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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Samstag, 27. März 2021

Uns gehört der Himmel - ✈ Die Flight Girls ~ Noelle Salazar

 


Sie gehen durchs Feuer füreinander.
Sie sind entschlossen,
den Himmel zu erobern.
Sie sind die Flight Girls!



Texas, 1941. Die junge Audrey Coltrane ist eine leidenschaftliche Pilotin. Als sie die Möglichkeit erhält, auf Hawaii als Fluglehrerin zu arbeiten, ist sie überglücklich – nicht einmal der charismatische Lieutenant James Hart kann sie ablenken. Bis der verhängnisvolle Tag kommt, der alles ändert: Bomben fallen auf Pearl Harbor, Audrey hat den Tod vor Augen. Aber ihre Passion für das Fliegen ist stärker, und sie schließt sie sich den »Women Airforce Service Pilots« an, wo sie in der eingeschworenen Gemeinschaft der Fliegerinnen tiefe Freundschaft und eine neue Bestimmung findet. Dann kehrt James von einem Einsatz nicht zurück – und Audrey bricht auf zu ihrer bisher schwersten Mission .


Noelle Salazar
Uns gehört der Himmel
Die Flight Girls
Goldmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (15. März 2021)
Taschenbuch : 496 Seiten
ISBN-13 : 978-3442491469
Originaltitel : The Flight Girls - Ursula Wulfekamp (Übersetzer)
€ 11,00  / Gelesen 03/2021

✈ Mein Leseeindruck


Der Einstieg in die Geschichte um Audrey beginnend auf der Hawai-Insel Oʻahu, eine gute Idee. Dort bildete Audrey mit anderen Frauen Piloten aus. Und sie lernt Lieutenant James Hunt kennen. Doch die Idylle täuscht wie sich bald herausstellen wird. Dann erfolgt der Angriff auf Pearl Harbor.
 "Der Angriff auf Pearl Harbor hatte allen vor Augen geführt, wie kostbar das Leben war, ... Zitat S. 132
Aber egal, es kam gleich ein gutes Gefühl für das Buch. Allein die Darstellung zur Geschichte des Frauenfliegens, wie hier die Pilotinnen im Buch, ist sehr lesenswert. Ich hatte vor längerer Zeit ein ähnliches Buch zum Thema, eine Geschichte von deutschen Pilotinnen, gelesen, die ihren Traum vom Fliegen auch beruflich verwirklichen wollten.
In 1942 begann das neue Programm in den USA, Woman Airforce Service Pilots. Diese frauen waren keine Militärangehörigen wie die Männer und kamen so auch nicht in den Genuss der Beihilfen u.a. Ihre Akten wurden nach Kriegsende unter Verschluss gehalten. Erst als sich 1976 die Air Force für Frauen öffnete, wurden ihre Dienste ein Jahr später offiziell anerkannt.
Bei den Figuren habe ich ganz tolle Persönlichkeiten kennengelernt, allen voran Audrey, eine junge Frau, die ihren Traum nie aus den Augen verloren hatte. Sie stammte aus reichem Haus, wa sie aber in keinster Weise zeigte. Ihr Traum: ein eigener Flugplatz. Ich möchte allerdings nicht großartig aus der Handlung spoilern, dazu ist die Geschichte wirklich mehr als lesenswert.
Die historischen Fakten fließen durch den bildhaften und gekonnten Schreibstill in die Geschichte ein. Die Situationen konnte man sich sehr gut bildhaft vorstellen. Flüssig, spannende Kapitel, aber so, dass man nach einer Lesepause direkt wieder weiterlesen konnte. Audrey, eine Protagonistin, die nach dem Überfall wieder dem Leben stellt und der Fliegerei. Aber auch die Freundschafts-(Liebes-)Geschichte um Audrey und James passt perfekt zu den Charakteren. Eine Liebesgeschichte ohne Happy End? Die Frage lasse ich offen.
Zitat S. 364
"An diesen Moment, als wir einander mit so viel Liebe ansahen, dass ich glaubte, mir würde das Herz zerspringen. Dieses Gefühl würde mich tragen. Es würde die Luft sein, ibn der ich meine Flügel ausbreitete."
Mit ihrem Roman "Uns gehört der Himmel" hat die Autorin Noelle Salazar eine großartige "Bühne" geschaffen, um die Charaktere, nicht nur den Flight Girls, den besonderen Frauenfreundschaften,  authentisch und wirkungsvoll präsentiert.
Das Cover konnte nicht besser gestaltet sein. Wirklich großartig!
Mit einer der besten Romane in diesem Jahr, meine absolute Leseempfehlung! Dieses Buch ist ein must-read.

