Eine packende Saga über Macht, Liebe und Familienband
Ein opulenter Roman über eine jüdische Bankiersfamilie, die nicht zufällig an die Rothschilds denken lässt. Eine packende Saga über Macht, Liebe und Familienbande
Wien, 1910. Die alte, über ganz Europa verteilte Familie Goldbaum hat ihren enormen Reichtum Bankgeschäften zu verdanken. Greta, das jüngste Kind, ist ein eigenwilliges Wesen. Ihr droht eine Ehe mit Albert, dem Spross des englischen Zweigs der Familie, von dem es heißt, er sei spröde und sauertöpfisch, noch dazu ein leidenschaftlicher Schmetterlingsjäger. Doch Greta beschließt, die Sache auf sich zukommen zu lassen – und tut gut daran.
Während das private Glück unverhofft über Greta hereinbricht, zeigen sich immer bedrohlicher die Vorboten eines großen kriegerischen Konflikts. Ein Konflikt, in den die Goldbaums als Teil der politischen Aristokratie und Finanziers von Waffengeschäften tief verstrickt sind …
Natasha Solomons || Das goldene Palais
Verlag: Kindler Verlag; Auflage: 1. (23. Juli 2019)
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten || Martin Ruben Becker (Übersetzer)
ISBN-13: 978-3463407012 || € 22,--
Gelesen 08/2019
Mein Leseeindruck:
Mit dem vorliegenden historischen Roman "Das goldene Palais" begibt sich der Leser in das vergangene Jahrhundert vor und während des Ersten Weltkriegs. Es beginnt in Wien, dem Wohnsitz der Bankiersfamilie Goldbaum, eine der reichsten Bank-Dynastien. Diese lebten verstreut in Europa. Die Hochzeit der zwanzigjährigen Tochter Greta mit Albert, einem Sohn aus der entfernten Goldbaum-Familie in England, steht an. Für Greta hieß es ihr geliebtes Wien, das Zuhause und ihren geliebten älteren Bruder zu verlassen. In diesem Erzählstrang beginnt auch die Geschichte von dem Jungen Karl, der unterirdisch in den Kanälen wie viele andere auch nach Knochen suchte, um diese den Seifensiedern zu verkaufen. Karl "arbeitete" hauptsächlich in der Gegend des Goldbaum-Anwesens. Man erfährt nicht viel über ihn, aber mehr doch über das Leben der Armen und erst zum Ende des Romans erhält diese Charaktere eine gewichtige Position.
Ich muss erwähnen, dass ich nicht damit gerechnet hatte, welche Geschichte sich hier zwischen den Buchdeckeln verbarg. Protagonisten und Nebenfiguren sind vielschichtig und lebendig gezeichnet, so dass es insgesamt ein komplettes Bild ergibt. Und dass sich die Autorin wohl wahrscheinlich von der Geschichte der Rothschilds hat inspirieren lassen. Bei dieser Geschichte geht es mehr als nur um das Geld. Wie heißt es doch: Geld regiert die Welt. Welche Rolle nunmehr das Geld/Gold in der Politik spielt, mit welchen Auswirkungen, dies findet sich in der gesamten Handlung wieder.
Zitat S. 556
"Menschliches Leiden und das Opfern menschlichen Lebens sind notwendig, aber die Wall Street interessieren bloß Dollars und Cents. Wir treten unter dem Kommando des Goldes in den Krieg ein."
Gretas Geschichte hebt sich sicherlich hervor, und es war interessant mitzuverfolgen, wie sie ihre Eigenwilligkeit ein- und umsetzt. Dass zur damaligen Zeit Ehen arrangiert wurden, war an der Tagesordnung. Gerade beim Adel bzw. Geld.
Der geschichtliche Hintergrund ist letztendlich die Vorbereitung zum Ersten Weltkrieg. Die Entwicklung zwischen Albert und Greta zu lesen, war angenehm. Durch Alberts Mutter entwickelt Greta ebenso eine Leidenschaft zur Gärtnerei. Was letztendlich in den schweren Zeiten zum Vorteil ist. Diese komplexe Familiensaga der jüdischen Goldbaum-Dynastie - für mich ein absolutes Lesehighlight in diesem Jahr.
Es ist eine historische Geschichte über die Familie, den Krieg und die Politik, aber auch schon damals zu spüren der Antisemitismus. Der Roman wird nicht nur von ihren Hauptprotagonisten getragen, sondern von der gesamten Story. "Das goldene Palais" war mein erstes Buch von der Autorin Natasha Solomons und ich kann es wirklich empfehlen.
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher
Zitat Buchanfang:
Der Kaiser war ein alter Mann. Er war der älteste Kaiser der Welt. Rings um ihn wandelte der Tod im Kreis, im Kreis und mähte und mähte. Schon war das ganze Feld leer, und nur der Kaiser, wie ein vergessener silberner Halb, stand noch da und wartete.
Joseph Roth, Radetzkymarsch
Rechte: Cover / Info/Zitate - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag
Vielen Dank an den Verlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar, was aber keinen Einfluss auf meine Meinung hat.
Ein farbenprächtiger, fesselnder historischer Roman
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Donnerstag, 22. August 2019
Samstag, 23. März 2019
(Rezension) "Als der Himmel fiel" Julie von Kessel
Julie von Kessel
Als der Himmel fiel
Wir wollen uns
nie verlassen.
Die Cousinen Ophelia und Franka wachsen zusammen am Rhein auf, seit ihrer Kindheit sind sie beste Freundinnen. Bei aller geteilten Freude verbindet sie ein dunkles Geheimnis, das Franka nur Ophelia anvertraut hat und keinem anderen Menschen auf der Welt.
Nach der Schule erhält Ophelia die Chance, in Yale Violine zu studieren. Franka hingegen hangelt sich von Praktikum zu Praktikum, von Affäre zu Affäre. Immer wieder braucht sie Ophelias Trost. Als sie einen Job in einer New Yorker Galerie findet, ist sie froh, endlich wieder in ihrer Nähe zu sein.
In New York überschlagen sich die Ereignisse. Ophelia hat einen schweren Unfall. Zur gleichen Zeit fliegen Attentäter gekaperte Flugzeuge ins World Trade Center. Und zwischen den rauchenden Türmen häufen sich die Anzeichen dafür, dass Ophelia Frankas Geheimnis verraten hat...
Verlag: Kindler Verlag; Auflage: 1. (12. März 2019) ||
Gebundene Ausgabe || 368 S.
ISBN-13: 978-3463407005 || € 20,00
Gelesen 03/2019
Buchanfang
Helle Papierschnipsel rieseln durch die milchige Luft, langsam und lautlos, wie zarte Schneeflocken. Sie liegt auf der Seite, ohne sich zu rühren. Sie muss noch auf der Straße sein, doch alles sieht anders aus, wie eine weiße Winterlandschaft, in der sie völlig allein ist, abgeschnitten von der Welt, von der sie nicht weiß, ob es noch ihre ist.
