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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Freitag, 11. November 2016

Ⓚurzmeinung || Bobby ~ Eddie Joyce



 Eddie Joyce
Bobby
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (13. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3421046514
ISBN-13: 978-3421046512
Originaltitel: Small mercies
Karen Nölle (Übersetzer), Hans-Ulrich Möhring (Übersetzer)
€ 22,99

©Info -Verlag
auch als E-Book erhältlich

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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.


Wie schafft man es, …


9/11/2011
der Tag, an dem die Welt den Atem anhielt,
der Tag, an dem der Feuerwehrmann Bobby Amendola im World Trade Center sein Leben verlor,
der Tag, an dem eine Familie den Ehemann und Vater, den Sohn und Bruder verlor, ein ungeborenes Kind, das nie seinen Vater kennenlernen durfte,
der Tag voller Leid und Schmerz, Wunden, die wohl nie richtig heilen …

Bobby Amendola lebt mit seiner Familie auf Staten Island, wie auch seine Eltern, die Großeltern zuvor. Ihre Wurzeln waren irisch-italienisch. Gail und Michael Amendola hatten drei Söhne. Nach dem Anschlag auf das World Trade Center sind nur noch Peter und Franky über. Bobby war mit Leidenschaft Feuerwehrmann gewesen, wie auch sein Vater schon uvor.
Knapp zehn Jahre später zu Bobby jr. neunten Geburtstag erfahren die Amendolas, dass ihre Schwiegertochter einen neuen Mann kennengelernt hat, es sei etwas ernstes.Und sie will ihn mitbringen zur Feier.
Eddie Joyce beschreibt in seinem Buch "Bobby", dessen englischer Titel "Small Mercies" heißt, das Leben einer Familie nach diesem furchtbaren Unglück. Das Zentrum um die Amendolas ist Gail. Mit ihr hat der Autor eine Charaktere in den Fokus gestellt, die alle Fäden um sich herum in der Hand hält, redet, schlichtet, erklärt, versucht zu verstehen. Gerade die beiden anderen Söhne sind so unterschiedlich. Peter ist erfolgreicher Anwalt in Manhattan, Franky ist ein unangenehmer Mensch (das Buch beschreibt ein anderes Wort ☺, Anfangsbuchstabe "A")
In seinem Interview erklärt der Autor, warum die Geschichte auf Staten Island platziert ist. Und ja, mit seinem Buch "Bobby" hat er diesem Stadtbezirk von New York eine Stimme gegeben. Wer mehr über die Geschichte von Staten Island erfahren möchte, schaut im Internet nach. Ich fand es sehr interessant und auch aufschlussreich.

Das Buch "Bobby" beschreibt die Schwierigkeiten des Lebens nach dem Tag X. Es gibt Familien, die daran zerbrechen, der Belastung nicht standhalten. "Bobby" ist mehr als nur eine Familiensaga, es ist auch eine Homage für Staten Island.
Die Zeit heilt alle Wunden?!
Nein, nicht immer. Aber man sollte den Blick nach vorn nicht aus den Augen verlieren. Geliebte Menschen vergißt man nicht. Sie haben immer einen Platz in unserem Herzen.
Es sind die besonderen Momente, Augenblicke, an die man sich erinnert.
So ist es nur natürlich, dass jeder mit dem Verlust anders umgeht.

Auch 15 Jahre nach Nine-Eleven ist  "Bobby" von Eddie Joyce ein ganz besonderes Buch. Eine emotionale Familiensage, die durch die Schilderungen der alltäglichen Situationen lebt. Es ist der Debütroman von Eddie Joyce.

 5 Lesegenuss-Bücher 

Zitate
S. 12 "Sie haben keine dreiß heißhungrigen halbwüchsigen Jungen mehr, die rund um die Uhr essen. Der Kühlschrank ist wie das Haus: leerer als früher. Es ist nicht zu ändern.

S. 17 "Sie muss nicht alles verstehen, was ihr Mann tut. Das zu begreifen hat sie Jahre gekostet. Wenn sie einen Vorbereitungskurs für angehende Bräute geben sollte, wäre das ihr erster Rat.
Versich nicht alles zu verstehen, was er tut.

S. 413 "Du in der Mitte, und alle Furcht ist aus deinem  Körper gewichen., Das ganze Spiel vor dir, das ganze Leben, eine unabsehbare Zeit einmaliger Augenblicke, die von diesem Augenblick hier ausgehen, Schatten, die Gestalt annehmen wollen wie die Kinder, die du einmal haben willst, wie Seelen, die noch nicht im Dasein sind.
Wenn du die Augen schließt, kannst du sie beinahe sehen.


❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀
Eddie Joyce wurde auf Staten Island geboren und wuchs dort auch auf. Nach einem Studium in Harvard und am Georgetown University Law Center war er zehn Jahre lang als Jurist in Manhattan tätig, meist als Strafverteidiger, bevor er mit dem Schreiben begann. „Bobby“ ist sein erster Roman.

Der Tag, an dem sich alles veränderte – die mitreißende Geschichte einer New Yorker Familie nach 9 /11
Fast zehn Jahre ist es her, dass Bobby Amendola als Feuerwehrmann beim Einsturz der Twin Towers sein Leben lassen musste, und noch immer sind die Wunden in seiner irisch-italienischen Familie nicht verheilt. Weder bei dem Vater, der selbst Feuerwehrmann war, noch bei der Mutter, die weiterhin jeden Morgen in das unveränderte Zimmer des toten Sohnes geht. Auch beim großen Bruder, einem erfolgreichen Firmenanwalt, bricht der wohlgeordnet-sorgenfreie Alltag gerade auseinander, während das Leben seines Bruders Franky noch nie anders als zerbrochen war. Und dann will Bobbys Witwe ausgerechnet am neunten Geburtstag von Bobby Junior einen neuen Mann mitbringen in das Familienhaus auf Staten Island ...

