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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Montag, 31. Oktober 2022

Die Gedanken sind frei - Eine unerhörte Liebe ~ Julia Kröhn

 

Papier ist geduldig,
Herzen sind es nicht.

Frankfurt, 1945: Ella Reichenbach hat zwar die Bombennächte überlebt, aber von der Verlagsbuchhandlung ihrer Eltern ist kaum etwas geblieben. Die Regale sind verheizt, die Schaufenster ohne Glas, die Bücher fort. Doch dann entdeckt sie den geheimen Papiervorrat ihrer verstorbenen Mutter, und plötzlich wendet sich das Blatt. Ella kann fortan Hunger und Not ein Ende setzen, indem sie selbst Bücher veröffentlicht. Doch die junge Verlegerin will nicht nur neue Bücher unter die Menschen bringen – sie will die Gedanken in den Köpfen der Menschen befreien ...
(Klappentext Verlag)

Julia Kröhn
Die Gedanken sind frei  - Eine unerhörte Liebe
Die Buchhändlerinnen von Frankfurt (1)
Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (21. September 2022)
Broschiert: ‎ 448 Seiten  || ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734110986
€ 16,00  / Gelesen 10/2022


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Der Roman beginnt in 1945 auf dem Höchster Friedhof. Dort findet gerade die Beerdigung von Klara Reichenbach statt. Ella hatte ihre zweijährige Schwester auf dem Arm und lauschte, den ihrer Meinung nach verlogenen Worten des Vaters. Wie konnte er nur solche Worte nutzen? Solange Ella sich erinnern kann, waren Bücher das Lebenselexier der Mutter, der Herrin über das "Bücherreich". Doch der Krieg hatte alles zerstört. Bei den Großeltern waren die beiden Schwestern das vergangene Jahr untergekommen. Ella mußte stark sein, vor allem für Luise. Auch wenn der Hass gegen den Vater groß war. Ihre Gedanken drehten sich, leider, noch immer um das Vergangene. Fast zwei Jahrzehnte trennten die beiden Schwestern. Auf dem Friedhof hat Ella noch eine merkwürdige Begegnung. Ein junger Mann, Ari, ein weiterer Protagonist in der Handlung.
Ella, die gern bei den Großeltern weiter gewohnt hätte, kehrt nach Haus zurück. Der Krieg hatte so vieles zerstört. Die Stadt lag in Trümmern und auch die Buchhandlung war eine Katastrophe. Doch Ella lässt sich nicht unterkriegen. Sie will das wieder zum Leben erwecken. Dabei hilft ihr ein geheimer Papiervorrat, den die Mutter bei den Großeltern untergebracht hatte. So baut sie nach und nach das Geschäft wieder auf.
Die andere Geschichte ist die von Ari, die in die Handlung um Ella mit eingebunden ist. Das Geschehen um die Juden lässt Ella nicht unberührt. Doch Bücher in diese Richtung entsprechen nicht dem Zeitgeist. Zu sehr ist in den Köpfen noch das braune Gut vorhanden.
So ist es gut zu lesen, wie sich Ari mit Ellas Leben vermischt. Doch alles hat nicht immer ein gutes Ende. Das Geschehen der damaligen Zeit hat die Autorin schon sehr beeindruckend geschrieben. Ebenso wie auch die zerstörten Städte wie hier Frankfurt. Es ist so bildlich geschrieben, dass man meint mitten drin vor Ort zus ein.
Es sind viele Charaktere, die für die Handlung verantwortlich sind. Der Weg um die jüdische Bevölkerung nach dem Kriegsende ist doch zeitweise erschütternd zu lesen.
Den Roman habe zeitweise mit Unterbrechung lesen müssen. Es gab halt Stellen, die mir dann nahe gingen.
Die Idee für den Roman als auch die Umsetzung ist m. E. der Autorin sprachlich gut gelungen. Leider aber fand ich nicht den hundertprozentigen Zugang zu den Protagonisten - bis auf eine Ausnahme. Aber vielleicht ist es auch so gewollt. Denn mit dieser Dilogie widmet sich die Autorin ihrem Herzensthema: den Büchern.
Und beginnt in einer Zeit nach dem Krieg, bis es dann 1949 auch wieder eine Frankfurter Buchmesse gab  - ein Neubeginn.
Es lohnt sich auf jeden Fall am Ende des Romans die "Historische Anmerkung" zu lesen.
Und eine Leseprobe zum zweiten Teil gibt es auch noch. Man muss den Kopf frei haben und sich auf das Buch einlassen können. Dann lohnt es sich auf jeden Fall.