Ihr Leben lang waren die Cousinen Ophelia und Franka unzertrrennlich. Ihre Kindheit hatten sie zusammen verbracht und auch später unzertrennliche Freundinnen. Sie waren sehr gegensätzlich. Während Franka ziemlich ungeordnet und wechselhat im Beruf, dem Leben und der Liebe umgeht, ist Ophelia zielstrebig. Sie hatte sich mit Leidenschaft der Musik verschrieben und spielte hervorragend Geige. Doch dann ist es wieder Franka, die ruft und Ophelia tanzt. Frankas Wissen Ophelia ist ja für mich da… Dies ändert sich auch nicht, als Ophelia die Zusage erhält, in Yale bei dem berühmten Musiker Harry Rosen Unterricht zu erhalten. Ophelia, die Perfektionistin und dennoch wird sie immer wieder von Versagensängsten geplagt. Franka nutzt ihre Chance Deutschland den Rücken zu kehren, nur damit sie ja auch in Amerika ist, wo im Januar Ophelia hingeht. Sie nimmt einen schlecht bezahlten Job in einer New Yorker Galerie an. Während nunmehr Ophelia ihren Weg gehen will, wird sie hierbei von ihrem Lehrmeister unterstützt. Hinzu kommt noch die Bekanntschaft von dem Studenten Kaspar. Dieser bietet ihr letztendlich ein Zimmer in seiner WG an, damit sie in Ruhe üben kann. Sehr zum Mißfallen von Franka, die dahinter mehr als einen Freundschaftsdienst vermutet. Der rote Faden ist die lange, intensive Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Und ein Geheimnis, das sie beide hüten.
Aufgeteilt ist der Roman in drei Jahreszeiten. Es beginnt im Winter und endet im Herbst 9/11. Diesen Zeitraum für einen Roman zu wählen, mag vielleicht etwas außergewöhnlich erscheinen. Doch am Ende des Buches wird man verstehen. Zumal hier auch noch frühere Zeitgeschichte durch Harry Rosen mit einfließt. Während Ophelia also ihr Ziel verfolgt, eine berühmte Musikerin zu werden, hadert Franka mit allen und sucht - wie schon zuvor - ihre Ablenkung. Doch ein übler Nachgeschmack bleibt. Insofern hat der Anschlag auf das World Trade Center für Franka psychische Folgen und sie muss ihr Traumata aufarbeiten.
Das Cover besticht durch seine Einzigartigkeit als auch der Farbharmonie. Der Blick in die Häuserschlucht, eine einzelne Person mit einem roten Regenschirm. In roter Farbe ist auch der Titel gehalten. Man könnte meinen, das Rot symbolisiert das unschuldig vergossene Blut der Menschen, die bei dem Anschlag ihr Leben lassen mussten.
"Als der Himmel fiel" ist ein berührender, warmherziger Roman. Er zeigt nicht nur die zwei unterschiedlichen Frauen/Freundinnen, es geht ebenso um Verlust, Lebensgeschichten und das Handeln von Personen. Man kann sich nicht alles aussuchen, aber dennoch damit zurecht kommen.
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplars.
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag
Emphatischer Roman - berührend und einfühlsam
Als der Himmel fiel
Wir wollen uns
nie verlassen.
Die Cousinen Ophelia und Franka wachsen zusammen am Rhein auf, seit ihrer Kindheit sind sie beste Freundinnen. Bei aller geteilten Freude verbindet sie ein dunkles Geheimnis, das Franka nur Ophelia anvertraut hat und keinem anderen Menschen auf der Welt.
Nach der Schule erhält Ophelia die Chance, in Yale Violine zu studieren. Franka hingegen hangelt sich von Praktikum zu Praktikum, von Affäre zu Affäre. Immer wieder braucht sie Ophelias Trost. Als sie einen Job in einer New Yorker Galerie findet, ist sie froh, endlich wieder in ihrer Nähe zu sein.
In New York überschlagen sich die Ereignisse. Ophelia hat einen schweren Unfall. Zur gleichen Zeit fliegen Attentäter gekaperte Flugzeuge ins World Trade Center. Und zwischen den rauchenden Türmen häufen sich die Anzeichen dafür, dass Ophelia Frankas Geheimnis verraten hat...
Verlag: Kindler Verlag; Auflage: 1. (12. März 2019) ||
Gebundene Ausgabe || 368 S.
ISBN-13: 978-3463407005 || € 20,00
Gelesen 03/2019
Buchanfang
Helle Papierschnipsel rieseln durch die milchige Luft, langsam und lautlos, wie zarte Schneeflocken. Sie liegt auf der Seite, ohne sich zu rühren. Sie muss noch auf der Straße sein, doch alles sieht anders aus, wie eine weiße Winterlandschaft, in der sie völlig allein ist, abgeschnitten von der Welt, von der sie nicht weiß, ob es noch ihre ist.
Ihr Leben lang waren die Cousinen Ophelia und Franka unzertrrennlich. Ihre Kindheit hatten sie zusammen verbracht und auch später unzertrennliche Freundinnen. Sie waren sehr gegensätzlich. Während Franka ziemlich ungeordnet und wechselhat im Beruf, dem Leben und der Liebe umgeht, ist Ophelia zielstrebig. Sie hatte sich mit Leidenschaft der Musik verschrieben und spielte hervorragend Geige. Doch dann ist es wieder Franka, die ruft und Ophelia tanzt. Frankas Wissen Ophelia ist ja für mich da… Dies ändert sich auch nicht, als Ophelia die Zusage erhält, in Yale bei dem berühmten Musiker Harry Rosen Unterricht zu erhalten. Ophelia, die Perfektionistin und dennoch wird sie immer wieder von Versagensängsten geplagt. Franka nutzt ihre Chance Deutschland den Rücken zu kehren, nur damit sie ja auch in Amerika ist, wo im Januar Ophelia hingeht. Sie nimmt einen schlecht bezahlten Job in einer New Yorker Galerie an. Während nunmehr Ophelia ihren Weg gehen will, wird sie hierbei von ihrem Lehrmeister unterstützt. Hinzu kommt noch die Bekanntschaft von dem Studenten Kaspar. Dieser bietet ihr letztendlich ein Zimmer in seiner WG an, damit sie in Ruhe üben kann. Sehr zum Mißfallen von Franka, die dahinter mehr als einen Freundschaftsdienst vermutet. Der rote Faden ist die lange, intensive Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Und ein Geheimnis, das sie beide hüten.
Aufgeteilt ist der Roman in drei Jahreszeiten. Es beginnt im Winter und endet im Herbst 9/11. Diesen Zeitraum für einen Roman zu wählen, mag vielleicht etwas außergewöhnlich erscheinen. Doch am Ende des Buches wird man verstehen. Zumal hier auch noch frühere Zeitgeschichte durch Harry Rosen mit einfließt. Während Ophelia also ihr Ziel verfolgt, eine berühmte Musikerin zu werden, hadert Franka mit allen und sucht - wie schon zuvor - ihre Ablenkung. Doch ein übler Nachgeschmack bleibt. Insofern hat der Anschlag auf das World Trade Center für Franka psychische Folgen und sie muss ihr Traumata aufarbeiten.
Das Cover besticht durch seine Einzigartigkeit als auch der Farbharmonie. Der Blick in die Häuserschlucht, eine einzelne Person mit einem roten Regenschirm. In roter Farbe ist auch der Titel gehalten. Man könnte meinen, das Rot symbolisiert das unschuldig vergossene Blut der Menschen, die bei dem Anschlag ihr Leben lassen mussten.
"Als der Himmel fiel" ist ein berührender, warmherziger Roman. Er zeigt nicht nur die zwei unterschiedlichen Frauen/Freundinnen, es geht ebenso um Verlust, Lebensgeschichten und das Handeln von Personen. Man kann sich nicht alles aussuchen, aber dennoch damit zurecht kommen.
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplars.
