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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Samstag, 15. August 2015

|| Rezension || Das verschlossene Zimmer ~ Mascha Vassena


Mascha Vassena
Das verschlossene Zimmer
Taschenbuch
320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (13. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492305853
€ 9,99

 Cover / Info  Kauflink

VERLAG





Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Meine Lesemeinung:

Über dreißig Jahre lang hatte Lenas Mutter Gabriella keinen Kontakt mehr zu ihrer italienischen Familie. Nun erhielten Mutter und Tochter einen Brief von einem Notar aus Venedig. "banca privata Orlandi", Lenas Recherche im Internet hatte sie fassungslos gemacht und so stellt sie ihre Mutter zur Rede. Die Familie besaß eine Privatbank. Der Brief ist die Ladung zur Testamentseröffnung des verstorbenen Ermano Orlandi.
Doch Gabriella lässt sich von ihrer bevorstehenden Reise nicht abbringen und untersagt ihrer (volljährigen) Tochter, Ende November den Termin wahrzunehmen.
Zitat:
"Diese Familie macht einen kaputt, stellina, sie ist wie ein polpo mit Fangarmen. Ich habe mich da herausgewunden, weil ich ein anderes Leben wollte, als mein Vater für mich vorgesehen hatte. Wenn ich das nicht getan hätte, hätte ich nicht deinen Vater geheiratet, und dich gäbe es nicht."
(S. 7)

Klare Ansage.
Doch der Gedanke nach Venedig zu reisen, lässt Lena nicht los. Was steckte hinter dieser Familiengeschichte? Wenn da nur nicht ihre Brückenphopie wäre.
Venedigs Straßen bestehen ja hauptsächlich aus Kanälen und man kann sie nur über Brücken überqueren. Lena erinnert sich an das Ereignis vor knapp fünf Monaten. Danach hatte sie sich von ihrem langjährigen Freund Alexander getrennt.
Die Handlung beginnt im Spätherbst 2014 in München und springt im zweiten Kapitel sogleich 34 Jahre zurück nach Venedig.

Das Aufeinandertreffen der ihr unbekannten Verwandten in Italien verläuft zunächst unkompliziert. Lena soll sogar im Palazzo wohnen. Wer keinerlei Vorstellungen von diesen großen Gebäuden hat, hier gibt die Autorin einen detaillierten Blick in das Innere,  authentisch und bildlich vorstellbar. Man spürt förmlich die dumpfe Atmosphäre, die Feuchtigkeit des Wassers von dem Canale. All das ist ein guter Background für eine Romanhandlung.
Das Geheimnis der Familie Orlandi und warum ihre Mutter damals Italien verließ, Lena will Antworten. Die Idee hinter dem Buch gefiel mir und ich war gespannt, was mich erwartete. Die Geschichte baute sich langsam auf, die Rückblenden in die Vergangenheit sind im Prinzip die Geschichte in der Geschichte.

Bei ihren Charakteren setzt die Autorin auf charmante als auch widerspenstige Personen. Obwohl ich von Anfang an eine Verbindung zu einzelnen Protagonisten hatte, konnte mich das Buch nicht von Beginn an überzeugen. Erst ab einem gewissen Abschnitt hat mich die Geschichte gefesselt, und die Autorin sorgt für etliche Überraschungen, womit ich fast gar nicht gerechnet hatte.

Spannend, teils dramatisch sorgt "Das verschlossene Zimmer" um ein dunkles Familiengeheimnis für angenehme Lesestunden.

Ich gebe vier Lesegenuss-Bücher.

Mascha Vassena studierte Kommunikationsdesign und arbeitete mehrere Jahre als freie Journalistin in Hamburg, bis sie 2001 ein Literaturstipendium der Akademie Schloss Solitude erhielt. 2005 erschien unter dem Namen Mascha Kurtz ihr Erzählband "Räuber und Gendarm". Nach einem Ausflug in die Jugendfantasy schreibt sie jetzt über Frauen, die sich der Vergangenheit stellen müssen, um ihr Leben in die richtige Bahn lenken zu können. Sie glaubt, das wir alle das früher oder später tun müssen, wenn wir glücklich werden wollen.
Mascha Vassena lebt seit über zehn Jahren am Luganer See, ist bei autorendienst.net für die Plotkurse zuständig und arbeitet an ihrem nächsten Roman. Mehr unter www.maschavassena.de

Buchinfo:
Trotz ihrer Brückenphobie reist Lena nach Venedig, um die Familie ihrer Mutter kennenzulernen. Doch im labyrinthischen Palazzo der Orlandis kommt es zu unheimlichen Vorfällen: Weshalb kennt Lena sich im Palazzo so gut aus? Woher kommen die Schreie, die nachts durch die Gänge hallen? Lena lässt sich nicht einschüchtern und entdeckt eine tragische Wahrheit, die in den dunklen Wassern der Stadt verborgen liegt ...

