► Hinweis - Blogposts ◄
Links in meinen Posts kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung. Diese Info erfolgt aufgrund der DSGVO. Diese können zu anderen Webseiten, sei es Verlags- oder Autorenseiten, Facebook oder andere Blogs führen. Ebenso Coverabbildungen. Mein Blog ist ein Hobbyblog. Von daher erfolgen diese Links ohne jedweden Auftrag oder eine Bezahlung. Ich habe keine Affiliate-Links in meinen Posts eingefügt. Rezensionsexemplare geben meinen persönlichen Leseeindruck wieder. Ich erhalte hierfür kein Geld oder jedweden anderen Obolus. Die Bücher werden gemäß §2 Nr. 5 TMG deklariert bzw. mit Danksagung an den Verlag für das Exemplar.
In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
Posts mit dem Label Rowohlt Polaris werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rowohlt Polaris werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 6. Juli 2023

Die Frauen vom Reichstag: Schritte in eine neue Welt ~ Micaela A. Gabriel


Der Kampf um die Freiheit

New York 1941: Als SPD-Abgeordnete wurde Paula Hagedorn schon früh in die Emigration gezwungen. In Amerika kümmert sie sich um politisch Verfolgte. Zu ihr rettet sich ihre Genossin Marlene von Runstedt nach einem knappen Jahrzehnt auf der Flucht aus Deutschland und Frankreich. Marlene schützt nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das von Lena, der inzwischen erwachsenen Tochter von Sonja Grawitz und Justus von Oswald. Doch sie hat ihren Mann Max zurücklassen müssen. Und auch ihre gute Freundin Sophie schwebt in Nazi-Deutschland plötzlich in großer Gefahr …

Micaela A. Gabriel  - Die Frauen vom Reichstag
Schritte in eine neue Welt
Die Parlamentarierinnen-Reihe, Band 3
Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (14. März 2023)
Broschiert ‏ : ‎ 400 Seiten  - ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499006845
€ 16,00  // Gelesen 04-2023 


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅

Es ist Ende Mai 1941. Marlene von Runstedt erreicht nach einer langen Schiffsreise endlich New York. Hier wird sie von ihrer Freundin Paula Hagedorn und Lena erwartet. Paula Hagedorn war schon gleich 1933 in die Emigration gegangen. Hier kümmerte sich sie um politisch Verfolgte. Es war ein langer Weg für Marlene, um nach New York zu kommen. Wo sich ihr Mann Max befand, entzog sich ihrer Kenntnis. Endlich in Freiheit.
In den ersten beiden Teilen der Reihe "Die Frauen vom Reichstag" wird der Weg der Frauen beschrieben, wie sie für die SPD endlich nach Einführung des Wahlrechts, ins Parlament des Reichstags einziehen. Während Paula in den USA arbeitete, war Marlene weiterhin in Berlin als Anwältin tätig. Sophie leitete das Jugendheim Finkenberg.
Wer den Geschichtsverlauf kennt, weiß wie immens der Druck auf die jüdische Bevölkerung zunahm. In der Innenklappe ist der Verlauf von 1933 bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs aufgelistet.
In "Schritte in eine neue Welt" wird erzählt, wie es für die Frauen nach 1933 weiterging. Für alle wird es eine starke Lebensveränderung. Marlene geht auf Drängen ihres Mannes nach Frankreich, doch er bleibt erst einmal in Berlin. Dort ist er den Repressalien des Regimes ausgesetzt und er flieht. Im Jugendheim Fnkenberg versteckt Sophie jüdische Kinder, so auch Lena. Dies geschieht in Verbindung mit dem Pfarrer Leonard. Es ist aber auch Liebe, die beide verbindet. Eine Liebe die nicht sein darf. Aber immer wieder taucht Leonard als rettender Engel auf.
Die aufgeführten Jahreszahlen und Orte der einzelnen Kapitel zeigen den Wechsel zwischen den jeweiligen Handlungsorten. Sei es in Europa als auch New York. Jede der einzelnen Charaktere sind authentisch und gut vorstellbar geschrieben.
Desweiteren die politische Zeit, die einem erneut vor Augen führt, welch Schreckensherrschaft das Volk beherrschte.
Dies schreibt die Autorin in deutlichen Worten. Man spürt förmlich, wie die braune Suppe sich  über das Volk ergießt.
Aber da sind dann auch die schönen Momente -  Hoffnung, Zuversicht und die Liebe.
Der dritte Band der Saga um die ersten Parlamentarierinnen war und ist für mich der krönende Abschluss. Es war aber auch eine sehr emotionale Lesereise.
"Der Krieg ist aus!" Welch erlösende Worte für die Menschen, die so viel erleiden mussten.
Die Parlamentarierinnen-Reihe zeichnet sich durch die sorgfältige Recherche aus. Einen Satz aus dem Nachwort der Autorin möchte ich hieraus zitieren, den der damalige SPD-Vorsitzende Otto Wels in seiner Rede 1933 sagte:
"Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht."
Zitat S. 393
Meinerseits wünsche ich mir noch mehr Leser für "Die Frauen vom Reichstag". Es war/ist ein langer Weg gewesen für die Frau in der Gesellschaft, ebenso heutzutage in der Politik "ihre Frau" zu stehen. Manche scheitern, während andere mit starkem Willen und Energie ihren Platz behaupten.
 

Herzlichen Dank an die Autorin Micaela A. Gabriel für das Buch. Der Gewinn hat aber keinen Einfluß auf meine persönliche Meinung.
Rechte: Cover / Info / Zitat   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀


Der Roman ist bis zum letzten Buchstaben spannend - für mich ein Lesehighlight
Das Leben lehrt uns … schau nach vorn und gib nicht auf!

Donnerstag, 2. Juni 2022

Berlin Friedrichstraße: Tränenpalast ~ Ulrike Schweikert

 

Zwei Schwestern, eine geteilte Stadt und ein Geheimnis, das eine Familie zu zerreißen droht

Zusammen sind sie in Berlin aufgewachsen: die Freunde Robert, Johannes, Ilse und Ella. Bis der Krieg sie trennte. Nun herrscht Frieden, doch die Wunden sind tief. Auch der Bahnhof Friedrichstraße wurde teilweise zerstört. Eines ist zum Glück geblieben: Johannes’ Kiosk, der Fixpunkt der Freunde, die längst zu einer Familie geworden sind. Vor allem für Roberts Tochter Lilli ist er immer wieder Zuflucht. Hier lernte sie ihre große Liebe Michael kennen – doch er verschwand von einem Tag auf den anderen aus ihrem Leben. Und nun muss Lilli ihre Zwillingsmädchen Anne und Cornelia allein großziehen. Dabei merkt sie, dass es vor allem die Frauen sind, die in diesen ersten Nachkriegsjahren fest zusammenhalten, um zu überleben. In einer zunehmend geteilten Stadt wird der Zusammenhalt wichtiger als je zuvor. Und ausgerechnet der Bahnhof Friedrichstraße mit dem angrenzenden Tränenpalast wird zum Symbol der deutsch-deutschen Trennung.

❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀

Ulrike Schweikert  Berlin Friedrichstraße: Tränenpalast
Friedrichstraßensaga, Band 2
Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (17. Mai 2022)  |||  Broschiert: ‎ 560 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3499000102  |||  € 15,00 / Gelesen 05/2022



M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅

"Tränenpalast" ist die Fortsetzung der Familiensaga "Berlin Friedrichstraße".
Die Klappbroschur zeigt innen das Berlin 1962 rund um den Bahnhof Friedrichstraße u.a. sowie einer kleinen detaillierten Karte des Inneren mit dem vorgebauten Tränenpalast. Auch der Platz von Johannes Kiosk ist markiert.
Es beginnt mit einem Rückblick zu der Zeit als die Braunen an der Macht sind. Johannes entschließt sich, nach Frankreich zurück zu gehen. Dass seine Befürchtungen es würde noch schlimmer als jetzt werden, sollten sich bewahrheiten. Die Hetze und die vermehrten Anschläge auf seinen Kiosk bestärken ihn. Zu dem Zeitpunkt war Lilli, die Tochter seiner Liebe Luise, gerade zwölf Jahre. Doch Luise hatte damals Robert geheiratet. Robert, Lillis "Vater" litt sehr unter dem Verlust seiner Frau. Was sollte mit dem Kiosk werden? Denn er gehörte Lilli und trug ihren Namen "Lilli Wagenbach".
Am 10. November 1938 verläßt Johannes Berlin und kommt erst nach Kriegsende zurück.
Die Handlung fährt fort im Februar 1945. Fliegeralarm und für Lilli hieß es mit ihren beiden Mädchen, den Zwillingen Cornelia und Anne so schnell wie möglich in den Luftschutzkeller. So jung und schon Mutter und dann dazu der Krieg. Diese Nacht war der schlimmste Bombenangriff bislang und hatte verheerende Auswirkungen. Lilli vermisste ihren Vater, der irgendwo im Einsatz war. Dann trifft Lilli auf Ella und so kommt es, dass diese bei der Familie mit unterkommt. Was und wo Ellas Sohn Michael war, wurde verschwiegen. Die Schilderungen nach Ende des Kriegs, der Einmarsch der Russen, erspart mir Einzelheiten. Die Autorin beschreibt die damalige Zeit bildlich und bringt den Leser nahe in die Geschichte. Hier bekommt man den Eindruck wie grausam der Krieg war und nach Ende ums Überleben gekämpft werden mußte.
Die Aufteilung von Berlin ergab, dass die Familie im künftigen DDR-Staat bzw. Ost-Berlin wohnte. Die Zwillinge wuchsen so heran und lernen den Überwachungsstaat.
"Tränenpalast" zu lesen hat mich sehr berührt, zumal ich Friedrichstraße zigfach passiert bin. Familie meiner Mutter lebte in Ost-Berlin. Mauerbau und alles andere danach, das alles war für mich noch einmal eine Reise in die Vergangenheit.
Hier wird Zeitgeschichte spannend geschildert. Die Einzelschicksale detailliert. Sehr aufschlussreich, als es darum ging, die Bürgerflucht von Ost nach West zu verhindern. Während hier das fiktive Leben der Familie und Freunde von 1945 bis zum Mauerfall 1989 geschildert wird, kann man nur erahnen, dass es sich real in einer solchen Art und Weise abgespielt hat.
Zum Ende gibt die Autorin Einblick in "Dichtung und Wahrheit" zum Roman. Das sollte man unbedingt lesen. Erschütternd und auf Tagebuchaufzeichnungen zurückgreifend geschildert der Einmarsch der Russen. Was mussten die Menschen, vor allem die Frauen aushalten.