Herzlichen Dank an an den VERLAG sowie Bloggerportal
Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag

Leben ♥ Träume, fliegen, lieben, fliegen ✈ ein wirklich außergewöhnliches Buch!
Ein Buch, das man nicht weglegen kann !
 

Donnerstag, 25. März 2021

Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan ~ Anni E. Lindner

 



Als ob ein Tagebuch ihren Scherbenhaufen von Leben besser machen könnte! Die 16-jährige Tally hat unerwartet ihren Vater verloren und das Letzte, was sie jetzt braucht, sind die Ratschläge ihrer selbst überforderten Mutter. Oder der merkwürdigen Therapeutin, die ihr empfiehlt, ihre Gefühle aufzuschreiben!
Erst als Tally zufällig Frau Möller kennenlernt, eine alte Dame mit einem Papagei sowie einer Vorliebe für Marzipan, und ihr das Foto von deren jung in den Krieg gezogenen Onkel in die Hände fällt, findet sie doch noch etwas, was sie zum Schreiben inspiriert. Außerdem sind da ja auch noch ihre beste Freundin Sanna und nicht zu vergessen Mr Wow, der eigentlich Timo heißt und Tally einfach nicht mehr aus dem Kopf geht. Dummerweise ist er Christ und mit diesem religiösen Quatsch kann sie so gar nichts anfangen ...

Anni E. Lindner - Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan
Herausgeber : Francke-Buch (1. Februar 2021)
Broschiert : 366 Seiten
ISBN-13 : 978-3963622120
Lesealter : 14 - 16 Jahre
€ 12,95  /Gelesen 03/2021

❀• Mein Leseeindruck  •❀

"Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan" ist ein leiser wie auch intensiver Roman. Die Handlung beschäftigt sich mit Themen wie Trauer, Verlust eines geliebten Menschen als auch Gott. Man muss sich darauf einlassen und erhält eine Geschichte, der man gut folgen und nachvollziehen kann. Man merkt schon, dass die Autorin sich Gedanken gemacht hat, hier Themen anzufassen und gut in die Handlung einzubauen. Die Charaktere sind allesamt sehr gut geschrieben.
Die neue Lebenssituation der sechzehnjährigen Tally nach dem Tod ihres geliebten Vaters teils sehr überschritten als auch verletzend und dennoch, sie ist ein Teenager, die Gefühlsausbrüche haben und doch so gern wieder normal sein möchten.
Durch eine Zufallsbegegnung lernt Tally die alte Dame Frau Möller kennen, wie auch ihren Papagei. Auf eine ihr unbekannte Art fühlt sich Tally zu ihr hingezogen, auch wenn es zum Tee immer Marzipan gibt ☺ Und das mag Tally gar nicht. Ein altes Foto von einem jungen Mann weckt Tallys Neugier. Heimlich nimmt sie das Foto an sich. Ob Frau Möller es bemerkt hat? Dieser gutaussehende junge Mann ihr Herzensprinz. So fängt sie an, im Tagebuch eine Geschichte aufzuschreiben.
Das Buch selbst hat mich überrascht. Der angenehme Schreibstil und die Themen sind die Wurzeln zu der Geschichte. Sie ist in sich stimmig. Und nein, es ist keine locker-leichte Lektüre, es ist ein gutes Buch, das zum Nachdenken anregt.
 
Herzlichen Dank an Literaturtest für die Vermittlung des Rezensionsexemplars sowie an den VERLAG
Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag

❀• Vita •❀
Anni E. Lindner ist Heilsarmeeoffizierin und lebt in dieser Funktion mit ihrem Mann und den sechs Kindern ein fröhliches Nomadenleben. Derzeit leitet das Ehepaar das Kinder- und Familienzentrum "Heilse" in Chemnitz.