Zitat:
"Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten,
aus den Stuben, über die Sterne."

Jean Paul


Herzlichen Dank an den Verlag /Bloggerportal  für das Rezensionsexemplar
Rechte: Cover / Info / Zitat   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


Die Liebe zu Büchern vergeht nie ...

Freitag, 28. Oktober 2022

Die Fabrikantinnen - Schwesternzeiten ~ Sarah Lindberg

 

Weg des Herzens – Wege des Leids

Es ist das Jahr 1954. Emmi Wagner hat die Zuckerfabrik ihres Mannes nach dessen Tod erfolgreich weitergeführt. Behutsam möchte sie nun ihre Töchter Greta und Lisa an die Fabrik heranführen. Während Lisa sich immer mehr interessiert zeigt, erweist sich Lisa als schwierig und unnahbar. Offenbar neidet sie Lisa auch, dass ihre Schwestern sich verliebt hat und heiraten will. Die Schwestern drohen sich immer mehr zu entzweien. Dann kommt es zu einem schweren Unglück. Emmi Wagner schwebt zwischen Leben und Tod. Die beiden ungleichen Schwestern sind nun gefordert, die Fabrik zu leiten. Doch plötzlich tritt ein Familiengeheimnis zutage, das Emmi lange verheimlicht hat.

Eine große Familiensaga – mitreißend erzählt. Zwei ungleiche Schwestern auf der Suche nach Liebe, Glück und Wahrheit!

Hochemotional und authentisch – beruht auf der wahren Familiengeschichte der Autorin.

Sarah Lindberg
Die Fabrikantinnen - Schwesternzeiten
Herausgeber: ‎ Rütten & Loening; 1. Edition (11. Oktober 2022) - Aufbau Verlag
Broschiert ‏ : ‎ 352 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3352009778
€ 18,00  / Gelesen 10/2022

M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

1945: Endlich war der Krieg vorbei. Wie so viele andere hatte auch die Familie Wagner einen lieben Menschen hier verloren; Emil, den Ehemann und Vater, den geliebten Sohn. Doch das Leben ging weiter. Nun leitete Emmi die Zuckerfabrik, hilfreich an der Seite ihr Schwiegervater. Die Familie lebte in der Villa, die in der Hildesheimer Börde gelegen war. Dort hatte Emmi für die Mädchen Elsa als Kinderfrau eingestellt und dieser mit den beiden Söhnen ein neues Zuhause auf dem Grundstück gegeben. Emmis Mutter Thea Engel lebte ebenfalls mit im Haus. Da ereilt die Familie ein erneuter Schicksalsschlag. Die Jahre vergehen.
Emmi Wagner führt als Frau das Geschäft der Zuckerfabrik erfolgreich weiter. Während Lisa, die Älteste, Interesse an einer Zukunft hier sieht, ist Greta entschlossen zu leben. Sie kommt ganz in die Richtung von Emmis jung verstorbener Schwester. Greta träumt von einer beruflichen Karriere in der Modebranche. Momentan lebte Lisa in Berlin, wo sie einem betriebswirtschaftlichen Studium nachging. Da überrascht sie ihre Mutter mit der Nachricht, dass sie demnächst ihr ihren Freund, Johannes Falkenstein, vorstellen werde. So innig wie die Schwestern bislang waren, das Band erleidet nunmehr einen Riß. Greta erkennt schnell, was für ein Mann Johannes ist. Bei all den Widrigkeiten Emmi liebt beide Kinder. Aber Greta hat immer das Gefühl, sie bevorzuge Lisa. Es kommt zum Eklat und einem folgenschweren Unfall.
Die Autorin schildert den nicht immer einfachen Weg der Familie. Ich mag den Schreibstil. Es gibt Einblick in die Gefühlswelt der einzelnen Protagonistinnen, dem Zweifel und der Hoffnung. Irgendwie spürt man auch den Wunsch der Frauen, alte Muster aufzubrechen.
Wie auch schon zuvor im ersten Teil beginnt jedes Kapitel mit einem Zitat.
Auch das Cover ist passend zum ersten Teil. Farblich harmonisch.
Insgesamt ist "Schwesternzeiten" leicht und flüssig zu lesen und ein guter Abschluss der Reihe "Die Fabrikantinnen". Ich wurde gut unterhalten, wobei natürlich der erste Band etwas spannender war. Aber es zeigt auch, dass man nie aufgeben soll, egal was passiert. Das macht stark und gut für den Zusammenhalt der Familie.

