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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Sonntag, 30. Dezember 2012

Rezension (243) Ein Flüstern in der Nacht




Moya Simons
Ein Flüstern in der Nacht
Originaltitel: Let me Whisper you My Story
Originalverlag: Harper Collins, AUS
Aus dem Englischen von Anne Braun
Gebundenes Buch
304 Seiten
ISBN: 978-3-570-15331-4
  12,99
Empfohlenes Lesealter lt. Verlag:
 ab 10 Jahre

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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Verlagsinfo:
"Rachels Geschichte ist den jüdischen Kindern gewidmet, die keine eigene Stimme mehr haben."

Leipzig, 1943: Nur zwei persönliche Dinge kann die 10-jährige Rachel retten, als ihre Familie deportiert wird: den »längsten Schal der Welt«, den ihrer Mutter für sie gestrickt hat, und das Tagebuch ihrer Schwester. Rachel selbst kann von ihrem Vater gerade noch versteckt werden und seine letzten Worte bleiben ihr unvergesslich. »Denk daran, du rührst dich nicht, egal was du hörst. Du musst still sein wie ein Mäuschen.« Seitdem spricht Rachel nicht mehr. Kein Wort. Zu Niemandem.
Ein deutsches Ehepaar nimmt sie auf und mit ihrer Hilfe überlebt sie. Erst nach dem Krieg begreift Rachel, dass es keine Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrer Familie gibt. Doch dann geschieht ein Wunder – und Rachel findet nicht nur ihre Sprache wieder …

Statement:
„Denn Barmherzigkeit hat ein menschlich’ Herz

Und Mitgefühl ein menschlich’ Antlitz ...

Songs of Innocence, William Blake

… so steht es am Anfang des Buches „Ein Flüstern in der Nacht“ von der Autorin Moya Simons.
In ihrem Nachwort erklärt die Autorin, wie die Geschichte, einer Mischung aus Tatsachen und Fiktion, entstanden ist.
Zur Erinnerung an Anna Parnas, die Mutter von Eva Thassim, ein Kind, welches den schrecklichen Holocaust überlebte.
Wo war Gott gewesen, als das jüdische Volk umgebracht wurde? (S. 282)
Wo war er gewesen, um seine schützende Hand, seine Liebe über sie zu halten?
Diese Fragen und noch viele mehr sollten nicht /nie vergessen werden.
Moya Simons erzählt in „Ein Flüstern in der Nacht“ die Geschichte von Rachel und ihrer Familie. Rachel, ihre Kindheitsjahre, in denen sie behütet aufwuchs, in einer Familie, die nicht reich, aber auch nicht arm war. Sie bewohnten ein gut bürgerliches Haus im jüdischen Teil von Leipzig. Rachels Vater war Arzt.

Sie waren Juden.

Das Leben der Familie ändert sich ruckartig, als dass sie in das sogenannte Judenhaus umziehen müssen. Nicht nur sie, auch die Verwandtschaft findet sich dort wieder. Und so müssen sie nunmehr auf engstem Raum miteinander leben.
Wer sich in der Geschichte, dem Thema der Juden, dem Zweiten Weltkrieg, den Deportationen, beschäftigt hat, weiß um was es in „Ein Flüstern in der Nacht“ geht.
Moya Simons hat hier auf eine ganz besondere Art und Weise das Schicksal von Rachel mit der Thematik verbunden, diese extrem schlimme Zeit, die leider nicht aus der Geschichte gestrichen werden kann, und daraus ein bemerkenswertes Buch geschrieben.

Das Judenhaus, sicher die Vorstufe zum Abtransport in die Gaskammern. Als wieder einmal die Soldaten kommen, um Familien abzuholen, versteckt der Vater Rachel und verbietet ihr das Sprechen. Es bleibt ihr nicht viel von der Familie, nur Miris Tagebücher, und ein endlos langer Schal, den die Mutter gestrickt hatte, den „längsten Schal der Welt“.
Und die Worte ihres Vaters: (S. 98)

... „Rachel, mach dich ganz klein! Versteck dich im Schrank unter der Spüle. Und egal, was du hörst, ob Rufe oder Schreie – du darfst keinen Mucks von dir geben. Kein Wort, verstanden! Das ist ganz, ganz wichtig. Es geht um dein Leben. Du musst mucksmäuschenstill sein, verstanden?“

In vielen Passagen erging es mir so wie mit diesem Absatz. Die eindringlich gesprochenen Worte des Vaters an Rachel, sie schwebten durch den Raum, eine nicht sichtbare dunkle Wolke schwebte über mir und Erinnerungen aus Fernsehaufnahmen vom Kriegsgeschehen, der Lager nach dem Krieg, liefen wie ein Bilderkino vor meinen Augen ab.

„Ein Flüstern in der Nacht“, ein Kinder- bzw. Jugendbuch, welches man nicht vergisst. Allerdings kann ich der Altersempfehlung des Verlages ab zehn Jahren nicht so ganz zustimmen, es sei denn, die Thematik ist nicht gänzlich unbekannt. 

Ein Lesehighlight 2012 - TopTen 2012

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Rezension (242) Der letzte Engel




                 Zoran Drvenkar - Der letzte Engel
         
   Verlag: cbj
   Gebundes Buch m. Schutzumschlag
   432 Seiten
   ISBN: 978-3-570-15459-5
   € 16,99
   Ab 14 Jahren
 




Statement (Achtung, diese Rezension entspricht nicht der "Norm")

Der Anfang zu einer Rezension, die ich eigentlich gar nicht schreiben kann.
Wieso, weshalb? Eigentlich gibt es für „Der letzte Engel“ nur den einen Satz: Was für ein Buch!
Wie heißt es so schön, eine Rezension soll kein Auseinanderpflücken der Kurzbeschreibung sein. Von daher lasse ich diese weg. Sie ist überall zu lesen.
„Der letzte Engel“ hat mich auch jetzt noch, nachdem einige Wochen vergangen sind, und ich nun versuche, eine einigermaßen gute Rezension zu schreiben, sprachlos gemacht.  Kann ich das überhaupt, so waren meine ersten Gedanken. Versuch es, so sagte mir mein Inneres.

Das Buch endet mit dem Satz „Ende vom Ersten Buch“. Hallo, lieber Autor, und wann geht es weiter? Doch nicht einfach so diesen Satz im Raum stehen lassen. Obwohl ich vor diesem Buch schon das Werkstattbuch lesen durfte, war ich hin und weg... 
                       
Wie kommt es, dass ich von dem Autor zuvor noch nichts gelesen habe? Frage muss unbeantwortet bleiben.
Vorweg sei gesagt, die Geschichte ist sehr gut durchdacht, die Charaktere sind glaubhaft dargestellt und überraschen ab und an. Doch es ist wirklich kein Buch mal für eben zwischendurch zu lesen.
Worum also geht es in „Der letzte Engel“, ohne nicht allzuviel von der Handlung zu verraten.
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Der sechszehnjährige Motte erhält an einem Wochenende eine Mail, ohne Betreff, mit dem Text ...
(S. 19 .. sorry für die schlechte nachricht
aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein

wir wollten nur, dass du das weißt
du bist nicht allein
sei mutig und stark)

Wenn Motte nicht dringend ein Referat hätte abschließen müssen, wäre er mit seinen Freunden um die Ecke gezogen. Doch nun diese Mail. Wie lächerlich kam ihm das vor. Doch trotz aller Bemühungen machte er sich Gedanken, was wäre Wenn, und was ist das, tot zu sein?
Doch dann passiert es, trotz der durcharbeiteten Nacht, einer kurzen Schlafpause – steht Motte vor dem Spiegel im Badezimmer und das, was er sieht, glaubt er nicht – unfassbar.
Die Handlung „Der letzte Engel“ wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt.
Personen, Orte, Hin und Her – Motte „Der letzte Engel auf Erden“. Doch wie erklärt es sich, dass sein Freund Lars ihn sehen kann und der Vater nicht. Wie krass ist es für Motte, sich selbst tot im Bett liegen zu sehen.
Jedes Kapitel für sich birgt so viel Spannung, dass man gar nicht aufhören mag zu lesen. So dumpf und düster die Geschichte am Anfang erscheint, umso intensiver versetzt der Autor durch seinen einzigartigen Schreibstil, die Wahl seiner Worte, den Leser in ein fast bildhaft erscheinendes Buchkino.
Das Schicksal von Motte, dem letzten Engel, von Mona und Esko, sie werden den Leser begleiten, entführen in eine Handlung voller Geheimnisse, einer Geschichte, die bis zum Schluss fesselt.
Schreiben Sie mal eine Rezension zu einem Buch, bei dem die eigene Gefühlswelt Karussell fährt. Auf die Fortsetzung bin ich sehr gespannt.
„Der letzte Engel“, ein Buch, dass sich aus der Masse hervorhebt.