Ein zärtlicher, bewegender Roman über Familie, Liebe, Verlust und Akzeptanz – und über das kleine Glück des Alltags.
The New York Times schreibt: Der bisher beste Roman, der das menschliche Leid nach den Anschlägen von 9/11 erfasst.
 

Sonntag, 11. September 2016

[Buchtipp] Bobby (Eddie Joyce) 15 Jahre 9/11 - Der Tag, an dem sich alles veränderte

2016 - 15 Jahre  9/11

© Cover- Info Verlag DVA
Wirklich wahr, und wie schnell die Jahre vergehen. Doch vergessen - nein, das sollte man in Anbetracht der derzeitigen Lage in der Welt nicht:  der Anschlag auf die Twin Towers.

Im Juni d. J. erschien das Buch von Eddie Joyce "Bobby" - Originaltitel "Small mercies". Der Tag, an dem sich alles veränderte - die mitreißende Geschichte einer New Yorker Familie nach dem Anschlag.
So lautet die Schlagzeile der Presseinformation des Verlags.

Ja, es hat mich interessiert, das Buch, die Geschichte - überhaupt.

The New York Times schreibt: "Der bisher beste Roman, der das menschliche Leid nach den Anschlägen von 9/11 erfassst."
Ich werde "Bobby" sehr bald lesen und davon berichten.




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Hier nun ein paar Informationen zum Buch:

Wie schafft man es, am Verlust eines Sohnes, eines Bruders, eines Ehemanns und Vaters nicht zu verzweifeln? Auch über neun Jahre nach dem Anschlag vom 11. September ist die Lücke, die Bobby Amendolas Tod in seiner Familie hinterlassen hat, noch schmerzlich spürbar. Jeder kämpft auf seine Weise mit der täglichen Unbill, doch das Vertrauen in die Familie und der Trost aus den kleinen Freuden des Alltags geben ihnen Mut für das Morgen.

Fast zehn Jahre ist es her, dass Bobby Amendola als Feuerwehrmann beim Einsturz der Twin Towers sein Leben lassen musste, und noch immer sind die Wunden in seiner irisch-italienischen Familie nicht verheilt. Weder bei dem Vater, der selbst Feuerwehrmann war, noch bei der Mutter, die weiterhin jeden Morgen in das unveränderte Zimmer des toten Sohnes geht. Auch beim großen Bruder, einem erfolgreichen Firmenanwalt, bricht der wohlgeordnet-sorgenfreie Alltag gerade auseinander, während das Leben seines Bruders Franky noch nie anders als zerbrochen war. Und dann will Bobbys Witwe ausgerechnet am neunten Geburtstag von Bobby Junior einen neuen Mann mitbringen in das Familienhaus auf Staten Island ...

Ein zärtlicher, bewegender Roman über Familie, Liebe, Verlust und Akzeptanz – und über das kleine Glück des Alltags.

Auszug aus dem Interview mit Eddie Joyce:
BOBBY wird viele Amerikaner tief berührt haben, vor allem diejenigen, die am 11. September 2001 jemanden verloren haben. Wieso haben Sie dieses Thema
in das Buch aufgenommen?

Es war keine leichtfertige Entscheidung. Manchmal habe ich überlegt, ob Bobby nicht bei irgendeinem Feuer ums Leben kommen sollte oder bei einem Unfall, der nichts
mit seiner Arbeit als Feuerwehrmann zu tun hat. Aber das wäre eine feige Entscheidung gewesen, so als ob man den Elefanten im Zimmer ignoriert, weil es schwierig ist, darüber zu schreiben.

Ich bedanke mich beim DVA Verlag, Frau Liebl, für die Zusendung des Pressematerials und dem Leseexemplar. Mir persönlich wird dieser Tag immer in Erinnerung bleiben. Von diesem Tag an hat es gut 15 Jahre privat gedauert, eine Sache zum Ende zu bringen. Das erinnert mich immer an Kain und Abel aus der Bibel. Schlimm …

Vielleicht mag der eine oder andere mir ja im Kommentar schreiben, ob er sich noch an diesen Tag erinnert.
♥-lichen Dank 
Vita:
Eddie Joyce wurde auf Staten Island geboren und wuchs dort auch auf. Nach einem Studium in Harvard und am Georgetown University Law Center war er zehn Jahre lang als Jurist in Manhattan tätig, meist als Strafverteidiger, bevor er mit dem Schreiben begann. „Bobby“ ist sein erster Roman.