📖 📖 📖 📖  📖  Lesegenuss Bücher

Herzlichen Dank an den Verlag  für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


Teil 1 Link zu meiner Rezension
Berlin Friedrichstraße - Novembersturm ~


Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem Romandebüt «Die Tochter des Salzsieders» ist sie eine der bekanntesten deutschen Autorinnen historischer Romane. Beide Bände ihrer Erfolgsreihe «Die Charité» standen in den Top 10 der Bestsellerliste und verkauften sich insgesamt über 200.000-mal. Zuletzt begeisterte die Verfilmung ihrer Jugendbuchserie «Die Erben der Nacht» zahlreiche Zuschauer.  

Geschichte hautnah – ein sehr lesenswerter historischer Roman
Ein vielschichtiger Roman, der Geschichte lebendig macht

Samstag, 9. April 2022

Die Frauen vom Reichstag: Stimmen der Freiheit ~ Micaela A. Gabriel

 

Die Zeit der Frauen

Berlin, November 1918: Mit dem Frauenwahlrecht erfüllt sich für Marlene von Runstedt ein Lebenstraum. Die engagierte junge Juristin setzt sich seit Jahren in einer Beratungsstelle für Frauen ein. Endlich wird ihre Stimme gehört, endlich kann sie etwas bewegen. Ermutigt vom Vater, einem Rechtsprofessor, und ihrem Verehrer Max Emden, tritt sie der neugegründeten liberalen DDP bei. In die Aufbruchstimmung platzt Justus von Ostwald, dem Marlene vor Jahren das Herz brach. Dennoch sind sie sich innig verbunden, auch Justus’ Beziehung zu der Schauspielerin Sonja Grawitz, Marlenes Jugendfreundin und nunmehr Mitglied der kaisertreuen DNVP, ändert nichts daran. Nach einem hitzigen Wahlkampf der Frauen gegen viele Widerstände wird die Nationalversammlung in Weimar eröffnet. Hier begegnen sich Marlene und Sonja – ein heikles Treffen, da Sonja ein Kind von Justus erwartet, während sich Marlene seiner Bewunderung noch immer kaum entziehen kann. Ein fataler Autounfall zwingt Marlene schließlich zu einer Entscheidung …

Micaela A. Gabriel
Die Frauen vom Reichstag: Stimmen der Freiheit
Die Parlamentarierinnen-Reihe, Band 1
Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (22. März 2022)
Broschiert: 480 Seiten
ISBN-13: 978-3499006821
€ 16,00 / Gelesen 03/2022


Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck
Berlin - Bahnhof Anfang Februar 1919. Dr. Marlene von Runstedt begab sich auf die Reise nach Weimar. Sie ist mit eine der ersten Frauen, Parlamentarierinnen im Deutschen Reichstag.
Endlich hatten die Frauen im Land das Wahlrecht erhalten. Marlene von Runstedt kam aus einem guten Haus, hatte Jura studiert. Nun endlich konnte sie etwas bewegen. In der Kanzlei ihres Vaters arbeitet auch Max Emden, der sie nicht nur als Frau verehrte. Doch sie bleibt ihrem Vorsatz treu und bindet sich nicht in einer Ehe. Immer wieder aber tritt Justus von Oswald in ihr Leben, an dem sie ihr Herz verloren hatte.
Auf dem Weg nach Weimar tritt Marlene auf Sonja Grawitz, ihre Freundin aus der Schulzeit. Diese hatte sich ebenfalls politisch orientiert und war mit Justus liiert.
Marlene von Runstedt eine kluge, intelligente und gebildete Frau. Der Lser lernt sie gut kennen und kann ihre persönliche Entwicklung gut verfolgen. Was vor gut über 100 Jahren fast unmöglich schien, und für uns heute so selbstverständlich, die Rechte der Frauen.
Die Handlung ist in einem ansprechenden Stil verfasst und durch die Charakterisierung der Protas geprägt. Sie wirken authentisch und durch den Wechsel im Laufe der Handlung konnte man ihren Werdegang gut verfolgen. So hat der Roman einen interessanten historischen Hintergrund. Es liest sich gut und durch die historische Kulisse ausgesprochen einprägsam. Es geht ja nicht nur um das Leben der Zeit, sondern um die Rechte und Weiterentwicklung der Frauen.
Das Cover finde ich gut gewählt, denn es passt perfekt zur Geschichte.

So gebe ich gern meine Leseempfehlung zum Auftaktband der Reihe "Die Parlamentiererinnen". Das Nachwort gibt einen interessanten Einblick, den es lohnt zu lesen.


📖 📖 📖 📖,5 Lesegenuss Bücher

Herzlichen Dank an den Verlag  für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag

❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀


Ein Leben für die Politik - eine Frau geht ihren Weg


Die Frauen vom Reichstag: Ruf nach Veränderung
Die Parlamentarierinnen-Reihe, Band 2 erscheint am 16. 8. 2022

Die Frauen vom Reichstag: Schritte in eine neue Welt
Die Parlamentarierinnen-Reihe, Band 3  erscheint am 15. 11. 2022


Donnerstag, 30. September 2021

Berlin Friedrichstraße - Novembersturm ~ Ulrike Schweikert

 


Das Herz Berlins in den Stürmen der Zeit

Der Bahnhof Friedrichstraße. Ein Jahrhundertbauwerk. Stolzes Herz einer Stadt auf dem Sprung zur modernen Weltstadt. Als der junge Architekt Robert 1920 den Auftrag bekommt, am Neubau des Bahnhofs und der Planung der ersten U-Bahn-Linie Berlins mitzuarbeiten, ist er überglücklich. Endlich kann er seiner großen Liebe Luise einen Heiratsantrag machen. Doch ihr Glück ist nicht ungetrübt. Seit dem Großen Krieg ist Roberts bester Freund Johannes, mit dem er gemeinsam an der Front kämpfte, verschollen. Johannes war Luises erste Liebe. Als sie glaubte, er sei tot, fand sie Trost bei Robert. Ausgerechnet am Tag ihrer Hochzeit taucht Johannes wieder auf, kriegsversehrt und ohne Hoffnung, Luise eine Zukunft bieten zu können …

Ulrike Schweikert
Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
Friedrichstraßensaga, Band 1
Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (14. September 2021)
Broschiert ‏ : ‎ 512 Seiten  //  ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499000089
€ 15,00 / Gelesen 09/2021


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅

Im Jahr 1878 wurde der erste symbolische Spatenstich zu dem damaligen als Jahrhundertbauwerk geltenden Bahnhof Friedrichstraße ausgeführt. Für Samuel Rosenstein als junger Bauingenieur sein erstes Projekt. Für die Zukunft sollte Friedrichstraße das Herz des modernen, mobilen Berlins werden! Vier Jahre später führt er seine Verlobte Auguste an den Platz, dessen Höhepunkt mit einer Festfahrt durch die Einweihung des damaligen Monarchen sein würde.
Samuel und Auguste heiraten und beziehen eine Wohnung am Stuttgarter Platz in eines der "Vorderhäuser". 1890 wurde die Tochter Ilse geboren, 1892 der Sohn Johannes. Wenig später kamen neue Nachbarn ins Haus. Jakob Wagenbach mit seiner Frau Margarete und dessen Sohn Robert. Die Jungen freunden sich gleich an. Die Dritte im Bunde wird Luise, Tochter von Gertrud und Walter Richter. Vor kurzem waren sie in eine der kleineren Wohnungen im Vorderhaus über den Wagenbachs eingezogen. Bei ihrem ersten Treffen auf dem Weg zur Schule bemerkt Luise ein Mädchen im Hintergrund. Das sei Ella, die in die Zweite geht, so die Jungens. Sie sei ziemlich stark und für Pausenbrot trägt sie die Bücher zur Schule. Ella wohnt im "Hinterhaus".
Zitat S. 13
Johannes, Robert und Luise sah man in Charlottenburg nur selten ohneeinander. Und wo die drei waren, war auch Ella meist nicht weit.