Dank an den cbj-Verlag für das außergewöhnliche Buch

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Rezension (241) Die Tochter der Tryll - Entzweit


Amanda Hocking
Die Tochter der Tryll - entzweit - Band 2


<!--
Amanda Hocking
Die Tochter der Tryll – Entzweit Band 2
broschiert
352 Seiten
Verlag: cbt (24. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570161456
Vom Hersteller empfohlenes Alter:
Ab 13 Jahren
€ 12,99
&


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Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Danke an den Verlag für das Leseexemplar

Buchinfo lt. Verlag:

Entzweit - in Wesen und Gefühl
>Wendy Everly lebt ein Leben als Außenseiterin, bis Finn sie in die Welt der Tryll entführt. Endlich versteht Wendy, wer sie wirklich ist. Doch das magische Reich der Tryll ist tief entzweit. Nur Wendy ist mächtig genug, das Volk zu einen – wenn sie bereit ist, alles zu opfern ...
Wendy Everly hat sich kaum daran gewöhnt, eine Tryll zu sein, als die verfeindeten Vittra sie entführen – und vor König Oren bringen, Wendys leiblichen Vater. Oren will sie zwingen, ihr Schicksal mit den Vittra zu vereinen, die um ihre Existenz kämpfen. Doch in letzter Minute befreit Finn Wendy. Allerdings ist Wendys Liebe zu Finn zum Scheitern verurteilt, denn die Prinzessin darf keinen Niedriggeborenen heiraten. Zudem bemüht sich der charmante Vittra Loki um Wendys Zuneigung. Unterdessen wird Königin Elora immer schwächer und Wendy muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Liebe, Krieg und Frieden 


Wendy und Rhys, der erste Teil der Trilogie „Die Tochter der Tryll“ endet damit, dass die beiden ausf Förening, der Stadt der Trylls, fliehen.
Wendy, die angehende Thronerbin, Rhys, das Tauschkind aus der Familie, in der Wendy, der Wechselbalg aufwuchs. Nach siebzehneinhalb Jahren sieht sich der Bruder Matt mit der Tatsache konfrontiert, einen Bruder zu haben, nämlich Rhys. Für ihn unfassbar. Doch das war es, was die Mutter immer gesagt hatte, dass Wendy nicht ihr Kind sei.
Wendy war mit Rhys aus dem Tryll-Land vor ihrer Mutter geflüchtet, und weil sie ihr den Umgang mit dem Tracker Finn verbot.
Mit ihrem bekannten lockeren Schreibstil hat Amanda Hocking den Leser sehr schnell in das Buch „entzweit“ hineingezogen.
In „entzweit“ kommen erneute Abenteuer auf die Protagonisten zu. Logisch, was wäre das Buch sonst ohne Spannung. Wendy, nunmehr zurückgekehrt in die Menschenwelt, leider hat sie Pech, dass die Vittra sie aufspüren und in ihre Gewalt bringen.
Wer den ersten Band gelesen hat, weiß, dass die Vittra ein kriegerischer Trollstamm sind. Begriffserläuterungen finden sich am Ende des Buches.
Warum wurde Wendy entführt, welches Interesse hat der König der Vittra an ihr?
Nein, es muss heißen, welches „persönliche“ Interesse hat der König an Wendy!
Ihm liegt viel daran, dass seine Tochter seinen Thron beerbt.
Und so ist Wendy hin- und hergerissen zwischen den beiden Familien. Sie steht mitten zwischen den Fronten, welche Familie ist/wird ihre zukünftige Familie sein.
So viele Geheimnisse, etliche neue Figuren, sympathisch und auch unsympathisch.
Doch alles in allem hat mich der zweite Band der Trilogie überrascht. Die mir fehlende Spannung im ersten Band war hier angemessen, der Schreibstil einem Jugendbuch angepaßt, obwohl auch hier schon die Ansprüche höher geworden sind.
Wer sich schon für den ersten Band begeistern konnte, wird seine Freude an der gesamten Trilogie haben.
Das Cover ist wieder der absolute Hingucker, die verschiedenen Blautöne, im Hintergrund die funkelnden Sterne  und davor in einem Feld sitzend ein junges, weißgekleidetes junges Mädchen.

Band 3 ist in der Coverfarbe Grün gehalten.
ROT – Verborgen
BLAU – Entzweit
GRÜN – Vereint

„Die Tochter der Tryll – entzweit“, ein guter Mittelband der Trilogie, ein Jugendbuch, allerdings mit kleinen Schwächen.
Gelesen November 2012



Samstag, 22. Dezember 2012

Rezension (240) Der Kater, meine Nachbarn und ich


Maria Ernestam
Der Kater, meine Nachbarn und ich

© Cover Verlagsseite

Originaltitel:
Runda i ögat som katten
Aus dem Schwedischen
 von Gabriele Haefs
Gebundenes Buch
mit Schutzumschlag

128Seiten                                                    
ISBN: 978-3-442-75385-7
€ 12,99
Verlag : btb


Gelesen: November 2012
© Cover / Texte Verlag
Verlag - btb - RandomHouse


Autoreninfo:
Maria Ernestam, geboren 1959, begann ihre Laufbahn als Journalistin. Sie hat lange Jahre als Auslandskorrespondentin für verschiedene schwedische Zeitungen in Deutschland gelebt, daneben eine Ausbildung als Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin absolviert. Mittlerweile sind fünf hoch gelobte Romane von ihr erschienen. Für "Die Röte der Jungfrau" erhielt sie den Französischen Buchhändlerpreis. "Der geheime Brief" und "Das verborgene Haus" waren in Skandinavien Bestseller und standen auch in Deutschland wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Maria Ernestam lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Stockholm.


Mit dem Umzug aufs Land haben sich Sara und Björn einen Traum erfüllt. Endlich weg aus dem engen Mietshaus in der Stadt, endlich weg von den spießigen Nachbarn, die jeden ihrer Schritte beobachteten. Mit dabei: Ihre Katze Mischka, die bereits vorsichtig den märchenhaft verwilderten Garten ihres neuen Hauses in Südschweden auskundschaftet. Doch schnell legt sich ein Schatten über das anfängliche Idyll. Denn das so freundliche Ehepaar von nebenan mit dem akkurat gestutzten Rasen und dem eigensinnigen Kater, der Mischka partout nicht zu dulden scheint, entpuppt sich schon bald als ziemlich sonderlich ...

Statement:
„Eine zauberhafte Geschichte“, so verspricht es der Text auf dem Buchrücken. „Der Kater, meine Nachbarn und ich“, eine katzen-kater-behaftete Kurzgeschichte, denn das Buch hat gerade mal 128 Seiten und lässt sich so ideal an einem gemütlichen Abend lesen.
Sara und Björn, zwei Großstadtmenschen, entfliehen dem Mietshausmief und kaufen sich ein Haus auf dem Land. Die Geschichte spielt in Südschweden. Mit ihnen aufs Land zieht ihre Katze Mischka, für die ihr neues Zuhause wahrscheinlich wie ein Paradies vorkommen wird. Sara freut sich darauf, sich in dem verwilderten Garten austoben zu können, ein absolutes Hobby von ihr, und für Björn birgt es keine Probleme, nunmehr täglich in die Stadt zur Arbeit zu fahren.
Endlich keine neugierigen Nachbarn mehr, keine laute Musik ... wäre da nicht dieses Paar von gegenüber, Agneta und Lars.
Nach der Eingewöhnungsphase für die Katze Mischka darf die nun endlich ihr neues Zuhause auch draußen erkunden. Doch für den Nachbarskater Alexander ist Mischka ein Eindringling in seinem Revier. Und so muss Mischka etliche Katerprügel einstecken, bis sie sich schließlich nicht mehr aus dem Haus wagt.
Aber auch die Nachbarn sind nicht ganz einfach, wie Sara und Björn es sich erhofft hatten. Vor allem Agneta ist eifersüchtig auf Sara.
Es verbirgt sich noch mehr hinter all dem Ganzen, und so ist es Sara, die sich an ihre Großmutter Lea wendet. Die beiden haben eine besondere Beziehung zueinander.
Für Leser, die „Das verborgene Haus“ der Autorin schon gelesen haben, eine Überraschung, für die Nichtkenner die Empfehlung, eben das vorgenannte Buch zu lesen.
„Der Kater, meine Nachbarn und ich“ wird durch Schwarz-Weiß-Zeichnungen aufgelockert.
Den Leser erwartet ein Schluss, mit dem man absolut nicht rechnet.
Letztendlich eine kurzweilige Geschichte, für Katzenliebhaber bestimmt empfehlenswert, aber auch ansonsten fühlte ich mich für einen Abend gut unterhalten.
Halt ein Buch für zwischendurch – doch auch noch ein Geschenktipp in letzter Minute.