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag
Emphatischer Roman - berührend und einfühlsam
Samstag, 29. September 2018
(Rezension) "Liebe Mrs. Bird" ~ A.J. Pearce
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| Gelesen 09/2018 |
A.J. Pearce
Liebe Mrs. Bird
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Kindler Verlag; Auflage: 1. (25. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783463400976
ISBN-13: 978-3463400976
Originaltitel: Dear Mrs Bird
Silke Jellinghaus (Übersetzer)
€ 20,00
Cover - Info - Verlag
Eine Liebeserklärung an die Macht der Freundschaft
und den Mut einfacher Menschen in schwierigen Zeiten.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck
Der Debütroman von A.J. Pearce erzählt die Geschichte der 22-jährigen Emmeline Lake, wie sie durch eine Zeitungsannonce eine Anstellung bei einem Zeitungsverlag in London erhält und, vermeintlich, endlichen ihren Traumjob ausüben kann. Von je her war es ihr Wunsch gewesen, Journalistin zu werden. Wir schreiben das Jahr 1941. Der Zweite Weltkrieg hatte mit aller Wucht ebenfalls England, London erreicht. Emmy, wie ihre Freundin Bunty sie nennt, arbeitet zum einen in einer Kanzlei und dann an drei Tagen der Woche als freiwillige Telefonistin in einer feuerwache. sie und Bunty lebten in einer Wohnung bei deren Großmutter. "Der Chronicle" suchte eine Gehilfin, so stand es da, dieser Satz festigte sich in Emmys Kopf. Und sie bekam die Stelle. Allerdings entpuppte sich diese nicht als das was sie erwartet hatte. Sie sollte künftig als Vorarbeit leisten für Mrs. Bird, Briefe aussortieren und nur die den Regeln von Mrs. Bird entsprachen, durften auf deren Schreibtisch. Mrs. Bird war die Kummerkastentante der Zeitung. Ihre Ratgeber allerdings entsprachen nicht mehr der Zeit. Inakzeptable Themen wurden nicht beantwortet und diese Briefe landeten im Papierkorb. Auf der Non-Liste standen z. B. Themen wie "eheliche Beziehungen, politische Aktivitäten, sexuelle Beziehungen im Allgemeinen, Krieg, usw. …
Mrs. Bird nahm sich das Recht, nur auf solche Themen zu antworten, die ihr genehm waren. Alles andere war Müll. Sie beurteilte und verurteilte vieles. Auch gab es Wörter, die ebenfalls verboten waren. Allerdings kennt Mrs. Bird Emmeline nicht. Denn der geht das gehörig gegen den Strich. Obwohl sie weiß, dass es nicht korrekt ist, nimmt sie sich einiger Briefe an und beantwortet sie. Und nicht nur das, sie schreibt auch in Mrs. Bird Namen.
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Emmelinge geschrieben. Die 28 Kapitel lassen sich flüssig lesen. Es wird konkret ein intensiver Einblick in die damalige Zeit gegeben. All die Menschen, die nicht nur während der Luftangriffe bangten, ihren Dienst versahen, es waren auch die, die um ihre Liebsten trauerten. Genau deswegen schrieben sie auch an Mrs. Bird. Wußten sie doch nicht, welch verknöcherte alte Jungfer sich dahinter verbarg. Und in diesen Zeiten war es Emmy nach wichtig, den Menschen Hoffnung zu geben und nicht die Briefe einfach zu entsorgen. So beginnt etwas, was sie nicht tun dürfte. Antworten schreiben auf genau solche Briefe, die Müll waren. Und sie macht einen groben Fehler, sie unterzeichnet mit Mrs. Bird. Dass Emmys Ratschläge aber gut ankommen, darüber freut sie sich.
In unseren modernen Zeiten, wo es alltäglich ist mit dem Smartphone über Messenger u.a. zu kommunizieren, ist so ein Roman, auch wenn er einen schwergewichtigen Hintergrund als Thema hat, eine Wohltat, oder eben eine etwas andere Lektüre. Ein paar persönlich geschriebene Zeilen drücken oft mehr aus als irgendwelche Emojis. ✍️
Ein Brief kann wie eine Erinnerung sein. Die Charaktere Emmy ist zwar die maßgebliche Person, Auslöser von Dingen, doch bei all den Kriegsumständen ist immer eine Prise Humor Platz.
"Liebe Mrs. Bird", ist in gewisser Weise schon ein historischer Roman, der es verstanden hat, die katastrophalen Zustände des Zweiten Weltkriegs und durch die bewegende Freundschaft zweier Freundinnen, dies in einer erstaunlich guten Geschichte festzuhalten.
Es gab Momente, die mich dann geschockt hatten. Sei es die nächtlichen Bombenangriffe, dann aber wiederum zeigten, welche Urkräfte der Mensch freisetzen kann um zu helfen. Die, die wir den Krieg nicht miterlebt haben, können und müssen alles tun, um so etwas zu verhindern. #GegendasVergessen
All dies ist Hintergrund der Story und die Autorin hat es sehr gut verstanden, die damalige Realität auch bildhaft darzustellen.
"Liebe Mrs. Bird" ist nicht nur ein Buch zur Erinnerung "nicht zu vergessen", vielmehr zeigt er auch auf, wie der Krieg Menschen verändert und trotz allem die Hoffnung bleibt, nicht zu verlieren. Lebe heute, was morgen kommt, sehen wir dann.
Meine Leseempfehlung für das Buch, für die Geschichte aus der Zeit im Zweiten Weltkrieg. Alle Achtung für diesen Debütroman.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher
© Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Rowohlt Verlag
Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar
AJ Pearce wuchs in Hampshire auf uns studierte an der University of Sussex. Sie arbeitete in Zeitschriftenverlagen und im Marketing. Heute lebt sie in Südengland. "Liebe Mrs Bird" ist ihr erster Roman. Sie hat unzählige Kisten mit Fotos, Zeitschriften und Flyern aus der Zeit durchforstet, in der ihr Buch spielt.
Ein ansprechender Roman mit Tiefgang und die Frage nach dem "Warum".
Themen:
A.J.Pearce
,
Kindler
,
Motto-Challenge2018
,
Rowohlt
Sonntag, 8. Oktober 2017
Rezension || Das Leuchten am Rand der Welt ~ Eowyn Ivey
Eowyn Ivey
Das Leuchten am Rand der Welt
Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: Rowohlt, Kindler; Auflage: 1 (18. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463406810
ISBN-13: 978-3463406817
Originaltitel: To the Bright Edge of the World
Ruth Hulbert (Illustrator), Claudia Arlinghaus (Übersetzer), Martina Tichy (Übersetzer)
€ 22,95
© Cover - Info - Kauflink
VERLAG
oder bei dem Buchhändler eures Vertrauens
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Mit einem Schreiben an den Museumskurator in Alpine, Alaska, beginnt der neue Roman von Eowyn Ivey "Das Leuchten am Rand der Welt". In diesem Schreiben teilt Herr Walter Forrester mit, dass die Geschichte seines Großonkels Allen Forrester, aufgezeichnet durch Briefe und Tagebücher seiner Alaska-Expedition 1865, nicht verloren gehen dürfe. Ebenso von dessen Frau Sophie. Er, Walter Forrester, habe keine Nachkommen und auch ansonsten sei familiär niemand mehr da. Es sei ihm wichtig, dass die Unterlagen einen guten neuen Aufenthalt bekämen. Colonel Forrester war von der Regierung ermächtigt worden, eine Expedition ins Innere Alaskas flussaufwärts des Wolverine Rivers durchzuführen, aufzuzeichnen für die Regierung.
In wechselnden Kapiteln schildern jeweils Allen und Sophie Forrester in Tagesabschnitten die Handlung, immer wieder unterbrochen durch den laufenden Schriftverkehr zwischen Joshua Sloan, dem Kurator, und Walter Forrester.