Die Handlung setzt sich im Jahr 1920 fort. Der Erste Weltkrieg ist vorbei. Die beiden Freunde Robert und Johannes waren gemeinsam in den Krieg gezogen. Doch zurück kam nur Robert. Johannes galt als verschollen. Luise konnte sich nur schwer damit abfinden, denn sie und Johannes liebten sich und waren heimlich verlobt. Doch die Zukunft würde sie nun mit Robert beginnen. Dieser erhielt nun den Auftrag zum Umbau des Bahnhofs Friedrichstraße. Robert und Luise heiraten.
Irgendwo in Frankreich. 1921 verabschiedet sich Johannes von der Frau, die ihn schwer verwundet gefunden und gepflegt hatte. Sie hatte ihn als ihren Sohn ausgegeben. Die Erklärung dazu im Buch.
So ist es Sommer, als er in Berlin ankommt und auf Ella trifft. Diese nimmt ihn mit zur Kirche, wo die Trauung von Robert und Luise stattfindet. Da Johannes sich nicht bei seiner Familie melden will, kommt er für eine Zeit bei Ella unter. Wie man später in der Handlung erfährt, wird dies nicht ohne Folgen bleiben.
Die Handlung spielt in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Auch wenn die Geschichten um die Charakteren ein hauptsächlicher Bestandteil sind, wird hier schon die politische Entwicklung der damaligen Zeit klar und deutlich dargestellt. Wer sich mit der Thematik der damaligen Zeit auskennt oder gelesen hat, weiß um den Aufstieg von Hitler. Die Wirtschaft liegt immer wieder am Boden, Inflation, Hungersnot prägen die Menschen. Und so spielen die ganzen Umstände der Zeit den Nationalsozialisten in die Hände.
Berlin Friedrichstraße, wie oft bin ich in jungen Jahren und auch später dort gewesen. Doch was die Geschichte darum betrifft, habe ich mich erst jetzt mal im Netz belesen. Bemerkenswert ist, wie die Autorin es sprachlich schafft, ihren Leser in die damalige Zeit zu versetzen. Realistisch und hautnah.
Ich gehe nicht weiter inhaltlich auf das Buch ein. Es spoilert mir zu viel.
Ein ansprechendes Cover rundet das Bild zum Buch ab.
Den Folgeband "Tränenpalast", der im Mai 2022 erscheinen wird, werde ich auf jeden Fall lesen. Denn auch dieses "Gebäude" ist mir nicht unbekannt. Selbst mit meinen kleinen Kindern war ich dort. Wer einmal nach Berlin fährt, sollte ihn auf jeden Fall aufsuchen.
Rundum ein lesenswerter historischer Roman.

📖 📖 📖 📖  📖  Lesegenuss Bücher

Herzlichen Dank an den Verlag  für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info /Zitat  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem Romandebüt «Die Tochter des Salzsieders» ist sie eine der bekanntesten deutschen Autorinnen historischer Romane. Beide Bände ihrer Erfolgsreihe «Die Charité» standen in den Top 10 der Bestsellerliste und verkauften sich insgesamt über 200.000-mal. Zuletzt begeisterte die Verfilmung ihrer Jugendbuchserie «Die Erben der Nacht» zahlreiche Zuschauer.  


Ein vielschichtiger Roman, der Geschichte lebendig macht

Donnerstag, 27. Mai 2021

Wie Träume im Sommerwind ~ Katharina Herzog

 

Nicht alle Träume gehen in Erfüllung - und manchmal führt genau das zum größten Glück!

Es ist ein bezaubernder Ort – der Rosenhof auf Usedom, der sich seit Generationen im Besitz der Familie Jung befindet. Anders als ihre Schwester hat es Emilia auf der Ostseeinsel nach der Schule aber nicht mehr ausgehalten, und sie ist nach Paris gegangen.
Doch dann hat Clara einen schweren Autounfall und bittet ausgerechnet sie, sich um ihre beiden Kinder zu kümmern. Emilia ist mit dieser Aufgabe vollkommen überfordert. Außerdem steht die Rosengärtnerei kurz vor der Insolvenz. Als sie herausfindet, dass ihre Schwester nach Kent reisen wollte, um dort nach Wegen zu suchen, den Familienbetrieb zu retten, fliegt sie zusammen mit Claras bestem Freund Josh und ihrer rebellischen 13jährigen Nichte Lizzy ins Land der Rosen. Ihre Reise führt die drei vom berühmten Sissinghurst Garden über die Domstadt Canterbury bis zu dem kleinen Küstendorf St. Margaret´s at Cliffe.
Emilia stößt dabei nicht nur auf eine verschollen geglaubte Rose, sondern auch auf die Geschichte einer großen, verbotenen Liebe. Und auch lange vergessene Gefühle für Josh erwachten erneut ...

Von der Ostsee nach Südengland - eine große Liebe und ein Geheimnis, das zwischen zwei Schwestern steht.

Katharina Herzog  - Wie Träume im Sommerwind
Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (18. Mai 2021)
Broschiert : 352 Seiten
ISBN-13 : 978-3499275258
€ 12,99 / Gelesen 05/2021

[̲̲̅̅M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Auf dem Rosenhof der Eltern in Zinnowitz wachsen die Schwestern Clara und Emilia auf. Schon früh zeigt sich, dass Emilie einen ausgeprägten Geruchssinn hat. Irgendwie fasziniert sie das und will später Parfümherstellerin werden. Clara hingegen liebt Rosen. Clara und Emilia sind sehr unterschiedlich wie ihre Rosenstämmchen, die der Vater ihnen vor Jahren geschenkt hatte.
... Für Clara hatte er die zarte, reinweiße Anne-Marie de Montravel ausgesucht und für Emilia die Fisher & Homes, deren scharlachrote, prall gefüllte Blüten so betörend dufteten. Ihre leicht gebogenen Stachen bohrten sich schmerzhaft in die Haut, wenn man nicht aufpasste...
Zitat S. 10

Emilia geht zum Studium nach Paris. Aber manchmal erfüllen sich Träume nicht so wie man denkt. Nur mag man das seinen Liebsten mitteilen? Da erreicht sie ein Anruf der Mutter, dass Clara einen Autounfall hatte und im Koma liegt.
"Ich komme nach Hause."
Das florale Cover passt inhaltlich sehr gut zur Handlung und ist ein schöner Blickfang. Auch die warmen Farbntöne harmonisieren miteinander.
Der Roman umfasst über 30 Kapitel und es lässt sich sehr angenehm und entspannt lesen. Dem Handlungsverlauf kann man sehr gut folgen. Die Kapitel sind so abgefasst, dass man auch nach einer Unterbrechung wieder reinfindet. Doch es geht nicht nur um Clara und Emilia. Die Autorin hat sich des Themas Rosen bedient und diese wirklich so interessant eingebunden, dass dies auch sehr informativ war. Für mich sind Rosen auch etwas ganz besonderes. Man bekommt viele Informationen über Rosen bzw. Rosenzucht. Ich finde Rosen ebenfalls faszinierend.

"Wie Träume im Sommerwind" ist eine sehr schöne Geschichte, die den Leser einlädt zu einer Reise auf die Insel Usedom sowie nach England. Ein kurzer Aufenthalt ist Paris ist auch mit dabei☺ Die Handlungsorte kann man sich anhand der Beschreibungen gut vorstellen. Dies bezieht sich auch auf die Protagonisten. Diese sind gut aufgestellt. Das sie so ihre Geheimnisse mit sich tragen, die dann aber letztendlich helfen, alles wieder ins rechte Licht zu rücken. Kann eine Rose Clara aus ihrem Koma holen?
Ich hatte eine schöne und unterhaltsame Lesereise.
C'est si bon, si c'est bon, si c'est

📖 📖 📖 📖   📖  Lesegenuss Bücher
Herzlichen Dank an den Verlag für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info / Zitate  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag



Katharina Herzog ist die deutsche Autorin für Liebesromane mit Fernweh-Garantie. Sie liebt es, ihre Leser an Sehnsuchtsorte wie Amrum, die Amalfiküste, Juist und New York zu entführen und diese Schauplätze auch selbst zu bereisen. Mit ihren Romanen schrieb sie sich nicht nur in die Herzen ihrer Leser, sondern eroberte auch die Bestsellerlisten. Katharina Herzog lebt mit ihrer Familie, Pferd und Hund bei München und plant schon ihre nächste Reise.  

https://katharina-herzog.com/

Die Magie der Rosen

Freitag, 2. April 2021

Die Frauen von Kilcarrion ~ Jojo Moyes

 

Über die Kraft des Verzeihens

Das berührende Debüt der Bestsellerautorin –
in neuer Übersetzung.

Kates Verhältnis zu ihren Eltern war immer schwierig. Als junge Frau hat sie Irland verlassen, unverheiratet und schwanger, um in London neu anzufangen. Bei ihrer eigenen Tochter wollte sie alles besser machen. Kates unstetes Leben jedoch belastet die Beziehung zu der mittlerweile sechzehnjährigen Sabine. Als die Kluft zwischen ihnen immer größer wird, macht sich Sabine auf den Weg nach Irland, um auf Gut Kilcarrion ihre Großmutter kennenzulernen.

Joy freut sich darauf, ihre Enkelin zu sehen. Sie hofft, dass sie zu ihr die Verbindung aufbauen kann, die sie zu ihrer Tochter Kate so schmerzlich vermisst. Aber Sabines unbefangene Art wirbelt das Leben auf Kilcarrion durcheinander und zwingt Joy, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Gut gehütete Geheimnisse kommen ans Licht. Und alle drei Frauen müssen sich fragen, ob sie bereit sind, zu verzeihen und die Wunden der Vergangenheit heilen zu lassen.

