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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Freitag, 6. Juni 2025

Lina Morgenstern ~ Gerhard J. Rekel

 


Gerhard J. Rekel   --- Lina Morgenstern
Die Geschichte einer Rebellin
 Herausgeber ‏ : ‎ Kremayr & Scheriau
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 14. Mai 2025
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 264 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3218014670

€ 26,00 /Gelesen Mai 2025

Vorkämpferin für Emanzipation, Aufklärung und Wohlfahrt

B̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅h̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅f̲̲̅̅o̲̲̅̅]

Für Frauen hat das 19. Jahrhundert Heim, Herd und Gott vorgesehen. Doch Lina Morgenstern stellt sich schon früh gegen diesen Lebensentwurf. Zu ihrem 18. Geburtstag gründet sie einen Wohltätigkeitsverein und überredet auf ihrer Feier die Geschäftspartner ihres Vaters mit einer spontanen Rede zu großzügigen Spenden.
Mit 24 heiratet sie gegen den Willen ihrer Eltern Theodor. Als sein Modegeschäft pleitegeht und die Familie mit fünf Kindern brotlos dasteht, schreibt sie in wenigen Wochen einen Bestseller, während er sich um Haus und Kinder kümmert. Im Preußisch-Österreichischen Krieg gründet Lina mehrere Volksküchen, im Deutsch-Französischen sogar Lazarette – und rettet so tausende Menschenleben.
An Zensur und Patriarchat vorbei initiiert sie die erste Zeitung ausschließlich von Frauen für Frauen und den ersten „Internationalen Frauenkongress“ auf deutschem Boden, der politische Wellen schlägt. In zahlreichen Archiven entdeckte Gerhard J. Rekel neue Details und lässt das außergewöhnliche Lebenswerk einer mutigen Unternehmerin und feministischen Wegbereiterin lebendig werden.

Rebellin, Feministin, Unternehmerin - die in einer Männerwelt Großes vollbrachte

M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Lina Morgenstern, ein Name, der mir bis vor langer Zeit nichts sagte. Erst durch einen anderen Roman machte ich die "Bekanntschaft" mit dieser bemerkenswerten Frau, die am 25. November 1830 das Licht der Welt in Breslau erblickte. Es war ein offenes Elternhaus, in dem Lina mit ihren Geschwistern aufwuchs. Und doch durfte sie, bildungshungrig wie sie war, kein Gymnasium oder Uni besuchen. Das war den Frauen untersagt. Sie war intelligent, lernte Sprachen und wuchs im Glauben ihrer jüdischen Eltern auf.
Schon sehr früh lernte sie ihren späteren Mann Theodor Morgenstern kennen. Zur damaligen Zeit eine Liebesheirat, nein es galt halt die existenzielle Absicherung, also Geldheirat.
Das vorliegende Buch ist inhaltlich aufgeteilt in Kapiteln mit zugehöriger Jahreszahl. In den Texten befinden sich fortlaufend Fußnoten, die hinten unter "Anmerkungen" nachzulesen sind. Die "Zeittafel" ebenso zeigt noch einmal auf, welch interessante Persönlichkeit Lina Morgenstern war. Was sie alles in Bewegung setzte, Steine die ihr als Frau in den Weg gelegt wurden, immer wieder eine Lösung fand. 1854 zog die Familie nach Berlin, wo Linas Mann Theodor einen Modesalon eröffnete. Lina kümmerte sich nicht nur um die Kinder, sondern schrieb weiter an ihren Büchern. Hier findet sich ebenfalls hinten eine kleine Auflistung.
Letztendlich durch den damaligen Krieg gegen Österreich, die Not, dem Elend wurde die erste Volksküche eröffnet. Es gibt in Berlin noch einige Stellen mit einer Gedenktafel für die damalige Volksküche.
Wer die sehr ausführliche Biografie des Autors über Lina Morgenstern liest, lernt eine Persönlichkeit kennen, die weit über den Tellerrand geschaut hat und bereits an ihrem 18. Geburtstag ihr erstes "Start-Up" gründete, den Pfennigverein. Dieser diente zur Unterstützung armer Schulkinder. Er existierte bis 1930.
Doch ihre Unternehmungen liefen nicht immer problemlos ab. Viele machten ihr das Leben schwer. Es ist anzunehmen, weil sie Jüdin war.
Am Ende fragt man sich, warum war diese Person Lina Morgenstern doch vielen nicht bekannt?
Auf zwei Seiten am Ende listet der Autor seinen Dank an all derer, die Material, Aufzeichnungen, Bildrechte, Beratung, persönliche Gespräche zur Verfügung stellten.
Diese akribische Recherche zeichnet das Buch aus.
"Lina Morgenstern - Die Geschichte einer Rebellin" von Gerhard J. Rekel - meine absolute Leseempfehlung!

❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀
Herzlichen Dank an den Verlag und Buchcontact  für das Rezensionsexemplar
Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag

❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀

Sie kämpfte für ihre Visionen ...
Die wahre Geschichte der Gründerin der Berliner Volksküchen


❀• Vita  •❀

Gerhard J. Rekel wurde 1965 in Graz geboren. Mit zwölf entdeckte er die Leidenschaft am Spiel mit Worten, Szenen und Geschichten. Nach dem Studium an der Filmakademie Wien begab er sich auf ausgedehnte Studienreisen durch China, Indien und Südamerika. Für seine erste Filmkomödie "Trauma" erhielt er neben einer British-Academy-Nomination zahlreiche internationale Auszeichnungen. Eine Jury des Thalia-Theaters Hamburg kürte 2004 "Machiavellis Masseuse" zu einem der besten vier Nachwuchstücke. Er schrieb Drehbücher für erfolgreichen TV-Reihen wie "Tatort", "Universum" und "Terra X". Mehrere Romane sind erschienen, als dtv-premium "Der Duft des Kaffees", bei Styria "Die chinesische Dame" und "Mona Lisas dunkles Lächeln" (mit D. Kresse). Rekel lebt in Berlin, hat noch einen Koffer in Wien und ist seit 2006 Gastdozent an der Donau-Universität Krems. Mehr Infos: www.GerhardRekel.de

Freitag, 22. September 2023

Wie ein Stern in mondloser Nacht ⭐ Marie Sand

 

Ein bewegendes und vergessenes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte

Hin und wieder verlangt das Leben einen rebellischen Mut, um in der Spur zu bleiben. Das erkennt die Hebamme Henni Bartholdy im Berlin der 1950er Jahre. Auf der einen Seite sieht sie den Wohlstand, auf der anderen Seite den Schatten für Mütter in Armut. Alks eine schwangere Frau eines Nachts droht, ihr Baby nach der Geburt auszusetzen, da ruft Henni: Ich rette dein Kind! Ich bin an deiner Seite." Mit diesem Versprechen beginnt ein Drama und gleichsam eine Geschichte, die von tiefer Liebe erzählt.

Die anrührende Geschichte einer heimlichen Heldin, deren Eigensinn bis heute wirkt.

Marie Sand - "Wie ein Stern in mondloser Nacht"
Die Geschichte einer heimlichen Heldin
Droemer TB; 1. Edition (1. September 2023)
Broschiert ‏ : ‎ 304 Seiten || ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426309100
€ 16,99 / Gelesen 09-2023


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Handlungsort ist Berlin. Es beginnt in der Vergangenheit 1947. Die junge Hanni lebt mit der Mutter und dem kranken Bruder in ärmlichen Verhältnissen in einer Hinterhofwohnung. der Vater lebte nicht mehr. Henni wart auf den Weg zu den von Rothenburgs, wo die Mutter sonst putzte. Doch diese war kränklich und Henni musste für sie einspringen. Dort im Haus begegnet sie dem Sohn Ed, der nach einem Disput mit dem Vater die Treppe hinunter eilt. Sie kommen ins Gespräch und so erfährt sie, dass er nach Cambridge will, studieren. Sie will auch mehr aus ihrem Leben machen. Er will heranwachsendes Leben retten, während sein Vater die "Zellklumpen" entfernt. Henni kennt das, denn sie sieht das arme Leben, wo ein Kind nach dem anderen geboren wird, stirbt ...