Zur Expeditionsmannschaft gehört auch Mr. Pruitt. Dieser soll mit seiner Kamera so viel wie möglich Bilder machen. Sophie ist begeistert von der neuen Technik. Sie liebt die Natur und zeichnet. Was wäre da das Fotografieren für ein Vorteil. Umso mehr freut sie sich darauf, ihren Mann bis Sitka begleiten zu dürfen. Vielleicht kann sie bis dahin Mr. Pruitt überzeugen, ihr den Umgang mit der Kamera verständlich zu machen. Allen und Sophie sind gerade mal ein Jahr verheiratet.. Dass sie ihn begleiten wird, wird nicht gerade gut von den anderen Frauen in der Garnison Vancouver aufgenommen. Doch das Leben macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Sie ist schwanger und muss verzichten.
Die Berichte über die Expedition ist spannend und hochinteressant geschrieben. Auch wenn es sich um fiktive Personen handelt, wurde Ivey durch die historische Reise ins Inland von Alaska des Lt. Heny T. Allen 1885 hierzu inspiriert. Und dessen Aufzeichnungen waren für die Autorin eine wahre Goldgrube. Warum ich das hier so aufführe? Wenn man ein wirklich tolles, faszinierendes Buch liest, und dann hinter die "Kulissen" schaut, wird einem klar, wie viel Zeit an Recherche hierin steckt, um es glaubhaft herüber zu bringen. In bildhafter Sprache bringt die Autorin die Entbehrungen, aber auch die Schönheit der Gegend herüber. Und ebenso klar stellt sie die Charaktere auf. Großartig, authentisch. Mythos und Magie, die Kultur der damaligen Einwohner, aber auch die harte Realität des Lebens, der Lebensumstände.
Sophie Forrester, eine für die damalige Zeit moderne Frau, ihre Geschichte, ihren Weg zu lesen, war beeindruckend. Man könnte meinen, es bräuchte für Sophie ein eigenes Buch. Dem kann ich so nicht zustimmen. Gerade die Verbindung zwischen ihr und Allen kommt durch die großartige Abstimmung der jeweiligen Kapitel sehr gut hervor. Die Liebe zwischen ihr und Allen ist förmlich spürbar, trotz aller Höhen und Tiefgen. Ihre Entwicklung, die Liebe zur Fotografie, all das zeigt auf, wie sehr Sophie die Natur liebt. Und ihr dabei hilft, ihren Schmerz über den Verlust zu überwinden.
Die alten Schwarz-Weiß-Fotos, die Zeichnungen, die Beschreibungen zu den Artefakten geben dem Buch noch einmal das gewisse Etwas.
Es gäbe noch viel mehr zu dem Roman zu schreiben. Meine Anerkennung und Respekt hat die Autorin auf jeden Fall.
Ich war von "Das Schneemädchen", dem ersten Roman der Autorin, sehr beeindruckt. "Das Leuchten am Rand der Welt" ist natürlich eine andere Geschichte, aber genauso gut, oder sogar noch irgendwie besser☺
Das Hardcoverbuch zeichnet sich ebenfalls aus, dass es ein Lesebändchen hat. Heutzutage leider eine Rarität bei Büchern.
Eine spannend erzählte Geschichte, ihre Beschreibung der Landschaft von Alaska, die lebendigen Charaktere geben dem Leser das Gefühl, mittendrin in der Handlung zu sein.
Es zeigt aber auch auf, dass wir die Achtung vor der Natur nicht verlieren dürfen. Alles ist ein Miteinander, Mensch und Natur.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 6 Lesegenuss-Bücher Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ (Höchstwertung)
und es kommt auf die Liste meiner Top-Ten 2017.
Eowyn Ivey wuchs in Alaska auf, wo sie noch heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern lebt. Sie studierte Journalismus und kreatives Schreiben und arbeitete zehn Jahre lang als preisgekrönte Redakteurin und Buchhändlerin. Ihr Debüt "Das Schneemädchen" war international ein großer Erfolg und wurde für den Pulitzer Preis nominiert. "Das Leuchten am Rand der Welt" ist ihr zweiter Roman.
Ein Roman über eine abenteuerliche historische Expedition, eine tiefe Liebe zwischen zwei Forschernaturen und die Geheimnisse einer ungezähmten, spektakulären Natur, mit einer Prise Magie: der neue Roman der preisgekrönten Autorin von "Das Schneemädchen". Aufwändig gestaltet mit vielen Illustrationen, Originalfotos und -dokumenten.
Winter, 1885. Lieutenant Allen Forrester erhält den Auftrag seines Lebens: er soll im Namen der U.S. Armee den Wolverine River in Alaska erforschen. Seine Expedition verspricht endlich Erkenntnisse über diesen geheimnisvollen, unerforschten Landstrich, doch niemand vermag vorauszusehen, was Allen und seine Männer dort erwartet.
Seine junge Frau Sophie lässt Allen in Vancouver zurück – sie ist schwanger. Leidenschaftich gern hätte die Naturkundlerin ihren Mann in die Wildnis begleitet. Was sie jedoch nicht ahnt: Die Zeit der Trennung wird ihr ebenso viel Mut abfordern wie ihrem Ehemann.
Eine fantastische Geschichte von einer großartigen Autorin
Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für das Leseexemplar.
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Das Leuchten am Rand der Welt
Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: Rowohlt, Kindler; Auflage: 1 (18. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463406810
ISBN-13: 978-3463406817
Originaltitel: To the Bright Edge of the World
Ruth Hulbert (Illustrator), Claudia Arlinghaus (Übersetzer), Martina Tichy (Übersetzer)
€ 22,95
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VERLAG
oder bei dem Buchhändler eures Vertrauens
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Mit einem Schreiben an den Museumskurator in Alpine, Alaska, beginnt der neue Roman von Eowyn Ivey "Das Leuchten am Rand der Welt". In diesem Schreiben teilt Herr Walter Forrester mit, dass die Geschichte seines Großonkels Allen Forrester, aufgezeichnet durch Briefe und Tagebücher seiner Alaska-Expedition 1865, nicht verloren gehen dürfe. Ebenso von dessen Frau Sophie. Er, Walter Forrester, habe keine Nachkommen und auch ansonsten sei familiär niemand mehr da. Es sei ihm wichtig, dass die Unterlagen einen guten neuen Aufenthalt bekämen. Colonel Forrester war von der Regierung ermächtigt worden, eine Expedition ins Innere Alaskas flussaufwärts des Wolverine Rivers durchzuführen, aufzuzeichnen für die Regierung.
In wechselnden Kapiteln schildern jeweils Allen und Sophie Forrester in Tagesabschnitten die Handlung, immer wieder unterbrochen durch den laufenden Schriftverkehr zwischen Joshua Sloan, dem Kurator, und Walter Forrester.
Zur Expeditionsmannschaft gehört auch Mr. Pruitt. Dieser soll mit seiner Kamera so viel wie möglich Bilder machen. Sophie ist begeistert von der neuen Technik. Sie liebt die Natur und zeichnet. Was wäre da das Fotografieren für ein Vorteil. Umso mehr freut sie sich darauf, ihren Mann bis Sitka begleiten zu dürfen. Vielleicht kann sie bis dahin Mr. Pruitt überzeugen, ihr den Umgang mit der Kamera verständlich zu machen. Allen und Sophie sind gerade mal ein Jahr verheiratet.. Dass sie ihn begleiten wird, wird nicht gerade gut von den anderen Frauen in der Garnison Vancouver aufgenommen. Doch das Leben macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Sie ist schwanger und muss verzichten.