Jojo Moyes  -  Die Frauen von Kilcarrion
Herausgeber : Rowohlt Taschenbuch; 1. Auflage, Neuübersetzung (30. März 2021)
Broschiert : 432 Seiten
ISBN-13 : 978-3499267956
Originaltitel : Sheltering Rain
Übersetzt von: Karolina Fell
€ 17,00  /Gelesen 03/2021

❀• Mein Leseeindruck  •❀
"Die Frauen von Kilcarrion" war das Debüt von Jojo Moyes und ist nunmehr in neuer Übersetzung erschienen.
Schon nach den ersten Seiten bin ich eingetaucht in die Geschichte. Die Handlung beginnt im Juni 1953 in Hongkong, wo die dort lebenden Engländer dem Ereignis des heutigen Tages entgegenfiebern. Mit einer großen Party soll am Abend der Radioübertragung zum Krönungsgottesdienst von Prinzessin Elizabeth II. zur Königin gefeiert werden. Zu der Zeit lebt auch die junge Joy mit den Eltern dort. Als sie auf einer Party Edward kennenlernt, fühlt sie sich auf eine besondere Art und Weise zu ihm hingezogen. Ziemlich schnell war klar, dass sie heiraten wollten, allerdings ging das nicht so schnell, denn der Offizier musste schon nach zwei Tagen wieder auf Fahrt. So würde Joy die neun Monate auf ihn warten. Sie ist sich sicher, mit Edward eine harmonische Ehe zu führen, und nicht so lieblos wie es bei den Eltern zuging.
Oktober 1997. Kate bringt ihre sechzehnjährige Tochter Sabine zur Fähre nach Irland. Dort lebten die Großeltern Edward und Joy. Der Großvater war sehr krank und Joy freute sich auf Sabine. Sie hegte Hoffnung, dass es mit ihr anders lief als mit der eigenen Tochter. Das Kate Sabine aber auch erst einmal für eine Zeit aus London haben wollte, Luftveränderung, lag daran, dass vor Monaten Georff, mit dem die Mutter sechs Jahre zusammen war und für Sabine eine Art Vaterersatz, ausgezogen war. Und ihre Mutter hatte schon wieder einen neuen Lover. Alles andere als einfach das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter.
(Zitat S. 40 "Du verfrachtest mich an einen Ort, an dem ich in meinem ganzen Leben erst zwei Mal war, damit ich in dieser Einöde bei einer Großmutter, die du so sehr magst, dass du sie seit Jahren nicht gesehen hast, so was wie das Dienstmädchen spiele, während mein Großvater den Löffel abgibt. Einfach super toll. ..."

Der vorliegende Roman ist nicht nur eine Familien-Lebensgeschichte, er zeigt auch auf, wie wichtig Familie ist. Im Prinzip liest sich die Geschichte wie von selbst. Die Autorin beschreibt sehr gut die Gefühle und Emotionen der Charaktere. Themen wie Missverständnisse, Schwierigkeiten, Verlust sind nur einge. Letztendlich die Entwicklung von Sabine zu lesen, auch die Art sich selbst zu finden, hat mir gefallen. Und Sabine schafft es auch, dass Joy ein lang gehütetes Geheimnis gegenüber Kate offenbart. Was wäre geworden, wenn Kate es schon früher erfahren hätte? All diese Dissonanz.
Irgendwann voneinander lernen und füreinander da zu sein, genau im richtigen Moment. Die Autorin hat mit ihrem Roman viel erreicht, nicht nur das verlorene Band der Familie wieder zu finden. Ebenfalls eine ansprechende Familiengeschichte gut herüber gebracht und auch die Probleme mit dem Alltäglilchen sehr gut dargestellt.

"Die Frauen von Kilcarrion" ist eine tiefer gehende Familiengeschichte, in der Verzeihen und Vertrauen wichtige Punkte dessen sind.

Herzlichen Dank den Verlag für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


► Es gibt viele Wege zum Glück ◄
Ein Buch, das man nicht weglegen kann.
Zeit für Gefühle
Wunderbare Familiengeschichte von Vertrauen und Verzeihen

Mittwoch, 9. Oktober 2019

"Die Charité - Aufbruch und Entscheidung ~ Ulrike Schweikert

Zeiten des Wandels,
Zeiten der Entscheidung


Die Geschichte der Charité geht weiter. Nach dem Bestseller "Hoffnung und Schicksal" erzählt Ulrike Schweikert ein weiteres spannendes Kapitel aus der Welt des berühmten Krankenhauses. Im Berlin der ausgehenden Kaiserzeit kämpfen zwei Frauen um ihr Glück und für die Rechte von Frauen. Rahel Hirsch ist eine der ersten Ärztinnen, die an der Charité praktizieren. Doch als Frau unter lauter männlichen Kollegen hat sie es nicht leicht. Von Gleichberechtigung ist man selbst in der sonst so fortschrittlichen Hauptstadt noch weit entfernt. Das erlebt auch die junge Arbeiterin Barbara täglich. Sie schuftet in der Wäscherei der Charité und muss immer wieder erfahren, was es bedeutet, wenn Männer Frauen als Besitz betrachten.
Ungleicher könnten die beiden Frauen nicht sein, und doch werden sie zu Freundinnen. Während Rahel sich gegen Widerstände in der Charité durchsetzen muss und sich in den jungen Fliegerpionier Michael verliebt, schließt sich Barbara der Frauenbewegung an, kämpft für dieRechte der Arbeiterinnen und das Frauenwahlrecht. Doch dann bricht der 1. Weltkrieg aus und verändert nicht nur die Leben von Barbara und Rahel für immer ...

Ulrike Schweikert || Die Charité - Aufbruch und Entscheidung
Broschiert: 544 S. || ISBN-13: 978-3499274534
Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 2. (17. September 2019)
€ 14,99
Gelesen 09/2019

Die Geschichte beginnt mit dem Prolog im Jahr 1893. Der Blick richtet sich auf den maroden Zustand der königlichen Charité, Ausbildungsstätte preußischer Militärärzte.
___
Es ist das Jahr 1903 und Dr. Rahel Hirsch ist auf dem Weg nach Berlin. Dort wird sie als erste Ärztin ihre Anstellung in der Charité antreten. Endlich am Ziel ihres langgehegten Wunsches, dank der Unterstützung ihrer Familie. Professor Kraus, Direktor der Med. Klinik der Charité für Innere Medizin, hatte es durchgesetzt, dass sie als Volontärärztin beim ihm arbeiten und forschen durfte. Rahel geht mit Leib und Seele in ihrem Beruf auf. Sie stammt aus einer jüdischen angesehenen Familie. Aber es ist nicht nur der Glaube, auch die Ablehnung ihrer männlichen Kollegen machen ihr den Weg nicht leicht.
Eine erste negative Begegnung macht Rahel schon auf der Zugfahrt durch die Aussage eines Offiziers.
Zitat S. 17
"Wo ist dein Weib?", fragte der Herr Abraham, und der antwortete: "Sarah ist in der Hütte, Herr! Das ist ihre Bestimmung."
Doch Rahel kontert mit dem Spruch, dass man ja nicht mehr in Abrahams Zeiten lebe. Nur gut, dass sie zu den modernen Frauen gehörte. Und viele andere strebten ebenso danach.
Die weitere Protagonistin ist Barbara Schubert. Diese lebt bei der Tante und dessen Sohn Franz in Berlin. Es war Fügung, dass Barbara einen Job in der Wäscherei der Charité erhielt. Es sind wieder diese ärmlichen Verhältnisse, die einem ganz deutlich vor Augen geführt werden. Das arbeitende Volk musste schuften, um überhaupt existieren zu können. Tag und Nacht.
Dort in der Wäscherei wird Barbara mit der Frauenbewegung bekannt gemacht. Als dann ihre Tante vergewaltigt wird, ist für Barbara der Zeitpunkt gekommen, nicht mehr alles so hinzunehmen. Dann lernt sie Rahel Hirsch kennen und die beiden freunden sich an.
Der Roman ist in drei Teile - Buch - und das jeweilige handelnde Jahr steht den Kapiteln vor. Hier ist es so, dass man immer gleich weiß, wer die Geschichte erzählt. Viele wissenschaftliche und medizinische Erklärungen sind eingeflochten und ich fand das hochinteressant. Da ich schon von dem ersten Teil sehr angetan war, musste ich natürlich den Folgeband lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Hier ist Geschichte vor historischem Hintergrund spannend verpackt. Es sind nicht nur die beiden sehr sympathischen Protagonisten, zwei starke Frauen, die sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Sie beide stehen mit für den Weg Frauengleichberechtigung. Ein langer mühsamer Weg. Welche Auswirkungen der Erste Weltkrieg hat, wird auch hier wieder sehr deutlich gemacht. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es gibt anhand persönlicher Schicksale ein Stück Geschichte wieder
Ein durchweg überzeugender historischer Roman, der den Leser durch die Erzählweise gut unterhält und starke Frauen sehr gut in Szene setzt. Ich hätte am Ende noch weiterlesen können und hoffe vielleicht auf mehr ♥

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag  Rowohlt Polaris
Vielen Dank an  den Verlag


Hier ist Geschichte vor historischem Hintergrund gut recherchiert und  spannend verpackt.

Sonntag, 30. Juni 2019

Der Wind nimmt uns mit || Katherina Herzog || Rezension

"Das Leben ist eine Reise.
Nimm nicht zu viel Gepäck mit."

(Billy Idol)

Maya bindet sich weder an Orte noch an Menschen. Obwohl die Reisebloggerin erst 32 ist, hat sie schon fast die ganze Welt gesehen. Nur an einen Ort möchte sie niemals: Nach La Gomera. Dort wohnt ihre Adoptivmutter Karoline. Dass Karoline nicht ihre leibliche Mutter ist, hat Maya vor Jahren durch einen Zufall erfahren, und bis heute hat sie ihr nicht verziehen. Doch dann wird Maya schwanger, und Tobi, der Mann, mit dem sie eine flüchtige Affäre hatte, hält sich ausgerechnet auf der Kanareninsel auf. Nur widerwillig fliegt Maya dorthin, zu den Aussteigern und Künstlern, zu ihrer Mutter. Sie ahnt nicht, dass es die wichtigste Reise ihres Lebens sein wird.

