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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Mittwoch, 8. Januar 2020

Herzklopfen in der kleinen Keksbäckerei ~ Holly Hepburn

Willkommen in der süßesten Keksbäckerei Englands!

Seit sie denken können, verbindet die besten Freundinnen Cat und Sadie ein gemeinsamer Traum – eine eigene Keksbäckerei. Als in ihrem Heimatstädtchen ein kleiner Laden frei wird, zögern sie nicht lange: Cat hat gerade ihren Job als Sterneköchin in Paris an den Nagel gehängt, und Single-Mama Sadie braucht Ablenkung von ihrem gebrochenen Herzen. Und schon bald holt Cat duftende Plätzchen aus dem Ofen, die Sadie mit buntem Zuckerguss verziert. Doch die Inhaberin der französischen Patisserie nebenan fürchtet Konkurrenz und legt den beiden allerhand Steine in den Weg. Zum Glück können die beiden immer auf Jaren zählen, den gut aussehenden Besitzer des Pfannkuchenrestaurants gegenüber. Und dann ist da noch der Bienenzüchter Adam, der die Keksbäckerei mit Honig versorgt ...


Holly Hepburn - Herzklopfen in der kleinen Keksbäckerei
TB 624 S. - ISBN-13: 978-3328104186
Verlag: Penguin Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (11. November 2019)
Originaltitel: A Year At Castle Court
Melike Karamustafa (Übersetzer)
€ 10,00  // Gelesen 12/2019

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Die beiden Frauen Cat und Sadie verbindet eine wunderbare Freundschaft, die auch durch Cats Job in Frankreich Bestand hatte. Nun war diese zurückgekehrt nach England und beide wollen ihren Traum verwirklichen von einem zauberhaften Keksladen. Cat hatte ein Händchen für tolle Keksteige und Sadie die Künstlerin. Sie zauberte ganz fantastische Produkte aus den Keksen. In ihrer Heimatstadt gibt es eine Meile, wo sich die tollsten Läden befinden. Leider aber auch Neid. Cherie besaß eine vorzügliche Patisserie und fürchtete nunmehr Konkurrenz. So taucht Greg immer wieder und und streut Missgunst. Letztendlich platzt die Bombe warum Cat ihren Job in Paris aufgegeben hatte. Da sie dort aber eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben hatte, zerrt die Gegenpartei sie nunmehr vor den Kader. Doch manchmal müssen Leute geläuert werden, und es wendet sich das Blatt.
Diese Herzklopfengeschichte ist in vier Abschnitte aufgeteilt und beginnt im Winter, wenige Wochen vor Weihnachten mit der Eröffnung. Der nächste Abschnitt heißt "Valentinstag in der kleinen Keksbäckerei". Es folgt "Frühlingsträume in der kleinen Keksbäckerei". Hier muss ich wirklich sagen, war der gesamte Lesefluss sehr zähflüssig. Und diese Langatmigkeit hat meinen Lesefluss sehr behindert.
Es endet mit "Hochzeitsglocken in der kleinen Keksbäckerei".
Handlungsort ist die Stadt Chester und der Platz mit den Lokalen Castle Court. Hier waren viele Nationalitäten vertreten. Die Liebe zum Detail, das war der Autorin wohl wichtig. Aber manchmal ist weniger mehr. So ist doch einiges an Potential verschenkt worden.
Die Freundinnen verstehen ihr Handwerk und es gab Momente, an denen die Beschreibungen alle Sinne anregten. Nur mit der Liebe läuft es bei beiden nicht rund. Doch hier möchte ich nicht spoilern
Alles in allem ein unterhaltsamer Frauenroman über die Liebe, der Freundschaft und der Leidenschaft zum Beruf.
Das Cover ist ganz zauberhaft. Ich bin auch beeindruckt über die stabile Ausführung des Taschenbuchs, welches nach einem Mal lesen kein Leserillen vorweist.
Ich habe mich sehr gut unterhalten und unweigerlich bekommt man auch Lust aufs Backen.
"Herzklopfen in der kleinen Keksbäckerei" ist ein Roman, der zu jeder Jahreszeit gelesen werden kann.
Meine Leseempfehlung.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  4 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag  Penguin
Ein Dankeschön an den Verlag und Bloggerportal  für das Rezensionsexemplar

Viele Kekse lassen grüßen

Sonntag, 5. Januar 2020

Vereint auf Norderney ~ Rike Stienen

Ein humorvoller, weihnachtlicher Familienroman auf Norderney

Zu Hennys grenzenloser Enttäuschung  kündigt ihre Tochter an, zu Weihnachten  mit ihrer Enkelin nach Australien zu ihrem  Mann zu fliegen. Henny allein zuhause?  Mitnichten. Ihr Nachbar Gregor schleppt  sie spontan mit nach Norderney, wo sie  gemeinsam als Leihgroßeltern das  Zwillingspaar Louise und Luca betreuen  sollen. Dass die beiden mitten in ein  Familienchaos geraten und Weihnachten  in einem Desaster zu enden droht, ahnen  sie nicht. Werden Henny und Gregor das  Fest für die Kinder retten können?

Das ist der 9. Band der Liebesroman-Serie  "Travel & Date". In dieser Reihe können  alle Bücher unabhängig voneinander  gelesen werden.


Rike Stienen - Vereint auf Norderney
TB 199 Seiten || ISBN-13: 978-1705429143
Verlag: Independently published (4. November 2019)
€ 8,99 - Gelesen 12/2019


Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Den neuen Roman zur Travel & Date Reihe habe ich in der Vorweihnachtszeit gelesen. "Vereint auf Norderney" ist nunmehr der neunte Band hierzu.  Hierin stehen nicht junge Charaktere im Vordergrund, sondern zwei aus der Generation 50+++ ☺
Als Henny erfährt, dass ihre Tochter mit Kind über die Feiertage zu ihrem Mann nach Australien fliegt, ist sie bestürzt. Vor zwei Jahren war Hennys Mann verstorben und nun … Das Angebot mitzufliegen, lehnt sie ab. Also trostlose Weihnachten? Da tritt ihr Nachbar Gregor auf den Plan. Er war schon länger Witwer und lebte mit Sohn und dessen Familie nebenan. Er hatte auch keine Lust mit den Lieben in Urlaub zu fahren. Nach einigen Treffs rückt Gregor mit einer verrückten Idee heraus. Er hatte auf der Plattform Travel & Date ein Jobangebot gelesen, wo ein Leihopa gesucht wurde. Nein, genauer gesagt wurden Leihgroßeltern für zwei Wochen gesucht. Und zwar auf Norderney, wo die Familie ihren Weihnachtsurlaub verbringen wollte. Allerdings stand auch noch etwas anderes an bei der Familie. So hatte Gregor Henny einfach mit angegeben und brauchte ihre Zusage. Nun gut, Trübsal blasen gab es für ihn nicht. Und Erfahrung mit Kindern bzw. Enkelkindern hatten sie ja beide. Also reisen beide gemeinsam für zwei Wochen auf die Insel Norderney.
Die Autorin Rike Stienen hat hier die Geschichte wieder einmal gut geschrieben. Durch den mir bekannten Schreibstil kommt man schnell in die Handlung rein. Als ältere Generation kann man vieles verstehen. Und es ist gut, wenn auch die etwas jüngeren einfach nur mal hinhören. Ratschläge erteilen bzw. annehmen, führt dann und wann entweder zum Ziel oder zu Konflikten. Bei alld er Zeit auf Norderney gelingt es Henny und Gregor zusammen eine Familie vor dem Chaos zu retten. Und dass es ihnen beiden selbst gut tut, sich auch in dem Alter auf etwas Neues einzulassen.
"Vereint auf Norderney" nimmt den Leser mit auf eine unterhaltsame Lesereise. Es ist egal, welche Jahreszeit gerade herrscht, ob Sonne, Wind, Regen, es lässt sich auch außerhalb der Vorweihnachtszeit lesen.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  bei der Autorin
Vielen Dank an  die Autorin  für das Rezensionsexemplar

Das Leben geht manchmal seltsame Wege

Mittwoch, 1. Januar 2020

Alle Tage, die wir leben ~ Dagmar Hansen

Das Leben ist ein Abenteuer

Ausgerechnet vor ihrem 60. Geburtstag verliert Tilda ihren wichtigsten Auftraggeber – ihr Schreibbüro steht vor dem Aus. Und auch ihre Beziehung zu Freund Günter scheitert, da ihm seine Freiheit wichtiger ist als eine Partnerin an seiner Seite. Das hatte Tilda sich anders vorgestellt. Mit Sechzig nochmal ganz auf Anfang? Als sie eine Anzeige liest, in der eine «Frau im besten Alter (84)» eine Privatsekretärin sucht, bewirbt sie sich kurzerhand. Obwohl Arbeitgeberin Ruth fit und lebenslustig ist, will sie nach dem Vorbild des schwedischen «Death Cleaning» ihre Angelegenheiten ordnen. Dabei soll Tilda helfen. Anfangs findet die das ziemlich morbide, doch durch Ruth lernt sie, dass das Leben - egal in welchem Alter - immer für eine Überraschung gut ist.

Dagmar Hansen || Alle Tage, die wir leben
TB 320 S. || ISBN-13: 978-3499276576
Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 1. (19. November 2019)
€ 10,00
Rezensionsexemplar / Gelesen 12/2019

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
"Alle Tage, die wir leben" ist der neue Roman von der Autorin Dagmar Hansen. Ich kenne ja bereits schon einige Bücher von ihr. So hat mich der Klappentext eh angesprochen und ich war gespannt, welche Überraschung mich hier wohl erwarten würde.
Handlungsort ist Berlin. Die Stadt mit seinen vielen Facetten bietet eine wunderbare Kulisse für diese interessante und unterhaltsame Geschichte
Hier lebt Tilda, die kurz vor ihrem 60. Geburtstag steht. Da erfährt sie von ihrem Freund Günter, dass dieser ohne sich mit ihr abzusprechen, für einige Zeit nach Kanada gehen wird. Es sei doch nicht so mit ihnen, wie er dachte. Und wieder eine Seifenblase zerplatzt, so Tilda. Doch das Leben musste weitergehen, denn mehr recht als schlecht hält sie sich mit ihrem Schreibbüro über Wasser. Große Sprünge kann sie sich nicht erlauben. Da erfährt sie zu allem Pech noch dazu, dass ihr Stammkunde sich aus seinem Berufsleben zurückziehen wird. Und somit es keine Aufträge mehr gibt. Er wollte nach seiner Krankheit leben und wäre ja auch in dem Alter, wo man es noch genießen könnte. Und sie, Tilda? Was war mit ihr? War das der Anfang vom Ende? So war es nur gut, dass der monatliche Treff am kommenden Freitag mit ihren Freundinnen Anke und Dani anstand. Es hatte sich zu einem Ritual entwickelt, dass sie zusammen ein Drei-Gänge-Menü kochten und sich einen tollen Abend machten. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass zwischendurch immer wieder mal ein Rezept in die Handlung mit einfließt.
Zitat S. 41
"Es heißt, die besten Dinge im Leben kosten nichts. ... Frische Luft, Natur, Liebe, echte Freundschaft und Gesundheit und andere Kostbarkeiten kann man nicht kaufen. ..."
Die beiden Frauen geben Tilda gute Tipps. Doch letztendlich wird sie auf einem Kleinanzeigenmarkt fündig. Da suchte eine ältere Dame, 84 Jahre, eine Privatsekretärin. Und noch am gleichen Tag lernt sie Ruth kennen und ihr Vorhaben. Das Döstädning wie es in Schweden genannt wird, Dinge des Lebens ordnen, sich von Dingen trennen.
Zitat S. 184
"Bücher im Regal sind wie Freunde, die darauf warten, dass man immer wieder offen ist für das, was sie zu sagen haben. Ich finde, meine Bücher haben ein neues Publikum verdient. Das ist spannender für sie, als bei mir weiter vor sich hin zu stauben."
Das Buch hat ein ganz eigenes Tempo, mit dem es einen richtig in die Geschichte hineinzieht. In den folgenden Kapiteln geht es auf eine sehr interessante Reise, nicht nur durch das Leben von Ruth, sondern auch von Tilda. Obwohl diese schon nach kurzer Ehe Witwe wurde, ist es ihr wichtig mit Kai zu sprechen. Seine kölsche Art, sein Humr, sie vermisste ihn noch immer und Selbstgespräche darf man ja wohl führen.
Es ist der Autorin erneut gelungen, mich für diese großartige Geschichte zu begeistern. Unterhaltsam und mit sehr viel Gefühl und Herzenswärme nimmt sie ihre Leser mit auf eine Lesereise. Dieses "Death Cleaning", ein Thema, was wahrscheinlich immer wieder vor sich hergeschoben wird.