Dienstag, 16. März 2021

Die Farbe des Nordwinds ~ Klara Jahn

 

Wenn die Suche nach der Heimat zur Suche nach dir selbst wird

Schon immer hat Ellen sich wie eine Besucherin in ihrem eigenen Leben gefühlt. Außer einmal, als Kind, als sie mit ihrer Mutter kurz auf den Halligen lebte. Abreisen wollte sie damals nicht, doch sie hatte keine Wahl. Nun kehrt sie zurück auf dieses merkwürdig vertraute Fleckchen Marschland. Und zu Liske, die damals wie eine Schwester für sie war. Ihre Annäherung wühlt alte Konflikte wieder auf, doch Ellen lässt sich nicht entmutigen. Denn sie weiß: Dies ist ihre Seelenheimat.



Klara Jahn -  Die Farbe des Nordwinds
Herausgeber : Heyne Verlag (8. März 2021)
Gebundene Ausgabe : 400 Seiten
ISBN-13 : 978-3453273139
€ 20,00 Gelesen 03/2021

 

 Der Weg zurück - und das Meer kommt und geht

❀• Mein Leseeindruck  •❀

Mit einer Strophe aus dem Gedicht "Die Insel" von Rilke beginnt der neue Roman "Die Farbe des Nordwinds" von Klara Jahn. Gegenwart und Vergangenheit erzählen die Geschichten vom Leben auf den Halligen. Orte, von Wind und Wetter, dem Meer und Sturmfluten geprägt.
Gegenwart: Die sechunddreißigjährige Ellen kehrt nach zwanzig Jahren zurück auf die Hallig, wo sie damals für einige Monate mit ihrer Mutter Sunny bei dem Bauern Thijman und seiner Tochter Liske gelebt hatte. Ihr altes Leben hatte sie zurückgelassen und wagte nun einen Neuanfang als Halliglehrerin. Die Hallig war ihr Seelenort, das wusste sie schon von Anbeginn. (Einst hatte sie sich gefragt, welche Farbe der Wind hatte, nun wusste sie, er hatte gar keine Farbe, er stahl sie sich nur, vom Himmel, vom Meer, jetzt von der Nacht. Das Schwarz war so mächtig. - Zitat S. 364) So haben die Geschichten um die Halligen sie immer begleitet. Ellen war sehr belesen, schon damals war Liske beeindruckt, was sie alles über die Tiere und Natur wusste. Nach dem ersten Landunter hielt es die Mutter nicht mehr aus und ging mit Ellen zurück ans Festland. Nach dem damaligen Bruch zwischen Ellen und Liske versucht sie nunmehr die alte Verbundenheit wieder aufzubauen. Das es nicht einfach wird, zeigt Liske immer wieder durch ihre Verletztheit. Sie fühlte sich damals zurückgelassen. (Zitat S. 118 Und ich, sagte sie, ich will frei sein. … Und nur wer frei sein will, ist klug.) Zu gern wäre sie auch in die Ferne gegangen.
Nicht jeder Halligbewohner hat eine ablehnende Haltung Ellen gegenüber. Gut dargestellt ist ihre Arbeit mit den Kindern in der Schule. Ein Problemkind hat es aber, Metha. Sie nimmt nicht am Unterricht teil. So sucht Ellen den Kontakt zum Vater als auch zu Metha. Wie Ellen es schafft, Metha für den Unterricht zu bewegen, ebenso das Vertrauen und Miteinander von Vater und Tochter aufzubauen, ist nur eins von den besonderen Einzelgeschichten innerhalb der Handlung. ("Ich bin die Lehrerin", sagte Ellen in das Schweigen hinein. Als er den Blick auf Ellen richtete, wirkten seine Augen verschmitzt. Ein Kreis feiner Fältchen umgab sie. "Ich weiß. Und ich bin der Sonderling."
Zitat S. 155)

