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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Samstag, 6. Dezember 2014

(Rezension) Die vergessenen Worte - Liz Trenow


Liz Trenow
Die vergessenen Worte
Taschenbuch
416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442383511
Originaltitel: The Forgotten Seamstress
€ 9,99

auch als EBOOK erhältlich

 Cover Info Quelle - Verlag





Vergessene Verse bergen das Geheimnis einer verbotenen Liebe …
London 1911: In einem Waisenhaus erregt die junge Maria Romano die Aufmerksamkeit einer adeligen Dame. Die Lady ist beeindruckt von Marias feinen Nadelarbeiten und stellt sie als Näherin für ihren Haushalt ein.
Knapp hundert Jahre später entdeckt Caroline im Haus ihrer Mutter einen alten handgefertigten Quilt. Die Decke ist mit eigentümlichen Versen bestickt und aus seltenen Seidenstoffen gefertigt. Wie ist das wertvolle Stück in die Hand ihrer Familie gelangt? Und welche Bewandtnis hat es mit den Stickereien? Caroline folgt den Spuren der vergessenen Verse und macht eine unglaubliche Entdeckung …


Mein Leseeindruck:
„Die vergessenen Worte“, ein Roman über ein Familiengeheimnis, welches auf zwei bzw. drei Zeitebenen erzählt wird. Zum einen offenbart die alte Dame Maria Romano aus ihrem Leben, welches im Jahre 1911 in einem Waisenhaus nach dem Tod ihrer Mutter ihren Lauf nimmt.
Fast hundert Jahre später, im Jahr 2008, räumt Caroline im Haus der Mutter auf, um Platz für Renovierungsarbeiten zu schaffen. Dabei findet sie in einem alten Koffer einen sehr alten Quilt. Bei näherem Betrachten fallen ihr zwei Zeilen, mit mit Kreuzstich eingestickt waren, auf. Diese Patchworckdecke war schon vom ersten Anblick etwas ganz besonderes. Die Liebe zum Detail und die sorgsam ausgesuchten Stoffe waren erkennbar. Der Quilt war von ihrer Großmutter und deren Wunschwar, dass dieser in Carolines Besitz geht.

Zitat S. 42

„Hab diesen Quilt gestickt mit all meiner Liebe, voller Stolz, mit Hingabe und Herz.

Du bist fort, nur ich muss bleiben, doch durch ihn bist du bei  mir, das lindert den Schmerz.“

Diese beiden Sätze wecken Carolines Neugier und werfen logischerweise Fragen auf. Welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Sie beginnt mit ihren Nachforschungen. Dabei behilflich ein Bekannter und sie finden heraus, dass die Materialien früher für die Aussteuer der Prinzessin Maria von Teck, die den Sohn von Königin Victoria heiraten sollte, verwendet wurden. Aber wie kam so etwas Königliches in den Besitz der Großmutter?
Während ihrer Nachforschungen stößt Caroline auf ein Interview auf Tonbandcassetten, aufgenommen von einer Studentin ihres Vaters im Jahre 1970 mit Maria Romanow. Maria, die im Helena Hall Hospital, einer psychiatrischen Einrichtung lebte.

Gefühlvoll und lebendig bringt die Autorin das frühere Leben der Maria Romanow zu Papier. Maria und ihre beste Freundin haben großes Glück, denn sie besitzen ein großes Talent. Ihre Nähereien werden bewundert und so kommen sie in den königlichen Haushalt des Buckingham Palace. Dort arbeiten sie ab sofort in der Näherei.
Vergangenheit und Gegenwart werden durch den Quilt miteinander verbunden. Und während sich die Geschichte entfaltet, öffnet sich langsam das Geheimnis und die Bedeutung um die kostbare Patchworkdecke.

Das Buch fängt die Stimmung der damaligen Zeit in England hervorragend ein. Ich habe mich wirklich in die Gegebenheiten versetzt gefühlt. Es geht hier um das Leben und Leiden der Maria, aber auch um das von Caroline. Doch lest selbst.

„Die vergessenen Worte“, eine ergreifende Geschichte, die von verlorener Liebe, einer berührenden Freundschaft, der nicht standesgemäßen Liebe handelt.
Sehr schön und interessant geschrieben durch die unterschiedlichen Sichtweisen.

Liz Trenow wuchs in der Nähe einer Seidenspinnerei auf, die auch heute noch in Betrieb ist und sie zu ihrem ersten Roman »Das Kastanienhaus« inspirierte. Obwohl ihre Vorfahren seit über dreihundert Jahren im Seidengeschäft tätig sind, entschied Liz Trenow sich für einen anderen Beruf. Sie arbeitete viele Jahre als Journalistin für nationale und internationale Zeitungen sowie für den Hörfunk und das Fernsehen, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete.
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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.

Montag, 29. September 2014

Ⓚurzⓡeport "Lovesong" - Gayle Forman



Gayle Forman
Lovesong
Broschiert
272 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (27. Juni 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3764504021
Originaltitel: Where She Went
€ 8,99

auch als eBook erhältlich

Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension





Dieses Buch habe ich von einer lieben Bloggerkollegin zum Osterwichteln 2013 erhalten.


Meine Meinung zu „Lovesong“:

Wer das Buch „Wenn ich bleibe“ von Gayle Forman gelesen hat, kann sich  mit „Lovesong“ auf eine gute Fortsetzung freuen.
Drei Jahre waren nach dem furchtbaren Unfall vergangen. Es war Adam, der damals Mia ins Leben zurückkämpfte. Doch trotz all dem gehen beide getrennte Wege.
Mia macht dort weiter, wo sie vor ihrem Unfall hinwollte und wird zu einer gefeierten Cellistin. Doch auch Adam erholt sich, äußerlich, nach dem Bruch zwischen ihm und Mia. So wird er ein großer Rockstar. Aber seine Seele trägt noch immer große Wunden mit sich. Zu stark hatte ihn die Trennung getroffen. All diese Gefühle versucht er in seinen Songs zu verarbeiten.
Als Adam ein Konzert von Mia in New York besucht, treffen sich beide anschließend. Den Fall des so sympathischen Adam nach der Trennung zu lesen, wie es weiterging nach Mias Rückkehr ins Leben, hier durchlebt der Leser ein wahres Wechselbad der Gefühle.
Kommt es zu einer ehrlichen Aussprache zwischen den beiden? Und wenn ja, wie endet die Geschichte?
„Lovesong“ wird aus der Sicht von Adam erzählt.
Emotional hat auch „Lovesong“ mich gepackt und kommt ganz dicht an Mias Geschichte heran.

Inzwischen sind beide Bücher von Gayle Forman vom Verlag mit neuen Covern herausgebracht. So bin ich echt froh, „Lovesong“ noch im passenden „Kleid“ zu „Wenn ich gehe“ zu besitzen.

Ich vergebe fünf Notizbücher

Buchinfo lt. Verlag:
Goldene Schallplatten, Platinauszeichnungen, wild gewordene Fans – Adam hat mit seiner Band alles erreicht. Und doch kann er den Erfolg nicht genießen, ist unruhig, leer und ausgebrannt. Auch drei Jahre nach dem Ende der Beziehung mit Mia, seiner großen Liebe, kann er sie nicht vergessen. Als er von einem Konzert erfährt, das Mia, inzwischen gefeierte Cellistin, in New York gibt, merkt er, dass er nur eins will: sie endlich wiedersehen. Doch kann es, nach all dem, was passiert ist, eine gemeinsame Zukunft für die beiden geben?

"Nur diese eine Nacht" ist unter dem Titel "Lovesong" bereits bei Blanvalet erschienen.

