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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Montag, 25. April 2011

Rezension (31) Nixenfluch




Helen Dunmore
Nixenfluch
Taschenbuch
Seiten: 352
Verlag: cbj
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570400352
ISBN-13: 978-3570400357
Übersetzer: Knut Krüger
€ 7,99

Mein Dank an den Verlag cbj (Fantasy)für die Bereitstellung der gesamten Trilogie.

Text:
„Das Wasser flüstert mir etwas zu. Seine Stimme hebt und senkt sich wie das ewige Auf und Ab der Gezeiten. Ich will dieser Stimme folgen. Ich will auf das Meer hinaus und dem Land den Rücken kehren …“
Immer stärker, immer dringlicher wird der Ruf des Meeres. Immer schwerer wird es für Sapphy, ihm zu widerstehen. Verspricht er doch das, was sie sich am meisten wünscht: das Zusammensein mit ihrem Freund Faro, dem jungen Wassermagier, und das Wiedersehen mit ihrem verschwundenen Vater …
Ein Riesenkrake bedroht Wasser und Land, und nur ein Wesen, das halb Mensch, halb Nixe ist, kann ihn besiegen. Für Sapphy bedeutet das: Sie muss zurück in die Tiefen des Meeres, um den Kampf gegen das Monster aufzunehmen. Doch ihr Freund Faro, der junge Wassermagier, besteht darauf, sie bei der gefährlichen Mission zu begleiten. Aber wird er das Eintauchen in die extremen Tiefen, die den Meerwesen sonst unzugänglich sind, überstehen?
Statement:
Es ist Frühling. Sapphiere ist mit ihrer Familie und Sadie, dem Golden Labrador Hund, nach Senara zurückgekehrt. Die riesige Flutwelle, verursacht durch die Auflösung des Gezeitenknotens, hatte St. Pirans überschwemmt und das Haus, in dem sie lebten, unbewohnbar gemacht. Wir kennen diese Bilder aus dem Fernsehen vom letzten Tsunami und anderen davor. Schlammmassen, zerstörte Häuser, Autos die im Wasser treiben, genauso beschreibt es Helen Dunmore im dritten Band der Nixen-Trilogie. Seit fast zwei Jahren ist der Vater von Connor und Sapphy verschwunden. Ihre Mutter ist noch immer in dem Glauben, er sei ertrunken. Und Sapphy wünscht sich mehr denn je ein Wiedersehen mit ihrem Vater; er, der jetzt ein Meeresbewohner ist. Sie war wieder zu Hause, an ihrem geliebten Strand und ihrem Freund Faro, dem Meeresbewohner. Doch Indigo ist nicht mehr die Meereswelt wie sie einmal war. Viele Dinge hatten sich nach der Riesenwelle verändert, böse Klauenkreaturen lauern überall. So langsam wie die Wiederherstellung auf der Erde sich gestaltet, so ist es auch mit der Meereswelt. Monster des Meeres, böse und unheimlich, kommen aus ihren Verstecken. Sapphire wird von Faro zu einer dringend einberufenen Versammlung der Meeresbewohner gerufen. Dort warten sie auf Sapphy, Hunderte und mehr von diesen faszinierenden Mer. Traurig, dass ihr Vater nicht unter ihnen zu sehen ist, erklärt Faro, dass dieser noch immer sehr krank sei. Auf der Versammlung erfährt Sapphy den Grund der Einladung.
Seit die Gezeiten sich umgekehrt und die Tiefe erwacht ist …
(S. 51)
Sie war in der Tiefe gewesen, bevor sich der Gezeitenknoten gelöst hatte. Keiner von den Anwesenden konnte so tief abtauchen, außer Sapphire, die schon einmal dort unten war. Unvorstellbar für die Mer. Das Wesen der Tiefe war erwacht, der Krake. Es besitzt die Macht, Indigo, die Meereswelt, ja auch die Menschenwelt zu zerstören, wenn es erwacht. Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit Ervys, dem Sprecher der Mer, beschließt Sapphire mit ihrem Bruder in die Tiefe zu gehen. Doch Faro besteht darauf, sie zu begleiten. Doch noch nie war er so tief abgetaucht.
Ich war ziemlich neugierig auf das dritte Buch. Zu sehen, wie es mit der Entwicklung der vorangegangenen Handlungen weitergeht. Vertraut mit den Charakteren fiel es mir leicht, sich in die Phantasie der Handlung hineinzuversetzen. Wie das Buch endet, lasse ich offen. Es würde das gesamte Lesevergnügen zerstören.
„Doch weil ich unser Schicksal sah, dass ich muss fort und du bleibst da …“
(S. 337)
Fazit:
Das Cover ist wie bei den beiden vorangegangenen Büchern ebenfalls mystisch, sinnlich schön. Helen Dunmore ist mit „Nixenfluch“, wiederum im Erzählstil von Sapphire geschrieben, ein einigermaßen guter Abschluss gelungen. Oder ist es noch nicht das Ende? Man könnte es meinen. Alles in allem eine gute, aber doch einfache Geschichte. An einigen Stellen aufregend, packend, dann aber manchmal sehr langatmig. Insgesamt gesehen ist das letzte Buch das schwächste geworden.