Zitat
Verlorene Liebe, wo ist da Ersatz für?
Johann Wolfgang von Goethe - Deutscher Dichter 1749-1832

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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Rezensionsexemplar
Rechte: Cover / Info - Zitat  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


Sarah Lindberg ist das Pseudonym der Bestseller-Autorin Antje Szillat, aus deren Feder zahlreiche Kinder- und Jugendromane sowie Erwachsenenbücher stammen. Ihre Bücher wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet.

In "Die Fabrikantinnen" erzählt sie – angelehnt an die dramatische Lebens- und Liebesgeschichte ihrer Großmütter Anni und Emmi – von der Fabrikantenfamilie Wagner, die in der Nähe von Hannover ansässig waren und in den schweren Zeiten des Kriegs und der Nachkriegszeit ihre Frau stehen mussten.


Ein guter Abschluss um die Wagner-Frauen

Sonntag, 23. Oktober 2022

Die Buchhändlerin von Paris - Ellen Feldman

 

Ein fesselndes Leseerlebnis über den Überlebenswillen einer jungen Mutter im besetzten Paris.

Frankreich, 1944. Charlotte Foret arbeitet in einer kleinen Buchhandlung im besetzten Paris. Auf sich allein gestellt kämpft sie nicht nur um ihr eigenes Überleben, sondern auch um das ihrer kleinen Tochter Vivi. Als diese erkrankt, nimmt Charlotte die Hilfe des deutschen Arztes Julian an. Es ist ein Akt der Verzweiflung, der sie das Leben kosten könnte. Für Julian hingegen wird Charlotte zur großen, unmöglichen Liebe. Kurz vor Kriegsende, den Tod vor Augen, gelingt es ihm, die junge Frau und sich selbst zu retten. Charlotte emigriert nach New York und glaubt, die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Bis Vivi beginnt, Fragen zu stellen ...

Ellen Feldman
Die Buchhändlerin von Paris
Goldmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (19. September 2022)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Taschenbuch ‏ : ‎ 352 Seiten || ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442491797
Originaltitel ‏ : ‎ Paris Never Leaves You   ||  Thomas Stegers (Übersetzer)
€ 12,00 /Gelesen 10/2022