Die Protagonistinnen sind alle sehr sympathisch und vor allem glaubwürdig. Tilda, um die es eigentlich geht, wird durch Ruth zwar etwas in den Hintergrund gesetzt, allerdings nicht bewusst. Ruth ist eine so eigene Persönlichkeit, dass es eine Freude ist, sie in diesem Roman kennengelernt zu haben. Doch auch sie hat ein Päckchen zu tragen. Um ehrlich zu sein, habe ich mehrfach beim Lesen das Gefühl gehabt, dass es diese Personen wirklich gibt.
So hat mich die Geschichte um Tilda und Ruth von Beginn bis zum Ende für sich gewonnen.
Es ist ein wunderbares Buch, dass einen das Älterwerden gar nicht so schlimm erscheinen lässt ☺
Es ist ein Buch für Jung und Alt.
Es ist nicht nur ein Buch über das Leben, sondern auch der Anstoß dazu, den Mut zu haben, Entscheidungen zu treffen, bereit zu sein für Veränderungen.
Es lässt einen innehalten, nachdenken und mitfühlen.
Das Buch gab mir jede Menge Denkanstöße u. a. auch weiterzumachen mit meinem/unseren persönlichen "Death Cleaning", welches wir vor ca. zwei Jahren begonnen haben. Bringt euer Leben neu in Schwung, denn ganz ehrlich, am allerwenigsten rechnet man eigentlich mit dem Schluss.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag  Rowohlt
Ein Dankeschön an den Verlag und die Autorin Dagmar Hansen für das Rezensionsexemplar

So muss ein Buch sein!

Samstag, 28. Dezember 2019

Der kleine Strickladen in den Highlands ~ Susanne Oswald

Schottland im Herbst,
ein altes Fotoalbum,
Familiengeheimnisse und
die große Liebe

Eisige Winde fegen über den Loch Lomond, und die Hügel der Highlands glühen in den Farben des Herbstes. Erst seit Kurzem weiß Maighread, dass in dieser zauberhaften Landschaft ihre Wurzeln liegen, denn hier lebt ihre Großmutter. Eigentlich würde sich Maighread seit der Trennung von ihrem Freund am liebsten mit ihrem Strickzeug vor dem Kamin in einen Sessel kuscheln und die Welt vergessen. Doch vielleicht ist ein Ausflug in die Vergangenheit ihrer Familie genau die Ablenkung, die sie jetzt braucht.
Das Buch enthält 3 Original-Strickanleitungen mit Wolle von den West Yorkshire Spinners!


Susanne Oswald || Der kleine Strickladen in den Highlands
TB 304 S.  || MIRA TB  Auflage: 1 (8. November 2019)
ISBN-13: 978-3745700442
€ 10,00  ||  Gelesen 12/2019

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Der neue Roman von der Autorin Susanne Oswald spielt in den Highlands. In dem Ort Kilmarnock lebt die Mutter von Maighread. Hierhin war diese geflüchtet, nachdem sie in Edinburgh ihr "altes" Leben hinter sich lassen musste. Vom Freund abserviert, ohne Job und Wohnung. Denn Dylan hatte sie gebeten, schnellstmöglich aus seiner auszuziehen. Nun war sie hier, mit iher Hündin Molly.
Mutter und Tochter waren nun dabei, endlich mal den Dachboden zu entrümpeln. Dabei findet sich ein Album mit Bildern eines Ehepaares, die Maighread zwar nicht persönlich kannte, aber ihr doch irgendwie vertraut vorkamen. Auf Nachfrage ist es wie ein Schranke, die bei der Mutter geschlossen wurde.
Der zweite Protagonist ist Joshua. Er lebt ebenfalls in den Highlands. In diese Gegend nunmehr war Meaghread unterwegs, nachdem sie von ihrer Mutter einen Teil der Geschichte erfahren hatte. Dass die Großeltern noch lebten, aber die Mutter hatte sich mit ihnen überworfen. Wut und Enttäuschung hatte sie mit auf die Reise zu dem Ort gemacht, an dem die Großeltern wohnen sollten.
In wechselnden Kapiteln der beiden Protagonisten wird die Geschichte erzählt. War es Fügung, dass Joshua Maighread inmitten des Unwetters "rettet"? Trotz aller Hindernisse entschließt diese sich hierzubleiben. Und da ist ja noch ihre Leidenschaft, ihr Hobby, das Stricken. Wo würde es besser hinpassen als hier? So ist es nicht verwunderlich, dass der Leser Informationen über Wolle und ihrer Herkunft erfährt. Denn nicht jede Schafrasse gleicht der anderen. Das Stricken hilft ihr mit der ersten Ablehnung der Großmutter fertig zu werden. Leider war der Großvater schon verstorben.
Doch sie gibt nicht auf, denn eine Versöhnung aller ist ihr Weg. Es bleibt nicht aus, dass sie dort in den Highlands neue Freunde findet und einen neuen Job. Die Charaktere sind gut aufgestellt. Aber auch die Nebencharaktere, davon bleiben einige schon in Erinnerung. Auch die Umgebung, man fühlt sich dort gleich irgendwie angekommen.
Für mich sind Romane, bei denen es um Familiengeheimnisse geht, ja schon immer etwas, was ich lesen muss!
Der Roman hat eine besondere Wohlfühlatmosphäre. Und ja auch die Romantik hat einen gewissen Platz.
Ganz zum Schluss finden sich noch drei Strickanleitungen, sei es für einen Schal oder Stulpen. Die Anleitungen sind gut beschrieben, für den Strickfan top nachzuarbeiten. Meine Strickphase habe ich leider vor langer Zeit aufgegeben. Die Finger machen es nicht mehr so mit.
Fakt ist, dass ich mich sehr wohlgefühlt habe beim Lesen des Romans "Der kleine Strickladen in den Highlands".  Wer einfach mal abschalten will und sich gedanklich in diese Gegend Schottlands versetzt, ist hier bestens bedient. Irgendwie liegt ein besonderer Zauber über diese Landschaft. Ich kann daher den Roman nur empfehlen
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  4,5 Lesegenuss-Bücher


Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag  Mira TB / HarperCollins
Vielen Dank an  den Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein absoluter Wohlfühlroman

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Sehnsucht nach St. Kilda ~ Isabel Morland (Rezension)

Heimat am Ende der Welt:
Eine große Liebe und die bewegende Geschichte der Hebriden-Insel St. Kilda

St. Kilda, 1930. Nach einem harten Winter stehen die letzten Bewohner der einsamsten und abgelegensten Insel Großbritanniens vor einer dramatischen Entscheidung. Unter ihnen befindet sich auch die kleine Annie, die nicht ahnt, dass die Welt, wie sie sie kennt, bald für immer verschwinden wird.
Viele Jahrzehnte später betritt Annies Enkelin Rachel das erste Mal die Insel, die einst die Heimat ihrer Großmutter war. Eigentlich hatte sie ihren schottischen Wurzeln für immer abgeschworen, doch ihre Situation als alleinerziehende Mutter zwingt sie dazu, sich neu zu orientieren, ein Schritt, der ihr Leben verändern wird.

Isabel Morland || Sehnsucht nach St. Kilda
Knaur TB, 400 S.
ISBN-13: 978-3426524220
€ 9,99 || Buchkauf || Gelesen 12/2019

Buchanfang:
An dem Tag, an dem die Welt der kleinen Annie McViccar zerbrach, schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel.

Mein Leseeindruck:
"Sehnsucht nach St. Kilda" ist nicht nur eine Geschichte über eine Liebe, die Jahrzehnte überdauert, sondern auch die der Bewohner Hirta von St. Kilda, einer abgeschiedenen Insel vor Schottland, die im August 1930 evakuiert wurden. Die wenigen Bewohner konnten sich nicht mehr genügend allein versorgen und die Not war groß. Nach gut fünftausend Jahren ging eine Ära zu Ende. Das dieser Ort heute noch erhalten wird, verdankt die Welt dem National Trust for Scotland.
Die Handlung rund um die Personen des Romans sind fiktiv, nicht aber die Evakuierung von St. Kilda.
Acht Jahre ist Annie im Jahr 1930, als sie mit ihrer Familie und den anderen Bewohnern Abschied nehmen muss von ihrer Heimat. Mit dem zehnjährigen Finley verbindet sie eine enge Freundschaft. Zum Zeichen dieser und dass sie wiederkehren, wenn es ihnen nicht auf dem Festland gefällt, lassen sie einen Schatz, eine Dose mit einem geschnitzten Holzvogel, gut versteckt auf St. Kilda.
London im Jahr 2005. Hier lebt die alleinerziehende Rachel mit ihrem siebenjährigen Sohn Sam. Sie hat drei Jobs, um das Leben bestreiten zu können. Vor sechs Jahren war ihr Mann Josh ganz plötzlich verstorben. Ihr Leben war nicht leicht und dann verliert sie auch noch ihren Hauptjob. Letztendlich nimmt sie ihren Mut zusammen und schreibt an ihre Großmutter Annie. Es war nicht das was sie wollte, aber sie zieht mit Sam zu ihr. Der Junge lebt sich schnell ein, Rachel hilft Annie so gut es geht im Tearoom, immer stets auf der Suche nach einem Job. Das erhält sie ziemlich schnell. Sie kann für einige Wochen als Köchin auf St. Kilda arbeiten. Dort findet jährlich ein Workshop für defn NTS statt. Dieses dient zum Erhalt. Allerdings heißt es für Rachel auch, die Zeit ohne Sam, der bei seiner Granny bleibt. Die Geschichte wechselt in Gegenwart und Vergangenheit. Dies geschieht in wunderbarer Harmonie.
St. Kilda und seine Geschichte. Es ist fantastisch, wie hier die Autorin den Leser einen Ort nahe bringt. Man spürt förmlich die Aura der Insel, des Ortes, die Lebendigkeit aber auch die tragischen Momente. Und diese Insel bringt den Menschen zum Nachdenken, über sich und sein Leben.
Die beiden Protagonistinnen, Annie und Rachel, besser kann man sie nicht darstellen ♥ Berührend wie sehr Rachel bemüht ist, den versteckten "Schatz" ihrer Großmutter zu finden. Berührend, wie viele Jahrzehnte vergehen müssen, bis sich zwei wiederfinden. Auch wenn das Glück nur von kurzer Dauer währt.
"Sehnsucht nach St. Kilda" ist für mich der berührendste Teil der Hebriden-Romane von Isabel Morland.
"Sehnsucht nach St. Kilda", der kurze Infotext zeigt nicht auf, was für ein Juwel sich hier verbirgt. Ein vielschichtiges Buch, getragen durch die Rückblenden, aber vor allem durch den Sprachschatz, die gewählten Worte der Autorin. Es ist ein Buch, das einen nicht los lässt. Von daher verzichte ich auf mehr Einzelheiten zum Inhalt.
Meine absolute Leseempfehlung
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag  Knaur TB

Top Leseempfehlung - berührend, fesselnd, gefühlvoll ...