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Verlag 
Vielen Dank an den Verlag

Samstag, 8. Dezember 2012

Rezension (237) Das Haus der vergessenen Träume

Katherine  Webb - Das Haus der vergessenen Träume

Quelle: Verlag


Katherine Webb
Das Haus der vergessenen Träume
Taschenbuch
528 Seiten
Verlag: Diana Verlag
(16. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453357150
Originaltitel: The Unseen
€ 9,99



 Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Buchrückentext:
Eine verratene Liebe, eine schicksalhafte Entscheidung
Als die Journalistin Leah Hickson auf zwei alte Briefe stößt, kommt sie einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, das hundert Jahre hinter den Mauern eines englischen Landhauses verborgen lag. Bei ihren Recherchen erfährt sie von dem bewegenden Schicksal einer jungen Frau und entdeckt Hinweise auf einen schrecklichen Verrat. Immer tiefer gerät Leah in den Sog der Vergangenheit – bis sie eine Entscheidung treffen muss, die ihr eigenes Leben von Grund auf verändert.


Statement:
Leah Hickson wird von ihrem Exfreund Ryan nach Belgien gerufen. Im Rahmen der Arbeit bei der Kriegsgräberfürsorge hat man das Skelett eines Mannes geborgen. Für die Britische Kriegsgräberfürsorge nicht immer leicht, die Toten zu identifizieren. Hier aber lag mehr vor. Das war der Grund, warum Ryan Leah informierte. Leah Hickson ist Journalistin und Ryan vermutete, dass hier eine gute Story bei dem Namenlosen drin sein könnte. Man hatte nämlich bei dem Toten Briefe gefunden, die fast ein knappes Jahrhundert unbeschadet bei ihm gelegen hatten.
Denn diese Briefe waren keine ganz normalen Briefe, dahinter verbarg sich mehr.  Leahs Interesse ist geweckt und sie begibt sich nun auf die Suche und der Lösung des Geheimnisses. Was hatte es mit den Briefen auf sich?
Ansatzpunkt ist der kleine Ort Cold Ash Holt, dort lebte die Absenderin der Briefe und dort beginnt auch die Geschichte.
„Das Haus der vergessenen Träume“ ist in zwei Zeitebenen geschrieben. Die Vergangenheit spielt im Jahre 1911 und die Gegenwart in 2011.

Auf Leah und ihre Beziehung zu Ryan näher einzugehen, erspare ich mir. Vordergründig war für mich das Geheimnis um diese beiden Briefe. Als ich dann noch nach etlichen Seiten feststellte, dass wieder einmal die damalige Frauenbewegung in England, die Zeit der Sufragetten, Grund für den weiteren Lebensweg einer der Charaktere war, hatte mich das Buch gepackt. Äußerst spannend und sehr bewegend hat die Autorin die Charaktere Cat beschrieben, ihr Leben, ihre Gefühle, die Zeit und die Lebensumstände im Gefängnis.
Schließlich wird sie nach dem Gefängnisaufenthalt in das Pastorenhaus von Mr. und Mrs. Canning in das kleine Dort Ash Holt geschickt. Dieses liegt gut drei Kilometer von Thatcham entfernt. Bei ihrer Ankunft wird Cat von Mrs. Bell am Bahnhof abgeholt.
Das Ehepaar Canning, zwei Charaktere – wie Tag und Nacht – deren Ehe sehr merkwürdig herüberkommt. Mr. Canning interessierte sich nicht besonders für seine Frau. Sicher, er war/tat sehr fürsorglich, aber sowie es um die körperliche Nähe und den weiteren Fortlauf, ging er auf Distanz. Seine Frau wünschte sich so sehr Kinder. Schon mehrfach hatte sie ihre ältere Schwester um Rat gebeten und ihr die körperliche Ablehnung von Albert geschildert. Nun ja, Mr. Canning hatte anderes im Kopf. Er war fasziniert von dem Meister Theosoph „Robin“ und interessierte sich nur noch für die Theosophie.
Robert Durrant, ein intelligenter junger Mann, ein Redner, der sich in theosophischen Kreisen schon seinen Namen gemacht hatte, Albert Canning ist von ihm total begeistert.
Naturgeister, Weisheitsreligion und anderes, es war schon faszinierend davon zu lesen.
Dieser Mr. Durrant kommt nun in das Pfarrhaus und nichts wird mehr so sein wie es vorher war.
Man meint, dass dies nun im Vordergrund der Handlung steht. Doch hier geht es um das Gesamtpaket: Auf der einen Seite das Pastorenehepaar Canning, das Dienstmädchen Cat, der Redner Durrant und dann ist da noch Georg, in den sich Cat verliebt hat.

Das Buch fasziniert und ist spannend geschrieben. Daher werde ich auf den weiteren Inhalt nicht eingehen.

In der heutigen modernen Zeit, wo man davon ausgehen kann(sollte), hat die Frau ihren Platz in der Gesellschaft eingenommen. Rückblickend auf die vergangenen einhundert Jahre waren es doch zum größten Teil die Frauen, die unermüdlich arbeiteten, die die Städte nach dem Krieg wieder aufbauten – es heißt ja nicht umsonst „Die Trümmerfrauen“, nebenbei noch ihre Kinder großzogen, doch welche Rechte hatten sie vor einhundert Jahren?

Dass der Widerstand gegen all das Unrecht öffentlich angeprangert wurde, die Frauen für ihre Rechte kämpfen mußten, liest sich in einer anderen Geschichte.

Um auf „Das Haus der vergessenen Träume“ zurückzukommen, kann ich nur abschließend schreiben: Es erhält meine Leseempfehlung

Dienstag, 20. November 2012

Rezension (231) Und dann kam Luna

Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Und dann kam Luna
Christine Brügge


Christine Brügge
Und dann kam Luna
Taschenbuch
256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (17. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442477180
€ 8,99




Statement: 
Luna, ein Mischlingshund, halb Retriever, halb Bordercollie, kommt in ein neues Zuhause und ist Garant dafür, dass seitdem nichts mehr so ist wie es vorher war.

In 28 kleinen Kapiteln, deren Überschriften schon zum Schmunzeln verleiten, erzählt die Autorin Christine Brügge die Geschichte von Luna und ihren „Mitbewohnern“.
 „Und dann kam Luna“ erinnerte mich an vielen Stellen an die vergangenen Jahre mit unserer Retrieverhündin Lina und an das jetzige mit Toby, ebenfalls ein Retriever.
 Louis Armstrong hat einmal gesagt: „Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede“ – und das kann ich nur so bestätigen. Vieles spricht sehr oft gegen die Anschaffung eines Hundes, z. B. wenn man bei schlechtem Wetter durch die Gegend läuft, weil ES sein Geschäft erledigen muss ... Doch das ist alles vergessen gegen diese Momente des Glücks. Wenn die Kinder aus dem Haus gehen und der Vierbeiner bleibt, ja, es ist dann eine Art „Ersatzkind“, mit dem man spricht, dem man seine Geheimnisse anvertraut, der merkt, wie es um einen selbst steht. Und Geheimnisse, die bleiben dort und werden nicht weitererzählt.

 Was schreiben über ein Buch, in dem man sich selbst findet, dass so herzerfrischend geschrieben ist. Ich habe mich von der ersten bis zur letzten Seite so wohl gefühlt, und das beinhaltet sicherlich die beschriebenen Charaktere wie auch die Story.

Fazit:
 „Und dann kam Luna“ ist ein sehr empfehlenswertes Buch, welches ich auch den Nicht-Hundebesitzern ans Herz legen möchte. Die Autorin überzeugt durch ihren Sprachstil, ihren Wortschatz – kurzum: Ich liebe dieses Buch! Bitte mehr davon.

Für mich gehört es auf meine TopTen 2012-Liste.