So tauchen auch immer wieder kurz Geschichten von damals, erzählt in Chroniken, auf wie auch in der von Arjen Mortensons. Über diese hatte Ellen eine wissenschaftliche Abhandlung geschrieben.
Damals: Im 19. Jahrhundert geht es in der Geschichte um das Leben der Menschen auf den Halligen. Immer wieder haben sie mit den Naturgewalten zu kämpfen. Sie arbeiten hart und ihr Leben war nicht einfach. Oft herrschte der Hunger in der Küche. Unterstützung gab es keine, im Gegenteil sie mussten noch Abgaben zahlen. Jedes einzelne Schicksal bewegt, man wird manches Mal von einer gewissen Hilflosigkeit erfasst, wie beschwerlich das Leben dort war. Die Autorin hat dies bildhaft sehr gut beschrieben.
Die Vergangenheit ist in der Ich-Perspektive von Arjen geschrieben. So direkt und klar, dass der Leser sich ihm nahe fühlt. Er war schon etwas besonderes und dennoch ...
Der Nebel löste sich weiter auf, aus den Wolkenballen wurden Schlieren. Das strahlende Blau des Himmels schmeichelte Ellens Seele und strafte Lügen, wer Blauf für eine kalte Farbe hielt.
Zitat S. 155

Damals wie heute haben die Menschen auf einer Hallig mit den Naturgewalten zu kämpfen. Landunter, kein Fremdwort. Doch wenn es zu einer Katastrophe kommt wie bei der großen Halligflut 1825, ist es keine heile Welt mehr. Viele der Halligen sind für immer verschwunden. Und auch in der heutigen Zeit kann diese Katastrophe passieren. Wenn der Meeresspiegel mehr und mehr steigt, werden die Halligen irgendwann nur noch Geschichte sein.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, deren Geschichten sich aber nach und nach wie ein Geflecht miteinander verbinden. Besonders zugesagt hat mir die ruhige Erzählweise. Wer das Buch aufmerksam liest, erkennt den wahren Wert, was die Autorin uns vermitteln möchte.
"Warte nicht darauf, dass die Menschen dich anlächeln ... Zeige ihnen wie es geht!"
(Pippi Langstrumpf)


Herzlichen Dank den Verlag für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag

❀• Vita •❀
Klara Jahn ist das Pseudonym der bekannten Bestsellerautorin Julia Kröhn. Die Historikerin liebt es, große Geschichten zu erzählen und dabei tief in die Geschichte der Orte und Menschen einzutauchen. Dabei lässt sie sich von ihrer Liebe zur Natur und ihrer Faszination für raue Landschaften leiten. Bei Heyne wagt sie sich zum ersten Mal in den deutschen Norden vor, dessen herbe Schönheit sie seit Jahren begeistert. Die gebürtige Österreicherin und Mutter einer Tochter lebt seit 2001 in Frankfurt am Main.

Montag, 8. März 2021

Klaras Schweigen ~ Bettina Storks

 

Alles bleibt ein Teil von uns

Freiburg im Breisgau, 2018: Nach einem Schlaganfall spricht Miriams hochbetagte Großmutter plötzlich französische Worte – eine Sprache, die sie angeblich nie gelernt hat. Miriam erkennt schnell, dass Klara weit mehr verbirgt, doch alle Nachfragen finden kein Gehör. Was genau passierte im Leben ihrer Großmutter? Warum verließ sie Freiburg und ging im Dezember 1949 überstürzt nach Konstanz? Miriams Suche nach Antworten führt sie bis in die Bretagne, immer auf der Spur eines jahrzehntelang gehüteten Familiengeheimnisses …



Bettina Storks
Klaras Schweigen
Herausgeber : Diana Verlag; Originalausgabe Edition (8. März 2021)
Broschiert : 400 Seiten
ISBN-13 : 978-3453360471
€ 12,99 || Gelesen 03/2021