Sonntag, 24. August 2014

(Rezension) Die Glücksbäckerin von Long Island - Sylvia Lott


Sylvia Lott
Die Glücksbäckerin von Long Island
Taschenbuch
544 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442381814
€ 9,99
auch als EBOOk erhältlich

© Rechte Cover - Infotext
Blanvalet Verlag





 
Meine Meinung:
Inspiriert zu ihrem Roman „Die Glücksbäckerin von Long Island“ wurde die Autorin durch die Lebensgeschichte ihrer Urgroßeltern. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, Vergangenheit und Gegenwart.

1932: In der Vergangenheit geht es nach Ostfriesland, wo die junge Marie, noch nicht volljährig, in einfachen Verhältnissen lebt und sich leider in den falschen Mann verliebt hat. Marie arbeitet einmal in der Woche als Aushilfslehrerin an der dörflichen Schule. Ihre Aufgabe Handarbeitsunterricht für die Mädchen. Ansonsten muss sie daheim hart arbeiten, denn der Vater war unter der Woche unterwegs und das ihm zugewiesene Kolonat bedeutete nunmal schwere Arbeit. Einige Geschwister waren schon nach Amerika ausgewandert. Und so kam es, dass Marie von den Eltern nach New York zu zwei Brüdern geschickt wurde, fort von ihrem geliebten Rudolf. In ihrem Gepäck viele Rezepte der  Mutter als auch das Familienrezept der Tante von einem wunderbaren Käsekuchen.

2003: Sieben Jahrzehnte später reist die arbeitslose Journalistin Rona mit ihrem Großvater zum 90. Geburtstag seiner Schwester Marie. Es ist die lebenserfahrene Marie, die erkennt, wie es um Rona steht. Und so erfährt Rona die Lebensgeschichte von Marie.

Jedes Kapitel beginnt mit dem jeweiligen Ort und das Jahr. Oft ist es schwierig, den jeweiligen Erzählern zu folgen. Dies war hier überhaupt nicht gegeben.
Man kann es sich eventuell auch so vorstellen:
Ein Baumkuchen ( der König der Kuchen) ist ein schichtweise aufgebauter Kuchen, so wie bei einem Buch die Kapitel. Heraus kommt dann das Endprodukt – ein Roman. In diesem Fall „Die Glücksbäckerin von Long Island.“

Rona und Marie, zwei Frauen, die sich in vielen Dingen ähneln, obwohl zig Jahrzehnte zwischen ihnen liegen.
Jede Charaktere ist liebevoll gestaltet und doch haben sie auch ihre Schwächen. Von daher kommen sie so menschlich und authentisch herüber.

Die geschilderten Lebensumstände in Ostfriesland sind bildhaft beschrieben. Marie, die Hauptperson des Romans, entwickelt sich um Laufe des Werks von einem scheinbar zurückhaltenden jungen Mädchen zu einer taffen jungen Frau, die in New York ihren Weg geht.

Die anrührende Geschichte von Marie und welches Fazit Rona aus ihrem Lebensbericht zieht, lest selbst.

Fazit:
Mir gefiel der Schreibstil der Autorin, flüssig, lebendig und locker. Die Protagonisten, die Handlungsorte, überhaupt das Leben zur damaligen Zeit sind sehr plastisch beschrieben, es war teilweise so, dass man direkt hineingezogen wurde.

Sich nicht aufzugeben, an sich selbst und seine inneren Stärken glauben, und die schweren Hürden im Leben zu meistern, ist ein Ergebnis aus dem Roman.

Sollte dieses Buch an euch vorbeigelaufen sein und ihr habt es nicht bemerkt, empfehle ich:  Kauft es!
„Die Glücksbäckerin von Long Island“ – nicht nur ein Buch zum Träumen.

Weil mich das Buch glücklich gemacht hat, auch wenn zum Schluss das unsichtbare Wort "Ende" stand, vergebe ich sechs  glückliche Lesegenuss-Bücher und es landet in meiner TOPTEN 2014.

Montag, 28. Juli 2014

(Rezension) Der Garten über dem Meer - Jane Corry



Jane Corry
Der Garten über dem Meer
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (26. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3764504939
Originaltitel: The Ruby Ring
€ 19,99

© Rechte: Cover / Info - Blanvalet Verlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar!



 
Buchinfo:
Ein alter Garten. Ein verwunschener Ring. Ein dunkles Geheimnis ...
Südengland am Meer. Die Londonerin Laura Marchmont und ihr frisch angetrauter Ehemann Charles ziehen in ein restauriertes Haus mit einem alten Garten direkt über den Klippen. Als Laura auf einem Sticktuch ihrer Großmutter ein ähnliches Haus und einen geheimnisvollen Schriftzug entdeckt, macht sie sich auf die Spuren der Vergangenheit …
Devon, 1866. Die junge Mary Rose erbt von ihrer Mutter einen Rubinring. Er soll sie beschützen, doch fällt er in die falschen Hände, wird er Unglück über die ganze Familie bringen ...
Eine spannende, atmosphärische Familiensaga vor der malerischen Küste Südenglands.

Meine Meinung:
„Vergiß nie, dass ich dich liebe, meine Tochter.“ Im Zeichen des Todes vermacht die Mutter der jungen Mary Rose Marchmont im Jahre 1866 einen kostbaren Ring mit funkelnden Steinen. Er war schon im Besitz ihrer Mutter und deren Mutter gewesen. Ein ganz besonderer Ring war es und sie sollte ihn hüten wie einen kostbaren Schatz. Denn wenn er in fremde Hände gerät, würde großes Unheil über die Familie kommen.
Doch wie kann sich eine Tochter gegen den Vater wehren, der schon bald nach dem Tod seiner Frau die junge Gouvernante Veronique heiratet und ihr den Ring schenkt.
Von nun an scheint das Unglück wirklich seinen Lauf zu nehmen.
Als die neue Frau niederkommt und bald darauf das Baby mit zertrümmerten Schädel aufgefunden wird, verdächtigt man Mary Rose. Sie wird verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. 20 lange Jahre verbringt sie dort.

140 Jahre später finde Laura Marchmont ein wunderbares Haus in einer malerisch gelegenenen Ecke Südengland. Auch ihr Ehemann Charles Hay findet es toll. Er war schon einmal verheiratet und hat zwei Töchter aus dieser Verbindung. Doch diese beiden stellen sich total gegen ihre Stiefmutter Laura.
Nach dem Tod  ihrer Großmutter erhält Laura ein Sticktuch, auf dem sie irgendwie ihr jetziges Haus erkennt. Aber da ist noch  mehr drauf zu lesen und so beginnt sie zu recherchieren.

„Der Garten über dem Meer“, ist eine Familiengeschichte, die auf zwei Zeitebenen geschildert wird.
Mary Rose Marchmont und Laura Marchmont, die eine lebte im 19. Jahrhundert und die andere in der heutigen Zeit. Beide sind sehr verschieden, aber doch so manche charakterliche Eigenschaft findet sich bei beiden. In dieser Geschichte ist Mary Rose als Hauptcharaktere sehr stark präsent. Laura, obwohl sie ja das Geheimnis um ihre Familie lüften will, kommt nicht so präsent herüber.
  
Durch ihr Buch „Perlentöchter“ machte ich das erste Mal Bekanntschaft mit der Autorin und das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Aber ich muss ehrlich sagen, dieses Buch ist gut!
Ach was heißt gut und was ist schlecht.  
Auf gut über 600 Seiten hat Jane Corry eine wunderbare, aber auch zum Nachdenken anregende Familiengeschichte geschrieben. Wieder einmal ein Roman, der keinem Klischee entspricht, sondern hier u. a. die nackte Wahrheit der damaligen Zeit aufzeigt.
Liebe, Emotionen, Tragödien, dunkle Familiengeheimnisse, dieses und anderes mehr sind oft sehr eng miteinander verbunden.

„Der Garten über dem Meer“ erhält meine Leseempfehlung. Das Buch hat mich „abgeholt“,  und in seinen Lesebann gezogen. Für alle, die Familiengeschichten und ihre Geheimnisse mögen, auf jeden Fall die richtige Lektüre.
Erwähnen möchte ich auch noch das Lesebändchen im Buch!

