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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Samstag, 7. Januar 2017

|Rezension| Das Versprechen der Wüste ~ Katherine Webb

Gelesen 12/2016
Katherine Webb
Das Versprechen der Wüste
Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Diana Verlag (14. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453291843
Originaltitel: The English Girl
Babette Schröder (Übersetzer), Katharina Volk (Übersetzer)
€ 19,99

Cover - Info -
VERLAG

 Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Der ferne Orient,
Die Weite der Wüste,
ein Traum,
der zum Verhängnis wird

Katherine Webb ist bekannt für großartige Romane, die zum größten Teil in England spielen, aber auch andernorts.
"Das Versprechen der Wüste" spielt sich auf zwei Zeitebenen ab. Zum einen beginnt es in Bedorf, England im Jahr 1939, wo die junge Joan Seabrock mit ihren Eltern und dem Bruder lebt.
Oman, Maskat, 1958. Joan ist inzwischen Archäologin und mit ihrem Verlobten Rory hier, um Mandy Vickery zu treffen. "Tausend und eine Nacht", es war das Lieblingsbuch ihres Vaters gewesen, der Sehnsüchte und Träume in Joan weckte. Diese Faszination zu Arabien hatte sich auf sie übertragen, obwohl ihr Vater nie dort war. Die Wüste, der Sand, für Joan war es ein magisches Buch, es verzauberte.
Es hatte lange gedauert, bis Maude bereit war, Joan zu empfangen. Maude Vickery, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits mit 26 Jahren die Wüste durchquerte. Zur damaligen Zeit eine kleine Senation.
Rub-al-Chali - das Leere Viertel, die größte Sandwüste der Welt. Die alte Entdeckerin erweist sich in dem Gespräch mit Joan als sehr schwierig. Zur Zeit ihres Treffens herrschte damals Krieg im Land. Es war der Dschabal-Krieg von 1958-59, den die Autorin hier als Thema sehr gut eingearbeitet hat. Auch Joans Bruder Daniel ist hier stationiert. Gefährliche Zeiten.

Maude und Joan, die beiden Hauptcharaktere, sind gut aufgestellt. Joan, die einerseits lieb und unschuldig wirkt, wächst mit sich und zeigt dem Leser ihre abenteuerlustige und auch entschlossene Seite, nicht aufzugeben.
"Hier oben verlor die Zeit für Joan jegliche Bedeutung, jegliche Form und Größe. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie dort stand und von diesem weit entfernten Fleck aus auf ihr altes Selbst hinunterblickte. Als Salim sie am Ellenbogen fasste, um sie zum Gehen zu bewegen, war ihr kalt, aber sie war entschlossen."
S. 374

Maude lernt man zum einen als junge Frau und dann im hohen Alter kennen. Eine interessante Charaktere. Eine Pionierin im fernen Land, so kann man sie auch bezeichnen.

Besonders gut gelungen ist die Covergestaltung. Allerdings muss ich sagen, dass mir auch die englische Aufmachung super gefällt.  Der Schreibstil flüssig, die Kapitel  nicht zu lang. Die Kapitelüberschriften lassen den Leser den jeweiligen Ort/Land und das Jahr wissen. "Das Versprechen der Wüste" ist ein Roman, dessen Setting atmosphärisch und die Idee hierzu sehr interessant machen.

Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen. Die Mischung aus Abenteuer mit einem Touch Romantik, die Kraft der Liebe, die dargestellte Frauenpower, der Zauber der Wüste, dem Land Arabien macht es zu einer guten Story.
 Sehr gute 4 Lesegenuss-Bücher 


Katherine Webb, geboren 1977, wuchs im ländlichen Hampshire auf und studierte Geschichte an der Durham University. Nach dem großen internationalen Bestseller »Das geheime Vermächtnis«, folgten zahlreiche Romane, die in England und Italien spielen. Die Autorin wählt für "Das Versprechen der Wüste" erstmalig einen Schauplatz, der die Leser in den arabischen Oman entführt. Sie lebt in der Nähe von Bath, England.



Oman 1958: Voller Erwartungen bricht die britische Archäologin Joan Seabrook mit ihrem Verlobten Rory in die arabische Welt auf. Endlich wird sie ihr großes Idol, die betagte Entdeckerin Maude Vickery, treffen. Doch die Ankunft ist ernüchternd: Das Land befindet sich im Krieg, Maude reagiert abweisend und auch Rory zieht sich zunehmend von Joan zurück. Erst der britische Kommandant Charles Elliot nimmt sich ihrer an und legt ihr die prächtige Welt des Orients zu Füßen. Bis sie ein folgenschweres Versprechen gibt. Ein Versprechen, das Joan mitten hineinzieht in die gefährlichen Geheimnisse der Wüste …

Arabien lässt grüßen - faszinierender, historischer Roman

Samstag, 8. Dezember 2012

Rezension (237) Das Haus der vergessenen Träume

Katherine  Webb - Das Haus der vergessenen Träume

Quelle: Verlag


Katherine Webb
Das Haus der vergessenen Träume
Taschenbuch
528 Seiten
Verlag: Diana Verlag
(16. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453357150
Originaltitel: The Unseen
€ 9,99



 Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Buchrückentext:
Eine verratene Liebe, eine schicksalhafte Entscheidung
Als die Journalistin Leah Hickson auf zwei alte Briefe stößt, kommt sie einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, das hundert Jahre hinter den Mauern eines englischen Landhauses verborgen lag. Bei ihren Recherchen erfährt sie von dem bewegenden Schicksal einer jungen Frau und entdeckt Hinweise auf einen schrecklichen Verrat. Immer tiefer gerät Leah in den Sog der Vergangenheit – bis sie eine Entscheidung treffen muss, die ihr eigenes Leben von Grund auf verändert.