Rezension (230) Liebe kommt auf sanften Pfoten


Lucy Dillon
Liebe kommt auf sanften Pfoten
Cover von Verlagsseite
::
Lucy Dillon
Taschenbuch
512 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
 (17. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442477586
Originaltitel: Walking back to Happiness
€ 8,99



Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Autoreninfo:
Lucy Dillon kommt aus Cumbria, einer Grafschaft im Nordwesten Englands und lebt mit ihrem Dackel Violet in London und Wye Valley.

Statement: 
Immer wieder gern bietet das Thema einer Liebe, dem Verlust und die Chance auf einen Neuanfang Stoff für einen Roman – und mittendrin in der Handlung ein Hund oder auch mehrere. So auch in dem Buch „Liebe kommt auf sanften Pfoten“ von Lucy Dillon.
Angesprochen von dem Cover, aber auch der Kurzbeschreibung, und weil ich sowieso gern Bücher, in deren Handlung Hunde eine Rolle spielen, gern lese, freute ich mich auf diesen Frauenroman. Vor gut acht Monaten verlor Juliet ihren Mann Ben, ihre Jugendliebe. Zurück blieb sie mit dem Vierbeiner Minton, dem Jack-Russell-Terrier. Aber nicht nur ihn, sondern auch einem Haus, in dem die Renovierungsarbeiten seit dem Tod von Ben zum Stillstand gekommen waren.
Seit dem Verlust ist nichts mehr so wie es vorher war. Juliet hatte nicht nur Ben verloren, auch ihre Lebenslust, ihre Kraft, die sonst so tägliche Routine, alles ging an ihr vorbei, ohne dass es irgendetwas gab, dass sie aus ihrer Lethargie herausholte. Doch sie hatte nicht mit ihrer Familie gerechnet, vor allem ihrer Mutter, und dann waren da auch noch ihre Nachbarn. Ja, und auch noch der Hund der Mutter, denn diese ergreift wieder einmal die Initiative und bittet Juliet, ihren Hund zu beaufsichtigen. Juliet, eine junge Frau, deren Zukunftsträume mit ihrer Liebe Ben wie eine Seifenblase durch seinen Tod zerplatzten.

 Ein Haus voller Kinder – mit Ben – vorbei.
 Ein Leben mit Ben – vorbei.
 Ben – aus dem Leben gerissen durch einen Herzinfarkt - vorbei.

Doch Juliets Mauer fängt so langsam an zu bröckeln und sie findet ihren Weg wieder zurück, Stück für Stück, in die Normalität. Ein ganz wichtiger Begleiter auf diesem Weg ist Minton, der Jack Russel Terrier aus der Auffangstation und eigentlich Doger hieß, gab sein Bestes und von dem Moment an war es Bens Hund gewesen. Nach und nach ergeben sich immer wieder neue Momente, Lichtblicke für Juliet. Und das nicht nur durch den netten Nachbarn von nebenan, der unbedingt ihr das Badezimmer renovieren und somit wieder benutzbar machen möchte. All das hilft Juliet, Schritt für Schritt zurück in ein fast normales Leben, die Verarbeitung ihres Verlustes von Ben und der Trauer um ihn.

Fazit: 
„Liebe kommt auf sanften Pfoten“ ist ein Buch für Leser, die diese Art von Frauenromanen lieben, sich nicht scheuen, sich auch mit der Thematik Verlust und Trauer auseinanderzusetzen. Vor allem aber zeigt es auch auf, welche Rolle ein Vierbeiner in einem Leben spielen kann, denn diese schenken uns ihr volles Vertrauen und geben so viel Liebe wieder.

 Zitat: 
Hunde tragen ihr limbisches System auf dem Gesicht. In den Gesichtern von Hunden kann man die genaue Gefühlswelt wiederentdecken und finden so direkt einen Weg in unser Gehirn. Das Glück von ihnen macht auch uns glücklich. 
(Patricia B.McConnell)
  

Samstag, 17. November 2012

Rezension (230) Perlentöchter

:: Jane Corry Perlentöchter ::

Jane Corry
Perlentöchter
Gebundene Ausgabe
544 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag
(27. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3764504335
Originaltitel:
The Pearls
€ 19,99




Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Info Verlag:
Auch die schönsten Perlen bergen ein dunkles Geheimnis ... Sie waren Mütter und Töchter. Sie fanden die große Liebe. Und teilten ein Schicksal ... London, 1918. Die junge Rose verliebt sich in den charmanten, weltgewandten Kriegsheimkehrer Charles. Nach einer Blitzhochzeit reist sie mit ihm nach Borneo, wo er eine Plantage leitet. Doch Roses anfängliche Euphorie über ihr neues Leben legt sich schnell: Sie muss Verrat und Enttäuschungen überwinden und um ihr Glück kämpfen. Nur die Perlenkette ihrer Großmutter spendet ihr immer wieder Kraft und Trost. Jahrzehnte später erbt Roses Enkelin Caroline die Perlen – und mit ihnen ein dunkles Geheimnis …
Eine große Familiensaga vor der Steilküste Südenglands.
Autoreninfo: 
Nach ihrem Englischstudium arbeitete Jane Corry für Medien wie The Times, The Daily Telegraph, The Daily Mail und Woman. Sie ist Mutter von drei Kindern und lebt mit ihrem Mann an der Küste im englischen Devon. Perlentöchter beruht zum Teil auf den wahren Geschichten ihrer Ahninnen, die in Borneo eine Kautschuk-Plantage besaßen. Von ihrer Großtante erbte sie eine Perlenkette, die sie niemals ablegt.


Statement:
Aus “Epilog”: 
Um die Vergangenheit zu weinen, ist nutzlos.
Um die Gegenwart zu weinen, trübt nur den Blick,
und man sieht weniger klar in die Zukunft.“

„Perlentöchter" ist eine Familiensaga, die über mehrere Generationen erzählt. 
Die Geschichte beginnt mit einem kurzen Einstieg zu Louisa in der Zeit von 1897 – 1898. Die weiteren Protagonistinnen sind Caroline, Helen und Rose. „Perlentöchter“ erzählt die Geschichte dieser drei Frauen, die etwas miteinander verbindet, zum einen die Liebe zur Malerei und dann die Perlenkette.
Ihre Geschichte, ihr Leben wird jeweils aus der Sicht der Frauen erzählt.
 Als Carolines Tante Phoebe stirbt, ist sie es, die die Perlenkette erbt. Grace, ihre Schwester, erhält Wilfried, ein Labradorhund. Alles andere, das Haus und Inventar, muss verkauft werden, um Phoebe Isobel Wrights Schulden zu tilgen.
Es kommt dann so, wie Caroline es geahnt hatte. Natürlich wollte Grace die Kette und sie, Caroline, sollte den Hund nehmen. Doch das kam nicht in Frage. Unterstützt durch Simon, Carolines Mann, nehmen sie also auch noch Wilfried mit zu sich. Im Laufe der weiteren Handlung stellt sich heraus, dass Simon eine Geliebte hat.
Im Nachlass ihrer Tante flüchtet Caroline in eine andere Welt. In den Briefen und Tagebüchern zeigt sich, dass es bereits schon in der Vergangenheit Affären gab.
Und so liest Caroline über das Schicksal von Rose, die Tochter von Louisa, mit der „Perlentöchter“ beginnt. Rose, die mit ihrem Mann England verlässt und einen neuen Lebensabschnitt auf Borneo beginnt. Charles leitet dort eine Plantage. Doch Rose’s Leben ist nicht einfach. Sie wurde nicht auf das Leben vorbereitet, auf das was sie erwartet, zum einen als Frau, Ehefrau und auch als Mutter. Rose’ Tochter Helen wird ebenfalls keinen einfachen Weg gehen.
Und auf aller drei Frauen Weg wird die Perlenkette weitergerecht, die Kette von Louisa.
Carolines Mutter Helen, welches Glück findet sie?
Welche Auswirkungen haben diese alten Briefe von Tante Phoebe auf das weitere Leben von Caroline?
Welchen Weg wird sie gehen?
Mit oder ohne Simon?
Jane Corry hat mit „Perlentöchter“ eine eindrucksvolle Geschichte geschrieben, wobei die von ihr geschaffenen Charaktere gut dargestellt wurden.
Das Cover passt ausgezeichnet, man kann sich sehr gut vorstellen, wie sehnsüchtig die Frau in die Ferne schaut und zeigt trotzdem eine Ausstrahlungskraft, Würde und Stolz.
Fazit:
„Perlentöchter“ schildert eine Familiensaga mit dem Hintergrund, welche Rolle nimmt die Frau in der Gesellschaft ein, zum einen vor über hundert Jahren bis hin zur heutigen Zeit. Welchen Status hat die Frau und welche Entwicklung nimmt sie.
„Perlentöchter lässt sich gut lesen, trotz der enormen Seitenzahl. Aber das kenne ich ja bereits schon von anderen Familiensagen.
Das Buch hat mich „abgeholt“, um es mal mit den Worten einer bekannten Musikerin zu beschreiben, und in seinen Lesebann gezogen. Man wird intensiv in den das Leben dieser Frauen mit hineingezogen.
„Perlentöchter“ erhält meine Leseempfehlung.