Mittwoch, 16. Juli 2014

Diana Gabaldon Fan-Tour Tag 3 " Ferne Ufer" Zusammenfassung



Vor ein paar Tagen habe ich euch bereits die Diana Gabaldon Fan-Tour angekündigt. 
Jeden Tag könnt ihr nun die jeweilige Zusammenfassung zu Band 1 bis Band 7 lesen. 
Gestern ging es bei Cinema in my Head los und heute mit Band 2  bei Favolas Lesestoff.
So seid ihr gut vorbereitet, wenn ihr  nächste Woche  Band 8 , Ein Schatten von Verrat und Liebe' kauft.

* Aber Vorsicht - Spoilergefahr für diejenigen, die neu in die Highland-Saga einsteigen *

Ferne Ufer - Diana Gabaldon (Zusammenfassung)
http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Ferne-Ufer-Roman/Diana-Gabaldon/e141432.rhd

                                               »Ferne Ufer«. Band 3 der »Highland-Saga«
Am Ende des Posts zeige ich euch mein Buch mit dem alten Cover.
 

Culloden 1746: 

Über die Hälfte der Highlander hat auf dem Schlachtfeld ihr Leben gelassen. Jamie Fraser lebt, wurde aber schwer verwundet und vom Körper des toten John Randalls begraben. Eine Handvoll Kameraden rettet ihn und bringt den Verletzten in eine Bauernkate. Angeführt von Major Lord Melton finden englische Soldaten die Truppe und klagen sie des Hochverrats an. Als Melton Jamies Namen erfährt, wendet sich für diesen das Blatt. James Fraser hatte Meltons Bruder Lord John William Grey das Leben gerettet, und nun soll diese Schuld beglichen werden.

Inverness Frühjahr 1968: 
Claire, ihre Tochter Brianna und der Historiker Roger Wakefield finden immer mehr Beweise, dass Jamie die Schlacht überlebt hat. Brianna entdeckt in einem alten Band über Sagen aus dem Hochland eine Geschichte über einen namhaften Jakobiten, der dem Unheil von Culloden entkommen konnte. Sieben Jahre hatte er sich in einer Höhle versteckt gehalten, und jeder, der ihn mit Essen versorgte, sprach von ihm als Braunkappe. Die Höhle aus der Sage lag nicht weit von Lallybroch entfernt. Die drei identifizieren Braunkappe als den totgeglaubten Jamie – nun wollen Claire, Brianna und Roger mehr erfahren. Wie ging Jamies Geschichte weiter?
Als Ende Mai 1968 die Antwort von Dr. Linklater mit dem Hinweis auf das Tagebuch von Lord Melton kommt, durchforschen sie Listen von Gefängnissen, bis Claire endlich den ersehnten Namen liest: Jms. MacKenzie Fraser von Broch Tuarach, 1755. Der königliche Gnadenerlass von George III. ist ein weiterer Erfolg ihrer Recherche. 

Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrer Tochter und Jamie fällt Claire eine Entscheidung. Sie wird zurück in die Vergangenheit reisen und fliegt vorher zurück nach Amerika, um ihre persönlichen Angelegenheiten zu regeln. Brianna ist inzwischen alt genug, um auch ohne Claire ihr Leben meistern zu können. Zudem ist Roger an ihrer Seite.
In Amerika erreicht Claire die Nachricht ihrer Tochter, dass sie die nächste Station in Jamies Leben ausfindig machen konnte. Die Recherchen führen nach Edinburgh zu dem Buchdrucker A. Malcom. Auf einer alten Urkunde liest Claire zudem ihren eigenen Namen Claire Beauchamp Fraser. Nun gibt es keine Zweifel mehr – die Zeit läuft parallel.
Das Fest Samhain steht kurz bevor, und Claire drängt es, den Craigh na Dun und seine schreienden Steine aufzusuchen. Sie fürchtet die Tortur der Zeitreise, aber Brianna und Roger können die Steine ebenfalls hören, was bedeutet, dass auch sie durch sie hindurch gehen könnten. Mit passender Kleidung ausgestattet und der Befürchtung, ihre Tochter zum letzten Mal gesehen zu haben, reist Claire durch den Steinkreis zurück.

Zwei Tage nach ihrem Zeitsprung erreicht Claire Edinburgh und überrascht Jamie nach zwanzig Jahren der Trennung in seiner Buchdruckerei. Die Liebe zu seiner Frau war nie fort; nicht zu wissen, ob die schwangere Claire die Reise durch die Steine überlebt hat, hat ihn seitdem gequält.
Jamie ist nicht nur Buchdrucker, er schmuggelt Alkohol. Der junge Ian, Jennys Sohn, berichtet ihm, dass im Hafen nach ihm gefahndet wird, und zwar unter dem Namen Jamie Roy. Mit diesem Namen ist Jamie unter Schmugglern, Piraten und zwielichtigen Gestalten bekannt. Zusammen verlassen sie Edinburgh und reisen daraufhin nach Lallybroch, wo Claire erneut auf Jamies Familie und Fergus trifft. Dort erfährt sie, dass James verheiratet ist – und zwar ausgerechnet mit Laoghaire. Diese hatte damals auf Burg Leoch versucht, Claire umzubringen. Die Tatsache, dass Jamie nicht nur geheiratet hat, sondern auch noch Vater geworden ist, macht Claire zu schaffen. Doch ihre Liebe zu ihm ist so stark, dass alles andere in den Hintergrund rückt.

Dann wird Ian von Piraten entführt. Um ihn zu befreien, gehen Jamie und Claire an Bord der Artemis, mit Kurs auf Westindien. Fergus, der mit ihnen die Reise antritt, hat heimlich Marsali mitgenommen, die Tochter von Laoghaire, allerdings nicht Jamies leibliche Tochter. Fergus und Marsali lieben sich.
Während der Seereise wird die Artemis von einem königlichen Kriegsschiff, der Porpoise, angehalten. Auf dem Schiff ist eine ansteckende Krankheit ausgebrochen; die halbe Mannschaft ist bereits gestorben. Claire setzt all ihr medizinisches Wissen ein, um der Besatzung zu helfen.

Rückblende: Lallybroch, Winter 1752: 

Einmal im Monat verlässt Jamie seine Höhle und begibt sich zu seiner Schwester Jenny. Ian, der unter Verdacht steht, ein Jakobiter zu sein, ist verhaftet worden. Überall herrscht Hungersnot, und so gut es geht, versorgt Jamie die Familie mit Wild. Als es zu einem Zwischenfall mit englischen Soldaten kommt, fasst Jamie den Entschluss, sich zu stellen – schließlich ist ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt.
Er wird nach Ardsmur gebracht, wo Major John Grey der neue Kommandant geworden ist. Grey ist von der Vorstellung besessen, einen versteckten französischen Goldschatz zu heben, der irgendwo in der Gegend versteckt sein soll, und sucht den Kontakt zu Jamie, von dem er vermutet, dass er das Versteck kennt.
Jamie wird von Ardsmur auf das Landgut Helwater als niederer Arbeiter gebracht, da Major Grey ihn nicht aus den Augen verlieren will. Als im Januar 1758 die junge Ehefrau des alten Ellesmere bei der Geburt ihres Kindes stirbt, kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall: Jamie tötet den alten Ellesmere, weil dieser das Leben des kleinen Willie aufs Spiel setzt, von dem er weiß, dass er nur durch Ehebruch gezeugt werden konnte. Und tatsächlich ist William der uneheliche Sohn von James Fraser und Geneva Dunsany.

