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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Mittwoch, 22. Mai 2019

(Rezension) "Die Jadelilie" ~ Kirsty Manning

Eine Spurensuche in Shanghai
Begeben Sie sich mit Kirsty Manning auf die Spur der Jadelilie und entdecken Sie eine berührende Familiengeschichte vor den exotischen Kulissen Australiens und Chinas.
Lediglich ein Jade-Anhänger in Form einer Lilie ist der Australierin Alexandra von ihrer Mutter geblieben: ein Symbol der reinen Liebe, das aus Shanghai stammt, wo ihre Mutter adoptiert worden war. Als Alexandra in einer tiefen Lebenskrise steckt, beschließt sie, sich auf die Suche nach ihren Wurzeln zu begeben. So beginnt die Australierin eine kulinarische und sinnliche Entdeckungsreise durch die betörenden Gärten und Märkte Shanghais und ergründet das Geheimnis ihrer Familie. Doch erst, als sie den sensiblen Landschafts-Architekten Zhang kennenlernt, weiß sie, wonach sie wirklich gesucht hat.
Ein Familiengeheimnis vor der exotischen Kulisse Shanghais - Kirsty Mannings Romane sind ein Fest für alle Sinne!
Schicksal und Familiengeheimnisse

Kirsty Manning - Die Jadelilie - Knaur TB - 560 S. - ISBN: 978-3-426-52383-4 - € 9,99
Gelesen 05/2019

Mein Leseeindruck:

Der Roman "Die Jadelilie" ist die Geschichte der Familie Bernfeld, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird.
Es beginnt in Wien am 10. November 1938, dem Wohnort der Familie. Über Nacht war hier das Grauen eingetreten. Bei einem Zwischenfall werden Menschen getötet, so auch der älteste Sohn Benjamin. Der zweite Sohn Daniel wird verhaftet und nur mit Hilfe de snetten Nachbarn Herrn Gruber können sich die Eltern mit der jungen Romy retten. Er verschafft ihnen Papiere für China bzw. Shanghai. Es ist eine lange Reise dorthin. Romys Eltern hatten sich auf der Schiffsreise der jungen Nina angenommen, deren Mutter auf dem Schiff verstorben war. Herr Bernfeld war Arzt, aber machtlos, denn Medikamente wurden Juden verwehrt. Ninas Vater war in einem Progrom ums Leben gekommen - genau wie Benjamin (Zitat S. 50). Erst später erfährt die Familie, dass Daniel in Dachau untergebracht ist. Nina und Romy bleiben Freunde ihr ganzes Leben, mit einigen persönlich bedingten Unterbrechungen.
Handlungsort in der Gegenwart ist Melbourne. Dort lebten Alexandras Großeltern Wilhelm und Romy. Alex war von London sofort aufgebrochen, als sie die Nachricht der Oma erreichte. Es ging zu Ende mit dem Opa. Sie hatten ein ganz besonderes Verhältnis zueinander, zumal Alexandras Eltern schon früh verstorben waren. Alexandra hatte eh vor beruflich für eine Zeit außerhalb Londons zu arbeiten. Ihre Beziehung zu Hugo war gerade in die Brüche gegangen. Als erfolgreiche Brookerin besaß sie Eigentum in Melbourne. Nina und Romy, zwei Charaktere, die Kirsty Manning dem Leser im Laufe der Handlung sehr authentisch nahebringt. So geht es in wechselnden Kapiteln der Vergangenheit und dem heute und dennoch, jedes ist so miteinander verbunden, dass es sich harmonisch und fließend lesen lässt.
Was aber hat es nun mit der Jadelilie auf sich? Und was für ein Geheimnis verband Romy und Nina? "Vergib mir", diese letzten Worte hatte Romy ihrem Wilhelm in seinem letzten Monent seines Lebens zugeflüstert. Ein Jadeanhänger in Form einer Lilie, der von Generation zu Generation innerhalb der Familie weitergereicht wird. Irgendwann im Laufe der Handlung wird Alexandra erfahren, dass der Anhänger schon einige Jahrhundert Jahre alt ist. Und für Alexandra ist es n un Zeit zu erfahren, was die Familie ihrer Mutter betraf. Denn diese war von Romy und Wilhelm adoptiert worden, so heißt es. Sie wird ihre Nachforschungen in Shanghai beginnen, denn dort hatte alles begonnen.
Zitat S. 128
"Vielleicht würde Shanghai auch Alexandra helfen, sich neu zu erfinden."

