► Hinweis - Blogposts ◄
Links in meinen Posts kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung. Diese Info erfolgt aufgrund der DSGVO. Diese können zu anderen Webseiten, sei es Verlags- oder Autorenseiten, Facebook oder andere Blogs führen. Ebenso Coverabbildungen. Mein Blog ist ein Hobbyblog. Von daher erfolgen diese Links ohne jedweden Auftrag oder eine Bezahlung. Ich habe keine Affiliate-Links in meinen Posts eingefügt. Rezensionsexemplare geben meinen persönlichen Leseeindruck wieder. Ich erhalte hierfür kein Geld oder jedweden anderen Obolus. Die Bücher werden gemäß §2 Nr. 5 TMG deklariert bzw. mit Danksagung an den Verlag für das Exemplar.
In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
Posts mit dem Label Ulrike Renk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ulrike Renk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 22. November 2017

Rezension || Die Jahre der Schwalben ~ Ulrike Renk || Die Ostpreußen Saga, Band 2

Ulrike Renk
Die Jahre der Schwalben
(Die Ostpreußen Saga, Band 2)
Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (9. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746633516
ISBN-13: 978-3746633510
€ 12,99

Cover - Info - VERLAG







Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

- Die große emotionale Familiensaga aus Ostpreußen, die auf wahren Begebenheiten beruht.  -

Verlorene Heimat -
eine starke Frau zwischen Liebe und Verlust

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck

Seit neun Monaten ist Frederike nun mit Alexander zu Stieglitz verheiratet und lebt auf dem großen Gut Sobotka. Was sie bis zur Hochzeit nicht wusste, war, dass Ax an Tuberkulose litt und die Krankheit gleich zu Beginn ihrer Hochzeitsreise wieder ausgebrochen war. Nun ist er schon seit Monaten in Davos und Frederike muss sich allein um das Gut kümmern. Im Frühjahr 1930 macht sie Zwischenstopp auf Fennhusen, bevor sie für ein paar Tage nach Berlin zu ihrer Freundin Thea fährt. Auf Fennhuse eskaliert die Situation mit ihrer Mutter, die ihr die Krankheit von Ax verschwiegen hatte. Ihr Stiefvater Erik hält zu Frederike, und verspricht ihr, auf Sobotka nach dem rechten zu schauen. Ax von Steglitz war sein Schützling. Das größte Problem, so schildert es Frederike, war auf Sobotka, dass die Dienstboten sie nicht für voll nahmen. Bis auf Lore, die sie von Fennhusen mitgenommen hatte. Nur gut, dass auch Tante Edel mit nach Sobotka kam. Am schlimmsten dort war der Inspektor, der den Betrieb entgegen den Anweisungen so führte, wie er es für richtig hielt. Hinzu kamen noch die politischen Umstände. Die Rechtspopulisten gewannen immer mehr Zuspruch. In Berlin trifft Frederike auf Rudolph, den sie vor zwei Jahren auf dem Sommerfest in Fennhusen kennengelernt hatte. Seine Zuneigung zu Frederike hatte er nicht verborgen gehalten. Sie hatten sich geschrieben, mehr aber dann nicht. Frederike überwindet ihre innere Scheu und genießt die wunderbare Zeit in seiner Gesellschaft. Doch mehr kann sie Rudolph nicht geben. Sie ist mit Ax verheiratet, auch wenn diese Ehe nur auf dem Papier bestand. Alexander von Steglitz, bei ihm drehte sich alles nur um seine Krankheit, seine Genesung. Er hatte kein Ohr für Frederike, las ihre Briefe nicht richtig. Und auch ihr Besuch bei ihm war ein Desaster.

"Die Jahre der Schwalben" ist der zweite Band der Ostpreußen-Saga von Ulrike Renk. Nach "Das Lied der Störche" konnte ich meine Ungeduld kaum zügeln, bis es endlich die Fortsetzung dazu gab. Diese Saga fesselt, ist spannend und sehr aufschlussreich geschrieben. Auch wenn die Geschichte auf wahre Begebenheiten beruht, bedarf es intensivste Recherche, um vieles korrekt, vor allem auch die politische Seite, wieder zugeben. Die Autorin versteht es, den Leser in die Geschichte mitzunehmen, Szenen, die bildhaft vor dem Auge ablaufen, runden das Ganze ab.  Obwohl das Schwergewicht des Romans bei Frederike als auch ihrer Familie und der Ehe mit Alexander liegt, gewinnt das Buch durch die einzelnen Handlungsorte, und den jeweils geschilderten Situationen. Die Gefühlslage der einzelnen Protagonisten werden sehr authentisch beschrieben, so dass man wirklich mehr den je mit ihnen fühlt. Ulrike Renk zeichnet in dem Buch ebenso die Gesellschaftsschichten um 1930 und später. Der Wechsel zwischecn Gefühl und Spannung kommt uneingeschränkt zum Tragen, so dass die Handlung mehr als realistisch wirkt und dem Leser ein entsprechendes Lebensgefühl der damaligen Zeit vermittelt.  Es ist nicht nur die damalige Zeit, sondern auch der Weg hin zum Zweiten Weltkrieg, der geschichtliche Hintergrund, der hier vermittelt wird. Dass Freud und Leid beieinander liegen, ist jedem bekannt.
Ich gehe jetzt nicht intensiver auf den Inhalt ein. Meines Erachtens sollte man das Buch wirklich lesen. Nur so viel: Frederike wird Witwe, lernt einen neuen Gutsbesitzer kennen und wird Mutter. Ihr Wunsch, den sie sich mit Ax nie hätte erfüllen können. Die von Mansfeld sind ebenfalls eine große Familie und einer der Brüder von Frederikes Mann spielt eine gewichtige Rolle in der Zeit des Krieges. Aber bitte lest selbst.