Mittwoch, 22. April 2015

(Rezension) Jahre wie diese - Sadie Jones

Sadie Jones
Jahre wie diese
Gebundene Ausgabe
416 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421046291
Originaltitel: Fallout
€ 19,99

Cover / Info - Kauflink
VERLAG







Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Es geht um vier junge Menschen im London der 70iger Jahre.
Als Luke Kanowski beschließt, vom Land in die Weltstadt London zu gehen, lernt er Paul, einen angehenden Produzenten kennen und dessen Freundin Leigh. Luke will erfolgreich als Dramaturg arbeiten.
Alle drei zusammen gründen eine Theaterkompagnie, erfolgreich. Doch dann tritt die Schauspielerin Nina in Lukes Leben. Noch bevor ihm klar wird, was da auf ihn zukommt, ist es zu spät. Denn die temperamentvolle, aber sehr labine Nina ist wie ein Klammeraffe und lässt Luke nicht los. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Freundschaft des Trios, welche darunter zu zerbrechen droht.
Im Grunde genommen alles seine sehr komplexe Handlung, in die viele Themen einfließen. Hervorzuheben ist der Blick hinter die Kulissen, der damaligen Theaterszene und dem Leben. Und dass das Leben einen Menschen prägt, zeigt sich wiederum auch hier in der Handlung, den Charaktere sehr bestimmen.
Wir werden in unserer Kindheit auf das Leben vorbereitet und gleichzeitig prägt es uns auch. Vieles bleibt haften und kann nicht so einfach abgeschüttelt werden. Und so sind alle Charaktere im späteren Leben auf der Suche nach Liebe, dem Erfolg, doch allem voran auf der Suche nach sich selbst.
"Jahre wie diese" lebt durch die Sprache der Autorin. Sie beschreibt die Personen lebendig, zeigt Gefühle. Und irgendwie ist alles auch ein Drama. Wie wird Luke sich entscheiden? Wie wird es mit dem Trio weitergehen?
Die Geschichte ist gut erzählt und bringt dem Leser die damalige Zeit näher. Manche Verhaltensweisen sind dennoch nur teilweise nachvollziehbar.
Allerdings war ich nicht ganz zufrieden. Irgendwie fehlte mir etwas.
Anmerkung: Es ist nicht das erste Buch von Sadie Jones, welches ich gelesen habe. Aber die vorherigen haben mir besser gefallen. Dass die Autorin ein Schreibtalent besitzt, steht außer Frage. Doch bei diesem Buch fehlte mir der rote Faden, der mich von Anfang bis zum Ende durch die Seiten leitete.
"Jahre wie diese" ist kein Buch, was sich konstant in einem Rutsch lesen lässt. Jedenfalls erging es mir so.
Sadie Jones hat sicherlich wieder ein exzellentes Buch geschrieben. Nur irgendwo hatte sie für mich eine Stolperfalle eingebaut, an der ich gescheitert bin. Auch jeden Fall werde ich es noch einmal lesen, das steht außer Frage. Irgendwann, nicht gleich, aber ich werde auch nicht zu lange warten.
Trotz meiner Kritik lest es, es lohnt sich auf jeden Fall.
Von Katja Ebstein gibt es das Lied "Theater", in dem es heißt:
Theater
Theater
der Vorhang geht auf
dann wird die Bühne zur Welt. …
Und so spielen wir alle eine Rolle im Theater des Lebens.


"Jahre wie diese" - Glück und Leid, Theater, Theater ...

Vita:
Sadie Jones, 1967 in London geboren, arbeitete als Drehbuchautorin, unter anderem für die BBC. 2005 verfilmte John Irvin ihr Drehbuch „The Fine Art of Love“ mit Jacqueline Bisset in der Hauptrolle. Ihr preisgekröntes Romandebüt „Der Außenseiter“ (2008) wurde in Großbritannien auf Anhieb ein Nr.-1-Bestseller und war auch in Deutschland ein großer Presse- und Publikumserfolg. 2012 erschien bei der DVA "Der ungeladene Gast". „Jahre wie diese“ ist ihr vierter Roman.

Mittwoch, 4. März 2015

(Rezension) Ein Jahr auf dem Land - Anna Quindlen


Anna Quindlen
Ein Jahr auf dem Land
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (2. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421046666
Originaltitel: Still life with bread crumbs
€ 19,99
auch als EBOOK erhältlich

© Cover / Infos - siehe VERLAG

Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
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Was im Leben am meisten zählt
Rebecca Winter steht an einem Wendepunkt: Von ihrem Mann ist sie geschieden, für ihren erwachsenen Sohn nicht mehr unentbehrlich, und als Künstlerin hat sie längst ihren Zenit überschritten. Jahrelang lebte die berühmte Fotografin sorglos von den üppigen Einkünften eines Schnappschusses. Aber nun ist der Geldstrom versiegt. Notgedrungen beschließt sie, ihr New Yorker Apartment zu vermieten und für ein Jahr in ein kleines Haus fernab der Stadt zu ziehen. Der unfreiwillige Landaufenthalt ist kein Spaziergang im Central Park – und doch beschert er Rebecca eine unverhoffte Liebe, neue Inspiration und den Mut, unbekannte Wege zu beschreiten ...

In »Ein Jahr auf dem Land« zeigt sich Anna Quindlen auf der Höhe ihrer Kunst. Schon ihre früheren Romane überzeugten durch Wärme und Intellekt, doch dieser – so die New York Times – »glänzt darüber hinaus noch mit Humor und Prägnanz«. Ein klug unterhaltender Roman, ein Plädoyer dafür, sein Leben in die Hand zu nehmen und sich immer wieder neu zu erfinden.