Berlin im Jahr 2000
Aufgewachsen in Dänemark, lebt und arbeitet Liv schon sehr lange in Berlin als Reporterin. Heute war sie zur Eröffnung der Babyklappe am Krankenhaus Waldfriede gekommen. Der etwas siebzigjähre Redner hielt eine beeindruckende Rede, wobei ihr durch den Kopf geht, sie würde ihn irgendwie kennen. Und daher wagt sie die Frage: "Kennen Sie Henni Bartholdy?"
Vor vielen Jahren hatte sie die stadtbekannte Hebamme Henni Bartholdy interviewt. Diese hatte in den 1950er Jahren so eine Art Babyklappe gebaut. Aus der Not heraus. Als Liv konkrete Fragen stellt, bricht die Hebamme das Interview ab und das war es dann. Liv selbst war ein Findelkind.
Die Geschichte zwischen Henni und Ed entwickelt sich. Doch als sie von ihm schwanger wird, regeln die Mütter den Abgang hinter ihrem Rücken. Ihr wird gesagt, dass Ed nach Cambridge gegangen sei.
Vergangenheit und Gegenwart greifen nahtlos ineinander.
Am beeindruckendsten sicherlich Hennis Leben, ihr Werdegang. Die damaligen Lebensumstände, da spürt man die pure Verzweiflung der Frauen. Doch Henni lässt sich nicht von ihrem Weg abbringen, geschweige denn verbiegen. Und sie trifft Ed wieder, der zwar verheiratet ist, doch eines Tages bei ihr einzieht. Während die Charaktere Henni sich als eine starke Frau darstellt, verblasst Liv gegen sie.
Was die beiden Frauen miteinander verbindet, kann man nur erahnen. Ich möchte hier nicht weiter spoilern.
Es ist eine Geschichte, die zeitweise sehr emotional herüber kommt. Das Thema Babyklappe bzw. Findelkinder, die Grauzone der Justitia, hochsensibel und dennoch darf man hier nicht die Augen verschließen. Meine absolute Leseempfehlung.

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Über den Autor und weitere Mitwirkende
Marie Sand lebt in Berlin. Sie studierte Kunstgeschichte, arbeitete in Zeitungsverlagen und war 16 Jahre in einer politischen Institution im Medienbereich sowie im Referat für internationale Beziehungen tätig. Sie engagierte sich für die Verwirklichung der Menschenrechte in Südasien. Seit 2009 berät sie als Freiberuflerin Autoren zu den Bereichen Buchkonzept und Schreiben von Unternehmens- und Sachbüchern. Ihre Leidenschaft aber ist die Spurensuche nach außergewöhnlichen Heldinnen in der Literatur – und in der Zeitgeschichte. 


"Leben sollen sie, sie alle sollen leben."

Sonntag, 13. November 2022

Felix Blom - Der Häftling aus Moabit ~ Alex Beer

 

In der preußischen Reichshauptstadt geht ein Mörder um …

Berlin, 1878: Der Gauner Felix Blom wird nach drei Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Doch in Freiheit ist nichts mehr so, wie es mal war: Sein Hab und Gut gepfändet, seine Verlobte ist mit jemand Neuem liiert. Alle Versuche, an Geld oder Arbeit zu kommen, scheitern. Aber dann hat Blom eine geniale Idee: Warum sich nicht mit der neuen Nachbarin zusammentun? Die ehemalige Prostituierte Mathilde führt eine Privatdetektei, allerdings sind die Aufträge rar, da man ihr als Frau diese Arbeit nicht zutraut. Ihr erster Fall führt die beiden gleich auf die Spur eines mysteriösen Mörders, der seinen Opfern Briefe mit der Botschaft zukommen lässt: „In wenigen Tagen wirst Du eine Leiche sein.“ Als auch Blom eine solche Karte unter seiner Tür durchgeschoben bekommt, wird die Sache persönlich …