 Katherina Herzog || "Der Wind nimmt uns mit" || TB 368 S.
Verlag: Rowohlt Taschenbuch || ISBN-13: 978-3499275272 || € 12,99
Gelesen 06/2016

********
Es beginnt in der Gegenwart. Derzeit hält sich die 32-jährige Maya mit ihrer Freundin im Ausland auf. Beide wollen das Laternenfest in Nordtaiwan erleben. Sie kennen sich schon aus der Grundschulzeit und sind beste Freundinnen. Während Maya durch ihren Reiseblog ziemlich bekannt geworden ist und schon fast überall auf der Welt gewesen war, für Kathi bedeutete diese Reise etwas einmaliges. Maya war alleinstehend, während Kathi daheim in der Nähe von Hamburg mit Mann und zwei Kindern lebte. Doch für Maya gab es einen Ort, zu dem sie niemals reisen würde: La Gomera. Zu tief saß die Enttäuschung in ihr, als sie vor Jahren erfahren hatte, dass Karoline "nur" ihre Adoptivmutter war. Zu viele Jahre des Schweigens.
Als Kathi wieder abreist, lernt Maya dort einen Mann kennen. Es wird ein Urlaubsflirt mit Folgen.
Allein das Cover lädt zum Träumen und Entspannen ein. Ich versprach mir hier eine schöne Sommerlektüre. Positiv zu vermerken sei, dass allein aufgrund der wunderbaren Landschaftsbeschreibungen sich in den Momenten ein gewisses Urlaubsfeeling einstellte.
Was die Charaktere Maya betrifft, zeigt sie sich nach außen ziemlich taff, doch für ihr angegebenes Alter irgendwie unreif. Ich fühlte mich mehr als einmal von ihr genervt. Aufgrund ihrer Schwangerschaft ist sie dennoch gezwungen, La Gomera aufzusuchen, denn dort hält sich Tobi auf, der Vater ihres Kindes.
Ich fand die Story vorhersehbar. Der Weg zum Happy End ist mit vielen Stolpersteinen gepflastert. Was sich genau hinter Mayas Adoption verbirgt, lässt sich allerdings gut lesen. Dieses erfährt der Leser in den Kapiteln, die in die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts führen. Diese Geschichte war gut erzählt.
Bedauerlicherweise muss ich sagen, dass mich der Roman im gewissen Sinn nicht abgeholt hat. Von der Idee her gut, allerdings wurde meiner Meinung nach viel Potential verschenkt. Und leider auch etliche Passagen, dieses auszubügeln wäre Angelegenheit des Lektorats gewesen. die anderen Leserinnen auch aufgefallen waren. Schade eigentlich.
Es gibt aber auch die schönen Momente im Roman, die Hoffnung schenken, es wird schon. Dennoch: der letzte Funke ist leider nicht übergesprungen.  Insofern enthalte ich mich einer Leseempfehlung. Dies sollte jeder Leser für sich entscheiden.
Ӝ̵̨̄Ʒ 3 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info / Zitat  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag

Der Funke ist nicht zu 100% übergesprungen
Ein netter Sommerroman, doch der Funke konnte nicht so ganz überspringen,

Donnerstag, 14. März 2019

(Rezension) "Ein Leben lang lieben" ~ Marissa Stapley

Marissa Stapley
Ein Leben lang lieben

Keine Liebe gleicht der anderen.

Jeden Sommer verbringen Helen und ihre drei Töchter zusammen ein Wochenende in einer Hütte am See. Alle vier suchen ihre eigene Antwort auf die Frage: Wie kann man ein Leben lang lieben? Die unkonventionelle Helen hat nie geglaubt, einen Mann zu brauchen. Ihre ganze Liebe galt immer ihren Töchtern. Die Jüngste, Liane, dagegen sehnt sich nach einer stabilen Beziehung. Doch der Mann, den sie liebt, ist nicht frei. Ihre Schwester Ilsa wiederum fühlt sich in ihrer Ehe gefangen und spielt immer wieder mit dem Feuer. Nur Fiona ist glücklich verheiratet. Überraschend sagt sie jedoch das Wochenende in letzter Minute ab. Sie hat etwas erfahren, das ihr wohlgeordnetes Leben erschüttert. Und auch Helen steht vor einer Entscheidung, denn sie hat sich - gegen jede Erwartung - verliebt ...

Rowohlt Verlag || TB 400 S.  Übersetzerin Katharina Naumann
19. Februar 2019 || ISBN-13: 978-3499275685  || € 16,00
Originaltitel: Mating for life
Gelesen 03/2019

Es ist wie ein Ritual, welches sich jedes Jahr wiederholt. Helen, Mitte 60, trifft sich mit ihren drei Töchtern mit Anhang in dem Sommerhaus am See, welches sie von ihrem Vater geerbt hatte. Es liegt weit von Toronto, wunderschön gelegen an einem See. Mit diesem Sommerhaus verbinden sich für alle Erinnerungen jedweder Art.
Es ist Ende Juni und zur Zeit weilt Liane, die jüngste von den Schwestern, schon vor Ort. Sie will endlich ihre Doktorarbeit beenden.
Fiona ist die Älteste und es hatte den Anschein, dass sie glücklich verheiratet sei. Zusammen mit Tim hatte sie drei Söhne.
Isla ist das Kind in der Mitte und bei ihr ist zu erkennen, dass sie das künstlerische Talent der Familie sei. Sie ist mit Michael, dem Geschäftspartner von Tim, verheiratet und hat zwei Kinder.
Liane, das Küken. Bei ihrem Aufenthalt wird sie auf ihren Nachbarn aufmerksam. Dann kommt die Familie zusammen, bis auf Fiona, die sehr kurzfristig abgesagt hatte. Natürlich hatte diese Absage einen Hintergrund. Es ging um ein Geheimnis, welches ihr Mann viele Jahre vor ihr geheim gehalten hatte. Er hatte es nicht für so wichtig empfunden, sie darüber aufzuklären. In ihren Augen ein Vertrauensbruch, zumal es sowieso nicht gut um ihre Ehe, ihr gemeinsames Miteinander stand.
Nach dem verbrachten Wochenende trennt sich dann Liane von ihrem langjährigen Freund Adam.
In abwechselnden Kapiteln werden die Geschichten der vier Frauen erzählt. Jedes Kapitel beginnt mit einem Ausschnitt zu einem Tier des Landes. Um ihr Verhalten miteinander … So ist es nicht verwunderlich, dass die Autorin gerade dies voran setzt, denn auch in ihrem Roman geht es um das Miteinander, dem Verhältnis zwischen Mutter-Töchter bzw. Geschwister. Jede der Charaktere ist eine eigene Persönlichkeit. Dass nicht jede Liebe gleich sein kann, wird deutlich hervorgehoben. Aber es sind nicht nur die Geschichten der Schwestern, auch das ihrer Mutter. Helen, die sich ihr Leben lang nicht hat fest binden wollen, sprich eine Ehe einzugehen, wird mit der Tatsache konfrontiert, dass auch sie lieben kann. Sie war immer der Meinung gewesen, es ist gut so wie es ist.
So beginnt nunmehr für jede von ihnen ein Neustart, ein Umbruch zu ihrem bisherigen Leben. Durch die ausführlichen Beschreibungen konnte ich die einzelnen Charaktere mir gut vorstellen.
Da ich schon von dem ersten Roman von Marissa Stapley angetan war, fiel es mir nicht schwer, ihrem Schreibstil zu folgen. Mich hat die Geschichte gefesselt, wo es hierbei nicht nur um die vorgenannten Beziehungen zwischen den Frauen geht. Man sollte die Art Familienromane mögen, und wird mit einer wirklich intensiven Geschichte belohnt. Allerdings darf man nicht erwarten, es komplett in einem Rutsch durchlesen zu können. Das wäre zu schade. Meines Erachtens nach gut erzählt, denn jede der Charaktere hat ihre eigene Stimme.
"Ein Leben lang lieben" ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt.
Eine Geschichte über Liebe, Beziehungen und die Suche nach dem Glück …

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.