Freitag, 16. November 2012

Rezension (229) Immer Ärger mit Opa




Brigitte Kanitz - Immer Ärger mit Opa
           Cover Verlag 
Taschenbuch
 320 Seiten
Verlag: Blanvalet TB
 (8. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442378692
€ 8,99




Von Störchen, Kuhdung und einer Heideprinzessin, die’s in sich hat …
Die Wahlgroßstädterin Nele kehrt nach Jahren zurück in die Lüneburger Heide. Im Gepäck
hat sie Tränen um den frisch verstorbenen Opa.
Und seine Asche – die sie prompt im ICE vergisst.
Daheim sind Oma und Großtante in heftigem Streit über den Grabstein entbrannt, und
 Neles Mutter verschwindet auf einen Selbstfindungstrip. Zu allem Überfluss erwartet Neles Jugendliebe Karl sie sehnsüchtig, dabei träumt sie doch von Paul, Opas attraktivem Anwalt –
der ihr zudem noch ein paar Familiengeheimnisse enthüllt …

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Statement: 
Opa Hermann, inzwischen vierundneunzig Jahre und Oberhaupt der Familie Lüttjens, fährt unangemeldet zu seiner Enkeltochter Nele nach München. Es muss etwas wirklich sehr dringendes sein, dass er nach so vielen Jahren den Ort Nordergellersen verlässt. In München angekommen, stirbt Hermann auf dem Weg in den fünften Stock zu Neles Wohnung.
Doch was wollte er von Nele? Bevor er in Neles Armen stirbt, spricht er nur noch vier Worte zu ihr, die beinhalten, dass er ohne großes Theater verbrannt werden wollte.

Und nun sitzt Nele mit der Asche von Opa Herrmann – sicherheitshalber in einer Tupperdose aufbewahrt – im Zug von München zurück in die Heide. Die Urne hatte sie im Gepäck und falls dieses evtl. gestohlen oder verloren ging, so hatte sie wenigstens die Asche von Opa Herrmann.

Nele, über dreizehn Jahre ist es nun her, dass sie das kleine Heidedorf verließ, und in München mit ihrer beruflichen Karriere durchstartete. Ja, Nele hatte eine enorme Entwicklung gegenüber früher gemacht. Wie schreibt die Autorin Brigitte Kanitz (S. 9 ... von einem schüchternen Landei ... zu einer trendigen Großstädterin ...) 

Für den ersten Moment klingt es etwas unnormal, wenn eine Privatperson mit der Urne eines Verstorbenen durch Deutschland reist. Das war der erste Halt meiner Lesereise des Romans „Immer Ärger mit Opa“. Um diese Zweifel zu beseitigen und mich der weiteren Handlung genussvoll hingeben zu können, machte ich mich erst einmal schlau und tatsächlich, man darf, allerdings gibt es bestimmte Vorschriften bzw. Auflagen, die einzuhalten sind. Nachdem nun diese Leseblockade beseitigt war, konnte der Zug seine Reise wieder aufnehmen.

Die Autorin Brigitte Kanitz war mir nicht unbekannt. Durch historische Bücher, die sie unter dem Namen Brigitte Janson veröffentlichte, hat sie nunmehr den Schritt in eine andere Richtung getan. Sie geht zurück zu ihren Wurzeln, in ihre alte Heimat und bringt so ihre Erinnerungen an das Leben dort mit in die Handlung von „Immer Ärger mit Opa“ ein, nicht realitätsfern, aber auch nicht so, dass es einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Nun also sitzt Nele im Zug, mit der Asche von Opa Herrmann. Für die Protagonistin Nele heißt es, sie muss sich nunmehr ihrer Vergangenheit stellen. Nicht umsonst ist sie damals geflüchtet. Eine chaotische Familie, die sie erwartet, Fragen, denen sie sich stellen muss, und das ausgerechnet ihr, Nele. Als hätte man es ahnen können, dass das Pech Nele weiter verfolgt, vergisst sie die Tupperdose mit der Asche von Opa Herrmann im Zug. Wer war nun schuld an diesem Dilemma? Nele selbst oder diese nette, hilfsbereite ältere, weißhaarige Dame im Zug?

Fazit:
"Immer Ärger mit Opa“ von Brigitte Kanitz, ein vergnüglicher Familienroman, der m. E. einige Stellen aufweist, die zu langatmig geschildert wurden. Die Idee zum Buch ist gut, allerdings fehlte mir das gewisse Etwas in der Story. Die Asche in der Tupperdose war es auf jeden Fall nicht. Die Verbindung zwischen mir als Leserin und dem Buch hat leider nicht zu hundert Prozent funktioniert. Diese Rezension stellt nur meinen Leseeindruck dar. „Immer Ärger mit Opa“ ein Roman, dem ich meine Leseempfehlung gebe – gut für Zwischendurch – eine amüsante Abwechslung.


Montag, 29. Oktober 2012

Rezension (225) Deine Lippen, so kalt




Amy Garvey
Deine Lippen, so kalt
Gebundene Ausgabe
320 Seiten
Verlag: cbj (23. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570153321
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
·  Originaltitel: Cold Kiss
€ 14,99







Cover © Verlag RandomHouse cbj

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung

(©)
Wenn Liebe zu einem Fluch wird ...
Als Danny stirbt, fühlt Wren sich unendlich einsam und alleingelassen. Wren wünscht sich nur das eine: den Liebsten zurückzuholen. Und genau das tut sie mit Hilfe ihrer heimlichen magischen Fähigkeiten. Doch dieser auferweckte Danny ist nicht der, in den sie sich damals verliebt hat: Seine Haut ist kalt. Seine Lippen sind eisig. Er lebt nur durch sie und für sie. Wren muss ihn verstecken und besucht ihn jeden Tag. Doch ihr Herz scheint dabei einzufrieren.

Alles ändert sich, als sie Gabriel trifft. Er spürt Wrens magische Kraft und ahnt ihr Geheimnis. Hin und her gerissen zwischen der Verantwortung für Danny und der aufflammenden Leidenschaft für Gabriel, muss Wren eine Entscheidung treffen. Die schwerste ihres Lebens ...



Statement:
„Deine Lippen, so kalt“ beginnt mit der Begegnung von Danny und Wren. Wren scheint eine Träumerin zu sein, ihre Wünscheso magisch, einzigartig. Und genauso einzigartig ist die Liebe zwischen den beiden – Wren und Danny. So verschieden ihre Geschmäcker auch waren, Wren liebte ihn trotzdem.
Doch manchmal kann es auch zuviel davon sein, für den der hier bleibt  kann der Schmerz unerträglich sein.

Wren, ein junges Mädchen mit besonderen magischen Fähigkeiten. Es liegt in ihrer Familie, doch da gibt es ein Problem – ihre Mum redet nicht mit ihr darüber. Die Charaktere Wren wächst dem Leser schnell ans Herz. Die Autorin hat es sehr gut verstanden, die Gefühlswelt von Wren in verständlicher Sprache auszudrücken. So blass und unscheinbar Danny wirkt, umso intensiver hinterläßt er einen bleibenden positiven Eindruck.
Als das Unglück geschieht und Danny stirbt, holt Wren ihn mit ihren magischen Kräften zurück ins Leben. Doch er ist nicht mehr der „Alte“ Danny, den sie gekannt und geliebt hatte. Er „fühlt“ sich nicht mehr so lebendig an, irgendwie ein Untoter.
Als Wren den Neuen an der Schule kennenlernt, Gabriel, spürt sie eine ganz besondere Ausstrahlung. Immer mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen.
Doch da ist Danny, der täglich in seinem Versteck auf dem Dachboden von Mrs. Petrellis Garage auf sie wartete. Das Haus stand direkt hinter Wrens Zuhause und Mrs. Petrellis hatte sich seit dem Tod ihres Mannes völlig zurückgezogen.

