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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Sonntag, 14. November 2021

Die Totenärztin: Goldene Rache ~ René Anour

 

Die Geheimnisse der Toten ...

Wien, 1908. Die junge Gerichtsmedizinerin Fanny Goldmann liebt ihren Beruf. Auch wenn die Vorstellung, tote Menschen aufzuschneiden – oder die Tatsache, dass sie als Frau überhaupt arbeitet –, für viele ein Graus ist, fühlt sie sich nirgends so wohl wie am gerichtsmedizinischen Institut. Doch ihr neuester Fall gibt ihr ein Rätsel auf. Sie findet eine geheime Botschaft an der Leiche. Ist die für sie bestimmt? Stammt sie vom Mörder? Fanny ahnt noch nicht, dass dieser Mord der Auftakt zu einem Machtkampf zwischen zwei sehr gefährlichen Männern ist. Dass nicht nur sie selbst, sondern auch ein Künstler namens Gustav Klimt hineingezogen wird. Und dass sie unmögliche Entscheidungen treffen muss, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen …

René Anour
Die Totenärztin - Goldene Rache Bd. 2
Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (19. Oktober 2021)
Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499005596
€ 12,00 / Gelesen 11/2021


[̲̲̅̅M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Juni 1908 in Wien. Auf der Wiener Kunstschau wird das Meisterwerk von Gustav Klimt ausgestellt, "Das Liebespaar". Später, nach der Bearbeitung des Bildes, erhält es den Namen "Der Kuss". In ihrem Nachwort schreibt die Autorin, dass es heute im Oberen Belvedere in Wien ausgestellt ist und als eines der teuersten Gemälde der Welt gilt. Klimt selbst wird auf der Ausstellung von einem Mann angesprochen, er solle an dem Gemälde arbeiten, bis er es selbst vollkommen findet.
Zitat S. 7
"Es ist das Gesicht der Frau", raunte ihm sein Gesprächspartner über die Schulter zu, ohne sich umzudrehen, bevor er in der Menge verschwand."
Fanny Goldmann hatte nun endlich ihre Jungassistentenstelle an der Gerichtsmedizin. Bei all der Freude hatte sie schwer daran zu tragen, dass ihre Freundin Tilda verschwunden war.
Dass Fanny ihren Beruf liebte, zeigt sich in all den kommenden Abschnitten des Instituts. Sie ist wißbegierig, hinterfragt und ihre Neugier schadet das eine oder andere Mal. Zur damaligen Zeit eine Frau in dem Beruf wurde halt nicht immer gut angesehen.
Zitat S. 361
"Tod, Verderben und Chaos", brummte Reiterer und wandte sich an den Schreiber. "Das kommt dabei heraus, wenn sich ein Weibsbild in Männerangelegenheiten …"

Dass Graf Waidring sie unter Beobachtung hat, auch weil er ihre Hilfe/Ergebnisse braucht, der Grund zu all dem bleibt lange ungelüftet. So gerät Fanny ziemlich schnell zwischen die Fronten eines Machtkampfes. Es wird nicht nur eine Leiche geben, soviel  sei verraten. Und es befinden sich Botschaften bei diesen. An Fannys Seite bis zu einem gewissen Zeitraum der Polizist Max. Dass Waidring nichts unversucht lässt, zeigt er bei einem Besuch daheim. Er hat sie mit einem Stipendium geködert. Doch bei alldem nicht aus den Augen verloren Fannys verzweifelten Versuche wo ist Tilda. Ihr ist schon klar, dass Waidring Tilda als Druckmittel nutzt, aber lebt sie noch?
Auch Nebencharaktere haben ihren Platz in der Handlung.
Da ist Schlomo, bei dem Fanny mehr als einmal Rat und Hilfe sucht.
Fannys Tante, die nichts unversucht lässt, sie zu verheiraten.
Ihr Vater, der sich so langsam erholt und dann auf eine Reise geht. Diese Reise hat eine Hintergrundgeschichte. Fand ich sehr berührend.
Fannys Entwicklung mitzuerleben, war gut dargestellt. Ebenso all das medizinische Wissen, das Forschen, egal ob es um Würmer ging usw. war so vermittelt, dass ich es im Prinzip verstanden habe.
Für mich war das Gemälde von Klimt nur schmückendes Beiwerk zur Handlung.
Schwierig wurde es all die ganzen Verschwörungen rundum zu verstehen. Von daher zog sich die Handlung bis zu den ersten dreihundert Seiten manches Mal etwas zu lang.
Doch dann zeigte sich eine kämpferische Fanny. Es wurde richtig spannend. Und so habe ich den Rest in einem Rutsch gelesen.

War dieser Band wirklich das Ende von Fanny Goldmann? So ganz sicher bin ich mir nicht, denn die Begegnung zum Schluss vor dem Gemälde von Klimt wirft Fragen auf.

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Medizin, Geschichte, Mord und eines der berühmtesten Gemälde der Welt: Gustav Klimts «Der Kuss». Hochspannung vor historischer Kulisse.

"Finden Sie, dass jedes Bild eine Botschaft vermittelt?"