Was die Vergangenheit betrifft, hat die Autorin recherchiert und viele historische Ereignisse offenbart, die mir neu waren. Dass Shanghai ein offenes Tgor für Flichtlinge aus Europa war, und dann dennoch später unter den Repressalien der japanischen Truppen litt, die Angst wieder hervortrat, Hungersnot in den Flüchtlingslagern herrschte, all das wird hier dermaßen klar und bildhaft geschrieben, dass man meint sich mitten zwischen den Zeilen zu bewegen. Dass die Familie alles dafür tut, um ihren Sohn Daniel aus Dachau zu holen, dass das möglich war mit den entsprechenden Dokumenten, war mir ebenfalls unbekannt. Dies aber war nur bis zu einem bestimmten Zeitraum unter dem Regime möglich.

"Gegen das Vergessen", so ist "Die Jadelilie" erneut ein tiefer Blick in die Vergangenheit der dunklen Geschichte Deutschlands. Das Ausmaß menschlichen Leidens, Menschen, die einen anderen Glauben hatten, verbirgt sich hier ein wundervoller Roman um die Geschichte zweier Frauen: Romy und deren Enkelin Alexandra.
Es ist ein ganz besonderer Roman, der so viel uns zeigt, Augen öffnet und glaubt mir, es wird nicht ganz ohne Tränen gehen.

"Die Jadelilie" ist nunmehr das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe und die Geschichte spricht für sich. Das Cover ist absolut passend zu dieser wirklich großartig erzählten Geschichte
Das Buch bekommt eine klare Leseempfehlung.
#Lesehighlight

Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info / Zitat - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag

Großartig und fesselnd – ein altes Geheimnis und noch viel mehr. Lesehighlight!

Dienstag, 8. Mai 2018

(Rezension) "Der Garten der Düfte" ~ Kirsty Manning

Gelesen 05/2018
Kirsty Manning
Der Garten der Düfte
Broschiert: 480 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426521539
ISBN-13: 978-3426521533
Sonja Rebernik-Heidegger (Übersetzer)
Originaltitel: The Midsummer Garden
€ 9,99

 Cover - Info - VERLAG





Ein Fest für die Sinne

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck

"Ein Wohlfühlroman für alle Sinne …", so schreibt der Verlag über den Roman "Der Garten der Düfte" von Kirsty Manning. "Genau meins", waren meine ersten Gedanken, als ich das farblich sehr harmonische Cover sah, Titel und auch der Infotext sprachen mich an.
Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart ist Pip Arnet die Hauptcharaktere. Sie wohnt und lebt in Tasmanien, kocht leidenschaftlich gern. So verwundert es nicht, dass sie von ihren Eltern vier Kartons mit sehr alten Kupfertöpfen zur Verlobung mit Jack erhält. Pip und Jack ergänzen sich gut, ebenso wie Pips Schwester mit Will. Pip hat alle Energie in den letzten Jahren in ihre Forschungsarbeit der Wirbellosen gesteckt, während Jack sich mit dem Gedanken trägt, das Anwesen seiner Eltern, das Weingut, zu kaufen. Sein Bruder in New York ist sowieso dafür und die Eltern möchten ein vorliegendes Angebot zur Übernahme annehmen. Um das Weingut noch effizienter zu machen, hat Jack eine Geschäftsreise nach Italien gebucht. Dort will er sich intensiv mit dem dortigen Weinanbau vertraut  machen. Doch das passt nicht in Pips Plan. Sie will und muss ihre Doktorarbeit zu Ende bringen …Es kommt zum Bruch zwischen beiden. Jack fliegt allein nach Europa. Zuvor entdeckt Pip in einem der Kupfertöpfe ein sehr altes Rezeptbuch. Es gehörte einer Artemisia. Dieser Name kommt aus dem Pflanzenbereich, bzw. Kräuter.
Frankreich, im Sommer 1487. Auf dem Chateau de Boschand herrscht emsiges Treiben. Die bevorstehende Hochzeit erfordert alle Hände. Artemisia, die als Waisenkind hier aufgewachsen  und dann das Kochen erlernt hat. Unter dem alten Abt durfte sie Schreiben und Rechnen lernen, und er lehrte sie alles über die Kräuter in seinem Garten. Der war Heiligtum.