Ich gebe dem Buch 5 Bucheulen


Sonntag, 17. April 2011

Rezension (30) Nixenmagier



Nixenmagier
Helen Dunmore
Übersetzer: Knut Krüger
Taschenbuch
336 Seiten
Verlag: cbj
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783570400371
ISBN-13: 978-3570400371
€ 7,99

Mein Dank an den Verlag cbj (Fantasy)für die Bereitstellung der gesamten Trilogie.

»Das Wasser flüstert mir etwas zu. Seine Stimme hebt und senkt sich wie das ewige Auf und Ab der Gezeiten. Ich will dieser Stimme folgen. Ich will auf das Meer hinaus und dem Land den Rücken kehren …«
Eigentlich wollte Sapphy sich vom Meer und ihrem Freund Faro, dem jungen Wassermagier, fernhalten, da ruft dessen Lehrmeister Saldowr sie zu sich: Der Gezeitenknoten - ein magischer Stein in der Tiefe des Meeres, der die Gezeiten lenkt - ist dabei, sich aufzulösen. Einzig Sapphy, halb Mensch, halb Nixe, vermag ihn wieder zusammenzusetzen und zu verhindern, dass eine riesige Flutwelle die Küste zerstört. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Statement:
„Vergiss deine Atmung. Die Luft ist eine andere Welt und hat hier keine Bedeutung. Konzentriere dich ganz auf die Gegenwart. Denk an Indigo. Hier. Jetzt.“
(S. 11)
Indigo, die wahre Bezeichnung für das Wasser, das Meer, die Unterwasserwelt; Sapphy, halb Mensch, halb Nixe, vermag es nicht, sich dem zu entziehen. Das erste Buch endete mit einem Teaser, und gut, dass das zweite Buch gleich zur Hand war. Auch hier hat die Autorin wieder in warmen, weichen Schreibstil gearbeitet. Es zeigt sich die Handschrift einer exzellenten Schriftstellerin.
Mit dem Wissen um das Mer-Blut, welches Sapphy und ihr Bruder von ihren Vorfahren geerbt haben, erklärt Granny Carne dem jungen Mädchen, dass es bei ihr weit ausgeprägter vorhanden sei, während ihr Bruder Connor täglich dagegen ankämpfen würde. Er will kein Mer sein. Sapphys Vater war auch ein Mer, aber letztendlich hatte er es zum Schluss zugelassen, dass er endgültig in die Unterwasserwelt ging. Mir hat z. B. sehr gut gefallen, wie die Autorin Gefühle in Worte fasst und an den Leser weiter gibt. Als kleines Beispiel sei nur angeführt das Nichtverstehen von Faro, was sind Tränen und welche Bedeutung haben sie. Die Worte berühren das Herz. Sapphys Mutter beschließt mit der Familie den vertrauten Ort, ihre Heimat zu verlassen. Die Erinnerungen an den verschollenen Ehemann, den Vater ihrer Kinder, lässt die Familie nicht zur Ruhe kommen. So ziehen sie in die Stadt St. Pirans. Vor siebzehn Monaten geschah das Unglück, als der Vater in der unglückseligen Nacht verschwand. Sapphy fühlt sich nicht wohl in St. Pirans und so zieht es sie zurück in ihr altes Haus, dort wo die Familie vollzählig am glücklichsten war. Ihr Bruder Connor und sie hatten geschworen, alles zu unternehmen, um den Vater zu finden.
