Heimat ist nicht nur ein Gefühl
Schon lange haben sich die drei Schwestern Johanna, Heike und Britta nicht mehr gesehen. Zu verschieden sind sie, zu weit entfernt voneinander leben sie, zu groß ist das Unbehagen, irgendwie. Jetzt treffen sie sich wieder in ihrem Elternhaus am Bahndamm, inmitten der weiten Felder am Niederrhein.
Hier, in diesem Haus, fing alles an: Das mit ihren Eltern Christa und Hans, verbunden durch die Wirren des Krieges. Das Leben der Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und das mit Hermine. In diesem Haus geschah so vieles und wurde so vieles verschwiegen. Bis zu diesem einen Tag.
Christiane Wünsche || Aber Töchter sind wir für immer
Broschiert - 464 S. || Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 2. (24. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3810530714 || € 14,99
Gelesen 07/2019
Mein Leseeindruck:
Das Buch "Aber Töchter sind wir für immer" von der Autorin Christiane Wünsche erzählt die Geschichte von Hans Franzen, seiner Frau Christa und ihren vier Töchtern. Die Handlung spielt sich hauptsächlich in dem kleinen Ort am Niederrhein.
Die drei Schwestern Heike, Johanna und Britta waren ohne ihre Familien zum bevorstehenden achtzigsten Geburtstag des Vaters angereist. Es ist ein ehemaliges Bahnwärterhaus, in dem die Eltern noch leben und die Schwestern aufgewachsen waren. Sehr zurückhaltend wird davon geschrieben, dass es ja noch eine Schwester gab, Hermine. Britta, die Jüngste hatte ihre Schwester nicht in Erinnerung. Und dennoch hatte sie etwas im Gepäck für ihren Vater, welches ihr Mann aufbewahrt hatte und nunmehr war der passende Zeitpunkt gekommen. Marcel war viele Jahre älter als Britta und kannte Hermine. Sie hatte ihm ihr Tagebuch anvertraut. Marcel hatte Britta gesagt, dass sie es gern vorab lesen sollte, um Hermine kennenzulernen. Denn viel zu jung hatte Hermine die Welt verlassen.
So beginnt nach einer kurzen Einführung eine wunderbar geschriebene Lesereise. Jeder aus der Familie erzählt den Werdegang, wobei auch Hermine von sich aus dem Tagebuch erzählt. Brittas Hoffnung endlich mehr von ihr zu erfahren wird erfüllt. Denn immer stand dies wie ein Schatten zwischen allen. Es war wie ein Deckel des Schweigens über allem. Christa, die Mutter, war als Kind mit ihrer Mutter und dem Großvater bei den Franzen untergekommen. Sie waren Vertriebene aus Schlesien. Auf einem großen Gut hatten sie gelebt und zu Hermann, dem Sohn des Hofes, hatte Christa eine besondere Beziehung. Sie wollten sich nie aus den Augen verlieren. Doch der Krieg sprach eine andere Sprache. Doch das Leben hält Zufälle bereit und sie treffen sich wieder. Christa war inzwischen mit Hans verheiratet, hatte zwei Kinder und Hermann hatte sich ein Geschäft aufgebaut und lebte in einer Beziehung. In seiner Familie wurde immer wieder festgestellt, dass jemand das 2. Gesicht hatte. Je mehr man in der Geschichte drin ist, umso deutlicher ahnt man, was geschehen ist. Denn Hermine sprach Dinge aus, die später eintraten. Aber all das wurde still geschwiegen. Und sie beschrieb immer wieder ihren Sehnsuchtsort. Am Ende der Lesereise steht die Familie genau dort wie Hermine beschrieben, obwohl sie nie dort gewesen war.
Jede einzeln erzählte Geschichte ist interessant und authentisch geschildert. Der Autorin ist der Wechsel zwischen dem Hier und Heute und dem Vergangenen optimal gelungen.
Durch die wechselnden Erzählperspektiven der Protagonisten bekommt man einen guten Blick in die jeweilige Zeit und der Handlung. Der Schreibstil ist flüssig. Christiane Wünsche hat die Familiengeschichte sehr interessant erzählt, dass man nur so durch die Kapitel fliegt. Es fesselt einen direkt und man mag nicht aufhören. Denn irgendwie ist es ein Buch, dass nicht nur interessant und fesselnd geschrieben ist, es berührt auch den Menschen und spricht ihn an.
Für Leser solcher Art Romane kann ich dieses Buch absolut empfehlen. Aber auch all anderen, sich einmal an so eine Geschichte zu wagen.
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher
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Dieser Roman lässt uns die Bande spüren, die uns alle mit unseren Familien und unserem Zuhause verbinden. (Verlag)
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag
Eine Familiengeschichte mit Hintergrund
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Freitag, 2. August 2019
2 Kommentare :
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Kommentare zum Post
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Liebe Hanne,
AntwortenLöschendanke fürs Vorstellen, den Roman habe ich noch nirgends bemerkt. Die Thematik klingt interessant und verschiedene Erzählperspektiven mag ich auch gerne lesen, das erweitert den Blickwinkel beim Lesen ungemein.
Wie schön, dass du schöne Lesezeit mit diesem Buch verbracht hast.
Liebe Grüße und einen schönen August,
Barbara
Liebe Barbara,
Löschenvielen Dank dass du bei mir vorbeigeschaut hast. ♥ Ich glaube, es ist ein Buch, was dir auch gefallen wird. Und tut mir leid, dass ich so gut wie gar nicht mehr zum kommentieren komme. Es ist einfach die krux, ein Auf und Ab und ich hoffe auf Mitte August, ob der andere Spezialist mir besser helfen kann.
Liebe Grüße Hanne