Was nun die Vergangenheit mit Pips Leben zu tun hat, dies ist von der Autorin geschickt miteinander verflochten. Zwei starke Frauen, die eine gemeinsame Liebe verbindet, das Zubereiten und Kochen von Gerichten und der Genuß. Experimentieren gehört für beide dazu.
Das Cover ist vortrefflich für das Buch gewählt. Ein zweiter Blick und man ahnt, es steckt so viel dahinter.
Der Schreibstil ist sehr angenehm. Man merkt deutlich auch hier die Liebe zum Detail. Allerdings muss ich sagen, waren mir etliche, und davon nicht wenige, Absätze einfach "too much".

Durch die abwechselnden Zeiten wird die Geschichte, angepasst der jeweiligen Lebensumstände, ein Ganzes. Der Hauptteil des Romans spielt in der Gegenwart, ein kleiner aber wesentlicher Teil fünfhundert Jahre zurück.
Da das Buch zwei Erzählstränge hat, gibt es dazwischen natürlich eine gewisse Spannung, und sie bleibt bis zum Schluss erhalten. Alle Protagonisten sind gut aufgestellt, wobei ich keine bevorzuge.

Familiengeschichten gehören zu meinem Lieblingsgenre und bereits nach wenigen Seiten war ich eingetaucht in die Geschichte „Der Garten der Düfte“. Die Entwicklung der Geschichte war teils nicht ganz so vorhersehbar. Aber man spürt das gewisse Etwas zwischen den Zeilen. Ein Roman, der mir über zwei Tage entspannende Lesestunden brachte.  Mit allen Sinnen genießen – ein Wohlfühlroman
Ӝ̵̨̄Ʒ 4  Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.

Kirsty Manning lebt mit ihrem Mann und drei Kindern nördlich von Melbourne in einem Haus unter Kastanienbäumen. Neben dem Gärtnern und Kochen gilt ihre ganze Leidenschaft dem Weinanbau und den Weingeschäften und Bars, die sie in Sydney und Melbourne betreibt.

Ein Wohlfühl-Roman für alle Sinne über zwei Frauen, zwei Leben und die Liebe zum Kochen: Lassen Sie sich von Kirsty Manning und ihrer charmanten Heldin Pip Arnet auf eine unvergessliche kulinarische Reise in den "Garten der Düfte" entführen.

Die Meeresbiologin Pip liebt ihre Heimat Tasmanien, den Duft nach Meer und Eukalyptus, die Weinberge und die regionalen Köstlichkeiten. Und doch zieht es sie in die Ferne. Von Wissensdurst getrieben heuert die Hobbyköchin bei einem spanischen Spitzengastronom an. Im Gepäck hat Pip wenig mehr als ihre Leidenschaft für vorzügliches Essen und das mittelalterliche Rezepte-Büchlein einer gewissen Artemisia, das sie in einem alten Kupfertopf entdeckt hat. Wer war die geheimnisvolle Frau, die mit großem Einfallsreichtum solch köstliche Rezepte niedergeschrieben hat? Und was ist aus Artemisias Liebe zu ihrem italienischen Gewürzhändler geworden?
Von den windumtosten Stränden Tasmaniens führt Pips Reise ins Baskenland, auf ein Weingut in der Toskana und in die Brasserien von Paris, bis sie in dem verwunschenen Garten eines französischen Klosters auf die Spur von Artemisia trifft

Ein fünfhundert Jahre alter Kupfertopf enthüllt seine Geschichte
Der Duft der Kräuter
Ein Genuß für die Sinne