Montag, 20. April 2015

(Rezension) Die Stadt der schweigenden Berge - Carmen Lobato


Lobato, Carmen
Die Stadt der schweigenden Berge
Taschenbuch
576 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426514559
€ 9,99

© Cover / Info - Kauflink
VERLAG





Eine Frau auf den Spuren einer versunkenen Kultur und auf dem Weg zu sich selbst!
Die junge Amarna ist fasziniert von der Kultur der Hethiter und deren alter, versunkener Hauptstadt. Sie träumt davon, selbst einmal dorthin zu fahren. Doch ihr Vater verbietet ihr die Reise, obwohl er die Leidenschaft seiner Tochter teilt. Was ist auf jener Expedition passiert, die ihn einst in die verlorene Stadt führte? Und warum spricht er nie von der Mutter, an die AMarna kaum eine Erinnerung hat?
Mit Hilfe ihres Freundes Paul, der Amarna schon lange liebt, gelingt es ihr schließlich, ihren Traum zu verwirklichen - der sich jedoch bald als Alptraum entpuppt.

Zitat: "Drei Äpfel fielen vom Himmel: der erste für den, der erzählt, der zweite für den, der zugehört, der dritte für den, der verstanden hat. So schließen die meisten armenischen Märchen." (Ossip Mandelstam, "Die Reise nach Armenien")

Meine Meinung:
Im Jahr 1931 in Berlin beginnt die Geschichte. Armana Brandstätter studiert Archäologie und arbeitet an ihrer Magisterarbeit über die Kultur der Hethiter. Vor allem interessiert sie sich für die vergangene Hauptstadt Hattusa. Je intensiver sie sich mit dieser Kultur auseinandersetzt, um so mehr spürt sie, dass sie nach Anatolien fahren muss, um vor Ort den Ausgrabungsort zu besuchen. Man muss bedenken, zu der damaligen Zeit gab es immer noch Vorurteile, wenn Frauen studierten. Erinnerungen an ihre Mutter hatte Armana so gut wie keine und über das Thema war mit dem Vater nicht zu reden. Armana widersetzt sich dem Willen des Vaters und fährt mit ihrem Freund Paul in die Türkei.
Was sie dort erwartet und wie Vergangenes in ihr Leben greift, lässt sich in diesem bemerkenswerten Roman lesen. Es handelt sich um eine historische Geschichte, die ich so nicht erwartet hatte. Erinnerungen aus dem Unterricht über das ehemalige Weltreich der Hethiter waren so gut wie keine vorhanden, muss ich zu meiner Schande gestehen.
In der Handlung geht es nicht nur um Armana und Paul, der Leser erfährt noch mehr. Sei es über den Völkermord an den Armeniern und der Königsfamilie aus dem Reich der Hethiter. Der Autorin gelingt es hervorragend, die Atmosphäre der jeweiligen Zeit einzufangen und zu vermitteln. Dabei hat man stets das Gefühl, hautnah dabei zu sein. Die historischen Gegebenheiten sind gut recherchiert und durch die verschiedenen Blickwinkel spannend geschrieben. Der rote Faden zieht sich von Anfang bis Ende durch.
Die Protagonisten sind alle wunderbar beschrieben, so dass man sich in die jeweilige Charaktere gut hineinversetzen kann. Kurzfassung: einfühlsam, authentisch, sehr intensiv und klar.
Die Geschichte erzeugt beim Leser Emotionen und Gefühle, und mit jeder Seite die man liest, erhöht sich die Spannung, wie es denn weitergeht.
Wer sich auf die Lesereise mit dem Roman "Die Stadt der schweigenden Berge" begibt, mus
Wieder ein Buch, welches ich kaum aus der Hand legen konnte - und das meine ich so!
Der Schreibstil von Carmen Lobato liest sich hervorragend. Sie erzählt die Geschichte voller Emotionen, jederzeit fesselnd. Sie verwendet genau die richtigen Worte und darauf kommt es an.
Das Cover ist wunderschön. Hier harmonisieren die warmen Rottöne, die Schrift mit den wenigen Gegenständen.

"Die Stadt der schweigenden Berge" ist kein leichter Lesestoff, aber es lohnt sich allemal! Themen wie Mut und Hoffnung, Schicksal aber auch Erkenntnis für später, doch hauptsächlich sind es die Charaktere, die Handlung, ein Geheimnis, und und und …
Es war wieder einmal nicht ganz einfach, über so ein exzellentes Werk eine Rezension zu schreiben. Wenn ihr mehr über den Inhalt erfahren wollt, finden sich diese schon anderweitig. Ich verzichte deshalb darauf.
Für mich ist "Die Stadt der schweigenden Berge" ein weiteres Lesehighlight in diesem Jahr. Wie soll das bloß weitergehen, wenn noch so viele Monate vor mir liegen? "smile"

Eine tiefe, gefühlvolle Geschichte. Ich vergebe 5 Lesegenuss-Bücher.

Vita:
Carmen Lobato ist Romanistin und zeit ihres Lebens eine leidenschaftliche Reisende gewesen. Für ihren neuen Roman hat sie umfangreiche Recherchen vor Ort in Anatolien betrieben. Carmen Lobato ist als Dozentin tätig und lebt mit ihrer Familie in verschiedenen europäischen Städten.
Die Kultur der Hethiter und das Schicksal des armenischen Volkes sind ihr ein besonderes Anliegen.


Kommentare :

  1. Wow, das klingt richtig gut! Vom Inhalt her ist es eigentlich mal so gar nicht meins, aber deine Begeisterungsfähigkeit ist einfach ansteckend, daher setze ich das Buch jetzt mal auf meine Wunschliste. Danke für den tollen Tipp und liebste Grüße!!!

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  2. Meine Liebe, auf Wunschliste setze ich auch oft einiges. Irgendwann komme ich noch mal dazu, alles abzulesen *lach......
    Ich wünsche dir eine schöne Zeit
    Liebe Grüße
    HANNE

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