Mein Leseeindruck:
Es ist nie zu spät für einen Neuanfang, auch wenn man manchmal aus verschiedenen Gründen dazu gezwungen wird. Nun ist es der Lauf des Lebens, den kann man nicht aufhalten.
Bislang hatte die bekannte Fotografin Rebecca Winter ein gutes Leben geführt, finanziell keine Sorgen. Jetzt aber war sie gezwungen, ihr New Yorker Appartment zu vermieten. Über das Internet hatte sie ein kleines Häuschen, fernab von New York, gefunden und für ein Jahr gemietet. Die durch einen meisterlichen Schnappschuß bekannt gewordene sechzigjährige Rebecca Winter, kann von ihrem Ex-Mann, einem Professor, keine finanzielle Unterstützung erwarten. Denn da sind noch ihre Eltern, beide krank, pflegebedürftig, und der Sohn Ben, die auf Rebeccas finanzielle Hilfe angewiesen sind.
Was sie dort in der Einsamkeit erwartet, übertrifft all ihre Vorstellungen. Noch nie hatte sie in einer derartigen Behausung gewohnt. Völlig unvorbereitet ist Rebecca in ihrem neuen Leben angekommen. Doch sie musste sich mit den Tatsachen anfreunden. Dann haust auch noch ein alter Waschbär auf dem Dachboden, der sie in Angst und Schrecken versetzt. Rebecca lässt den Dachdecker kommen, der ihr erklärt, dass diese Tiere immer in ihre alten Verstecke zurückkehren.
Was ihr bleibt, ist die wunderbare Natur ringsum. Eines Tages bekommt sie Gesellschaft von einem streunenden Hund, den sie Jack nennt. Mit Jim, dem Dachdecker, freundet sie sich schon an. Dieser arbeitet an einer Studie von Vögeln für eine Gesellschaft und sie macht Fotos. So bekommt sie wenigstens etwas Geld.
Dann gelingt ihr eine ganz besondere Fotoserie, deren Inspiration sie in der Natur gefunden hat, und ist plötzlich wieder in aller Munde.
Aus der Freundschaft zu Jim wird mehr, doch Rebecca fühlt sich verletzt, als er nach der einen Nacht am nächsten Abend nicht wie versprochen vorbei kommt. Dass das einen Grund hatte, erfährt sie später.

„Ein Jahr auf dem Land“ ist nicht ausschließlich eine Liebesgeschichte. Ich würde sagen, eine Lebens- und Liebesgeschichte. Rebeccas Suche nach sich selbst, sich neu zu finden, und auch Frieden zu schließen, mit den Eltern, ihrem Sohn …

Die Handlung ist interessant, beginnt leicht amüsant, hat aber auch ernste Passagen. Jedes Kapitel trägt eine Überschrift, die perfekt zum Verlauf passt.
Rebecca als Charaktere entspricht keinem Klischee, obwohl mich ihre Handlung, blindlings das Haus per Internet zu buchen und dann auf eine Bruchbude zu treffen, etwas gestört hat. Doch alle weiteren Schritte und Taten waren für mich recht gut nachvollziehbar. Ihre Beziehung zu Jim scheint unkompliziert, doch dieser gibt sich auch sehr verschlossen. Aber das macht ihn wiederum interessant. Die Autorin erzählt hier eine Geschichte und oft hat man das Gefühl, dass alles eine Bedeutung hat. Eben kein 08/15-Roman.

Sein Leben auch im späten Alter neu zu erkunden, den Mut zu haben, sich auf Dinge einzulassen, findet hier mit „Ein Jahr auf dem Land“ eine schöne und tiefgründige Geschichte.
 Ich vergebe 5 Lesegenuss-Bücher.
Es ist nie zu spät für ein neues Glück

Vita:
Anna Quindlen, Jahrgang 1952, gehört in den USA zu den wenigen ganz großen Autorinnen, die sowohl die Literaturkritik als auch das breite Publikum begeistern. Ihre Romane und Sachbücher erobern regelmäßig die amerikanischen Bestsellerlisten. Für ihre Kolumnen in der New York Times erhielt sie 1992 den Pulitzer-Preis. Ihr Bestseller »Die Seele des Ganzen« (1995) wurde unter dem Titel »Familiensache« mit Meryl Streep verfilmt. Ihr neuester Roman »Ein Jahr auf dem Land« rangierte in den USA monatelang in den Top-Ten und verkaufte sich eine viertel Million Mal.


Mittwoch, 21. Januar 2015

(Kurzreport) Die Geschenke meiner Mutter - Cecilie Enger


Cecilie Enger
Die Geschenke meiner Mutter
Gebundene Ausgabe
272 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 4 (1. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421046529
Originaltitel: MORS GAVER
€ 18,99


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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

 Quelle - Info VERLAG



 Anfang November hatte ich euch aus dem DVA-Verlag drei Romane von Autorinnen vorgestellt. Und habe dann dieses Buch als kleines Dankeschön erhalten.

Verlagsinfo:
Autobiografisch gefärbter Roman – eine Tochter über die Vergänglichkeit, die Kraft der Familie und die Liebe zu ihrer Mutter
Schon lange fürchtete Cecilie sich vor diesem Tag: ihre an Alzheimer erkrankte Mutter kommt nicht mehr allein zurecht und muss ins Pflegeheim. Beim Ausräumen des Elternhauses findet die Tochter in einer Schublade ein Bündel Zettel, auf denen die Mutter über vierzig Jahre gewissenhaft alle Weihnachtsgeschenke notiert hat, die in der Familie ausgetauscht wurden. An diese umsichtig ausgewählten Gaben sind Cecilies Erinnerungen an geliebte Menschen geknüpft, deren Leben aus der Vergangenheit auftauchen – und so erzählt der Roman die wechselvolle Geschichte einer bürgerlichen Familie über ein Jahrhundert.

Ein selten schönes, Trost spendendes Buch über die Vergänglichkeit, über die Liebe einer Tochter zu ihrer Mutter, die Kraft der Familie und über die Freude, die Schenken bereitet.