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Die Geschichte spielt in Paris als auch in New York. Paris zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Dort lebt Charlotte. Sie ist Witwe und hat ein Baby zu versorgen, was im besetzten Paris 1944 schwierig ist mit Lebensmitteln. Charlotte hat einen Buchladen, wo sie auch ihre kleine Tochter betreut. Immer wieder kommt dort ein deutscher Offizier und kauft ein. Er wird für beide der Retter. Dank Julian wird sie mit falschen Papieren, ausgewiesen als Juden, das Land verlassen. Letztendlich landet sie in New York. Dort hatte sich ein Freund ihres Vaters, Horace Field für sie verbürgt. Vivi wächst in dem Glauben auf, sie seien Juden. Charlotte arbeitet nunmehr im Verlag von Horace. Dann erhält sie eines Tages einen Brief. Sie erkennt die Handschrift. Die Vergangenheit holt sie ein, obwohl diese sie nie wirklich ganz los gelassen hatte.
Wechselnd zwischen Gegenwart und Vergangenheit baut sich die Story auf, so dass der Leser Verständnis dafür erhält, was sich damals in Paris abgespielt hatte. Auch die Beziehung zwischen Julian und Charlotte ist gut geschrieben.
Hier ging es ums Überleben. Doch was war aus Julian geworden? Sie hatten den Kontakt zueinander verloren.
Die Autorin hat gekonnt beide Zeitebenen miteinander verwoben. Ihre Charaktere sind gut dargestellt. Man kann vieles verstehen, obwohl es einiges gab, was nicht einfach zu lesen war.
Natürlich stellt man sich als Leser am Ende die Frage, wie hätte ich gehandelt, zu der damaligen Zeit mit einem Baby? Ich denke, als Mutter würde man sehr viel dafür tun, um dies zu retten. Oder? Charlotte hätte ich gewünscht, dass sie sich etwas mehr aus ihrer eigenen Buße gelöst hätte.
Insgesamt gesehen erneut ein Roman, der zum Nachdenken anregt.
#gegendasvergessen


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Gut geschrieben, aber dennoch etwas distanziert


Mittwoch, 19. Oktober 2022

Eine Weihnachtsmaus namen Miika ~ Matt Haig 🐁

 

Wie die Maus zu Weihnacht(en) kam

Als der arme Nicholas seine Familie und all seine Freunde verlor, leistete ihm nur noch eine einzige winzige Maus Gesellschaft – Miika. Sie begleitete ihn auf seiner Reise in den Norden auf der Suche nach seinem Vater. Doch diese Maus hatte selbst auch schon so einiges erlebt … Die Geschichte von Miika ist eine große Erzählung von einem kleinen Helden. Eine Geschichte von Mäusen und Menschen (hauptsächlich Mäusen). Die Geschichte einer Maus, der das Leben in dunklen Löchern nicht mehr genug ist und die sich aufmacht, um den großen Käse des Lebens zu entdecken, und dabei neue Freunde findet. Es ist die Geschichte einer mutigen Maus und wie sie überhaupt dazu kam, sich mit einem Menschenjungen anzufreunden.

🐁

Matt Haig
Eine Weihnachtsmaus namens Miika
Chris Mould (Illustrator), Sophie Zeitz (Übersetzer)
Herausgeber: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (21. September 2022)
Sprache: ‎ Deutsch  || Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 192 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423763974  || Lesealter: ‎ Ab 8 Jahren
Originaltitel ‏ : ‎ Miika
€ 14,00  / Gelesen 10/2022


