► Hinweis - Blogposts ◄
Links in meinen Posts kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung. Diese Info erfolgt aufgrund der DSGVO. Diese können zu anderen Webseiten, sei es Verlags- oder Autorenseiten, Facebook oder andere Blogs führen. Ebenso Coverabbildungen. Mein Blog ist ein Hobbyblog. Von daher erfolgen diese Links ohne jedweden Auftrag oder eine Bezahlung. Ich habe keine Affiliate-Links in meinen Posts eingefügt. Rezensionsexemplare geben meinen persönlichen Leseeindruck wieder. Ich erhalte hierfür kein Geld oder jedweden anderen Obolus. Die Bücher werden gemäß §2 Nr. 5 TMG deklariert bzw. mit Danksagung an den Verlag für das Exemplar.
In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Freitag, 30. August 2019

Aufbruch in ein neues Leben - Die Hebammen-Saga ~ Linda Winterberg

Das Licht der Welt.

Berlin 1917: Edith, Margot und Luise könnten unterschiedlicher nicht sein, als sie sich bei der Hebammenausbildung kennenlernen. Was sie jedoch verbindet, ist ihr Wunsch nach Freiheit und Selbständigkeit – als Flucht vor dem dominanten Vater, vor der Armut der Großfamilie oder den Schatten der Vergangenheit. In einer Zeit, in der die Welt im Kriegs-Chaos versinkt, ist die Sehnsucht nach Frieden genauso groß wie das Elend, mit dem die drei Frauen täglich konfrontiert sind. Aber sie geben nicht auf, denn sie wissen, dass sie jeden Tag aufs Neue die Chance haben, Leben zu schenken …

Die große Hebammen-Saga: historisch fundiert, atmosphärisch und voller liebenswerter Figuren.

Linda Winterberg || Aufbruch in ein neues Leben
Die Hebammen-Saga || TB 400 S.
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (12. Juli 2019) 
ISBN-13: 978-3746635460 || € 12,99
Gelesen 08/2019

Mein Leseeindruck:

Der vorliegende Roman beginnt vor gut über einem Jahrhundert. Im Sommer 1917 verlässt Luise ihr Heimatdorf in Ostpreußen, um eine Ausbildung an der neuen Hebammenlehranstalt in Neukölln zu beginnen. Sie war als Waise bei der Großmutter aufgewachsen. Oma Else war die einzige Hebamme in der Umgebung. Und so war es nur natürlich, dass Luise mit den Gegebenheiten des Berufs vertraut wurde. Luise hatte lange nicht einsehen wollen, dass sie weg von daheim sollte. Doch die Großmutter setzte sich durch. Ohne eine Anerkennung würde sie, Luise, nicht praktizieren dürfen. Auf dem Weg zur Hebammenschule begegnet ihr Edith, die ebenfalls hier ihre Ausbildung anfangen will. Man sah ihr an, dass sie aus besserem Hause stammte. Ihre Eltern besaßen ein großes Kaufhaus. Aber Edith wollte ihren eigenen Weg gehen. Vor der Schule treffen sie auf eine junge Frau, die einen ziemlich verschüchterten Eindruck machte. Margot war unschlüssig, ob sie wirklich hierher gehörte. Doch sie besaß ein Schreiben, dass sie für die Ausbildung kein Geld bezahlen brauchte. Man hatte sich für sie beim Professor eingesetzt, dass dies auch Frauen ermöglicht werden sollte, die aus ärmeren Kreisen kamen. So finden sich drei junge Frauen, und darauf wird eine echte Freundschaft. Und das heißt gemeinsam durch dick und dünn.
Schon von Beginn an wird der Leser mitgenommen in eine Zeit, die sich so manch einer gar nicht vorstellen mag. Alles was man aus den Zeiten vor, während als auch nach dem Ersten Weltkrieg weiß, entnimmt man den Geschichtsbüchern. Umso erfreulicher ist es, wenn Autoren ein Thema wie dies hier aus der Zeit aufgreifen für einen Roman. Hier halt die Hebammenlehranstalt und Frauenklinik. Dass diese zum 1. Juli 1917, also im dritten Jahr des Ersten Weltkriegs eröffnet wird, mag ein Segen sein. Aber wiederum zeigen sich die schlimmen Auswirkungen des Krieges, hinzu kam die Hungersnot als auch die hohe Rate der Kindersterblichkeit. Unter welchen Bedingungen die arme Bevölkerung arbeitete und lebte, der mangelnden Ernährung und die Unsauberkeit, hier hat die Autorin herausragende Hintergrundrecherche betrieben und diese mit ihrer Handlung verwoben.
Bei ihren Beschreibungen konnte man sich direkt in die jeweiligen Situationen hineinversetzen. Die Charakteren und Nebenfiguren sind vielschichtig und lebendig gezeichnet. Sei es die  politische Situation als auch gesellschaftliche Strukturen, zu dem vor allem das Elend der Arbeiter gehörte, werden so dem Leser nahegebracht. Von den Familiengeschichten der drei Frauen ist es Margot, aus deren Leben viel offenbart wird. Was man dann auch rundum auslegen kann. Während Edith gegen den Widerstand ihrer Eltern ihre Ausbildung macht, kommen Luise ihre Kenntnisse aus dem Leben mit der Großmutter zugute. Bei allen ist zu spüren, sie lieben ihren Beruf.

"Aufbruch in ein neues Leben" ist ein lesenswerter historischer Roman, der mich vor allem durch die drei sympathischen Protagonistinnen als auch durch die Beschreibungen der damaligen Zeit überzeugen konnte. Es ist eins von diesen Büchern ☺, die man nicht weglegen man.  Absolute Leseempfehlung.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Band 2  "Jahre der Veränderung" erscheint am 20. Januar 2020
Band 3  "Schicksalhafte Zeiten"   erscheint am 17. August 2020
Definitiv eine Reihe, die ich sehr gern weiterlesen werde!

