Vom Gehen und Kommen des Glücks:
»Der Zug der Nonnengänse« ist ein bewegender Roman über eine besondere Frauen-Freundschaft, schicksalhafte Entscheidungen und die inspirierende und tröstende Kraft der Natur.
Wenn sich der Himmel über der Insel Langeoog mit mächtigem Flügelrauschen füllt, dann kehren die Nonnengänse heim in ihr Winterquartier.
Nichts gibt der 60-jährigen Amelie so viel Trost und Kraft zugleich wie Wanderungen in der sich stetig wandelnden Natur des Wattenmeers und der Anblick der eleganten Zugvögel – ganz besonders jetzt, wo ihr wegen einer Krebs-Erkrankung nur noch wenig Zeit bleibt. Eine einzige Sache würde Amelie gerne noch ins Reine bringen, wenn sie nur wüsste, wie …
Als Bente auf der Insel eintrifft, ahnt Amelie sofort, was in der 20 Jahre Jüngeren vorgeht: Zu gut kennt sie selbst die widerstreitenden Gefühle, die Bente umtreiben.
An langen Nachmittagen in der Natur Langeoogs, wo die beiden Frauen Amelies geliebte Nonnengänse beobachten, entsteht eine tiefe Freundschaft, die schließlich beiden den Weg weisen wird.
Franka Michels - Der Zug der Nonnengänse
Herausgeber : Knaur TB; 2. Edition (1. September 2021)
Sprache : Deutsch // Taschenbuch : 336 Seiten
ISBN-13 : 978-3426527290 // € 10,99 / Gelesen 09/2021
"Herzlich willkommen im Dünennest!"
Es
war Herbst und Jan-Hauke hatte gestern spät noch einen Gast
aufgenommen. Bente war überstürzt von Hannover auf die Insel Langeoog
geflüchtet und wollte für unbestimmte Zeit bleiben. Jan-Hauke, der jeden
Morgen bei seiner "alten" Freundin Amelie vorbeischaut, erzählte nur,
dass er gesehen habe, dass die Frau Kummer habe. Daheim gelassen hatte
Bente ihren Mann Daniel und ihre halbwüchsige Tochter.
Sie brauchte Abstand, Luft zum Atmen.
Jan-Hauke
kümert sich mehr denn je um Amelie, denn ihre Krebserkrankung ging
Richtung Ende. Ihr einziger Wunsch war es, noch einmal die geliebten
Nonnengänse kommen und wieder wegfliegen zu sehen. Einen klaren Kopf
bekommt man am besten in der Natur oder am Meer. Und so bleibt es nicht
aus, dass sich Amelie und Bente über den Weg laufen. Man muss dazu
sagen, dass Amelie auch manchmal ganz schön hartnäckig sein kann. Die
beiden nähern sich an. Was sie bei Bente gesehen hatte, ihren Kummer,
kannte sie aus ihrem vergangenen Leben. Die beiden freunden sich mehr
und mehr an und man erfährt ganz viel über die Natur, die Vögel, alles
so toll geschrieben, dass man es direkt vor Augen hat. Aber auch Amelie
ist nicht frei von Kummer. War doch da n och eine Sache, die sie gern
vor ihrem Ableben geklärt hätte.
Auf eine ganz besondere Art haucht
die Autorin ihren Figuren Leben ein. So gibt die Geschichte Hoffnung mit
auf den Weg, Mut sich an glückliche Momente zu erinnern. Die Autorin
lässt auf eine sehr ruhige Art die Frauen, deren Gefühle und
Empfindungen deren Geschichte erzählen. Je länger man in dieser
verweilt, umso lebendiger wird alles. Die Handlung reiht sich Stück für
Stück aneinander, gekonnt verwoben mit den Rückblicken von Amelie.
"Der
Zug der Nonnengänse" ist eine der berührendsten Geschichten, die ich
bisher gelesen habe. Es ist ein Buch, dass auch nach Tagen noch
nachwirkt.
Wie heißt es doch:
Es gibt keinen Weg zum Glück,
Glück ist der Weg.
(Buddha)
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Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Verlag
Am Ende wartet die Hoffnung …
Franka Michels lebt selbst an der Nordsee-Küste und liebt es, Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen wie beispielsweise der Salzwiese zu beobachten. Die auch auf der Insel Langeoog rastenden Nonnengänse haben die Autorin zu ihrem Roman über eine Frauen-Freundschaft inspiriert, die sich im Rhythmus der Natur entfaltet und schließlich beiden Frauen hilft, eine wichtige Frage zu beantworten: Was bedeutet Glück?
