Ein anderes Land. Ein anderes Leben.
Zwei Orte gibt es, die für Elise Heimat bedeuten: Paris, wo sie seit über 20 Jahren eine kleine Boutique im Montmartre führt; und Peleroich, das verschlafene Dorf an der mecklenburgischen Ostseeküste. Hier wächst sie in den 60er Jahren auf, hier lernt sie Henning und Jakob kennen, die beiden Lieben ihres Lebens. Henning, der Fels in der Brandung, den sie seit Kindertagen kennt, Jakob, der Frauenschwarm, der Künstler werden will und wie sie davon träumt, einmal den Eiffelturm zu sehen. Eine fatale Dreiecksbeziehung voller Geheimnisse - bis Jakob eines Tages spurlos aus Elises Leben verschwindet.
Als Elise nach vielen Jahren in ihr Heimatdorf zurückkehrt, taucht sie tief ein in ihre eigene Vergangenheit und in die Geschichte von Peleroich, wo ihre Eltern sich kurz nach Gründung der DDR kennenlernen…
Anja Baumheier erzählt von einem malerischen Dorf und dem Schicksal seiner Bewohner zwischen Gründung der DDR, Mauerbau und Nach-Wendezeit.
Anja Baumheier || Kastanienjahre
Geb. Ausgabe - 416 S.
Verlag: Wunderlich; Auflage: 1. (20. August 2019)
ISBN-13: 978-3805207560 || € 20,00
Gelesen 08/2019
Mein Leseeindruck:
"Kastanienjahre" ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Handlungsorte sind einerseits Paris und der fiktive Ort Peleroich. Es beginnt im Winter 2018 in paris, wo die achtundfünfzigjährige Elise Petersen seit gut mehr als 20 Jahren lebt. Dort unterhält sie eine Boutique. Durch den Besuch ihrer Freundin aus Deutschland wird sie an ihren Heimatort Peleroich erinnert, der nun lt. einem Zeitungsausschnitt dem Erdboden gleich gemacht werden sollte. Und das schon bald. Es war Jahre her, dass Elise dort war. Die Erinnerungen daran schmerzten dochnoch irgendwie, zumal sie bis heute nicht wußte, was damals mit ihrem Freund Jakob geschehen war. Über Nacht war er spurlos verschwunden und Elise hatte ihn auch nach dem Mauerfall nicht auffinden können. Zum gleichen Zeitpunkt erhält sie einen anonymen Brief mit der Bitte, dringend nach Peleroich zu kommen. Ein Freund, so die Unterschrift, wollte seine Schuld offenbaren, zum einen was den Tod ihres Vaters betraf und um Jakobs Verschwinden.
Zitat S. 73
"... Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen."
Der geschichtliche Hintergrund erzählt über das Leben Anfang der Fünfziger Jahre und fortlaufend. So war das halt damals in den Zeiten von Ostdeutschland. In wechselnden Passagen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Es zeigt auf die Gründung des Staates, die Entwicklung und auch das sozialistische Denken. Wer neben der Spur lief, musste damit rechnen, überwacht zu werden. Was nach dem Mauerbau noch extremer wurde. Da blieb es nicht aus, dass die Leute in den Westen flüchten wollten. Peleroich, ein fiktiver Ort, lag nahe der Ostsee.
Am Anfang des Buches ist eine Auflistung der handelnden Personen. So bekommt man schon einen Blick auf die Figuren. Im Prinzip wird die Geschichte von ca. 1950 bis 2018 erzählt. Das Zeitgeschehen ist glaubwürdig geschrieben und gut recherchiert. Ich bin zwar im Westen geboren und aufgewachsen, habe aber dennoch durch die Vorgeschichte meiner Mutter viele Jahre meiner Kindheit in den Ferien und auch später "drüben" miterlebt. Die Geschichte der jungen Elise Petersen, die zwei Freunde hat und sich dennoch nicht entscheiden kann. Und was hat der Tod von Elises Vater mit Jakobs Verschwinden zu tun? All diese offenen Fragen, hier hofft Elise nun auf Antworten.
Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft und lässt den Leser in eine großartige Geschichte eintauchen. Die vorn im Buch gezeichnete Karte vervollständigt dies. Der geschichtliche Hintergrund fließt gut in die Handlung ein. Ebenso die individuellen Charaktere stellen sich lebendig dar.
Nach "Kranichland" ist "Kastanienjahre" erneut ein wunderbares Buch aus der Feder der Autorin, dem ich gern meine Leseempfehlung gebe. Es ist nicht nur so eine fiktive Geschichte, die Vergangenheit könnte eine wahre Begebenheit gewesen sein.
#gegendasvergessen
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
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Die Vergangenheit bringt die Gegenwart und die Zukunft
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Sonntag, 1. September 2019
Donnerstag, 27. September 2018
(Rezension) "Ein Winter voller Blumen" ~ Marie Fontaine
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| Gelesen 09/2018 |
Marie Fontaine
Ein Winter voller Blumen
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Wunderlich; Auflage: 1. (25. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805200315
ISBN-13: 978-3805200318
€ 18,00
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Ein kleiner Blumenladen in Paris.
Eine junge Floristin.
Eine Liebe mit Hindernissen.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Der Roman beginnt in den trüben Novembertagen. Handlungsort ist Paris. Dort in der Rue du Cherche-Midi ist der Blumenladen von Fleur Danton, "Fleurs de Fleur". Es ist eine Ecke von Paris, die noch nicht zu sehr von Touristenströmen überflutet wird. Und dennoch hat sie einen ganz besonderen Charme. Fleurs Blumenladen könnte besser laufen, es gab gute Tage, dann wiederum kamen die Durststrecken, die sie verzweifeln ließen.
Im Hotel Louis XI arbeitete seit einigen Monaten Nicholas Martin. Er war dort Leiter für Reklamationen und Problemfälle. Sein Chef Monsieur Trebouchet forderte mehr Effizienz, mehr Profit. Was aber wiederum für Nicholas bedeutete, er musste Lösungen für Einsparungen finden. Schon mehrfach war er in Fleurs Blumenladen gewesen, hatte kleine Sträuße gekauft und diese dann im Hotel an Angestellte weitergegeben. Ihm gefiel der Laden, die Besitzerin.
Beide Protagonisten tragen ihre Probleme mit sich. Der eine familiär und existenziell, der andere durch seinen Job. Das finanzielle Desaster, da der Blumenladen sich kaum trug, war für Fleur klar. Doch für sie bedeuteten Blumen etwas besonderes, einzigartiges. Nicholas steht vor dem Problem, Lösungen zu finden. Doch kann man dann noch den Standard des Hotels halten? Er stand zwischen den Stühlen. Umso mehr gaben ihm die Besuche und der sich langsam anbahnende Kontakt zu ihr ein bisschen Sonne in seinem Leben.
Ich bin auf das Buch durch seinen Titel, den Klappentext als auch die Aufmachung aufmerksam geworden. Das Buch hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Die Kapitel zieren eine Schwarz-Weiß-Zeichnung, ein Kreis dezent mit Blumen und darunter immer ein Zitat in Kursiv:
"Wurzelwerk ist ein Wunder. Es wirkt im Unsichtbaren und treibt die überraschendsten Blüten".
(S. 91)
Diese nehmen indirekt Bezug auf die weitere Handlung.
Ich möchte nicht zu sehr auf das Buch eingehen, aber Marie Fontaine versteht es, den Leser mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen. Mag man gefühlvolle Geschichten, wird man hier durchauf auf seine Kosten kommen. Die Geschichte von Fleur und Nicholas nimmt einen gefangen, auch wenn es eine etwas eher ruhige Story ist.
Zitat S. 149
"Der Name der Rose ist nicht nur ihr Name. Er ist Phantasie. Inspiration. Hoffnung."