An Bord der Artemis 1767: 
Kapitän Leonards schlechtes Gewissen veranlasst ihn, Claire zu beichten, dass er einen folgeschweren Fehler begangen hat. Sein Eintrag ins Logbuch, dass sich Mr. Fraser, ein Verbrecher, an Bord befindet, wird die jamaikanischen Behörden nach ihrer Ankunft veranlassen, Jamie festzunehmen und zu hängen.
Nachdem Jamie und Claire in der Karibik auf Lord John Grey, den ehemaligen Kommandanten von Ardsmur, treffen, können sie mit einem kleinen Schiff fliehen, landen in Georgia und erreichen endlich die Neue Welt.

17.07.  * Der Ruf der Trommel - Fairy-book
18.07.  * Das flammende Kreuz - Lesen verbindet
19.07.  * Ein Hauch von Schnee und Asche - Ricas fantastische Bücherwelt
20.07.  * Echo der Hoffnung - Lesendes Katzenpersonal


Alle meine fünf Bände sind nicht in dem modernen Stil, wie sie jetzt auf dem Markt sind.
Und ich gestehe - Band 3 Ferne Ufer ist mein Lieblingsband. 

Haltet in den nächsten Tagen die Augen auf :-) Ich hatte ja das Glück bei der Aktion vom Verlag als Fanbotschafter in den Genuss von fünf Büchern des ersten Bands zu kommen.  ***

Samstag, 5. Juli 2014

(Rezension) Im Herzen des Sturms - Beatrix Williams


Beatriz Williams
Im Herzen des Sturms
Taschenbuch
448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442383153
Originaltitel: A Hundred Summers
€ 9,99

auch als EBOOK erhältlich






© Cover / Info - Verlag

Herzlichen Dank an den Verlag/Bloggerportal  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
 
Liebe, Verrat und ein Geheimnis, das wie ein Sturm alles aufwühlt …

New York, 1931. Lily Dane begleitet ihre selbstbewusste beste Freundin Budgie Byrne zu einem Football-Spiel, bei dem sich die junge High Society trifft. Dabei lernt Lily den gutaussehenden, jüdischen Nick Greenwald kennen, in den sie sich sofort verliebt. Er erwidert ihre Gefühle, und gegen den Widerstand ihrer Familien versprechen sie sich die Liebe …
Rhode Island, 1938. Wie jedes Jahr verbringt Lily den Sommer im Strandhaus ihrer Familie im Örtchen Seaview. Doch ein Sturm kündigt sich an: Auch Budgie kehrt nach Jahren dorthin zurück – gemeinsam mit ihrem Ehemann Nick Greenwald …

Meine Meinung:
„Im Herzen des Sturms“ beginnt im Oktober 1931 während einer Autofahrt der beiden Freundinnen Lily Dane sowie Budgie Burne, die zu einem Footballspiel wollen. Dort lernt Lily Nick Greenwald, den Quarterback der Mannschaft kennen. Und so nach und nach verlieben sich beide ineinander. Allerdings steht die Gesellschaft und die Familie der Verbindung nicht gerade positiv gegenüber, denn Nick stammt aus einer jüdischen Familie.
Rhode Island, 1938. Wie jedes Jahr macht Lilys Familie Sommerurlaub in Seaview. Zu ihrer früheren besten Freundin Budgie hat Lily keinen Kontakt mehr. Aktuell weiß sie nur, dass Budgie nun mit Nick verheiratet ist. Als die beiden dann auch noch in Seaview auftauchen, lässt sich ein Wiedersehen allerdings nicht vermeiden. Hier lernt Nick auch die kleine Schwester von Lily, Kiki, kennen.
Was war damals geschehen und wieso waren Lily und Nick nicht zusammen?
Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, einmal in 1931/32 und 1938. Es war gut, dass die jeweiligen Kapitel mit der Jahreszahl versehen war.
Lily muss sich entscheiden, nachdem ihr Vater einen Schlaganfall hatte. Sie macht sich dafür verantwortlich, sich und ihre Liebe zu Nick. So entscheidet sie sich gegen Nick und trennt sich von ihm. Dieser geht zu seinem Vater, ein Banker, nach Paris. Doch Lily kann er nicht vergessen. Allerdings kommt es anders als man denkt.
1938 reist das frischgebackene Ehepaar Greenwald, Budgie und Nick, ebenfalls nach Seaview. Hier will Budgie wieder an die alte Freundschaft mit Lily anknüpfen, doch diese steht dem anfangs skeptisch gegenüber. Aber da ist der kleine Wirbelwind Kiki, Lilys Schwester, die das Eis zwischen den dreien bricht. Was hat es mit dieser verblüffenden Ähnlichkeit von Kiki und Nick auf sich? Es lässt vermuten, dass er der Vater von Kiki sein könnte. Denn es war der Grund, warum er damals sich keine Hoffnung mehr auf Lily machte, als er erfuhr, dass Nachwuchs im Hause Dane erwartet wurde.
Ich möchte nicht zu viel von der Geschichte preisgeben, soviel sei gesagt:
Familiengeheimnisse sorgen oft für große Überraschungen. Auch wenn die Idee zum Buch nicht ganz neu ist, hier hat die Autorin dank etlicher falsch gelegter Fährten den Leser ganz schön in die Irre geführt.
Als dann am 21. September 1938 der große Hurrikan über die Küste Neuenglands fegt und auch Rhode Island nicht verschont, gilt nur ein, Leben retten.
Es braucht nicht weiter auf Charaktere oder sonstiges näher eingegangen werden. Wer das Buch liest, begibt sich auf eine Zeitreise in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Auch wenn nur sieben Jahre dazwischen liegen.
Im geschichtlichen Hintergrund zu dem Hurrikan von 1938 erfährt der Leser wichtige Informationen über die sich wirklich zugetragene Katastrophe, dem Jahrhundertsturm, wie Meteorologen sagen.
„Im Herzen des Sturms“, eine Sommerlektüre – ich meine fast, es ist mehr als das.
Von mir erhält das Buch vier Lesegenuss-Bücher.  
Liebe ist alles, Liebe kann alles, Liebe überwindet Hürden, Liebe geht neue Wege.

Beatriz Williams besitzt Abschlüsse der amerikanischen Universitäten Stanford und Columbia. Während sie als Beraterin in London und New York arbeitete, versteckte sie ihre Schreibversuche zunächst auf ihrem Laptop. Heute schreibt sie in ihrem Haus an der Küste Connecticuts, wo sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern lebt.

Mittwoch, 18. Juni 2014

(Rezension) Insel der tausend Sterne - Leah Bach



Leah Bach
Insel der tausend Sterne
Taschenbuch
704 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442382309
€ 9,99



Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.

Am Ende der Savanne wartet das Meer ...
Berlin, 1913. Im Nachlass ihrer Mutter entdeckt die junge Paula von Dahlen ein vergilbtes Foto aus Deutsch-Ostafrika. Es könnte ihren Vater zeigen, den sie nie kennengelernt hat ... Mutig begibt sich Paula auf die weite Reise nach Daressalam und trifft im Gewimmel der Hafenstadt den jungen Journalisten Tom Naumann. Mit seiner Hilfe kommt Paula auf die Spur des Fotos – die sie bis zum Kilimandscharo und auf die Insel Sansibar führt. Doch in Europa bricht der Krieg aus, und während Tom an die Front zieht, ist Paula in der Wildnis auf sich allein gestellt …