Alex Beer
Felix Blom - Der Häftling aus Moabit
Limes Verlag; Originalausgabe Edition (26. Oktober 2022)
Broschiert: ‎ 368 Seiten || ISBN-13: ‎ 978-3809027591
€ 17,00  / Gelesen 10/2022



M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]


Handlungsort ist Berlin, im Jahr 1878. "Felix Blom - Der Häftling aus Moabit" ist der Auftaktband einer neuen Krimireihe der Autorin Alex Beer. Er handelt von dem Gauner und Hochstapler Felix Blom und seiner weiteren Entwicklung. Nach drei Jahre Haft, die er unschuldig eingesessen hat, wird er entlassen. Nur wenige Tage bleiben ihm, um eine Bleibe und Arbeit nachzuweisen. Ansonsten würde man ihn wohl wieder einsperren. Nach seiner Entlassung steht Felix vor dem Nichts. Selbst seine Verlobte hat sich anderweitig umgeschaut. Doch eins hatte er sich vorgenommen, den Täter für den er einsaß, zu finden. Hilfe erhält er von einem Bekannten, so dass er eine Bleibe hat. Als er eine dieser ominösen Karten erhält, die derzeit im Umlauf sind, er würde innerhalb drei Tage eine Leiche sein, fasst er einen Entschluss. Seine Nachbarin Mathilde Voss hat eine Privatdetektei, allerdings hat eine Frau zu der Zeit einen schweren Stand. So tut er sich mit ihr zusammen.
Wie sich die ganze Sache weiter entwickelt, würde zu viel vom Inhalt verraten. Die ganze Story wird doch von einer gewissen Spannung gehalten. Die damalige Zeit dem Leser nahe zu bringen, ist der Autorin gut gelungen. Hier wurde gut recherchiert und es wurde ein recht genaues Bild der Zeit gezeichnet. Allein schon zu lesen, wie sich die Reichshauptstadt entwickelte. Auch die Entwicklung der beiden Charaktere war gut nachvollziehbar und sie ergänzen sich auf eine bestimmte Art.
Es ist dem Umstand geschuldet, dass ich hin und wieder dieses Genre lese. Vorreiter hierfür eigentlich war die Reihe einer Polizeiärztin in Berlin. Auf jeden Fall sollte man es nicht versäumen, das Nachwort der Autorin zu lesen. Wirklich sehr interessant und aufschlussreich. Also für den, den es interessiert.
Mit diesem Band der Reihe habe ich mich gut unterhalten und gebe gern meine Empfehlung.


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Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Für ihre Kriminalromane wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter der Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2017 und 2019, der Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels MIMI 2020, der Österreichische Krimipreis 2019 sowie der Fine Crime Award 2021. Zudem stand sie auf den Shortlists für den Friedrich Glauser Preis, den Viktor Crime Award und den Crime Cologne Award.

Spannend, unterhaltsam mit Blick in das preußische Berlin

Montag, 27. Juni 2022

Morgen werden wir glücklich sein ~ Lea Korte

 

Drei Frauen - Drei Leben im Paris der 1940er Jahre

Historischer Roman über starke Frauen während der deutschen Besatzung in Paris
❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀
Marie, Amiel und Geneviève sind seit Kindertagen miteinander befreundet. Als 1940 die Deutschen in Paris einmarschieren, wird ihre Freundschaft jedoch auf eine harte Probe gestellt. Lehrerin Marie geht zur Résistance, um ihre jüdischen Schüler vor den Nazis zu retten. Ärztin Amiel unterstützt sie, obwohl sie selbst Jüdin ist. Die Sängerin Geneviève wiederum lässt sich mit den Deutschen ein, um weiter auf der Bühne stehen zu können. Für Marie ist dies ein verheerender Verrat und sie wendet sich von der Freundin ab, die bisher ›alles‹ für sie war. Als Geneviève sie am meisten braucht, verweigert Marie ihr die Hilfe und löst damit eine Katastrophe aus ...

❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀

Lea Korte
Morgen werden wir glücklich sein
Piper Schicksalsvoll; 2. Edition (26. Mai 2022)
Taschenbuch ‏ : ‎ 432 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3492504553
€ 12,00 / Gelesen 06/2022
❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀


[̲̲̅̅M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Die Handlung beginnt in der Gegenwart. Malou, die Enkelin von Marie, versucht verzweifelt ein Gespräch mit Josephine, Enkelin von Geneviève, zu führen. Ihre Großmutter möchte eine alte Geschichte aus dem Weg räumen, ausklären, sich entschuldigen. Etwas was vor über siebzig Jahren geschah. Doch Malou hatte nicht mit diesem Hass gerechnet, den ihr Josephine entgegenbrachte. Letztendlich landen beide nach dem Streitgespräch im Fahrstuhl des Hauses und bleiben stecken.
Paris im Sommer 1940. Wieder einmal saßen sie im Luftschutzkeller, während die Deutschen Paris bombardierten. "Die drei Unbesiegbaren", ein Spiel aus der Kindheit von Geneviève, Amiel und Marie. Marie war Lehrerin, Amiel Ärztin und Geneviève Sängerin. Hunger bestimmte ihr Leben. Und dann nehmen die Deutschen Paris ein. So wird sich das Leben der drei ändern. Amiel ist Jüdin und schon bald gerät auch das Leben der Juden in Paris in Gefahr. Geneviève sieht es aus der Überlebensperspektive und um weiter Musik machen zu können, lässt sie sich mit einem Deutschen ein. Aber das ist nicht nur der einzige Punkt. Marie geht in die Resistance. Für sie gilt es, Leben zu retten. Leben jüdischer Schüler, Juden in Sicherheit zu bringen. Die Beziehung Genevièves mit dem Deutschen belastet "die drei Unbesiegbaren", am meisten Marie und führt dann irgendwann zu einer Katastrophe.
Zitat S. 47 ... Malou: "Ich bin hier, weil sich meine Großmutter bei deiner entschuldigen will."

Während die drei Protagonistinnen die Geschichte der Vergangenheit erzählen, wird dies immer wieder mal in kurzen Kapiteln der Handlungsebene im Heute. Die Protagonisten sind alle wunderbar beschrieben, so dass man sich in die jeweilige Charaktere gut hineinversetzen kann. Kurzfassung: einfühlsam, authentisch, sehr intensiv und klar. So wird die jeweilige Person sichtbar gemacht. Durch diesen Wechsel bleibt eine gewisse Spannung erhalten. Was genau damals in den Jahren geschah, gehe ich nicht näher drauf ein. Wenn ihr mehr über den Inhalt erfahren wollt, finden sich diese schon anderweitig. Ich verzichte deshalb darauf.
Der Schreibstil von Lea Korte  liest sich hervorragend. Sie erzählt die Geschichte voller Emotionen, jederzeit fesselnd. Die Geschichte erzeugt beim Leser Emotionen und Gefühle, und mit jeder Seite die man liest, erhöht sich die Spannung, wie es denn weitergeht.

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Schon mit 12 wusste Lea Korte, dass sie später Romane schreiben will und noch heute ist das Bücherschreiben ihre große Leidenschaft. Bisher hat sie neun Romane bei Heyne, Lübbe, Aufbau und Droemer Knaur veröffentlicht, drei weitere Romane sind in Arbeit. Außerdem bildet sie in ihrer Online-Akademie »Romanschmiede« seit zehn Jahren sehr erfolgreich Autoren aus. Lea Kortes Liebe zu Frankreich und Spanien zeigt sich auch darin, dass sie dort immer wieder lange Monate mit Schreiben verbringt. Paris ist ihre große Liebe und die Heimatstadt ihres Mannes. Frankreich war schon immer ihre große Liebe – die sie dann auch vor einen französischen Traualtar geführt hat.