Meine Meinung:
„Ich war schon lange darauf vorbereitet, dass der Tag kommen würde, aber nur als ein Tag in ferner Zukunft.“  Mit diesem Satz beginnt das Buch der Autorin Cecilie Enger „Die Geschenke meiner Mutter“. Geschrieben in der Ich-Perspektive von Cecilie, die vor der schweren Aufgabe steht, das Elternhaus auszuräumen. Es wird verkauft, da die Mutter an Alzheimer erkrankt, nicht mehr allein darin leben kann und nunmehr in einem Pflegeheim untergebracht ist.
Der Inneneinband zeigt handgeschriebene Zettelchen, Fotos von früher und vermittelt schon den ersten Eindruck, worum es in der Geschichte geht. In einer Schublade findet Cecilie die sorgsam aufbewahrten Zettel mit der Handschrift ihrer Mutter. Über einen Zeitraum von 40 Jahren hatte sie jedes Jahr zu Weihnachten Notizen über die Geschenke der Familie aufgeschrieben. All diese Zettel rufen längst Vergessenes in Cecilie wach, die Erinnerungen an vergangene Weihnachten.
Auch wenn diese Notizen allesamt von Weihnachten handeln, ist „Die Geschenke meiner Mutter“ kein Buch, was nur zu dieser Jahreszeit gelesen werden kann/sollte. Hier wird die Familiengeschichte auf eine ganz besondere Art erzählt. Für alle, die sich in einer ähnlichen familiären Situation befinden, auch eine Art Trost und Hilfe mit dieser Krankheit umzugehen. Ein Mensch hinterlässt immer irgendwelche Spuren. Man muss nur die Augen öffnen, um sie zu sehen.
Der autobiografisch gefärbte Roman „Die Geschenke meiner Mutter“ ist interessant und lesenswert geschrieben, teils auch melancholisch. Nah am Leser dran, mit lebendigen Charaktere, sollte man auf die eigene Spurensuche seines Lebens gehen.
Licht und Schatten liegen dicht beieinander und das Schicksal von Cecilies Mutter zeigt, wie vergänglich doch das Leben ist.
Durch den Buchtipp des Verlags bin ich in den Besitz des Buches gekommen. Ich würde mich freuen, wenn es eine größere Leserschaft finden würde.   


Vita
Cecilie Enger, Jahrgang 1963, studierte Geschichte, Norwegisch und Journalismus und arbeitet als Journalistin bei einer der führenden norwegischen Zeitungen. 1994 legte sie ihr Romandebüt vor, das mit dem Nota-Bene-Buchpreis ausgezeichnet wurde. 2000 war sie für den Brage-Preis nominiert, 2008 erhielt sie den Amalie-Skram-Preis. "Die Geschenke meiner Mutter" ist ihr siebtes Buch, wurde für den Kritikerpreis nominiert, mit dem Buchhändler-Preis ausgezeichnet und war ein Bestseller in Norwegen.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Buchnachschub der letzten KW's






Und wie schon beim letzten Mal - ohne irgendwelche Bilder. Mit dem Klick gelangt ihr auf alle weiteren Informationen.
Drei Bücher habe ich davon schon gelesen - Rezis kommen dieses Wochenende. Und zwei weitere lese ich gerade :-)

Natasa Dragnic - Immer wieder das Meer: Roman (RZ)
Kady Cross - Das Mädchen mit dem Stahlkorsett: Roman (RZ)
Brigitte Beil -  Ein Brief aus England: Roman (RZ)
Antje Szillat -  Asphaltspuren  (über FB bei der Autorin gewonnen)
Hannah Richell - Geheimnis der Gezeiten: Roman (RZ)
Tanja Heitmann -  TIAMAT - Liebe zwischen den Welten (RZ)
Fanny Wagner -  Garantiert wechselhaft (RZ)
und gestern kam dann noch
Kady Cross -  Das Mädchen mit dem Flammenherz: Roman (RZ)

Nebenbei gesagt, auf meinen SuB schau ich schon gar nicht mehr. Aber mein Stapel RZ-Bücher, der ist für mich jetzt endlich auf einem zufriedenstellenden Level!

Tja, und in einem anderen Post zeige ich euch dann noch was dabei herauskommt, wenn man FRUST hat ...

Habt einen schönen Tag

Samstag, 9. März 2013

[Rezension] Wo Milch und Honig fließen - Grace McCleen


Grace McCleen - Wo Milch und Honig fließen

"Must Read"



Gebundene Ausgabe
384 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (4. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421045461
Originaltitel: The Land of Decoration
€ 19,99


► Es gilt der Hinweis unter dem Header! ◄
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.







© (Cover und Infos mit frdl. Genehmigung vom Verlag)

Der Verlag schreibt:
Grace McCleen entführt uns in das Leben der zehnjährigen Judith, die sich in ihrem Zimmer eine kleine Welt schafft, aus Keksschachteln, Pfeifenputzern, Flaschendeckeln und anderem Krimskrams. Dort spielt sie die üblichen Gedankenspiele aller Kinbder, aber Judith ist nicht wie die anderen. Ihre Mutter lebt nicht mehr, und sie und ihr Vater gehören einer streng religiösen Sekte an. In der Schule wird sie gehänselt, weil sie sich von der sündigen Welt fernhalten muss. Vielleicht, denkt Judith, wenn ich es hier drinnen schneien lasse, mit Rasierschaum, Watte und Daunenfedern, fällt am Montag die Schule aus. Als sie am nächsten Tag die Vorhänge öffnet, ist tatsächlich alles weiß. Judith hat ihr erstes Wunder bewirkt. Und damit fangen ihre Probleme erst richtig an.