Während es langsam auf den Herbst zugeht, hört Sapphy wieder und wieder das Rufen des Meeres. Ihre Mutter ist noch immer Ahnungslos von ihrem Doppelleben, aber Roger, der Freund der Mutter, und gleichzeitig auch noch Taucher, hat so seine Vermutung. Eines Nachts folgt Sapphy der Stimme des Meeres, ihres Vaters. Er kommt nicht mehr zurück an Land, doch er will sie warnen. Nur sie, Sapphy, kann Schlimmes verhindern. Der magische Stein, der Gezeitenknoten, beginnt sich aufzulösen. Ein Orkan zieht auf und es droht eine Riesenflutwelle auf St. Pirans zuzurollen.
Connor und Sapphy weihen schließlich Roger in ihr Geheimnis ein und sie erzählt ihm vertrauensvoll, dass der Gezeitenknoten sich aufgelöst habe. Roger unternimmt alles, um den Ort vor dem Schlimmsten zu bewahren. Sapphy hingegen bleibt bei ihrer kranken Mutter zurück. Im schlimmsten Moment, als das Wasser im Haus immer höher steigt, taucht Faro auf.
Mit der Fortsetzung dieser magischen Trilogie nimmt Helen Dunmore den Leser mit, lässt ihn eintauchen in die Fantasiewelt, auf eine Reise, die nicht enden möge.
Mit den uns bekannten Hauptprotagonisten leidet der Leser, dann aber wieder genießt er jeden Augenblick, jeden Absatz, jedes Kapitel. Ohne dass es hier jetzt als hochgespielte Euphorie klingen mag, aber dieses Buch fesselt und man möchte ungestört ohne jede weitere Unterbrechung bis zum Ende lesen – wohl wissend, dass es noch einen dritten Band gibt.
Fazit:
Das Cover ist wie schon zuvor beim ersten Buch ein Hingucker. Doch hier zeigt es noch mehr Sinnlichkeit. Für den Leser, der bereit ist, sich auf eine andere Art Abenteuer der Fantasie einzulassen, dem sei „Nixenmagier“ ans Herz gelegt. Doch auch hier hat das Ganze wieder einen Hintergrund, nicht nur, dass wir im Leben mit einem Tsunami, einer Jahrhundertwelle, konfrontiert werden können, nein, es geht um mehr. Auch im Leben müssen Entscheidungen getroffen werden und man kann sich nicht immer der Verantwortung entziehen.
 Das empfohlene Lesealter 12 - 13 Jahre halte ich für absolut angemessen. 

Ich gebe diesem Jugendbuch 6 Bucheulen


Rezension (29) Nixenblut

 

Helen Dunmore 
Übersetzer: Knut Krüger

Taschenbuch
320 Seiten
Verlag: cbj
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570400360
ISBN-13: 978-3570400364
€ 7,99
Vielen Dank an cbj für die Bereitstellung der gesamten Trilogie.