"Man hat immer eine Wahl." Eine tiefe, gefühlvolle Geschichte.

Sonntag, 14. November 2021

Die Totenärztin: Goldene Rache ~ René Anour

 

Die Geheimnisse der Toten ...

Wien, 1908. Die junge Gerichtsmedizinerin Fanny Goldmann liebt ihren Beruf. Auch wenn die Vorstellung, tote Menschen aufzuschneiden – oder die Tatsache, dass sie als Frau überhaupt arbeitet –, für viele ein Graus ist, fühlt sie sich nirgends so wohl wie am gerichtsmedizinischen Institut. Doch ihr neuester Fall gibt ihr ein Rätsel auf. Sie findet eine geheime Botschaft an der Leiche. Ist die für sie bestimmt? Stammt sie vom Mörder? Fanny ahnt noch nicht, dass dieser Mord der Auftakt zu einem Machtkampf zwischen zwei sehr gefährlichen Männern ist. Dass nicht nur sie selbst, sondern auch ein Künstler namens Gustav Klimt hineingezogen wird. Und dass sie unmögliche Entscheidungen treffen muss, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen …

René Anour
Die Totenärztin - Goldene Rache Bd. 2
Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (19. Oktober 2021)
Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499005596
€ 12,00 / Gelesen 11/2021


[̲̲̅̅M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Juni 1908 in Wien. Auf der Wiener Kunstschau wird das Meisterwerk von Gustav Klimt ausgestellt, "Das Liebespaar". Später, nach der Bearbeitung des Bildes, erhält es den Namen "Der Kuss". In ihrem Nachwort schreibt die Autorin, dass es heute im Oberen Belvedere in Wien ausgestellt ist und als eines der teuersten Gemälde der Welt gilt. Klimt selbst wird auf der Ausstellung von einem Mann angesprochen, er solle an dem Gemälde arbeiten, bis er es selbst vollkommen findet.
Zitat S. 7
"Es ist das Gesicht der Frau", raunte ihm sein Gesprächspartner über die Schulter zu, ohne sich umzudrehen, bevor er in der Menge verschwand."
Fanny Goldmann hatte nun endlich ihre Jungassistentenstelle an der Gerichtsmedizin. Bei all der Freude hatte sie schwer daran zu tragen, dass ihre Freundin Tilda verschwunden war.
Dass Fanny ihren Beruf liebte, zeigt sich in all den kommenden Abschnitten des Instituts. Sie ist wißbegierig, hinterfragt und ihre Neugier schadet das eine oder andere Mal. Zur damaligen Zeit eine Frau in dem Beruf wurde halt nicht immer gut angesehen.
Zitat S. 361
"Tod, Verderben und Chaos", brummte Reiterer und wandte sich an den Schreiber. "Das kommt dabei heraus, wenn sich ein Weibsbild in Männerangelegenheiten …"