AutorenInfo:
Grace McCleen wurde in Wales geboren und studierte Englische Literatur an der Universität in Oxford. Heute lebt sie als Sängerin, Songwriterin, Künstlerin und Autorin in London. Wo Milch und Honig fließen ist ihr erster Roman, er wurde mit dem Desmond Elliot Prize ausgezeichnet und erscheint in über zwanzig Ländern. Ihr zweiter Roman ist in Arbeit.

Meine Gedanken zum Buch:
„Wo Milch und Honig fließen“, geschrieben in der Ich-Erzähl-Perspektive der zehnjährigen Judith, entführt den Leser in ihr Leben, in ihre eigens geschaffene Welt, „Das Land der Zierde“. Die Mutter hatte Judith nie kennengelernt. Judith spricht es so aus „sie ist meintwegen gestorben“.
Das Mädchen wächst anders auf als die Kinder ihrer Schule, ihrem Umfeld. Die strenge Religiosität der Glaubensgemeinschaft, dessen Vorsitz als Ältester ihr Vater innehat, täglich wird die Zehnjährige auf ihre Glaubensfestigkeit durch das Lesen in der Bibel geprüft. Bibellesen und Nachsinnen gehören wie das tägliche Brot zu Judiths Leben. Sie wächst so auf, kennt es nicht anders.
Dass Judith es durch ihr Andersleben nicht leicht hat, bekommt sie eines Morgens knallhart auf dem Schulhof zu spüren.
Mobbing auf dem Schulplatz, drei ältere Jungen gegen ein Mädchen. Und dann dieser entscheidende Satz, der die Protagonistin das ganze Wochenende verzweifeln läßt.
Zitat S. 15 „ ... Schlimmer ist aber, dass Neil Lewis am Montag meinen Kopf in die Toilette stecken wird, und wenn ich sterbe, wer macht mich dann neu?“
Was heißt das – Sterben?
Ihr Vater predigt immer wieder davon, dass HARMAGEDON naht. Eine ausführliche Erklärung zu diesem Begriff findet sich

= Hier (Quelle Wikipedia) =


Judith, ein zehnjähriges Mädchen, hat sie jemals erlebt, was es heißt, geliebt zu werden? Immer und immer wieder dieses eintönige Dahergerede, die endlose Aufzählung „Gott liebt dich, glaube an Gott, der Glaube bewirkt Wunder“ ...

Zitat S. 11 „Am Anfang war ein leeres Zimmer, ein bisschen Raum, ein bisschen Luft, ein bisschen Zeit.“
Und im Laufe der Zeit entstand Judiths eigene Welt, ihr Land „Das Land der Zierde“.
Es gab Felder aus Resten von Teppichstücken, Stoffen u. a.
Es gab Flüsse aus Krepp, Berge aus Alufolie.
Es gab Licht, die Sonne, den Mond.
Es gab Wohnstätten aus den unterschiedlichsten Materialien.
Es gab Tiere ...
Es gab Menschen ...
Der Leser erinnert sich?!

„Wo Milch und Honig fließen“, ein Buch mit einer solchen Tiefe, eine fesselnde Geschichte, (für mich) erschütterndem Bekenntnis zum Glauben, beherrscht von Disziplin.
Ist Judith die von Gott Auserwählte, ist es ihr gefestigter Glaube an Gott, dass Wunder / Ereignisse in ihrem Umfeld geschehen?

„Wo Milch und Honig fließen?“, der Debütroman von Grace McCleen, bekannt als Sängerin, Songwriterin, Künstlerin und nun auch Autorin.
„Das Land der Zierde“, Judiths Welt, geschaffen aus einer Not heraus, weil niemand ihren inneren Schrei, ihre Not hörte, in ihrer Trauer um die nie gekannte Mutter, ihre eigene Welt, in der sie Judith McPherson ist.
Judith, voller Zweifel und Trauer, weil sie glaubt, ihr Vater liebt sie nicht.
Judith, voller Zweifel und Trauer, weil sie denkt, er gibt ihr die Schuld an dem Tod seiner Frau, ihrer Mutter.

„Wo Milch und Honig fließen“, diesem Buch kann man nicht widerstehen. Man erliegt der Charaktere Judith, die durch den Schreibstil der Autorin, der gekonnt gewählten Worte Leben eingehaucht bekommt. Ein brillanter Pageturner, man kann wirklich nicht einfach so mitten drin aufhören zu lesen.
Allerdings muss ich noch hinzufügen, dass man zu dem Glaubenseifer einen gesunden Abstand halten sollte.

„Wo Milch und Honig fließen“, ein ungewöhnliches Buch, eine ungewöhnliche, aber sehr empfehlenswerte Lesereise.

Fünf Lesegenuss-Bücher


Donnerstag, 7. März 2013

[Rezension] Die Frau, die vom Himmel fiel – Simon Mawer


Simon Mawer
Die  Frau, die vom Himmel fiel
Gebundene Ausgabe
384 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (12. November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421045652
Originaltitel: The girl who fell from the sky
Link ► zum Buch ◄ Verlagsseite
© Rechte: Cover / Info - DVA Verlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar!