Dienstag, 3. Dezember 2019

Das Erbe ~ Ellen Sandberg

Dinge, die uns nicht gehören.
Vergangenheit, der wir nicht entkommen.


Spätsommer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Großtante Klara hat ihr ein großes Haus in München-Schwabing vermacht, denn sie war sich sicher: »Mona wird das Richtige tun.« Was damit gemeint ist, versteht Mona nicht. Doch kaum hat sie Klaras Erbe angetreten, kommt sie einer Intrige auf die Spur, die sich um die Vergangenheit des Hauses rankt – und um ihre Familie.
München 1938. Die junge Klara belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrem Vermieter, dem jüdischen Unternehmer Jakob Roth. Es geht um die bevorstehende Auswanderung der Roths – und ein geheimes Abkommen …


Ellen Sandberg | "Das Erbe || Brosch., 512 S.
Penguin Verlag (28. Oktober 2019)
ISBN-13: 978-3328104025 || € 15,00
Gelesen November 2019

Die Vergangenheit stirbt nie.
Und sie wird auch niemand vergangen sein.

William Faulkner

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck
Berlin im September 2018. Der Tag, an dem ein Brief das Leben von Mona verändern wird. Vor zwei Jahren war sie von München in die Hauptstadt gezogen. Über zehn Jahre hatte sie mit ihrem Freund Bernd eine Fernbeziehung geführt. Nun arbeitete sie in seinem Architekturbüro. Der Brief war vom Nachlassgericht München. Tante Klara, wie Mona sie nur gekannt hatte, eine entfernte Verwandte ihrer Mutter, war mit vierundneunzig Jahren verstorben. Mona musste nach München. Das Schwanenhaus, wie der Steuerberater der Tante erklärte, und diese dort ein Leben lang gewohnt hatte. Heutzutage war es ein Vermögen wert und sie, Mona, war Alleinerbin. Sie war reich, es war mehr als nur ein Lottogewinn.
Die zweite Persönlichkeit ist Klara und ihre Geschichte beginnt im Sommer 1938. Ihre Familie wohnte zur Miete bei dem jüdischen Unternehmer Roth. Ihm gehörte das Schwanenhaus. Dort wird Klara Zeuge eines Gesprächs zwischen den beiden Herren. Nichts darf nach außen, denn die Familie Roth will auswandern. Wer die dunkle Seite der damaligen Zeit kennt, weiß wie schwierig die Umstände waren. Nicht nur dass, es ging auch darum, dass das damalige Regime die jüdischen Mitbürger enteigneten.
Der vorliegende Roman spielt in der Gegenwart und Vergangenheit. Somit ist es wieder ein Buch #gegendasVergessen
Dann ist da noch Sabine, die in Hamburg lebt und gerade den Umzug der Oma in ein Pflegeheim organisiert. Dabei findet sie beim Räumen ein Heft, woraufhin ihre Oma total aufgelöst immer davon spricht, dass sie das mit ins Grab legen solle. Es dürfe niemand lesen.
Die Idee für den Roman über die damalige Zeit nicht neu, und dennoch findet sich hier eine Geschichte wieder, die mich wirklich interessierte. Durch die Gestaltung der Kapitel, dem Erzählen der einzelnen Frauen kann man schon eine Lesepause machen. Doch einmal eingetaucht in den Roman von Ellen Sandberg ist es nicht leicht zu unterbrechen.
Dass damals etwas mit dem Verkauf/Kauf des Hauses nicht mit rechten Dingen zuging, war wohl kein Einzelfall. Mit dem was Mona erfährt, wird sie wankelmütig. Ob es so recht ist? Und dann erfährt sie, dass es da Nachfahren von Jakob Roth gibt.
Im Laufe der Handlung fügen sich die einzelnen Erzählstränge zusammen, jede für sich interessant als auch tragisch. In der Gegenwart sind es Mona und Sabine, zwei so unterschiedliche Frauen, die hier die Autorin geschaffen hat. Jede kennenzulernen, ihre Eigenschaften, ihr Handeln und Tun, war aufschlussreich.
Die Geschichte der Familien und dem Schwanenhaus, sicherlich kein Einzelfall. Was ist Wahrheit und wofür lohnt es sich zu kämpfen? Kann man heute noch Gerechtigkeit herstellen? Es sind ínzwischen Jahrzehnte vergangen seit der damaligen Zeit und nur noch wenige Zeitzeugen können hiervon erzählen. Wenn sie es denn können.
Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Ein Buch, was auch für die jüngere Generation, gerade in der heutigen Zeit, wichtig ist. Meine Leseempfehlung für die Geschichte!
5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag  Penguin Verlag
Danke an das Bloggerportal und dem Penguin Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplares!


Ein Stück Zeitgeschichte - interessant verpackt und berührend

Sonntag, 17. November 2019

Banditen-Papa ~ David Walliams [Kinderbuch-Rezension]


Die rasante Vater-Sohn-Geschichte von Bestsellerautor David Walliams

Papas gibt es in allen Formen und Größen. Es gibt dicke und dünne, große und kleine Papas. Es gibt junge und alte, kluge und dumme Papas. Es gibt alberne und ernste, laute und leise Papas. Und natürlich gibt es gute Papas und miese Papas. Frank allerdings hat einen Bandinten-Papa!


David Walliams - Banditen-Papa
Geb. Ausgabe || 448 S. ||
ISBN-13: 978-3499218446
Vom Hersteller empfohlenes Alter:
Ab 9 Jahren
Tony Ross (Illustrator), Christiane Steen (Übersetzer)
€ 15,00  || Gelesen 11/2019

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck
"Banditen-Papa" ist das neueste Werk von dem Autor David Walliams, wieder mit den Illustrationen von Tony Ross. Wir lieben die Bücher und haben schon etliche gelesen. Dies also ist die Geschichte von einem Papa und seinem Sohn. Papa heißt im richtigen Leben mit Vornamen Gilbert und Frank ist sein Sohn. Zu Beginn des Buches werden die mitwirkenden Personen vorgestelt und natürlich darf auch Raj, der Kioskbesitzer nicht fehlen. Man kennt ihn schon aus vorherigen Bänden. Desweiteren folgt eine Karte der Stadt mit den Handlungsplätzen.
Das erste Kapitel fängt schon richtig spannend an. WROOOAAM! Franks Vater war Rennfahrer, genauer gesagt für Stockcars. Damit verdiente er das nötige Geld. Doch als er einen Unfall hat und ein Bein amputiert werden muss, beginnt ein anderes Leben. Denn nicht nur dass, Monate nach dem Crash verlässt die Mutter die Familie. Und Gilbert war ohne Job, ohne Einkommen. Da gerät er an Mr. Big und mit dem war ausgerechnet jetzt Franks Mutter zusammen. Letztendlich soll Franks Papa für Mr Big Fahrer bei einer krummen Tour werden, wird gefasst und muss ins Gefängnis. Frank muss zu Tante Flip, nicht zur Mutter.
Die Vater-Sohn-Beziehung ist gut aufgestellt. Auch das Verhältnis zu Tante Flip, die eine Beziehung mit der Frau Pastorin unterhält. In manchen erscheint Frank zwar sehr erwachsen, aber das überrascht nicht. Die Story spricht wieder nicht nur den jungen Leser an, auch der Erwachsene wird hier mit einer Generationsgeschichte konfrontiert.
Die Lesefreude ist auf jeden Fall gegeben und bringt unterhaltsame Lesestunden. Es sind nicht nur die Protagonisten gut aufgestellt, auch die Nebencharaktere sind klasse. Der Altersempfehlung für Kinder kann ich mich anschließen, muss aber dazu sagen, dass unser Enkelsohn etwas jünger ist und mit der Geschichte trotzdem klar kam. Erklärung dazu, die schönen Schwarz-Weiß-Illustrationen helfen mit zu erklären.

5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag  Rowohlt
Vielen Dank an  den Verlag für das Rezensionsexemplar

Wieder ein geniales Buch aus der Feder von David Walliams.
Ausgezeichneter Lesespaß für Groß und Klein

Mittwoch, 13. November 2019

Verküsst auf Hiddensee ~ Rike Stienen

Ausgerechnet in der Adventszeit wird Bea wieder Single, und an Weihnachten droht ihr ein einsames Dasein unter dem künstlichen Tannenbaum. Es kommt anders. In einem Buch ihres Vaters entdeckt Bea einen angefangenen Brief an einen Mann, der womöglich ihr unbekannter Halbbruder ist. Entschlossen, dieses Geheimnis zu lüften, beginnt sie, mit den wenigen Anhaltspunkten nach ihm zu suchen. Der Weg führt nach Hiddensee. Wird sie den Sohn ihres Vaters finden und sogar Weihnachten mit ihm feiern? Eine ungewöhnliche Reise in die dubiose Vergangenheit ihres Vaters erwartet sie.



Rike Stienen || Verküsst auf Hiddensee
TB 213 S. || € 8,99 || ISBN-13: 978-1693225758
Gelesen 11/2019


Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck

In der Travel & DateReihe geht die Reise auf die Insel Hiddensee.
Dort betreibt Peter die Pension Heidelinde allein, nachdem ihn seine Frau verlassen hatte und mit dem gemeinsamen Sohn Paul nach Köln gezogen war. Nur der Hund Wuschel war ihm geblieben. Seine finanzielle Situation war nicht gut, denn über den Winter fehlten die Urlauber. Trotzdem freute er sich auf den Besuch von Paul in den Weihnachtsferien. Über die Besitzerin des Inselladens erfährt Peter von der Plattform Travel & Date und bietet seine Pension als Single-Weihnachts-Location an. Und er bekommt Buchungen für die Zeit über die Feiertage, die das Loch in der Kasse etwas stopfen.
Bea betreibt zusammen mit ihrer Freundin Ingrid ein Reisebüro. Die Konkurrenz ist groß, da doch immer mehr auf Online-Angebote zurückgreifen. Und ausgerechnet jetzt vor Weihnachten hatte Beas Freund Torsten ihr mitgeteilt, er habe sich in eine andere verliebt. Ihre Eltern waren vor gut einem halben Jahr nach Thailand gereist und waren noch immer dort. Sie dachten sogar daran, für immer dort zu wohnen. Bea möge ihnen doch Weihnachtssachen schicken. Dabei findet sie zwischen den Büchern ihres Vaters einen Brief von ihm, gerichtet an seinen Sohn. Von der Existenz eines Halbbruders wußte Bea nichts. Lebte er auf Hiddensee, dort wo ihr Vater als Kirchenrestaurator gearbeitet hatte? Sie nutzt das Single-Angebot und wird also Weihnachten nicht allein verbringen, sondern auf Hiddensee mit der Hoffnung um Aufklärung.
Mich reizte dieser Roman u. a. weil er auf Hiddensee spielt und ich dort schon einmal war. Die Insel ist einfach fantastisch. Und weil ich auch fast alle Bücher von Rike Stienen schon gelesen habe. Ich war neugierig. Man kann bei der Autorin davon ausgehen, dass ihre Romane besondere Charaktere haben und ebenso nachvollziehbare Handlungen.
Eine kleine Gruppe, die sich dort bei Peter eingefunden hat. Hinzu kommt noch Tom, der auf Hiddensee lebt und die Wettervorhersage produziert.
Die Geschichte zwischen den einzelnen Protagonisten ist gut erzählt. Ob die Suche nach Beas Halbbruder erfolgreich ist, solltet ihr selbst lesen. Was nicht ganz so gelungen erhüber kommt ist das Besondere der Insel Hiddensee. Aber das ist eine persönliche Einstellung. Die Story baut sich gut auf und lebt durch ihre Protagonisten. So manches sorgt für Abwechslung und Spannung und zum Ende hin für eine Überraschung.