Dass Graf Waidring sie unter Beobachtung hat, auch weil er ihre Hilfe/Ergebnisse braucht, der Grund zu all dem bleibt lange ungelüftet. So gerät Fanny ziemlich schnell zwischen die Fronten eines Machtkampfes. Es wird nicht nur eine Leiche geben, soviel  sei verraten. Und es befinden sich Botschaften bei diesen. An Fannys Seite bis zu einem gewissen Zeitraum der Polizist Max. Dass Waidring nichts unversucht lässt, zeigt er bei einem Besuch daheim. Er hat sie mit einem Stipendium geködert. Doch bei alldem nicht aus den Augen verloren Fannys verzweifelten Versuche wo ist Tilda. Ihr ist schon klar, dass Waidring Tilda als Druckmittel nutzt, aber lebt sie noch?
Auch Nebencharaktere haben ihren Platz in der Handlung.
Da ist Schlomo, bei dem Fanny mehr als einmal Rat und Hilfe sucht.
Fannys Tante, die nichts unversucht lässt, sie zu verheiraten.
Ihr Vater, der sich so langsam erholt und dann auf eine Reise geht. Diese Reise hat eine Hintergrundgeschichte. Fand ich sehr berührend.
Fannys Entwicklung mitzuerleben, war gut dargestellt. Ebenso all das medizinische Wissen, das Forschen, egal ob es um Würmer ging usw. war so vermittelt, dass ich es im Prinzip verstanden habe.
Für mich war das Gemälde von Klimt nur schmückendes Beiwerk zur Handlung.
Schwierig wurde es all die ganzen Verschwörungen rundum zu verstehen. Von daher zog sich die Handlung bis zu den ersten dreihundert Seiten manches Mal etwas zu lang.
Doch dann zeigte sich eine kämpferische Fanny. Es wurde richtig spannend. Und so habe ich den Rest in einem Rutsch gelesen.

War dieser Band wirklich das Ende von Fanny Goldmann? So ganz sicher bin ich mir nicht, denn die Begegnung zum Schluss vor dem Gemälde von Klimt wirft Fragen auf.

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Medizin, Geschichte, Mord und eines der berühmtesten Gemälde der Welt: Gustav Klimts «Der Kuss». Hochspannung vor historischer Kulisse.

"Finden Sie, dass jedes Bild eine Botschaft vermittelt?"

Samstag, 26. Juni 2021

Die Totenärztin - Wiener Blut ~ René Anour

 


Eine junge Ärztin
Eine heimliche Obduktion
Eine gefährliche Entdeckung


Wien, 1908. Als ein toter Obdachloser in der Gerichtsmedizin eingeliefert wird, schenkt niemand ihm einen zweiten Blick – niemand außer der jungen Ärztin Fanny Goldmann. Ihr fallen Ungereimtheiten auf, aber keiner ihrer männlichen Kollegen will auf sie hören. Daher obduziert sie die Leiche nachts heimlich. Eine gefährliche Entscheidung, denn plötzlich findet sie sich mitten in einer tödlichen Verschwörung rund um einen charismatischen Dieb und Kaiserin Sissis verschwundene Diamantsterne wieder. Ihre Ermittlung führt Fanny von den mondänen Salons und prunkvollen Palais der Oberschicht bis in die schäbigen Spelunken und Bordelle der Wiener Unterwelt. Hier lauert an jeder Ecke der Tod, dessen Opfer Fanny auf ihrem Sektionstisch ihre intimsten Geheimnisse offenbaren ...

Eine atemberaubend spannende Mischung aus Medizinhistorie und Krimi
Der erste Fall für Totenärztin Fanny Goldmann

René Anour
Die Totenärztin - Wiener Blut
Die Totenärztin-Reihe, Band 1
Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (15. Juni 2021)
Taschenbuch ‏ : ‎ 416 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499005589
€ 12,00 / Gelesen 06/2021