Die Autorin Marie Fontaine hat es sehr gut verstanden, mit ihrem Buch eine wichtige Botschaft zu übermitteln: auch wenn die Krise noch so schwer ist, es findet sich ein Ausweg. Hoffnung, Unterstützung von Freunden und vieles mehr.
"Ein Winter voller Blumen" ist eine Geschichte, die einen berührt. Ein stilles und dennoch bewegendes Buch, das noch lange nachhallt. Aus dem Leben gegriffen, nicht zu übertrieben ist es mit eines der schönsten Geschichten, die ich gelesen habe. Leider kam der Schluss einfach zu schnell, ich hätte noch mehr lesen können.
Ein Buchschatz - ein Lesegenuss.
– Liebe – Traurigkeit – Verlust– Hoffnung –
eben das volle Programm ♥HERZKINO♥
Für mich ein weiteres Lesehighlight 2018.
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Marie Fontaine ist in Paris geboren und hat lange in einer kleinen Buchhandlung gearbeitet, bevor sie sich als PR-Beraterin selbstständig machte. Sie verbringt ihre Freizeit am liebsten in den kleinen Läden und Cafés ihres Viertels und denkt sich dabei immer neue Geschichten aus, in denen die Menschen vorkommen, die ihr dabei begegnen. Die Idee zu "Ein Winter voller Blumen" kam ihr, als sie die Rosensträucher in ihrem winzigen Stadtgarten gegen den Frost einpackte. Sie lebt mit ihrer Familie in München.
"Es ist Herbst in Paris. Die ersten Herbststürme fegen durch die Straßen, die Tage werden kürzer. …"
© Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Rowohl/Wunderlich.
Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar
Berührend, romantisch - unbedingt lesenswert!
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Wunderlich
Samstag, 14. April 2018
"Kranichland" ~ Anja Baumheier
| Anja Baumheier Kranichland Gebundene Ausgabe: 432 Seiten Verlag: Wunderlich; Auflage: 1 (13. März 2018) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3805200218 ISBN-13: 978-3805200219 € 19,95 Gelesen 04/2018 |
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
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Mein Leseeindruck
Die Familiengeschichte des Romans "Kranichland" spielt zum einen im geteilten Deutschland, hier Ost-Berlin, bzw. Rostock sowie in der heutigen Zeit. Es handelt von dem Leben der Familie Groen. Im Buch werden die Zeitebenen wechselnd geschrieben.
Anfänglich hatte ich meine Einstiegsprobleme, etwas verwirrend, bis ich dann endlich "den roten Faden" gefunden hatte. Dann, wenn man erst einmal in die Geschichte sich eingelesen hat, lässt sie sich gut lesen. Was mir sofort ins Auge fiel, waren die gezeichneten Vögel - Kraniche - die in den einzelnen Kapiteln den Text unterbrachen. Was aber nicht störend war. Das Buch hatte meine Aufmerksamkeit, zum einen durch das ansprechende Cover, dem Titel als auch die Kurzbeschreibung erhalten.
Ich bin zwar nicht in der ehemaligen DDR aufgewachsen, doch da meine Verwandtschaft in Ost-Berlin wohnt(e), waren jährliche Besuche immer angesagt. Und das gern. Ich liebe meine Verwandtschaft. "Kranichland" ist der Debütroman von Anja Baumheier.
Was für Auswirkungen eine einzige Entscheidung auf ein Leben bzw. einer ganzen Familie hat, wird hier anhand der Groen-Familie bzw. Schwestern erzählt.
Nachvollziehbar ebenso die Entscheidung des Vaters in den 50iger Jahren d. verg. Jh. eine Stelle beim Staatssicherheitsdienst anzufangen. Das bedeutete für die kleine Familie den Umzug von Rostock nach Berlin. Und so geht es dann weiter, bis ... ja bis dann eines der Schwestern aus der Reihe tanzt. Das passte nicht in das Weltbild des Vaters, der eine Karriere in dem Ministerium gemacht hatte. Die Entwicklung beider Geschichten, die letztendlich unterschiedlich waren, und doch am Ende gut gelungen sich verbinden. Man weiß wie das System damals arbeitete. Und noch heute sind die Auswirkungen mancher Entscheidungen, wie z. B. Zwangsadoption usw. spürbar. Von daher ist nichts in Frage zu stellen.