Für mich die perfekte Lektüre zum Abschalten nach einem stressige Tag oder einfach nur so. Mir hat das Buch gut gefallen und so gebe ich gern meine Leseempfehlung.
5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Autorin Rike Stienen
Vielen Dank für das Leseexemplar, was aber keinen Einfluss auf meine freie Meinung hat.

Willkommen auf Hiddensee

Mittwoch, 9. Oktober 2019

"Die Charité - Aufbruch und Entscheidung ~ Ulrike Schweikert

Zeiten des Wandels,
Zeiten der Entscheidung


Die Geschichte der Charité geht weiter. Nach dem Bestseller "Hoffnung und Schicksal" erzählt Ulrike Schweikert ein weiteres spannendes Kapitel aus der Welt des berühmten Krankenhauses. Im Berlin der ausgehenden Kaiserzeit kämpfen zwei Frauen um ihr Glück und für die Rechte von Frauen. Rahel Hirsch ist eine der ersten Ärztinnen, die an der Charité praktizieren. Doch als Frau unter lauter männlichen Kollegen hat sie es nicht leicht. Von Gleichberechtigung ist man selbst in der sonst so fortschrittlichen Hauptstadt noch weit entfernt. Das erlebt auch die junge Arbeiterin Barbara täglich. Sie schuftet in der Wäscherei der Charité und muss immer wieder erfahren, was es bedeutet, wenn Männer Frauen als Besitz betrachten.
Ungleicher könnten die beiden Frauen nicht sein, und doch werden sie zu Freundinnen. Während Rahel sich gegen Widerstände in der Charité durchsetzen muss und sich in den jungen Fliegerpionier Michael verliebt, schließt sich Barbara der Frauenbewegung an, kämpft für dieRechte der Arbeiterinnen und das Frauenwahlrecht. Doch dann bricht der 1. Weltkrieg aus und verändert nicht nur die Leben von Barbara und Rahel für immer ...

Ulrike Schweikert || Die Charité - Aufbruch und Entscheidung
Broschiert: 544 S. || ISBN-13: 978-3499274534
Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 2. (17. September 2019)
€ 14,99
Gelesen 09/2019

Die Geschichte beginnt mit dem Prolog im Jahr 1893. Der Blick richtet sich auf den maroden Zustand der königlichen Charité, Ausbildungsstätte preußischer Militärärzte.
___
Es ist das Jahr 1903 und Dr. Rahel Hirsch ist auf dem Weg nach Berlin. Dort wird sie als erste Ärztin ihre Anstellung in der Charité antreten. Endlich am Ziel ihres langgehegten Wunsches, dank der Unterstützung ihrer Familie. Professor Kraus, Direktor der Med. Klinik der Charité für Innere Medizin, hatte es durchgesetzt, dass sie als Volontärärztin beim ihm arbeiten und forschen durfte. Rahel geht mit Leib und Seele in ihrem Beruf auf. Sie stammt aus einer jüdischen angesehenen Familie. Aber es ist nicht nur der Glaube, auch die Ablehnung ihrer männlichen Kollegen machen ihr den Weg nicht leicht.
Eine erste negative Begegnung macht Rahel schon auf der Zugfahrt durch die Aussage eines Offiziers.
Zitat S. 17
"Wo ist dein Weib?", fragte der Herr Abraham, und der antwortete: "Sarah ist in der Hütte, Herr! Das ist ihre Bestimmung."
Doch Rahel kontert mit dem Spruch, dass man ja nicht mehr in Abrahams Zeiten lebe. Nur gut, dass sie zu den modernen Frauen gehörte. Und viele andere strebten ebenso danach.
Die weitere Protagonistin ist Barbara Schubert. Diese lebt bei der Tante und dessen Sohn Franz in Berlin. Es war Fügung, dass Barbara einen Job in der Wäscherei der Charité erhielt. Es sind wieder diese ärmlichen Verhältnisse, die einem ganz deutlich vor Augen geführt werden. Das arbeitende Volk musste schuften, um überhaupt existieren zu können. Tag und Nacht.
Dort in der Wäscherei wird Barbara mit der Frauenbewegung bekannt gemacht. Als dann ihre Tante vergewaltigt wird, ist für Barbara der Zeitpunkt gekommen, nicht mehr alles so hinzunehmen. Dann lernt sie Rahel Hirsch kennen und die beiden freunden sich an.
Der Roman ist in drei Teile - Buch - und das jeweilige handelnde Jahr steht den Kapiteln vor. Hier ist es so, dass man immer gleich weiß, wer die Geschichte erzählt. Viele wissenschaftliche und medizinische Erklärungen sind eingeflochten und ich fand das hochinteressant. Da ich schon von dem ersten Teil sehr angetan war, musste ich natürlich den Folgeband lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Hier ist Geschichte vor historischem Hintergrund spannend verpackt. Es sind nicht nur die beiden sehr sympathischen Protagonisten, zwei starke Frauen, die sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Sie beide stehen mit für den Weg Frauengleichberechtigung. Ein langer mühsamer Weg. Welche Auswirkungen der Erste Weltkrieg hat, wird auch hier wieder sehr deutlich gemacht. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es gibt anhand persönlicher Schicksale ein Stück Geschichte wieder
Ein durchweg überzeugender historischer Roman, der den Leser durch die Erzählweise gut unterhält und starke Frauen sehr gut in Szene setzt. Ich hätte am Ende noch weiterlesen können und hoffe vielleicht auf mehr ♥

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag  Rowohlt Polaris
Vielen Dank an  den Verlag


Hier ist Geschichte vor historischem Hintergrund gut recherchiert und  spannend verpackt.

Sonntag, 6. Oktober 2019

"Die Hüterin der Lieder" ~ Ilka Tampke [Rezension]

Keltische Legenden erwachen zum Leben: Noch nie wurde dieses beliebte Zeitalter so opulent erzählt.

Im Jahr 47 nach Christus besetzt Rom das südöstliche Britannien. Während die Siedlungen der Kelten brennen, hält sich die junge Ailia in den walisischen Bergen versteckt. Sie ist eine Kendra, eine Gereiste, die zwischen den Welten wandern kann. Doch nun muss Ailia zu den Menschen zurückkehren und an der Seite von Kriegsfürst Caradog kämpfen. Denn dieser ist der einzige, der die Römer zurückzuwerfen vermag - doch nur, wenn Ailia ihm ein einzigartiges Geschenk macht: die magischen Lieder ihres Volkes. Denn wenn es Ailia und Caradog gelingt, die Macht der Vergangenheit gegen die Feinde aus der Gegenwart heraufzubeschwören, kann das alte Britannien der Legenden überleben.


Ilka Tampke || Die Hüterin der Lieder
Verlag: Penhaligon Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (26. August 2019)
ISBN-13: 978-3764531461  || Broschiert: 480 Seiten
Originaltitel: Songwoman (The Song of the Kendra 02)
Barbara Ostrop (Übersetzer), Regina Jooß (Übersetzer)
€ 14,00
Gelesen 09/2019

💚💚💚

Das Buch beginnt mit einem kurzen Rückblick in das Vergangene und beginnt nunmehr ein Jahr nach den dramatischen Ereignissen. Es ist nicht nur die Geschichte von Ailia, die hier erzählt wird. Es ist der Blick in die Geschichte der römischen Invasion Britannies des ersten Jahrhunderts nach Christus. Das junge Mädchen Ailia ist eine Kendra, und um was es sich da handelt, wird erzählt. Und nun muss Ailia, nachdem sie ein Jahr versteckt in den Bergen mit ihrem Hund gelebt hat, zurück. Ihre Mission, dem Kriegsfürsten zur Seite zu stehen bei dem Kampf gegen die Römer. Ihre Mission, sie musste mit ihm einen Krieg gewinnen. Und Caradog, der Kriegsfürst, braucht er sie. Er muss dem Gesang der Mütter, den magischen Liedern des Volkes zuhören. Schon sehr bald hinterschaut man den Protagonisten Caradog. Was für wechselhafte Launen er unterliegt, dahinter erkennt man dann auch eine weitere Person, die ihn nicht zum guten beeinflusst. Und dieser stellt die Kendra, Ailia, bloß. Doch diese findet schnell einen Freund, den Sänger am Hof.

Zitat S. 45
... Ich bekam große Augen. Rhains Stimme war stark wie eine Flamme. Er strahlte eine Macht aus, als weise sein Körper keinerlei Entstellungen auf. Wo hatte er diese Anmut erworben?
In der Halle wurde es still.  …  Er sprach in Rätseln, um die Aufmerksamkeit des Publikums in die Tiefe zu lenken.

Beim ersten Treffen singt Rhain ihre, Ailias, Geschichte. Wie hatte er davon erfahren können? Denn sie war nur wenigen bekannt. Doch er verriet sie nicht, ihr Geheimnis.

Die Handlung spielt in Britannien im fünften Jahrzehnt nach Christus. In ihrem Nachwort weist die Autorin auf die geschichtlichen Ereignisse hin. Egal ob Mythen, Sagen, Lieder, Gedichte, es ist magisch. Es gehört ebenso viel Fantasie dazu, den Leser in ein derart opulentes Werk zu entführen. In eine Zeit, für uns so nicht vorstellbar. Doch hier hat man alles bildlich vor Augen.
Diese Geschichte ist faszinierend zu lesen. Ein historischer Roman, der sehr anschaulich dargestellt wird.  Sehr, sehr beeindruckend.
Die Auferstehung eines Zeitalters, was durch die Beschreibungen eine außergewöhnliche Atmosphäre ausströmt. Man kann das Buch nicht aus der Hand legen, bis man es zu Ende gelesen hat. Ich liebe Bücher, bei denen man merkt, dass das Schreiben selbiger dem Autor ein Bedürfnis war. Dies ist gehört mit dazu.
Zum Schluss gibt es noch eine Leseprobe zum ersten Band "Das Lied der Kendra". Es sei aber gesagt, man kann dieses Buch auch allein lesen ohne vorheriges.