Meine Rezension: Marissa Stapley - Das Glück an Regentagen

Mittwoch, 4. Juli 2018

(Rezension) "Die Charité - Hoffnung und Schicksal" ~ Ulrike Schweikert

Gelesen 06/2018
Ulrike Schweikert
Die Charité
Hoffnung und Schicksal
Broschiert: 496 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 2 (26. Juni 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499274515
ISBN-13: 978-3499274510
€ 14,99

© Cover - Info - Verlag








Sternstunden der Medizin


Meine Lesemeinung:

Es ist die Zeit um 1830 in Berlin. Dort befindet sich das bekannteste Krankenhaus, die Charité. Die Menschen in und um Berlin haben Angst, dass die Cholera sich auch hier ausbreitet. Die Grenzen zu Preußen hatte es schon erreicht. Am Spreekanal als auch anderswo herrschen unwürdige Zustände. Eine Kanalisation gab es nicht, so dass all der Unrat in die Gewässer floß.
Als erste Protagonbistin begegnet uns Martha Vogelsang, die Stadthebamme. Sie hatte einen guten Ruf und wurde auch zu den Leuten der besseren Gesellschaft in der Friedrichstadt gerufen. Sie sah die Unterschiede zwischen Arm und Reich. Aufgrund eines Ereignis lernt sie den zweiten dirigierenden Chirurg der Charité, Dr. Johann Friedrich Dieffenbach, kennen.
Die nächste Protagonistin ist Elisabeth. Die junge Frau macht sich auf den Weg zu ihrer vier Jahre älteren Schwester Maria, die am Kanal wohnt. Diese war hochschwanger, und hatte gerade erfahren, dass ihr Mann, Soldat, bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Elisabeth teilt Maria mit, dass sie ab jetzt als Krankenwärterin in der Charité arbeite. Aufgrund des Cholerauausbruchs am Kanal wird dort alles unter Quarantäne gestellt. Niemand darf das Gebiet verlassen.
Zitat S. 23/24
Quarantäne, Ausnahmezustand, ein stetig anschwellendes Heer von Kranken, denen keiner helfen konnte, und dann von Toten, die man irgendwo hastig verscharren würde. …
Eine Welle aus Elend, Schmerzen und Tod war im Begriff, über Berlin hinwegzurollen, …


Verschiedene Charaktere, verschiedene Lebenswege mit sozialen Hintergründen, ein wirklich sehr unterhaltsamer und aufschlussreicher Roman. Er gibt intensiven Einblick in die Zustände der Krankenpflege der damaligen Zeit. Die sehr unterschiedlichen Geschichten der Protagonisten zeigen auf, dass auch damals schon Frauen sich gegen Konventionen auflehnten, ein eigenbestimmtes Leben führen zu wollen.
Ebenso war der Alltag in der Charité sehr genau und authentisch, bildhaft vorstellbar, beschrieben. Das dies möglich war, ist den intensiven Recherchen der Autorin zu verdanken.
Elisabeth, Martha und die Gräfin Ludivica von Bredow, unsere dritte Protagonistin, Charaktere, die beeindrucken. Und natürlich auch Dieffenbach. Es sind die Geschichten der Vergangenheit, dem Forschungsdrang gewisser Persönlichkeiten, dem starken Willen so mancher Frau, denen wir heute vieles zu verdanken haben.
Ich gehe nicht intensiver auf den Inhalt ein. Wer sich für diese Art historischer Romane interessiert, da kann ich nur sagen: Lest es!
5  Lesegenuss-Bücher

Ich bedanke mich recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.


► Berlin, 1831. Seit Wochen geht die Angst um, die Cholera könne Deutschland erreichen – und als auf einem Spreekahn ein Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen fieberhaft, Überträger und Heilmittel auszumachen: ein Wettlauf gegen die Zeit. Während die Ärzte um das Überleben von Tausenden kämpfen, führen drei Frauen ihren ganz persönlichen Kampf: Gräfin Ludovica, gefangen in der Ehe mit einem Hypochonder, findet Trost und Kraft in den Gesprächen mit Arzt Dieffenbach. Hebamme Martha versucht, ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu bieten, und verdingt sich im Totenhaus der Charité. Die junge Pflegerin Elisabeth entdeckt die Liebe zur Medizin und - verbotenerweise - zu einem jungen Arzt ...
Die Charité - Geschichten von Leben und Tod, von Hoffnung und Schicksal im wohl berühmtesten Krankenhaus Deutschlands.

► Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt «Die Tochter des Salzsieders» ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.


Ein historischer Roman zur Medizingeschichte - ein Must-Read!

Samstag, 19. Mai 2018

(Rezension) "Zwischen dir und mir das Meer" ~ Katharina Herzog

Gelesen 05/2018
Katharina Herzog
Zwischen dir und mir das Meer
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (24. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499274205
ISBN-13: 978-3499274206
€ 12,99


© Cover - Info - VERLAG








Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limoncello daraus!

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck

Der Roman "Zwischen dir und mir das Meer" beginnt mit dem Prolog im Spätsommer 1972 in Ravello, Italien. Dort begegnen sich die beiden Mädchen Mariella und Francesca das erste Mal. Letztgenannte ist die Tochter des neuen Chefs von Mariellas Vater. Salvatore Forlani war im Geschäft mit Zitronen und Francesca lebte von nun an mit ihrer Familie dort in einer Villa. Mariellas Vater arbeitete für Salvatore, besaß selbst ein kleines Stück Land mit Zitronenbäumen. Daraus stellt er Limoncello her. Doch das perfekte Rezept dafür hat er noch nicht gefunden. Weitere Familie hat Mariella nicht.
In der Gegenwart lernt der Leser Lena kennen. Die junge Frau lebt auf Amrum und arbeitet dort in einem Hospiz. Vor gut 20 Jahren war ihre Mutter Mariella nicht mehr aus dem Meer zurückgekehrt. Seitdem scheute sie das Wasser. Lena lebt mit ihrem Vater und Oma Hilde zusammen. Dann lernt sie eines Tages einen Mann kennen, der auf der Suche war. Durch Zufall gerät Lena an eine Mappe mit Bildern, die dieser im Hotel vergessen hatte, auf denen ihre Mutter in jungen Jahren zu sehen ist.
Rechtzeitig zu Oma Hildes achtzigsten Geburtstag taucht Lenas jüngere Schwester Zoe wieder auf. Sie ist das genaue Gegenteil von Lena, quirlig, lebenslustig, eine Weltenbummlerin.
Kurzum machen sich beide auf den Weg nach Italien, um mehr über die Bilder und der Familie ihrer Mutter zu erfahren. Warum war diese in jungen Jahren von Italien nach Deutschland gekommen?
Die von Mariella erzählte Geschichte der Vergangenheit wird textlich anders dargestellt. Es war schon interessant zu lesen, die Entwicklung der Freundschaft zwischen Mariella und Francesca. Nach und nach entblättert sich die Geschichte um die beiden Familien der Mädchen. Es hat berührende Momente, für die damalige Zeit vielleicht etwas ungewöhnlich. Doch mir fehlte hier über weite Abschnitte das gewisse Etwas. Sowohl in den Rückblenden als auch in der Gegenwart wurde mir einfach zu sehr ausgeholt, halt mehr als nötig in die Länge gezogen.
In der Vergangenheit geht es um zwei Mädchen/Frauen, deren Freundschaft in die Brüche geht. Der Preis war sehr hoch gewesen für eine von ihnen.

Was die Protagonisten des Romans betrifft, mss ich sagen, dass ich nicht alles immer gut fand oder nachvollziehen konnte. Auch war mir die Ausgangslage ein bisschen konstruiert, das geführte Leben der Charaktere nicht, aber doch schon vorhersehbar.

"Zwischen dir und mir das Meer", eine Familien(Liebes)-Geschichte, mit Charakteren, die mich nicht völlig überzeugen konnten. Aber ich gebe trotzdem meine Leseempfehlung.

Ӝ̵̨̄Ʒ 4  Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.


Katharina Herzog hatte schon immer Spaß daran, sich Geschichten auszudenken und sie aufzuschreiben. Nach einem Abstecher in den Journalismus kehrte sie zur wahren Liebe Belletristik zurück und begann, Romane zu veröffentlichen. Als E-Book-Autorin hat sie sich unter dem Namen Katrin Koppold bereits in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.


Netter Sommerroman, mit Luft nach oben

Sonntag, 3. April 2016

|| Rezension || Über uns der Himmel, unter uns das Meer ~ Jojo Moyes

Jojo Moyes
Über uns der Himmel, unter uns das Meer
Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 2 (26. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3499267338
Originaltitel: The Ship of Brides
Katharina Naumann (Übersetzer)
€ 14,99
auch als E-Book

 Cover - Info -VERLAG





Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Ein berührender Roman über Hoffnung, Schicksal und Liebe – 
inspiriert von Jojo Moyes’ eigener Familiengeschichte.


Leseeindruck 

Indien - im Jahr 2002: 
Mit ihrer Großmutter ist Jennifer nun fast am Ende ihrer Reise, als sie Stopp in Alang, dem größten Schriffsverschrottungshafen der Welt, machen. Normalerweise ist der Zutritt verboten, doch darauf nimmt Jennifer keine Rücksicht. Keine Touristenattraktion, Jennifers Neugier treibt sie auf den Platz. Als die Enkelin nach einer Zeit nicht zurückkommt, macht sich die alte Dame auf den Weg und stößt dabei auf ein halb zerlegtes Schiff, welches vom Farbanstrich auf ein britisches Kriegsschiff hinweist. Nach einiger Zeit kann sie die Reste des Namens am Schiffsrumpf erkennen …
***
Australien 1946:
Der Krieg ist vorbei und der britische Flugzeugträger "Victorious", mit über sechshundert australischen Frauen an Bord, macht sich auf die Reise nach England. Die Frauen sind alle mit britischen Soldaten verheiratet. Hintergrund zu diesem Buch ist die Geschichte von Betty McKee, die  damals genau solch Reise unternahm. Der Mut und die Zuversicht der Frauen spiegeln sich in einzelnen Schicksalen wieder.

Jojo Moyes stützt sich auf unveröffentlichte Tagebücher aus jener Zeit. Sie hat einen kleinen Personenkreis zum Leben erweckt, Margaret, Jean, Avice und Frances, vier von vielen hunderte von Frauen, die uns an ihrem Schritt ins neue Leben teilhaben lassen. Im Vordergrund die Hauptcharaktere Frances Mackenzie. Doch nie kam in der ganzen Handlung diese Protagonistin zu sehr in den Vordergrund, eine großartig, authentisch geschilderte Frau, dessen Schicksal, ihre Vergangenheit erst ziemlich spät in der Handlung offen gelegt wird.
Die gesamte Handlung entwickelt einen Sog und fesselt den leser an die Zeilen. Doch es sind auch die leisen Tönen, mit denen  Jojo Moyes eindrucksvoll das Schicksal der Frauen, wie auch einzelnen Besatzungsmitlieder einschließlich eines bemerkenswerten Kapitäns, beschreibt. Es sind ihre Träume und Hoffnungen, die Ungewißheit, willkommen zu sein in dem fremden Land, den fremden Menschen. Nur vereinzelt erhalten sie Briefe an Bord von ihrem Liebsten oder Familien. Es mögen sich Schicksale ähneln, doch jede der Frauen hat ihre eigene Geschichte erlebt.