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

In dem Kinderbuch "Eine Weihnachtsmaus namens Miika" von dem Autor Matt Haig geht es um die Maus Miika. Diese lebt in dem Wichteldorf, dort irgendwo in Lappland. Miika hatte Freunde, so auch die Mausefrau Künna die Kühne. Im Gegensatz zu Miika mochte diese alles sich dort im Wichtelgrund aufhielt überhaupt nicht.
Miika war das letzte Mäusebaby von der Mama Ulla. Genau genommen das Dreizehnte. So war es nicht verwunderlich, dass er irgendwie immer zu kurz kam. Das änderte sich, als die Mutter mit einem riesengroßen leckeren Pilz nach Haus kam, den es am nächsten Morgen zum Frühstück geben sollte. Doch sie hatte nicht mit ihrem Jüngsten gerechnet, denn der hatte Hunger, riesengroßen Hunger. Also futterte er diesen allein auf. Da er immer irgendwie unscheinbar war, blieb es unentdeckt, dass er ihn gefressen hatte. Doch er hatte Angst. Da hörte er des Nachts von den Geschwistern, wie die sich unterhielten, dass es da draußen noch mehr leckeres zu essen gab. Und vor allem Käse. So wagte er den Sprung in die weite Welt. Nach langer Zeit fand er Unterschlupf bei den Menschen. Einem Holzfäller und seinen Sohn Nikolas. Dieser lehrte ihn die Menschensprache und die Maus bekam ihren Namen - Miika. Als der Vater eines Tages nicht heimkehrte, begaben sich die beiden auf Suche nach ihm. Und so landeten sie im Wichtelgrund. Dort gab es viel, vor allem leckeren Wichtelkäse. Aber wrde Miika dort mit seiner Mäusefreundin Frieden halten können?
"Eine Weihnachtsmaus namens Miika" ist ein liebenswertes Buch, wo der Drumwicks und Käse mit den Handlungsablauf bestimmen. Es ist dem Lesealter entsprechend geschrieben. Die kurzen Kapitel lassen sich flüssig lesen. Der erste Buchstabe geht genau über drei Zeilen des Textes. Und immer ist die Maus mit darauf. Auch hat jedes Kapitel eine Überschrift. Besonders gelungen innen die Schwarz-Weiß Illustrationen wie z. B. die von den Trollen. Perfekt.
Was es mit den Trollen und den Wichteln wie auch Miika auf sich hat, lest selbst.
Das Cover finde ich sehr gut, farblich harmonisch.
Was will uns die Geschichte sagen? Nun, sie übermittelt die Botschaft, dass es Dinge im Leben gibt, die wirklich wichtig sind und vor allem, dass man an sich selbst glauben sollte.
"Eine Weihnachtsmaus namens Miika", ein empfehlenswertes Kinderbuch, dass es schafft sowohl das Kind als auch den jung gebliebenen Erwachsenen in seinen  Bann zu ziehen. Es ist so herzlich und liebevoll geschrieben.
Meine Leseempfehlung - für Jung und Alt.

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Ein Lesegenuss für Jung und Alt

Sonntag, 16. Oktober 2022

Weihnachtsküsse in Snowflake Valley ~ Ella Thompson

 


Vierundzwanzig Türchen bis zur großen Liebe

Emma Porter liebt Weihnachten. Jedes Jahr verbringt die Journalistin die Feiertage in ihrer Heimatstadt Snowflake Valley. Doch dieses Jahr ist alles anders: Die von allen Bewohnern geliebte Lokalzeitung steht vor dem Bankrott. Emma beschließt, die Snowflake Valley Gazette zu retten. Nur ist das schwieriger als gedacht, denn in dem tief verschneiten Tal in den Rocky Mountains gibt es nicht einmal eine stabile Internetverbindung … Gut, dass IT-Profi Jared Dawson sie unterstützt. Gemeinsam entwickeln sie die Idee eines ganz besonderen Adventskalenders. Jeden Tag wird ein neuer attraktiver Single von Snowflake Valley vorgestellt. Was Emma nicht ahnt: Während sie den Snowflake-Valley-Bewohnern Türchen für Türchen zum großen Glück verhilft, wartetet ihres schon auf sie.

Ella Thompson
Weihnachtsküsse in Snowflake Valley
Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (14. September 2022)
Taschenbuch : ‎ 352 Seiten  || ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453426412
€1 11,00  / Gelesen 09/2022