"Die Hüterin der Lieder"  überzeugt durch einen glatten, unterhaltsamen Erzählstil. Sehr schwungvoll und flüssig geschrieben,  schafft die Autorin Ilka Tampke es eine hinreißend spannende Geschichte mit gut recherchierten, historischen Fakten zu verweben.
Ich lasse mich gerne von einer Geschichte gefangen nehmen, diesem Buch ist es gelungen.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher


Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag Penhaligon
Vielen Dank an  den Verlag  und das Bloggerportal


Ein unglaublich gutes Buch

Montag, 30. September 2019

[Rezension] Wunderkerzenzauber ~ Sue Moorcroft

Winter, Glitzern und Glück

Georgine liebt die Vorweihnachtszeit. Die Planung für das Weihnachtsspiel in ihrem Dorf lenkt sie von den Sorgen ab, die ihr die Schulden ihres Exfreundes bereiten. Ihr Helfer bei den Proben ist Joe Blackthorn. Auch wenn Joes wechselnde Stimmungen ihr Rätsel aufgeben, spürt sie so ein besonderes Wunderkerzenflackern im Herzen. Doch dann holt auf einmal die Vergangenheit sie ein und alles, was sie sich selbst erarbeitet hat, ist bedroht. Wird es für Georgine zum Fest ein Liebesgeschenk geben?



Sue Moorcroft ||  Wunderkerzenzauber
Fischer TB, 448 S. ||  ISBN-13: 978-3596705214
„A Christmas Gift“ Tatjana Kruse (Übersetzer) || € 9,99
Gelesen 09/2019

***
Titel  und Cover versprachen eine kurzweilige und süße Winter- bzw. Weihnachtsgeschichte. Auch der Klappentext sprach dafür.
Die Geschichte handelt von Georgina France, die an der Akademie für darstellende Künste arbeitet. Das ist ihr Zufluchtsort, denn die Gläubiger ihres Exfreundes wollen all seine Schulden bei ihr eintreiben. Und das weil er sich immer noch nicht mit der Adresse bei ihr abgemeldet hatte. Dabei hat sie genug Geldprobleme, denn sie muss auch für den Aufenthalt ihres kranken Vaters im Heim aufkommen. Immer wieder drückt sich Aidan, der Ex vor seiner Verantwortung. Bei dem Direktor der Schule, Oggie genannt, wird ihr der neue Mitarbeiter Joe vorgestellt. Er wartet derzeit noch auf sein Zertifikat. Dieser erkennt Georgina sofort. Sie waren früher zusammen zur Schule gegangen, in einer anderen Zeit. Da war Georgina das Mädchen aus reichem Haus und er Joe, lebte in ärmlichen Verhältnissen in einem Viertel, das seinen Namen weg hatte.
Es geht auf Weihnachten zu und Georgina ist mit der Organisation der Weihnachtsaufführung beschäftigt. Nunmehr mit dem wortkargen Joe an ihrer Seite. Joe tritt mit einem anderen Namen auf, wird aber bald aufgeklärt. Doch können die beiden ihre Mißverständnisse klären?
Dass es in diesem Buch nicht nur um eine leicht-lockere Lektüre handelt, zeigt sich. Ein relevantes soziales Problem, früher wie heute. Es sind die finanziellen Probleme, die Georgina hat und noch erschwert werden, als ihre Schwester bei ihr einzieht. Diese kann überhaupt nicht mit Geld umgehen. Auch Joe, ihr Schulfreund, hat sein Päckchen zu tragen.
Man kann sagen, dass zwar eine gewisse Anziehung zwischen Georgina und Joe zu spüren ist, aber beide hüten ihre Geheimnisse, so dass es eine lange Zeit braucht, in Lesestimmung zu kommen. Bei all der ganzen Handlung fehlte mir dann aber irgendwie die winter-weihnachtliche Stimmung. Das Buch hat zwar mein Interesse geweckt durch die Hintergrundgeschichten, aber es fehlte etwas. Auch ein Bild zu den Charakteren hat sich leider nicht so richtig aufgebaut.
"Wunderkerzenzauber" konnte seinen Zauber leider nicht voll in mir entfachen. Allerdings sei gesagt, man sollte das Buch selbst lesen und sich einen Eindruck verschaffen.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 3,5  Lesegenuss-Bücher


Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Fischer Verlag
Vielen Dank an  den Verlag

Konnte seinen Wunderkerzenzauber leider nicht zu 100% versprühen.

Sonntag, 22. September 2019

EDEN ~ Jeanne M. Blasberg

Charleston, Champagner und eine mondäne Villa am Meer - der Sommer ist ein Fest!

Seit sie denken kann, hat Becca Fitzpatrick die Sommer in »Eden« verbracht, jener prächtigen Villa, die ihr Vater in den 1920er Jahren in Rhode Island erbauen ließ. Und noch heute lebt Becca – Matriarchin und Herz der weit verzweigten Familie – in dem spektakulären Anwesen am Meer. Doch ihre vermeintlich wohl geordnete Welt gerät ins Wanken, als ihr Mann stirbt und ihr gewaltige Schulden hinterlässt. Und dann erhält sie auch noch einen Anruf, der alte Wunden wieder aufreißt. Denn es gibt einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit – und Becca steht vor der Frage, ob sie die Fehler ihrer Mutter wiederholen oder ein lange gehütetes Geheimnis lüften will ...

Jeanne M. Blasberg || Eden || Broschiert, 448 S.
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (19. August 2019)
ISBN-13: 978-3442205820  || Originaltitel: Eden
Christine Strüh (Übersetzer)  || € 14,00
Gelesen 09/2019

🌻🌻🌻🌻🌻
Mein Leseeindruck:
Long Harbour ist ein kleiner Ort an der amerikanischen Küste Neuenglands. Dort besitzt die Familie Meister eine prächtige Villa, "Eden". Ein Paradies, vor allem im Sommer und nicht zu vergessen die dort stattfindenden Parties. Aber nicht nur Glanz, auch Schatten wohnt dort.
Am Anfang findet sich der Stammbaum der Familie, eine schöne Orientierungshilfe. Es beginnt mit Bunny und Sadie. Sie haben drei Söhne und dann ist da noch Becca. Die Eltern von Bunny, dessen richtiger Name Bernhard ist/war, stammten aus Deutschland.
Der Roman beginnt im Jahr 2000, geht in Zeitabschnitten zurück in die Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. So erfährt der Leser um die Geschichte der handelnden Charaktere in rund acht Jahrzehnten. "Eden" ist eine historische Geschichte. Durch das pendeln zwischen den Jahren baut sich eine gewisse Spannung auf. Ebenso spielen die geschichtlichen Ereignisse wie der Börsencrash als auch der Zweite Weltkrieg mit eine Rolle. Die Geschichten der Charaktere sind gut ausgeführt und faszinieren teils durch ihre Entwicklung.
Das Cover ist ein Blickfang und fällt nicht nur durch die Gestaltung, sondern auch durch die Farbharmonie auf.
Kurz zurück zum Inhalt. Man mag vielleicht gewisse Vorstellungen von dem Leben der damaligen Zeit haben, Fakt ist auch, dass hier die gesellschaftlichen Zwänge sich in den Familien manifestierten. Zum 4. Juli 2000 werden sich die Familien in "Eden" treffen. Für Becca ist es an der Zeit, ein sorgsam gehütetes Geheimnis zu lüften.
Der Aufbau des Romans hat mir gut gefallen. Auch die Rolle der Frau der Zeit war sicher eine andere als heute. Aber es ist nicht immer nur der Mann, der über die Frau bestimmte. Auch die Familien, wenn es um ihr gesellschaftliches Ansehen ging, traf Entscheidungen. Und die waren oft nicht zum Wohl der Frau. Sicher gab es Ausnahmen, aber ansich war es die Regel.
Der Roman vermittelt viele Stimmungen, lebendig, bedrückend und auch etwas dramatisch. Die Story entwickelt sich wirklich gut, der Handlungsaufbau ist so gestaltet, dass man dem gut folgen konnte.
"Eden" von der Autorin Jeanne M. Blasberg, eine unterhaltsame historische Familiensaga mit einem überraschenden Ende. Ich würde gern mehr von der Autorin lesen.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  5  Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Goldmann
Vielen Dank an  den Verlag und Bloggerportal  für das Rezensionsexemplar

Eindrucksvolle Familiensaga, die den Leser fasziniert

Freitag, 20. September 2019

Katie Wildheart - Zaubern ohne Furcht und Tadel ~ Stephanie Burgis

Magie liegt in der Luft
Katie Wildheart ist ein ganz normales Mädchen - bis auf die geheimen Zauberkräfte, die sie von ihrer Mutter geerbt hat. Endlich soll Katie zu einer Hüterin ausgebildet werden, die die Menschen vor böser Magie bewahrt. Doch Lord Ravenscroft, der mächtigste Zauberer in England, will das um jeden Preis verhindern. Katie ahnt, dass der Lord Böses im Schild führt. Als sie sich gegen ihn stellt, gerät sie in große Gefahr …

Stephanie Burgis || Katie Wildheart
Zaubern ohne Furcht und Tadel (Bd. 2)
Geb. Ausgabe, 400 S.
Verlag: FISCHER KJB;
Auflage: 1. (28. August 2019)
ISBN-13: 978-3737341684
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
Sigrid Ruschmeier (Übersetzer) ||  € 15,00
Gelesen 98/2019

*****
Der Tag der Hochzeit von Katies ältester Schwester Elissa war angebrochen. Gerade als die Trauung beginnen sollte, platzt Frederick Carlyles Mutter in die Kirche. Er lebte seit geraumer Zeit hier und war in Angeline, der anderen Schwester verliebt. Beide hatten Gefühle füreinander. In dem Glauben ihr Sohn würde heiraten, war die Mutter angereist, um die Hochzeit zu verhindern. Angeline sei eine Hexe, so ihre Aussage. Zur Vorkenntnis, die Mutter der Geschwister war eine Hüterin, aber es kam zu einem Zwischenfall. Und es ist bekannt, dass sie die Gabe der Hüterin weitervererbt hatte.
Nach dem großartig gelungenen Auftakt dieser schönen Kinderbuch-Reihe um Katie Wildheart erlebt der Leser erneut ein fantastisches Abenteuer.
Die Familie reist überstürzt ab in den Badeort Bath. Außer Elisse, die auf Hochzeitsreise geht. Doch vorher nutzt Katie noch einmal die Kraft des Spiegels ihrer Mutter. Sie ist mehr als wütend auf die Intrige von Lady Fotherington, ebenfalls eine Hüterin. Die aber verhindern will, dass Katie ausgebildet wird.
In Bath kommen sie bei den Verwandten Wingate unter. Die haben zwei Töchter. Und mit Lucy freundet sich Katie an. Diese wird in das bevorstehende Abenteuer eine wahnsinnig abenteuerliche Rolle spielen. Eine weitere Sache ist, dass Angeline von Frederick getrennt wird und ihn auch nicht heiraten soll. Ihre Stiefmutter ist also auf Suche nach einem passenden Kandidaten. Nicht gut, denn Angeline hat einen Plan. Den zu verhindern, gilt für Katie. Nur was sie nicht bedacht hat, dass sie nicht mehr zaubern soll. Und dann ist da noch Lord Ravenscrot, der entschieden hat, dass Katie keine Hüterin werden darf. Zur gleichen Zeit wie die Familie ist auch der Lord in Bath. Was hat das zu bedeuten?
Diese Geschichte hat mich wieder von Beginn an in ihren Bann gezogen. So viele Begebenheiten wie auch der historische Hintergrund zur Quelle in Bath haben mich auf seine eigene Art und Weise verzaubert. So habe ich mich auf dieses magische, zauberhafte Abenteuer eingelassen. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Auch das Cover ist wiederum liebevoll und detaillreich gestaltet. Es hat Wiedererkennungswert.
Stephanie Burgis ist mit dem zweiten Band der Katie Wildheart-Reihe erneut ein wundersames, zauberhaftes und magisches Buch gelungen. Es ist ein actionreiches Abenteuer, so viel kann ich euch schon versprechen. Die Handlung entwickelt sich überraschend schnell und glänzt bis zum Ende mit einer enormen Vielfalt an Fantasie und Spannung.
Die gezeichneten Charaktere sind sehr gut zu beobachten. Im gewissen Sinn spürt man immer den Zauber, den das Buch inne hat.
Nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für jung gebliebene Erwachsene.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Zitat S. 15
"Mama war freilich nicht nur ein e Hexe, sondern insgeheim noch etwas viel Selteneres gewesen, etwas, von dem die meisten Menschen nie gehört haben: eine Hüterin, die von Natur aus die Macht, aber auch die Verantwortung besitzt, die Gesellschaft vor bösen Zauberern zu beschützen. Und diese Macht erbt nur ein einziges Kind einer Hüterin oder eines Hüters."