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aufbau  Verlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar 

Ein ganz starker Auftakt der Hebammen-Saga

Dienstag, 27. August 2019

(Rezension) Inselküsse ~ Evelyn Kühne

Sonne, Meer und Rügen

Evelyn Kühne || Inselküsse - Ein Ostseeroman
TB 328 S. || Verlag: Forever; Auflage: 1. (26. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3958183780 || € 14,00
Gelesen 08/2019

Mein Leseeindruck:

In Berlin lebt die 43-jährige Marie mit der vierzehnjährigen Tochter und den neunjährigen Zwillingen Til und Ole. Das Mietshaus, in dem sie leben, war wie eine Oase in der Großstadt. Doch seit längerer Zeit wurden die Mieter mehr den je den Schikanen durch Sanierungsarbeiten ausgesetzt. Das Haus hatte  seit einiger Zeit einen neuen Besitzer und es sprach viel dafür, dass er die "alten" Mieter los werden wollte. Denn das nach der Sanierung eine deftige Mieterhöhung kommen würde, war allen klar. Ausgerechnet heute, wo Marie einen wichtigen Termin hat, war mal wieder das Wasser ausgefallen. Marie war Töpferin und kommt so gut es geht damit über den Monat. Mal abgesehen von den Unterhaltszahlungen für die Jungs, die pünktlich von deren Vater kamen, hatte sie immer wieder Probleme mit Karos Vater. Nun schien Licht am Horizont, denn sie traf Susanne, deren Vater eine Hotelkette besaß. Diese hatte ihre Keramiken auf einem Kunstmarkt gesehen und war davon angetan. In dem Haus lebte auch die achtundsiebzigjährige Ruth. Marie kümmerte sich um die alleinstehende Dame so gut es eben ging.
Marie erhält den Auftrag für die Keramiksachen. Diese sind für das Hotel auf Rügen bestimmt. Doch bei all dem Glück folgt das Pech sofort, als Marie zu ihrer Werkstatt fährt. Diese Baracke lag in einem Hinterhof. Hier war alles baupolizeilich abgesperrt, denn die Decke im Eingangsbereich war heruntergekommen. Sie durfte die Werkstatt nicht betreten, geschweige darin arbeiten. Und daheim ging das Übel weiter. In einem Schreiben wurde mitgeteilt, dass für etliche Wochen das Wasser abgestellt werde und ebenso, was die Wohnung nach der Sanierung koste. Das war zu viel für Marie.
Auftrag weg, neue Wohnung suchen, keinen Job, kein Geld. Ruth ist eine gute Zuhörerin und bei Nennung des Ortes auf Rügen wo das Hotel steht, holen sie Erinnerungen ein. Mitten in der Nacht geht sie zu Marie und erzählt ihr, dass sie ein Haus  geerbt habe. Sie sei die letzte von den noch lebenden Erben. Sie zeigt Marie Fotos und alles wäre so perfekt, dass sie dort eine Töpferwerkstatt einrichten könnte. Ein riesengroßes Haus mit Anbau und und und … Nur - es war auf Rügen und nicht in Berlin.
Alle Bedenken beiseite geschoben, angucken kostet nichts und so würden sie alle zusammen mit Ruth für zwei Wochen nach Rügen fahren. In einer Woche waren eh Sommerferien und die Pläne, dass Karo mit ihrem Vater verreisen würde, hatten keinen Bestand.
Ich lese gern Familiengeschichten zwischen all den anderen, was mich so lesetechnisch interessiert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die aber wirklich nur dem für mich unmöglichen Font (Schrift) zuzuschreiben waren, war ich angetan von den herzlich und natürlich dargestellten Charakteren. Es mag sein, dass man den Verlauf der Geschichte erahnen kann, aber die Autorin hat ein paar Fallstricke für den durchlaufend roten Faden eingebaut und geschickt gelöst. Und so bleibt das Buch bis zum Ende lesenswert.
Evelyn Kühne hat hier eine schöne Stimmung der Landschaft und der Menschen erzeugt. Und obwohl ich erst einmal auf Rügen Urlaub gemacht habe, hat mich das wiederum sehr angesprochen.
Insgesamt hat mir der Roman "Inselküsse" von Evelyn Kühne gut gefallen. Es bietet einfache als auch entspannende Unterhaltung und so habe ich diese Lesereise genossen. Für mich war es der erste Roman der Autorin, aber ich werde sicherlich noch auf weitere zurückgreifen.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 4 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung   Verlag Forever Ullstein
Vielen Dank an Literaturtest   für das Rezensionsexemplar

Glück auf Rügen
Entspannende Unterhaltung - ein Buch für das "Urlaub zu Hause"-Gefühl

 Lohme aufgenommen 09/2011
¤ Foto Hannelore Kühlcke

Sonntag, 25. August 2019

Der Duft von Apfeltarte ~ Julie Leuze (Rezension)

Auf einer Apfelplantage in der Normandie findet die Pariserin Camille ihr Glück.

Als ihre Mutter erkrankt, muss die junge Pariserin Camille auf den elterlichen Apfelhof in der Normandie zurückkehren. Dort heißt es kräftig mitanpacken – es ist ja nur für sechs Wochen, wie Camille sich sagt. Doch die Arbeit bereitet ihr unerwartet Freude. Schließlich hat sie sogar die Idee, wieder eigenen Cidre herzustellen wie zu Lebzeiten ihres Vaters. Und dann ist da noch dieser attraktive Feriengast aus Paris: Antoine sieht nicht nur gut aus, er kann auch gut zuhören! Doch als der wahre Grund für Antoines einfühlsames Interesse herauskommt, fühlt sich Camille verraten und ist zutiefst enttäuscht. Ist ihre Liebe stark genug, um Antoine diesen Vertrauensbruch zu verzeihen


Julie Leuze || Der Duft von Apfeltarte || TB 336 S.
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Originalausgabe (15. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3442489152 || € 10,00
Gelesen 08/2019

Mein Leseeindruck:

Mein Leseeindruck:
Die 32-jährige Camille Rosiére arbeitet in einem Reisebüro in Paris. Seit nunmehr vierzehn Jahren lebt sie in dieser Stadt, hat zwei wunderbare Freundinnen, Geneviéve und Céline. Glückwar sie allerdings in ihrem Job nicht, doch es blieb ihr keine andere Wahl. Nach einem unangenehmen Arbeitstsag geht sie noch schnell bei Madame Dubois vorbei, die einen Feinkostladen besaß. Eine Besitzerin mit Herz. Ganz zum Schluss kauft sie noch einen Cidre. Vorahnung?
Jahrelang war dieser auf dem Hof daheim in der Normandie produziert. Doch als der Vater vor Jahren verstarb, wurde die eigene Produktion eingestellt und die Mutter gab die Äpfel an einen Konzern ab. Und genau an diesem Abend erreicht sie ein Hilferuf der Mutter, die sie nunmehr bittet für die nächsten sechs Wochen auszuhelfen. Krankheitsbedingt würde sie die viele Arbeit nicht schaffen. Vert-le-Coin hieß der kleine Ort und inmitten weitläufiger Apfelplantagen lag das Zuhause von Jeanne, Camilles Mutter. Es war einfach zu viel Arbeit, und dennoch gab sie nicht auf. Es war nunmehr gut drei Jahre her, dass Camile dort war. Zur Beerdigung ihres Vaters. Kontakt zu früheren Freundschaften hatte sie nicht mehr, auch nicht zu ihrer Schulfreundin Sandrine. Das Nachhausekommen belastete Camille, denn zwischen ihr und der Mutter stand es nicht zum besten. Streit war wie gehabt vorprogrammiert. Auch der Feriengast, der für einige Wochen auf dem Hof weilt und in dem ehemaligen Taubenturm, den der Vater noch zu einem Feriendomizil umgebaut hatte, konnte nichts daran ändern. Monsieur Oliver war ein gutaussehender Mann. Doch weshalb er sich in die Einsamkeit zurückgezogen hatte, lässt er offen.
Der Autorin ist es gut gelungen, die Landschaft bzw. die Gegend dem Leser bildhaft vor Augen zu führen. Alle Charaktere sind gut in Szene gesetzt und wirken ziemlich authentisch. So kann man sich gut in sie hineinversetzen. Es mag sein, dass die beiden Frauen zeitweise sehr starrköpfig vorkommen, dennoch klärt sich dies im Lauf der Handlung. Wie sagt ein Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Nicht immer ist diese Alltagsweisheit richtig. Man sollte eher sagen: Schweige, so viel du kannst, aber rede, so viel du musst.
Über den jeweiligen Kapiteln steht  der Name der handelnden Person. Von der Autorin selbst kannte ich nur "Ein Garten voller Sommerkräuter", der mir sehr gut gefallen hat. Der vorliegende Roman greift Themen wie Verantwortung, Verlust, Freundschaft auf. Das Cover finde ich sehr schön und ansprechend. Und man sieht wie auch bei dem vorgenannten Roman auch hier Titel und Name des Autors in Form eines Anhängers. Das ist für mich ein gewisser Wiedererkennungswert für den Autor bzw. Autorin.

"Der Duft von Apfeltarte" ist ein ansprechender, lesenswerter Frauenroman. Zurück zu den Wurzeln, zurück zu dem was einem mit viel Liebe vermittelt wurde. Und wie sich Mutter und Tochter  in der Geschichte langsam aneinander wieder näherkommen ist sehr authentisch und nachvollziehbar geschildert. Letztendlich findet Camille ihren Weg und genau das hatte ich gehofft. Ganz zum Schluss gibt es noch einige Rezepte zum Nachkochen. Nur das habe ich bislang noch nicht versucht ☺
Ich gebe sehr gern meine Leseempfehlung.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Goldmann Verlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar

Zuhause ist wo dein Herz sich daheim fühlt

Samstag, 24. August 2019

Karneval im Zoo ~ Sophie Schoenwald [Kinderbuch-Rezension)

Schweinhorn, Elefummel, Girafant - was zum Kuckuck ist hier bloß los?

Im Zoo wimmelt es von lauter merkwürdigen Wesen: Heute feiern die Tiere nämlich Karneval! Affen, Nilpferde, Zebras - alle haben sich verkleidet. Aber wer ist nun wer?
Zoodirektor Ungestüm steht vor einem Rätsel und bittet seinen Freund Ignaz Pfefferminz Igel um Hilfe. Denn bald schon öffnet der Zoo seine Tore, und bis dahin muss das Geheimnis gelöst sein!

Sophie Schoenwald || Karneval im Zoo (Ignaz Igel, Band 2)
Geb. Ausgabe 32 S. ||   Verlag: Boje; Auflage: 1. Aufl. 2019 (31. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3414825438
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre || € 12,90
Gelesen 08/2019

Was für ein schöner Morgen!
Mit diesem Satz beginnt das 32 Seiten umfassende Kinder-Bilderbuch "Karneval im Zoo". Es erzählt die Geschichte der Zootiere, die sich verkleidet haben und einmal Karneval feiern wollten. Die Entdeckung macht der Zoodirektor am frühen Morgen, der gerade mit seinem Freund Ignaz Pfefferminz Igel beim Frühstück saß. Der Schreck war groß, denn bald würden die Besucher kommen und was würden sie hier vorfinden ☺ Nun galt  es das Durcheinander zu regeln. Denn wenn eine Giraffe sich als Elefant verkleidet und dann von sich behauptet, sie sei ein Girafant …
Ich habe das Buch vor kurzem den Enkelkindern vorgelesen und wir hatten wirklich sehr viel Spaß und Freude damit. Es ist ein wirklich bezaubernedes und wunderbares Vorlese-Bilderbuch. In kindgerechter Erzählweise erlebten wir eine liebevolle und herzliche Geschichte über die Tiere im Zoo. Die wohlproportionierten Texte und mit den großflächigen Illustrationen machen solche Lesemomente zu etwas ganz besonderem. Das Buch selbst ist in einem handlichen, großformatigen Zustand und ist komplett farbig illustriert. Das Cover selbst ist ein Blickfang, und zeigt verkleidete Tiere.
Dem Buch selbst lagen noch zwei Bastelanleitungen für Masken bei, einmal als Goliath, der Gorilla und Freiherr von Löwe. Im Buch selbst am Ende findet sich die Maske für Ignaz Igel. Alles kindgerecht nachzubasteln. Das Kind hat Freude beim Zuhören/Vorlesen und betrachten der Bilder. Was will man mehr erreichen♥
Ich/wir können "Karneval im Zoo" die Leseempfehlung geben, weil alles rundum gelungen ist, sowohl vom Inhalt als auch die Illustrationen. Ein Kinderbuch für jede Zeit des Jahres, nicht nur zum Karneval.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung BojeVerlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar 
Eine besondere tierisch lustige  Geschichte