Ulrike Renk ist eine großartige Erzählerin, und hat mich schon mit ihrer "Australien"-Saga begeistert.
"Die Jahre der Schwalben" gehört mit zu den Büchern, die mich absolut gefesselt haben. Geprägt von Emotionen, Gefühlen und Spannung hat es mich in seinen Bann gezogen. Einmal angefangen, fällt es schwer, eine Lesepause einzulegen. Kein Buch mal so für zwischendurch; 560 Seiten. Das schöne romantische Cover ergänzt sich wunderbar zu dem ersten Band. Beide Bücher nebeneinander stehend, ein Genuss für das Auge.
Ein herausragender Roman, eine Saga, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Mich hat es rundum überzeugt.
Verdienter Platz auf meiner TOPTEN-Liste 2017.
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

► Das sehr ausführliche Nachwort am Ende des Buches gibt sehr ausführlich wieder, wie es zu dieser Geschichte kam, was und wo alles an Recherchearbeiten zu solch einem Roman gehört. So ein Buch ist nicht mal aus dem Handgelenk geschrieben und verdient Wertschätzung!

Zitate
S. 31 "Danke, Onkel Erik. Du bist der beste Vater, den ich mir vorstellen kann, auch wenn du nicht mein leiblicher bist."
"Ach Kind, jetzt werde ich sentimental …"

S. 477
"Die Schwalben sind schon ausgezogen", sagte Hans. "Ob sie wiederkommen?"
"Die Zugvögel kommen immer zurück."
"Auch in dieses Land?"
Frederike schluckte und wusste keine Antwort.

"Die Zeit der Kraniche" ist die Fortsetzung und der Abschluss der großen Ostpreußen Saga und erscheint am 13. Juli 2018.



Kurz nach ihrer Hochzeit erfährt Frederike, dass ihr Mann eine schwere Krankheit hat. Er geht in ein Sanatorium, und Frederike hofft auf seine Genesung. Doch als er stirbt, steht Frederike vor den Trümmern ihres Lebens. Allein und ohne eigenes Vermögen muss sie das Gut mit der großen Trakehnerzucht bewirtschaften. Jahre der Verzweiflung und Einsamkeit folgen, bis sie Gebhard von Mansfeld kennenlernt. Ganz langsam gelingt es ihr, wieder an das Glück zu glauben. Doch dann kommt Hitler an die Macht, und plötzlich weiß Frederike nicht, ob sie und ihre Liebsten noch sicher sind.

Ulrike Renk, Jahrgang 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Krefeld. Im Aufbau Taschenbuch liegen ihre Romane „Die Seidenmagd“, „Die Heilerin“, „Die Frau des Seidenwebers“ und „Das Lied der Störche“, die Australien-Saga „Die Australierin“, „Die australischen Schwestern“ und „Das Versprechen der australischen Schwestern“ sowie die Ostreußen-Saga „Das Lied der Störche“ und „Die Jahres der Schwalben“ vor. Außerdem erschienen ihre Eifel-Thriller „Echo des Todes“ und „Lohn des Todes“. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ulrikerenk.de

Sonntag, 26. März 2017

| Rezension | Das Lied der Störche ~ Ulrike Renk

Ulrike Renk
Das Lied der Störche
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (19. Januar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746632463
ISBN-13: 978-3746632469
€ 12,99

 Cover - Info - Kauflink
VERLAG







Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Alte Heimat

B̲̲u̲̲c̲̲h̲̲a̲̲n̲̲f̲̲a̲̲n̲̲g̲̲
In der Nacht, in der Frederikes Stiefvater starb, hatte das Wolfsrudel auf dem Nachbargut geheult. An diese Nacht erinnerte sie sich auch jetzt noch - sechs Jahre später. … Damals waren sie nur zu Besuch auf dem Gut der Familie ihres Stiefvaters gewesen. Ab heute sollte das Gut der von Fennhusens offiziell ihr Zuhause werden.

Gut Fennhusen lag weit im Osten der Republik, von Berlin aus mit dem Zug musste man zwei mal umsteigen und dann mit Pferdestärken erreichbar. Hier war nun das neue Zuhause der elfjährigen Frederike von Weidenfels, ihren Halbgeschwistern Fritz und Gerta. Ihre Mutter hatte nach dem Verlust der ersten beiden Ehemänner nun ein drittes Mal geheiratet. Von Potsdam in die Provinz. Es war schon ein Unterschied, ob man nur zu den Ferien hier auf dem Gut war oder ab jetzt für immer. Das merkten die Kinder sehr schnell. Aber gut, dass es noch den Hund Hektor gab. Er "gehörte" Frederike, die man auch Freddy nannte.