Die Berichte über die Expedition ist spannend und hochinteressant geschrieben. Auch wenn es sich um fiktive Personen handelt, wurde Ivey durch die historische Reise ins Inland von Alaska des Lt. Heny T. Allen 1885 hierzu inspiriert. Und dessen Aufzeichnungen waren für die Autorin eine wahre Goldgrube. Warum ich das hier so aufführe? Wenn man ein wirklich tolles, faszinierendes Buch liest, und dann hinter die "Kulissen" schaut, wird einem klar, wie viel Zeit an Recherche hierin steckt, um es glaubhaft herüber zu bringen. In bildhafter Sprache bringt die Autorin die Entbehrungen, aber auch die Schönheit der Gegend herüber. Und ebenso klar stellt sie die Charaktere auf. Großartig, authentisch. Mythos und Magie, die Kultur der damaligen Einwohner, aber auch die harte Realität des Lebens, der Lebensumstände.
Sophie Forrester, eine für die damalige Zeit moderne Frau, ihre Geschichte, ihren Weg zu lesen, war beeindruckend. Man könnte meinen, es bräuchte für Sophie ein eigenes Buch. Dem kann ich so nicht zustimmen. Gerade die Verbindung zwischen ihr und Allen kommt durch die großartige Abstimmung der jeweiligen Kapitel sehr gut hervor. Die Liebe zwischen ihr und Allen ist förmlich spürbar, trotz aller Höhen und Tiefgen. Ihre Entwicklung, die Liebe zur Fotografie, all das zeigt auf, wie sehr Sophie die Natur liebt. Und ihr dabei hilft, ihren Schmerz über den Verlust zu überwinden.
Die alten Schwarz-Weiß-Fotos, die Zeichnungen, die Beschreibungen zu den Artefakten geben dem Buch noch einmal das gewisse Etwas.
Es gäbe noch viel mehr zu dem Roman zu schreiben. Meine Anerkennung und Respekt hat die Autorin auf jeden Fall.
Ich war von "Das Schneemädchen", dem ersten Roman der Autorin, sehr beeindruckt. "Das Leuchten am Rand der Welt" ist natürlich eine andere Geschichte, aber genauso gut, oder sogar noch irgendwie besser☺
Das Hardcoverbuch zeichnet sich ebenfalls aus, dass es ein Lesebändchen hat. Heutzutage leider eine Rarität bei Büchern.
Eine spannend erzählte Geschichte, ihre Beschreibung der Landschaft von Alaska, die lebendigen Charaktere geben dem Leser das Gefühl, mittendrin in der Handlung zu sein.
Es zeigt aber auch auf, dass wir die Achtung vor der Natur nicht verlieren dürfen. Alles ist ein Miteinander, Mensch und Natur.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 6 Lesegenuss-Bücher Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ (Höchstwertung)
und es kommt auf die Liste meiner Top-Ten 2017.
Eowyn Ivey wuchs in Alaska auf, wo sie noch heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern lebt. Sie studierte Journalismus und kreatives Schreiben und arbeitete zehn Jahre lang als preisgekrönte Redakteurin und Buchhändlerin. Ihr Debüt "Das Schneemädchen" war international ein großer Erfolg und wurde für den Pulitzer Preis nominiert. "Das Leuchten am Rand der Welt" ist ihr zweiter Roman.
Ein Roman über eine abenteuerliche historische Expedition, eine tiefe Liebe zwischen zwei Forschernaturen und die Geheimnisse einer ungezähmten, spektakulären Natur, mit einer Prise Magie: der neue Roman der preisgekrönten Autorin von "Das Schneemädchen". Aufwändig gestaltet mit vielen Illustrationen, Originalfotos und -dokumenten.
Winter, 1885. Lieutenant Allen Forrester erhält den Auftrag seines Lebens: er soll im Namen der U.S. Armee den Wolverine River in Alaska erforschen. Seine Expedition verspricht endlich Erkenntnisse über diesen geheimnisvollen, unerforschten Landstrich, doch niemand vermag vorauszusehen, was Allen und seine Männer dort erwartet.
Seine junge Frau Sophie lässt Allen in Vancouver zurück – sie ist schwanger. Leidenschaftich gern hätte die Naturkundlerin ihren Mann in die Wildnis begleitet. Was sie jedoch nicht ahnt: Die Zeit der Trennung wird ihr ebenso viel Mut abfordern wie ihrem Ehemann.
Eine fantastische Geschichte von einer großartigen Autorin
Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für das Leseexemplar.
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Sonntag, 15. November 2015
|| Rezension | Die Frau am See ~ Sara Gruen
Sara Gruen
Die Frau am See
Gebundene Ausgabe
448 Seiten
Verlag: Kindler (25. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3463406602
Originaltitel: At the water's edge
Sabine Längsfeld (Übersetzer), Marie Rahn (Übersetzer)
€ 19,95
© Cover - Info Kauflink
VERLAG
Mein Leseeindruck:
Das Ungeheuer von Loch Ness, es war schon immer ein Anziehungspunkt für Spekulationen. Existiert es oder doch nicht? Und die Leute geben nicht auf, es zu ergründen. So auch im Januar 1945. Es ist noch immer Krieg, was allerdings für den Amerikaner Ellis kein Hindergrund ist, nicht nach Schottland zu reisen. Mit an seiner Seite Hank, sein bester Freund, als auch dessen Frau Maddie. Beste Freunde sind unzertrennlich, das bekommt Maddie dort mehr denn je zu spüren. Sie fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen, ist in dem kleinen Dörfchen auf sich selbst gestellt und beginnt, über sich und ihr Leben nachzudenken.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Maddie erzählt und beginnt mit einem starken Prolog. Das Leben in Schottland verändert Maddie und sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer großartigen Protagonistin. Sie wird selbstbewußter und das macht sich ganz deutlich in der Handlung bemerkbar. Maddie, die Anfangs als eine verwöhnt Frau der Oberschicht Amerikas herüberkommt, werden in Schottland "die Augen" geöffnet und stellt ihr bisheriges Leben, ihre Ehe, auf den Prüfstand.
Die Suche nach dem Ungeheuer von Loch Ness, das Abenteuer der beiden Männer gerät mehr denn je in der Handlung in den Hintergrund.
"Die Frau am See", ein eher ruhiges Buch, gefühlvoll als auch bewegend.
Jede der Nebenfiguren werden von der Autorin gut beschrieben, denn alle haben sie eine eigene Geschichte.
Schottland als Handlungsort beeindruckt mich immer wieder und auch Sara Gruen hat es mit bildhaften Worten beschrieben.
Das Cover konnte nicht besser gestaltet sein. Wirklich großartig!
Unverhofft kam ich in den Besitz des Leseexemplars. Wenn auch die Handlung nicht gerade toppt, überwiegen hier die Figuren als auch der Schreibstil der Autorin.
So vergebe ich vier Lesegenuss-Bücher.
Information:
Erfolgsautorin Sara Gruen («Wasser für die Elefanten») legt mit ihrem neuen New-York-Times-Bestseller eine fesselnde und ergreifende Geschichte in einem abgelegenen Dorf in den schottischen Highlands vor. «Eine bewegende Liebesgeschichte: ein schottisches Downton Abbey», urteilt Publishers Weekly.