❀• Mein Leseeindruck  •❀
Der neue Roman "Klaras Schweigen" von der Autorin Bettina Storks beginnt schon dramatisch. Es ist der 27. November 1944, als ein Bombenhagel die Stadt Freiburg ziemlich zerstört. Es ist die Stadt, in der die Protagonistin Klara mit ihren Eltern und der jüngeren Schwester Lotte lebt. Diese Nacht wird Klara für immer in Erinnerung behalten (Zitat S. 10)
Der zweite Zeitstrang spielt im Jahr 2018. Im Frühjahr hatte Klara einen Schlaganfall erlitten, von dem sie sich nur langsam erholt. Als sie wieder anfängt zu sprechen, wird Miriam, ihre Enkelin von der Großtante Lotte informiert. Im Alter von zwei Jahren kam Miriam zu den Großeltern und wuchs dort auf. Ihre Mutter war die Tochter von Klara. Sie und der leibliche Vater waren bei einem Unfall tödlich verunglückt.
► Die Wahrheit wird euch freimachen
Umso größer ist das Erstaunen von Miriam, dass Klara mit ihr französisch spricht und zum Schluss das Wort "Pas-cal". Miriam war sich sicher, dass ihre Großmutter nie die Sprache erlernt hatte. Und nun das. In einer Zigarrenkiste findet sie einen Brief ihres Großvaters, und ein gewaltiger Riss in ihrer eigenen Biografie tut sich auf. So begibt sie sich auf Spurensuche.
Die Geschichte spielt in der Gegenwart und Vergangenheit. Die Kapitel sind jeweils mit dem handelnden Ort als auch dem Monat und Jahr versehen. So ist es nicht nur ein Rückblick der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, offen dargelegt wird auch hier der Franzosenhass von Klaras Vater. Zumal Klara in einem Franzosenladen arbeitete und dort "den Franzosen" kennen lernt. Was der Vater für ein Mensch ist, liest sich in verschiedenen Absätzen. Doch Klara geht ihren eigenen Weg, widersetzt sich dem Vater.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Natürlich haben sie Ecken und Kanten, vom Leben geprägt. Die Mauer des Schweigens, es wirkt wie eine Art Selbstschutz. Doch manchmal muss man Dinge tun, die in den Augen anderer falsch sind.
"Miriam wird fragen und der Franzose auch! Dann fliegt uns hier alles um die Ohren. … Es hängt zu viel dran, Klara."
(Zitat S. 271)
► Die Wahrheit wird euch freimachen. (Bibelspruch)
Wenn man davon überzeugt ist, dass es für einen selbst richtig ist, gibt es Hoffnung.
Der Sturm der Wellen legt sich - draußen sprüht das Meer Funken.


"Klaras Schweigen" ist nicht der erste Roman von der Autorin Bettina Storks, den ich gelesen habe. Aber es ist definitiv wieder eines der Bücher, die Eindruck hinterlassen und man sich daran erinnern wird. Die Autorin zeigt erneut nicht nur durch ihren ganz besonderen Schreibstil, sondern auch der sehr feinsinnigen und einfühlsamen Art, einen sehr guten Roman zu schreiben, von dem man mitten in die Geschichte hineingezogen wird. Ebenso diese tolle Gespür für großartige Geschichten.
Es ist nicht nur ein Buch, in dem es um Verletzlichkeiten geht, um das, was diese aus Menschen macht, wie sie damit umgehen.
Es ist ein Buch, welches man in die Hand nimmt und (normalerweise) in einem Rutsch lesen möchte.
Ein großartig geschriebener  Roman, der den Leser von Beginn an nicht mehr los läßt!
Ich möchte euch dieses Buch ans Herz legen - kauft und lest es!

📖 📖 📖 📖 📖 Lesegenuss Bücher

Vielen Dank für das Leseexemplar an die Autorin als auch dem Verlag.

Verzeihen ►◄ Versöhnung
Fragen ►◄ Antworten

Ein beeindruckender Roman, der lange nachhallt...

Mittwoch, 3. März 2021

Die Frau von Montparnasse ~ Caroline Bernard

 

Die Frau von Montparnasse:
Die große Philosophin Simone de Beauvoir und die Suche nach Liebe und Wahrheit 

(Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe, Band 17)

Paris, 1929: Die junge Simone will studieren – und schreiben. Dann begegnet sie Jean-Paul Sartre, Enfant terrible, Genie und bald ihr Geliebter. Sie schließen einen Pakt, der ihre Liebe und dabei sexuelle Freiheit sichern soll. Gemeinsam formulieren sie die Philosophie des Existenzialismus, sind der Mittelpunkt der Pariser Bohème. Doch ihren Traum vom Schreiben kann Simone nicht verwirklichen – die Verlage lehnen ihre Texte als »unpassend« ab. Und auch um die Beziehung zu Sartre muss sie kämpfen. Denn: Wie lässt sich eine große Liebe mit dem Streben nach Freiheit vereinbaren?