Für den Gutsbetrieb ebenfalls eine Umstellung, denn im Haushalt hatte bislang die Mamsell das Sagen. Die ältere Schwester des Gutsbesitzers, Edeltraut, hatte durch den großen Krieg ihren Verlobten verloren und lebte fortan weiter auf dem Gut.
Schon von Anfang an bekommt der Leser einen klaren Blick in die damaligen Wohn- und Lebensumstände. Waschen, backen, kochen, Feuerholz machen, Vorräte anlegen … Die Kinder finden in der Köchin Meta Schneider eine herzensgute Frau, und so manches Mal etwas leckeres für sie übrig hat. Dann kommt der neue Hauslehrer, der von Beginn an nicht sonderlich gemocht wird. Vor allem auch seine Lehrmethoden. Alte Schule, wenig Herz, ein Kriegsveteran.
Die Familie ist erst kurze Zeit auf dem Gut, da macht sie Bekanntschaft mit Ax von Stieglitz, der Sohn eines verstorbenen Freundes des Stiefvaters. Dieser züchtet Trakehner für die Armee. Dies ist die erste Begegnung zwischen Frederike und Ax, und beide lieben Pferde. Hier auf dem Gut sieht Frederike sehr viel über das Führen eines solchen Haushalts. Und in Erik von Fennhausen hat sie einen liebevollen, wenn auch strengen Stiefvater. Doch er liebt sie genau wie die anderen Kinder und weitere, die da folgen. Die Unsicherheit ihrer Zukunft ist für Frederike jedoch immer präsent. Denn Freddy hat kein Erbe, dass sie antreten kann.
"Das Lied der Störche" beruht auf eine wahre Geschichte. Die Autorin hat vieles aus der Lebensgeschichte mit in ihren Roman einfließen lassen, wie geschehen, Namen geändert und vieles dazu erfunden. Auch wenn es hier hauptsächlich um Frederike geht, alle anderen Figuren werden authentisch dargestellt. Sie sind vielschichtig und lebendig gezeichnet, wodurch sich ein gutes Gesamtbild ergibt. Es ist, als wäre man über 100 Jahre zurück mitten im Geschehen, dem Leben der Familie Fennhusen drin. Auch das Aufwachsen der Kinder nachvollziehbar. Und man kann schon früh erkennen, dass Frederikes Mutter ihre Älteste gut verheiraten möchte. Auch wenn irgendetwas geheimnisvolles Ax von Steglitz umgibt. Die Autorin schreibt im flüssigen Erzählstil und lässt immer wieder den ostpreußischen Dialekt mit einfließen, so dass hier die Atmosphäre gut wieder gegeben ist.
Es gibt viele Passagen, wo der ostpreußische Dialekt wiedergegeben wird, dass man ihn direkt im Ohr hat. Mir ist die Sprache nicht unbekannt, von daher war das ein Aha-Erlebnis für mich.
Mit viel Liebe zum Detail, die intensiven Recherchen zur damaligen Zeit, machen den Roman wirklich zu etwas besonderem. Ein Familienroman, deren Handlung fesselnd geschrieben ist. Der erste Teil beginnt 1920 und Teil zwei beginnt 1928, als Frederike nach dem Abschluss auf der Gartenbauschule aus Bad Godesberg heimkehrt.
"Das Lied der Störche" findet im Herbst eine Fortsetzung, denn das Ende hier wirft Fragen auf.
In ihrem Nachwort gibt die Autorin noch Literaturtipps.
Ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch. Alles, was einen zum Nachdenken anregt, ist lesenswert.

5 Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ


Ostpreußen 1920: Frederike wächst mit ihren Stiefgeschwistern aus der zweiten und dritten Ehe ihrer Mutter glücklich und unbeschwert auf einem Gut in der Nähe von Graudenz auf. Jedoch ist ihre Zukunft ungewiss, denn ihr Erbe ist nach dem großen Krieg verloren gegangen und obwohl ihr Stiefvater sie liebt und ihr zur Seite steht, hat sie weder Auskommen noch Mitgift. So entschließt sie sich, eine Schule für höhere Gutstöchter zu besuchen, um sich dort auf die Leitung eines Guts vorzubereiten. 1928, mit neunzehn Jahren, kehrt sie auf das Gut ihres Stiefvaters zurück. Dort trifft sie Ax von Stieglitz, den Sohn eines verstorbenen Freundes ihres Stiefvaters, wieder. Ax ist vierzehn Jahre älter als Frederike. Trotz des Altersunterschieds ist Frederike fasziniert von ihm und fühlt sich sehr geschmeichelt, als er ihr Aufmerksamkeit schenkt. Doch etwas scheint ihn davon abzuhalten, um Frederikes Hand anzuhalten.


Brillant erzählte Familiensaga, beruhend auf Tatsachen - großes Lesevergnügen