[̲̲̅̅M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Wien, im Jahr 1908 an einem Freitagabend im Institut für Gerichtsmedizin. Dort arbeitet Fanny Goldmann, die zwar einen Doktortitel besaß, aber "nur" als Prosekturgehilfin dort sein durfte. Gerade waren sie und Franz mit einer Obduktion fertig, als ein neuer Fall hereinkam. Zwei Polizisten brachten den Leichnam, anscheinend ein Obdachloser. Doch da waren so viele Merkwürdigkeiten, die Fanny zweifeln ließen. Irgendetwas stimmte hier nicht. Das war kein Obdachloser. Und so schleicht sie sich heimlich später, als Franz schon weg ist, noch einmal ins Institut und untersucht den Mann ohne Namen. Sie stellt interessantes fest, entnimmt Proben und findet einen kleinen metallischen Gegenstand mit Zettel. Als sie sich die Ergebnisse der Proben anschaut, wird ihr klar, der Mann ist ermordet worden.
Fanny Goldmann ist Ärztin, aber so war es halt damals, man war der Meinung, Frau gehört in die Küche, Kinder kriegen usw. An Fannys Seite ihre beste Freundin Tilda, der sie natürlich von ihrem Alleingang und dem Fund erzählt. Beide ahnen nicht, was für ein gefährliches Abenteuer auf sie wartet. Aber Fanny will wissen, was hinter all dem steckt. Daheim ihrem Vater mag sie nicht davon erzählen, er ist gesundheitlich sehr angeschlagen. Es treten noch weitere interessante Personen auf, so wie zum einen die Frau des Professors Kuderna, Leiter des Instituts, der sie gar nicht einstellen wollte, dann ist da noch "Blaumeise", ein Deckname. Genau wie Fanny ist er an der Lösung des geheimnisvollen Gegenstands u.s. interessiert. Da warten brenzliche Situationen auf alle und es bleibt auch nicht bei dem einen mysteriösen Mord. Die geschilderten Szenen wie u.a. im Sektionsraum werden sehr gut ins Bild gesetzt. So wurde halt vor gut 100 Jahren gearbeitet. Hier zeigt sich auch die Liebe von Fanny zu ihrem Beruf. Sie wollte nicht nur einfache Ärztin werden, sondern genau diese Richtung. Wohin das alles führt und was der Hintergrund zu all dem ist, erfährt der Leser spannend erzählt. Das es um Kaiserin Sissi ihre Diamantsterne geht und was es damit auf sich hat. Selbst am Tag ihrer Ermordung trug die Kaiserin ihren ganz besonderen Diamantstern, der aber dann verschwunden war.
All diese Einblicke und die Kombination zwischen spannendem Krimi und dem historischen Hintergrund, das war absolutes Lesevergnügen. Man bekommt Einblicke in das Leben der damaligen Gesellschaft als auch mit kriminellen Machenschaften, der sogenannten Unterwelt.

Der Autor versteht sich darauf, ein gutes Bild vom dem Wien der damaligen Zeit zu zeichnen. Die Protagonisten kommen gut an, sympathisch und gut durchdacht. Man könte meinen, sie haben tatsächlich so gelebt und gewirkt.

Medizinhistorie lese ich gern, Krimis sind eher nicht so meine Richtung. Doch hier hatte mich nicht nur der Titel und das Cover neugierig gemacht, sondern auch der Klappentext.
Dass der Roman mit einem fiesen Cliffhanger endet, brauch ich gar nicht zu erwähnen, oder doch?!☺
In Nachwort erhält der Leser Einblick in Themen und Personen zur Handlung, als auch ein Glossar mit medizinischen Begriffen.

Die Totenärztin: Goldene Rache erscheint am 19. 10. 2021

📖 📖 📖 📖  📖  Lesegenuss Bücher
Herzlichen Dank an den Verlag für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info / Zitate  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


René Anour lebt in Wien. Dort studierte er auch Veterinärmedizin, wobei ihn ein Forschungsaufenthalt bis an die Harvard Medical School führte. Er arbeitet inzwischen bei der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und ist als Experte für neu entwickelte Medikamente für die European Medicines Agency tätig. Sein historischer Roman «Im Schatten des Turms» beleuchtet einen faszinierenden Aspekt der Medizingeschichte: den Narrenturm, die erste psychiatrische Heilanstalt der Welt. Sein zweiter Roman bei Rowohlt ist der Auftakt zu einer Reihe um eine junge Pathologin in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts: «Die Totenärztin».

https://www.reneanour.com/

Spannender  und historisch  interessanter Krimi
Eine spannende historische und außergewöhnliche Lesereise