INFO
Paris 1943: Eine mutige junge Frau gerät zwischen die Fronten des Krieges – und findet sich zwischen zwei Männern wieder
Marian Sutro ist kein Mädchen wie die anderen. Soeben aus der Schule ins Leben entlassen, kauert die neunzehnjährige Londonerin nun vor der geöffneten Tür eines Flugzeugs der Royal Airforce, unter ihr das besetzte Frankreich, bereit, mit dem Fallschirm ins Ungewisse zu springen. Sie soll ihre Jugendliebe Clément aufsuchen, der in Paris für die Nazis als Wissenschaftler arbeitet. Wird sie ihre Aufgabe erfüllen? Wird sie Clément finden – und was wird dann mit Benoît, ihrem neuen Liebhaber?
Ein packender Roman über eine starke junge Frau, die Mut in gefährlichen Zeiten beweist, und eine »Casablanca«-gleiche Liebesgeschichte vor der Kulisse des historischen Paris
Autor
Simon Mawer wurde 1948 als Kind eines Soldaten der Royal Airforce in England geboren und wuchs u.a. in Zypern und Malta auf. Sein Werk umfasst bisher acht Romane, viele davon internationale Bestseller; zwei seiner Romane wurden für den wichtigsten Literaturpreis der englischsprachigen Welt, den Booker-Preis, nominiert. Mawer lebt heute in Italien.

Meine Gedanken zum Buch:
“In Erinnerung an Colette, eine der SOE-Frauen“, so lautet die Widmung am Anfang des Buches.
SOE – steht für “Special Operations Executive”. Eine britische Einheit, die Leute ausbildet für Spezialaufträge, nicht um als Agenten bzw. Spione zu arbeiten, sondern hinter der Feindlinie „Europa in Brand zu setzen (entnommen aus der Pressenotiz des Verlages)
Es waren aber nicht nur Männer, sondern auch Frauen; hier wurde insbesondere darauf geschaut, dass sie fließend Französisch sprachen. „Colette“ war der Deckname von Anne-Marie Walters. Der erste Kontakt zu  „Colette“ entstand durch die Mutter des Autors, die ihm das Buch von Anne-Marie Walters zum Lesen gab, in der sie nach ihrer Rekrutierung aus der SOE ihre Erlebnisse niederschrieb.
Das interessante daran war, dass die Mutter als auch der Vater eine Verbindung zu Anne-Marie Walters hatten.

Mit der Geschichte „Die Frau, die vom Himmel fiel“ hat der Autor Simon Mawer eine wirklich gute und spannende Geschichte mit einem historischen Zeitthema geschrieben: Aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, von mutigen Frauen, die für die Freiheit kämpften ...
„Die Frau, die vom Himmel fiel“ , hier ist es die Geschichte von der Londonerin Marian  Sutro. Gerade mal 19 Jahre jung, wird sie von der SOE angeworben. Sie spricht perfekt Französisch, und dass veranlasst nunmehr die Obersten der SOE, Marian in Frankreich einzusetzen. Ebenso ist bekannt, dass ihre ehemalige Jugendliebe Clement sich in Frankreich, in Paris aufhält. Clement, inzwischen ein sehr bekannter Atomphysiker, arbeitet derzeit an einem geheimen Projekt zum Bau der Atombombe. Ihn zu finden, Clemend zu überzeugen, dass er sich auf die Seite Englands schlägt, wird die Aufgabe des Teams, von Marian.
Der Autor beschreibt sehr aufwendig die enormen Vorbereitungen der Ausbildung, die in einer streng geheim gehaltenen „Schule für Spione“ in Schottland erfolgt. Die damaligen Zeiten entspechen nicht dem heutigen Bild der modernen Frau, wie es der Leser kennt. Andere Lebensumstände, Kriegszeit, eine gewisse Naivität, Idealismus, eine Sache, für die es sich zu kämpfen lohnt.
Mag sicherlich bei etlichen jungen Frauen von damals stimmen, doch das hat sich in vielen Dingen leider bis heute auch noch nicht so ganz gelegt.
Blindes Vertrauen oder Liebe macht blind? Die Frage kann ich so nicht beantworten.

Fakt ist, dass der Autor mit „Die Frau, die vom Himmel fiel“ einen Roman mit historischem Hintergrund geschrieben hat, Herzblut, Priorität, Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sehr wichtig waren.

„Die Frau, die vom Himmel fiel“, eine beeindruckende Geschichte, die überzeugt und meine Leseempfehlung erhält.

Zitat S. 11 „ Lieber Gott, bitte pass auf mich auf. - ... in gewisser Weise auch ein Gebet, als das rote Lämpchen erlischt und das grüne Lämpchen angeht und der Absetzer ruft: „SPRUNG!“, ...

 Ich vergebe 4,5 Lesegenuss-Bücher.

Freitag, 22. Februar 2013

Kleiner Nachschub für das Buch-Wartezimmer




Es gab die letzten Tage noch etwas für meine SuB... und ein Buch habe ich schon angefangen.


Wo Milch und Honig fließen: Roman Grace McCleen

Stefanie Simon =  Feuer der Götter: Roman

Micaela Jary =  Sehnsucht nach Sansibar: Roman
(vielen Dank an die Autorin für das Exemplar :-)

Katarina Fischer =  Im Zweifel südwärts: Roman

Susanne Gerdom =  Das Haus am Abgrund
 (vielen Dank an die Autorin für das Exemplar :-) 

Nicole C. Vosseler = In dieser ganz besonderen Nacht

 Alle weiteren Informationen erhaltet Ihr über den Link.
Viel Spass beim Stöbern.