M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Fünfundzwanzig Jahre zuvor in Snowflake Valley, Montana. Die sechsjährige Emma steht vor Santa und äußert ihren Weihnachtswunsch. Sie will Reporterin werden, um immer bei ihrem Onkel Henry in dessen Zeitungsbüro zu sein. Das würde aber noch dauern, aber zu Weihnachten wünscht sie sich halt ein Wunder, dies abzukürzen.
Weihnachten war einfach das Schönste für Emma.
Zum Labour Day fünfundzwanzig Jahre später ist Emma wieder in Snowflake Valley. Familienzeit und vor allem halt auch mit ihren Freunden. Emma ist inzwischen eine gefragte Journalistin. Doch diese Tage gehören zum jährlichen Ritual, was sie sich nicht nehmen lässt. Ihre beste Freundin, nein fast wie eine Schwester, hat ihr neues Haus bezogen mit herrlichem Blick auf die Rockys - ein Traum. Und natürlich gehörte Sashas Mann Simon mit zu dem Trio. Den Tag genießen, dazu gehört auch ein Ausflug. Hier begegnen sie das erste Mal Jared Dawson, der aus der Ferne hier nach Snowflake Valley zieht. Dort hatte er das Woodward Cottage gekauft und modernisieren lassen. Dazu gehörte auch, dass er sich Glasfaserkabel hat legen lassen. Denn das brauchte er für seine berufliche Tätigkeit. Simon erwähnte, dass er irgendwie Software-Entwickler aus Kalifornien sei. Doch Jared zog nicht allein um. Mit dabei Biggie, der Neufundländer. Es hatte einen Grund, dass Jared weg aus dem Silicon Valley zog. Hier in Snowflake Valley wollte er einen Neuanfang zu einem neuen Leben. Raus aus dem Hamsterrad, nicht sein Leben verlieren. So wie sein bester Freund und Geschäftspartner Dale, der mit nur 35 Jahren durch all dieses hektische Berufsleben am Herzinfarkt gestorben war.
Bei all dem Schönen erfährt Emma, dass die geliebte Zeitung des Onkels zum Jahresende eingestellt werden soll. Die "Gazette" war nicht mehr wirtschaftlich.
Durch das Cafe von Sasha erfährt Jared einiges von den Bewohnern. Und Emma gibt alles, um die "Gazette" zu retten. Aber um ihre Ideen umsetzen zu können, braucht sie stabiles WLAN. Genau das hat Jared. So rückt sie ihm immer wieder auf die Pelle. Natürlich kommen sie sich nicht nur arbeitsmäßig näher. Dabei merkt Emma aber nicht, wei sie diese Doppelbelastung, die "Gazette" zu retten und gleichzeitig ihre Jobs auszuüben, auspowern und Jared sieht, dass sie unweigerlich in die Schiene gerät, aus der er geflohren ist.

"Weihnachtsküsse in Snowflake Valles" ist eine Geschichte, in die man eintaucht und man für einige Zeit den Alltag hinter sich lassen kann. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, denn das Buch enthält alles. Sympathische Protagonisten, eine rundum gelungene Story, die Romantik kommt ebenfalls nicht zu kurz. Wunderbares Winter-/Weihnachtsfeeling ist garantiert.   WLAN sei dank ♥

Die Autorin schreibt großartig, zauberhaft, und man am Ende bedauert, dass die Geschichte vorbei ist - leider. Ich hätte immer so weiter lesen können.
Das Cover ist wunderschön, passend zum Titel und sicherlich ein Hingucker, an dem der Leser nicht vorbeigehen kann.


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Eine Liebeserklärung an Snowflake Valley

Montag, 10. Oktober 2022

Vanilletage - Die Frauen der Backmanufaktur ~ Eva-Maria Bast

 

Träume aus Zucker

Bielefeld, 1892. Die junge Josephine und ihr Mann Carl haben große Pläne: Sie wollen ein Mittel herstellen, das das Backen revolutionieren wird. Es fehlt nur noch die richtige Mischung. Während Josephine in der gemeinsamen Apotheke bereits an der Werbung arbeitet, experimentiert Carl weiter – und dann ist es geschafft: Ihr Backpulver wirft große Gewinne ab, Josephine und Carl können schon bald expandieren. Doch ihr Erfolg ruft immer mehr Neider auf den Plan, und Josephine und Carl müssen um die Zukunft ihres jungen Unternehmens fürchten – und um ihre Liebe.

Der Auftakt einer mitreißenden Saga um eine Backdynastie – beruhend auf der Erfolgsgeschichte eines deutschen Familienunternehmens

Eva-Maria Bast
Vanilletage - Die Frauen der Backmanufaktur
Die Backdynastie, Band 1
Aufbau Taschenbuch; 1. Edition (20. September 2022)
Taschenbuch ‏ : ‎ 388 Seiten || ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3746638461
€ 14,00  / Gelesen 09/2022

