Samstag, 22. August 2015

|| Rezension || Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens ~ Sarah Moore Fitzgerald

Sarah Moore Fitzgerald
Das Apfelkuchenwunder oder die Logik des Verschwindens
Gebundene Ausgabe
256 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (20. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351966
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: The Apple Tart of Hope
€ 14,99
Adelheid Zöfel (Übersetzer)

© Cover / Info - Kauflink
VERLAG




Ein wunderbares Buch über das Anderssein, über wahre und falsche Freundschaft und darüber, dass die Rettung manchmal von unerwarteter Seite kommt

Oscar ist Megs bester Freund. Er hat ein besonderes Gespür für seine Mitmenschen und ist mit seinem Apfelkuchen stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Doch als er selbst Hilfe braucht, ist Meg am anderen Ende der Welt. Und auch sonst ist niemand für ihn da. Oscar verschwindet spurlos – und alle befürchten das Schlimmste. Alle, bis auf Meg. Sie ist fest entschlossen, herauszufinden, was wirklich passiert ist …


Meine Lesemeinung:
"Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens" heißt der  Debütroman von Sarah Moore Fitzgerald, Professorin für Psychologie.
Es geht um Freundschaft, Verrat und wie am Ende doch alles wieder gut wird.
Es geht um Oscar, der eines Tages plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist. Nur sein Fahrrad hatte man am Pier gefunden und so wurde vermutet, dass er Selbstmord begangen hatte. Doch seine Leiche war bislang nicht gefunden worden.

So beginnt das Buch mit einem Trauergottesdienst für Oscar, Abschied nehmen von jemanden, der doch geliebt wurde und beliebt war. Was waren die Hintergründe für seinen vermuteten Selbstmord?
Für Oscars jüngeren Bruder, der im Rollstuhl sitzt, nicht vorstellbar, dass sein Bruder nicht mehr da ist.
Rechtzeitig zur Trauerfeier kommt Meg aus Neuseeland zurück, wohin ihre Familie für sechs Monate gezogen war. Nur widerwillig hatte sie sich dem gefügt, bis zu dem Abend vor dem Abflug, als Oscar ihr einen Apfelkuchen geschenkt hatte.
Es verband sie so viel mit Oscar, nicht nur dass ihre Häuser so eng beieinander standen, dass sie sich aus ihren Fenstern unterhalten konnten. Ihre Freundschaft war gewachsen und irgendwann merkt man, dass es mehr ist als Freundschaft.
Wenn aus Freundschaft Liebe wird.
Für Meg war es unvorstellbar, dass Oscar tot sein sollte. Das war so gar nicht seine Art, spurlos zu verschwinden oder gar sich umzubringen. Was also hatte Paloma, das Mädchen, welches mit ihrer Mutter ihr Haus für die sechs Monate bewohnte, damit zu tun?
Nur gut, dass Stevie und Meg sich einig waren: Oscar musste noch leben. Nur wo war er?

Die Kapitel des Buches sind wie ein Stück Kuchen (Apfelkuchen): es beginnt mit dem ersten Stück. Und dann geht es weiter, Stück für Stück, Kapitel für Kapitel - genussvoll. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd von Meg und Oscar. Seine Sichtweise, sein Erlebtes, und was ihn letztendlich zum Untertauchen bewegt hat, verbindet diese Stränge miteinander und werden zu einer Einheit.

Apfelkuchen backen, das ist für Oscar ein Seelentröster und das hat er bei seiner Großmutter gelernt. Man muss mit dem Inneren dabei sein, dann wird er ganz besonders, magisch. Ich werde das für mich mitnehmen und bei meinem nächsten Backanfall mich nur noch darauf konzentrieren. Nicht oft, aber ab und zu, dann muss ich nämlich backen. Das ist so! Mir tut es gut und danach fühle ich mich besser - sehe manches mit anderen Augen.

Handlungsorte sind Irland und Neuseeland. Die Hauptpersonen Meg und Oscar überzeugen durch ihre Beschreibung. "Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens" hallt lange nach, und ist außerdem ein Buch, wenn man es ein zweites Mal liest, sicherlich andere Emotionen aufkommen lässt als beim ersten Lesen. Eine Bereicherung, etwas Besonderes, wenn man bedenkt, wie viel kluges, tiefsinniges, berührendes und zum Denken anregendes auf diesen 256 Seiten zu lesen ist. Es gibt nur wenige Autoren, die mich mit einem All-Age-Roman überzeugen konnten.

Es läuft nicht immer alles glatt im Leben, und manchmal ist es mehr Schein als sein. Das Leben hat viele Facetten, aber das wichtigste ist doch, den Weg zu finden, um damit umzugehen.

"Jeder Mensch merkt, wenn ein anderer Hilfe braucht, aber die wenigsten nehmen sich die Zeit, auf ihre Instinkte zu hören." (Zitat Oscar S. 45)

Leseempfehlung für Liebhaber von Jugendbücher, für Jung und Alt!

Vita:
Sarah Moore Fitzgerald, geboren 1965 in New York, USA, ist Professorin für Psychologie. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Limerick, Irland, und glaubt ganz fest an die magische Wirkung von Apfelkuchen. Und daran, dass man die Hoffnung niemals aufgeben darf.


Kommentare :

  1. Hallo Hannelore,

    das Buch klingt wirklich gut. Da will man doch gleich wissen, was mit Oscar ist. Das mit dem Apfelkuchen baken, finde ich eine süße Idee.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Vanessa, es gibt selten ein Buch, was ich wirklich verschlinge - also Jugendbuch oder so. Aber das hat mir wirklich sehr gefallen. Endlich mal, nach dem letzten Chick-Lit war das eine "Erholung" lach. Das mit dem Apfelkuchnbacken hat ja auch eine Bewandnis für Oscar und fand ich wirklich gut.
      Liebe Grüße und danke für deinen Stöberbesuch
      Hanne

      Löschen
  2. Liebe Hanne,
    Mir tat Oscar ja furchtbar leid. Er war so ein herzensguter Junge, da bedrückt es sehr, was ihm angetan wurde. Völlig unverständlich für mich :-( Ich glaube auch, dass man das Buch nochmal anders sieht, wenn man es ein zweites Mal liest. Bei mir bleibt es im Regal :-)
    Grüß dich lieb,
    Damaris

    AntwortenLöschen

***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...