurig. Ungeheuer tröstlich.

Mein Leseeindruck:

"An die Waffen!" so beginnt der Post vom 1. September 2009 auf Rabbits Blog. Man hatte bei ihr Brustkrebs festgestellt. Vier Jahre später begibt sich Rabbit Hayes, begleitet von ihrer Mutter Molly, ins Hospiz zum Sterben. Neun Tage, für jeden Tag ein Teil des Buches, worin in kleinen Abschnitten die Begleiter ihres Lebens zu Wort kommen.
Der Wille zum Überleben ist groß, doch das Wissen, den Kampf verloren zu haben, ist da. Und so beginnt der Abschied, mit Rückblicken auf die vergangenen Jahre. Wie erklärt man es jedoch seinem Kind, dass man gehen muss, weil die Krankheit den Körper besiegt hat? Wissend um ein wahrlich schweres Thema ist das Cover ein kleiner Lichtblick. Und genau diese besonderen Momente, Lichtblicke im Leben, geht es hier, aber nicht nur, und werden erzählt. Wenn du nicht mehr weißt wie es weitergehen soll, wie verhältst du dich dann? Ich habe schon oft davon gelesen, dass es gerade die sterbende Person ist, die den anderen Mut zuspricht, so wie die tapfere Rabbit Hayes.
Personen:
Rabbit, die eigentlich Mia heißt, Molly, die Mutter und Jack, ihr Vater. Juliet ist Mias zwölfjährige Tochter, sowie Grace und Daves, Rabbits Geschwister. In der Vergangenheit spielt der Rocksänger Jonny eine Hauptrolle in Rabbits Leben.
All diese Personen, bis auf einen, sind gegenwärtig, lieben Rabbit, und trotz der schwierigen Situation, mit der die Familie umgehen muss, strahlt die Todkranke so viel Positives aus, dass es schon fast unheimlich ist.

Wer nun davon ausgeht, dass das Buch nur vom Thema Tod und Verlust handelt, dem sei gesagt, es gibt sie, die Zwischendurch-Situationen, die zum Schmunzeln sind.

Die verbleibenden neun Tage sind geprägt von der Vergangenheit. Das Hier und Jetzt sind die Blumen der Handlung. Die Story geht unter die Haut und ist zudem berührend und mitreißend. Es ist mit so viel Gefühl geschrieben, dass bleibt nicht ohne Wirkung.
Angst vor diesem Buch sollte man nicht haben. Auch wenn der Tod immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist, sollte man nicht die Augen verschließen - egal wie alt man ist.
Wenn eine Mutter ihr Kind verlassen muss, egal in welchem Alter, es ist und bleibt ein Verlust, der prägt.
Wenn Eltern ihr Kind verlieren, es ist und bleibt ein Verlust, den man nicht einfach so wegsteckt.
Die Autorin hat mit sehr viel Gefühl die Familienmitglieder beschrieben. Ich könnte endlos jetzt weiterschreiben, doch einer der Charaktere ist mir besonders ans Herz gewachsen: Jack, Rabbits Vater. Es mag vielleicht daran liegen, dass ich meinen Vater durch die Krankheit Krebs schon in jungen Jahren verloren habe. Zur damaligen Zeit wurde mit der Situation anders umgegangen.  Insofern war dieses Buch, wenn auch in umgekehrter Folge, für mich ein Stück Vergangenheitsbewältigung.

"Die letzten Tage von Rabbit Hayes" hat meine Seele berührt, mich zum Nachdenken und an manchen Stellen emotional zum Heulen gebracht. Sehr realistisch, wunderbare Charaktere und nein, es endet nicht wie im Märchen. Aber das war schon klar. Ein außergewöhnliches Buch, das berührt, keine leichte Lektüre, zum Nachdenken anregt - und es ist kein Buch für Zwischendurch.
Ich gebe 6/6 Lesegenuss-Bücher! Top-Ten-Liste 2015!

Vita:
Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing, doch sie blieb dabei ihrer wahren Liebe, der Stand-up-Comedy, und dem Schreiben treu. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben in der Nähe von Dublin.

Kommentare :

  1. Ich habe nur den letzten Absatz deiner Rezension überflogen, weil das Buch ja hier noch liegt und gelesen werden will. Aber der Absatz macht mir gerade richtig Lust auf das Buch. Hoffentlich schaffe ich es bald, damit anzufangen. Aber erst müssen die Rezensionsexemplare dran...
    Liebe Grüße
    Melissa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Melissa, ich habe gesehen du hattest es dir gekauft oder? Aber denk dran, Taschentücher braucht es, jedenfalls bei mir. Es hat mich doch sehr berührt, aber wirklich gut geschrieben. Es war ein Reziexemplar, was ich bei Rowohlt gewonnen hatte...... Und hierfür die Rezi zu schreiben, da habe ich ein paar Tage Luft zwischen gebraucht
      LG HANNE

      Löschen
  2. Danke für deine Rezi. Bin auch schon sehr gespannt, das Buch zu lesen!

    LG, Becky

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Hanne,
    ich kann solche Bücher einfach nicht lesen. Ist mir einfach zu hart.
    Dafür bin ich irgendwie nicht gemacht.
    Es freut mich aber, dass es dir so gut gefallen hat.
    Sonnige Grüße,
    Jasmin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Jasmin,
      das m acht doch nix. Bin ja auch ne ganze Ecke älter als du - vielleicht mag es daran liegen? Ich weiß es nicht. Ist schon nicht einfach zu lesen, aber die Autorin schreibt es auf eine wirklich ganz tolle Art und Weise
      LG HANNE
      keine sonnigen Grüße - hier ist alles najaaaaaa besheiden

      Löschen
  4. Wow, was für eine Rezension. Deine Begeisterung spüre ich bis hierher. Nun komme ich an dem Buch wohl wirklich nicht vorbei und es wird sofort auf die Wunschliste gesetzt! Danke für den tolle Tipp!

    Liebste Grüße,
    Nazurka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine Liebe, das freut mich ungemein! Genauso sollte es auch sein
      LG Hanne

      Löschen
  5. Hoi Hanne

    Ach, dieses Buch sieht man ja in letzter Zeit sehr oft im Internet. Und ich muss sagen, dass mich schon das Cover angesprochen hat .... und nun noch deine Rezension .... ich muss es wohl definitiv auf meine Wunschliste setzen.

    lg Favola

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Favola, danke für deinen Kommentar. Und ach, naja die Rezension, habe andere gelesen, die sind weitaus besser, aber mir dann wiederum zu ausführlich. Und gerade bei so einem guten Buch ...
      Aber es ist wirklich gut. Nur man muss halt wissen, worauf man sich einläßt, denn das Thema Krebs und Abschied ist nicht ganz so einfach.
      Liebe Grüße Hanne

      Löschen

***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...