Donnerstag, 22. August 2019

Das goldene Palais ~ Natasha Solomons

Eine packende Saga über Macht, Liebe und Familienband

Ein opulenter Roman über eine jüdische Bankiersfamilie, die nicht zufällig an die Rothschilds denken lässt. Eine packende Saga über Macht, Liebe und Familienbande
Wien, 1910. Die alte, über ganz Europa verteilte Familie Goldbaum hat ihren enormen Reichtum Bankgeschäften zu verdanken. Greta, das jüngste Kind, ist ein eigenwilliges Wesen. Ihr droht eine Ehe mit Albert, dem Spross des englischen Zweigs der Familie, von dem es heißt, er sei spröde und sauertöpfisch, noch dazu ein leidenschaftlicher Schmetterlingsjäger. Doch Greta beschließt, die Sache auf sich zukommen zu lassen – und tut gut daran.
Während das private Glück unverhofft über Greta hereinbricht, zeigen sich immer bedrohlicher die Vorboten eines großen kriegerischen Konflikts. Ein Konflikt, in den die Goldbaums als Teil der politischen Aristokratie und Finanziers von Waffengeschäften tief verstrickt sind …

Natasha Solomons || Das goldene Palais
Verlag: Kindler Verlag; Auflage: 1. (23. Juli 2019)
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten || Martin Ruben Becker (Übersetzer)
ISBN-13: 978-3463407012  || € 22,--
Gelesen 08/2019

Mein Leseeindruck:

Mit dem vorliegenden historischen Roman "Das goldene Palais" begibt sich der Leser in das vergangene Jahrhundert vor und während des Ersten Weltkriegs. Es beginnt in Wien, dem Wohnsitz der Bankiersfamilie Goldbaum, eine der reichsten Bank-Dynastien. Diese lebten verstreut in Europa. Die Hochzeit der zwanzigjährigen Tochter Greta mit Albert, einem Sohn aus der entfernten Goldbaum-Familie in England, steht an. Für Greta hieß es ihr geliebtes Wien, das Zuhause und ihren geliebten älteren Bruder zu verlassen. In diesem Erzählstrang beginnt auch die Geschichte von dem Jungen Karl, der unterirdisch in den Kanälen wie viele andere auch nach Knochen suchte, um diese den Seifensiedern zu verkaufen. Karl "arbeitete" hauptsächlich in der Gegend des Goldbaum-Anwesens. Man erfährt nicht viel über ihn, aber mehr doch über das Leben der Armen und erst zum Ende des Romans erhält diese Charaktere eine gewichtige Position.
Ich muss erwähnen, dass ich nicht damit gerechnet hatte, welche Geschichte sich hier zwischen den Buchdeckeln verbarg. Protagonisten und Nebenfiguren sind vielschichtig und lebendig gezeichnet, so dass es insgesamt ein komplettes Bild ergibt. Und dass sich die Autorin wohl wahrscheinlich von der Geschichte der Rothschilds hat inspirieren lassen. Bei dieser Geschichte geht es mehr als nur um das Geld. Wie heißt es doch: Geld regiert die Welt. Welche Rolle nunmehr das Geld/Gold in der Politik spielt, mit welchen Auswirkungen, dies findet sich in der gesamten Handlung wieder.
Zitat S. 556
"Menschliches Leiden und das Opfern menschlichen Lebens sind notwendig, aber die Wall Street interessieren bloß Dollars und Cents. Wir treten unter dem Kommando des Goldes in den Krieg ein."

Gretas Geschichte hebt sich sicherlich hervor, und es war interessant mitzuverfolgen, wie sie ihre Eigenwilligkeit ein- und umsetzt. Dass zur damaligen Zeit Ehen arrangiert wurden, war an der Tagesordnung. Gerade beim Adel bzw. Geld.
Der geschichtliche Hintergrund ist letztendlich die Vorbereitung zum Ersten Weltkrieg. Die Entwicklung zwischen Albert und Greta zu lesen, war angenehm. Durch Alberts Mutter entwickelt Greta ebenso eine Leidenschaft zur Gärtnerei. Was letztendlich in den schweren Zeiten zum Vorteil ist. Diese komplexe Familiensaga der jüdischen Goldbaum-Dynastie - für mich ein absolutes Lesehighlight in diesem Jahr.
Es ist eine historische Geschichte über die Familie, den Krieg und die Politik, aber auch schon damals zu spüren der Antisemitismus. Der Roman wird nicht nur von ihren Hauptprotagonisten getragen, sondern von der gesamten Story. "Das goldene Palais" war mein erstes Buch von der Autorin Natasha  Solomons und ich kann es wirklich empfehlen.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Zitat Buchanfang:
Der Kaiser war ein alter Mann. Er war der älteste Kaiser der Welt. Rings um ihn wandelte der Tod im Kreis, im Kreis und mähte und mähte. Schon war das ganze Feld leer, und nur der Kaiser, wie ein vergessener silberner Halb, stand noch da und wartete.
Joseph Roth, Radetzkymarsch


Rechte: Cover / Info/Zitate   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar, was aber keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