Samstag, 6. September 2014

[Rezension] Das Schattenhaus - Mascha Vassena



Mascha Vassena
Das Schattenhaus
Taschenbuch
320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (11. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492303255
€ 9,99

auch als eBook erhältlich
Rechte Cover / Quelle © Piper

zum Zeitpunkt der aktuellen Rezension



Meine Meinung zu „Das Schattenhaus“:

Im Jahr 2013 erfährt Anna, Anfang Dreißig, dass ihre Mutter gestorben ist. Diese lebte auf einer Nordseeinsel, wo Anna auch aufgewachsen war. Sie war noch sehr jung, als sie ihr Zuhause verließ. Zurück blieb ihr Baby Friederike, welches in der Obhut von Annas Mutter Simona verblieb. Doch nun musste Anna sich der Vergangenheit stellen. Sie selbst war ohne Vater aufgewachsen und erhielt immer auf ihre Frage nach ihm die Antwort, er sei tot. Aber was hatte die südländische Simona auf die Insel gezogen?
Zu ihrer Überraschung findet Anna im Nachlass der Mutter ein Dokument, dass diese ein Haus im Tessin besitzt. Da gerade Ferien sind, macht sie sich mit der vierzehnjährigen Rike auf in den Tessin. Das Verhältnis von Mutter und Tochter ist sehr distanziert.
Doch der Weg ist das Ziel, heißt es und hier vielleicht ein Neuanfang für Anna und Rike.
Wer war Rikes Vater und warum hatte Anna sie bei der Großmutter gelassen?

Der Roman „Das Schattenhaus“ ist eine Familiengeschichte, auf auf zwei Zeitebenen spielt.
 
Der Ort liegt traumhaft in der Nähe vom Luganer See. Schon im Dorf werden sie vorgewarnt, dass das Haus von „der Deutschen“ bewohnt sei. So macht sich Anna auf und renoviert mit Hilfe des jungen Luca das Gebäude her zum Verkauf. Bis sie plötzlich feststellt, dass dieser Ort ihr neues Zuhause sein könnte.

Fünfzig Jahre zuvor, im Jahr 1963, lernt die 16-jährige Charlotte den Maler Georg Kubin kennen und verliebt sich in ihn. Charlotte, einziges Kind gut betuchter Eltern, ziemlich verwöhnt, will mit ihm durchbrennen. Ihre Eltern würden dieser Verbindung nie zustimmen. Doch auf der Autofahrt passiert ein Unglück.

Während der Aufräumaktion findet Anna gut versteckte Briefe. Wie sich herausstellt, sind diese von ihrer Mutter geschrieben.

Der Autorin gelingt es, die auf zwei Zeitebenen geschriebene Handlung, kapitelweise sehr harmonisch miteinander zu verbinden.
Welche Tragödie sich damals abspielte und welche Rolle Charlotte und Simona in dem Leben des Malers spielten, wird Stück für Stück aufgelöst.

Die Charaktere Charlotte konnte mich nicht wirklich überzeugen. Allein die Tatsache, dass sie zig Jahre nach dem Tod des Malers wie ein Schatten, einem Geist der Vergangenheit in dem Haus lebte und so gut wie nie das Haus verließ, …

Fazit:
„Das Schattenhaus“ bekommt von mir eine klare Leseempfehlung! Sehr sympathische Protagonisten, spannend, aber auch tragisch.
Lest selbst!

Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar

Buchinfo Verlag:
Ein verschlafenes Bergdorf im Tessin: Anna ist nach Vignano gekommen, um die alte Villa zu verkaufen, die sie von ihrer Mutter geerbt hat. Doch bei ihrer Ankunft stellt sie überrascht fest, dass in dem Haus eine ältere Dame lebt, die den Dachboden bewohnt. Wer ist sie? Und warum verlässt sie nie ihr Zimmer? Langsam begreift Anna, dass ihre Mutter ein düsteres Geheimnis mit ins Grab nahm. Und dass die Schatten der Vergangenheit noch immer über der verfallenen Villa schweben.

Samstag, 30. August 2014

(Buchzitat) aus ♥ Das Schattenhaus ♥

© Cover Verlag

"Es drängte sie, ihm zu erzählen, was sie noch niemanden verraten hatte - dabei kannte sie diesen Mann überhaupt nicht.
...
"Wir tragen alle einen mehr oder weniger schweren Rucksack mit uns herum", sagte er leise. "Wichtig ist, wie wir damit umgehen."


(S. 153 Das Schattenhaus - Mascha Vanessa)
Piper Verlag
©


Das mit dem Rucksack - nicht unbekannt oder :-) Wichtig ist wirklich, wie wir damit umgehen.