Der Schreibstil hat mich angesprochen. Die Charaktere sind lebensnah gezeichnet. Nicht jede ist besonders sympathisch und manches nicht genau nachvollziehbar. Man merkt, dass die Autorin ihre Protagonisten wohl durchdacht hat.
Fakt ist, dass durch diesen Roman einem klar wird, dass eine Entscheidung das Leben verändert.
Für mich war "Kranichland" ein besonderes Lesehighlight. Absolute Leseempfehlung für diesen Roman, in die historische und politische Hintergründe einfließen.
5 Lesegenuss-Bücher
Vergessen - verloren - Spuren, die bleiben
Anja Baumheier wurde 1979 in Dresden geboren und hat ihre Kindheit in der DDR verbracht. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Berlin und arbeitet als Lehrerin für Französisch und Spanisch an einer Berliner Schule. "Kranichland" ist ihr erster Roman.
#gegendasVergessen
Die Groen-Schwestern wachsen im Ost-Berlin der sechziger Jahre heran. Unterschiedlicher könnten die beiden Mädchen nicht sein: Charlotte, die ältere, brennt ebenso für den Sozialismus wie ihr Vater Johannes, der am Ministerium für Staatssicherheit Karriere macht. Die künstlerisch begabte Marlene hingegen eckt überall an und verliebt sich Hals über Kopf in Wieland, einen Pfarrerssohn, der die DDR kritisch hinterfragt. Mit jedem Tag wächst die Sehnsucht nach einem Leben in Freiheit. Als das junge Paar beschließt, in den Westen zu fliehen, trifft Marlenes Vater eine Entscheidung - mit fatalen Folgen, die noch Jahrzehnte später spürbar sind …
"Kranichland" erzählt anhand des bewegenden Schicksals der Familie Groen fast achtzig Jahre deutsche Zeitgeschichte: von Bombennächten und Vertreibung, Wiederaufbau und Gründung der DDR, über das geteilte Deutschland und die Wende bis heute.
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Wunderlich
Dienstag, 19. April 2016
|| Rezension || Die fremde Schwester ~ Lauren Willig
Lauren WilligDie fremde Schwester
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Wunderlich (11. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805250827
ISBN-13: 978-3805250825
Originaltitel: The other daughter
Mechtild Sandberg-Ciletti (Übersetzer)
€ 16,99
auch als E-Book erhältlich
© Cover - Info
VERLAG
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Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Zwei Schwestern, zwei Leben. Durch ein Schicksal verbunden.
Leseeindruck
Rachel Woodley wollte eigentlich nach der Schule einen Sekretärinnenkurs besuche und dann als Bürokraft arbeiten. Doch dies ließ ihre Mutter nicht zu. Rachels Vater starb, als sie gerade vier Jahre alt war. Man hatte ihr gesagt, er sei bei einer seiner Expeditionen ums Leben gekommen. So hatte Rachel in den vergangenen sieben Jahren verschiedene Tätigkeiten bei reichen Familien ausgeübt. Derzeit arbeitete sie als Gouvernante bei der Grafenfamilie von Brillac. Am Tag des alljährlichen Osterballs auf dem Anwesen in der Normandie erreicht Rachel ein Telegramm, was allerdings an die Adresse in Paris gerichtet war, mit einigen Tagen Verspätung. Eile war geboten, die Mutter schwer erkrankt. Sie musste zurück nach England. Absender war der behandelnde Arzt, welcher mit Rachels bester Freundin verheiratet war. Fristlos kündigt Rachel ihren Job und fährt nach England. Doch sie kommt zu spät. In dem Ort Netherwell wird sie von Alice, ihrer besten Freundin, erwartet. Einen Tag vor der Ankunft war die Mutter beigesetzt worden. Der Onkel aus Oxford hatte alle Angelegenheiten geregelt.