Ein farbenprächtiger, fesselnder historischer Roman

Samstag, 17. August 2019

Im Bann der Traumzeit ~ Christiane Lind || Rezension

»Solange die Vergangenheit wie ein Stein auf deinem Weg liegt, wirst du nie gehen können, ohne zu stolpern.«

1876 verlässt die abenteuerlustige Kaufmannstochter Auguste wegen einer unerfüllten Liebe Deutschland. In Queensland begleitet sie eine Forschungsexpedition ihres Onkels in das australische Outback. Die mutige Frau wird Zeugin eines grausamen Verbrechens, das auch sie fast das Leben kostet.Mehr als hundert Jahre später erbt Franziska, eine Nachfahrin von Auguste, die Familienfarm und macht dort eine bewegende Entdeckung. Was hat Auguste nach ihrer Rettung bei den Aborigines erlebt? Franziska begibt sich auf eine spirituelle Traumreise und macht eine Erfahrung, die sie an ihre Grenzen bringt.Im Bann der Traumzeit - eine emotionale Familiengeschichte vor der traumhaften Kulisse Australiens.

Christiane Lind || Im Bann der Traumzeit || TB 348 S.
Verlag: AIKA Consulting GmbH (26. Mai 2019)
ISBN-13: 978-3947495030 || € 9,99
Gelesen 07/08 - 2019

Mein Leseeindruck:

"Im Bann der Traumzeit" ist der Folgeband zu "Im Schatten der goldenen Akazie" aus der Feder der Autorin Christiane Lind. Vor gut zwei Jahren hatte Franziska Deutschland hinter sich gelassen und nunmehr mit dem Erbe der Großtante Elle ein neues Leben, mit einer neuen Liebe, Riley, in Australien begonnen. Doch ihre Beziehung zu Riley ist nicht ganz unproblematisch. Zu tief sitzt immer noch der Stacahel, den ihr die Schwester zugefügt hatte. Als Franziska einen Artikel über eine Ausstellung "Deutsche Einwanderer in Brisbane und Umgebung" liest, erinnert sie sich an das Versprechen, welches sie der Großtante gegeben hatte. Sie möge doch ein Buch über die Wagners schreiben. Gemeinsam hatten sie schon mit der Recherche angefangen zu der Geschichte von "Amber's Joy", der Pferdefarm, dem Erbe. Sie wird sich auf die Spuren ihrer Ahnen hier in Australien begeben.
Erzählt wird das Geschehen auf zwei Zeitebenen und beginnt mit Auguste 1876. Diese wird ihren Onkel auf die nächste Expeditionsreise nach Australien begleiten, sehr zum Unbill ihrer Familie. Doch sie setzt sich durch.
In der Gegenwart kämpft Franziska mit sich, denn schon einmal stand sie vor den Scherben ihres Glücks. Waren ihre bislang getroffenen Entscheiden, egal ob Vergangenheit oder Gegenwart, richtig? Die Charaktere Franziska stellt nicht die selbstbewusste Frau dar, die ich ansich von dieser erwartet hatte. Sie bleibt mir nach dem Lesen des Romans nur unscheinbar in Erinnerung.
Im Gegensatz zu Auguste, deren Reise nach Australien mit der sich anschließenden Expedition den Leser mit auf ein brisantes Abenteuer nimmt. Was die Expeditionsteilnehmer von dem Urvolk hält, der Umgang mit Mensch und Tier, hier vermittelt die Autorin einen Blick in die Vergangenheit, der einen nur schütteln lässt. Aber da gibt es auch den Blick in die alten Traditionen dieses Volkes, was sicherlich mit einem gewissen Man an Mystik verbunden ist. Ich gehe jetzt nicht ausführlicher auf den Inhalt ein. M. E. würde das zu viel spoilern. Die dargestellten Charaktere haben sympathische wie auch unangenehme Seiten. Und dennoch gestaltet sich die Geschichte dementsprechend spannend und unterhaltsam. Zum Inhalt sei noch gesagt, dass es der Autorin erneut gelungen ist, mir in einem Roman ein Stück Geschichte zu vermitteln. Die vergangenen Wunden der Ureinwohner sind noch lange nicht verheilt. Doch die Hoffnung darf nicht sterben.
Ein absoluter Hingucker ist das traumhaft schöne Cover. So hat es die Autorin Christiane Lind wieder einmal geschafft, ihren Lesern angenehme Lesestunden zu schenken. Doch letztendlich muss ich ehrlich sagen, dass mich der erste Band mehr angesprochen hat. Hier ist es der historische Teil, der wirklich sehr interessant geschrieben ist.

Ӝ̵̨̄Ʒ 4 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei der Autorin
Vielen Dank an Christiane Lind für das Leseexemplar, was aber keinerlei Einfluss auf meine Bewertung hat.

Im Schatten der goldenen Akazie

Zurück zu den Wurzeln

Donnerstag, 15. August 2019

(Rezension) "Drachenleuchten" - Valija Zinck || Kinderbuch

»Der Drache entkommt uns nicht. 
Wir können ihn orten. 
Überall auf der Welt!«

Die Geschwister Janka und Johann haben bei ihrer Nachbarin Frau Tossilo einen echten Drachen entdeckt. Mitten in der Großstadt! Es ist der Beginn einer Freundschaft und eines unglaublichen Abenteuers. Denn bald kommt ihnen der Konzern Black West auf die Spur, der seinen Drachen um jeden Preis zurückhaben will. Auch mit Gewalt. Johann gelingt es in allerletzter Sekunde, Janka, Frau Tossilo, den Drachen und sich selbst in ein harmloses Computerspiel zu beamen. Doch die phantastische Welt des Spiels ist viel gefährlicher, als es scheint …
Die heißersehnte Fortsetzung von »Drachenerwachen«!