Samstag, 26. Juni 2021

Die Totenärztin - Wiener Blut ~ René Anour

 


Eine junge Ärztin
Eine heimliche Obduktion
Eine gefährliche Entdeckung


Wien, 1908. Als ein toter Obdachloser in der Gerichtsmedizin eingeliefert wird, schenkt niemand ihm einen zweiten Blick – niemand außer der jungen Ärztin Fanny Goldmann. Ihr fallen Ungereimtheiten auf, aber keiner ihrer männlichen Kollegen will auf sie hören. Daher obduziert sie die Leiche nachts heimlich. Eine gefährliche Entscheidung, denn plötzlich findet sie sich mitten in einer tödlichen Verschwörung rund um einen charismatischen Dieb und Kaiserin Sissis verschwundene Diamantsterne wieder. Ihre Ermittlung führt Fanny von den mondänen Salons und prunkvollen Palais der Oberschicht bis in die schäbigen Spelunken und Bordelle der Wiener Unterwelt. Hier lauert an jeder Ecke der Tod, dessen Opfer Fanny auf ihrem Sektionstisch ihre intimsten Geheimnisse offenbaren ...

Eine atemberaubend spannende Mischung aus Medizinhistorie und Krimi
Der erste Fall für Totenärztin Fanny Goldmann

René Anour
Die Totenärztin - Wiener Blut
Die Totenärztin-Reihe, Band 1
Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (15. Juni 2021)
Taschenbuch ‏ : ‎ 416 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499005589
€ 12,00 / Gelesen 06/2021


[̲̲̅̅M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Wien, im Jahr 1908 an einem Freitagabend im Institut für Gerichtsmedizin. Dort arbeitet Fanny Goldmann, die zwar einen Doktortitel besaß, aber "nur" als Prosekturgehilfin dort sein durfte. Gerade waren sie und Franz mit einer Obduktion fertig, als ein neuer Fall hereinkam. Zwei Polizisten brachten den Leichnam, anscheinend ein Obdachloser. Doch da waren so viele Merkwürdigkeiten, die Fanny zweifeln ließen. Irgendetwas stimmte hier nicht. Das war kein Obdachloser. Und so schleicht sie sich heimlich später, als Franz schon weg ist, noch einmal ins Institut und untersucht den Mann ohne Namen. Sie stellt interessantes fest, entnimmt Proben und findet einen kleinen metallischen Gegenstand mit Zettel. Als sie sich die Ergebnisse der Proben anschaut, wird ihr klar, der Mann ist ermordet worden.
Fanny Goldmann ist Ärztin, aber so war es halt damals, man war der Meinung, Frau gehört in die Küche, Kinder kriegen usw. An Fannys Seite ihre beste Freundin Tilda, der sie natürlich von ihrem Alleingang und dem Fund erzählt. Beide ahnen nicht, was für ein gefährliches Abenteuer auf sie wartet. Aber Fanny will wissen, was hinter all dem steckt. Daheim ihrem Vater mag sie nicht davon erzählen, er ist gesundheitlich sehr angeschlagen. Es treten noch weitere interessante Personen auf, so wie zum einen die Frau des Professors Kuderna, Leiter des Instituts, der sie gar nicht einstellen wollte, dann ist da noch "Blaumeise", ein Deckname. Genau wie Fanny ist er an der Lösung des geheimnisvollen Gegenstands u.s. interessiert. Da warten brenzliche Situationen auf alle und es bleibt auch nicht bei dem einen mysteriösen Mord. Die geschilderten Szenen wie u.a. im Sektionsraum werden sehr gut ins Bild gesetzt. So wurde halt vor gut 100 Jahren gearbeitet. Hier zeigt sich auch die Liebe von Fanny zu ihrem Beruf. Sie wollte nicht nur einfache Ärztin werden, sondern genau diese Richtung. Wohin das alles führt und was der Hintergrund zu all dem ist, erfährt der Leser spannend erzählt. Das es um Kaiserin Sissi ihre Diamantsterne geht und was es damit auf sich hat. Selbst am Tag ihrer Ermordung trug die Kaiserin ihren ganz besonderen Diamantstern, der aber dann verschwunden war.
All diese Einblicke und die Kombination zwischen spannendem Krimi und dem historischen Hintergrund, das war absolutes Lesevergnügen. Man bekommt Einblicke in das Leben der damaligen Gesellschaft als auch mit kriminellen Machenschaften, der sogenannten Unterwelt.

Der Autor versteht sich darauf, ein gutes Bild vom dem Wien der damaligen Zeit zu zeichnen. Die Protagonisten kommen gut an, sympathisch und gut durchdacht. Man könte meinen, sie haben tatsächlich so gelebt und gewirkt.

Medizinhistorie lese ich gern, Krimis sind eher nicht so meine Richtung. Doch hier hatte mich nicht nur der Titel und das Cover neugierig gemacht, sondern auch der Klappentext.
Dass der Roman mit einem fiesen Cliffhanger endet, brauch ich gar nicht zu erwähnen, oder doch?!☺
In Nachwort erhält der Leser Einblick in Themen und Personen zur Handlung, als auch ein Glossar mit medizinischen Begriffen.

Die Totenärztin: Goldene Rache erscheint am 19. 10. 2021

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Rechte: Cover / Info / Zitate  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


René Anour lebt in Wien. Dort studierte er auch Veterinärmedizin, wobei ihn ein Forschungsaufenthalt bis an die Harvard Medical School führte. Er arbeitet inzwischen bei der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und ist als Experte für neu entwickelte Medikamente für die European Medicines Agency tätig. Sein historischer Roman «Im Schatten des Turms» beleuchtet einen faszinierenden Aspekt der Medizingeschichte: den Narrenturm, die erste psychiatrische Heilanstalt der Welt. Sein zweiter Roman bei Rowohlt ist der Auftakt zu einer Reihe um eine junge Pathologin in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts: «Die Totenärztin».

https://www.reneanour.com/

Spannender  und historisch  interessanter Krimi
Eine spannende historische und außergewöhnliche Lesereise