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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Mittwoch, 30. Oktober 2019

Der Kinderzug ~ Michaela Küpper

Die Kinderlandverschickung im Zweiten Weltkrieg - Eine Irrfahrt durch die Wirren des Nazi-Terrors
Michaela Küppers aufwühlender Roman über ein Frauen-Schicksal im Dritten Reich vor dem Hintergrund der sogenannten Kinderlandverschickung
Das Ruhrgebiet im Sommer 1943. Die junge Lehrerin Barbara soll eine Gruppe Mädchen im Rahmen der sogenannten Kinderlandverschickung begleiten. Angst, aber auch gespannte Unruhe beherrschen die Gedanken der Kinder, denn sie wissen nicht, was sie erwartet. Das Heim, das ihr zeitweiliges Zuhause werden soll, erweist sich zunächst als angenehme Überraschung, doch dann muss dieses geräumt werden.
Es beginnt eine Odyssee, die nicht nur die Kinder, sondern auch Barbara an ihre Grenzen führt, denn mehr und mehr wird sie, die sich bisher aus der Politik herauszuhalten versucht hat, mit den grausamen Methoden und Plänen der Nationalsozialisten konfrontiert – und mit Menschen, die für ihre Ideologie vor nichts zurückschrecken.
Als schließlich ein Mädchen verschwindet und ein polnischer Zwangsarbeiter verdächtigt wird, kommt für die Lehrerin die Stunde der Entscheidung.
Ein Roman über die Frage: Wie konnte man, konnte eine Frau unter dem verbrecherischen System des Nationalsozialismus anständig bleiben?

Michaela Küpper || Der Kinderzug
Geb. Ausgabe 352 S. || ·  ISBN-13: 978-3426282182
Verlag: Droemer HC; Auflage: 2. (1. Oktober 2019)
€ 19,99  || Gelesen 10/2019

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck

Es ist das Jahr 1943. Im Sommer wird die junge Lehrerin Barbara Salzmann mit einer Gruppe junger Mädchen aus dem Ruhrgebiet über die damalige Kinderlandverschickung zur Insel Usedom geschickt.
Das Buch beginnt mit einem kurzen Kapitel im September 1945 und geht dann zum Anfang der Geschichte. 819 Tage vorher geht der Kindersonderzug auf die Reise.
Hauptperson ist Barbara Salzman. Ansich war nur ein mehrmonatiger Aufenthalt auf Usedom geplant. Keiner von ihnen ahnte, dass die Trennung länger dauern würde. Für die Kinder, deren Eltern sowie auch Barbara von ihrem Freund, der Soldat im Krieg war. Die Kapitel werden jeweils aus der Erzählperspektive einzelner geschildert. Das Thema Kinderverschickung oder Ausquartierung während der NS-Zeit war mir nicht unbekannt, durch Schilderungen von meiner Mutter.
Die einzelnen Kapitel lassen sich gut lesen und auch nach einer Leseunterbrechung findet man problemlos wieder rein.
Ein wichtiger Hintergrund bei all den Aktionen des damaligen Regime war, den Kindern das braune Gedankengut zu übermitteln und zu festigen.
Der gesamte Aufbau der Geschichte hat mir gefallen. Hier lebt Vergangenheit auf. Und die lässt einen so manches Mal nicht unberührt. Einerseits fiktiv und dann doch authentisch basiert dieser Roman auf eine ausgezeichnete Recherche. Trotz des beklemmenden Themas lässt sich das Buch gut lesen. Es ist ein Stück unserer Geschichte, eindrücklich und berührend.
Gerade weil es erneut ein Roman #gegendasVergessen ist, kann ich "Der Kinderzug" uneingeschränkt empfehlen und gebe
5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag  Knaur
Vielen Dank an  den Verlag

#gegendasvergessen  wird Geschichte lebendig