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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Sonntag, 29. Dezember 2013

(Rezension) Marie und Ambrosius * Katja Reider * Franziska Harvey


Katja Reider /Franziska Harvey
Marie und Ambrosius
Gebundene Ausgabe
32 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3455380347
Buchkauf 2010

Kurzbeschreibung:
Huhn und Maulwurf - das Traumpaar entdeckt sich. Das Glück liegt näher, als man denkt. Man muss nur ganz genau hinsehen. Das erkennen auch Marie und Ambrosius, als sie einander endlich wiedergefunden haben.
Eigentlich gehören Marie und Ambrosius zueinander wie Brot und Butter, Zimt und Zucker, Pfannkuchen und Apfelmus. Aber die neugierige Marie will die Welt sehen und flattert auf und davon. Ambrosius bleibt als Erinnerung eine zarte weiße Feder. Doch die Körner schmecken anderswo auch nicht besser, und oft lernt man etwas erst richtig lieben, wenn man es schon fast verloren hat. Und so klopft Marie eines Tages zaghaft wieder bei Ambrosius an. 
Meine Meinung:
Marie, das Huhn, und Ambrosius, der Maulwurf, sie hatten sich gefunden und gehörten zusammen. Doch eines Tages beschloss Marie neue Wege zu gehen, andere Orte kennen zu lernen, ohne Ambrosius. Zum Abschied zupfte sie eine Feder aus ihrem Gefieder und ließ sie Ambrosius zur Erinnerung da.
Doch wo Marie auch hinging, Abenteuer erlebte, neue Körner pickte, eine neue Feder wuchs nicht nach, die Stelle blieb kahl. Irgendwie fehlte etwas.
Ambrosius hingegen überlegte, was er mit der Feder machen wollte. Nur sie wegschmeißen, das konnte er dann doch nicht.
Letztendlich erkennt Marie, wo sie hingehört, wo ihr Glück liegt.
Auch wenn das Buch „nur“ 32 Seiten hat, die wenigen Sätze haben eine große Aussagekraft und harmonisieren mit den wunderschönen Illustrationen.
Man erkennt so viel in den gezeichneten Tieren.
Fazit:
Eine wunderbare Liebesgeschichte unter Tieren, die zeigt, dass man manchmal einen neuen Weg beschreiten muss, um zu erkennen, wo sein Glück zu finden ist.
Spoiler:
„Ambrosius wartete.

Denn er war geduldig und manchmal kannte er Marie besser, als sie sich selbst kannte.“

Ein chinesisches Sprichwort sagt:
Liebe ist die Kraft, die allen Wesen Leben schafft.
Fünf Lesegenuss-Bücher

Mittwoch, 18. Januar 2012

Rezension (128) Schandweib

Claudia Weiss
Schandweib
Gebundene Ausgabe: 510 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (29. August 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3455400977
EUR 19,99
Buchinfo:
Hamburg 1701: Am Schweinemarkt findet man eine Frauenleiche ohne Kopf. Bald darauf wird eine Verdächtige festgenommen: Ilsabe Bunk, eine Frau in Männerkleidern, in den Augen des Volks eine Hexe. Der junge Advokat Hinrich Wrangel übernimmt die Pflichtverteidigung der Gefangenen. Er gerät damit in eine gefährliche Intrige, aus der ihm nur Beistand von überraschender Seite retten kann.
Statement:
Ein historischer Roman, ein authentischer Kriminalfall, eingebettet in eine Handlung, ein Buch für Krimifans, ein gelungener Debütroman der Autorin Claudia Weiss, promovierte Historikern und Privatdozentin.
Wer den Norden liebt oder dort lebt, kennt Hamburg, vor allem seine besonderen Stadtteile, und auch die Speicherstadt mit den alten Gebäuden. Sehenswürdigkeiten. Was hatte sich früher dort alles abgespielt?! Allein der Gedanke daran fasziniert, aber nicht nur das.
Anfang 1700 geht der junge Advokat Hinrich Wrangel von Lübeck nach Hamburg. Dort hat er eine Stelle am Niedergericht erhalten. In Hamburg angekommen, gerät er in eine Menschenversammlung und als er näher schaut, sieht er, wie ein weiblicher kopfloser Körper geborgen wird. Auf dem Schweinemarkt lag die Leiche in einer öffentlichen Toilette, ohne aber irgendwelche Verletzungen aufzuweisen.
„Schandweib“, erzählt in der Ich-Form des jungen Wrangel, der nunmehr gleich Nachforschungen anstellen will, aber sein Vorgesetzter hält ihn zurück. Als nach etlichen Monaten „Hinrich“ Bunk wegen einer Messerstecherei festgenommen und ins Gefängnis kommt, stellt sich heraus, dass dieser eine Frau ist: Ilsabe Bunk. Und so war sie auf sich allein gestellt und um sich in der damaligen Zeit zu schützen, verkleidete sie sich als Mann. Doch es kommt noch schlimmer, nicht nur für sie, sondern auch für die Öffentlichkeit. Es stellt sich heraus, dass sie mit anderen Frauen zusammen war, eine Schande, ein Skandal zu der damaligen Zeit.
Hinrich Wrangel wird die Pflichtverteidigung für Ilsabe übertragen, doch diese steht dem allen verbittert gegenüber, sie ist den Kampf um das Leben müde und lehnt seine Hilfe ab.
Dieser aber gibt nicht auf und will ihre Unschuld beweisen. Für ihn ist es ein reiner Indizprozess gegen Ilsabe.
Hamburg will einen Schauprozess, bezichtigt Ilsabe sogar der Hexerei. Alles, was der Advokat tut um Ilsabe zu helfen, wird von höchster Stelle verhindert.
Frauen hatten schon immer einen schweren Stand in der Gesellschaft. Doch es gibt so viele Beispiele, die hier aufzuführen, wären einfach unendlich, dass das Leben spannende Wege bereit hält, auch wenn man anders ist als der „normale“ Mensch. Doch was ist normal?
Was wir heutzutage in der Gesellschaft (fast) akzeptieren, die gleichgeschlechtliche Beziehung, zu der damaligen Zeit war es weitaus mehr als eine Schande.
Obwohl der Einstieg in das Buch etwas mühselig war, gelingt es der Autorin durch ihre detaillierte und sehr authentische Wiedergabe den Leser in die Vergangenheit zurückzuversetzen. Die Handlung, die Figuren, alles sehr glaubhaft geschrieben, nachvollziehbar.
Dem ganzen historischen Roman „Schandweib“ sind die mit Sorgfalt geführten Recherchen anzumerken. Beeindruckend für mich war das Gerichtsverfahren, nichts für schwache Nerven.  Und wieder einmal zeigt ein historischer Roman die große Kluft auf zwischen Arm und Reich.
Fazit: „Schandweib“ erhält von mir absolute Leseempfehlung.

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.