Valija Zinck || Drachenleuchten || Verlag: FISCHER KJB
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten || ISBN-13: 978-3737341554
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren || € 14,00
Gelesen 07/08-2019

Mein Leseeindruck:

Der zweite Band "Drachenleuchten" beginnt mit einem Rückblick auf "Drachenerwachen". Was bisher geschah, wird auf zwei Seiten erzählt und gibt dem Leser einen guten Einblick auf das Vorgeschehen. Mit einem Computerspiel hatten Janka und Johann Kumo, den Drachen und Frau Tossilo in Sicherheit vor Black Wester International gebracht. Nun warteten diese beiden auf die Rückkehr in die Realität. Leider verpassten Janka und Johann den verabredeten Termin, denn beide waren durch das Zurückbeamen ziemlich krank gewesen. War war zu tun? Dass die beiden nicht ewig im Spiel wohnen konnten war klar. Also mussten die Geschwister das Spiel spielen. Unterdessen wandern Frau Tossilo und Kumo durch das Computerspiel und treffen dort einen Bewohner, der ihnen mitteilte, dass die Königin Alarmstufe Rot ausgerufen hatte. Was das hieß und wieso Kumo und Frau Tossilo nicht am vereinbarten Treffpunkt, den Stelen ausharrten, nun das erzählt die Autorin in den insgesamt 32 Kapiteln.
Spannend wird es, soviel kann ich verraten. Denn was sich da hinter dem Konzern Black West verbirgt, ist gefährlich. Und das erleben die Protagonisten in/mit diesem scheinbar harmlosen Computerspiel. Zu keinem Zeitpunkt wird es in dem Buch langweilig. Man spürt förmlich die Gefühlswelt der Protagonisten, fiebert mit ihnen mit.
"Drachenleuchten" ist eine großartig geschriebene Geschichte, die nicht nur von Kindern, sondern auch von Erwachsenen gelesen werden kann.
Die Autorin schafft es, unsere eigene Welt mit der visuellen eines Computerspiels durch großartige Beschreibungen greifbar zu machen. Die Charaktere  waren mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen und ich wurde mit der Fortsetzung nicht enttäuscht. Es gibt keinerlei negative Kritik.
Auch das Cover besticht durch seine Aufmachung. Den Anfang jeder einzelnen Kapitel schmücken Schwarz-Weiß-Vignetten.
Auch wenn die Altersempfehlung ab zehn Jahre ist, kann ich mir gut vorstellen, dass das Buch jüngeren vorgelesen werden kann. Ich habe schon den ersten Band mit unserem Enkelsohn gelesen und auch "Drachenleuchten" haben wir gelesen. Er ist total begeistert gewesen. Die einzelnen Kapitel sind von der Länge her gut überschaubar. Fakt ist, dass es nicht nur Kinder anspricht, sondern auch den erwachsenen Leser. "Ich liebe Drachengeschichten/-bücher".
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher


Rechte: Cover / Info   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag

Es bleibt spannend bis zum Schluss.

Freitag, 9. August 2019

(Rezension) Hotel Inselblick - Wind der Gezeiten (Bd.2) ~ Anke Petersen

Bewegte Jahre für das kleine Hotel auf Amrum

Amrum Anfang des 20. Jahrhunderts: Die Familie Stockmann hat sich auf der Nordsee-Insel gut eingelebt, und ihr Hotel Inselblick blüht und gedeiht – sehr zum Ärger des Pastors, dem der florierende Betrieb ein ewiger Dorn im Auge ist, da er darin eine Konkurrenz zu seinem eigenen Seehospiz sieht und außerdem im „Inselblick“ Sodom und Gomorrha wittert. Doch Marta Stockmann, für die sich mit dem Hotel ein Lebenstraum erfüllt hat, kämpft voller Tatkraft dafür, und auch die Töchter haben auf Amrum inzwischen ein neues Zuhause gefunden.
Dann erfährt die Familie, dass Jacob, der inzwischen Tochter Rieke geheiratet hat, ruiniert ist und nach Amerika auswandern will. Droht die Familie Stockmann zu zerbrechen


Anke Petersen || Die Amrum-Saga Hotel Inselblick || Wind der Gezeiten
Knaur TB || 512 S. || ISBN: 978-3-426-52278-3 || € 9,99
Gelesen 07/2019

Mein Leseeindruck:

Anfang des 20. Jahrhunderts, mit einem Zeitsprung von zehn Jahren, geht es im zweiten Band der Hotel Inselblick-Reihe um die Familie Stockmann weiter. Es waren keine leichten zehn Jahre gewesen, wie Marta Stockmann in ihrem Tagebuch zu Beginn im Jahr 1902 schreibt. Zehn Jahre ist es auch her, dass sie ihre kleine Tochter Marie verloren hatte. Und noch immer herrschte Ärger mit dem Pastor Bertramsen und Bodelschwingh. Ihre zweite Tochter Ida, inzwischen neunzehn Jahre, hatte mit dem Betrieb der Familie wenig im Sinn. Wie hatte Marta gesagt:
Das Hotel war ihr Traum und Lebenswerk, nicht der von Ida. "Sie muss ihren eigenen Weg finden", hatte sie zu ihrem Mann gesagt.
Zitat S. 13
Die älteste Tochter, Rieke, war inzwischen verheiratet und Mutter einer Tochter, Nele. Sie betrieb mit ihrem Mann Jacob ebenfalls ein eigenes Hotel. Doch durch einen Umstand stehen sie bald vor dem Aus. So beschließt Jacob mit der Familie nach Amerika auszuwandern. Ende Oktober 1902 ist es dann soweit und Chicago sollte ihre neue Heimat werden. Mit dem Dampfschiff Luisa würden sie über den Ozean in die Neue Welt fahren.
Wie schon im ersten Band sind auch hier die handelnden Personen aufgelistet, wie da Familien als auch Hotelgäste. Die Charaktere, auch wenn meistens bekannt, sind wieder gut dargestellt und menschlich wiedergegeben.
Wenngleich das Leben und Schaffen der Familie Stockmann im Mittelpunkt steht, nehme auch die Handlungen rund um die beiden Töchter einen großen Raum ein. Um nicht mehr als nötig zu spoilern, sei gesagt, dass alles was die Reise nach Amerika betraf, gut wiedergegeben wurde. Die Atmosphäre auf dem Schiff ist gut eingefangen. Es könnte alles so schön werden …
Wer das Cover betrachtet, kan auf den ersten Blick erkennen, dass hier die Bände miteinander harmonisieren.
Für Fans von Familiensagas gibt es hier meine klare Leseempfehlung. Doch so großartig ich den Auftaktband fand, sind hier im Mittelband doch leichte Schwächen erkennbar.
Ein typisches Beispiel für den Mittelteil einer Reihe. Wie ich schon zuvor bei anderen Autoren feststellen musste, ist ein Mittelband ab und an das Sorgenkind. Mir fällt dazu ein Spruch einer Freundin ein, die drei Kinder hat: Das mittlere läuft mit den anderen mit, doch zusammen ergänzen sie sich wunderbar. Trotz einiger Ecken und Kanten  habe ich mich gut unterhalten. Ich bin gespannt wie es mit den einzelner Charaktere bzw. Familienmitglieder weitergeht.