Wo fange ich an, wo höre ich auch? Diese Frage habe ich mir beim Schreiben für diese Buchbewertung gestellt. Gebe ich detailliert die Handlung wieder, beschreibe die einzelnen Charaktere detailliert, das Buchcover, den Schreibstil? Wer sich für die Art Lektüre interessiert, braucht es nicht. Das Buch, die Geschichte spricht für sich. Es gehört zu einem Stück Zeitgeschichte, welche wir niemals vergessen sollten.

Und als der Morgen anbrach und die fast nackten Körper mit seinem blauen Licht berührte, wachten ein paar der Mädchen auf, wickelten sich fester in ihre Decken und beobachteten stumm, wie leise, eins nach dem anderen, die Flugzeuge von jeweils zwei Maschinisten zum Rande des Schiffes gerollt wurden. ... sahen die Flugzeuge zum letzten Mal den Himmel, mit emporgeklappten Flügeln, einige noch voller Dellen und rußiger Flecken von ihren Siegen in der Luft. Sie trafen überraschend leise auf der Wasseroberfläche auf, dann glitten sie hinunter, bewegten sich mit der Strömung des Indischen Ozeans, tiefer und immer tiefer, bis sie schließlich sanft irgendwo auf dem Meeresgrund landete. ←
Zitat S. 272

"Über uns der Himmel, unter uns das Meer", hat mich, nicht nur durch die Art und Weise wie Jojo Moyes es geschrieben hat, berührt, auch in Hinblick auf authentische Vergangenheit zurückgreift und somit zu etwas ganz Besonderem macht.
Ein großartiger Roman, der auf wahre Begebenheiten beruht
Ein Roman, der sich zu lesen lohnt!

Ich gebe fünf Lesegenuss-Bücher - eine Buchperle!




 Buchinfo 

Über das Meer zu dir
Australien 1946. Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ihre Verlobten, ihre Ehemänner – englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage verbracht hatten, bevor der Krieg sie wieder trennte. Unter den Frauen ist auch die Krankenschwester Frances. Während die anderen zu Schicksalsgenossinnen werden, ihre Hoffnungen und Ängste miteinander teilen, bleibt sie verschlossen. Nur in Marinesoldat Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht und wie sie Schreckliches erlebt hat im Krieg, findet sie einen Vertrauten. Eines Tages jedoch holt Frances ausgerechnet der Teil ihrer Vergangenheit ein, vor dem sie ans andere Ende der Welt fliehen wollte …

Vita 

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Der Roman «Ein ganzes halbes Jahr» machte sie international zur Bestsellerautorin. Weitere Nr. 1-Bestseller folgten. Jojo Moyes lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf dem Land in Essex.

Montag, 16. April 2012

Rezension (159) Schattenblüte - Die Wächter - Band 2 - Nora Melling

Nora Melling
Schattenblüte - Die Wächter
Hardcover
320 Seiten
Verlag: Rowohlt Polaris (1. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3862520107
14,95 €

Verlagsinfo:
Silvester in Berlin. Noch einmal sind Luisa und Thursen zurückgekehrt in den Wald. Dorthin, wo ihre Liebe begann, als Thursen noch ein Werwolf war. Luisa möchte den Tod ihres Bruders hinter sich lassen, endlich wieder glücklich sein. Doch die Vergangenheit holt sie ein: Während überall ausgelassen gefeiert wird, stoßen sie auf eine übel zugerichtete Leiche. Thursen weiß sofort: Dafür ist einer der Wölfe aus seinem alten Rudel verantwortlich. Während er immer öfter im Wald verschwindet, bleibt Luisa allein zurück. Dann lernt sie Elias kennen. Ist ihre Liebe zu Thursen stark genug?
Luisa ahnt nicht, dass Thursen und Elias ein schreckliches Geheimnis verbindet ...
Statement:
Nach dem Auftaktband der Trilogie „Schattenblüte  – Die Verborgenen“ habe ich nun den zweiten Band dazu gelesen.
Meine Rezension zu Band 1 findet ihr hier.
Es macht Sinn, nicht mitten in eine Trilogie einzusteigen, und schon gar nicht bei dieser. Warum, kann der Leser aus der vorgenannten Rezension entnehmen.
Wie geht es nun weiter mit Thursen und Luisa?
Nachdem Thursen nunmehr kein Werwolf ist, wollen die beiden in ein neues Leben starten. Es ist Silvester und Thursen, dessen richtiger Name Lars ist, sowie Luisa befinden sich im Wald, das alte Jahr zählt nur noch sechs Minuten und hier wollen sie nun das neue Jahr begrüßen.
Während ganz Berlin anscheinend ausgelassen Silvester feiert, finden die beiden eine Leiche und die ist äußert übel zugerichtet worden. Thursen ahnt sofort, dass dafür nur jemand aus seinem alten Wolfsrudel verantwortlich sein kann. Für Thursen/Lars beginnt eine harte Zeit, und immer wieder zieht er sich von Luisa zurück. Zu stark ist er immer noch innerlich mit seinem alten Rudel verbunden. In dieser schweren Zeit lernt Luisa Elias kennen.
Doch wer ist Elias und was verbindet ihn mit Thursen?
Im Laufe der Geschichte wird schon klar, dass es sich hier nicht um ein „normales Fantasiewesen“ handelt.
„Die Wächter“ werden jeweils aus der Ich-Perspektive von Luisa und zum anderen von Elias erzählt.
Die Autorin Nora Melling hat mich auch mit der Fortsetzung „Die Wächter“ überzeugt, denn oft ist der zweite Teil nicht so gut wie Band 1.
Zu den bekannten Charakteren kommen noch einige neue hinzu, die sich sehr gut in die Handlung einfügen. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite mitten drin. Das spricht für die Schreibperspektive, dem Wechsel zwischen Luisa und Elias, die dem Leser die verschiedenen Blickwinkel aufzeigt.
Die Charaktere Luisa hat sich meiner Meinung nach nicht sehr groß verändert, was ich  erst vermutet hatte. Normalerweise durch die Veränderungen in ihrem Leben, könnte man davon ausgehen, Luisa würde vom Charakter her anders werden. Einerseits durch den Auszug ihres Vaters sie nunmehr mit ihrer Mutter allein lebt, und zum anderen Thursen/Lars sich nicht mehr zum Werwolf verwandelt. Doch sie klammert sich immer mehr an ihn, zeigt aber auch wieder ihre kämpferische, aufmüpfige Art. Sie ist nicht unsympathisch, aber … Während im ersten Band Luisa und Thursen ihre Geschichte erzählten, gerät Thursen durch sein Verhalten  in „Die Wächter“  teils in den Hintergrund.
So ist es voraussehbar, dass Luisa sich immer mehr mit Elias beschäftigt und das bedeutet Konkurrenz für Thursen/Lars. Für die Handlung in „Die Wächter“ vorteilhaft.
Fazit:
In ihrem Nachwort schreibt Nora Melling „eine Geschichte beginnt erst zu leben, wenn sie jemand liest“.  Dank für die vielen unendlichen Stunden, die ein jeder Autor damit zubringt, Gedanken zu einer Handlung werden zu lassen – für den Leser.
Das Cover ist wieder besonders hervorzuheben. Die dumpfe Stimmung aus dem ersten Band ist hier nicht mehr so stark vorhanden, was ich als angenehm empfand. Allerdings – es erwarten den Leser einige Überraschungen – auch das Ende (!?), so dass ich schnellstmöglich doch den Abschlussband der Trilogie „Schattenblüte“ lesen möchte.

Der Abschluss meiner Rezension zu Band 1 endete so:
„Genieße jeden Augenblick deines Lebens.
Es gibt immer Höhen und Tiefen –
die dunklen Tage und die hellen Tage –
doch es gibt immer ein helles Licht in der Zukunft.
 (©verfasst von der Rezensentin)
Ich vergebe fünf Bucheulen.


Samstag, 11. Februar 2012

Buchzuwachs - *** Überraschung ***

Wow, das war ja eine tolle Überraschung, als ich am Freitag mittag von einem längeren Arzttermin nach Hause kam und der Postbote in der Zwischenzeit da war.