Im Januar 1945 reist die wohlhabende Maddie zusammen mit ihrem Ehemann Ellis und dessen bestem Freund in ein abgelegenes Dorf in den schottischen Highlands. Der exzentrische Ellis will die Existenz der sagenumwobenen Nessie beweisen, Krieg hin oder her. Ausgestattet mit Fernglas, Kompass und Kamera begeben sich die beiden Männer Tag für Tag auf Exkursion. Maddie bleibt allein zurück in der kargen Pension dieses fremden Ortes. Immer stärker stellt sie ihr bisheriges Leben in Frage. Wer ist sie, und was will sie? Da lernt sie die Menschen der Pension kennen, zwei Mägde und den geheimnisvollen Pensionsbesitzer Angus. Und plötzlich weitet sich ihr Blick für überraschende Möglichkeiten des Lebens …
Geballte Erzählkraft vor der atmosphärischen Kulisse von Loch Ness: eine packende Liebesgeschichte, ein mitreißendes Porträt weiblicher Emanzipation, eine Hymne auf die Kraft der Freundschaft.
Eine solide, realistische Geschichte
Die Frau am See
Gebundene Ausgabe
448 Seiten
Verlag: Kindler (25. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3463406602
Originaltitel: At the water's edge
Sabine Längsfeld (Übersetzer), Marie Rahn (Übersetzer)
€ 19,95
© Cover - Info Kauflink
VERLAG
Mein Leseeindruck:
Das Ungeheuer von Loch Ness, es war schon immer ein Anziehungspunkt für Spekulationen. Existiert es oder doch nicht? Und die Leute geben nicht auf, es zu ergründen. So auch im Januar 1945. Es ist noch immer Krieg, was allerdings für den Amerikaner Ellis kein Hindergrund ist, nicht nach Schottland zu reisen. Mit an seiner Seite Hank, sein bester Freund, als auch dessen Frau Maddie. Beste Freunde sind unzertrennlich, das bekommt Maddie dort mehr denn je zu spüren. Sie fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen, ist in dem kleinen Dörfchen auf sich selbst gestellt und beginnt, über sich und ihr Leben nachzudenken.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Maddie erzählt und beginnt mit einem starken Prolog. Das Leben in Schottland verändert Maddie und sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer großartigen Protagonistin. Sie wird selbstbewußter und das macht sich ganz deutlich in der Handlung bemerkbar. Maddie, die Anfangs als eine verwöhnt Frau der Oberschicht Amerikas herüberkommt, werden in Schottland "die Augen" geöffnet und stellt ihr bisheriges Leben, ihre Ehe, auf den Prüfstand.
Die Suche nach dem Ungeheuer von Loch Ness, das Abenteuer der beiden Männer gerät mehr denn je in der Handlung in den Hintergrund.
"Die Frau am See", ein eher ruhiges Buch, gefühlvoll als auch bewegend.
Jede der Nebenfiguren werden von der Autorin gut beschrieben, denn alle haben sie eine eigene Geschichte.
Schottland als Handlungsort beeindruckt mich immer wieder und auch Sara Gruen hat es mit bildhaften Worten beschrieben.
Das Cover konnte nicht besser gestaltet sein. Wirklich großartig!
Unverhofft kam ich in den Besitz des Leseexemplars. Wenn auch die Handlung nicht gerade toppt, überwiegen hier die Figuren als auch der Schreibstil der Autorin.
So vergebe ich vier Lesegenuss-Bücher.
Information:
Erfolgsautorin Sara Gruen («Wasser für die Elefanten») legt mit ihrem neuen New-York-Times-Bestseller eine fesselnde und ergreifende Geschichte in einem abgelegenen Dorf in den schottischen Highlands vor. «Eine bewegende Liebesgeschichte: ein schottisches Downton Abbey», urteilt Publishers Weekly.
Im Januar 1945 reist die wohlhabende Maddie zusammen mit ihrem Ehemann Ellis und dessen bestem Freund in ein abgelegenes Dorf in den schottischen Highlands. Der exzentrische Ellis will die Existenz der sagenumwobenen Nessie beweisen, Krieg hin oder her. Ausgestattet mit Fernglas, Kompass und Kamera begeben sich die beiden Männer Tag für Tag auf Exkursion. Maddie bleibt allein zurück in der kargen Pension dieses fremden Ortes. Immer stärker stellt sie ihr bisheriges Leben in Frage. Wer ist sie, und was will sie? Da lernt sie die Menschen der Pension kennen, zwei Mägde und den geheimnisvollen Pensionsbesitzer Angus. Und plötzlich weitet sich ihr Blick für überraschende Möglichkeiten des Lebens …
Geballte Erzählkraft vor der atmosphärischen Kulisse von Loch Ness: eine packende Liebesgeschichte, ein mitreißendes Porträt weiblicher Emanzipation, eine Hymne auf die Kraft der Freundschaft.
Eine solide, realistische Geschichte
Themen:
Kindler
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Rezensionen
,
Sara Gruen
Samstag, 27. Dezember 2014
(Rezension) Die Sache mit dem Glück - Matthew Quick
Matthew Quick
Die Sache mit dem Glück
Gebundene Ausgabe
336 Seiten
Verlag: Kindler (19. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3463400846
€ 18,95
Quelle und Kauflink
Verlag
► Es gilt der Hinweis unter dem Header! ◄
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Bartholomew hat immer bei seiner Mutter gelebt. Als sie stirbt,
muss er plötzlich allein zurechtkommen. Aber das sagt sich so leicht.
Bartholomew ist 39. Beim Aufräumen ihres Schlafzimmers findet er einen Brief
von Richard Gere wieder. Darin ruft der Hollywoodstar zum Boykott der
Olympischen Spiele in Peking auf, wegen Tibet. Der Brief muss Mom viel bedeutet
haben, sonst hätte sie ihn nicht in ihrer Unterwäscheschublade aufbewahrt. Nun
versteht Bartholomew auch, warum sie ihn in ihren letzten Tagen, als sie schon
sehr durcheinander war, immer nur «Richard» genannt hat. Er beschließt, dem
Schauspieler Briefe zu schreiben. Über Moms Theorie vom Glück, über Außerirdische,
Buddhismus und die Liebe zu Katzen. Und über die junge Bibliothekarin, die er
schon seit Jahren einmal ansprechen möchte. Bis jetzt hat Richard Gere noch
nicht geantwortet, aber Bartholomew ist sicher, er wird ihm bei seinem
Neuanfang helfen.
Wenn Sie wollen, dass andere glücklich sind,
dann zeigen Sie Mitgefühl und auch, wenn Sie selbst
glücklich sein wollen, zeigen Sie Mitgefühl.
- Der Dalai Lama -
Meine Meinung:
Mit einem langen Brief an Mr. Richard Gere beginnt das Buch “Die
Sache mit dem Glück”. Und so geht es kapitelweise weiter, jeweils in Briefform
an Mr. Gere von seinem bewundernden Fan Bartholomew Neil. Der 38-Jährige hat in
seinen Briefen über eine Vielfalt von Themen geschrieben.
So z. B. über seine Traumfrau Elizabeth, die in der ortsansässigen
Bibliothek arbeitet. Sein ganzes bisheriges Leben hat Bartholomew bei seiner
Mutter gelebt. Doch nach ihrem Tod muss er sich neu orientieren. Noch nie hatte
er eine Freundin, aber an seiner Seite gute Freunde. Einer davon ist Father
McNamee, ein katholischer Priester mit einem Alkoholproblem. Ein Mensch, der
sich in den Alkohol flüchtet und in stundenlange Gebete.
Geschrieben in der Ich-Erzählperspektive von Bartholomew schildern
die Briefe von seinen Gedanken, seinen Ängsten als auch den Träumen und
Wünsche.