Statement:
Leah Hickson wird von ihrem Exfreund Ryan nach Belgien gerufen. Im Rahmen der Arbeit bei der Kriegsgräberfürsorge hat man das Skelett eines Mannes geborgen. Für die Britische Kriegsgräberfürsorge nicht immer leicht, die Toten zu identifizieren. Hier aber lag mehr vor. Das war der Grund, warum Ryan Leah informierte. Leah Hickson ist Journalistin und Ryan vermutete, dass hier eine gute Story bei dem Namenlosen drin sein könnte. Man hatte nämlich bei dem Toten Briefe gefunden, die fast ein knappes Jahrhundert unbeschadet bei ihm gelegen hatten.
Denn diese Briefe waren keine ganz normalen Briefe, dahinter verbarg sich mehr.  Leahs Interesse ist geweckt und sie begibt sich nun auf die Suche und der Lösung des Geheimnisses. Was hatte es mit den Briefen auf sich?
Ansatzpunkt ist der kleine Ort Cold Ash Holt, dort lebte die Absenderin der Briefe und dort beginnt auch die Geschichte.
„Das Haus der vergessenen Träume“ ist in zwei Zeitebenen geschrieben. Die Vergangenheit spielt im Jahre 1911 und die Gegenwart in 2011.

Auf Leah und ihre Beziehung zu Ryan näher einzugehen, erspare ich mir. Vordergründig war für mich das Geheimnis um diese beiden Briefe. Als ich dann noch nach etlichen Seiten feststellte, dass wieder einmal die damalige Frauenbewegung in England, die Zeit der Sufragetten, Grund für den weiteren Lebensweg einer der Charaktere war, hatte mich das Buch gepackt. Äußerst spannend und sehr bewegend hat die Autorin die Charaktere Cat beschrieben, ihr Leben, ihre Gefühle, die Zeit und die Lebensumstände im Gefängnis.
Schließlich wird sie nach dem Gefängnisaufenthalt in das Pastorenhaus von Mr. und Mrs. Canning in das kleine Dort Ash Holt geschickt. Dieses liegt gut drei Kilometer von Thatcham entfernt. Bei ihrer Ankunft wird Cat von Mrs. Bell am Bahnhof abgeholt.
Das Ehepaar Canning, zwei Charaktere – wie Tag und Nacht – deren Ehe sehr merkwürdig herüberkommt. Mr. Canning interessierte sich nicht besonders für seine Frau. Sicher, er war/tat sehr fürsorglich, aber sowie es um die körperliche Nähe und den weiteren Fortlauf, ging er auf Distanz. Seine Frau wünschte sich so sehr Kinder. Schon mehrfach hatte sie ihre ältere Schwester um Rat gebeten und ihr die körperliche Ablehnung von Albert geschildert. Nun ja, Mr. Canning hatte anderes im Kopf. Er war fasziniert von dem Meister Theosoph „Robin“ und interessierte sich nur noch für die Theosophie.
Robert Durrant, ein intelligenter junger Mann, ein Redner, der sich in theosophischen Kreisen schon seinen Namen gemacht hatte, Albert Canning ist von ihm total begeistert.
Naturgeister, Weisheitsreligion und anderes, es war schon faszinierend davon zu lesen.
Dieser Mr. Durrant kommt nun in das Pfarrhaus und nichts wird mehr so sein wie es vorher war.
Man meint, dass dies nun im Vordergrund der Handlung steht. Doch hier geht es um das Gesamtpaket: Auf der einen Seite das Pastorenehepaar Canning, das Dienstmädchen Cat, der Redner Durrant und dann ist da noch Georg, in den sich Cat verliebt hat.

Das Buch fasziniert und ist spannend geschrieben. Daher werde ich auf den weiteren Inhalt nicht eingehen.

In der heutigen modernen Zeit, wo man davon ausgehen kann(sollte), hat die Frau ihren Platz in der Gesellschaft eingenommen. Rückblickend auf die vergangenen einhundert Jahre waren es doch zum größten Teil die Frauen, die unermüdlich arbeiteten, die die Städte nach dem Krieg wieder aufbauten – es heißt ja nicht umsonst „Die Trümmerfrauen“, nebenbei noch ihre Kinder großzogen, doch welche Rechte hatten sie vor einhundert Jahren?

Dass der Widerstand gegen all das Unrecht öffentlich angeprangert wurde, die Frauen für ihre Rechte kämpfen mußten, liest sich in einer anderen Geschichte.

Um auf „Das Haus der vergessenen Träume“ zurückzukommen, kann ich nur abschließend schreiben: Es erhält meine Leseempfehlung