Meine Meinung:
„Insel der tausend Sterne“ beginnt im Berlin zur Kaiserzeit, ein Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Paula arbeitete als Sekretärin in einem kaiserlichen Ministerium. Das Geld war knapp. Doch ihr Vorgesetzter im Reichskolonialamt, Ministerialdirektor Diederich, war ein gutmütiger Mensch. Paula von Dahlems Mutter, die bislang mit den beiden Brüdern auf dem hoch verschuldeten Gut der Familie in Brandenburg lebte, war verstorben und die Kinder waren ansich gezwungen, es zu verkaufen. Zur Beerdigung reist die Verwandte, Alice Burkhard aus Hamburg an. Tante Alice bietet den Kindern an, dass Gut zu kaufen, doch das stößt auf Ablehnung.
Beim Aufräumen der Sachen findet Alice ein vergilbtes Foto, auf dem ein fremder Mann unter einem Boababbaum zu sehen ist. Die Aufnahme war in Deutsch-Afrika aufgenommen, einer kaiserlichen Kolonie. Tante Alice weiß nur, das das wohl ein Verehrer ihrer Mutter war und Klaus hieß. Also, nicht ihr Vater, der vor Jahren bei einem Jagdunfall ums Leben kam. Paula ist neugierig. Welches Geheimnis barg dieses Foto? Als Paula eine Anzeige liest, bei der eine Reisebegleitung nach Afrika gesucht wird, bewirbt sie sich und hat Glück. Tom Naumann, Journalist, entscheidet sich für sie.
Es wird eine abenteuerliche Reise für Paula, und stellt sie vor große Herausforderungen. Vor allem durch diese verwöhnte, arrogant wirkende Frau, die nichts anderes zu tun hat, ihre Macken an den Angestellten auszulassen. Doch Paula wäre nicht sie selbst, und verlässt heimlich diese Gesellschaft.
„Insel der tausend Sterne“, es ist eine Lesereise, die im damaligen Berlin beginnt, über Ost-Afrika bis hin nach Sansibar führt. Es ist Paulas Reise auf der Suche nach Antworten. Wieder einmal war ich beeindruckt von den Schilderungen der damaligen Zeit, den Lebensumständen sowohl im damaligen Deutschland als auch in den kaiserlichen Kolonien.
Eine Frau geht ihren Weg, so könnte man Paulas Geschichte, als auch die um das geheimnisvolle Foto, nennen.
Leah Bach hat einen bezaubernden Schreibstil und versteht es, ihren Lesern einen Platz  mitten in der Geschichte einzuräumen.

Mit über 700 Seiten sicher nicht mal eben gelesen, etwas Lesegenuss sollte immer bei einem Buch dabei sein und nicht verloren gehen. Und der Blick auf das wunderbar gestaltete Cover lädt zum Träumen ein, Sehnsucht kommt auf. Ein herrlicher Platz unter den Bäumen am Strand mit einem Buch ...


Leah Bach (den Idsteinern auch als Hilke Sellnick bekannt aus dem www einer Tageszeitung im März 2014) studierte Französisch und Russisch auf Lehramt, entschied sich aber gegen eine Laufbahn als Gymnasiallehrerin. Stattdessen begann sie zu schreiben, veröffentlichte bereits zahlreiche Kurzgeschichten und Romane und widmete sich ihrer heimlichen Leidenschaft, der Geschichte. Sie lebt mit ihrer Familie im Taunus und arbeitet als freie Autorin. 

Samstag, 10. Mai 2014

(Rezension) Knalltüten - Kerstin Klein


Kerstin Klein
Knalltüten
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442381753
€ 8,99

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Infos - blanvalet

Der Verlag schreibt:
HILFE, mein Leben steht Kopf!
Wenn es am schönsten ist, soll man gehen? Findet die liebenswerte, etwas tollpatschige Alice nicht. Aber da ihr Chef vom Maklerbüro »Haus im Glück« ausgewandert ist, müssen sich Alice und ihre beste Freundin Mimi einen neuen Job suchen. Und werden schnell fündig: Zukünftig werden sie ihre Brötchen als Geldeintreiberinnen für ein Inkasso-Unternehmen verdienen! Klingt gefährlich? Ist es auch! Vor allem, wenn man wie Alice die Gabe hat, das Chaos magisch anzuziehen. Selbst ihr Freund, der hinreißende Nick, ist da manchmal nur noch ratlos. Aber Alice und Mimi sind fest entschlossen, ihren neuen Job zu meistern. Komme, was da wolle …
Meine Meinung:
Alice und Mimi werden arbeitslos, als ihr Chef vom Maklerbüro sein Leben neu gestalten will und ins Ausland geht. Nun heißt es für beide, ein neuer Job muss her. Bei einem Inkassounternehmen sollen sie Geld eintreiben, was sich manchmal als leichter Job, manchmal auch schwierig gestaltet. Es hat den Anschein, als ob Alice das Chaos hinter sich herzieht. Und das macht auch nicht Halt vor ihrem Freund Nick. Er versucht sie zu erden, Halt zu geben, doch was macht man, wenn der Name Programm ist „Chaos-Alice“? Die Naivität, die Beschreibungen ufern teilweise dermaßen aus, dass mir zeitweise richtig die Lust am Lesen verging. Auch wenn manches mich amüsiert hat, die Charaktere Alice und Mimi sind voll in das Klischee „Blond – Dumm“ gepresst worden.
Man könnte eigentlich davon ausgehen, dass Frauen in deren Alter eine gewisse Reife besitzen. Mit 512 Seiten ist die Story „Knalltüten“ zu sehr gezogen, vieles hätte echt gerafft werden können.

„Knalltüten“, ein Buch, was ich teils mit einem lachenden und weinenden Auge gelesen habe. Sinn des Ganzen ist sicher, nicht alles so eng zu sehen. Das Ende der Geschichte war schon ab der Mitte vorhersehbar.
Fans von Kerstin Klein, die ihre Vorgängerromane gelesen haben, werden es sicher lieben. Das Buch hat meinen Lesegeschmack nicht getroffen.
Weniger ist oft mehr, passender Satz zur Geschichte „Knalltüten“.

Chaos-Alice – knallig oder einfach nur nervig!?

Kerstin Klein machte zunächst eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin, bevor sie ein Jahr in Griechenland lebte. Danach kehrte sie nach Hamburg zurück und arbeitete bis zur Geburt ihres Sohnes in einem Fachverlag, dann als Journalistin für eine lokale Zeitungsgruppe in der Nordheide. Seit 2000 wohnt Kerstin Klein mit ihrem Mann in einem sehr kleinen Dorf zwischen Hamburg und Bremen, wo sie bis vor zwei Jahren Pferde und Hängebauchschweine gezüchtet hat – und jetzt ihrer großen Leidenschaft, dem Schreiben, nachgeht.

Sonntag, 4. Mai 2014

(Rezension) Der Sommer der Blaubeeren ~ Mary Simses



Mary Simses
Der Sommer der Blaubeeren
Taschenbuch
416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442382170
Originaltitel: The Irresistible Blueberry Bakeshop and Café
€ 9,99

Auch als E-Book erhältlich

Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.

 Info - Verlag - 

Der Verlag schreibt:  Ein Geheimnis aus der Vergangenheit. Ein Weg in die Zukunft…
Kurz vor ihrer Hochzeit fährt die New Yorker Anwältin Ellen Branford in den abgelegenen Küstenort Beacon, um den letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen. Sie soll einen Brief überbringen und hofft, die Angelegenheit schnell erledigen zu können. Doch schon bald ahnt sie, dass sich dahinter viel mehr verbirgt. Denn inmitten von Blaubeerfeldern wartet eine alte Geschichte von Liebe und verlorenen Träumen auf Ellen – die ihr zeigen wird, dass man manchmal all seine Pläne über den Haufen werfen muss, um das wahre Glück zu finden …

Statement:
Zitat – Anfang:

„Stehen bleiben, das ist gefährlich!“

Ich hörte jemanden schreiben, aber es war zu spät.