So lässt sich jedes Kapitel bzw. jeder Brief für sich lesen. Von
meiner Seite aus fand ich das als angenehm, gibt es doch einem selbst die
Möglichkeit, über das geschriebene Wort nachzudenken. Warum gerade er an
Richard Gere, den Schauspieler, schreibt,m erklärt sich dadurch, dass dieser
der Lieblingsschauspieler seiner verstorbenen Mutter war. Im Endstadium ihrer
Krankheit sprach sie ihren Sohn nur noch mit Richard an.
Im Prinzip kann man das Buch auch als eine Art Tagebuch,
Aufarbeitung, von Bartholomew ansehen, Erinnerungen aber auch ein Stück
Verarbeitung seines Lebens.
“Die Sache mit dem Glück” ist eine beachtenswerte Geschichte, die
ausgelöst durch einen “Tibet-Brief” von Richard Gere an Bartholomews Mutter
diesen veranlasst, ebenfalls Briefe zu schreiben. Einerseits traurig, aber auch
lustig, gelingt es ihm seinen Leben eine neue Richtung zu geben. Es steckt eine
ganze Menge in diesen Texten, deren Charaktere authentisch beschrieben, schon
das Herz berühren.
(P.S. Ich liebe Richard Gere – als Schauspieler!)
Wer wieder einmal eine andere Lektüre lesen möchte, dem rate ich
zu diesem Buch.
Vielen Dank an den Verlag, dass ich dieses Buch vorab lesen
durfte.
Ein höchst unterhaltsamer und inspirierender Roman, der einen über
die Gründe des Universums nachgrübeln und über die Kraft der Güte und der Liebe
staunen lässt. Graeme Simsion, der Autor des Bestsellers «Das Rosie-Projekt»,
urteilte:« `Die Sache mit dem Glück` ist genau das, was ich von Matthew Quick
erwartet habe: originell, fesselnd, erhebend.» 2015 wird der Roman in den USA
von Jonathan Dayton und Valeri Faris verfilmt, den doppelten Oscar-Gewinnern
des Erfolgsfilms «Little Miss Sunshine».
Vita:
Matthew Quick wurde 1973 in Oaklyn,
New Jersey geboren. Er studierte Anglistik, arbeitete als Englischlehrer,
schmiss seinen Job und reiste anschließend lange durch Südamerika und Afrika.
Die Verfilmung seines Debüts „Silver Linings“ gewann einen Golden Globe und den
Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin. Auch die Filmrechte an seinem
neuen Roman „Die Sache mit dem Glück“ wurden bereits verkauft. Matthew Quick
lebt mit seiner Frau in Holden, Massachusetts.
Mittwoch, 26. November 2014
(Glücksbotschaft) Die Sache mit dem Glück
Am Wochenanfang erreichte mich eine "Glücksbotschaft". Großer, roter Umschlag, als ich den Absender las, war mir erst einmal nicht klar, was es sein könnte.
Aber nach dem Öffnen löste sich das Rätsel.
Der November-Newsletter vom Verlag widmete sich dem Buch, das glücklich macht und es wurden 30 Leseexemplare vor dem offiziellen Erscheinungstermin vergeben.
«Die Sache mit dem Glück» von Matthew Quick - und viel bunte Papierschnitzel ...
Quick ist vielen von Ihnen wahrscheinlich noch als Autor von «Silver Linings» bekannt, das sogar verfilmt und mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Zum Jahreswechsel gibt es wieder eine witzige und weise Geschichte von ihm über Menschen, die das Glück suchen.
Allen voran der unvollkommene, aber unglaublich sympathische Barthlomew, der nach dem Tod seiner Mutter im gemieteten Ford Focus nach Kanada reist. Mit ihm kommen eine scheue Bibliothekarin, ihr katzenverrückter Bruder und ein Priester in der Glaubenskrise.
Zusammen suchen sie nach Bartholomews Vater. Aber sie entdecken viel mehr…
Ich lasse mich überraschen ...
Aber nach dem Öffnen löste sich das Rätsel.
Der November-Newsletter vom Verlag widmete sich dem Buch, das glücklich macht und es wurden 30 Leseexemplare vor dem offiziellen Erscheinungstermin vergeben.
«Die Sache mit dem Glück» von Matthew Quick - und viel bunte Papierschnitzel ...
Quick ist vielen von Ihnen wahrscheinlich noch als Autor von «Silver Linings» bekannt, das sogar verfilmt und mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Zum Jahreswechsel gibt es wieder eine witzige und weise Geschichte von ihm über Menschen, die das Glück suchen.
Allen voran der unvollkommene, aber unglaublich sympathische Barthlomew, der nach dem Tod seiner Mutter im gemieteten Ford Focus nach Kanada reist. Mit ihm kommen eine scheue Bibliothekarin, ihr katzenverrückter Bruder und ein Priester in der Glaubenskrise.
Zusammen suchen sie nach Bartholomews Vater. Aber sie entdecken viel mehr…
Ich lasse mich überraschen ...
Samstag, 29. März 2014
(Rezension) Die Frau, die Sterne fing ~ Amy Brill
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| © Cover Infos Verlag |
Amy Brill
Die Frau, die Sterne fing
Gebundene Ausgabe
480 Seiten
Verlag: Kindler (7. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3463406329
€ 22,95
Auch als Ebook erhältlich -
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Meine Meinung:
Inspiriert durch einen Besuch auf der Insel Nantucket
Island, bei der die Touristen auf die berühmte Inselbewohnerin Maria Mitchell
aufmerksam gemacht werden, beschließt die Autorin Amy Brill, mehr von dieser
1818 geborenen Frau zu erfahren. Daraus entstanden ist ihr Debütroman „Die
Frau, die Sterne fing“. Zur damaligen Zeit lebten die Inselbewohner
hauptsächlich vom Walfang. Hannah Gardner Price hatte das Glück, als Tochter
von ihrem Vater sehr viel Wissen über die Sternenkunde zu lernen.
Am Tage arbeitete sie in einer Bücherei, und nachts fand man
sie auf dem Dachboden, wo sie vielleicht eines Tages mal etwas Großes am Himmel
entdecken würde, hoffte sie. Ihr Bruder Edward, den sie sehr vermisste, fuhr zur
See. Die Mutter ist früh verstorben.
Schon von Anfang an fällt auf, wie detailliert die Autorin
jedwede Handlung beschreibt. Sie erklärt Abläufe, Gegenstände, und den Stand
der damaligen Wissenschaft.
Man sollte sich nicht von einem anfänglich scheinbar
komplizierten Anfang abhalten lassen, das Leben rund um Hannah und ihrer
Familie, der Gemeinde zu lesen. „Die Frau, die Sterne fing“, ist ein
außergewöhnliches Buch, bei denen die Recherchen der Autorin auf beweisbares
Material basieren, und so gut in die fiktive Geschichte einfließen. Hannahs
Leben nimmt eine neue Richtung, als der Seemann Isaac Martin vor dem Haus der Price
steht. Er bittet darum, dass der Vater den Chronometer des Schiffes, auf dem er
fährt, zu reparieren. Einige Zeit später möchte er, dass Hannah ihn unterweist.
Er möchte alles wissen über Navigation, ebenso wie es sich mit den Sternen und
dessen Berechnung verhält.
Man bedenke die damalige Zeit und die Religionsgemeinschaft
der Quäker, zu denen Hannahs Familie gehörte. Doch sie macht es, für sich
selbst, froh darüber, ihr Wissen weitergeben zu können. Aber niemals verliert
sie ihr Ziel aus den Augen, eines Tages selbst einen Kometen oder neuen Stern
zu entdecken.