Ӝ̵̨̄Ʒ 4 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info/Zitat  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag

Band 1: Hotel Inselblick. Wolken über dem Meer
Band 2: Hotel Inselblick. Wind der Gezeiten
Band 3: Hotel Inselblick. Stürmische See - Anfang Februar 2020

Sehr schön erzählte Familiensaga, nachdenklich und auch berührend

Mittwoch, 7. August 2019

Wiedersehen am Harbour Beach - Lighthouse Saga || Ella Thompson

Wenn du dein Leben von einem Geheimnis bestimmen lässt, wächst die Angst vor der Wahrheit mit jedem Tag.

Jake Foster hat den Traum von einer eigenen Brauerei. Nachdem seine Freunde Niclas und Andrew Hunter ihr Glück in Sunset Cove gefunden haben, hält ihn nichts mehr in Boston. Es wird Zeit, seine Vision in die Realität umzusetzen. Die Harbour Beach Brewerie ist genau das, wonach er gesucht hat. Doch ihm fehlt das nötige Kapital. Die Investorin Eliza Woodward ist eine der schönsten Frauen, die Jake je getroffen hat – aber auch äußerst undurchsichtig. Sie signalisiert ihm, mit ihm ins geschäft kommen zu wollen, zieht ihr Angebot jedoch kurzfristig zurück. Niclas‘ und Andrews Vater, Theodor Hunter bietet Jake das fehlende Geld an. Unter einer Bedingung, die Jake den Boden unter den Füßen wegzieht. Als Eliza abermals auftaucht und ihr Interesse an der Brauerei und an ihm bekundet, wird sein Lebenstraum plötzlich zu einem gefährlichen Unterfangen – und Jake zur Zielscheibe.


Ella Thompson || Wiedersehen am Harbour Beach - Lighthouse Saga Band 3
TB 464 S. || Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Originalausgabe (8. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3453422964 || € 9,99
Gelesen 07/2019

Mein Leseeindruck:

Die "Lighthouse-Saga" endet nunmehr mit dem dritten Band "Wiedersehen am Harbour Beach". Während die beiden ersten Bände von den Brüdern Niclas und Andrew Hunter erzählt, die hier ihr Glück in Cape Cod, Sunset Cove, gefunden haben, geht es nun um Jake Foster, bester Freund der beiden. Er möchte sich seinen Traum erfüllen und eine eigene Brauerei führen. Und da kam ihm zugute, dass die Harbour Beach Brewerie zum Verkauf auf Cape Cod stand. Der Besitzer wollte in den Ruhestand gehen. Cape Cod ist und bleibt für Jake ein Sehnsuchtsort, welches er mit den Erinnerungen der gemeinsamen Zeit mit den Freunden verband. Er hatte eine Investorin an der Hand, Eliza Woodward. Doch diese ließ den ersten Termin mit ihm platzen. Aber Jake gibt nicht auf. Und er bleibt am Ball bezgl. der Investorin.
Die Geschichte, das Leben der Eliza Woodward hat die Autorin gekonnt in die Handlung eingebunden. Vor Jahren hatte sie ihren Traummann gefunden, so der Anschein. Doch Greg zeigte nach und nach sein wahres Gesicht, den selbst vor Gewalt gegenüber seiner Frau schreckte er nicht zurück. Für Elizas Eltern war er der ideale Schwiegersohn und Nachfolger des Woodward-Imperiums. Doch vor einem Jahr verunglückten beide tödlich, ohne dass Greg als Nachfolger eingesetzt war. Gregs Kontrollsucht war enorm und Eliza selbst hatte gelernt, nur den kleinsten Hinweis einer Gestik lesen zu können, die auf eine weitere Attacke auf sie hinwiesen. Als sie Jake erneut bei einem Termin sitzen lässt, platzt diesem der Kragen und er fährt zu dem Woodward-Anwesen. Dort findet er eine Frau vor, die aller Wahrscheinlichkeit einer schlimmen Gewaltattacke ausgesetzt gewesen war. Er packt Eliza und bringt sie nach Cape Cod zu Andrew. Dieser nimmt sich ihr an. Das hier schlimme häusliche Gewalt vorlag, war nicht zu übersehen. Danach bleibt Eliza in Sunset Cove und lernt Holly, Marie als auch Niclas kennen. Nur langsam baut sich Vertrauen auf.
Dann tritt etwas ein, was man eigentlich fast nur ahnen konnte. Theodor Hunter, Vater von Niclas und Andrew, wendet sich an Jake. Er braucht eine neue Niere. Die Vorgeschichte ist nachzulesen in den ersten beiden Bänden. Theodor muss aber dazu ein lang gehütetes Geheimnis lüften. Und das wirft Jake fast aus dem Gleichgewicht.  Noch muss er dazu diese Geschichte für sich behalten, um die Freundschaft zu den beiden Brüdern nicht zu belasten.

Die gesamte Geschichte rund um Jake, Eliza und den anderen Charakteren ist m. E. der absolute krönende Abschluss der Reihe.  Der Schreibstil ist wieder gut verständlich zu lesen und streckenweise sehr emotional. Zwischen Jake und Eliza entwickelt sich eine stille Freundschaft, denn sie hat Schweres erlitten. Und Vertrauen ist eine Basis, die nur Bestand hat, wenn sie von beiden Seiten kommt. Langsam nur findet sie wieder ins Leben zurück, in ein neues Leben. Denn da ist wohl mehr als Freundschaft, was sie mit Jake verbindet.
"Wiedersehen am Harbour Beach" ist in Bezug zu den beiden Vorbänden der absolut gelungene Abschluss der Lighthouse-Saga. Ich kann diese emotionale wie auch dramatische Geschichte, mit dem Hauch von Romantik, wärmstens empfehlen.
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Meine Rezensionen:
Lighthouse Saga - Band 1 - Rückkehr nach Sunset Cove
Lighthouse Saga - Band 2 - Sommerträume auf Cape Cod

Rechte: Cover / Info   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal

Der krönende Abschluss der Lighthouse-Saga  - und der beste der drei Bände

Freitag, 2. August 2019

Aber Töchter sind wir für immer || Christiane Wünsche || Rezension

Heimat ist nicht nur ein Gefühl

Schon lange haben sich die drei Schwestern Johanna, Heike und Britta nicht mehr gesehen. Zu verschieden sind sie, zu weit entfernt voneinander leben sie, zu groß ist das Unbehagen, irgendwie. Jetzt treffen sie sich wieder in ihrem Elternhaus am Bahndamm, inmitten der weiten Felder am Niederrhein.
Hier, in diesem Haus, fing alles an: Das mit ihren Eltern Christa und Hans, verbunden durch die Wirren des Krieges. Das Leben der Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und das mit Hermine. In diesem Haus geschah so vieles und wurde so vieles verschwiegen. Bis zu diesem einen Tag.

Christiane Wünsche || Aber Töchter sind wir für immer
Broschiert - 464 S. || Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 2. (24. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3810530714 || € 14,99
Gelesen 07/2019

Mein Leseeindruck:
Das Buch "Aber Töchter sind wir für immer" von der Autorin Christiane Wünsche erzählt die Geschichte von Hans Franzen, seiner Frau Christa und ihren vier Töchtern. Die Handlung spielt sich hauptsächlich in dem kleinen Ort am Niederrhein.
Die drei Schwestern Heike, Johanna und Britta waren ohne ihre Familien zum bevorstehenden achtzigsten Geburtstag des Vaters angereist. Es ist ein ehemaliges Bahnwärterhaus, in dem die Eltern noch leben und die Schwestern aufgewachsen waren. Sehr zurückhaltend wird davon geschrieben, dass es ja noch eine Schwester gab, Hermine. Britta, die Jüngste hatte ihre Schwester nicht in Erinnerung. Und dennoch hatte sie etwas im Gepäck für ihren Vater, welches ihr Mann aufbewahrt hatte und nunmehr war der passende Zeitpunkt gekommen. Marcel war viele Jahre älter als Britta und kannte Hermine. Sie hatte ihm ihr Tagebuch anvertraut. Marcel hatte Britta gesagt, dass sie es gern vorab lesen sollte, um Hermine kennenzulernen. Denn viel zu jung hatte Hermine die Welt verlassen.
So beginnt nach einer kurzen Einführung eine wunderbar geschriebene Lesereise. Jeder aus der Familie erzählt den Werdegang, wobei auch Hermine von sich aus dem Tagebuch erzählt. Brittas Hoffnung endlich mehr von ihr zu erfahren wird erfüllt. Denn immer stand dies wie ein Schatten zwischen allen. Es war wie ein Deckel des Schweigens über allem. Christa, die Mutter, war als Kind mit ihrer Mutter und dem Großvater bei den Franzen untergekommen. Sie waren Vertriebene aus Schlesien. Auf einem großen Gut hatten sie gelebt und zu Hermann, dem Sohn des Hofes, hatte Christa eine besondere Beziehung. Sie wollten sich nie aus den Augen verlieren. Doch der Krieg sprach eine andere Sprache. Doch das Leben hält Zufälle bereit und sie treffen sich wieder. Christa war inzwischen mit Hans verheiratet, hatte zwei Kinder und Hermann hatte sich ein Geschäft aufgebaut und lebte in einer Beziehung. In seiner Familie wurde immer wieder festgestellt, dass jemand das 2. Gesicht hatte. Je mehr man in der Geschichte drin ist, umso deutlicher ahnt man, was geschehen ist. Denn Hermine sprach Dinge aus, die später eintraten. Aber all das wurde still geschwiegen. Und sie beschrieb immer wieder ihren Sehnsuchtsort. Am Ende der Lesereise steht die Familie genau dort wie Hermine beschrieben, obwohl sie nie dort gewesen war.
Jede einzeln erzählte Geschichte ist interessant und authentisch geschildert. Der Autorin ist der Wechsel zwischen dem Hier und Heute und dem Vergangenen optimal gelungen.
Durch die wechselnden Erzählperspektiven der Protagonisten bekommt man einen guten Blick in die jeweilige Zeit und der Handlung. Der Schreibstil ist flüssig. Christiane Wünsche hat die Familiengeschichte sehr interessant erzählt, dass man nur so durch die Kapitel fliegt. Es fesselt einen direkt und man mag nicht aufhören. Denn irgendwie ist es ein Buch, dass nicht nur interessant und fesselnd geschrieben ist, es berührt auch den Menschen und spricht ihn an.
Für Leser solcher Art Romane kann ich dieses Buch absolut empfehlen. Aber auch all anderen, sich einmal an so eine Geschichte zu wagen.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

***
Dieser Roman lässt uns die Bande spüren, die uns alle mit unseren Familien und unserem Zuhause verbinden. (Verlag)

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag


Eine Familiengeschichte mit Hintergrund