M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Hamburg, November 1876
Der vierzehnjährige Carl ist bei seinem Onkel Louis zu Besuch. In seiner Fabrik kommt er aus dem Staunen nicht heraus. All die herrlichen Sachen. Sein Entschluss steht fest. Eines Tages würde er auch so ein großer Fabrikant sein. Der Onkel will ihn nach der Schule in die Lehre nehmen. Aber Carl war klar, er musste einen anderen Weg gehen.
Zitat S. 7
Er musste eine Apothekerausbildung machen. Das war er seinen Geschwistern schuldig. Seinen toten Geschwistern. Denn er war überzeugt, sie würden noch leben, wenn nicht …

Wenige Wochen später ist Carl erneut bei dem Onkel in Ottensen zur Neueröffnung der Fabrik. Dort macht er die Bekanntschaft mit dem Onkel aus Amerika, Louis Dohme. Die Geschichte geht im Jahr 1889 weiter in Berlin.
Carl war inzwischen verheiratet mit Josephine und sie hatten einen Sohn, Julius. Josephine kam aus einem reichen Elternhaus. Ihre Mutter hatte kein Problem mit dem Standesunterschied. Ihr war wichtig, dass die Tochter glücklich war. Und Carl träumte noch immer von einer eigenen Apotheke. Überraschend war der Onkel aus Amerika angereist. Und er hatte Carl etwas ganz besonderes mitgebracht, was hier so kaum jemand kannte. Das Backtriebmittel. Carl war es bekannt aus der Bäckerei seines Vaters.
Zitat S. 24
"Mit Backtriebmittel schmeckt der Kuchen wie vom Bäcker."

Das verstärkt Carl in seiner Vision, so etwas herzustellen für die Leute zuhause.
Die Suche nach einer Apotheke gestaltet sich in Berlin schwierig. Letztendlich findet sich eine in Bielefeld und die Familie zieht um.
Hier gelingt Carl letztendlich die richtige Mischung und das Backpulver verkauft sich gut. Nur gut, dass Carl Josephine an der Seite hat. Sie versteht sich aufs Marketing und vor allem kann sie ihr zeichnerisches Talent einsetzen. Sie sprudelt nur so über vor Ideen. Sie ist es auch, die mit der Idee kommt Rezepte mit Backpulver für den Hausgebrauch auf die Tüten drucken zu lassen. Doch es gibt auch Neider. Nicht nur von außen. Da ist die Angestellte Helene, mit der Carl später noch richtig Ärger bekommt und seine Ehe gefährdet.
Carl ist in seiner Experimentierfreude kaum zu bremsen. Und so kommen noch weitere Produkte wie das Vanillezucker und letztendlich der allbekannte Vanillepudding dazu. Bei allem Erfolg, der vielen Arbeit, tauchen immer wieder Probleme auf, die Spuren in der Ehe hinterlassen.
Neben der Persönlichkeit Carl findet auch Josephine einen Weg. Ihre Begegnungen in Berlin bringen sie zu den Frauenrechtlerinnen. Das ist alles gut in die Geschichte eingearbeitet. Ebenso das menschliche der ganzen Familien. Denn dazu gehören nunmehr auch die Brüder von Carl, die im Betrieb mitarbeiten. Und seine Schwiegermutter ist auch nach Bielefeld umgesiedelt.
"Vanilletage" endet in 1911. Der Folgeband "Zuckerjahre" erscheint im Februar 2023. Dieser Saga kann man sich nicht entziehen. Die Geschichte basiert auf in der Vergangenheit lebende Personen aus eines großen deutschen Lebensmittelherstellers.
Für mich ein guter Auftaktband der historischen Saga.
Das Cover spricht sofort an, auch durch die gewählte Farbkombination.
Der Roman lässt sich gut lesen, was auch mit an dem angenehmen Schreibstil der Autorin liegt.
Ich gebe gern meine Leseempfehlung.


Zitat innen:
"Der Vanillezucker verlieh Kuchen, aber auch anderen Süßspeisen einen besonders feinen Geschmack. Josephine liebte den Duft von Vanille, der seither immer durch das Haus zog."

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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Rezensionsexemplar
Rechte: Cover / Info   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


Gelungener Auftakt der Familiensaga um die Frauen der Backmanufaktur