Eine wahrhaft kalte Begrüßung, die Ellen Branford widerfährt, als sie in dem Küstenort Beacon ankommt. Warum nur hatte sie gemeint, dass es besser wäre, den letzten Wunsch ihrer Großmutter persönlich zu erledigen und diesen Brief abzugeben? Nun war Ellen  nicht nur Gesprächsstoff in Beacon, als sie durch das marode Holz des Bootsstegs ins kalte Meer fiel. Von den Brandungsrückströmen abgetrieben, doch oh Wunder, sie wurde gerettet. Roy hieß er, mehr erfuhr Ellen nicht von ihm.
Untergebracht im Victorian Inn, schien irgendwie die Zeit auch stehen geblieben zu sein. Handyempfang hatte sie nur im Badezimmer. (Man stelle es sich bildlich vor J
Die Suche nach dem Empfänger des Briefes ist nicht schwierig, nur das Problem, sie trifft Chet Cummings nicht an. Doch irgendwie scheint der Ort Ellen zu verändern. Ihre Neugier ist erwacht und sie begibt sich auf Spurensuche in dem Ort, wo einst ihre Großmutter lebte.
Hayden, ihr Verlobter, drängt Ellen zum Abbruch. Spätestens am Freitag müsse sie zurück sein, denn er hatte einen wichtigen Termin, bei dem ihre Anwesenheit erforderlich sei. Schließlich wollten sie ja bald heiraten. Dass Ellen z. B. die alte Dorfschule der Großmutter gefunden hat, interessiert ihn nicht wirklich. Für ihn steht seine politische Karriere im Vordergrund, und dafür braucht er auch Ellen an seiner Seite.
Beacon, ein idyllischer Ort, Ellen verstand, warum es ihrer Oma hier so gefallen hatte. Doch was aber war passiert, dass sie ihr altes Leben aufgegeben und einen anderen Weg eingeschlagen hatte?
Als Ellen immer öfter darauf angesprochen wird, sie sei doch „die Schwimmerin“ aus dem Meer, findet sie ein Foto in der örtlichen Presse von sich und dem Retter. Aber es ist nicht nur so ein Foto, sondern genau die Szene, wo Ellen ihren Retter küßt. Eine Impulshandlung ihrerseits – mit einer noch nicht vorhersehbaren Auswirkung.
Ob Ellen Chet Cumming persönlich antrifft, oder was es mit ihrem Retter auf sich hat, lasse ich offen.
Ich beginne mal mit der Aufmachung des Buches. Es hat eine Klappenbroschur, wobei im Inneren das Rezept für Blaubeer-Muffins abgedruckt ist. Vorne innen die Zutaten, hinten die Zubereitung. Weil ich die Bekanntschaft der Aufmachung schon vor Kurzem mit einem anderen Buch gemacht habe, wiederhole ich mich und sage, dass diese Idee richtig gut ist. Die Herstellung eines solchen Buches in der vorliegenden Form ist sicherlich etwas aufwendiger, aber so mancher Roman wirkt dadurch aufgehübscht. Und genau das ist der Punkt, das Aufstylen von „Der Sommer der Blaubeeren“. Und wären da nicht diese beiden so unterschiedlichen Charaktere Ellen und Roy, würde der ganzen Handlung das gewisse Extra fehlen. Hier hat die Autorin gut überlegt gehandelt.
Dass Ellens Leben durch den Aufenthalt in Beacon sich ändert, ist vorhersehbar, auch wenn es anfangs nicht den Anschein hat. Doch sie lässt sich von Gefühlen leiten, die sonst so pragmatisch veranlagte Rechtsanwältin Ellen hat ihr altes Ich in New York gelassen, jedenfalls für den Moment. Dann erfährt sie, dass Chet Cummings verstorben ist. Sie will mehr erfahren. Hinzu kommt noch ihre Vorliebe zu Blaubeeren, auch wenn sie auf Fette, Kohlenhydrate und so achtet. Alle Regeln über Bord geworfen, denn nicht umsonst hat sie die Liebe zum Backen von ihrer Oma „geerbt“. Erinnerungen an so wunderbare Zeiten mit ihrer Großmutter, all das gehören zu dieser Geschichte.
Blaubeer-Muffins, aber das allein ist es nicht nur. Manchmal fragt man sich, was wäre gewesen, wenn ...
Welchen Weg hätte Ellens Leben genommen, wenn sie nicht persönlich nach Beacon gefahren wäre?
Antworten finden sich in dem Buch von Mary Simses „Der Sommer der Blaubeeren“, wobei noch erwähnt werden sollte, es ist ihr Debütroman.

„Der Sommer der Blaubeeren“ erhält meine Leseempfehlung.  
Man könnte sagen, wie aus dem Leben gegriffen, keine Standardgeschichte, eine abwechslungsreiche, unterhaltsame Lektüre.
 
Ich gebe 4 liebevolle Lesegenuss-Bücher.


Mary Simses studierte Journalismus und Jura. Sie arbeitete zunächst als Anwältin und gab sich nur nach Feierabend ihrer Leidenschaft für das Schreiben hin. Bevor sie mit "Der Sommer der Blaubeeren" ihren ersten Roman schrieb, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wird, veröffentlichte sie bereits einige Kurzgeschichten. Gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrem Mann, mit dem sie auch eine Anwaltskanzlei betreibt, lebt Mary Simses im Süden Floridas.
 

Samstag, 15. März 2014

(Rezension) Sternenstaub und Sonnenküsse ~ Darien Gee


Darien Gee
Sternenstaub und Sonnenküsse
Taschenbuch
576 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442378005
€ 8,99

Infos - Verlag - 

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.


Buchinfo:
Sechs Frauen. Sechs Lebenswege. Eine gemeinsame Geschichte …
Bettie Shelton ist sich sicher: Ihre Heimatstadt Avalon in Illinois ist eines der reizendsten Fleckchen in Amerika. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Bettie das Oberhaupt einer kleinen, aber feinen Damengesellschaft ist. Sechs Frauen kommen regelmäßig in Avalon zusammen, um die Details ihrer Leben in liebevoll gestalteten Erinnerungsbüchlein festzuhalten – dabei tauschen sie sich über die Vergangenheit aus und hoffen auf die Zukunft. Während ihrer langen Gespräche stellen sie fest, dass es ein Glück sein kann, sich an Orten wiederzufinden, nach denen man am wenigsten gesucht hat …
Meine Meinung:

„Wir erinnern uns nicht an Tage,

wir erinnern uns an Augenblicke.

Der Reichtum des Lebens

besteht aus vergessenen Erinnerungen.

- Cedare Paves -

„Sternenstaub und Sonnenküsse“ handelt von sechs Frauen, die in dem kleinen Ort Avalon in Illinois/USA leben. Die Geschichte kann sich genauso zugetragen haben, denn Darien Gee, die Autorin, hat sehr zeitgemäß geschrieben.
In geschickt aneinandergereihten Kapiteln lässt die Autorin ein sehr lebendiges Bild von Avalon und den maßgeblich im Buch eine Rolle spielende Charaktere vor den Augen des Lesers entstehen. Jede von ihnen hat ihre Geschichte, was wird passieren?

Es beginnt mit der fünfundsiebzigjährigen Madeline Davis und ihrem Teesalon, Dreh- und Angelpunkt für so manches Geschehen. Seit einem Jahr lebt und arbeitet Connie Coll dort als Geschäftsführerin. Jung, dynamisch und doch voller Zweifel. Der Ursprung ist in ihrer Kindheit zu suchen. Hin- und hergeschupst als ungewolltes Pflegekind nach dem Verlust der Eltern, dem Selbstmord ihrer Mutter, sehnt sie sich nach einem Stück Heimat. Heimat bedeutet auch Familie.