Vielen Dank an den Verlag für das  Rezensionsexemplars.
Rechte: Cover / Info / Zitat - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag


So richtig schön schaurig, spannend und zauberhaft.

Mittwoch, 18. September 2019

Das Mädchen mit dem Herz aus Gold ~ Kelly Barnhill

Die allerwichtigste Eigenschaft von Märchenprinzessinnen ist es, schön zu sein (was für ein Unsinn!). In dieser Geschichte jedoch ist alles anders. Prinzessin Violet ist vieles: großherzig, mutig und gerecht. Nur schön ist sie nicht. Böse Zungen streuen Zweifel: Kann ein solches Mädchen die rechtmäßige Prinzessin sein? Eines Tages entdeckt Violet im Schloss eine geheime Kammer. Seit ewigen Zeiten schlummert hier ein verbotenes Buch. Wer es liest, weckt ein böses Wesen auf: den Nybbas. Violet kann der Magie des Buches nicht widerstehen und befreit den Nybbas aus seinem Gefängnis. Er bietet der Prinzessin einen Handel an: ewige Schönheit gegen einen klitzekleinen Gefallen. Als ob so etwas jemals gut gegangen wäre …
Ein spannendes Abenteuer über die Macht von Geschichten, die Sehnsucht nach einfachen Antworten – und die heilsame Botschaft, dass am Ende trotzdem das Gute triumphiert.

Kelly Barnhill || Das Mädchen mit dem Herz aus Gold
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1. (28. August 2019)
ISBN-13: 978-3737356800 || Geb. Ausgabe, 384 S.
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren  || € 16,00
Gelesen 09/2019

Buchanfang:
Das Ende meiner Welt beginnt mit einer Geschichte. Und es beginnt auch mit einer Geburt.

Mit ihrem Buch ""Das Mädchen mit dem Herz aus Gold" entführt uns die Autorin Kelly Barnhill in ein besonderes Fantasieabenteuer. Durch ihre eindeutige Sprache entstehen klare Bilder vor den Augen des Lesers.  So schafft sie es nicht nur die Personen, sondern auch den Weltentwurf zum Leben zu erwecken. Die Geschichte wird sehr lebendig und intensiv erzählt. Und zwar überwiegend von Cassian, dem Geschichtenerzähler auf dem Schloss. Der Roman spielt im Königreich Andulanien. Endlich ist der ersehnte Nachwuchs da, Prinzessin Violet. Gleich zu Beginn wird offengelegt, dass sie kein hübsches Kind ist, wie man es ansich von einer Prinzessin im Märchen erwartet. Doch wie wichtig ist Schönheit, wenn die wahren Werte im Inneren bestehen. Diese märchenhafte, fantastische Geschichte enthält viele Botschaften. Violet lernt Demetrius kennen, Sohn des Stallmeisters. Fortan ist sie nicht mehr allein. So erkunden sie das Schloss, denn dieses birgt so manche Überraschungen. Irgendwie ändert es sich immer wieder in seiner inneren Erscheinung. Und dabei stoßen die beiden auf etwas Verbotenes. Einen Raum, in dem es ein Gemälde gibt, auf dem es nur so von Drachen wimmelt. Seltsames geschieht. Was war mit all den Drachen geschehen. Als sich ihr Vater auf eine monatelange Reise begibt, tritt er auf den letzten lebenden Drachen. Derweil geschieht daheim Unheimliches.
In dem Buch geht es nicht nur um die Hauptprotagonisten, sondern um eine alte Welt und um Drachen. Drachen sind so faszinierende Geschöpfe, und seit langem lese ich sehr gern Fantasiegeschichten über diese Wesen. So entstand auch der Wunsch, als ich das Cover von dem Buch sah und mich mit dem Infotext vertraut machte, dass ich es gern lesen würde.
Drachen – Urtiere – Fabelwesen, wer sich einmal in sie verliebt, kommt (selten) davon los.
Prinzessin Violet ist war noch eine junge Charaktere, aber sie ist sehr sympathisch. Man muss sie einfach gern haben. Ebenso Demetrius.
Die Geschichte ist altersgerecht geschrieben. Was es bedeutet, "... ein Herz aus Gold zu haben und nicht die äußere Schönheit, die blenden kann, zu sein, hat die Autorin sehr klar definiert. Auch das wirklich besondere Cover ist sehr gelungen, wirkt mystisch und hier hat man als Leser seinen ersten besonderen Moment.
Die Geschichte ist am Ende abgeschlossen. So ist das Buch "Das Mädchen mit dem Herz aus Gold ein weiteres Kinderbuch-Highlight in diesem Jahr. Eine wunderbare, altersgerecht geschriebene Geschichte, in der es nicht nur um den Wert der Liebe, der Freundschaft geht, sondern auch um das was die einzelne Person ausmacht, die wir lieben und die uns liebt. Sollte man der Meinung sein, die Handlung schnell durchschaut zu haben, ein gerader Weg hat oft Abzweigungen, ein manches Mal leiten sie in die Irre.
Ich kann dieses wunderbare Buch nur weiterempfehlen. Es ist dem angegebenen Lesealter entsprechend, aber auch alle jung gebliebenen Erwachsenen werden ihre Freude daran haben.
Das Ende ist immer ein neuer Anfang.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher

Wow! Ich bin so begeistert von der Geschichte.

Rechte: Cover / Info / Zitat - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung   Fischer Sauerländer Verlag
Vielen Dank an  den Verlag   für das Rezensionsexemplar

Phantasievoll, liebenswert, spannend – ein Buchabenteuer für Jung und Alt

Sonntag, 15. September 2019

Annas kleiner Teeladen ~ Fay Keenan

Zwei Schicksale,
zwei gebrochene Herzen
und eine neue Chance für die Liebe


Nach dem tragischen Tod ihres Mannes möchte Anna endlich einen Neuanfang wagen. Sie zieht in ein malerisches Cottage in Little Somerby und übernimmt den kleinen Teeladen ihrer Patentante. Als sie schließlich Matthew, den Besitzer der örtlichen Cider-Farm, kennenlernt, kann sie langsam wieder glücklich sein.
Doch auch Matthew musste im Leben einige Enttäuschungen verkraften - sein einziger Lichtblick ist Anna, die er nicht nur wegen ihrer köstlichen Cupcakes anziehend findet. Bald gehören urige Dorffeste und Cider-Verkostungen unter den Sternen zu Annas und Matthews neuem Leben. Doch dann geschieht eine Tragödie, und das neu gewonnene Glück gerät in Gefahr …


Fay Keenan || Annas kleiner Teeladen
(Die Little-Somerby-Serie, Band 1) ||  TB  368 S.
Verlag: Knaur TB; Auflage: 1. (2. September 2019) 
ISBN-13: 978-3426523421  ||  € 9,99
Gelesen 09/2019

England, Liebe und der Duft nach Tee: Dieser atmosphärische Liebesroman ist der Auftakt zu der dreibändigen Little-Somerby-Serie von der britischen Autorin Fay Keenan, der mit einer großen Portion Romantik in der Gegend Sommersets spielt.

*****
In dem kleinen Dorf Little Somerby beginnt die sechsunddreißigjährige Anna Hemingway mit ihrer dreijährigen Tochter einen Neuanfang. Dieses kleine Dorf in Somerset war der Ort ihrer Kindheit gewesen, hier war sie aufgewachsen. Nun kehrte sie zurück, sie musste in die Zukunft schauen. Denn es war seit gut einem Jahr nichts mehr so wie vorher. Durch einen tragischen Unfall hatte sie ihren Mann verloren und Ellie ihren Vater. Da kam das Angebot ihrer Patentante ganz gut, für ein Jahr den Teeladen von ihr zu übernehmen. Diese wollte aufgrund gesundheitlicher Gründe für diese Zeit in den sonnigen Süden. Es ist Dezember, als Anna ankommt. Leider hatte es Verzögerungen mit dem Umzugswagen gegeben. "Pippin Cottage", das Haus welches sie gekauft hatte, war kalt denn der Rayburn ging nicht. Den ersten Besuch erhält sie auch schon gleich nach ihrer Ankunft. Die junge Meredith mit dem Border Collie Sefton schaut vorbei. Nur gut, dass Annas Freundin Charlotte gleich um die Ecke wohnt und sie dort erst einmal auftanken kann. Desweiteren gibt es dann gleich die erste unangenehme Begegnung mit einem Mann, Matthew, von seinem Vater hatte Anna das Cottage gekauft. Irgendwie wurde Anna das Gefühl nicht los, dass sie sich aus der Vergangenheit her kannten
Für Anna sollte es ein Neuanfang werden, nachdem das Leben ihr derartig mitgespielt hatte. Sie als Protagonistin ist sicherlich sympathisch, doch mehr denn je erscheint sie blass und unscheinbar. Hier ist es der Autorin leider nicht perfekt gelungen, sie klar und authentisch vorzustellen.
Ansich kann man gut in den Roman abtauchen.  Die Handlung ist in Jahreszeiten aufgeteilt. Es beginnt im Winter und endet gut ein Jahr später. Die einzelnen Jahreszeiten, die durch eine Schwarz-Weiß Zeichnung eine eigene Seite haben. 
Mit der Figur Matthew hatte ich anfangs Probleme warm zu werden. Doch je mehr ich lass, öffnete sich die Tür. Was aber sehr viel an seiner Tochter Meredith lag, die sich von Anfang an zu Anna und der kleinen Ellie hingezogen fühlt.
Was die Beziehung zwischen Anna und Matthew betrifft, ist es etwas kompliziert. Denn beide tragen "Altlasten" mit sich herum. Auch wenn Meredith nichts unversicht lässt, dass sie zu einer Familie werden. Bis dann das Unglück passiert …
Es gibt diese kleinen Momente im Buch, sei es die Nebencharakteren als auch die hauptsächlichen Protagonisten, die all das ausmachen, um eine Buchidee reifen zu lassen. Und es kommt zu den nicht fehlenden Verwicklungen, Irrtürmern, die es zu einem kurzweiligen Lesevergnügen bringen.
Ein Pluspunkt für das Buchcover, was mir ausgesprochen gut gefällt.

"Annas kleiner Teeladen" ist der Auftaktband zur Little-Somerby-Serie. Als Debütroman gut gelungen. Angenehm zu lesen vom Schreibstil, aber dennoch stellenweise etwas zu langatmig, zu ausschweifend. Interessant zu lesen, wie Anna ihre neue Zukunft anpackt und neu gestalten wird, aber trotz allem ... irgendetwas fehlte mir. Wie z. B. die "große Portion Romantik" …
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Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  4  Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung   Verlag Knaur TB
Vielen Dank an  den Verlag   für das Rezensionsexemplar

Es gibt immer Hoffnung

Donnerstag, 12. September 2019

Willa of the Wood - Das Geheimnis der Wälder ~ Robert Beatty

Sie ist die Letzte ihrer Art.
Das letzte Kind des Waldes.