„Die Frau, die Sterne fing“, ein so ganz anderes Buch, in
welches das Leben einer Persönlichkeit mit eingebunden wurde. Auch wenn es an
vielen Stellen langatmig erscheint, es lohnt sich! Allein die Passagen, an
denen Hannah ins Schwärmen gerät und ihre Faszination zum Himmel, den Sternen
in Worte kleidet, wünscht man sich, an ihrer Seite auf dem kalten Dachboden zu
stehen, eingehüllt von einer magischen Atmosphäre.
Dass sich zwischen Isaac und Hannah etwas anbahnt, sei am
Rande erwähnt. Ebenso der Unmut der Quäkergemeinschaft über ihre
Lebenseinstellung. Wohin dies letztendlich führt, lest selbst.
Es ist die Geschichte der Hannah Price, ihre Wünsche, der Thematik
im Ganzen, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen.
Ganz zum Schluss muss ich noch auf das Cover eingehen, von
dem allein eine derartige Faszination ausgeht, dass es neugierig auf den Inhalt
macht.
Fazit:
Sehr gut recherchiert, außergewöhnlich gut und glaubwürdig geschriebene Geschichte!
In ihrem Nachwort erfährt der Leser mehr von Marie Michell, ihren Recherchen, und einer Danksagung an die Frau, die sich lebenslang für Frauenbildung u.a. eingesetzt hat. Ohne solche Frauen wie Marie Mitchell und viele andere wären wir Frauen wahrschein nicht dort, wo wir jetzt stehen.
Sehr gut recherchiert, außergewöhnlich gut und glaubwürdig geschriebene Geschichte!
In ihrem Nachwort erfährt der Leser mehr von Marie Michell, ihren Recherchen, und einer Danksagung an die Frau, die sich lebenslang für Frauenbildung u.a. eingesetzt hat. Ohne solche Frauen wie Marie Mitchell und viele andere wären wir Frauen wahrschein nicht dort, wo wir jetzt stehen.
Buchinfo:
Die 24-jährige Hannah führt auf Nantucket Island ein streng
geregeltes Leben. Ihre kleine Quäkergemeinde lebt hauptsächlich vom Walfang,
und seit auch ihr Zwillingsbruder auf See ist, fühlt sich die wissbegierige
junge Frau einsamer denn je. Tagsüber arbeitet sie in einer Leihbücherei,
nachts aber widmet sie sich voller Eifer der Astronomie, die ihr Vater sie
gelehrt hat. Sie hofft, eines Tages einen neuen Kometen zu entdecken und damit als
anerkannte Wissenschaftlerin zu gelten. Eines Tages klopft es unverhofft an
ihrer Tür. Der Matrose Isaac von den Azoren liegt mit seinem Schiff im Hafen
vor Anker. Bis zur Weiterfahrt möchte er von Hannah alles über Navigation und
Sternenkunde lernen. Hannah erklärt sich bereit, ihn zu unterweisen – und bald
wird aus ihrer geteilten Begeisterung für die Astronomie Liebe. Eine Liebe, für
die Hannah nur einen Weg sieht: Sie muss ihre Insel verlassen. Als sie jedoch
eines Nachts tatsächlich einen Kometen am Himmel entdeckt, rückt plötzlich ein
Traum in greifbare Nähe… Ein einfühlsamer Roman über eine mutige Frau,
inspiriert von der wahren Geschichte der Astronomin Maria Mitchell.
Vita:
Amy Brill hat als Autorin und Produzentin schon für viele
Medienunternehmen gearbeitet, u.a. für MTV, die Stadt New York und Time
Out New York. Sie hat Kurzgeschichten, Artikel und Essays
veröffentlicht, wurde für den Pushcart Prize nominiert und hat namhafte
Stipendien erhalten. Amy Brill lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in
Brooklyn. Die Frau, die Sterne fing ist ihr erster Roman.
Themen:
Challenge Ultimative SuB-Abbau 2014
,
Kindler
,
Rezensionen
Donnerstag, 8. März 2012
Rezension (144) Pionierin der Arktis
Cornelia Gerlach
Pionierin der Arktis
Gebundene Ausgabe
352 Seiten
Verlag: Kindler (16. Januar 2012)
Rowohlt Verlag GmbH
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3463406299
€ 19,95
Kurzinfo:
Dieses Buch erzählt die faszinierende Lebensgeschichte von Josephine Peary: von den Strapazen im ewigen Eis und langen Polarnächten, davon, wie es ist, 13 Breitengrade unterhalb des Nordpols sein Baby auf die Welt zu bringen und mit Inuit-Frauen die Polarausrüstung zu nähen – und nicht zuletzt vom immerwährenden Bann der Arktis.
Josephine Peary war die erste Frau, die je an einer Polarexpedition teilgenommen hat.
Statement:
Bei den Vorbereitungen zu ihrer Reise im Sommer 2010 in die Arktis stieß die Autorin auf Unterlagen von Josephine Peary. In ihrem Vorwort informiert Cornelia Gerlach den Leser über das Leben des Ehepaars Peary, die seit deren ersten Expedition 1891 in Amerika bekannt wurden. Vieles ließ sich aus dem Nachlass von Josephine lesen, doch wohl nur das, was die Öffentlichkeit lesen durfte.
Das über 350 Seiten umfassende Buch zeichnet nicht nur die damaligen Lebensumstände auf, die Leidenschaft für das Extreme, sondern gibt dem Leser auch den Einblick in das Leben der Inuit, das Leben an einem der extremsten Orte der Welt.
Die Karten im Buchdeckel geben die Möglichkeit, sich die Wege, die Orte vor Augen zu führen.
Als Robert E. Peary die Expedition in die Arktis umsetzen will, beschließt seine Frau Josephine, an dieser teilzunehmen. Für sie war es selbstverständlich, an der Seite ihres Mannes zu sein. Doch das verursachte enorme öffentliche Reaktionen. Zum Teil Unverständnis für Jos Verhalten, zum anderen machten die damaligen Medien einen Hype daraus. Eine Expedition in eine fremde Welt, fremde Sprache, und das als Frau, schier unvorstellbar.
Spoiler: Vorwort – Und man begreift einmal mehr: Hinter einem erfolgreichen Mann steht oft eine starke Frau.
Robert E. Pearys Ziel war seit eh und je den Nordpol zu erobern. Doch bei einer nächsten Expedition sind die Umstände für Josephine, deren Eltern deutsche Einwanderer sind, anders; denn Jo ist schwanger.
Äußerst lebendig und spannend schildert die Autorin hier das Gefühlsleben, das Für und Wider der Teilnahme von Josephine an der Expedition. Am 12. September wird das Kind geboren. Was man schon vielleicht aus anderen Büchern oder Berichten weiß, war es zur damaligen Zeit nicht gerade einfach, eine Expedition zu finanzieren. Josephine hatte ihre vorangegangenen Aufzeichnungen vermarktet und u. a. durch den Verkauf des Buches, später dann mehr, mit dazu beigetragen, dass der Traum ihres Mannes verwirklicht werden konnte.
1920 starb Robert E. Peary.
Fazit:
„Pionierin der Arktis – Josephine Pearys Reisen ins ewige Eis“ ist ein besonderes Buch, anderes, als man vielleicht erwartet oder denkt. Ich kann das Buch von Cornelia Gerlach empfehlen. Es ist wunderbar geschrieben, der Schreibstil der Autorin, die Wiedergabe des Lebens der Pearys macht das Buch zu einem Erlebnis. Ebenfalls finden sich Fotos der Pearys hierin, die der Autorin freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden. Das Buch wird am Schluss ergänzt durch den Nachweis der Literatur, Anmerkungen sowie den Bildnachweisen.
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Verlag
Vielen Dank an den Verlag
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