Während des Aufräumens findet Rachel ein Blatt aus einem Mgazin, datiert Dezember 1926, also vor fünf Monaten … Lady Olivia Standish in Begleitung ihres Vaters, des Grafen von Ardmore.
Bei der Zusammenkunft mit ihrem Onkel lernt Rachel Simon Montfort kennen. An seiner Seite begibt sie sich mit geänderten Namen in die Gesellschaft der Reichen.
"Die fremde Schwester", eine Familiengeschichte, die in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts spielt. Lauren Willig war mir bis dato als Autorin noch unbekannt, doch mit diesem Roman hat sie sich mich - Fan u. a. von Lucinda Riley, überzeugt.
Das Cover in dem Aquamarinton gehalten, ein Vogelkäfig mit rosa Rosenblüten, die Tür des Käfigs leicht geöffnet, Titel sowie Name der Autorin stimmig und optimal platziert, macht auf sich aufmerksam.
Die Familiengeschichte um Rachel und ihre Eltern ist sehr gut geschildert. Es lebt durch die Beschreibungen und ihren Charakteren. Schritt für Schritt bringt Rachel Klarheit in das vergangene Leben, dem Leben ihrer Mutter, aufgebaut auf einer Lüge.
"Die fremde Schwester" - ein Buch, das erst einmal eine ganze Weile sacken musste, einfach weil mir für den Moment die Worte fehlten, um meine Lesemeinung zu schreiben. Die Geschichte ist wirklich etwas ganz Großes - bzw. die Autorin hat mich total geflasht. Ich bin begeistert.
Ich gebe fünf Lesegenuss-Bücher - und meine Kauf-/Leseempfehlung.
England, 1927: Als Rachel das Cottage ihrer verstorbenen Mutter ausräumt, stößt sie auf einen mysteriösen Zeitungsausschnitt. Graf Ardmore heißt der Mann, der mit Frau und Tochter auf dem Foto posiert. Und er sieht Rachels Vater zum Verwechseln ähnlich. Nur dass ihr Vater, angeblich ein mittelloser Botaniker, seit 20 Jahren tot sein soll. Fest entschlossen, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen, reist Rachel nach London. Doch als sie schließlich ihrer Halbschwester Olivia begegnet, gibt sie sich nicht zu erkennen. Denn Rachel fühlt sich magisch zu Olivias Verlobtem John hingezogen. Und lässt sich auf ein Spiel ein, über das sie bald die Kontrolle verliert…
Große Gefühle vor der aufregenden Kulisse der Roaring Twenties: Der packende neue Roman von Bestsellerautorin Lauren Willig: für alle Leserinnen von Katherine Webb oder Lucinda Riley.
Lauren Willig, geboren in New York, schreibt Liebesromane, seit sie sechs Jahre alt ist. Sie hat einen Abschluss in Englischer Geschichte und einen Doktor in Rechtswissenschaften. Nach einem Jahr in einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei entschied sie sich ganz für die Schriftstellerei. In den USA ist sie mit ihrer "Pink Carnation"-Liebesroman-Serie bekannt geworden.