Mittwoch, 5. September 2012

Rezension (204) Der ungeladene Gast [Sadie Jones]



Sadie Jones
Der ungeladene Gast
Gebundene Ausgabe
320 Seiten
(3. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421045553
Originaltitel: The uninvited guests
19,99




Eine stürmische Nacht, ein rauschendes Fest und ein Geheimnis, das nie hätte ans Tageslicht gelangen dürfen

„Und Mylords Tafel ist so wohlbestellt,
um selbst am Styx die Geister zu versuchen.“
Lord Byron, Don Juan

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Es war der letzte Tag im April 1912, der Tag vor Emerald Torringtons zwangzigsten Geburtstag.
Ihre Familie, das war ihre Mutter Charlotte, der neunzehnjährige Bruder Clovis, ihr Stiefvater Edward Swift und das dritte Torrington-Kind Imogen (Smudge) leben auf dem hoch verschuldeten Sterne-Anwesen. Edward Swift arbeitet als Anwalt in Manchester, aber trotz aller Bemühungen muss er sich nunmehr von einem windigen Geschäftsmann Geld leihen, um Sterne vor der Versteigerung zu retten.
Der Handlungszeitraum umfasst 24 Stunden und beginnt an diesem Morgen mit dem gemeinsamen Frühstück, allerdings ohne die kleine Schwester.
Danach reist Edward ab.
Während Emerald durch den Garten streift, schweifen ihre Gedanken zurück, bis sie ihre kleine Schwester entdeckt. Smudge, ein unscheinbares Kind, geliebt, verhätschelt, dann wiederum vergessen.Ein Kind, was gewohnt war, sich selbst zu beschäftigen.

Sadie Jones hat es mir ihrer Sprache, ihrem Schreibstil sowie den ausführlichen und detaillierten Beschreibungen jeweiliger Szenen, egal ob es die Beschreibung der Reitbekleidung von Emerald ist oder das veranstaltete Chaos in der Küche, mit „Der ungeladene Gast“ ein lesenswertes Buch geschrieben. Es braucht nicht lange und man fühlt sich selbst mitten in die Geschichte hineinversetzt.

Für den Abend ist ein Dinner geplant und Emeralds Freundin aus den Kindertagen war mit dem Zug unterwegs. Doch zuvor wollen Emerald und ihr Bruder Clovis noch ausreiten.  Erst gegen siebzehn Uhr werden die ersten Gäste erwartet. Robert, der schon zu Lebzeiten des verstorbenen Horace Torrington auf Sterne arbeitet, sowie Clovis fahren mit der Kutsche Emeralds Freundin abholen. Als sie nunmehr zurückkehren, in ungewohntem Eiltempo, müssen die Daheimgebliebenen erfahren, dass auf der Nebenlinie ein Zugunglück passiert ist. Emeralds Freundin ist wohlbehalten angekommen, denn ihr Zug fuhr nicht auf der Nebenlinie. Anstatt der angekündigten Mutter ist nunmehr Patience Bruder mitgekommen.

Ebenso war zu der Gesellschaft John Buchanan geladen. Er ist der Sohn des Pächters und an ihn hatten sie vor einem Jahr die größte Farm verkauft, da das Geld benötigt wurde.

Emeralds geplante Geburtstagsfeier wird durch das Zugunglück auf der Nebenlinie für den Moment zur Nebensache, denn die Familie soll Überlebende – Passagiere der Dritten Klasse – aufnehmen, was den Menschen auf Sterne einiges abverlangt.
Und dann taucht noch dieser unheimliche Mann auf, ein Passagier mit einem First-Class-Ticket, Traversham-Beechers.
Charlotte, Emeralds Mutter, und auch die Haushälterin Florence, es spricht vieles dafür, dass sie ihn kennen.
Mit Ankunft der Reisenden an diesem Vorabend verändern sich die Dinge, eine Katastrophe bahnt sich an. Ein Modergeruch zieht durch das Haus, und allem voran Traversham-Beechers, der alle Anwesenden in seinen Bann lockt.
„Der ungeladene Gast“, geschrieben in der Dritten-Person ist ein Mix aus dem Genre Geister- und Mysterie, verpackt in das snobistische Leben des englischen Landadels.

Jede Charaktere in „Der ungeladene Gast“ ist von Sadie Jones klar beschrieben. Wer anfänglich glaubt, es handele sich nur um egoistische, nach außen hin oberflächlich wirkende Personen, wird am Ende (vielleicht) seine Meinung ändern.
Hervorheben möchte ich allerdings das jüngste der drei Torrington-Kinder, auch wenn die Handlung rund um Emeralds Geburtstag aufgebaut ist.
Smudge, besser Imogen Artemis Torrington, das Kind im Hintergrund, aber sie ist diejenige, die am Ende für eine Überraschung sorgt.

Fazit:
„Der ungeladene Gast“, ein unterhaltsames Buch und für mich das erste von der Autorin Sadie Jones. Die Art und Weise, wie die Autorin ihre Idee umgesetzt hat, doch ich war positiv überrascht. Man möge sich von dem Cover nicht irre führen lassen. Meiner Meinung nach passt es ausgezeichnet, denn selbst die Frau von hinten betrachtet besitzt eine Ausstrahlungskraft, zeigt Würde und Stolz.
Das Buch besitzt seine eigene Atmosphäre, ein Hauch von Mysterie, Geister, die kommen und gehen, das Übernatürliche, ein Spritzer Ironie durfte auch nicht fehlen, aber den finden Sie bitte selbst heraus.
Ich gebe meine volle Leseempfehlung.


Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag 

Vielen Dank an  den Verlag