Frances und ihr Mann mit den drei Söhnen freut sich auf Familienzuwachs. Mei Ling, ein chinesisches kleines Mädchen, die Familie wartet schon so lange darauf, dass die Adoption endlich ein glückliches Ende findet. Doch immer wieder tauchen neue Schwierigkeiten auf. Mei Ling ist sehr krank und ihre Behandlung wird viel Geld kosten. Schweren Herzens fällt der Entschluss, auf die Adoption zu verzichten. Doch als der achtjährige Nick ein paar kluge Worte ausspricht, ändert sich die Situation.
Zitat S. 186

Nick wirkt verwirrt. „Aber wenn ihr das für uns machen könnt, warum könnt ihr es dann nicht für Mei Ling machen? Es ist doch nicht ihre Schuld, dass sie so ist.“

Yvonne lebt seit einigen Jahren in Avalon und liebt ihren Beruf als Klempnerin. Die Leute sind immer wieder sehr erstaunt, eine gutaussehende Frau und dann dieser Beruf. Yvonne hat ihr altes Leben hinter sich gelassen. Als Tochter einer betuchten Familie hatte sie am Tag ihrer Hochzeit alles aufgegeben. Sie konnte es einfach nicht glauben, dass Sam, den sie liebte und heiraten wollte, sie hat sitzengelassen. Aber ihre Eltern waren von Anfang an gegen diese Hochzeit.

Isabel und die alleinerziehende Ava mit dem kleinen Sohn Max verbindet etwas. Die eine war mit Bill verheiratet gewesen und die andere ist die Mutter seines Sohnes. Doch Bill ist tot. Weil die beiden Frauen Vergangenes bewältigen, einen Weg zueinander finden, lässt sich sehr gut lesen. Besonders toll fand ich die Idee der Herstellung von Schmuck aus Kronkorken. Die Autorin hat diese Passagen ebenfalls so bildhaft beschrieben, dass man gern ein Schmuckstück kaufen möchte.

Doch der „Star“ des Romans ist die siebenundsiebzigjährige Bettie, Gründerin und Vorsitzende der Avalon Ladies Scrapbooking Society. Seien Sie froh, dass sie dieser lebensfrohen Frau nicht persönlich begegnen. Ihre Art, ihre Lebensfreude und bedingungslose Liebe zum Scrapbooking wird Sie umwerfen und ein „Nein, ich will nicht“ gibt es bei Bettie nicht. Sie werden dieser „Sucht“ verfallen, im positiven.
Die Scrapbooking-Details sind ebenfalls sehr bildhaft geschildert und Fotos oder andere wichtige Dinge in einem Erinnerungsbuch festzuhalten, eine tolle Idee und Aufgabe.

Für manche Charaktere ändert sich einiges im Laufe der Handlung. Schade, ich hätte mir so sehr gewünscht, dass ein Stück Vergangenheit aus Betties Leben sich klärt.

Es heißt, bevor man dieses Buch liest, wäre es ratsam „Je süßer das Leben“ gelesen zu haben. Dem kann ich nicht zustimmen. „Sternenstaub und Sonnenküsse lässt sich wunderbar als Einzelbuch lesen, nichts fühlt sich fremd an, man ist sofort mitten drin in der Geschichte.
Vielleicht gibt es ja noch eine weitere Folge der Gesellschaft von Avalon? Wer weiß das schon. Ich für meinen Fall würde sehr gern noch einmal dort „hinreisen“.
Wer die Autorin Fanny Flagg gern liest, wird auch dieses Buch lieben!

Mittwoch, 29. Januar 2014

(Rezension) Eva und die Apfelfrauen ~ Tania Krätschmar




Tania Krätschmar
Eva und die Apfelfrauen
Taschenbuch
352 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442381128

€ 9,99

auch als EBOOK erhältlich





  Cover/Info/Vita " Verlag blanvalet" 

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
 


Meine Meinung:
Alternde Frauen sollten bedenken,

dass ein Apfel nichts von seinem Wohlgeschmack verliert,

wenn ein paare Fältchen die Schale kräuseln.

Auguste Brizeux

(Zitat S. 5)

Fünf Freundinnen feiern den 50. Geburtstag von Julika im Mirror’s, hoch über dem Potsdamer Platz. Belanglose Gespräche, ein bißchen dies und das, und die Aussichten auf das Alter. Die Idee eine Weg zu gründen, nimmt Formen an und endet schließlich damit, dass sie eine Annonce aufgeben zwecks großem Wohnraum. Es folgen einige Buchseiten mit den Angeboten auf ihr Inserat, bis Eva, die die Angelegenheit delegiert, von dem Journalisten Max von Steinbrech kontaktiert wird, der zwecks eines Artikels über Generationshäuser bzw. alternativen Wohnmodellen im Alter Recherche betreibt.
Einige Wochen später erhält Eva Post von einem Notar. Es stellt sich heraus, dass eine ältere Dame den Frauen testamentarisch ein Grundstück mit geräumigem Wohnhaus in Wannsee hinterlassen hat. Doch es ist nicht das Berlin-Wannsee, sondern ein ca. 60 km von Berlin entferntes kleines Dorf in der Mark Brandenburg mit dem gleichen Namen.
Auflage der alten Dame:
(S. 37) „Das Minimum der Verweildauer sollte jedoch der Länge des Reifeprozesses der Äpfel entsprechen.“
Gesagt, getan. Nach etlichen Diskussionen, der Vor-Ort-Besichtigung, der Tatsache, dass es sich hier um keinen kleinen Apfelgarten handelt, sondern Hunderte von Apfelbäumen, der Umzug nach Wannsee nimmt Formen an.
Sollten die Frauen diese Saison durchhalten, wäre das Haus ihr Eigentum und danach könnte man es ja verkaufen.

Die Geschichte ist ohne viel Schnick-Schnack geschrieben, klar und deutlich, wie aus dem Leben gesprochen. Von der großen Stadt aufs Land. Schon mancher ist daran gescheitert.
Tanja Krätschmar hat selbst fünfzehn Jahre viel Zeit auf einem Bauernhof in der Mark Brandenburg verbracht, wie sie in ihrem Dankeschön schreibt. Diese Erfahrungen hat sie mit in das Buch einbringen können, so dass vieles tatsächlich so gewesen sein könnte.
Jedes Kapitel fängt mit einem Zitat an, passend zum nachfolgenden Inhalt – meine Meinung. Der lockere Ton zieht sich durch die gesamte Handlung und hat mich oft zum Lachen gebracht.
Wer nun denkt, es ist alles locker, fluffig, tolles Landleben und so, ahnt sicher, wenn fünf unterschiedliche Frauen, jede eine eigene Persönlichkeit, auch ihre Schwierigkeiten miteinander haben werden. Da heißt es entweder zusammenraufen, durchhalten oder alles über Bord werfen und die Segel streichen.

Fazit:
„Eva und die Apfelfrauen“, ein humorvolles Buch, richtig gut zu lesen und es bietet tolle Unterhaltung, mit Hintergrundthemen, die zu beachten sind, alles eben auf eine liebenswürdige Art.


Von der Großstadt aufs Land, Entspannung und Unterhaltung pur.

Vita
Tania Krätschmar wurde 1960 in Berlin geboren. Nach ihrem Germanistikstudium in Berlin, Florida und New York arbeitete sie als Bookscout in Manhattan. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin, Rezensentin und Autorin tätig. Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin.

Dienstag, 28. Januar 2014

(Rezension) Das Glück eines einzigen Tages ~ Jacqueline Sheehan



Jacqueline Sheehan
Das Glück eines einzigen Tages
Taschenbuch
384 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442380046
Originaltitel: Lost and Found
€ 8,99


Cover / Buchinfo / Vita - Verlag blanvalet
(Dieses Buch habe ich zur Aktion "Horst - der Tannenbaum" vom Verlag erhalten).




Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Wenn ein Verlust der Auftakt zu einem neuen Leben wird …
Als ihr Mann stirbt, verändert sich die Welt der 40-jährigen Rocky auf einen Schlag für immer. Sie gibt ihre Karriere als Psychologin auf und verlässt ihre Heimat, um auf eine kleine Insel zu ziehen – eine Million Meilen entfernt von allem, was ihr jemals etwas bedeutet hat. In Peaks Island angekommen, begegnet sie einem schwarzen Labrador. Mit einem hölzernen Pfeil, der ihm in der Schulter steckt, stolpert Lloyd in Rockys Leben. Es ist der Beginn einer unvergleichlichen Freundschaft zwischen einer Frau, die an einem gebrochenen Herzen leidet, und einem verwundeten, liebenswerten Tier …


Statement:
Es war Herbst geworden. Vier Monate nach dem Tod ihres geliebten Mannes faßt Rocky den Entschluss, die Stadt zu verlassen. Zu tief ist die Trauer, die Erinnerungen. Sie wird sich ein Jahr Auszeit nehmen von ihrem Job als Dozentin an der Universität, wo Rocky als Psychologin arbeitet. Doch wie es scheint, braucht sie selbst Hilfe.
Also packt sie ihre Sachen, das Haus soll untervermietet werden, aber darum kümmerte sich dann Caleb, ihr Bruder. Rocky wollte Richtung Osten, zurück in die Vergangenheit, Erinnerungen an einen glücklichen Tag auf Peaks Island.  Für etliche Wochen wohnt sie erst einmal in einem Motel in Portland. Dann liest sie ein Stellenangebot, das ein „Tierkontrollwärter/-in“ auf Peaks Island gesucht wird. Isaiah Wilson, zu ihm fast sie sofort Vertrauen. Mag wohl daran liegen, dass er früher einmal Geistlicher war und so bekommt sie den Job und er hat auch sein Ferienhaus frei, wo sie wohnen kann.
Dort auf dieser Insel, trifft sie auf die ältere Tess, eine Frau mit einer besonderen Begabung. Tess ist Synästhetikerin, d. h. sie nimmt die Menschen durch Farben wahr. Ich hatte zuvor noch nichts davon gehört, aber durch die ausführlichen Schilderungen war ich sehr beeindruckt. Der Mensch wird hier von einer ganz anderen Seite gezeigt.
In der Nachbarschaft von Rocky lebt das junge Mädchen Melissa. Obwohl sie nur eine Nebencharaktere in der Handlung spielt, wird sie mit zu einer wichtigen Person für Rocky. Melissa ist extrem sportsüchtig, wodurch sie ihre Magersucht vor anderen verstecken will.
Und dann taucht Lloyd auf, ein schwarzer Labrador. Schwer verletzt durch einen Bogenpfeil, nimmt Rocky ihn zu sich. Schließlich war ihr verstorbener Mann Tierarzt gewesen und sie kennt den Umgang mit Tieren.
Zitat S. 183

Er hörte zu fressen auf; ein paar Trockenfutterbrocken waren noch übrig. Anschließend schaute er Melissa an, und sie sah ihr Spiegelbild im Licht seiner Augen. ... Sie senkte den Kopf über den Napf, umschloss einen Brocken mit den Lippen und schmeckte süßes Getreide und Fleisch. Mit den Zähnen kratzte sie darüber und erinnerte sich an hundert Geschmäcker, die für sie seit Monaten nicht mehr existierten. Danach weichte sie jeden Brocken einzeln im Mund auf und schluckte.

„Lost and Found“, so der Originaltitel, also „verloren und gefunden“, am Ende des Buches muss ich sagen, mir hätte ein anderer Titel besser gefallen als der deutsche.
Das Glück an einem Tag verloren. Gefunden = mit und durch den Labrador, der ihr durch seinen erlittenen Verlust, den Tod seines Frauchens, all das gibt, was Rocky wieder zum Leben und den Schritt in eine neue Zukunft braucht.

Kapitel 24 ist ein ganz besonderes, indem Lloyd = Cooper den Leser an seinen Gedanken und Empfinden teilhaben läßt.
Zitat S. 261

Ein gutes Leben, ein sehr gutes Leben, besteht daraus, einen Menschen zu finden, der einen kennt, der die Freude daran, einem die Brust zu reiben, mit einem teilt, die Freude am Fressen, daran, feucht und glücklich durch den schweren Morgentau zu laufen, bei einem zu sitzen, während man hingebungsvoll an einem frischen Stock kaut.  ... Einen solchen Menschen zu finden macht ein gutes Leben aus. Und er hatte sogar zwei gefunden.

Wenngleich in dem Buch einige Themen einen großen Stellenwert einnehmen, wie z. B. die Trauer, der Verlust, sowie die Psychologie, wie viel Liebe uns ein Tier geben kann, spielt eine große Rolle. Wer nun denkt, es läuft alles glatt und ohne großartige Erlebnisse weiter ab, wird getäuscht. Da ist die Frage zu klären, woher kommt Lloyd = Cooper, wo sind seine Besitzer bzw. was ist geschehen. Dies zusammen ergibt eine spannende Handlung zum Schluss, von der nicht mehr verraten werden soll, um nicht die Freude am Buch zu nehmen. Insgesamt ist der Roman sehr flüssig geschrieben, hat wunderschöne sprachliche Bilder und jedes Motiv bzw. Handlung der einzelnen Charaktere sind nachvollziehbar und glaubwürdig.

Fazit:

„Das Glück an einem Tag“ hat mich sehr berührt und gehört zu jenen Büchern, die man so schnell nicht vergisst. Von mir gibt es daher uneingeschränkte Leseempfehlung.



Persönliches Nachwort:
Wir erleben derzeit das Glück mit unserem Golden Retriever Toby, der von seiner ersten Familie im Tierheim abgegeben wurde und nach drei Wochen Aufenthalt bei uns ein neues Zuhause gefunden hat. So schmerzvoll der Abschied nach 13 Jahren mit unserer vorherigen Golden Retriever Hündin Lina war, umso mehr genießen wir jetzt wieder das neue Glück.

Vita
Jacqueline Sheehan wuchs in Neuengland auf und lebt heute in Massachusetts. Sie arbeitet als Autorin und Psychologin. Außerdem leitet sie verschiedene Schreibseminare. Sie hat bereits zwei Romane und zahlreiche Essays und Artikel veröffentlicht.

Samstag, 30. November 2013

(Challenge) blanvalet-Challenge 2014

blanvalet-Challenge 2014




Die "blanvalet-Challenge" wird  fortgesetzt. 
2013 war ich wieder nicht gerade sehr erfolgreich, es lag aber ganz einfach an so vielen Büchern, die unbedingt gelesen werden mußten. 
Auf ein Neues ...
Die Challenge mit allen Informationen/Regeln findet ihr auf dem Blog von Kerry  
(Lesendes Katzenpersonal) und Kleeblatt.
Kerry betreut auch in 2014 diese Challenge "noch einmal Klick"
  • Im Zeitraum vom 01.01. - 31.12.2014 sollen mindestens 20 Bücher des blanvalet-Verlags gelesen und rezensiert werden (es muss der Verlag auf dem Buchcover erkennbar sein).  

Januar 2014
1.) Jacqueline Sheehan Das Glück eines einzigen Tages
2.)  Tanja Krätschmar – Eva und die Apfelfrauen

Februar 2014
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März 2014


April 2014
 *** April zwei Bücher angefangen - leider erst im Mai die Rezi online ***

Mai 2014

1) Mary Simses - Der Sommer der Blaubeeren  "Rezilink"
2) Kerstin Klein – Knalltüten "Rezilink"

Juni 2014
Leah Bach – Insel der tausend Sterne  "Rezilink"

Juli 2014
Beatrix Williams - Im Herzen des Sturms   "Rezilink"

Fan-Tour Diana Gabaldon bereits im Frühjahr gelesen
Diana Gabaldon - Ferne Ufer  -

Jane Corry - Der Garten über dem Meer  " Rezilink"

August 2014
Sylvia Lott – Die Glücksbäckerin von Long Island  "Rezilink"

September 2014

Gayle Forman - Lovesong  " Rezilink"

Oktober 2014

November 2014

Dezember 2014
Liz Trenow - Die vergessenen Worte "Rezilink"