Hier nun die Buchvorstellung:
Es geht weiter - hier nun Band 2
Nora Melling - Schattenblüte - Die Wächter

Der Verlag schreibt:
Silvester in Berlin. Noch einmal sind Luisa und Thursen zurückgekehrt in den Wald. Dorthin, wo ihre Liebe begann, als Thursen noch ein Werwolf war. Luisa möchte den Tod ihres Bruders hinter sich lassen, endlich wieder glücklich sein. Doch die Vergangenheit holt sie ein: Während überall ausgelassen gefeiert wird, stoßen sie auf eine übel zugerichtete Leiche. Thursen weiß sofort: Dafür ist einer der Wölfe aus seinem alten Rudel verantwortlich. Während er immer öfter im Wald verschwindet, bleibt Luisa allein zurück. Dann lernt sie Elias kennen. Ist ihre Liebe zu Thursen stark genug?
Luisa ahnt nicht, dass Thursen und Elias ein schreckliches Geheimnis verbindet ...
Weitere Informationen findet ihr auf der Verlagsseite 

Alexandra Adornetto - Halo

Der Verlag schreibt:
In dem verschlafenen Ort Venus Cove scheint die Welt noch in Ordnung. Doch dunkle Mächte sammeln sich, immer öfter kommt es zu unerklärlichen Todesfällen. Bis eines Nachts drei Engel auf der Erde landen, vom Himmel gesandt, um dem Bösen Einhalt zu gebieten. Fasziniert vom Leben der Menschen, mischt sich Bethany, die jüngste und unerfahrenste der drei himmlischen Geschwister, unter die Schüler der Highschool– und verliebt sich Hals über Kopf in den attraktiven Schulsprecher Xavier. Doch ihre Liebe bringt die Mission der Engel in Gefahr, denn niemand darf über ihre eigentliche Herkunft Bescheid wissen. Und schlimmer als der Zorn des Himmels ist die Bedrohung durch das Böse, das bereits ein Auge auf Bethany geworfen hat …

Samstag, 1. Oktober 2011

Rezension (91) Schattenblüte - Die Verborgenen


Nora Melling
Schattenblüte 

– Die Verborgenen
Verlag: Rowohlt Polaris
ISBN 978-3-86252-000-8
Flexcover
352 Seiten
14,95 €









Nichts ist mehr so für Luisa wie es war, als ihr kleiner Bruder noch lebte. Ihre Eltern verlassen die Heimat, Hamburg, und ziehen nach Berlin. Ein Neuanfang für die Familie!? Jeder von ihnen nimmt die Trauer mit, nicht verarbeitet, verpackt und behütet im Inneren der Eltern und Luisa. Doch diese findet keinen Halt bei ihren Eltern, der Boden ist ihr unter den Füßen weggerissen worden. Alles, was an Fabian erinnert, wurde vernichtet, nur sein Grab ist in Hamburg geblieben. Luisa findet so gut wie keinen Anschluss in ihrer neuen Schule, denn zum einen schwänzt sie sehr oft den Unterricht, sehr zum Unmut ihrer Eltern.
Mit „Die Verborgenen“ ist der erste Band der Fantasiereihe „Schattenblüte“ von Nora Melling erschienen, gleichzeitig auch ihr Debütroman.
Luisa, ein junges Mädchen aus der heutigen Zeit, deren Lebensweg – und art Nora Melling für sich als roten Leitfaden aufgenommen hat und ihre Fantasiefäden wie ein feines Netz darum gewoben hat.
Luisa ist auf der Suche und sieht für sich selbst nur den einzigen Weg, dem allen zu entfliehen. Das Abnormale, ihre Essstörung, das gespannte Verhältnis, ihre Sehnsucht und Trauer um ihren verstorbenen Bruder, die Stille des Grunewalds, so sie ihre Ruhe sucht, ihre Gedanken schweifen immer mehr  in das „… was wäre wenn ….“ Doch sie ahnt nicht, dass sie auf ihren Wegen beobachtet wird.
An ihrem 17. Geburtstag beschließt Luisa, dass sie diesen ganzen Schmerz nicht mehr aushalten will und kann und steigt auf den Grunewaldturm. Doch im allerletzten Moment, nur einem Schritt von ihrem Ende entfernt, rettet ein geheimnisvoller Junge sie. Mit einer geradezu enormen Wortflut über den Schmerz, den Verlust des Bruders bringt die Autorin den Leser auf den Weg  - den roten Faden – zu den Verborgenen.
Thursen und Luisa, der Leser möge den Gedanken gleich am Anfang verwerfen, ihm würde hier eine ganz normale Fantasiegeschichte mit viel Romantik geboten werden. Sicherlich auch, aber das Buch bietet viel mehr als das, denn es geht hier um wahre Realität, die Trauer, Gefühle der Verlassenheit, die Verarbeitung von Schmerzen, Verlust, aber auch um Hoffnung, um eine Zukunft, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.
Was verbindet Thursen und Luisa? Der eine rettet den anderen, auf das er nicht den Weg beschreitet und zu dem wird, was er fast ist – ein Werwolf. Ich betone „fast“!
Es sei hinzugefügt gesagt, wer meint, die ganze Thematik geht nur in Richtung eines Werwolfromans, sollte das Buch lesen und sich dann eine eigene Meinung bilden. Denn „Die Verborgenen“ bieten mehr, auch wenn es zunächst den Anschein hat, es ist alles nur dunkel und düster, einfach nur traurig. Depressionen läst es aber keine aus, jedenfalls nicht bei mir. Es ist mitten aus dem Leben gegriffen, und macht schon nachdenklich, vor allem vor dem sehr klar beschriebenen Hintergrund.
Die beiden Charaktere Thursen und Luisa sind sehr genau und prägnant geschrieben. Das Einbringen aus dem heutigen Sprachkleid mit eigenen Wortumschreibungen der Autorin finde ich erwähnenswert.
Geschrieben aus der Ich-Perspektive von Luisa, einem jungen 17-jährigen Mädchen aus Berlin, ist „Die Verborgenen – Schattenblüte“ ein wahrhaft besonderes Buch.
Es bleibt nicht aus, dass sich Luisa an einen Strohhalm klammert, nachdem Thursen sie vor dem letzten, endgültigen Schritt bewahrt. Das junge Mädchen trifft die Entscheidung, ihn wieder zu treffen, ihn zu begleiten. Immer wieder kehrt sie zu dem „Rudel Werwölfe“ in den Grunewald zurück. Einige von ihnen sind endgültig Wölfe, einige verwandeln sich zeitweise noch in Menschen, dann wieder in Wölfe. Noch kann Thursen sich in einen Menschen verwandeln, doch nicht mehr lange.
Wer ist Thursen und woher kommt er? Was war der Grund für ihn, sich hierher zurückzuziehen und Schritt für Schritt den Weg vom Menschen in einen Werwolf zu gehen?
Luisa begibt sich auf die Suche nach Thursens wahrer Identität – nach etlichem Zögern von Thursen begleitet dieser sie. Sehr zum Ärger einiger aus dem „Rudel“. Und sie erleben einiges miteinander, Gutes und Böses.
Besonders hervorheben möchte ich den Abschnitt, in dem Thursen für Luisas kleinen Bruder einen Baum kennzeichnet als Luisas Trauerbaum, eine Hilfe zur Trauerbewältigung.
Die Zeit scheint Luisa wegzurennen, um Thursen zu retten, wieder Mensch zu sein. Thursens Schicksal, alles aus seiner Zeit zu vergessen, dann ist er endgültig ein Wolf. Für ihn gäbe es keinen Weg mehr zurück.
Die ganze Handlung wird etwas aufgelockert durch Luisas Nachbarin Anja und ihren beiden kleinen Kindern, vor allem durch Lotti. Dass diese zum Ende der Geschichte eine tragende Rolle spielt, sei nur kurz erwähnt.
Nora Melling hat einige wichtige Themen der heutigen Zeit, nicht nur der Jugendlichen, in ihrem Roman mit eingearbeitet. Wer genau hinschaut bzw. liest, sieht die Sensibilität z. B. der Thematik Mobbing (gibt es sehr stark auch bei den Erwachsenen) oder auch die familiären Problematiken, wie z. B. hier aufgeführt Luisas Essstörung.
Die Kraft und Stärke, die Luisa durch ihren inneren Faden, ihre Seelenbeziehung zu Thursen, schöpft, dann wiederum ihre andere Seite, zickig, motzig, rebellisch, die Charaktere Luisa möchte man dann und wann nicht mögen. Doch waren wir nicht alle einmal pubertierende Jugendliche?!
Mit sehr viel Fingerspitzengefühl und gut gewählten Worten hat die Autorin die Thematik Selbstmord/-gedanken behandelt.
Leider ist es heutzutage an der Tagesordnung, vor vielem wegzuschauen, die einfachsten Hilferufe, die schon durch einen Gesichtsausdruck gesagt werden können, werden nicht wahrgenommen!
Fazit:
Ein von den ersten Seiten an sehr spannend und interessant geschriebenes Buch. Nora Melling hat die Werwölfe in ein anderes Licht gesetzt – besser beschrieben als in manch anderen vor mir gelesenen Büchern bezgl. Werwölfe.
Der Schreibstil der Autorin ist gradlinig, ohne zuviel Drumherum und ihre Beschreibungen produzieren ein laufendes Kopfkino, eben einfach fesselnd, nicht langatmig. Man spürt zwischen den Zeilen das gewisse „Etwas“, schwer es in Worte zu fassen und hier herüber zu bringen. Vielleicht weiß der eine oder andere ja hiermit etwas anzufangen, was ich meine.
Wie oft mag Nora Melling mit der U-Bahn oder S-Bahn durch Berlin gefahren sein?
Wie viele Spaziergänge im Grunewald – bei welchem Wetter auch immer?!
„Schattenblüte – Die Verborgenen“ vergisst man nicht so schnell. Ein Nachhall bleibt, aber im positiven Sinn.
Ich kann dieses All-Age-Buch sehr empfehlen und warte gespannt auf die Fortsetzung.
TOP DEBÜT – NORA MELLING !!!

„Genieße jeden Augenblick deines Lebens.
Es gibt immer Höhen und Tiefen –
die dunklen Tage und die hellen Tage –
doch es gibt immer ein helles Licht in der Zukunft.
 (©verfasst von der Rezensentin)

Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Ich vergebe 5 Bucheulen.