„Deine Lippen, so kalt“ ist aus der Perspektive von Wren geschrieben. Danny und Wren, zwei Charaktere, deren Darstellung und Beschreibung mir gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist einerseits sanft, aber dann auch wiederum sehr gefühlvoll.

Von Gabriel erhoffte ich mir mehr, obwohl er Wren zur Seite steht, nachvollziehen kann, was mit ihr los ist, hat hier die Autorin – wahrscheinlich sehr bewußt – die Entwicklung seiner Persönlichkeit zurückgehalten.

Das Cover ist wunderbar gestaltet, die Farben harmonisieren, ebenso dass das Buch selbst ohne Umschlag in einem warmen Purpurton gehalten ist, spricht für den Verantwortlichen. Bei einem Fantasiebuch lege ich schon Wert darauf, das alles stimmig ist.

Fazit:
„Deine Lippen, so kalt“ ist ein gefühlvoller Jugendroman, dessen Charaktere die Handlung leben lassen.
„Wenn Liebe die Zeit anhält,
Wenn Zeit die Liebe stiehlt,
Ist es wichtig zu lernen,
dass wir loslassen müssen."
(Das ist kein Zitat aus dem Buch - sondern als Schlußsatz von mir geschrieben)



Sonntag, 21. Oktober 2012

Kurzreport (08) Da hilft nur noch Schokolade




Cathy Kelly
Da hilft nur Schokolade
Taschenbuch
640 Seiten
Sprache Deutsch
ISBN-13: 978-3442364671
€ 8,95
Originaltitel: Always and Forever


Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Statement:
Mel, Daisy und Cleo, drei Frauen mit unterschiedlichen Problemen, die sich dem Leben, dem Wandel stellen müssen. Handlungsort ist die kleine Stadt Carrickwell in der Nähe von Dublin.
Die Handlung wird kapitelweise aus der Sicht der Frauen erzählt, aber nicht in der Ich-Perspektive.
Daisy Farrell, 35 Jahre, arbeitet als Einkäuferin für eine Modeboutique. Gleichzeitig ist sie auch Teilhaberin hiervon. Ihr sehnlichster Wunsch, endlich ein eigenes Kind, klappt schon seit Jahren nicht. Alex, ihr Freund, möchte, dass sie sich einem Gesundheitscheck unterziehen. Stress ist also vorprogrammiert.
Die 23-jährige Cleo möchte, nachdem sie ihren Abschluss in der Hotelfachschule in der Tasche hat, nun endlich im Familienhotel mitarbeiten, anerkannt zu werden. Doch das führt nicht nur zu familiären Problemen, am Schluss soll das Hotel verkauft werden.
Die 40-jährige Mel lebt mit ihrem Mann und den beiden kleinen Töchtern Sarah und Carrie ebenfalls in Carrickwell. Sie arbeitet in der PR-Abteilung einer Krankenversicherung und es ist sicher nicht immer einfach, Beruf und Familie gerecht zu werden.
Leah Meyer, eine ältere Amerikanerin, die nunmehr in Carrickwell ein Heilbad, ein „Spa“ aufmachen will, wird als Nebencharaktere eine wichtige Rolle für die drei Frauen in ihrem weiteren Lebensverlauf spielen. Die Autorin hat diese Charaktere sehr reduziert eingebracht, was Leah umso geheimnisvoller macht.
Fazit:
„Da hilft nur Schokolade“ von Cathy Kelly war mein erstes gelesenes Buch von der Autorin und ich muss sagen, nicht nur Schokolade kann süchtig machen, sondern auch die Autorin. Wer hinter dem Titel und leider nicht passendem Cover eine leicht-lockere Lektüre vermutet, wird man Ende überrascht sein. Liebevolle Charaktere, eine interessante und dem Leben angepasste Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Von daher meine Leseempfehlung.
Es gibt fünf Notizbücher (Logo für Kurzreports).
(Momentan verzichte ich noch auf Zitate).

5 Notizbücher

Samstag, 20. Oktober 2012

Kurzreport (07) Das Haus der Schwestern

Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung



Charlotte Link
Das Haus der Schwestern
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (10. Mai 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442375349
€ 9,95


Statement:
“Das Haus der Schwestern“ handelt von einem deutschen Ehepaar, welches die Weihnachtsfeiertage über in einem Haus in Yorkshire, England verbringt. Ihre Ehe war nicht mehr das, was sie einmal war, und dieses sollte ein Neuanfang werden.
Ich hatte schon vor langer Zeit die Verfilmung des Buches gesehen, was mich nunmehr veranlasste, das Buch noch einmal neu zu lesen.
Es schneit tagelang und so sind Barbara und Ralph von der Außenwelt abgeschnitten. Kein Strom, keine Heizung, nichts. Da findet Barbara ein altes Manuskript, welches die ehemalige Besitzerin Frances Gray geschrieben hatte. Nunmehr durchlaufen zwei Handlungen die Geschichte. Zum einen das Leben von Frances, geschildert in der Vergangenheit (ca. von 1900 bis in den Zweiten Weltkrieg) und zum anderen in der Gegenwart Barbaras Leben.
Frances Gray war eine sehr selbstbewusste Frau und kämpfte zur damaligen Zeit mit den Suffragetten für die Frauenbewegung in England. Egal, welche Hindernisse sich für Frances auftaten, sie gab nie auf. Ihre Entscheidung gegen die Liebe und für die Frauenbewegung zu kämpfen, es wird sich zum Schluss zeigen, ob es die richtige war. Frances schildert den Krieg, kämpft, doch sie bleibt sich selbst treu, mit ungebrochenem Stolz.
So belanglos „Das Haus der Schwestern“ sich am Anfang hinzieht, umso intensiver wird man nach gut einem Drittel in den das Leben beschreibenden Roman hineingezogen. Charlotte Link hat eine sehr eindrucksvolle Geschichte geschrieben, wobei die von ihr geschaffenen Charaktere, sei es Frances oder auch Barbara, sehr präzise von ihr dargestellt wurden. Spannung bis zum Schluss ist garantiert.
Ich gebe meine Leseempfehlung  - bei Kurzreports gibt es dieses Logo :-)
4 Notizbücher


Freitag, 12. Oktober 2012

Rezension (218) Die Quelle - Das magische Vermächtnis der Heilerin und Prophetin Mother Shipton



Ursula James
Die Quelle
Das magische Vermächtnis der Heilerin und Prophetin Mother Shipton
Taschenbuch
320 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (16. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442219919
Originaltitel: The Source. A Manual of Everyday Magic
€ 9,99







Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Der Verlag schreibt:
Brillant erzählt, mit vielen Übungen und Ritualen
Mother Shipton war eine Heilerin und Prophetin, die im 16. Jahrhundert in England lebte und als Hexe verfolgt wurde. Ihre Weissagungen, die Ursula James in diesem Buch vereint, handeln von Liebe, Vergebung, Vergangenheitsbewältigung und der Kraft der Natur. So wie Ursula James‘ leben sich durch Mother Shipton verwandelt hat, können auch wir durch rituelle Übungen, Meditationen und Trance zur Quelle unserer Kraft gelangen. Ein inspirierendes Buch voller zauberhafter Magie und Poesie.
Eine Reise ins Zentrum der Kraft
Die poetischen Weissagungen der Mother Shipton, die hier versammelt sind, handeln von Liebe, Vergebung, Vergangenheitsbewältigung und der Kraft der Natur. Ursula James erzählt, wie ihr Leben durch die große Prophetin, die im 16. Jahrhundert in England lebte, eine magische Verwandlung erfahren hat. Mit besonderen rituellen Übungen, Meditation und Trance können auch wir zur Quelle unserer Kraft gelangen.
Mother Shiptons Motte
Die Mutter-Shipton-Motte auf dem Buchcover ist kein Nachtfalter.  Man kann sie, solange man nicht näher hinschaut, leicht mit einem Schmetterling verwechseln. Da es ebenso schwer ist, Hexen von anderen Menschen zu unterscheiden, könnte man durchaus vermuten, dass wir alle Schmetterlinge sind. Es lohnt jedoch mitunter, genauer hinzuschauen.