Sehr gutes Familienepos
Ein gut gehütetes Geheimnis
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Wunderlich
Montag, 18. August 2014
(Rezension) Wolgatöchter - Ines Thorn
Ines Thorn
Wolfgatöchter
Gebundene Ausgabe
384 Seiten
Verlag: Wunderlich (18. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3805208628
€ 16,95
Rechte zum Zeitpunkt der Rezension:
© Cover - Infos - Quelle Verlag
Buchinfo:
Frankfurt, im Jahr 1765. Die Schwestern Annmarie, Aurora und
Lydia leben in ständiger Furcht, denn ihr Vater Georg Reiche wird als Kunstdieb
und Kunstfälscher im ganzen Land gesucht. Da begegnet Reiche durch Zufall einem
Werber aus dem großen russischen Reich. Im Auftrag von Katharina II. soll er
deutsche Bürger in ihr Land holen. Endlich scheint sich für die heimatlose
Familie ein Ausweg aufzutun. Doch Russlands Härte trifft sie unerwartet. An der
Wolga folgen auf kalte, raue Winter heiße, staubige Sommer. Das Haus, in das
die Reiches einziehen, wurde einst von Kalmücken überfallen, die dort lebende
Familie ermordet. Immer obsessiver begibt sich Annmarie auf die Spuren von
Mariann, der ermordeten Tochter, während Aurora sich mit einem jungen Balten
auf eine gefährliche Affäre einlässt und Lydia zwischen zwei Männer wählen
muss: dem, den sie liebt und dem, der das Überleben an der Wolga sichert. Die
Schwestern kämpfen für den Erhalt ihrer Existenz, für die große Liebe und den
verdienten Erfolg - kurz: Sie kämpfen um ein Leben, das seinen Namen
verdient...
Mein Eindruck:
Mitte des 18.
Jahrhunderts zieht es viele Deutsche in das Land der unendlichen Weiten, nach
Rußland, dem Reich von Katharina der Großen. Dort hofften sie auf ein besseres
Leben. Für viele Siedler schien es ein Neuanfang zu sein, ihre Bedingungen,
dort zu leben, äußerst verheißungsvoll. Doch niemand war darauf vorbereitet
gewesen, wie hart das Leben sein würde. Monatelanger kalter, unbarmherziger Winter
an der Wolga, und dann die extremen heißen Sommermonate. Lebensumstände, die
die drei Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia nicht kannten. Über das
Schicksal der Wolgadeutschen kann man viel nachlesen.
Als die Reiches erfahren, dass in ihrem jetzigen Haus die
vorherige Familie von den Kalmücken ermordet worden war, fängt Annmarie an,
sich für die Geschichte und vor allem der Tochter des Hauses, Mariann, zu
interessieren.
Manche Situationen wirkten sehr beklemmend, doch im
nachhinein betrachtet, war es so zur damaligen Zeit. Und das die Schwestern
verständlicherweise auch nach Liebe, Hoffnung für ihre Zukunft suchten, lässt
hoffen. Wobei Lydia inzwischen schon verheiratet war.
Vom Schreibstil her hat mich die Geschichte
von Anfang an begeistert. Die Autorin versteht ihr Fach. Und so hat durch die
Thematik der Wolgadeutschen und ihren sehr lebendig beschriebenen Protagonisten
eine wirklich wunderbare Geschichte geschrieben.
Die fiktiven Charaktere der Familie Reiche und
anderen Nebencharaktere – eine gute Mischung zwischen all dem.
„Weit ist das Land, groß die Hoffnung“ – so steht es
auf der Coverrückseite. Und hier muss ich sagen, dass das Cover wirklich ein
Blickfang ist – wunderschön!
Fazit:
Ines Thorn hat mit ihrem Roman „Wolgatöchter“ eine sehr bewegende
Geschichte um die Siedler, den Wolgadeutschen zu Zeiten von Katharina der
Großen geschrieben. Durch die kurzen Kapitel lässt sich das Buch auch mit
Leseunterbrechungen sehr gut lesen. Die Geschichte hat mich abgeholt und
gefesselt von Anfang an.
Vita
Ines Thorn wurde 1964 in Leipzig geboren. Nach einer Lehre als
Buchhändlerin studierte sie Germanistik, Slawistik und
Kulturphilosophie. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Bei
Wunderlich erschienen zuletzt ihre Romane "Teufelsmond" und "Das Mädchen
mit den Teufelsaugen".
Themen:
Challenge Ultimative SuB-Abbau 2014
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Rezensionen
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Wunderlich
Freitag, 6. April 2012
Rezension (153) Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel
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Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Holly-Jane Rahlens
Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel
Broschiert
432 Seiten
Verlag: Wunderlich (9. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3805250160
EUR 14,95
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Der Verlag schreibt:
Man schreibt das Jahr 2264.
Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist ausgestorben. Die Geburtenrate ist gefährlich gesunken. Der junge Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die inzwischen tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu übersetzen. Öde, findet er. Und albern. Doch dann ist er zunehmend fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird.
Schließlich soll Finn in einem Virtual-Reality-Spiel in der Zeit zurückreisen, um das Mädchen zu treffen. Ohne es zu wissen, wird er damit zum Versuchskaninchen der Spieleentwickler. Warum schicken sie ausgerechnet ihn, den Fachmann für tote Sprachen, in die Zeit kurz vor Ausbruch der Großen Epidemie? Und was ist das für ein sonderbares Gefühl, das ihn überkommt, wenn er der jungen Frau begegnet?
Bald muss Finn sich entscheiden – für die Liebe oder für die Zukunft ...
Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist ausgestorben. Die Geburtenrate ist gefährlich gesunken. Der junge Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die inzwischen tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu übersetzen. Öde, findet er. Und albern. Doch dann ist er zunehmend fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird.
Schließlich soll Finn in einem Virtual-Reality-Spiel in der Zeit zurückreisen, um das Mädchen zu treffen. Ohne es zu wissen, wird er damit zum Versuchskaninchen der Spieleentwickler. Warum schicken sie ausgerechnet ihn, den Fachmann für tote Sprachen, in die Zeit kurz vor Ausbruch der Großen Epidemie? Und was ist das für ein sonderbares Gefühl, das ihn überkommt, wenn er der jungen Frau begegnet?
Bald muss Finn sich entscheiden – für die Liebe oder für die Zukunft ...
Statement:
Der 26-jöhrige Finn Nordstrom ist Historiker und Sprachwissenschaftler. Er lebt im Jahre 2264, die ganze Welt hat sich verändert, vor allem durch den Dark Winter. Das Zeitalter des Dark Winter wird den Leser die Handlung durch begleiten, denn Finn erhält den Auftrag, ein Dokument, das Tagebuch eines Teenagers aus dem Jahre 2003 zu übersetzen. Er, Finn, ist spezialisiert auf tote Sprachen. Sämtliche uns geläufige Sprachen gibt es in seinem Zeitalter nicht mehr. Deutsch gehört zu eben einer dieser toten Sprache.
Innerlich noch angeschlagen durch den Verlust seiner Eltern und seiner beiden Geschwister, nimmt er den Auftrag trotzdem an, denn er ist ja nicht umsonst Spezialist für die Entschlüsselung handschriftlicher Texte in Deutsch und Englisch. Er ist ebenso auch ein hoch qualifizierter Jung-Historiker für die Zeit vor dem Dark Winter, das Jahr 2018.
Die Tagebuchschreiberin ist gerade einmal 13 Jahre, als Finn nunmehr ihr erstes Buch übersetzt. Doch je intensiver er sich damit befasst, umso mehr hat er das Gefühl, die Vertrautheit einer Verbindung zu ihr.
„Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel“ spielt im heutigen Nordamerika und Europa, vor allem in Berlin bzw. Greifswald, welches auch noch in 250 Jahren so heißt.
Etwas irritiert durch die Dialoge stellt sich heraus, dass in der Zukunftszeit in der 3. Person Singular gesprochen wird. Negativ? Nein, im Gegenteil, absolut passend zur Handlung, und wahrscheinlich auch für die ferne Zukunft. Man gewöhnt sich schnell daran und irgendwie passt diese Form exakt zum ganzen Inhalt.
Machen Sie doch einmal den Selbstversuch und sprechen in der 3. Person. Es hört sich im ersten Moment lustig an, aber wer weiß schon genau, was die Zukunft uns bringt.
„Everlasting“ fällt für mich nicht direkt in die bisher von mir gelesenen Dystopiebücher, es ist irgendwie anders – schwierig wirklich gute Worte dafür zu finden.
Die Geschichte besitzt ihre eigene Mischung einer Zukunftsvision.
Alles, was für uns heutzutage als normal erscheint, wird sich später als schwierig herausstellen (hier im Buch meine ich).