In den Tiefen der Wälder lebt ein geheimnisvolles Volk, die Faeran. Einst konnten sie sich mit den mächtigen Tieren und Bäumen verständigen und Pflanzen wachsen lassen. Doch nun ist die junge Willa die Letzte, die diese Waldmagie beherrscht. Die Faeran sind in großer Gefahr, denn die Menschen rücken immer näher. Willa muss sich entscheiden: Welchen Preis ist sie bereit zu zahlen, um das Überleben ihres Clans zu sichern?




Robert Beatty || Willa of the Wood - Das Geheimnis der Wälder
Geb. Ausgabe - 448 S. ||  ISBN-13: 978-3737341721
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1. (28. August 2019)
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 11 Jahren
€ 16,00

*****
Mit dem Buch "Willa of the Wood" von Robert Beatty ist derzeit wieder einmal ein ganz besonderes Kinderbuch auf dem Buchmarkt. Beatty schreibt in seiner Danksagung, dass die vielen Spaziergänge mit seiner Tochter durch die Wälder ihn mehr denn je zu dieser Geschichte inspiriert haben. Diese spielt in den Great Smoky Mountains, einem Nationalpark Amerikas. Hier im Buch heißen sie die "Großen Nebelberge". Es ist eine wunderbare und wohl einzigartige Gegend. Es ist ein magisches Märchen, voller Fantasie und Einfallsreichtum. Aber auch böse!
Denn hier wird die Geschichte eines jungen Mädchens erzählt, welches zu dem Volk der Faeran gehört. "Das alte Volk" heißt es in der Sprache der Cherokee, aber das ist nicht mehr erwünscht. Dieser Clan wird von einem Stammesführer angeführt, der nicht mehr zum Wohl des Volkes herrscht, der all die alten Sitten, Gebräuche, ja sogar die alte Sprache verboten hatte.
Willa wächst bei ihrer sehr alten Großmutter auf, denn die Eltern wie auch ihre Schwester waren tot. Sie hat die ganz besondere Fähigkeit mit der Natur zu kommunizieren und sich so ihrer Umgebung anzupassen. Waldhexe heißt es. Unsichtbar für andere. Für ihr Alter ist sie sehr intelligent, aber dennoch handelt sich manches Mal unüberlegt. Als sie eines Tages bei einem Raubzug für den Clanführer durch ein Gewehr schwer verletzt wird, ergibt sich eine Geschichte in der Geschichte, ihrer Heilung, die so faszinierend geschrieben ist, dass es einen mehr als bewegt. Hier spielt die Natur mit ihren Lebewesen eine große Rolle.
Ein ganz kritisches Thema hat ebenfalls eine große Rolle in dem Buch, die Abholzung der Wälder. Hier wird berührend und sehr verständlich klar gemacht, welchen Schaden der Mensch der Natur und den Tieren zufügt.
Der Weltentwurf der Faeran hat mich für mehrere Zeit komplett entführt und fesseln können. Es gibt Szenen im Buch, da fühlt man mit. Wirklich großartig und dennoch gefühlvoll führt die Autorin den Leser durch die Handlung. Mensch - Natur, diese Verschmelzung hat der Autor wahrlich zu etwas besonderem gemacht. Man kann es kaum in Worte wiedergeben. Das ist hohe Schreibkunst.
Ist es euch zu wenig von der Handlung, den Charakteren? Es würde zu viel spoilern und der Zauber ginge verloren. Im Laufe der Handlung entwickelt sich diese mit zunehmender Spannung. Nun, ich kann euch nur empfehlen, lest das Buch.
Das wahrlich traumhafte Cover, die Farbharmonie, alles sehr stimmig.
Es gibt nicht viele Bücher, gerade für Kinder, die mich derart so schnell gefesselt haben. Ich musste es wirklich in einem Stück lesen und bin mehr als beeindruckt von "Willa of the Wood". Liebe und Vertrauen - diese gehören mit zu dem wichtigsten im Leben.
Die Geschichte ist spannend, fantastisch und kann den Bogen bis zum Ende halten. Lasst euch also auf diese wunderbare Lesereise ein - für Jung und Alt.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher

Zitat S. 8
"Wo sie im Wald auch hinging, nahmen ihre Haut, ihr Haar und ihre Augen die Farbe und Struktur der grünen Blätter um sie herum an. Wenn sie bei einem Baumstamm verharrte, wurde sie so braun und borkig, dass sie fast unsichtbar war. Und als sie jetzt auf die Wasseroberfläche schaute, sah sie ihr Gesicht nur einen Augenblick lang, bevor es die Farbe des Wassers und des nächtlichen Himmels über ihr annahm und verschwand, ihre dunkelblauen Wangen mit funkelnden Sternen besprenkelt.


Rechte: Cover / Info / Zitat - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung   Fischer KJB  Verlag
Vielen Dank an  den Verlag   für das Rezensionsexemplar

Ein faszinierendes und bezauberndes Leseerlebnis

Dienstag, 10. September 2019

Die Zeit der Töchter ~ Katja Maybach

Liebe, Mut und Leid
in den Nachkriegsjahren


Maria und Vivien haben den Krieg überstanden, ihre Töchter entdecken im München der 50er-Jahre das Leben. Doch während Anna und Antonia heimlich ein Wiedersehen ihrer Mütter mit den Frauen vorbereiten, die sie bei Kriegsende aus dem Lager retten konnten, sehen Maria und Vivien sich erneut Anfeindungen ausgesetzt: Ihr Einsatz für Flüchtlinge aus dem Osten sowie die sogenannten »Besatzungs-Kinder« führt immer wieder zu teils handgreiflichen Auseinandersetzungen. Als dann auch noch eine junge Ostpreußin auftaucht, deren Kind offensichtlich einen dunkelhäutigen Vater hat, bahnt sich eine Katastrophe an.

Katja Maybach || Die Zeit der Töchter || TB 352 S.
Verlag: Knaur TB; Auflage: 1. (2. September 2019) 
 ISBN-13: 978-3426523650 || 9,99
Gelesen 09/2019

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Der Roman ist die Fortsetzung zum Buch "Die Stunde unserer Mütter". Hauptsächlich geht es um Anna und Antonia, den Töchtern von Maria und Vivien. Handlungsort München in der Zeit der 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Das vorliegende Buch habe ich ohne Vorkenntnisse des ersten Bands gelesen, was keinerlei Probleme bringt. Die Autorin blickt immer wieder rückblickend auf die Geschichte der Mütter. "Die Zeit der Töchter", berührend und dramatisch, ebenso der Blick der geschichtlichen Ereignisse. Der Schreibstil ist flüssig und von Beginn an ist der Leser als unsichtbare Person mitten im Geschehen. Die Charaktere sind individuell, wirken sehr authentisch und lebendig. Der historische Hintergrund, die politische Lage in Deutschland, die Anwesenheit der Besatzungsmächte fließen gut in die Geschichte ein. Sehr ergreifend das Schicksal von Veronika, einem Flüchtlingsmädchen aus Ostpreußen, die es sehr zu spüren bekommt, was es heißt eine Vertriebene zu sein. Als junge Frau verliebt sie sich in einen dunkelhäutigen US-Soldaten, und das bleibt nicht ohne Folgen. Daniel, der kleine Junge, wächst allerdings ohne Vater auf, weil dieser noch bevor er geboren war, wieder in die USA zurückkehren musste. Danie, er der jeden Tag am Bahnhof auf seinen Vater wartet, bekommt all die Ablehnung der heimischen Bevölkerung zu spüren. Denn er ist dunkelhäutig, er ist anders.
Was genau alles Veronika widerfahren ist, das klärt sich für Maria und Vivien, bei denen Veronika mit Daniel wohnt, am Ende des Romans. All die Anfeindungen, die im Buch aufgeführt werden, erleben wir in Deutschland derzeit genau so. Eine weitere wichtige Charaktere ist Marie-Luise, ein junges Mädchen, geboren im Lager, Tochter des Kommandaten. Sie wächst nach dem Krieg, abgeschirmt von der Welt, in einem Kloster auf. Ihre wahre Identität erfährt sie, als sich einige Frauen aus dem Lager bei einem Treffen, welches Anna und Antonia in Gang gesetzt hatten. Wie es dazu kam, dass Marie-Luise ebenfalls dabei ist, lest bitte selbst. Dieses Treffen war als Überraschung für Maria und Vivien gedacht, die damals zum Kriegsende Frauen aus dem Lager retteten.
"Die Zeit der Töchter" ein Stück deutsche Geschichte, denn die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts gehen als das Jahrzehnt des Wirtschaftswunder ein. Ebenso ist es ein emotionales Drama mit Protagonisten, die man so schnell nicht vergißt. Eine Geschichte, die mich als Leser sehr beschäftigt und nachdenklich gemacht hat. Berührend, geschichtlich interessante und spannende Lektüre, von daher meine uneingeschränkte Leseempfehlung!
#gegendasvergessen

Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Knaur TB Verlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar

Eine bewegende Geschichte

Dienstag, 27. August 2019

(Rezension) Inselküsse ~ Evelyn Kühne

Sonne, Meer und Rügen

Evelyn Kühne || Inselküsse - Ein Ostseeroman
TB 328 S. || Verlag: Forever; Auflage: 1. (26. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3958183780 || € 14,00
Gelesen 08/2019

Mein Leseeindruck:

In Berlin lebt die 43-jährige Marie mit der vierzehnjährigen Tochter und den neunjährigen Zwillingen Til und Ole. Das Mietshaus, in dem sie leben, war wie eine Oase in der Großstadt. Doch seit längerer Zeit wurden die Mieter mehr den je den Schikanen durch Sanierungsarbeiten ausgesetzt. Das Haus hatte  seit einiger Zeit einen neuen Besitzer und es sprach viel dafür, dass er die "alten" Mieter los werden wollte. Denn das nach der Sanierung eine deftige Mieterhöhung kommen würde, war allen klar. Ausgerechnet heute, wo Marie einen wichtigen Termin hat, war mal wieder das Wasser ausgefallen. Marie war Töpferin und kommt so gut es geht damit über den Monat. Mal abgesehen von den Unterhaltszahlungen für die Jungs, die pünktlich von deren Vater kamen, hatte sie immer wieder Probleme mit Karos Vater. Nun schien Licht am Horizont, denn sie traf Susanne, deren Vater eine Hotelkette besaß. Diese hatte ihre Keramiken auf einem Kunstmarkt gesehen und war davon angetan. In dem Haus lebte auch die achtundsiebzigjährige Ruth. Marie kümmerte sich um die alleinstehende Dame so gut es eben ging.
Marie erhält den Auftrag für die Keramiksachen. Diese sind für das Hotel auf Rügen bestimmt. Doch bei all dem Glück folgt das Pech sofort, als Marie zu ihrer Werkstatt fährt. Diese Baracke lag in einem Hinterhof. Hier war alles baupolizeilich abgesperrt, denn die Decke im Eingangsbereich war heruntergekommen. Sie durfte die Werkstatt nicht betreten, geschweige darin arbeiten. Und daheim ging das Übel weiter. In einem Schreiben wurde mitgeteilt, dass für etliche Wochen das Wasser abgestellt werde und ebenso, was die Wohnung nach der Sanierung koste. Das war zu viel für Marie.
Auftrag weg, neue Wohnung suchen, keinen Job, kein Geld. Ruth ist eine gute Zuhörerin und bei Nennung des Ortes auf Rügen wo das Hotel steht, holen sie Erinnerungen ein. Mitten in der Nacht geht sie zu Marie und erzählt ihr, dass sie ein Haus  geerbt habe. Sie sei die letzte von den noch lebenden Erben. Sie zeigt Marie Fotos und alles wäre so perfekt, dass sie dort eine Töpferwerkstatt einrichten könnte. Ein riesengroßes Haus mit Anbau und und und … Nur - es war auf Rügen und nicht in Berlin.
Alle Bedenken beiseite geschoben, angucken kostet nichts und so würden sie alle zusammen mit Ruth für zwei Wochen nach Rügen fahren. In einer Woche waren eh Sommerferien und die Pläne, dass Karo mit ihrem Vater verreisen würde, hatten keinen Bestand.
Ich lese gern Familiengeschichten zwischen all den anderen, was mich so lesetechnisch interessiert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die aber wirklich nur dem für mich unmöglichen Font (Schrift) zuzuschreiben waren, war ich angetan von den herzlich und natürlich dargestellten Charakteren. Es mag sein, dass man den Verlauf der Geschichte erahnen kann, aber die Autorin hat ein paar Fallstricke für den durchlaufend roten Faden eingebaut und geschickt gelöst. Und so bleibt das Buch bis zum Ende lesenswert.
Evelyn Kühne hat hier eine schöne Stimmung der Landschaft und der Menschen erzeugt. Und obwohl ich erst einmal auf Rügen Urlaub gemacht habe, hat mich das wiederum sehr angesprochen.
Insgesamt hat mir der Roman "Inselküsse" von Evelyn Kühne gut gefallen. Es bietet einfache als auch entspannende Unterhaltung und so habe ich diese Lesereise genossen. Für mich war es der erste Roman der Autorin, aber ich werde sicherlich noch auf weitere zurückgreifen.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 4 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung   Verlag Forever Ullstein
Vielen Dank an Literaturtest   für das Rezensionsexemplar

Glück auf Rügen
Entspannende Unterhaltung - ein Buch für das "Urlaub zu Hause"-Gefühl

 Lohme aufgenommen 09/2011
¤ Foto Hannelore Kühlcke

Sonntag, 25. August 2019

Der Duft von Apfeltarte ~ Julie Leuze (Rezension)

Auf einer Apfelplantage in der Normandie findet die Pariserin Camille ihr Glück.

Als ihre Mutter erkrankt, muss die junge Pariserin Camille auf den elterlichen Apfelhof in der Normandie zurückkehren. Dort heißt es kräftig mitanpacken – es ist ja nur für sechs Wochen, wie Camille sich sagt. Doch die Arbeit bereitet ihr unerwartet Freude. Schließlich hat sie sogar die Idee, wieder eigenen Cidre herzustellen wie zu Lebzeiten ihres Vaters. Und dann ist da noch dieser attraktive Feriengast aus Paris: Antoine sieht nicht nur gut aus, er kann auch gut zuhören! Doch als der wahre Grund für Antoines einfühlsames Interesse herauskommt, fühlt sich Camille verraten und ist zutiefst enttäuscht. Ist ihre Liebe stark genug, um Antoine diesen Vertrauensbruch zu verzeihen


Julie Leuze || Der Duft von Apfeltarte || TB 336 S.
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Originalausgabe (15. Juli 2019)
ISBN-13: 978-3442489152 || € 10,00
Gelesen 08/2019

Mein Leseeindruck:

Mein Leseeindruck:
Die 32-jährige Camille Rosiére arbeitet in einem Reisebüro in Paris. Seit nunmehr vierzehn Jahren lebt sie in dieser Stadt, hat zwei wunderbare Freundinnen, Geneviéve und Céline. Glückwar sie allerdings in ihrem Job nicht, doch es blieb ihr keine andere Wahl. Nach einem unangenehmen Arbeitstsag geht sie noch schnell bei Madame Dubois vorbei, die einen Feinkostladen besaß. Eine Besitzerin mit Herz. Ganz zum Schluss kauft sie noch einen Cidre. Vorahnung?
Jahrelang war dieser auf dem Hof daheim in der Normandie produziert. Doch als der Vater vor Jahren verstarb, wurde die eigene Produktion eingestellt und die Mutter gab die Äpfel an einen Konzern ab. Und genau an diesem Abend erreicht sie ein Hilferuf der Mutter, die sie nunmehr bittet für die nächsten sechs Wochen auszuhelfen. Krankheitsbedingt würde sie die viele Arbeit nicht schaffen. Vert-le-Coin hieß der kleine Ort und inmitten weitläufiger Apfelplantagen lag das Zuhause von Jeanne, Camilles Mutter. Es war einfach zu viel Arbeit, und dennoch gab sie nicht auf. Es war nunmehr gut drei Jahre her, dass Camile dort war. Zur Beerdigung ihres Vaters. Kontakt zu früheren Freundschaften hatte sie nicht mehr, auch nicht zu ihrer Schulfreundin Sandrine. Das Nachhausekommen belastete Camille, denn zwischen ihr und der Mutter stand es nicht zum besten. Streit war wie gehabt vorprogrammiert. Auch der Feriengast, der für einige Wochen auf dem Hof weilt und in dem ehemaligen Taubenturm, den der Vater noch zu einem Feriendomizil umgebaut hatte, konnte nichts daran ändern. Monsieur Oliver war ein gutaussehender Mann. Doch weshalb er sich in die Einsamkeit zurückgezogen hatte, lässt er offen.
Der Autorin ist es gut gelungen, die Landschaft bzw. die Gegend dem Leser bildhaft vor Augen zu führen. Alle Charaktere sind gut in Szene gesetzt und wirken ziemlich authentisch. So kann man sich gut in sie hineinversetzen. Es mag sein, dass die beiden Frauen zeitweise sehr starrköpfig vorkommen, dennoch klärt sich dies im Lauf der Handlung. Wie sagt ein Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Nicht immer ist diese Alltagsweisheit richtig. Man sollte eher sagen: Schweige, so viel du kannst, aber rede, so viel du musst.
Über den jeweiligen Kapiteln steht  der Name der handelnden Person. Von der Autorin selbst kannte ich nur "Ein Garten voller Sommerkräuter", der mir sehr gut gefallen hat. Der vorliegende Roman greift Themen wie Verantwortung, Verlust, Freundschaft auf. Das Cover finde ich sehr schön und ansprechend. Und man sieht wie auch bei dem vorgenannten Roman auch hier Titel und Name des Autors in Form eines Anhängers. Das ist für mich ein gewisser Wiedererkennungswert für den Autor bzw. Autorin.

"Der Duft von Apfeltarte" ist ein ansprechender, lesenswerter Frauenroman. Zurück zu den Wurzeln, zurück zu dem was einem mit viel Liebe vermittelt wurde. Und wie sich Mutter und Tochter  in der Geschichte langsam aneinander wieder näherkommen ist sehr authentisch und nachvollziehbar geschildert. Letztendlich findet Camille ihren Weg und genau das hatte ich gehofft. Ganz zum Schluss gibt es noch einige Rezepte zum Nachkochen. Nur das habe ich bislang noch nicht versucht ☺
Ich gebe sehr gern meine Leseempfehlung.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Goldmann Verlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar

Zuhause ist wo dein Herz sich daheim fühlt

Sonntag, 30. Juni 2019

Der Wind nimmt uns mit || Katherina Herzog || Rezension

"Das Leben ist eine Reise.
Nimm nicht zu viel Gepäck mit."

(Billy Idol)

Maya bindet sich weder an Orte noch an Menschen. Obwohl die Reisebloggerin erst 32 ist, hat sie schon fast die ganze Welt gesehen. Nur an einen Ort möchte sie niemals: Nach La Gomera. Dort wohnt ihre Adoptivmutter Karoline. Dass Karoline nicht ihre leibliche Mutter ist, hat Maya vor Jahren durch einen Zufall erfahren, und bis heute hat sie ihr nicht verziehen. Doch dann wird Maya schwanger, und Tobi, der Mann, mit dem sie eine flüchtige Affäre hatte, hält sich ausgerechnet auf der Kanareninsel auf. Nur widerwillig fliegt Maya dorthin, zu den Aussteigern und Künstlern, zu ihrer Mutter. Sie ahnt nicht, dass es die wichtigste Reise ihres Lebens sein wird.

 Katherina Herzog || "Der Wind nimmt uns mit" || TB 368 S.
Verlag: Rowohlt Taschenbuch || ISBN-13: 978-3499275272 || € 12,99
Gelesen 06/2016

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Es beginnt in der Gegenwart. Derzeit hält sich die 32-jährige Maya mit ihrer Freundin im Ausland auf. Beide wollen das Laternenfest in Nordtaiwan erleben. Sie kennen sich schon aus der Grundschulzeit und sind beste Freundinnen. Während Maya durch ihren Reiseblog ziemlich bekannt geworden ist und schon fast überall auf der Welt gewesen war, für Kathi bedeutete diese Reise etwas einmaliges. Maya war alleinstehend, während Kathi daheim in der Nähe von Hamburg mit Mann und zwei Kindern lebte. Doch für Maya gab es einen Ort, zu dem sie niemals reisen würde: La Gomera. Zu tief saß die Enttäuschung in ihr, als sie vor Jahren erfahren hatte, dass Karoline "nur" ihre Adoptivmutter war. Zu viele Jahre des Schweigens.
Als Kathi wieder abreist, lernt Maya dort einen Mann kennen. Es wird ein Urlaubsflirt mit Folgen.
Allein das Cover lädt zum Träumen und Entspannen ein. Ich versprach mir hier eine schöne Sommerlektüre. Positiv zu vermerken sei, dass allein aufgrund der wunderbaren Landschaftsbeschreibungen sich in den Momenten ein gewisses Urlaubsfeeling einstellte.
Was die Charaktere Maya betrifft, zeigt sie sich nach außen ziemlich taff, doch für ihr angegebenes Alter irgendwie unreif. Ich fühlte mich mehr als einmal von ihr genervt. Aufgrund ihrer Schwangerschaft ist sie dennoch gezwungen, La Gomera aufzusuchen, denn dort hält sich Tobi auf, der Vater ihres Kindes.
Ich fand die Story vorhersehbar. Der Weg zum Happy End ist mit vielen Stolpersteinen gepflastert. Was sich genau hinter Mayas Adoption verbirgt, lässt sich allerdings gut lesen. Dieses erfährt der Leser in den Kapiteln, die in die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts führen. Diese Geschichte war gut erzählt.
Bedauerlicherweise muss ich sagen, dass mich der Roman im gewissen Sinn nicht abgeholt hat. Von der Idee her gut, allerdings wurde meiner Meinung nach viel Potential verschenkt. Und leider auch etliche Passagen, dieses auszubügeln wäre Angelegenheit des Lektorats gewesen. die anderen Leserinnen auch aufgefallen waren. Schade eigentlich.
Es gibt aber auch die schönen Momente im Roman, die Hoffnung schenken, es wird schon. Dennoch: der letzte Funke ist leider nicht übergesprungen.  Insofern enthalte ich mich einer Leseempfehlung. Dies sollte jeder Leser für sich entscheiden.
Ӝ̵̨̄Ʒ 3 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info / Zitat  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag

Der Funke ist nicht zu 100% übergesprungen
Ein netter Sommerroman, doch der Funke konnte nicht so ganz überspringen,