Statement:
Das Buch „Die Quelle“ von Ursula James findet ihren Ursprung, als sich die Autorin in einer tiefen Lebenskrise befand und ihr eines Nachts „Mother Shipton“ erschien. „Die Quelle“ ist kein Buch, was sich mal eben in wenigen Stunden lesen lässt.
 In ihrer Anmerkung am Buchanfang schreibt Ursula James auf knapp zwei Seiten, wer Ursula Sontheil, genannt Mother Shipton, war. Die Heilerin und Wahrsagerin lebte im 16. Jahrhundert in England. Ihr Leben und ihr tragischer Tod hätte sich auch ebenso in Deutschland abspielen können. Mother Shipton wurde als Hexe verbrannt.
Zitat (Anmerkung der Autorin):
Ursula Sontheil, bekannt unter dem Namen Mother Shipton, war eine berühmte Heilerin und Wahrsagerin im County von Yorkshire im Norden Englands, die während der Herrschaft König Heinrichs VIII. lebte. Nachdem sie Kardinal Wolsey prophezeit hatte, dass er York in seinem Leben niemals sehen werde, befahl er, sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen zu lassen. Tatsächlich sollte der Kardinal York nie sehen, denn auf dem Weg dorthin wurde er des Verrats bezichtigt und zurück nach London berufen.
“Die Quelle“ ist eine Lektüre, die sich nach keinem Schema lesen lässt. Für mich wird es ein Buch sein, dass ich immer wieder lesen und  weiterempfehlen werde.
Aufgeteilt in mehrere Kapitel und Unterkapiteln lässt es sich „erarbeiten“. Sollte jetzt der Eindruck entstanden sein, dass mein Leben sich künftig NUR nach diesem Buch richtet, liegt falsch. Aber wenn man Dinge verändern möchte, mit einer dementsprechend positiven Einstellung, Schritt für Schritt, liegt es an einem selbst, dieses richtig anzugehen.
Zitat (S. 258):
Mother Shipton schreibt:
Dein drittes Auge schaut in drei Richtungen:
ins Vergangene, ins Jetzt und ins Künftige.
Ein Auge nach innen, eines nach außen und eines für die TraumZeit:
So vereinigt, vergegenwärtigt jetzt in allen drei Dimensionen.
Inwiefern sich unser Leben auf eine derartige Weise positiv verändern lässt, das mag dahingestellt sein.
Der Schreibstil der Autorin hat mir gefallen, flüssig, verständlich, da Ursula James viele Erläuterungen bildhaft beschrieben hat. Worte, die Kraft geben, Sätze, die dein Inneres öffnen.
Fazit:
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für die Leserichtung interessiert. Es lohnt sich wirklich!
Die Höhle von Mother Shipton in Knaresborough.


Fünf schwebende Bücher

Mittwoch, 5. September 2012

Rezension (204) Der ungeladene Gast [Sadie Jones]



Sadie Jones
Der ungeladene Gast
Gebundene Ausgabe
320 Seiten
(3. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421045553
Originaltitel: The uninvited guests
19,99




Eine stürmische Nacht, ein rauschendes Fest und ein Geheimnis, das nie hätte ans Tageslicht gelangen dürfen

„Und Mylords Tafel ist so wohlbestellt,
um selbst am Styx die Geister zu versuchen.“
Lord Byron, Don Juan

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Es war der letzte Tag im April 1912, der Tag vor Emerald Torringtons zwangzigsten Geburtstag.
Ihre Familie, das war ihre Mutter Charlotte, der neunzehnjährige Bruder Clovis, ihr Stiefvater Edward Swift und das dritte Torrington-Kind Imogen (Smudge) leben auf dem hoch verschuldeten Sterne-Anwesen. Edward Swift arbeitet als Anwalt in Manchester, aber trotz aller Bemühungen muss er sich nunmehr von einem windigen Geschäftsmann Geld leihen, um Sterne vor der Versteigerung zu retten.
Der Handlungszeitraum umfasst 24 Stunden und beginnt an diesem Morgen mit dem gemeinsamen Frühstück, allerdings ohne die kleine Schwester.
Danach reist Edward ab.
Während Emerald durch den Garten streift, schweifen ihre Gedanken zurück, bis sie ihre kleine Schwester entdeckt. Smudge, ein unscheinbares Kind, geliebt, verhätschelt, dann wiederum vergessen.Ein Kind, was gewohnt war, sich selbst zu beschäftigen.

Sadie Jones hat es mir ihrer Sprache, ihrem Schreibstil sowie den ausführlichen und detaillierten Beschreibungen jeweiliger Szenen, egal ob es die Beschreibung der Reitbekleidung von Emerald ist oder das veranstaltete Chaos in der Küche, mit „Der ungeladene Gast“ ein lesenswertes Buch geschrieben. Es braucht nicht lange und man fühlt sich selbst mitten in die Geschichte hineinversetzt.

Für den Abend ist ein Dinner geplant und Emeralds Freundin aus den Kindertagen war mit dem Zug unterwegs. Doch zuvor wollen Emerald und ihr Bruder Clovis noch ausreiten.  Erst gegen siebzehn Uhr werden die ersten Gäste erwartet. Robert, der schon zu Lebzeiten des verstorbenen Horace Torrington auf Sterne arbeitet, sowie Clovis fahren mit der Kutsche Emeralds Freundin abholen. Als sie nunmehr zurückkehren, in ungewohntem Eiltempo, müssen die Daheimgebliebenen erfahren, dass auf der Nebenlinie ein Zugunglück passiert ist. Emeralds Freundin ist wohlbehalten angekommen, denn ihr Zug fuhr nicht auf der Nebenlinie. Anstatt der angekündigten Mutter ist nunmehr Patience Bruder mitgekommen.

Ebenso war zu der Gesellschaft John Buchanan geladen. Er ist der Sohn des Pächters und an ihn hatten sie vor einem Jahr die größte Farm verkauft, da das Geld benötigt wurde.

Emeralds geplante Geburtstagsfeier wird durch das Zugunglück auf der Nebenlinie für den Moment zur Nebensache, denn die Familie soll Überlebende – Passagiere der Dritten Klasse – aufnehmen, was den Menschen auf Sterne einiges abverlangt.
Und dann taucht noch dieser unheimliche Mann auf, ein Passagier mit einem First-Class-Ticket, Traversham-Beechers.
Charlotte, Emeralds Mutter, und auch die Haushälterin Florence, es spricht vieles dafür, dass sie ihn kennen.
Mit Ankunft der Reisenden an diesem Vorabend verändern sich die Dinge, eine Katastrophe bahnt sich an. Ein Modergeruch zieht durch das Haus, und allem voran Traversham-Beechers, der alle Anwesenden in seinen Bann lockt.
„Der ungeladene Gast“, geschrieben in der Dritten-Person ist ein Mix aus dem Genre Geister- und Mysterie, verpackt in das snobistische Leben des englischen Landadels.

Jede Charaktere in „Der ungeladene Gast“ ist von Sadie Jones klar beschrieben. Wer anfänglich glaubt, es handele sich nur um egoistische, nach außen hin oberflächlich wirkende Personen, wird am Ende (vielleicht) seine Meinung ändern.
Hervorheben möchte ich allerdings das jüngste der drei Torrington-Kinder, auch wenn die Handlung rund um Emeralds Geburtstag aufgebaut ist.
Smudge, besser Imogen Artemis Torrington, das Kind im Hintergrund, aber sie ist diejenige, die am Ende für eine Überraschung sorgt.

Fazit:
„Der ungeladene Gast“, ein unterhaltsames Buch und für mich das erste von der Autorin Sadie Jones. Die Art und Weise, wie die Autorin ihre Idee umgesetzt hat, doch ich war positiv überrascht. Man möge sich von dem Cover nicht irre führen lassen. Meiner Meinung nach passt es ausgezeichnet, denn selbst die Frau von hinten betrachtet besitzt eine Ausstrahlungskraft, zeigt Würde und Stolz.
Das Buch besitzt seine eigene Atmosphäre, ein Hauch von Mysterie, Geister, die kommen und gehen, das Übernatürliche, ein Spritzer Ironie durfte auch nicht fehlen, aber den finden Sie bitte selbst heraus.
Ich gebe meine volle Leseempfehlung.


Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag 

Vielen Dank an  den Verlag

Freitag, 31. August 2012

Rezension (203) Ich fürchte mich nicht





 
Tahereh Mafi
Ich fürchte mich nicht
Gebundene Ausgabe
320 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (23. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442313013
Originaltitel: Shatter me
€ 16,99
Dystopie-Roman





 Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Ich habe eine Gabe. Ich bin das Leben. Berühr mich.
»"Du darfst mich nicht anfassen", flüstere ich. "Bitte fass mich an", möchte ich in Wahrheit sagen. Aber wenn man mich anfasst, geschieht Seltsames. Schlimmes.«

Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht ...
Buchanfang:
Ich bin seit 264 Tagen eingesperrt.
Habe nur Gesellschaft von einem kleinen Notizheft, einem halbkaputten Schreibstift und den Zahlen in meinem Kopf. 1 Fenster. 4 Wände. 15 Quadratmeter. Ein Alphabet mit 26 Buchstaben, die ich seit 264 Tagen nicht mehr ausgesprochen habe.
6366 Stunden, seit ich zum letzten Mal jemanden berührt habe.