Im rasenden Tempo, voller Informationen des Zeitalters, teils sehr sehr detailliert beschrieben, hat man manchmal das Gefühl, tempo(-lese)mäßig nicht mithalten zu können. Doch spätestens ab dem Zeitpunkt, als Finn angeboten wird, Testperson eines neuen Virtual Reality Spiels zu werden, entspannt sich die Lage.
Tief durchatmen …
Erwähnt muss auf jeden Fall, dass im Jahr 2264, in der Everlasting spielt, Gefühle nicht bekannt, unerwünscht sind.
Liebe, was ist Liebe?
Menschen werden geklont, es gibt überall Roboter, doch da sind auch noch die Forester. Diese haben sich das Alte bewahrt, leben nicht mit der High Technik, hier finden sich letztendlich viele Antworten auf Fragen (mehr sei nicht verraten).
Zurück zu dem Virtual Reality-Spiel. Zusammen mit Rouge, seiner Mitbewohnerin, nicht seine Gefährtin, begibt sich Finn ins erste Spiel. Eine Reise nach Berlin, in das Zeitalter Elianes, dem Tagebuchmädchen.
Originell der „Landeplatz“ der beiden Zeitreisenden; denn das ist es schließlich, das Spiel – eine Zeitreise. Ein manches Mal musste ich wirklich herzhaft lachen. Möchten Sie mit dem Gesicht in einer Kloschüssel landen?! – Nicht wirklich, oder?
Finn werden weitere Tagebücher zum Entschlüsseln angeboten, zur Verfügung gestellt, jeweils mit der verlockenden Aussicht auf ein weiteres Spiel – eine weitere Zeitreise.
Die Verbindung zwischen Finn und Eliana ist spürbar, das da mehr auf den Leser zukommen wird, was es mit den beiden letztendlich auf sich hat. Der eine oder andere hat eine Vermutung, Vorahnung, was am Ende dabei herauskommt, werde ich allerdings nicht schreiben. Es hat mich nicht überrascht, ich hatte es mir irgendwie auch so gewünscht.
Welche Rolle dabei Rouge spielt und auch Finns Freund, der Forester Raoul, nicht zu vergessen Renko, die Antwort bleibe ich schuldig.
Spoiler:
S. 389 „Ein Leben ohne sie ist wie ein falsches Leben im richtigen.“
(Renko, Renko, da hast du dich ja ganz schön verraten!)
Die Autorin hat jede Charaktere unbeschreiblich gut und lebendig beschrieben, dass man sie förmlich spüren konnte
Diese Rezension könnte noch unendlich weiter ausgeführt werden, doch das würde den Rahmen sprengen.
Spoiler:
S. 402 „Als könnte ich dich für immer und ewig umarmen.“
Everlasting – besitzt:
1. eine gefühlvolle, sehr berührende Liebesgeschichte, die man so nicht vermutet hätte
2. eine wundervolle Story, man mag das Buch einfach nicht aus der Hand legen
3. Eine spannende, aber auch unterhaltsame Handlung
4. „Everlasting“ sorgt für so manchen Überraschungsmoment
5. Was für ein Plot! Jedes Verlegerherz sollte vor Freude zig Luftsprünge machen, dieses Buch in seinem Programm aufnehmen zu dürfen
6. Sehr individuelle Charaktere
7. Ein Cover, hinter dem man so eine wahnsinnig tolle Story nicht vermutet
Diese Leserin könnte noch zig weitere Punkte aufführen …
Schnappt euch das Buch und lest selbst.
Ich (die Leserin) wünscht sich keine Fortsetzung, so dass die letzten kleinen Geheimnisse von Everlasting nicht entschlüsselt werden und die Faszination einmalig bleibt.
Ich bin wirklich sehr gespannt, was wir in Zukunft von der Autorin noch erwarten können.
Von mir gibt es die Höchstwertung – sechs Bucheulen.
(Vielen Dank an den Verlag für dieses Wahnsinns-Leseexemplar)
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