Buchrücken:
Als die dreizehnjährige Sapphy an der Küste Cornwalls auf den Meerjungen Faro trifft, der sie in die Tiefen des Meeres mitnimmt, spürt sie: Derselbe Sog, der ihren Vater ein Jahr zuvor in die Welt der Nixen und Wassermagier gelockt hat, zieht auch sie dorthin. Denn in ihr fließt das Blut der Nixen – sie gehört der Welt der Meerwesen ebenso an wie der der Menschen. Als eine Gruppe von Tauchern die heiligen Gefilde der Meermenschen zu zerstören droht und diese den Menschen den Kampf ansagen muss Sapphy sich entscheiden, zu welcher Welt sie gehören will …
Statement:
Ich hatte bislang nicht sehr viel von der Autorin Helen Dunmore gelesen. Umso mehr war ich mehr als gefesselt von dieser Trilogie. Im ersten Buch „Nixenblut“ treffen wir auf die Hauptcharakteren Sapphy sowie ihrem Bruder Connor und Faro, dem Meerjungen.
Die beiden Geschwister Sapphy und Connor leben mit ihren Eltern an der Küste von Cornwall. Die Handlung ist in der Erzählform von Sapphy geschrieben und es beginnt, dass der Vater ihr die Geschichte der Meerjungfrau Morveren von Zennor erzählt.
Sapphy liebt das Meer, ihre Heimat, aber alles in allem übt das Meer eine besondere Anziehungskraft auf sie aus. Eines Tages kehrt der Vater von einem nächtlichen Spaziergang nicht zurück. Er gilt nunmehr als vermisst. Doch wenig später findet man sein Boot, aber nicht seine Leiche. Sapphire, mit ihrer Liebe zum Meer, gibt die Hoffnung nicht auf. Denn weder sie noch ihr Bruder glauben an den Tod des Vaters. Connor ist verschwunden, so glaubt Sapphy und macht sich auf die Suche. Sie findet ihn am Strand; er hat eine Freundin aus dem Meer. Doch Connor leugnet. Letztendlich trifft sie Faro, den Meerjungen. Er ist der Bruder von Connors Freundin. Und Sapphy spürt, dass sie anders ist, genauso wie Connor. Faro nimmt sie mit in die Unterwasserwelt.
Die Autorin hat mit diesem Buch den Anfang zu einer außergewöhnlich tollen, fantasievollen Trilogie geschaffen. Mit ihrer teils zurückhaltenden Art, aber dann wieder so magisch, fesselt sie den Leser vom Anfang bis zum Ende. Sapphy erlebt die Faszination des geheimnisvollen Meeres und seiner Bewohner. Schwierig wird es für sie, aber auch ihren Bruder, die Balance zwischen dem Leben an Land, den Fragen ihrer Mutter, und dem Sog zum Meer, zu Faro zu finden. Sappy und Connor fühlen sich im Ozean wie zu Hause, und das Meer ruft sie in Gedanken. Je mehr sie mit dem Meer harmonisieren, desto schwieriger wird es, den Weg nach Haus zu finden. Connor steht fest mit den Beinen auf der Erde, er versucht Sapphy zurückzuziehen. Beide Geschwister können unter Wasser atmen, aber bei Sapphy ist es ausgeprägter als bei Connor. Die Mutter sorgt sich, neben ihrer Arbeit in der Stadt, kommen die typischen Alltagsprobleme. Als schließlich der neue Freund ihrer Mutter, Roger, ein Taucher und andere in die Unterwasserwelt eindringen, werden Sappy und auch Connor vor eine Entscheidung gestellt.
Helen Dunmore hat mit ihrem Schreibstil dem Buch eine Wohlfühl-Atmosphäre verliehen, dem man sich kaum entziehen mag. Eine geheimnisvolle Welt, eine andere Welt der Fantasie.
Fazit:
Das Cover des ersten Buches „Nixenblut“ ist ein Hingucker. Man wird förmlich „gezwungen“, das Buch in die Hand zu nehmen. Mit einer hervorragenden Handlung, den teils abenteuerlichen Geschichten, aber auch zum Nachdenken angeregt, kann der Leser sich auf die Fortsetzungen freuen. Die Autorin hat mich mit diesem Buch beeindruckt. Denn es macht Sinn, manchmal etwas aus einer anderen Sicht zu sehen.
Das empfohlene Lesealter 12 - 13 Jahre halte ich für absolut angemessen. 

Ich gebe diesem Jugendbuch 6 Bucheulen