Caroline Bernard
Die Frau von Montparnasse
Simone de Beauvoir und die Suche nach Liebe und Wahrheit
Klappenbroschur, 448 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-3814-0
12,99 € /Gelesen 02/2021

Die neue Caroline Bernard – nach dem Bestseller »Frida Kahlo und die Farben des Lebens« der große Roman über Simone de Beauvoir, eine so mutige wie leidenschaftliche Frau und ihre Lust am Denken

❀• Mein Leseeindruck  •❀
...Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es." (Aus dem Buch ,Das andere Geschlecht')

"Die Frau von Montparnasse" - ein Roman über die Philosophin Simone de Beauvoir. Die Autorin schreibt in ihrem Nachwort "sie war die Frau an Sartres Seite". Dies, ihren Werdegang und ihr Leben wird dem Leser in dem Roman nahe gebracht. Simone de Beauvoir, der Name war mir in Erinnerung, als ich vor längerer Zeit ein Interview mit Claude Lanzmann gesehen hatte. Mit ihm hatte sie eine lange Beziehung - nach Sartre. Doch die Beziehung zu ihm hielt bis zu seinem Tod.
Zitat Simone:
"Ich konnte mir ein Leben nicht ohne Schreiben vorstellen. Sartre lebte nur, um zu schreiben."
Das Leben leben und schreiben, immer im Vordergrund das Streben nach Wissen. Mit Sartre konnte sie stundenlang diskutieren, argumentieren ...
Ihr Vater hatte einmal zu ihr gesagt, Simone war gerade sechzehn Jahre: Männer mögen keine klungen Frauen. Schon damals versprach sie sich, ein besonderes Leben zu führen, so wie sie es wollte und nicht das, was ihre Eltern im Sinn hatten.
Diesen Weg hat sie immer verfolgt. Schon früh war ihr klar, sie wollte Schriftstellerin werden. 1927 bestand sie ihr Examen in Literatur. Da sie ein Mädchen ohne Mitgift war, der Vater hatte ein Großteil des Vermögens durch Kriegsanleihen verspekuliert, wollte sie sich zur Lehrerin ausbilden lassen. 1929 lernt sie durch ihren Bekannten Maheu Sartre kennen.
Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe, ich mag diese Reihe des Aufbau Verlags sehr und habe auch schon einige gelesen. So war ich wirklich neugierig um auch mehr über die Beauvoir zu erfahren, was das Buch mir sagen wollte. Und das war eine spannende Lesereise, das Bild einer außergewöhnlichen Frau aus dem vorherigen Jahrhundert aufzeigt.
Die Darstellung der beiden Charaktere, Simone und Sartre, mehr als Seelenverwandte, Liebende. Ihre Kommunikation sehr wichtig, obwohl Simone sich zu intensiv auf ihn einlässt.
Die Rolle der Frau, im Laufe der Verbindung kehrt dieses immer mehr in Simones Bewusstsein.
Zitat S. 423
Immer hatte sie schreiben wollen, lange bevor sie Sartre kannte. Sie hatte Träume gehabt, kühne Träume.

Es gibt einen Spruch: Hinter jedem berühmten Mann steht eine starke Frau." Die Beauvoir war es für Sartre. Obwohl ich nach Beenden des Buches sagen muss, sie war mir sympathischer, menschlicher als er.
Zitat S. 421
"Sie brauchen mich, um denken zu können. Sie verlassen sich auf mein Urteil, bevor Sie Ihre Manuskripte abgeben. ... Und nicht zuletzt sind Sie auf mich angewiesen, um Ihre Verpflichtungen einzuhalten und um die nötige Ruhe zum Arbeiten zu finden."

Eine lesenswerte Darstellung einer beeindruckenden Frau ihrer Zeit - Simone de Beauvoir. Von meiner Seite her muss ich sagen, dass ich es nicht mal eben so weglesen konnte. Man beschäftigt sich nicht nur mit dem Inhalt, sondern auch den Charakteren.

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- bitte nicht zu viel Bildung, die macht hässlich.
Ein hochinteressanter, detailliert und atmosphärisch gut geschriebener Roman
Eine Hommage an alle starken Frauen - Ein Freigeist ihrer Zeit
Eine lesenswerte Darstellung einer beeindruckenden Frau ihrer Zeit - Simone de Beauvoir