Statement:
        Ich
  fürchte mich
              nicht
... auf den ersten Blick eine scheinbar düster wirkende Geschichte, doch hinter dem Titel und dem tollen Cover verbirgt sich mehr.
Der Auftaktband zur Dystopie-Trilogie und gleichzeitig ihr Debütroman der Autorin Tahereh Mafi ist auf dem besten Weg, sich seinen Platz im Fantasy-Genre zu schaffen.
„Ich fürchte mich nicht“ gehört zu den Büchern, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen haben.
Tahereh Mafi, mit Juliette hat sie eine Charaktere geschaffen, versehen mit Schwächen und Stärken, und doch passieren im Laufe der Handlung Dinge, auf die man als Leser nicht vorbereitet ist.  Es gab Abschnitte, wo man während des Lesens immer wieder mal die Luft anhält, um dann ganz tief auszuatmen.
Die Autorin hat einen Schreibstil, der von einem enormen Wortschatz, einer lebendigen Ausdrucksweise lebt.
„Ich fürchte mich nicht“ erzählt das Schicksal von Juliette, die seit 264 Tagen in einer Zelle eingesperrt lebt (siehe Buchanfang). Doch irgendwann bekommt sie Gesellschaft und man steckt Adam zu ihr.
S. 132 Spoiler
Adam kannte mich, als er in meine Zelle kam.
Er wusste genau, wer ich war.
Er kannte meinen Namen bereits.
Oh
Oh 
Oh
Es war eine Falle.

Juliette, seit ihrer Kindheit verfolgt sie dieser unsägliche Fluch, dass jede Berührung für den anderen Menschen tödlich sein kann. Doch Juliette ist etwas Einzigartiges. Auch wenn es so scheint, dass sie eine starke Persönlichkeit ist, man merkt, dass die Autorin sich intensiv mit ihrer Figur beschäftigt hat und viel Zeit aufgewandt hat, glaubwürdige Charaktere zu erschaffen.
Adam, wie soll sie sich ihm gegenüber verhalten? Adams und Juliettes Gefühle glaubwürdig in die Handlung einzubringen, ihre Beziehung und sein Verhalten, hier den richtigen Weg zu finden, spricht wiederum für die Autorin.
Die Welt in „Ich fürchte mich nicht“ ist geprägt von Krieg und Gewalt, die Menschen hungern, die Natur wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr.

Die Geschichte entwickelt ihren eigenen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. „Ich fürchte mich nicht“ liest sich fast von selbst. Man mag das Buch kaum aus der Hand legen.

Fazit:
Ein fast perfekter Auftakt einer Dystopie-Trilogie, der ich auf jeden Fall meine Leseempfehlung  gebe, obwohl ich trotz intensivster Recherche keinen Hinweis fand, wann der zweite Band erscheint. Bis auf ein paar Kleinigkeiten genau die richtige Mischung.
Obwohl es auch hier wieder sein kann – der eine mag es, der andere wiederum nicht.#
„Fürchte mich nicht“ ist ein Highlight 2012.

Und so schließe ich die Rezension mit dem am Buchanfang veröffentlichten Zitat aus dem Gedicht von Robert Frost Der unbegangene Weg

Two roads diverged in a wood, and I—
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

Zwei Wege boten sich mir dar,
Ich nahm den Weg, der weniger begangen war,
Und das veränderte mein Leben.

Ich vergebe FÜNF schwebende Bücher.

Rezension (202) Aus allen Wolken




Amanda Brookfield
Aus allen Wolken

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag:Goldmann Verlag
(16. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442471249
Originaltitel: Life Begins
€ 8,99






Für die große Liebe ist es nie zu spät!
„Ihr Mann hintergeht Sie mit einer anderen. Jemand, der es gut mit Ihnen meint.“ Diese anonyme Nachricht ist für die 39-jährige Charlotte Turner ein guter Grund, ihre freudlose Ehe endlich zu beenden und ein neues Leben anzufangen. Charlotte ist fest entschlossen, glücklich zu werden. Doch dies erweist sich als gar nicht so einfach: Ihr zwölfjähriger Sohn macht Probleme, der Mann ihrer besten Freundin hat ein Auge auf sie geworfen, und dann hat sie auch noch ein Date mit ihrem Immobilienmakler! Zu allem Überfluss kreuzt ausgerechnet der Mann, der Charlotte ihr Traumhaus weggeschnappt hat, ständig ihren Weg …


Amanda Brookfield wurde 1960 in London geboren. Nach einem Studium in Oxford arbeitete sie in der Werbebranche und als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen und Magazine. Die erfolgreiche Romanautorin lebt nach diversen Auslandsaufenthalten mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen inzwischen wieder in London.

Die Wahrheit ist selten rein und nie einfach.
Oskar Wilde

Statement:
Charlotte Turner, die  knapp 40-jährige Protagonistin in „Aus allen Wolken“, erhält am Valnetinstag endlich die vorläufigen Scheidungspapiere. Gemeinsam mit ihrem zwölfjährigen Sohn Sam will sie weg von dem Platz, raus aus dem jahrelang gemeinsam bewohnten Haus. Sie möchte näher an die Schule von Sam ziehen, eine andere Gegend, ein Neuanfang
„Aus allen Wolken“, eine Geschichte aus dem normalen Leben. Eine gestresste Frau, ein Junge, dessen Charakter anfangs sehr irritierend wirkt, komplizierte Situationen.
Normalerweise ist das ja keine schlechte Ausgangssituation, um hieraus ein gutes Buch zu schreiben. Doch „Aus allen Wolken“ hat mich so gar nicht packen können. Der Roman kommt schleppend in Gang, die Handlung plätschert so vor sich hin. Ich mag es, in ein Buch einzutauchen, mit allen Höhen und Tiefen.
Die Charaktere in dem Buch konnten mich ebenfalls nicht überzeugen. Meiner Meinung nach fehlt dem ganzen „die Seele“, die es braucht, um den Leser für sich einzunehmen.

Charlotte Turner, die es nicht mehr erträgt, dass ihr Mann eine Affäre mit einer anderen Frau hat. Sie zieht einen Schlussstrich, doch das heißt nicht, dass sie nicht wieder glücklich werden will. Und so nimmt sie dann auch die Einladung ihres Maklers, Mr. Porter an, obwohl er nicht ihr Typ ist. Aber was tut man nicht alles – denn der Hausverkauf stellt sich als nicht so einfach heraus. Doch vor ihren Freundinnen verleugnet sie ihn.
Der zwölfjährige Sam ist im pupertierenden Alter, indem man sich als Eltern wünscht, die Zeit möge schneller vergehen. Er leidet durch die Trennung seiner Eltern und im Laufe der Handlung möchte man ihn einfach in den Arm nehmen und „knuddeln“.
Als Charlotte endlich ihr Traumhaus findet, schnappt ihr dies ein Mann vor der Nase weg. Doch wie heißt es im Buch, die Tinte auf dem Kaufvertrag war noch nicht frisch, da verliert er seinen Job.
Dieser Mann, der ihr schon bei der Hausbesichtigung ihres Hauses auffiel, immer wieder begegnet sie ihm, er ihr.
Bei „Aus allen Wolken hatte ich den Eindruck, dass die Autorin eine gute Grundidee für das Buch umsetzen wollte, allerdings ist ihr oft der Faden aus den Händen geglitten. Trotz der Rückblenden Charlottes in ihre Vergangenheit verliert sich die Autorin und die Erzählung wird teils langweilig. Man muss sich in die Gefühlswelt der Protagonisten hineinversetzt, denn die Thematik u. a. alleinerziehende Müllter, die mit vielen Hindernissen tagtäglich zu kämpfen haben, hätte bestimmt ein gutes Buch abgegeben. Hier ist das Thema irgendwie verfehlt worden.

Fazit:
 „Aus allen Wolken“, guter Durchschnitt, nicht besonders anspruchsvoll, eben eine Lektüre für zwischendurch. Eben eine nette Unterhaltung für ein Wochenende, wenn man keine hohen Ansprüche stellt.
Drei schwebende Bücher

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung