![]() | Tahereh Mafi Ich fürchte mich nicht Gebundene Ausgabe 320 Seiten Verlag: Goldmann Verlag (23. Juli 2012) Sprache: Deutsch ISBN-13: 978-3442313013 Originaltitel: Shatter me € 16,99 Dystopie-Roman |
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Ich habe eine Gabe. Ich bin das Leben. Berühr mich.
»"Du darfst mich nicht anfassen", flüstere ich. "Bitte fass mich an", möchte ich in Wahrheit sagen. Aber wenn man mich anfasst, geschieht Seltsames. Schlimmes.«
Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht ...
Buchanfang:
Ich bin seit 264 Tagen eingesperrt.
Habe nur Gesellschaft von einem kleinen Notizheft, einem halbkaputten Schreibstift und den Zahlen in meinem Kopf. 1 Fenster. 4 Wände. 15 Quadratmeter. Ein Alphabet mit 26 Buchstaben, die ich seit 264 Tagen nicht mehr ausgesprochen habe.
6366 Stunden, seit ich zum letzten Mal jemanden berührt habe.
Statement:
Ich
fürchte mich
nicht
... auf den ersten Blick eine scheinbar düster wirkende Geschichte, doch hinter dem Titel und dem tollen Cover verbirgt sich mehr.
Der Auftaktband zur Dystopie-Trilogie und gleichzeitig ihr Debütroman der Autorin Tahereh Mafi ist auf dem besten Weg, sich seinen Platz im Fantasy-Genre zu schaffen.
„Ich fürchte mich nicht“ gehört zu den Büchern, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen haben.
Tahereh Mafi, mit Juliette hat sie eine Charaktere geschaffen, versehen mit Schwächen und Stärken, und doch passieren im Laufe der Handlung Dinge, auf die man als Leser nicht vorbereitet ist. Es gab Abschnitte, wo man während des Lesens immer wieder mal die Luft anhält, um dann ganz tief auszuatmen.
Die Autorin hat einen Schreibstil, der von einem enormen Wortschatz, einer lebendigen Ausdrucksweise lebt.
„Ich fürchte mich nicht“ erzählt das Schicksal von Juliette, die seit 264 Tagen in einer Zelle eingesperrt lebt (siehe Buchanfang). Doch irgendwann bekommt sie Gesellschaft und man steckt Adam zu ihr.
S. 132 Spoiler
Adam kannte mich, als er in meine Zelle kam.
Er wusste genau, wer ich war.
Er kannte meinen Namen bereits.
Oh
Oh
Oh
Es war eine Falle.
Juliette, seit ihrer Kindheit verfolgt sie dieser unsägliche Fluch, dass jede Berührung für den anderen Menschen tödlich sein kann. Doch Juliette ist etwas Einzigartiges. Auch wenn es so scheint, dass sie eine starke Persönlichkeit ist, man merkt, dass die Autorin sich intensiv mit ihrer Figur beschäftigt hat und viel Zeit aufgewandt hat, glaubwürdige Charaktere zu erschaffen.
Adam, wie soll sie sich ihm gegenüber verhalten? Adams und Juliettes Gefühle glaubwürdig in die Handlung einzubringen, ihre Beziehung und sein Verhalten, hier den richtigen Weg zu finden, spricht wiederum für die Autorin.
Die Welt in „Ich fürchte mich nicht“ ist geprägt von Krieg und Gewalt, die Menschen hungern, die Natur wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr.
Die Geschichte entwickelt ihren eigenen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. „Ich fürchte mich nicht“ liest sich fast von selbst. Man mag das Buch kaum aus der Hand legen.
Fazit:
Ein fast perfekter Auftakt einer Dystopie-Trilogie, der ich auf jeden Fall meine Leseempfehlung gebe, obwohl ich trotz intensivster Recherche keinen Hinweis fand, wann der zweite Band erscheint. Bis auf ein paar Kleinigkeiten genau die richtige Mischung.
Obwohl es auch hier wieder sein kann – der eine mag es, der andere wiederum nicht.#
„Fürchte mich nicht“ ist ein Highlight 2012.
Und so schließe ich die Rezension mit dem am Buchanfang veröffentlichten Zitat aus dem Gedicht von Robert Frost Der unbegangene Weg
Two roads diverged in a wood, and I—
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
Zwei Wege boten sich mir dar,
Ich nahm den Weg, der weniger begangen war,
Und das veränderte mein Leben.
Ich vergebe FÜNF schwebende Bücher.















